Freitag, 21. Oktober 2022

Spannender Dreikampf in der ADAC GT4 Germany

 Welches Aston Martin-Duo holt den Titel in der ADAC GT4 Germany 2022?

  •     Mike David Ortmann/Hugo Sasse reisen als Tabellenführer nach Hockenheim
  •     Auch Ben Dörr/Romain Leroux sowie Phil Dörr/Indy Dontje mit Titelchancen
  •     Team- und Juniorwertung ebenfalls noch offen

Diese beiden Aston Martin Vantage GT4 von Dörr Motorsport befinden sich auch im Titelkampf
Foto: ADAC-Motorsport


Die ADAC GT4 Germany steht vor einem aufregenden Saisonfinale vom 21. bis 23. Oktober auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg. Noch drei Aston Martin-Teams kämpfen beim Finale um den Fahrertitel. Die besten Chancen haben die aktuellen Tabellenführer Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing), die zuletzt auf dem Sachsenring einen Doppelsieg erzielen konnten. Die Herausforderer stammen allesamt aus dem Lager von Dörr Motorsport, das auf dem Hockenheimring sein Heimspiel absolviert. So peilen auch die Youngster Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA) sowie deren erfahrene Teamkollegen Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach) ganz klar den Titel an. Die Meisterschaftsentscheidung der ADAC GT4 Germany kann am Samstag und Sonntag auf der reichweitenstarken Plattfom sport.de sowie auf adac.de/motorsport im Livestream verfolgt werden.

Mit 154 Meisterschaftspunkten und vier Laufsiegen im Gepäck reisen Hugo Sasse und Mike David Ortmann ins badische Motodrom. „Wenn man als Tabellenführer ins Rennwochenende geht, ist es natürlich auch das Ziel, am Ende den Titel einzufahren“, stellt Ortmann klar. „Unsere Aufgabe wird es zunächst sein, entspannt in die Rennen zu gehen und einfach unser Ding zu machen. Das haben wir schon über die ganze Saison so gemacht. Wir wünschen uns schöne und faire Rennen und wollen den hoffentlich zahlreichen Zuschauern eine super Show bieten. Am liebsten würden wir beide Läufe gewinnen, doch die Konkurrenz in der ADAC GT4 Germany ist wie immer stark.“ Ortmann/Sasse haben einen Vorsprung von 20 Zählern auf die zweitplatzierten Markenkollegen Ben Dörr/Romain Leroux. Somit ist die Ausgangslage für das Samstagsrennen klar: Mit einem Sieg können sich die Prosport Racing-Piloten bereits einen Wertungslauf vor Saisonende zum Meister krönen.

Romain Leroux hofft hingegen auf eine Meisterschaftsentscheidung am Sonntag. Insgesamt 50 Punkte können in den beiden Rennen auf dem Hockenheimring noch gewonnen werden. Somit haben der Franzose und sein Teamkollege Ben Dörr ebenfalls noch intakte Titelchancen. „Ich kann es kaum abwarten, bis das Racing in Hockenheim beginnt. Es ist definitiv unser Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen. Doch das liegt aufgrund des Punkteabstandes nicht mehr in unseren Händen“, so Leroux. „Wir wollen versuchen, beide Rennen zu gewinnen und danach können wir beginnen, zu rechnen. Ich kenne die Strecke bereits durch einen Test mit Dörr Motorsport im Frühjahr. Insbesondere der letzte Sektor gefällt mir super – beispielsweise die überhöhte Sachs-Kurve. Dort macht das Fahren richtig Spaß!“

Auch Phil Dörr und Indy Dontje blicken noch in Richtung des Titels. Ihnen fehlen lediglich 23 Punkte auf die Tabellenspitze. Die Dörr Motorsport-Piloten drückten weite Teile der Saison den Stempel auf und reisten von den ersten vier der bisherigen fünf Kalenderstationen als Tabellenführer ab. „Es ist noch alles offen. Wir setzen auf volle Attacke - es geht um alles oder nichts. Wir möchten in den beiden Rennen so viele Punkte wie möglich holen und hoffen darauf, dass es noch zum Titel reicht. Ziel ist es, nach dem Rennwochenende sagen zu können, dass wir unser Bestes gegeben haben“, ist Phil Dörr hoch motiviert. „Der Hockenheimring ist zwar unsere Heimstrecke, aber mit dem Rennauto sind wir dort noch gar nicht so oft gefahren. Ich habe auf dem Hockenheimring aber bereits etliche Kundenevents mit Straßenautos absolviert und kenne das Streckenlayout somit sehr gut. Am meisten mag ich die enge Haarnadel und die Einfahrt ins Motodrom.“

Einen ähnlichen Titelthriller verspricht auch der Blick auf die Teamwertung – und das mit denselben Protagonisten. Dörr Motorsport führt die Tabelle mit 185 Zählern an. Herausforderer auf den Titel ist Prosport Racing mit 165 Punkten. Auch in der Junior-Wertung gibt es ein Duell von Fahrern der beiden Aston Martin-Rennställe. Hugo Sasse markiert die Tabellenspitze mit 186 Zählern. Auch hier haben Ben Dörr/Romain Leroux mit 162 Punkten noch Titelhoffnungen. Die Trophy-Wertung ist bereits zugunsten der Porsche 718 Cayman GT4-Fahrer Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing) entschieden.

Das Feld der ADAC GT4 Germany besteht beim Finalwochenende auf dem Hockenheimring aus insgesamt 27 GT-Sportwagen. Wie bereits auf dem Nürburgring bringt die CV Performance Group einen dritten Mercedes-AMG GT4 an den Start, der von Philipp Gogollok (16/Bad Homburg) und Josef Knopp (18/CZE) pilotiert wird. Der Tscheche Knopp wechselt von RTR Projects zum Rennstall aus Niederzissen. Im KTM X-Bow GT4 Evo von RTR fahren in Hockenheim nun Lennart Marioneck (33/Kirchheim bei München) und Erik Janiš (35/CZE). In einem weiteren Aston Martin von Prosport Racing begrüßt Trophy-Pilot Yevgen Sokolovskiy (43/UKR) auf dem Hockenheimring einen neuen Teamkollegen. Der Ukrainer teilt sich das Cockpit mit Landsmann Ivan Peklin (20). Der Brite Tom Wood (20/GBR) fährt bei Racing One im Aston Martin nun mit William Tregurtha (22/GBR). Bei AVIA W&S Motorsport fährt Lukas Schreier (27/Leipzig) zusammen mit Stammpilot Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus). Schreier hat bereits 2021 zwei Rennwochenenden in der ADAC GT4 Germany bestritten.

Meister gesucht

 Ein Finale, drei Entscheidungen – Showdown in Hockenheim

  •     Titelkampf in der Fahrer-, Team- und Pirelli-Junior-Wertung noch offen
  •     Lokalmatadore wollen Heimvorteil am Hockenheimring Baden-Württemberg nutzen

Foto: Jens Hawrda

Entscheidung am Hockenheimring. Der traditionsreiche Rennkurs in Baden-Württemberg ist Schauplatz des Finales der Deutschen GT-Meisterschaft 2022. Titelfavorit ist Spitzenreiter Raffaele Marciello (27/CH). Der Mercedes-AMG-Werkspilot geht mit einem Vorsprung von 42 Punkten in die letzten beiden Saisonläufe und hat, unterstützt von seinem Fahrerkollegen Daniel Juncadella (31/E), alle Trümpfe in der Hand. Aber auch eine solch komfortable Führung ist keine Meisterschaftsgarantie in der schnellsten GT3-Serie Deutschlands. Das wissen auch die Verfolger Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) im Porsche 911 GT3 R vom Team Joos Sportwagentechnik und wollen von der ersten Minute an attackieren und den Tabellenführer unter Druck setzen. Wer nicht beim Showdown vor Ort ist, kann die Rennaction bei NITRO hautnah miterleben. Der exklusive TV-Partner der Deutschen GT-Meisterschaft überträgt die Läufe 13 und 14 am Samstag und Sonntag jeweils ab 12:30 Uhr live.

Keyfacts, Hockenheimring Baden-Württemberg, Hockenheim, Läufe 13 und 14 von 14 Saisonrennen

  •     Streckenlänge: 4.574 Meter
  •     Layout: 17 Kurven (neun Rechts-, acht Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
  •     Sieger 2021, Rennen 1: Bortolotti/Mapelli (Lamborghini Huracán GT3 Evo)
  •     Sieger 2021, Rennen 2: Ineichen/Perera (Lamborghini Huracán GT3 Evo)


Meisterschaft zum Greifen nah

Raffaele Marciello vom Mann-Filter Team Landgraf hat sich mit einer starken zweiten Saisonhälfte und fünf Podestplätzen in sechs Rennen in die Favoritenrolle für den Titel gefahren. Trotz des Rückstands glauben die Verfolger Christian Engelhart und Ayhancan Güven an ihre Chance. Bei 56 noch zu vergebenen Punkten wird das Porsche-Duo alles versuchen, um den Titel-Traum zu verwirklichen. Fabian Schiller (25/Troisdorf) und Jules Gounon (27/F) haben zwar drei Saisonsiege auf ihrem Konto, aber viele Punkte liegen lassen. Ein Rückstand von 53 Zählern dürfte für die schnelle Besatzung des Mercedes-AMG GT3 Evo #4 vom Drago Racing Team ZVO schwer aufzuholen sein. Ähnlich sieht es bei der Lamborghini-Paarung Jack Aitken (27/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) vom Team Emil Frey Racing aus, die einen Zähler dahinter Platz vier belegt.

Kopf-an-Kopf-Rennen im Team-Wettbewerb

Emil Frey Racing führt dagegen die Team-Wertung mit 181 Zählern vor dem punktgleichen Mann-Filter Team Landgraf an, das einen Sieg weniger als der Schweizer Rennstall auf dem Konto hat. Hinter dem Führungs-Duo liegt Montaplast by Land-Motorsport mit 160 Zählern noch in Schlagdistanz. Auch Rutronik Racing, das Team Joos Sportwagentechnik, das Drago Racing Team ZVO und Schubert Motorsport haben rechnerisch noch Siegchancen.

Ben Green vor dem Gewinn der Pirelli-Junior-Wertung

In der Pirelli-Junior-Wertung hat Tabellenführer Ben Green (24) von Schubert Motorsport die besten Karten. Der Brite führt mit 22 Punkten vor seinem Fahrerkollegen Niklas Krütten (19/Trier), der ein Rennwochenende nicht bestreiten konnte und daher Green, mit dem er sich beim Finale wieder das Cockpit des BMW M4 GT3 #10 teilt, nicht mehr einholen kann. Das gilt auch für die weiteren Verfolger Kim-Luis Schramm (25/Meuspath), Joel Sturm (20/Brühl) und Fabian Schiller (25/Troisdorf), denn die Punkteverteilung richtet sich nach der Fahrereinstufung des jeweiligen Teamkollegen. Und die ist so hoch, dass die Drei nicht mehr die nötigen Zähler in Hockenheim holen können. Dagegen haben Mick Wishofer (23/A) und Konsta Lappalainen (21/FIN) sowie ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Jan Marschalkowski (19/Inning am Ammersee) zumindest rechnerisch noch die Chance auf den Gewinn des Junior-Titels.

Die Lokalmatadore

Marvin Dienst (25/Lampertheim) hat zuletzt auf dem Sachsenring seinen zweiten Laufsieg im ADAC GT Masters gefeiert und reist hoch motiviert zu seinem Heimspiel. Der Mercedes-AMG-Fahrer wohnt nur rund eine halbe Stunde vom Hockenheimring entfernt und kennt jeden Zentimeter des Kurses: „Gefühlt bin ich hier schon Tausende von Kilometer gefahren und kenne die Strecke besser als jede andere. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Rennstrecke sozusagen in meinem Vorgarten ist: Ich muss nicht ins Hotel, sondern kann zu Hause in meinem eigenen Bett schlafen. Im ADAC GT Masters will ich in den letzten beiden Rennen vorn mit dabei sein und beim Prototype Cup Germany, den ich auch an diesem Wochenende bestreite, die Meisterschaft holen.“ Für Dennis Marschall (26/Eggenstein) und sein Team Rutronik Racing aus Remchingen ist der Hockenheimring so etwas wie das Wohnzimmer und die absolute Lieblingsstrecke des Audi-Piloten. Hier hat er die meisten Kilometer abgespult, fährt vor Freunden und Bekannten. „Der Hockenheimring liegt nur eine halbe Stunde von meinem Zuhause entfernt und war in der Vergangenheit ein gutes Pflaster für mich. Hier habe ich in verschiedenen Serien bereits Siege eingefahren, wie beim allerletzten Rennen des damaligen ADAC Formel Masters, der heutigen ADAC Formel 4. Der Hockenheimring ist eine echte Racing-Strecke. Hier gibt es spektakuläre Passagen und gute Überholmöglichkeiten. Die Fans können sich beim Finale auf tollen Motorsport freuen.“

Starkes Rahmenprogramm

Im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters sind beim Finale auf dem Hockenheimring starke Rennserien am Start, insgesamt werden am Wochenende noch 12 Titel vergeben. Marvin Dienst will beim Prototype Cup Germany den Sack zu und den Titel klar machen. Spannung ist auch in der ADAC GT4 Germany angesagt, wo erst in Hockenheim die Fahrer-Wertung entschieden wird. Dagegen sind in der ADAC TCR Germany und dem Porsche Carrera Cup Deutschland die Meisterschafts-Würfel gefallen.

Alle 14 Rennen im ADAC GT Masters werden um 13 Uhr gestartet. Der TV-Sender NITRO präsentiert die Läufe ab 12:30 Uhr live. Auf RTL+, der führenden Streaming Plattform Deutschlands, kann die Rennaction live verfolgt oder anschließend in der Mediathek abgerufen werden. Die Qualifyings sind bei sport.de und adac.de/motorsport zu sehen.

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Der zweimalige DTM-Vize-Meister Olaf Manthey ist der erste Titelträger im DTM Classic Cup

  •     Im klangvollen Mercedes C-Klasse siegt Rudolf Schöllhorn auch am Sonntag
  •     Erneut im Ziel: Auch Ronny Scheer fährt mit Ex-Rosberg-Calibra auf Rang zwei
  •     Das rasende Geschichtsbuch der DTM: Fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen

 

Viele Marken, viele Autos, viele Geschichten - der DTM Classic Cup 2022 © DTM

1984 und 1985 wurde Olaf Manthey im Rover Vitesse jeweils Vizemeister der DTM. Jetzt hat der gebürtige Bonner seine Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Der 67-Jährige ist der erste Titelträger im neu eingeführten DTM Classic Cup für Tourenwagen vornehmlich aus der DTM. Beim Finale in Hockenheim reichte Manthey im BMW 635 CSi, den er sich mit Jürgen Adi Schumann teilte, der erneute Klassensieg und zehnte Gesamtrang im Samstagrennen, um den Titel unter Dach und Fach zu bringen. Sein ärgster Widersacher, Marc Hessel, war aufgrund eines Motordefektes zum Zuschauen gezwungen. Am Sonntag steuerte Manthey erstmals einen Audi 200 quattro, den er jedoch früh abstellen musste. „In der DTM Classic fahren keine Nasenbohrer. Deshalb ist es schon sehr befriedigend, wenn man in meinem Alter noch ordentlich mithalten kann“, freute sich Manthey. „Die DTM Classic ist eine tolle Idee. Sie zeigt die einzigartige DTM-Geschichte und erzeugt höchste Emotionalität.“ Das bestätigt auch der Zieleinlauf mit fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen: Mercedes, Opel, Ford, BMW und Audi.

Bei Kaiserwetter erlebten die Zuschauer auch am Sonntag ein interessantes Rennen mit lebhaften Positionskämpfen. Wie am Vortag fuhr Rudolf Schöllhorn im infernalisch klingenden Mercedes C-Klasse aus der DTM 2008 einen überlegenen Sieg heraus. „Das war ein perfektes Wochenende, es geht nicht besser. Ich habe keine Fehler gemacht, und es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Das Flair bei der DTM Classic ist wirklich sehr schön“, erzählte Schöllhorn. Der Opel Calibra 2.5 V6 4x4, 1996 von Ex-Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg gesteuert, hielt erneut über die 16-Runden-Distanz durch, dieses Mal jedoch vom Dresdner Ronny Scheer gefahren. „Der Calibra läuft super“, bekräftigte Scheer, dem Stefan Mücke eine ordentliche Champagner-Dusche verpasste. Der Ex-DTM-Pilot, der am Samstag im Calibra ebenfalls Zweiter geworden war, übernahm am Sonntag den Ford Sierra Cosworth RS500 von Scheer. „Das war sehr anstrengend, macht aber auch viel Laune mit diesem Auto, das viel Leistung aber wenig Grip hat“, berichtete Stefan Mücke.

Der Kanadier Bruno Spengler, der vor zehn Jahren mit BMW in Hockenheim DTM-Champion geworden war, steuerte den BMW E36 STW aus den Neunzigern auf den vierten Rang vor Anton Werner im Audi 200, Norisring-Sieger Gerhard Füller im Opel Vectra STW und Nico Wittmann im BMW M3 E30, dem Bruder von DTM-Sonntagssieger Marco Wittmann. Bemerkenswert war die Geschichte hinter dem achten Platz von Michael Schneider, dessen Ford Sierra Cosworth RS500 vom früheren DTM-Team Ringshausen über Nacht aus dem Westerwald nach Hockenheim geholt wurde, als Ersatz für den am Samstag ausgefallenen Sierra. Markus Reich (AUT) im Audi A4 STW und Jürgen Adi Schumann im BMW 635 CSi komplettierten die Top ten. Äußerst unterhaltsam war das viele Runden währende Duell um die Plätze 12 und 13 der beiden BMW 325i von Albrecht Kainzinger und Peter Zimmermann.


Tim Heinemann gewinnt Saison-Finale der DTM Trophy in Hockenheim

  •  Ungefährdeter Start-Ziel-Sieg des zweimaligen Titelträgers der Talentschmiede
  •  Nach Platz zwei: Theo Oeverhaus Dritter der Fahrerwertung
  •  Niederländer Colin Caresani sichert mit Rang drei den Vize-Titel

Der neue Champion der DTM Trophy: Tim Heinemann (GER),
Toyota Gazoo Racing Germany by Ring-Racing © DTM

Tim Heinemann hat die Saison in der DTM Trophy stilvoll abgeschlossen. Im Toyota Supra des Teams Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing siegte der frischgebackene Champion im letzten Saisonrennen. Nach 18 Runden auf dem Hockenheimring war der sechste Saisonerfolg des Deutschen in der Talentschmiede auf der hochkarätigen DTM-Plattform perfekt, die sich mit dem größten Starterfeld mit 24 Fahrzeugen präsentierte. 3,371 Sekunden hinter Heinemann überquerte der 17 Jahre alte BMW-Pilot Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) als Zweiter die Ziellinie, gefolgt von seinem niederländischen Markenkollegen Colin Caresani (Project 1).

Heinemann lieferte im Finalrennen noch einmal eine eindrucksvolle Demonstration seiner Leistungsstärke ab. Der Toyota-Pilot startete von Position vier ins Rennen und arbeitete sich innerhalb von nur einer halben Runde bis an die Spitze. Zwei frühe Safety-Car-Phasen bremsten den zweimaligen Titelträger der mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragenen DTM Trophy nicht aus. Die erste Neutralisierung erfolgte noch während der ersten Runde nach einem Abflug des Franzosen Edouard Cauhaupé im Mercedes-AMG von BWT Mücke Motorsport. Gleich beim Restart kam es zu einer Kettenreaktion im Feld, die das Rennen von Aston-Martin-Pilot Nick Hancke (GER, Speed Monkeys) und von Porsche-Fahrer Ricky Capo (AUS, KÜS Team Bernhard) vorzeitig beendete. Das führte zum zweiten Safety-Car-Einsatz. Nachdem sich Heinemann schon beim ersten Neustart keine Blöße gab, ließ er auch im zweiten Versuch nichts anbrennen. Danach war kein Kraut gegen den Fahrer im #90 Toyota Supra mehr gewachsen. Heinemanns sechste Saisonsieg war zu keinem Zeitpunkt mehr gefährdet.

Fahrerwertung:  Theo Oeverhaus sichert sich Rang drei hinter Heinemann und Caresani

Für den 17-jährigen Oeverhaus ging es im letzten Rennen des Jahres noch um den dritten Platz in der Gesamtwertung. Dieser war in trockenen Tüchern, als sein brasilianischer Verfolger Thiago Vivacqua (Heide-Motorsport) in packende Zweikämpfe mit dem Aston Martin von Jacob Riegel (GER, Speed Monkeys) und dem Porsche von Gaststarter Vincent Andronaco (GER, Allied-Racing) verstrickt war. Andronaco schickte Vivacqua in der Sachs-Kurve ins Kiesbett – das Ende aller Hoffnungen für den Audi-Piloten, der nur als Elfter ins Ziel kam. Andronaco schied in der elften Runde aus.

Platz drei ging an Vizemeister Caresani, gefolgt von spanischen BMW-Markenkollege Marc de Fulgencio (FK Performance Motorsport). Zwischen de Fulgencio und dem nächsten BMW von Louis Henkefend (GER, Project 1) kam mit dem Ungarn Philippe Denes (CV Performance Group) im Mercedes-AMG der beste Gaststarter auf dem fünften Rang ins Ziel. Project 1 konnte sich als Titelträger in der Teamwertung feiern lassen.

Als erster Südafrikaner: Sheldon van der Linde neuer DTM-Champion

  •  Entscheidung im letzten Rennen: Der 23 Jahre alte BMW-Pilot schlägt Lucas Auer
  •  Einsteiger Schubert Motorsport wird Team-Champion – Audi neuer Marken-Meister
  •  Gerhard Berger: „Eine herausragende, hochspannende Saison“

Sheldon van der Linde (RSA) aus dem BMW-Team Schubert Motorsport
ist der neue DTM Champion © DTM

Sheldon van der Linde ist neuer DTM-Champion! Als erster Südafrikaner hat der 23-Jährige im BMW M4 von Schubert Motorsport den Titel in der Traditionsserie gewonnen. Im packenden Finale der DTM Hockenheimring powered by AUDI reichte Sheldon van der Linde der dritte Platz zum überragenden Triumph. BMW hatte gleich doppelt Grund zur Freude, denn der zweimalige Meister Marco Wittmann (GER) erzielte im Walkenhorst BMW seinen 18. Karrieresieg in der DTM. Zweiter wurde René Rast im ABT Audi, doch das reichte dem Mindener nicht zum vierten DTM-Titel. Der Österreicher Lucas Auer, der vor dem Rennen nur zwei Punkte Rückstand auf van der Linde hatte, kam im WINWARD Mercedes-AMG als Siebter ins Ziel und sicherte damit Rang zwei in der Fahrer-Meisterschaft vor Rast. Sheldon van der Linde tritt die Nachfolge von Maximilian Götz (GER) an, der im Vorjahr am Norisring für Mercedes-AMG den Titel geholt hatte.


Der frischgebackene Champion wurde im Ziel von Glückwünschen überhäuft, von seinen Eltern, seinem Bruder Kelvin, der hinter Marius Zug (GER, Attempto Audi) im ABT Audi Fünfter wurde und 2021 selbst um den Titel gekämpft hatte, seinem Manager Dennis Rostek, natürlich seinem Team Schubert Motorsport. Sheldon fuhr am Sonntag sein 68. DTM-Rennen seit seiner Premiere 2019. Je vier Siege und vier Pole-Positions stehen für den BMW-Werksfahrer zu Buche. Auch Gerhard Berger gratulierte: „Herzlichen Glückwunsch an Sheldon van der Linde, der mit seinen konstanten, eindrucksvollen Leistungen ein würdiger DTM-Champion 2022 ist. An dieser Stelle aber auch Gratulation an den Vize-Meister Lucas Auer, sein Team und Mercedes-AMG, die bis zuletzt fair und mit tollen Manövern und Strategien um den Titel mitgekämpft haben. Sheldon und Lucas wie auch alle anderen DTM-Fahrer haben eine herausragende, hochspannende Saison geliefert, die uns und all die vielen Fans an den Rennstrecken und vor den Bildschirmen begeistert hat. Glückwunsch auch an Schubert Motorsport, dem neuen Team-Meister, und an Audi als neuer Hersteller-Meister. Wir hatten ein tolles letztes Rennen mit perfekten Bedingungen und so unglaublich vielen Fans an der Rennstrecke, ich bin gerührt.“

„Ich bin 2016 als junger Kerl von Südafrika nach Deutschland gekommen, um ein professioneller Rennfahrer zu werden. Das war mein Traum, als ich noch ein Kind war. Jetzt hier als DTM-Champion zu stehen, ist einfach nur unglaublich“, erzählte ein sichtlich bewegter Sheldon van der Linde nach dem Rennen. Auch René Rast zeigte sich zufrieden: „Ich habe meine fünf DTM-Saisons immer auf einem Podiumsplatz beendet“, stellte der dreimalige DTM-Champion fest. Ähnlich fiel auch das Fazit von Marco Wittmann aus: „Eine schwierige Saison mit einem Sieg zu beenden, ist einfach super gut.“

Gleich in seiner ersten Saison in der DTM eroberte Schubert Motorsport aus Oschersleben mit den beiden BMW-Werksfahrern Sheldon van der Linde und Philipp Eng (AUT) den Titel als erfolgreichstes Team und damit Nachfolger von Red Bull AlphaTauri AF Corse. „Das ist der Lohn für die harte Arbeit in diesem Jahr. Ich bin froh, dass sich das alles ausgezahlt hat“, so Teamchef Torsten Schubert. In der 36. Saison der DTM gewann zum siebten Mal ein BMW-Fahrer den Titel, zuletzt hatte Marco Wittmann 2014 und 2016 für die weiß-blaue Marke die große Trophäe gewonnen. Audi löste zudem Mercedes-AMG als neuer Marken-Meister ab.

Sheldon van der Linde, Lucas Auer, René Rast – vor dem 16. und letzten Rennen der DTM 2022 war es ein packender Dreikampf um den Titel. Im Qualifying hatte sich Mirko Bortolotti (ITA, GRT Lamborghini) mit Startplatz 18 aus dem Titelkampf verabschiedet. Weil Felipe Fraga (BRA, Red Bull AF Corse Ferrari) in der Streckenbegrenzung landete, bescherte er Rast seine vierte Pole-Position der Saison und drei wichtige Punkte. Fraga fehlte ebenso in der Startaufstellung zum alles entscheidenden Rennen wie die Unfallbeteiligten vom spektakulären Samstagsrennen, darunter Thomas Preining, Dennis Olsen, Rolf Ineichen und David Schumacher, die nach Untersuchungen das Krankenhaus noch am Abend wieder verlassen konnten.

Für Rast genau wie für den sechstplatzierten Nico Müller (SUI, Team Rosberg) war es der letzte Start im Audi R8, denn beide verlassen nach vielen erfolgreichen Jahren die Ingolstädter. Zudem hatte Maximilian Buhk (Mercedes-AMG Team Mücke Motorsport) am Vormittag verkündet, seine Karriere mit 29 Jahren zu beenden. Mit einer starken Vorstellung wurde der mit 19 Jahren jüngste Fahrer im Feld, Marius Zug im Attempto Audi, Vierter im Rennen. Der Österreicher Clemens Schmid war im GRT Lamborghini lange Zeit auf Rang drei unterwegs, bis ein Reifenschaden seine Hoffnungen auf einen Podiumsplatz beendeten.