Mittwoch, 25. Januar 2023

Full House bei BCC-alpha-Van-Zon-BMW

 

Foto: Jens Hawrda

Bis zum ersten Rennen der Internationalen Deutschen Meisterschaft IDM 2023 müssen sich Fans und Fahrer noch bis Anfang Mai gedulden, doch hinter den Kulissen werden bereits die Weichen für eine erfolgreiche Saison bei Deutschlands höchstem Motorradsport-Prädikat gestellt. Auf eine weitere Zusammenarbeit, und damit hoffentlich ebenso erfolgreich wie im Vorjahr, haben sich Werner Daemen und Andreas Gerlich geeinigt. Das Fahrer-Line-up verspricht mit fünf Piloten nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Spannung und viel Erfolg.
 
Wieder zurück am IDM-Start ist der Ukrainer Ilya Mikhalchik. Ein alter Bekannter im Team und auch auf dem IDM-Podest. Bereits drei IDM-Superbike-Meistertitel kann der 26-Jährige sein Eigen nennen. Die Zielsetzung ist klar: Titel Nummer 4 soll her. «Für mich ist es wirklich schön, vor allem alle Fans aus Deutschland wiederzusehen», erklärt er nach einem Jahr in der Spanischen Superbike-Meisterschaft, «und ich hoffe, viele Flüchtlinge aus der Ukraine zu treffen, die jetzt in Ländern leben, in denen Rennen stattfinden werden, mit ihnen zu kommunizieren und ein gutes Ergebnis für mein Land und natürlich für das Team und die Menschen um mich herum zu erzielen.» Aktuell lebt Mikhalchik nicht in seiner ukrainischen Heimatstadt Kiew, sondern hat seine Zelte gemeinsam mit seiner Verlobten in Polen aufgeschlagen. Dort bereitet er sich auf die neue Saison vor und tankt Kraft für den Angriff auf den Titel. «Wir wollen für das erste Rennen zu 100 Prozent bereit sein», erklärt der BMW-Pilot. «Das war letztes Jahr nicht ganz der Fall. Ich freue mich auf die ersten Rennen der Saison, aber zuerst müssen wir auch gute Tests mit dem Team machen, um das Motorrad am Anfang der Saison auf 100 Prozent zu bringen. Lasst uns Spaß haben und es genießen.»

Eine weitere Runde im Team BCC-alpha-Van Zon-BMW dreht Kamil Krzemien aus Polen. Die Leistungskurve des 23-Jährigen zeigte im Vorjahr steil nach oben. Beim Finale erfüllte er sich mit seinem ersten Podestplatz in der IDM Superbike einen großen Traum. Mit seinem erfolgreichen Endspurt bei den letzten IDM-Wochenenden schob sich das Nachwuchstalent auf den fünften Platz der Gesamtwertung. «Ich bin sehr froh, dass ich mit Werner und BMW in der Saison 2023 weitermachen kann», verriet der Pole nach der Vertragsverlängerung. «Letztes Jahr um diese Zeit war ich superglücklich, diesem Team beizutreten, und jetzt, nach einer sehr guten Saison, werden wir es auf das nächste Level bringen. Wir haben in der letzten Saison viel gelernt und wissen genau, was wir von beiden Seiten brauchen, um in jedem Rennen um das Podium kämpfen zu können. Das Rennen in Hockenheim war phänomenal und ich habe meinen ersten Podestplatz geholt, was für mich wie ein Meilenstein war. Danach bin ich nur noch motivierter und hungriger, um Spitzenplätze zu kämpfen. Mein Ziel ist es, die Saison 2023 in der Gesamtwertung unter den Top 3 zu beenden, und das ist bei unserem Potenzial ein sehr realistisches Ziel. Ich bin dem Team und allen Sponsoren sehr dankbar, dass sie dies möglich gemacht haben.»

Neu im Team und ein hoffnungsvolles Talent aus deutscher Sicht ist Max Schmidt, der Mitte Februar gerade mal 20 Jahre alt wird und damit auch in diesem Jahr einer der jüngsten Teilnehmer im hochkarätigen Starterfeld ist. «Ich denke, das kann man sehr gut zu einem Vorteil machen», erklärt der Teenager mit Blick auf seine zahlreichen und zum Teil erfahreneren Teamkollegen. «Vor allem, wenn im Team eine offene Kommunikation herrscht und wir Fahrer uns untereinander über unsere Eindrücke austauschen. Da kann man sehr viele Informationen sammeln und das wird mir sicherlich helfen, das Motorrad schneller zu verstehen. Ich denke die BMW passt sowieso sehr gut zu mir und meinem Fahrstil. Ich bin schon sehr gespannt auf die BMW und freu mich natürlich, das ganze Team kennenzulernen.»

Mit dem Österreicher Philipp Steinmayr begrüßt das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW ebenfalls einen neuen Piloten in seinen Reihen. Die IDM Superbike ist nicht neu für den 29-Jährigen. In der Meisterschaft wird es für Steinmayr das vierte Jahr, allerdings erstmalig auf einer BMW. «Viel Erfahrung habe ich damit noch nicht», gibt der Österreicher mit Blick auf sein neues Arbeitsgerät zu. «Aber ich war nach Weihnachten mit einer 2021er BMW S 1000 RR drei Tage auf der Rennstrecke unterwegs und es hat mir echt Spaß gemacht. Auch wenn das Motorrad noch nicht im IDM-Modus war, hatte ich schon ein sehr gutes Gefühl.» Positiv sieht er auch die Zusammenarbeit mit seinen vier für ihn neuen Teamkollegen. «Ich denke», so Steinmayr, «wir können alle nur voneinander lernen und es gibt dem gesamten Team neue Erfahrungen, die es schon reichlich hat. Mein Ziel ist natürlich, bestmöglich abzuschneiden und ich denke, die Top-5 anzupeilen, sollte realistisch sein, wenn nicht sogar auch mal ein Podium. Mal schauen, ich will mir nicht zu viel Druck auflegen.»

Neu im Team und auch neu in der IDM Superbike ist der Ungar Bálint Kovács. In den letzten beiden Jahren hat der Ungar Erfahrungen bei der Spanischen Superbike-Meisterschaft, bei der Alpe Adria und bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft gesammelt.
Gefördert wird Kovács unter anderem auch von der ungarischen Regierung und dem ungarischen Verband. «Ihre Unterstützung in diesem Jahr hat mir sehr viel bedeutet», wendet sich Kovács an seine Förderer und Sponsoren. «Ich habe den Vorteil, dass ich viele Strecken kenne, da ich zwei Jahre lang im Suzuki-Cup gefahren bin. Ich muss eine neue Motorrad-Marke kennenlernen, denn ich habe bisher nur wenige Runden mit BMW gedreht. Natürlich werde ich die Gelegenheit haben, das Motorrad vor dem Beginn der Meisterschaft zu testen. das ist ein großer Schritt in meiner Karriere. Es ist schon lange her, dass ein ungarischer Fahrer einen Werksvertrag bekommen hat, das ist ein wirklich außergewöhnliches Gefühl. Ich sehe der Saison mit Zuversicht entgegen und halte es nicht für ausgeschlossen, dass ich in der zweiten Saisonhälfte auf dem Podium stehen kann.»

Aus dem Vorjahr werden auch der Niederländer Pepijn Bijsterbosch und der Österreicher Jahn Mohr auch wieder beim Team BCC-alpha-Van Zon-BMW dabei sein. «Pepijn wird selber nicht mehr in der IDM für uns fahren», verrät Daemen über den Niederländer, der sich auf seinen Start in der Langstrecken-Weltmeisterschaft konzentrieren wird. «Er wird im Team meine rechte Hand und sich vor allem um unsere jungen Fahrer kümmern. Jan Mohr ist nach seiner Verletzung aus dem Vorjahr noch nicht wieder ganz fit. Er wird je nach Entwicklung mit der einen oder anderen Wildcard dabei sein.»

Vom 12. bis 14. Mai 2023 wird das Team bei IDM-Saisonauftakt auf dem Sachsenring erstmals in kompletter Aufstellung antreten und um die ersten Punkte in der Saison mit sieben Veranstaltungen kämpfen.

Termine IDM 2023

12.-14.05.2023 Sachsenring
02.-04.06.2023 Oschersleben
23.-25.06.2023 Most (CZ)
21.-23.07.2023 Schleiz
04.-06.08.2023 Red Bull Ring (A)
18.-20.08.2023 Assen (NL)
22.-24.09.2023 Hockenheim

Freitag, 2. Dezember 2022

ADAC erwirbt Markenrechte an der DTM

  •  Konsequente Weiterentwicklung des Motorsports im deutschsprachigen Raum
  •  Gerhard Berger: „Stellen jetzt Weichen für eine langfristige Zukunft“

Foto: Jens Hawrda


Neue Heimat für die DTM: Die Motorsport-Marke wird Teil des ADAC. Diese Entscheidung hat Gerhard Berger heute bekanntgegeben. „Damit stellen wir jetzt die Weichen für eine langfristige Zukunft des Motorsports im deutschsprachigen Raum. Für die riesige DTM-Fangemeinde ist das eine gute Nachricht“, sagt Gerhard Berger.

2020 hatte Gerhard Berger die alleinige wirtschaftliche Verantwortung für die DTM-Plattform übernommen und die erfolgreiche Geschichte der Rennserie unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen während der Pandemie weitergeschrieben. „Die DTM hat sich in den vergangenen Jahren mit Unterstützung unserer Mitarbeitenden und Partner auf Hersteller- und Dienstleisterseite ausgezeichnet entwickelt. 2022 war eine überragende Saison mit Rekordstarterfeld, Weltklassefahrern, zahlreichen Top-Marken in der Startaufstellung und einer beachtlichen globalen Reichweite auf allen Kanälen. Es gab Spannung bis zum letzten Rennen, harte Rad-an-Rad-Duelle – das, was sich die Fans immer gewünscht haben“, so Gerhard Berger.

Für die konsequente Weiterentwicklung der beliebten Rennserie setzt der 63-jährige Österreicher nun auf den größten europäischen Mobilitätsclub. „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Grundlagen für die langfristige Zukunft der DTM zu schaffen“, sagt Gerhard Berger. „Daher habe ich mich entschlossen, die Marke dem ADAC zu übergeben. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Marke beim ADAC in den richtigen Händen ist: Dort ist das nötige Know-how vorhanden, um allen Motorsportfans künftig ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Mit der langjährigen Erfahrung, den etablierten Strukturen und dem vereinseigenen Engagement für den Motorsport kann der ADAC nicht nur bestmögliche Synergien schaffen, sondern die DTM auch konsequent weiterentwickeln. Damit sind beste Voraussetzungen gegeben, dass wir weiterhin noch viele Jahre erfolgreichen Motorsport auf höchstem Niveau sehen werden.“

Die ITR GmbH, die bislang für die internationale Vermarktung und Organisation der DTM verantwortlich ist, wird die Serie, wie bereits kommuniziert, nicht mehr ausschreiben. „Dass wir die DTM in den vergangenen zwei Jahren auf dieses Level heben konnten, ist nicht zuletzt die Arbeit vieler Partner und eines starken Teams. Gerade deshalb ist es uns jetzt sehr wichtig, alle Themen geordnet abzuarbeiten. Dabei wollen wir für alle Beteiligten, die maßgeblich zum Erfolg der DTM beigetragen haben, auch weiterhin der faire und zuverlässige Partner sein, der wir immer waren“, ergänzt Benedikt Böhme, Geschäftsführer der ITR GmbH.

Donnerstag, 1. Dezember 2022

GERT56: IDM Superbike 2023 mit Finsterbusch, Jähnig und Hobelsberger

GERT56 wird 2023 in der IDM Superbike weiterhin auf Toni Finsterbusch setzen. Zu seiner Erfahrung gesellen sich zwei Klassen-Rookies: Jan-Ole Jähnig und Patrick Hobelsberger.

Toni Finsterbusch fährt auch 2023 für GERT56
Foto: Jens Hawrda


Noch in Hockenheim beim IDM Finale präsentierte sich GERT56 nach dem Seuchenjahr mit den Verletzungen von Julian Puffe und Toni Finsterbusch in der Verfassung, in der man sich die gesamte Saison präsentierte: Mit einem weiteren starken Podium und dem zweiten Platz von Gaststarter Dominik Vincon. Der Besuch der beiden Stammpiloten ließ darauf schließen, dass man - die vollständige Genesung vorausgesetzt - mit dem gleichen Personal in die IDM Saison 2023 gehen würde. Schon die Ankündigung eines dritten Superbikes ließ die Gerüchteküche hochkochen. Der am meisten genannte Name Jan-Ole Jähnig ist es nun auch schlussendlich geworden. Er ist mit beiden Stammpiloten eng befreundet und auch Teamchef Karsten Wolf hat die Karriere des 21-jährigen Altenburgers die letzten zwei Jahre verfolgt und viele Gespräche mit ihm geführt.

„Wir halten Jan-Ole für eines der größten Talente im deutschen Motorsport“, so Teamchef Karsten Wolf. „Sein Durchmarsch durch die Nachwuchsklassen bis hin zum 600er IDM Superstockvize war beeindruckend. In den beiden letzten Jahren in der IDM Supersport wechselten sich Glanzleistungen mit Rückschlägen und Stürzen ab, die noch bessere Gesamtergebnisse verhinderten. Beruf, Teamchef, Mechaniker, Logistiker und Kümmerer in Personalunion zu sein ist für einen jungen Rennfahrer nicht leistungsfördernd. Er kommt in Zukunft mit Helm und Tasche in die GERT56 Box und taucht dann in den Betreuungsmodus ein und hat dort nur eine Aufgabe – Rennen fahren. Jetzt könnte man lamentieren, nach dem Motto ‚im ersten Jahr haben wir keine großen Erwartungen‘. So sind wir nicht, so ist JO nicht. Das Ziel sollten im ersten Rennen immer die Top 9 sein, um das Reversed-Grid auszunutzen. Realistisch sehen wir JO beständig zwischen P5 und P10. Durch seine menschliche und regionale Nähe zu Toni Finsterbusch werden die beiden sich gemeinsam um ihre Fitness kümmern und auch die ‚Superbike Fahrschule‘ durchführen - das erste Mal im November in Cartagena bei der Moto Racing School, denen wir herzlich für die Möglichkeit danken und bei der die Beiden über das Jahr auch als Instruktoren tätig sein werden.“

Die jetzige Verpflichtung von Superport WM-Pilot Patrick PAX Hobelsberger und die Freistellung von Julian Puffe erinnert dann doch schon etwas an Götterdämmerung bei GERT56. Die Truppe aus Pirna gilt von jeher als risiko- und entscheidungsfreudig, aber eben auch als loyal und familiär. Wie passt das alles zusammen?

Teamchef Karsten Wolf dazu: „Die Gesamtbetrachtung der Zusammenarbeit mit Julian Puffe in den letzten beiden Jahren und auch vorher in der EWC fällt überaus positiv aus. Wir haben ihn 2021 am Tiefpunkt seiner Karriere und Gesamt-Platz 13 von Honda übernommen, obwohl wir kein Bike für Ihn hatten und er nur für drei Wildcards vorgesehen war. Und das zu einem Zeitpunkt, wo für ihn alle Türen zu waren und er keine Optionen auf einen IDM-Platz hatte. Durch die krankheitsbedingte Absage von Lucy Glöckner war er für 2021 Stammpilot und brachte im ersten IDM Jahr respektable Ergebnisse. Das Jahr 2022 und der Wechsel der Fahrwerkskomponenten beschertem ihm vier Podien und Rang sieben in der Endabrechnung. Ein Trainingssturz in Assen ließ den sicher geglaubten dritten Platz in der Meisterschaft dahinschwinden und auch das erklärte Saisonziel von GERT56 löste sich in Luft auf.“

„Fakt ist aber auch, dass Toni Finsterbusch in den gemeinsamen Rennen die besseren Rennergebnisse einfuhr und dabei das Potential der GERT56 BMW M 1000 RR nicht einmal ausgereizt scheint. Nach Rücksprache mit Cheftechnikern und Fahrwerksleuten, sind wir aber offensichtlich nicht in der Lage Julian das technische Paket und Setup bereitzustellen, um einen Schritt nach vorne zu machen und bessere Ergebnisse, als die diesjährigen einzufahren. Diese Erkenntnis und der neue Anspruch, um die Meisterschaft mitzufahren, vertragen sich nicht wirklich.“

„Sollten die Realitäten im Frühjahr hinsichtlich der vollständigen Fitness bei Julian nicht ausreichend sein und mir sportlich keinerlei Optionen mehr zu Verfügung stehen, könnte man mir Dummheit und Unprofessionalität vorwerfen. Ich kann also wählen zwischen Pest und Seuche. Zudem ist es fair, wenn alle früh Bescheid wissen, um sich neu zu orientieren. Julian hat sich als absoluter Teamplayer und stets professioneller Rennfahrer präsentiert. Seine Emotionalität in alle Richtungen zeigt, dass ihm die Dinge nicht gleichgültig sind. Wir werden ihn in der Box vermissen, wünschen ihm auf seinem Weg alles Gute und sagen Danke für viele gute Jahre!“

„Der Anruf von Patrick Hobelsberger kam postwendend, nach dem von ihm selbst und im Einvernehmen mit Kallio Racing gewählten Aus in der Supersport WM. Dass wir dabei seine erste Option waren und er das BMW Superbike zu seinem neuen Sportgerät auserkoren hat, freut uns und das Haus BMW Motorrad gleichermaßen“, so Wolf weiter

Über ein paar Telefonate fand man schnell eine gemeinsame Sprache und so saß Wolf wenige Tage später am massiven Eichentisch des elterlichen Zimmereibetriebes der Hobelsbergers. Der Wunsch die Katze nicht im Sack zu kaufen und sich kennen zu lernen bestand auf beiden Seiten und so konnten an diesem Abend schon die ersten „dicken Bretter“ gebohrt werden. Dem Wunsch nach einem eigenen T-Bike noch im November, der eigenständige Testbetrieb im Winter in Spanien, sowie die kaufmännischen und logistischen Rahmenbedingungen wurden schnell in eine gemeinsame Richtung vorangetrieben. Technische Fragen wurden direkt zwischen PAX und GERT56 Mastermind Ronny Schlieder geklärt, der ihn in der IDM auch als Crewchief betreuen wird.“

„PAX hatte sicher in der Supersport WM kein glückliches Jahr“, so Wolf „Doch habe ich natürlich mitbekommen, wie er 2021 in der IDM Supersport alle gebügelt hat. Sein Auftritt in Most dieses Jahr unter Schmerzen und sein Gaststart auf dem Red Bull Ring haben gezeigt, was er für eine Granate er ist. Mir hat in den Gesprächen sehr imponiert, dass er sich (ich glaube, das sagt man in Bayern so) ‚um gar nix scheißt‘, mit Anstand und Würde zu seinem Ex-Team die Supersportsache beendet hat und trotzdem den Kompass sofort brutal auf Neuanfang stellt. Zweifeln überlässt er, glaube ich, auch gern den anderen, sein Ding ist das eher nicht. Er ist extrem fokussiert und strukturiert in der Vorbereitung und Durchführung seiner Projekte und dabei leicht fordernd. Ist nicht so schlimm, dann sind wir halt leicht fordernd beim Liefern von Ergebnissen.“

„Und trotzdem rate ich seiner Fanbase und dem ihm freundlich zugewandten Umfeld zur optimistischen Besonnenheit“, sagt Wolf weiter. „Zum Einen reden wir von einem Klassenwechsel, dass kann sofort funktionieren, muss es aber nicht. Dann muss du dieses Jahr mit all dem Pech, Stürzen und Verletzungen aus dem Kopf bekommen und schlussendlich trifft er in der SBK1000 auch auf keine Nasenbohrer. PAX ist ein starker Individualsportler, er muss sich im Wertesystem GERT56 und dem noch aus der Endurance herrührenden Teamgedanken erst einfinden. Sich hinter gemeinsamen Zielen aufzustellen, erzeugt gemeinsames Handeln und dies bildet wiederum die Basis für den individuellen Erfolg. Wenn er das versteht und konsequent für sich nutzt, wird er mit uns erfolgreich sein.“

„Mit Toni Finsterbusch hat er einen Teamkollegen, der sich durch alle Klassen auf Top Niveau gekämpft hat, ein Ästhet unter den Superbikern ist und eine ‚Sau auf der Bremse‘. Er hat den Charakter, seine eignen Ziele konsequent zu verfolgen, aber die Klasse und Größe,  JO und PAX an das Superbike und die BMW M 1000 RR heranzuführen. Das Ziel, alle drei Piloten in einer Range zu haben, ist unser Anspruch. Lässt es doch zum Einen, einen guten Datenvergleich zu und zum Anderen erwachsen daraus natürlich auch taktische Möglichkeiten in der Renn- und Saisongestaltung.“

„Was haben wir? GERT56 ist ein starkes, breit aufgestelltes und von BMW Motorrad unterstütztes Kundensportteam und erster strategischer Backup für den Werkseinsatz von alpha racing. Dass wir seit 2010 loyal hinter der bayrischen Marke stehen, findet seine Wertschätzung und gerade die Kommunikation mit den Verantwortlichen von BMW Motorrad hat sich seit unserem IDM Einstieg massiv verbessert. Zudem pflegen wir ein brillantes Verhältnis zum Team von Werner Daemen, der uns noch nie einen Handschlag verwehrt hat. Hauptausstatter alpha racing hat ganze Arbeit geleistet und so stehen Ende Oktober alle drei Rolling Chassis inklusive Erstausstattung für die Saison in der Werkstatt in Pirna und warten auf fleißige Schrauberhände und spezifische Teile der MÜ der BMW M 1000 RR.“

„Doch sportlich sollten wir die Leinen locker halten, ganz im Sinne der Aktiven und vor allem im Interesse der Zuschauer und Fans. Die wollen packenden und fairen Rennsport, wenn es sein muss, auch unter Marken- und Teamkollegen sehen. Politik hat auf dem Asphaltband zwischen den zwei weißen Linien nichts zu suchen, sondern nur ‚volle Esse‘.“

„Wir hätten dann mal einen spannenden Team Mix anzubieten:
Mit Jan Ole Jähnig ein Talent, ohne Limits nach oben, mit Toni Finsterbusch Heavy Metal auf der Bremse und Ästhetik mit permanentem Podiumsanspruch und mit PAX die Fraktion ‚Weg da, ich muss hier durch‘. Wir hatten 2021 kein leichtes Lehrjahr, unser Gesellenjahr in der IDM 2022 brachte gute Noten, aber auch viele Fehlstunden. 2023 sollten man sich zumindest um die Meisterprüfung bewerben - Es stehen 7 Prüfungen an, wir werden gut vorbereitet sein.“

Patrick „Pax“ Hobelsberger

"Ich habe mich umorientieren wollen und fahre dieses Jahr in der Supersport-Weltmeisterschaft auch die letzten beiden Übersee-Rennen nicht. Das Team Kallio und ich haben uns freundschaftlich geeinigt, dass wir getrennte Wege gehen. Ich brauche etwas Neues. Ich habe mich dieses Jahr drei Mal gleich verletzt am Ellbogen. Es sind ein paar Sachen passiert, wo ich nichts dafür kann. Daher hatte ich aber auch etwas Abstand vom Sport gebraucht – aber in der gleichen Sekunde auch schon wieder angefangen, neu zu planen und mich neu zu orientieren. Das Superbike-Ding hat mich schon immer interessiert, auch als ich IDM-Meister war, da habe ich immer die Superbikes verfolgt. Auch in der WM habe ich die WorldSBK immer angesehen und auf der Service-Road geschaut, was die Jungs da machen. Ich fahre ja erst seit fünf Jahren Motorrad, habe mit dem Yamaha-Cup 2017 angefangen und war direkt Vize-Meister. Fünf Jahre war ich jetzt auf 600er unterwegs – manche sagen, das ist ja nichts, aber für mich ist das die ganze Karriere. Ich wollte auf jeden Fall eine Superbike-BMW fahren und daher war Karsten meine erste Anlaufstelle. Ich bin von dem Konzept überzeugt, was BMW macht, ich habe Tommy Wagner als BMW-Händler als Sponsor. In Most hatte ich dieses Jahr schon mal kurz mit Karsten gequatscht und er war jetzt auch der erste, den ich angerufen habe und das Telefonat hat fast zwei Stunden gedauert. Dann habe ich auch gleich den Ronny Schlieder noch kennen lernen dürfen. Die beiden Jungs und ich sind auf einer Wellenlänge: Wenn die was machen, machen sie das zu 110 Prozent und so ticke ich auch,  weil wenn du es nur zu 99 Prozent machst, ist das absolute Zeitverschwendung. Im Winter werde ich wenigstens 25, 30 Tage in Spanien testen sein mit dem Superbike. Ziele? Na die sind sehr hoch gesteckt, aber ich habe ja auch richtig Bock drauf. Ich bekomme von Karsten auch ein Trainings-Bike, ein paar Teile sind vorbereitet schon. Die Jungs sind extremst motiviert und ich freue mich, wenn es schon im Jannuar los geht. Ich darf auch meinen Mechaniker Christoph mitbringen, weil er absolut der beste Mechaniker ist und er ist immer mit mir unterwegs. Ich glaub wir werden eine ziemlich geile Truppe werden.“

Dienstag, 29. November 2022

IDM: Alle Termine für 2023 bestätigt

 

Foto: Jens Hawrda

Der Terminkalender für die Saison 2023 der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) steht fest. Noch vor dem Jahreswechsel kann nun mit den definitiven Vorbereitungen der einzelnen Events begonnen werden. Deutschlands höchste Motorradserie wird auch 2023 auf insgesamt sieben Rennstrecken fahren. Der Saisonauftakt findet im Mai auf dem Sachsenring statt. Die IDM kehrt nach zwei Jahren Pause auf den legendären MotoGP-Kurs in Sachsen zurück. Mit dem Red Bull Ring in Österreich und dem TT Circuit Assen in den Niederlanden sind noch zwei weitere internationale Locations bestätigt, auf denen auch regelmäßig die Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Ihre IDM-Termine sind auf dem endgültigen Terminplan enger zusammengerückt als zuerst vorgesehen.  

Auch die Rennstrecken in Oschersleben und im tschechischen Most sind in der Saison 2023 wieder mit dabei, genau so das Schleizer Dreieck, das 2023 zudem auch noch seinen 100. Geburtstag feiert oder der Hockenheimring. In der Motorradmetropole in Thüringen wird der Höhepunkt das Jahres mit Tausenden Fans gebührend gefeiert und im badischen Motodrom findet der krönende Abschluss der Saison mit Titelvergabe statt. „Es geht international zu, wofür die Bezeichnung IDM ja grundsätzlich steht“, sagt Serienmanager Normann Broy, „das betrifft Teams, Fahrer und Strecken gleichermaßen. Dass wir gleich drei Grand-Prix-Strecken als Austragungsorte für uns gewinnen konnten, unterstreicht die ständig steigende Qualität der Meisterschaft, in der sowohl Nachwuchsfahrer als auch die europäische Elite aufeinander treffen.“
 
Termine 2023: 

12. – 14.5.2023             Sachsenring
02. – 04.6.2023             Oschersleben
23. – 25.6.2023             Most
21. – 23.7.2023             Schleiz
04. – 06.8.2023             Red Bull Ring
18. – 20.8.2023             Assen
22. – 24.9.2023             Hockenheim