Freitag, 21. Oktober 2022

Saisonfinale der ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring

 Offener Kampf um die Junior-Wertung

  •     Szymon Ladniak und René Kircher kämpfen um den Junior-Titel
  •     Letztes Rennwochenende der ADAC TCR Germany auf dem Hockenheimring
  •     Alle Saisonrennen live im kostenlosen Stream bei sport.de

Foto: Jens Hawrda

Mit Vollgas in die letzte Runde: Die ADAC TCR Germany verspricht beim Saisonfinale an diesem Wochenende (21. bis 23. Oktober) auf dem Hockenheimring noch einmal jede Menge Highspeed-Action. Nachdem sich Martin Andersen (28, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) bereits beim vergangenen Event auf dem Sachsenring den Meistertitel gesichert hat, steht nun die Entscheidung in der Junior-Wertung im Mittelpunkt. Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) im Honda Civic und René Kircher (22, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai i30 kämpfen um den Titel des schnellsten Junioren. Zudem ist auch die Entscheidung um die Vizemeisterschaft noch offen. Hier kämpft Ladniak mit Jessica Bäckman (25, Schweden, Comtoyou Racing) um den inofiziellen Titel des Vizemeisters. Die beiden Rennen des Wochenendes (Samstag und Sonntag je um 11.35 Uhr) sind live und kostenfrei bei sport.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Beste Chancen auf den Junior-Titel hat der Engstler-Pilot Landiak. Der junge Pole hat in der Junior-Wertung 128 Punkte auf dem Konto und somit 18 Punkte mehr als sein ROJA-Konkurrent Kircher. Während Ladniak auf ein fehlerfreies Wochenende aus sein wird, muss Kircher etwas mehr Risiko gehen, um sich den Titel sichern zu können.

Trotz seines Rückstandes von 18 Punkten, ist der ROJA-Pilot aber guter Dinge vor dem Saisonfinale. „Ich freue mich sehr auf das Saisonfinale auf dem Hockenheimring. Ich bin guter Dinge, dass ich ein gutes Ergebnis einfahren und die maximale Performance aus mir und dem Auto herausholen werde“, freut sich Kircher auf das Saisonfinale und fügt hinzu: „Ich bin extrem motiviert, alles für den Titel zu geben.“

Auch sein Konkurrent Ladniak zeigt sich sehr zuversichtlich. „Es würde mir enorm viel bedeuten, den Junior-Titel zu gewinnen. Es war von Anfang an mein Hauptziel diesen Titel zu holen. Mein Team und ich werden dieses Ziel auf dem Hockenheimring verwirklichen.“ Für das Liqui Moly Team Engstler würde der Gewinn der Junior-Wertung die perfekte Saison bedeuten. Mit Martin Andersen und Roland Hertner (62, Heilbronn) stellt das Team bereits den Fahrer- und Trophy-Champion und auch die Team-Wertung ging bereits an den Allgäuer Traditionsrennstall.

Trotz seines Titelgewinns auf dem Sachsenring fährt auch Martin Andersen hochmotiviert zum Saisonfinale, da der Däne die Chance auf einen einmaligen TCR Germany Rekord hat. „Wir haben eine unglaubliche Saison absolviert, aber wir haben weiterhin das klare Ziel aufs Podium zu fahren. Wenn wir es schaffen, alle Rennen auf dem Podium zu beenden, wäre es ein erstaunlicher Abschluss für eine tolle Saison“, blickt Andersen auf das Saisonfinale. „Dieser Rekord würde viel über unser Team und dessen Arbeit aussagen.“

Beim Kampf um die Vizemeisterschaft steht die Schwedin Jessica Bäckman im Fokus. Die 25-jährige belegt mit 281 Punkten den zweiten Platz der Fahrerwertung. Dahinter folgen Ladniak mit 243 und Jonas Karklys (33, Litauen, NordPass) mit 215 Punkten. Während Karklys keine Chance mehr auf die Vizemeisterschaft hat, könnte eine starke Performance dennoch zum dritten Platz in der Gesamtwertung reichen.

Zum zweiten Mal in dieser Saison absolviert Albert Legutko (23, Berlin, Albert Legutko Racing) einen Gaststart in der ADAC TCR Germany. Nach seinem sechsten Platz beim Saisonauftakt in Oschersleben hofft der gebürtige Pole auf dem Hockenheimring auf ein ähnlich gutes Ergebnis. „Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder zurück bin“, freut sich Legutko auf seinen Start.

Das Wochenende auf dem Hockenheimring verspricht packende Rad-an-Rad-Duelle und Tourenwagenaction – schließlich wollen alle Piloten der ADAC TCR Germany diese Saison mit einem guten Ergebnis abschließen. Das gilt natürlich nicht nur für die Piloten, die noch Chancen auf die Vizemeisterschaft und den Junior-Titel haben.

Titelkampf im ADAC GT Masters

 Ist Marciello noch zu stoppen?

  •     Spitzenreiter Raffaele Marciello Titelfavorit vor dem Finale in Hockenheim
  •     Sieben Fahrer noch mit Titelchancen beim Finale

Wer wird Deutscher GT-Meister 2022?
Foto: ADAC-Motorsport


56 Punkte. Zwei Rennen. Ein Finale – auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg geht es vom 21. bis 23. Oktober um nichts Geringeres als um den Titel des Deutschen GT-Meisters 2022. Rechnerisch haben sieben Piloten mit Mercedes-AMG, Porsche und Lamborghini noch Chancen auf den Gesamtsieg. Vieles spricht für Raffaele Marciello (27/CH) vom Mann-Filter Team Landgraf: Der Mercedes-AMG-Werkspilot führt die Fahrerwertung mit dem komfortablen Vorsprung von 42 Zählern an. Doch wird das reichen, um Champion in der schnellsten deutschen GT3-Serie zu werden? Die maximale Punkteausbeute beim Finale beträgt 56 Zähler. Seine engsten Verfolger heißen Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) vom Team Joos Sportwagentechnik – die Porsche-Piloten geben sich trotz des Rückstands noch nicht geschlagen. Das Prinzip Hoffnung gilt für die Drittplatzierten Fabian Schiller (25/Troisdorf) und Jules Gounon (27/F) im Mercedes-AMG GT3 Evo #4. Das Duo hat 53 Punkte hinter dem Markenkollegen rechnerisch noch Chancen, sich den Meisterpokal zu schnappen. Ähnlich sieht es bei Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) von Emil Frey Racing im Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 aus, die einen Zähler dahinter Rang vier belegen. Das Finale der Supersportwagen in Hockenheim ist live bei NITRO zu sehen. Der exklusive TV-Partner des ADAC GT Masters überträgt die Läufe 13 und 14 am Samstag und Sonntag jeweils ab 12:30 Uhr.

Der Meisterschafts-Favorit

Raffaele Marciello hat bereits eine Hand am ADAC GT Masters-Siegerpokal 2022. Nach dem Erfolg bei den 24H von Spa-Francorchamps, dem Fahrertitel im Endurance Cup und dem Gesamtsieg in der GT World Challenge Europe würde der 27-Jährige mit dem Titel in der Deutschen GT-Meisterschaft seiner erfolgreichen Motorsportsaison die Krone aufsetzen. Während es in der ersten Saisonhälfte im ADAC GT Masters noch nicht ganz rund lief, drehte Raffaele Marciello zur Halbzeit auf und setzte sich in der zweiten Hälfte kontinuierlich vom Feld ab. Eine der Stärken des Tabellenführers ist seine Konstanz. Siebenmal stand er auf dem Podium, einmal davon auf dem obersten Treppchen. Abzüglich der Bonuspunkte aus dem Qualifying holte der Schweizer pro Lauf durchschnittlich knapp 14 Zähler. Nur ein Punkt mehr aus den letzten beiden Rennen zusammen würde reichen, um Champion zu werden. Dennoch bleibt der GT-Spezialist vorsichtig: „Ich freue mich wie immer auf das Rennwochenende. Noch ist nichts gewonnen und wir müssen weiter pushen. Das Team ist gut vorbereitet. In Hockenheim geht es darum, unnötige Fehler zu vermeiden.“

Die entschlossenen Verfolger

Auch die Kombination Engelhart/Güven konnte in den bisherigen zwölf Meisterschaftsläufen einen Sieg für sich verbuchen und fuhr ebenfalls regelmäßig unter die besten Zehn. Das Porsche-Duo liegt vor dem Finale in Hockenheim mit dem Abstand von 42 Zählern hinter der Tabellenspitze auf Platz zwei. Technische Probleme und Reifenschäden in aussichtsreichen Positionen verhinderten eine bessere Punkteausbeute. „Wir werden alles tun, um unsere Meisterschaftschance zu wahren. Natürlich brauchen wir etwas Glück, denn aus eigener Kraft ist es eigentlich nicht zu schaffen. Wir müssen gleich im ersten Rennen am Samstag voll attackieren und gewinnen, um den Rückstand zu verkürzen. Der Motorsport schreibt die verrücktesten Geschichten und aufgeben gibt es bei uns nicht. Abgerechnet wird erst zum Schluss, wenn die Zielflagge fällt,“ glaubt Christian Engelhart, der Meister von 2020, an die Chance seines Teams.

Die schnellen Außenseiter

Das Siegen ist eine Spezialität von Fabian Schiller und Jules Gounon. Die Piloten vom Drago Racing Team ZVO gewannen beim letzten Tourstopp am Sachsenring den Samstagslauf und feierten damit den dritten Saisonerfolg. Fabian Schiller: „Wir liegen, was die Anzahl der Siege angeht, vorn und hätten diese Bilanz am Sachsenring ausbauen können, wenn nicht diese unnötige Disqualifikation vom Qualifying am Sonntag gewesen wäre. Rein von der Performance haben wir eines der stärksten Pakete im Feld, konnten das aber leider nicht in jedem Rennen zeigen. In Hockenheim wollen wir uns mit Erfolgen aus der Saison verabschieden. Solange es rechnerisch noch möglich ist und eine minimale Meisterschaftschance besteht, werden wir alles versuchen.“ Für Jack Aitken und Albert Costa Balboa von Emil Frey Racing verlief die Saison mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen durchwachsen. Dennoch hat das Lamborghini-Duo mit 125 Punkten theoretisch noch die Chance, beim großen Finale des ADAC GT Masters am Hockenheimring Baden-Württemberg die Meistertrophäe in den Händen zu halten.

Rückkehr ins ADAC GT Masters

 Seyffarth Motorsport mit Gaststart beim Finale

  •     Team setzt auf Routinier Frédéric Vervisch und Youngster Robin Rogalski
  •     Mannschaft plant 2023 dauerhaft im ADAC GT Masters zu starten

 Seyffarth Motorsport feiert am Hockenheimring sein Comeback in der Deutschen GT-Meisterschaft
Foto: ADAV-Motorsport



Als ein Team der ersten Stunde feiert Seyffarth Motorsport beim Finalwochenende mit Audi sein Comeback im ADAC GT Masters. Wenn vom 21. bis 23. Oktober auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg der Deutsche GT-Meister 2022 gesucht wird, absolviert die Mannschaft aus Querfurt in Sachsen-Anhalt einen Gaststart und kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück. Der Einsatz dient als Standortbestimmung, denn in der kommenden Saison möchte Seyffarth Motorsport wieder dauerhaft im ADAC GT Masters fahren. Pilotiert wird der Audi R8 LMS GT3 Evo II beim Saisonfinale von Robin Rogalski (22/PL) und Audi Sport customer racing Fahrer Frédéric Vervisch (36/B). TV-Partner NITRO präsentiert die Rennen der schnellsten deutschen GT3-Serie am Samstag und Sonntag ab 12:30 Uhr live.

Seyffarth Motorsport war bereits beim Debüt der Meisterschaft 2007 am Start, damals noch mit einem Porsche 997 GT3 Cup. 2012 folgt der Wechsel auf einen Mercedes-Benz SLS AMG GT3, mittlerweile ist das Team mit Audi unterwegs ¬– und das sehr erfolgreich. In diesem Jahr erreichte die Mannschaft den zweiten Platz in der GT3-Gesamt- und Teamwertung des GTC Race, das im Rahmen des ADAC Racing Weekend ausgetragen wird. Außerdem holte man mit Robin Rogalski den Sieg in der SemiPro-Klasse der GT3 Sprint Meisterschaft. Bereits im Laufe der Saison reifte die Idee, wieder im ADAC GT Masters an den Start zu gehen. Partner und Sponsoren waren sofort überzeugt, die Piloten schnell gefunden. „Wir freuen uns sehr, wieder in der Deutschen GT-Meisterschaft dabei zu sein. Wir wissen aus der Vergangenheit, wie stark die Serie ist und wollen mit dem Gaststart schauen, wo wir stehen und wie konkurrenzfähig wir sind“, so Teammanager Tobias Seyffarth.

Wie hart umkämpft die Deutsche GT-Meisterschaft ist, weiß auch Robin Rogalski. Der 22-Jährige kennt die Plattform aus seinen Einsätzen in der ADAC GT4 Germany 2021: „Für mich ist es das erste Mal, dass ich im ADAC GT Masters starte, und ich freue mich sehr darauf. Ich weiß nicht genau was mich erwartet, nur dass die Konkurrenz unglaublich schnell ist. Ich bin erst mit 16 Jahren zum Rennsport gekommen und habe deshalb noch nicht so viel Erfahrung wie viele andere im Starterfeld. Ich werde alles geben und möchte so viel wie möglich von Frédéric lernen. Er ist diese Saison mit Valentino Rossi und Nico Müller in der GT World Challenge Europe gestartet. Es ist wirklich etwas Besonderes für mich, mit ihm zu fahren.“

Tobias Seyffarth ergänzt: „Mit Frédéric haben wir einen routinierten Piloten an Bord, von dem Robin viel lernen kann. Der Aufstieg aus dem GTC Race ist für ihn eine sehr große Chance. Für uns als Team ist es toll, dass die beiden dabei sind, sie können uns wichtiges Feedback geben. Die Rennen in Hockenheim sind für uns ein Test, denn wir würden in der kommenden Saison gerne permanent im ADAC GT Masters starten.“

Spannender Dreikampf in der ADAC GT4 Germany

 Welches Aston Martin-Duo holt den Titel in der ADAC GT4 Germany 2022?

  •     Mike David Ortmann/Hugo Sasse reisen als Tabellenführer nach Hockenheim
  •     Auch Ben Dörr/Romain Leroux sowie Phil Dörr/Indy Dontje mit Titelchancen
  •     Team- und Juniorwertung ebenfalls noch offen

Diese beiden Aston Martin Vantage GT4 von Dörr Motorsport befinden sich auch im Titelkampf
Foto: ADAC-Motorsport


Die ADAC GT4 Germany steht vor einem aufregenden Saisonfinale vom 21. bis 23. Oktober auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg. Noch drei Aston Martin-Teams kämpfen beim Finale um den Fahrertitel. Die besten Chancen haben die aktuellen Tabellenführer Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing), die zuletzt auf dem Sachsenring einen Doppelsieg erzielen konnten. Die Herausforderer stammen allesamt aus dem Lager von Dörr Motorsport, das auf dem Hockenheimring sein Heimspiel absolviert. So peilen auch die Youngster Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA) sowie deren erfahrene Teamkollegen Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach) ganz klar den Titel an. Die Meisterschaftsentscheidung der ADAC GT4 Germany kann am Samstag und Sonntag auf der reichweitenstarken Plattfom sport.de sowie auf adac.de/motorsport im Livestream verfolgt werden.

Mit 154 Meisterschaftspunkten und vier Laufsiegen im Gepäck reisen Hugo Sasse und Mike David Ortmann ins badische Motodrom. „Wenn man als Tabellenführer ins Rennwochenende geht, ist es natürlich auch das Ziel, am Ende den Titel einzufahren“, stellt Ortmann klar. „Unsere Aufgabe wird es zunächst sein, entspannt in die Rennen zu gehen und einfach unser Ding zu machen. Das haben wir schon über die ganze Saison so gemacht. Wir wünschen uns schöne und faire Rennen und wollen den hoffentlich zahlreichen Zuschauern eine super Show bieten. Am liebsten würden wir beide Läufe gewinnen, doch die Konkurrenz in der ADAC GT4 Germany ist wie immer stark.“ Ortmann/Sasse haben einen Vorsprung von 20 Zählern auf die zweitplatzierten Markenkollegen Ben Dörr/Romain Leroux. Somit ist die Ausgangslage für das Samstagsrennen klar: Mit einem Sieg können sich die Prosport Racing-Piloten bereits einen Wertungslauf vor Saisonende zum Meister krönen.

Romain Leroux hofft hingegen auf eine Meisterschaftsentscheidung am Sonntag. Insgesamt 50 Punkte können in den beiden Rennen auf dem Hockenheimring noch gewonnen werden. Somit haben der Franzose und sein Teamkollege Ben Dörr ebenfalls noch intakte Titelchancen. „Ich kann es kaum abwarten, bis das Racing in Hockenheim beginnt. Es ist definitiv unser Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen. Doch das liegt aufgrund des Punkteabstandes nicht mehr in unseren Händen“, so Leroux. „Wir wollen versuchen, beide Rennen zu gewinnen und danach können wir beginnen, zu rechnen. Ich kenne die Strecke bereits durch einen Test mit Dörr Motorsport im Frühjahr. Insbesondere der letzte Sektor gefällt mir super – beispielsweise die überhöhte Sachs-Kurve. Dort macht das Fahren richtig Spaß!“

Auch Phil Dörr und Indy Dontje blicken noch in Richtung des Titels. Ihnen fehlen lediglich 23 Punkte auf die Tabellenspitze. Die Dörr Motorsport-Piloten drückten weite Teile der Saison den Stempel auf und reisten von den ersten vier der bisherigen fünf Kalenderstationen als Tabellenführer ab. „Es ist noch alles offen. Wir setzen auf volle Attacke - es geht um alles oder nichts. Wir möchten in den beiden Rennen so viele Punkte wie möglich holen und hoffen darauf, dass es noch zum Titel reicht. Ziel ist es, nach dem Rennwochenende sagen zu können, dass wir unser Bestes gegeben haben“, ist Phil Dörr hoch motiviert. „Der Hockenheimring ist zwar unsere Heimstrecke, aber mit dem Rennauto sind wir dort noch gar nicht so oft gefahren. Ich habe auf dem Hockenheimring aber bereits etliche Kundenevents mit Straßenautos absolviert und kenne das Streckenlayout somit sehr gut. Am meisten mag ich die enge Haarnadel und die Einfahrt ins Motodrom.“

Einen ähnlichen Titelthriller verspricht auch der Blick auf die Teamwertung – und das mit denselben Protagonisten. Dörr Motorsport führt die Tabelle mit 185 Zählern an. Herausforderer auf den Titel ist Prosport Racing mit 165 Punkten. Auch in der Junior-Wertung gibt es ein Duell von Fahrern der beiden Aston Martin-Rennställe. Hugo Sasse markiert die Tabellenspitze mit 186 Zählern. Auch hier haben Ben Dörr/Romain Leroux mit 162 Punkten noch Titelhoffnungen. Die Trophy-Wertung ist bereits zugunsten der Porsche 718 Cayman GT4-Fahrer Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing) entschieden.

Das Feld der ADAC GT4 Germany besteht beim Finalwochenende auf dem Hockenheimring aus insgesamt 27 GT-Sportwagen. Wie bereits auf dem Nürburgring bringt die CV Performance Group einen dritten Mercedes-AMG GT4 an den Start, der von Philipp Gogollok (16/Bad Homburg) und Josef Knopp (18/CZE) pilotiert wird. Der Tscheche Knopp wechselt von RTR Projects zum Rennstall aus Niederzissen. Im KTM X-Bow GT4 Evo von RTR fahren in Hockenheim nun Lennart Marioneck (33/Kirchheim bei München) und Erik Janiš (35/CZE). In einem weiteren Aston Martin von Prosport Racing begrüßt Trophy-Pilot Yevgen Sokolovskiy (43/UKR) auf dem Hockenheimring einen neuen Teamkollegen. Der Ukrainer teilt sich das Cockpit mit Landsmann Ivan Peklin (20). Der Brite Tom Wood (20/GBR) fährt bei Racing One im Aston Martin nun mit William Tregurtha (22/GBR). Bei AVIA W&S Motorsport fährt Lukas Schreier (27/Leipzig) zusammen mit Stammpilot Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus). Schreier hat bereits 2021 zwei Rennwochenenden in der ADAC GT4 Germany bestritten.

Meister gesucht

 Ein Finale, drei Entscheidungen – Showdown in Hockenheim

  •     Titelkampf in der Fahrer-, Team- und Pirelli-Junior-Wertung noch offen
  •     Lokalmatadore wollen Heimvorteil am Hockenheimring Baden-Württemberg nutzen

Foto: Jens Hawrda

Entscheidung am Hockenheimring. Der traditionsreiche Rennkurs in Baden-Württemberg ist Schauplatz des Finales der Deutschen GT-Meisterschaft 2022. Titelfavorit ist Spitzenreiter Raffaele Marciello (27/CH). Der Mercedes-AMG-Werkspilot geht mit einem Vorsprung von 42 Punkten in die letzten beiden Saisonläufe und hat, unterstützt von seinem Fahrerkollegen Daniel Juncadella (31/E), alle Trümpfe in der Hand. Aber auch eine solch komfortable Führung ist keine Meisterschaftsgarantie in der schnellsten GT3-Serie Deutschlands. Das wissen auch die Verfolger Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) im Porsche 911 GT3 R vom Team Joos Sportwagentechnik und wollen von der ersten Minute an attackieren und den Tabellenführer unter Druck setzen. Wer nicht beim Showdown vor Ort ist, kann die Rennaction bei NITRO hautnah miterleben. Der exklusive TV-Partner der Deutschen GT-Meisterschaft überträgt die Läufe 13 und 14 am Samstag und Sonntag jeweils ab 12:30 Uhr live.

Keyfacts, Hockenheimring Baden-Württemberg, Hockenheim, Läufe 13 und 14 von 14 Saisonrennen

  •     Streckenlänge: 4.574 Meter
  •     Layout: 17 Kurven (neun Rechts-, acht Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
  •     Sieger 2021, Rennen 1: Bortolotti/Mapelli (Lamborghini Huracán GT3 Evo)
  •     Sieger 2021, Rennen 2: Ineichen/Perera (Lamborghini Huracán GT3 Evo)


Meisterschaft zum Greifen nah

Raffaele Marciello vom Mann-Filter Team Landgraf hat sich mit einer starken zweiten Saisonhälfte und fünf Podestplätzen in sechs Rennen in die Favoritenrolle für den Titel gefahren. Trotz des Rückstands glauben die Verfolger Christian Engelhart und Ayhancan Güven an ihre Chance. Bei 56 noch zu vergebenen Punkten wird das Porsche-Duo alles versuchen, um den Titel-Traum zu verwirklichen. Fabian Schiller (25/Troisdorf) und Jules Gounon (27/F) haben zwar drei Saisonsiege auf ihrem Konto, aber viele Punkte liegen lassen. Ein Rückstand von 53 Zählern dürfte für die schnelle Besatzung des Mercedes-AMG GT3 Evo #4 vom Drago Racing Team ZVO schwer aufzuholen sein. Ähnlich sieht es bei der Lamborghini-Paarung Jack Aitken (27/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) vom Team Emil Frey Racing aus, die einen Zähler dahinter Platz vier belegt.

Kopf-an-Kopf-Rennen im Team-Wettbewerb

Emil Frey Racing führt dagegen die Team-Wertung mit 181 Zählern vor dem punktgleichen Mann-Filter Team Landgraf an, das einen Sieg weniger als der Schweizer Rennstall auf dem Konto hat. Hinter dem Führungs-Duo liegt Montaplast by Land-Motorsport mit 160 Zählern noch in Schlagdistanz. Auch Rutronik Racing, das Team Joos Sportwagentechnik, das Drago Racing Team ZVO und Schubert Motorsport haben rechnerisch noch Siegchancen.

Ben Green vor dem Gewinn der Pirelli-Junior-Wertung

In der Pirelli-Junior-Wertung hat Tabellenführer Ben Green (24) von Schubert Motorsport die besten Karten. Der Brite führt mit 22 Punkten vor seinem Fahrerkollegen Niklas Krütten (19/Trier), der ein Rennwochenende nicht bestreiten konnte und daher Green, mit dem er sich beim Finale wieder das Cockpit des BMW M4 GT3 #10 teilt, nicht mehr einholen kann. Das gilt auch für die weiteren Verfolger Kim-Luis Schramm (25/Meuspath), Joel Sturm (20/Brühl) und Fabian Schiller (25/Troisdorf), denn die Punkteverteilung richtet sich nach der Fahrereinstufung des jeweiligen Teamkollegen. Und die ist so hoch, dass die Drei nicht mehr die nötigen Zähler in Hockenheim holen können. Dagegen haben Mick Wishofer (23/A) und Konsta Lappalainen (21/FIN) sowie ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Jan Marschalkowski (19/Inning am Ammersee) zumindest rechnerisch noch die Chance auf den Gewinn des Junior-Titels.

Die Lokalmatadore

Marvin Dienst (25/Lampertheim) hat zuletzt auf dem Sachsenring seinen zweiten Laufsieg im ADAC GT Masters gefeiert und reist hoch motiviert zu seinem Heimspiel. Der Mercedes-AMG-Fahrer wohnt nur rund eine halbe Stunde vom Hockenheimring entfernt und kennt jeden Zentimeter des Kurses: „Gefühlt bin ich hier schon Tausende von Kilometer gefahren und kenne die Strecke besser als jede andere. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Rennstrecke sozusagen in meinem Vorgarten ist: Ich muss nicht ins Hotel, sondern kann zu Hause in meinem eigenen Bett schlafen. Im ADAC GT Masters will ich in den letzten beiden Rennen vorn mit dabei sein und beim Prototype Cup Germany, den ich auch an diesem Wochenende bestreite, die Meisterschaft holen.“ Für Dennis Marschall (26/Eggenstein) und sein Team Rutronik Racing aus Remchingen ist der Hockenheimring so etwas wie das Wohnzimmer und die absolute Lieblingsstrecke des Audi-Piloten. Hier hat er die meisten Kilometer abgespult, fährt vor Freunden und Bekannten. „Der Hockenheimring liegt nur eine halbe Stunde von meinem Zuhause entfernt und war in der Vergangenheit ein gutes Pflaster für mich. Hier habe ich in verschiedenen Serien bereits Siege eingefahren, wie beim allerletzten Rennen des damaligen ADAC Formel Masters, der heutigen ADAC Formel 4. Der Hockenheimring ist eine echte Racing-Strecke. Hier gibt es spektakuläre Passagen und gute Überholmöglichkeiten. Die Fans können sich beim Finale auf tollen Motorsport freuen.“

Starkes Rahmenprogramm

Im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters sind beim Finale auf dem Hockenheimring starke Rennserien am Start, insgesamt werden am Wochenende noch 12 Titel vergeben. Marvin Dienst will beim Prototype Cup Germany den Sack zu und den Titel klar machen. Spannung ist auch in der ADAC GT4 Germany angesagt, wo erst in Hockenheim die Fahrer-Wertung entschieden wird. Dagegen sind in der ADAC TCR Germany und dem Porsche Carrera Cup Deutschland die Meisterschafts-Würfel gefallen.

Alle 14 Rennen im ADAC GT Masters werden um 13 Uhr gestartet. Der TV-Sender NITRO präsentiert die Läufe ab 12:30 Uhr live. Auf RTL+, der führenden Streaming Plattform Deutschlands, kann die Rennaction live verfolgt oder anschließend in der Mediathek abgerufen werden. Die Qualifyings sind bei sport.de und adac.de/motorsport zu sehen.