Montag, 10. Oktober 2022

DTM ist wie ein Pokerspiel

 Große Vorfreude bei Allen auf das Saisonfinale in Hockenheim

  •     Fünf Werksfahrer hoffen auf „faires, spannendes Racing bis zur letzten Runde“
  •     DTM-Titelfavoriten: „Jeder von uns hätte es verdient“
  •     Christian Engelhart vor DTM-Premiere im SSR Porsche

 

Fünf Werksfahrer von fünf verschiedenen Herstellern im engen Kreis der Favoriten.
Der „Gejagte“: Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport, BMW)
 

Zehn Fahrer, die rein rechnerisch noch Chancen auf den Titel haben, fünf Werksfahrer von fünf verschiedenen Herstellern die im engen Kreis der Favoriten sind und ein „goldener Oktober“ mit herrlichem Herbstwetter: Die Vorfreude auf die DTM Hockenheimring powered by AUDI (7. bis 9. Oktober), das große Finale einer bislang spannenden DTM-Saison 2022, ist groß. Das betonten bei der Pressekonferenz am Mittwoch auch der DTM Champion von 2012 Bruno Spengler sowie die Top 5, die vor den letzten beiden Rennen der Saison die ersten fünf Plätze in der Fahrerwertung belegen. Sheldon van der Linde (RSA, Schubert BMW, 130 Punkte), Lucas Auer (AUT, WINWARD Mercedes-AMG, 119 Punkte), René Rast (GER, ABT Audi, 118 Punkte), Thomas Preining (AUT, KÜS Team Bernhard Porsche, 116 Punkte) und Mirko Bortolotti (ITA, GRT Lamborghini, 114 Punkte), sprachen über ihre Chancen und ihre Erwartungen für das bevorstehende Saisonfinale. „Wir hoffen auf faires, spannendes Racing bis zur letzten Runde“, waren sich alle Fahrer einig. Unisono betonten sie auch: „Wer auch immer von uns den Titel einfährt, jeder hätte es verdient!“

Tabellenführer Sheldon van der Linde hat nach eigenem Bekunden „am meisten zu verlieren“. Dennoch geht der Südafrikaner mit Zuversicht ins Wochenende: „Mein Team und ich sind bestens vorbereitet.“ Das gleiche gilt für Lucas Auer, der am Mittwoch zusammen mit seiner Mannschaft noch Boxenstopptrainings absolviert. „Hockenheim liegt mir und auch unserem Mercedes-AMG.“ René Rast, der als einziger Fahrer im Quintett schon dreimal den DTM-Titel gewinnen konnte, verbrachte zusammen mit einigen anderen Fahrern in der vergangenen Woche zwei Testtage in Hockenheim. „Das war sehr kurzfristig, aber es war sehr gut als Vorbereitung“, betonte er. Thomas Preining, der zuletzt auf dem Red Bull Ring vor eigenem Publikum seinen zweiten Saisonsieg feierte, ist selbst leicht überrascht, dass er vor dem Finale zum engeren Kreis der Titelkandidaten gehört. „Das hatte vor der Premierensaison von Porsche und von unserem Team in der DTM kaum jemand erwartet.“ Mirko Bortolotti indes erklärt: „DTM ist wie ein Pokerspiel: Alles kann passieren. Das ist, was ich liebe, aber auch, was ich hasse …“

Am Morgen gab das Team SSR Performance einen Fahrerwechsel bekannt. Anstelle von Laurens Vanthoor (BEL) wird der 35-jährige Christian Engelhart (GER) den Porsche mit der Nummer 92 pilotieren.

Auf ein tolles Saisonfinale freut sich auch Bruno Spengler, der unter der Bewerbung von BMW Group Classic einen BMW 320i in der DTM Classic fährt. „Das wird ein schönes Wochenende mit vielen Fans, ich freue mich sehr darauf“, so der Kanadier.

Einmalig in der DTM-Geschichte: Spannender Zehnkampf um den Titel beim Finale in Hockenheim

  •  Furioses Finale: Zum 29. Mal wird in Hockenheim der DTM-Champion gekrönt
  •     Top 5: Fünf Werksfahrer von fünf Herstellern favorisiert
  •     Gerhard Berger: „So habe ich mir die DTM immer gewünscht!“


Zehn Fahrer können am Wochenende auf dem Hockenheimring noch DTM-Champion werden. Noch nie in der langen Geschichte dieser Rennserie gab es vor dem Finale so viele Titelkandidaten. Super eng geht es an Tabellenspitze zu: Nur 16 Punkte trennen die ersten Fünf, den Kreis der heißen Titelfavoriten, fünf Werksfahrer, die sich auf fünf Hersteller verteilen. Beim DTM Hockenheimring powered by AUDI vom 7. bis 9. Oktober geht es am Samstag und Sonntag noch um 58 Punkte. Die beiden Rennen werden jeweils um 13:30 Uhr MESZ gestartet und im deutschsprachigen Raum ab 13:00 Uhr live auf ProSieben übertragen.

Sheldon van der Linde (Schubert BMW) ist an der Spitze der Gejagte. Der 23-jährige Südafrikaner hat mit 130 Punkten elf Zähler mehr als der Österreicher Lucas Auer (119, WINWARD Mercedes-AMG), zwölf mehr als der Deutsche René Rast (118, ABT Audi). Mit 116 Punkten folgt der Österreicher Thomas Preining (KÜS Team Bernhard Porsche) auf dem vierten Tabellenrang vor dem Italiener Mirko Bortolotti (114, GRT Lamborghini). Für René Rast wäre es bereits der vierte DTM-Titel, für die anderen vier Fahrer jeweils der erste. Rein rechnerisch kommen auch Luca Stolz (GER, 102, HRT Mercedes-AMG), Nico Müller (SUI, 93, Rosberg-Audi), Dennis Olsen (NOR, 89, SSR Porsche) und Kelvin van der Linde (RSA, 80, ABT Audi) noch für den Titel noch in Frage, als Tabellenzehnter könnte sogar Maximilian Götz (GER, 74, WINWARD Mercedes-AMG) seinen Titel noch erfolgreich verteidigen.

„Die aktuelle Ausgangslage vor dem DTM-Finale ist unglaublich. Wir haben fünf heiße Titelfavoriten von fünf unterschiedlichen Herstellern und insgesamt sogar zehn Fahrer, die rein rechnerisch noch DTM-Champion werden können - das hat es in der DTM noch nie gegeben“, sagt Gerhard Berger. „Die Saison 2022 war bisher sehr spannend, mit bis zu 30 Weltklasse-Fahrern aus 16 unterschiedlichen Ländern von sechs starken Marken, die Rennen für Rennen in spannenden Rad-an-Rad-Duellen um Punkte gekämpft haben, und das mit zehn verschiedenen Siegern auch unglaublich ausgeglichen. So habe ich mir die DTM immer gewünscht! Jetzt erwarte ich ein hartes, aber faires Finale und bin selbst sehr gespannt, wie es ausgeht.“ Gerhard Berger ergänzt: „Die DTM genauso wie die DTM Trophy und die DTM Classic, immer wieder gepaart mit DTM Esports Elementen und DTM Electric Präsentationen, sind zu einem Motorsport-Paket gereift, das allumfänglich begeistert. Wir freuen uns jetzt noch einmal auf viele Fans an der Rennstrecke in Hockenheim, wo das DTM-Finale traditionell zu Hause ist.“

Bereits zum 29. Mal wird das DTM-Finale in Hockenheim ausgetragen. Die DTM als Top Act, die Talentschmiede DTM Trophy, der DTM Classic Cup für historische Tourenwagen vornehmlich aus der DTM-Ära von 1984 bis 2007 sowie der BMW M2 Cup und der Porsche Carrera Cup Benelux sorgen am Wochenende auf dem 4,574 km langen Kurs für ein furioses Finale. Eintrittskarten gibt es unter tickets.dtm.com und via Hotline (01806 991166). Alle Infos liefert die Website DTM.com.

Dienstag, 4. Oktober 2022

Mosambikaner Rodrigo Dias Almeida siegt am Red Bull Ring

  • Team BWT Mücke Motorsport sorgt für ersten Saisonsieg eines Mercedes-AMG
  • Tim Heinemann sorgt mit Platz zwei für Vorentscheidung im Titelkampf
  • Tabellenzweiter Colin Caresani scheidet in der Steiermark vorzeitig aus


Erstmals gibt es in der Talentschmiede der hochkarätigen DTM-Plattform einen Sieger aus Mosambik. Rodrigo Dias Almeida gewann im Mercedes-AMG des Teams BWT Mücke Motorsport das Sonntagsrennen der DTM Trophy auf dem Red Bull Ring in Österreich. Der deutsche Toyota-Pilot Tim Heinemann (Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing) macht mit Platz zwei einen großen Schritt in Richtung Titelgewinn, der brasilianische Audi-Pilot Thiago Vivacqua (Heide-Motorsport) komplettiert als Dritter das Siegertreppchen.

„Das war ein unglaublicher Sieg! Vielen Dank ans Team, ich bin einfach überglücklich“, jubelte Almeida nach seinem ersten Triumph auf der DTM-Plattform. „Ich mag diese Strecke sehr, sie ist wirklich speziell. Wir mussten die Reifen gut managen, und das ist uns auch gelungen."

Almeida entpuppte sich im Laufe der 20 Rennrunden als zu schnell für seine Kontrahenten. Der Mercedes-AMG-Pilot startete von Position drei und lag ab Runde sieben in Führung. Zuvor überholte der Mann aus Mosambik den von der Pole-Position gestarteten Porsche-Fahrer Daniel Gregor aus dem KÜS Team Bernhard. Der 16-jährige Deutsche münzte die beste Ausgangslage zunächst in die frühe Führung im Rennen um, musste den Platz an der Sonne aber bald an Heinemann abgeben. Der Toyota-Pilot wurde jedoch von der Rennleitung aufgefordert, zwei Positionen abzugeben, weil er neben der Strecke einen Vorteil erlangt hatte. Durch diese Strafe gelangte schließlich Almeida in die führende Position und verteidigte diese fortan souverän. Für Mercedes-AMG war es der erste Saisonsieg in der mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragenen DTM Trophy.

Heinemann kämpfte sich vom dritten Platz wieder auf die zweite Position vor und wehrte in der Schlussphase die heftigen Angriffe von Vivacqua ab. Der Brasilianer startete nach einer Strafe von sechs Startplätzen vom zehnten Rang und arbeitete sich konsequent durch das Feld. An Heinemann biss sich der Audi-Fahrer jedoch die Zähne aus.

Für den Toyota-Piloten kommt dieser zweite Platz einer Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft gleich. Zum Finale in Hockenheim in zwei Wochen reist Toyota-Pilot Heinemann, 2020 der erste Titelträger der DTM Trophy, mit einem komfortablen Vorsprung von 50 Punkten auf Titelrivale Colin Caresani im Project 1 BMW. Der junge Niederländer blieb im Sonntagsrennen in der Steiermark aufgrund eines technischen Defektes ohne Zähler. Heinemann führt mit 196 Zählern souverän vor Caresani (146), neuer Dritter ist Vivacqua (129) vor Theo Oeverhaus (GER), der im Walkenhorst BMW nur als Neunter ins Ziel kam. Bei den zwei noch ausstehenden Rennen auf dem Hockenheimring können im Optimalfall noch 58 Punkte gewonnen werden. 


Erstmals siegt mit Thomas Preining ein Österreicher beim Heimrennen 

  • Porsche-Werksfahrer Thomas Preining krönt sich beim Heimrennen zum Sieger 
  • Regenrennen: Schwierige Bedingungen fordern die Fahrer auf der Strecke 
  • Offenes Titelrennen beim großen DTM-Finale in zwei Wochen auf dem Hockenheimring


Erstmals hat ein Österreicher ein DTM-Rennen auf dem Red Bull Ring gewonnen. Porsche-Pilot Thomas Preining aus dem KÜS Team Bernhard erzielte im Sonntagsrennen der DTM Red Bull Ring powered by REMUS einen überzeugenden Heimsieg. Der 24-Jährige aus Linz  siegte vor den beiden Deutschen Luca Stolz (Mercedes-AMG Team HRT) und Maro Engel (Mercedes-AMG Team GruppeM Racing). Engel war von der Pole-Position ins Rennen gestartet, Preining vom achten Startplatz. Der Porsche-Werksfahrer, der mit einem besonderen Helmdesign in Gedenken an Motorsport-Legende Walter Lechner – Preinings früherem Teamchef und Freund – fuhr, konnte mit einer guten Strategie und sehenswerten Überholmanövern Plätze gut machen und erzielte nach 35 Runden seinen zweiten DTM-Sieg, nachdem er zuvor am Norisring  Porsche den allerersten DTM-Triumph beschert hatte. „Ich bin super zufrieden mit meiner Leistung! Ich war schon vor dem Start zuversichtlich und wusste, dass es wird ein gutes Rennen wird. Dass es aber so gut läuft, vor allem, dass es so schnell nach vorne gehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet,“ äußerte Preining direkt nach dem Rennen.

Die DTM-Fahrer hatten am Sonntag mit schwierigen Verhältnissen zu kämpfen, und so blieb es spannend bis zuletzt. Preining: „Mir war am Anfang einfach nur wichtig, dass das Auto in einem Teil bleibt, gerade in der Startphase, da hat man wirklich nichts gesehen. Ich habe es mal ruhig angehen lassen und dann mit ein paar coolen Manövern, eines davon etwas am Limit, zum Glück gewonnen.“ Bis kurz vor Schluss kämpften die Piloten mit einer nassen und dann abtrocknenden Strecke und teilweise eingeschränkter Sicht. Das Resultat: etliche Dreher, besonders Ferrari-Pilot Felipe Fraga (Red Bull AlphaTauri AF Corse) drehte sich einige Male. Bereits in der Startrunde erwischte es auch den Meisterschaftsführenden Sheldon van der Linde, der sich in Kurve drei mit dem Schubert BMW drehte und als Letzter dem Feld hinterhereilen musste, blieb als Elfter jedoch ohne Punkte.

Der dreimalige DTM-Champion René Rast (ABT Audi), als Tabellenzweiter ins Rennen gegangen, verbuchte als Zehnter nur einen Punkt. Dagegen kämpfte sich der Tiroler Lucas Auer (Mercedes-AMG Team WINWARD) mit einer starken Schlussphase noch bis auf den sechsten Rang vor und holte sich für die schnellste Runde, den Autohero Fastest Lap Award, einen Zusatzpunkt für die Meisterschaft.

Der DTM steht in zwei Wochen auf dem Hockenheimring (7. bis 9. Oktober) ein furioses Finale bevor. Mit 130 Punkten ist der Südafrikaner Sheldon van der Linde unverändert Tabellenführer in der DTM-Fahrerwertung. Neuer Zweiter ist Lucas Auer mit 119 Zählern vor René Rast (118). Zum Kreis der Titelaspiranten zählt nun auch Thomas Preining, der mit seinem Sieg und mit nunmehr 116 Punkten auf die vierte Meisterschaftsposition vorgestürmt ist. Dahinter folgen der Italiener Mirko Bortolotti (GRT Lamborghini), der nach seinem achten Platz im Sonntagsrennen auf 114 Punkte kommt, und Luca Stolz mit 102 Zählern. In den beiden Rennen in Hockenheim werden insgesamt noch 58 Punkte vergeben.


Überraschungssieger im Sachsenring-Thriller des ADAC GT Masters

  • Dienst/Marschalkowski gewinnen denkwürdiges Sonntagsrennen
  • Tabellenführer Raffaele Marciello steht kurz vor dem Titel-Gewinn
  • 26.000 Fans sorgen am Sachsenring für erneuten Besucherrekord


Rennsport-Thriller beim vorletzten Tourstopp im ADAC GT Masters auf dem Sachsenring. Ständige Positionswechsel, ein wahres Favoritensterben und tragische Ausfälle – die Zuschauer sahen am Sonntag auf den gut gefüllten Tribünen grandiosen Motorsport. Nach 44 turbulenten Runden überquerte Marvin Dienst (25/Lampertheim) im Mercedes-AMG GT3 Evo #8 als Erster die Ziellinie und jubelte über seinen zweiten Erfolg in der Deutschen GT-Meisterschaft. „Das ist mein zweiter Sieg im ADAC GT Masters, beide Male habe ich auf dem Sachsenring gewonnen. Ich weiß, wo man hier überholen kann, das hat mir geholfen“, erklärte Marvin Dienst. Riesenfreude auch bei seinem jungen Fahrerkollegen, ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Jan Marschalkowski (19/Inning), der als Serien-Neuling seinen ersten Triumph feierte. Tabellenführer Raffaele Marciello (27/CH), der sich mit Daniel Juncadella (31/E) am Steuer des Mercedes-AMG GT3 Evo #48 abwechselt, belegte nach einem kontrollierten Rennen Platz zwei. Damit baut der Fahrer aus dem Mann-Filter Team Landgraf seinen Vorsprung in der Tabelle weiter aus. Lokalmatador Maximilian Paul (22/Dresden) und Marco Mapelli (35/I) belegten im Lamborghini Huracán GT3 Evo #71 Rang drei. Das Rennwochenende des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring erlebten 26.000 Zuschauer und sorgten damit beim sechsten Tourstopp für den sechsten Besucherrekord in Folge.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Saisonrennen 12 von 14

Streckenlänge: 3.645 Meter

Wetter: 17 Grad, sonnig

Pole-Position: Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II8#1), 1:18,106 Min.

Sieger: Marschalkowski/Dienst (Mercedes-AMG Team ZVO, Mercedes-AMG GT3 Evo #8)

Schnellste Rennrunde: Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II8#1), 1:19,747 Min.

Kurz nach dem Start des Sonntagsrennens auf dem Sachsenring überschlugen sich die Ereignisse. Der Porsche 911 GT3 R #91 vom Team Joos Sportwagentechnik konnte nach einer Kollision nicht mehr weiterfahren. Für die Tabellenzweiten Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TUR) ein herber Rückschlag für ihre Meisterschaftsambitionen. Kurze Zeit später erwischte es den an der Spitze liegenden Pole-Setter Christopher Mies (33/Düsseldorf). Wegen eines Reifenschadens musste er im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 1 von Montaplast by Land-Motorsport frühzeitig an die Box und fiel weit zurück. Sein Fahrerkollege Tim Zimmermann (26/Langenargen) überquerte am Ende als Elfter die Ziellinie. Dennis Marschall (26/Eggenstein) von Rutronik Racing übernahm die Führung und übergab den Audi R8 LMS GT3 Evo II #27 beim Pflicht-Boxenstopp an seinen Kollegen Kim-Luis Schramm (24/Meuspath). Dahinter reihten sich Maximilian Paul, Jusuf Owega (Audi R8 LMS GT3 Evo II #29/Montaplast by Land-Motorsport), Marvin Dienst und Raffaele Marciello ein. Beim Pflichtboxenstopp endete das Rennen der Samstagssieger und Tabellendritten Fabian Schiller (25/Troisdorf)/Jules Gounon (27/F) im Mercedes-AMG GT3 Evo #4 vom Drago Racing Team ZVO, die nach einem Defekt an der Pedalbox ausschieden.

Nach den Fahrerwechseln wurde es dramatisch. Zunächst fiel Jusuf Owega, der sich auf Platz zwei vorgekämpft hatte, mit Reifenschaden aus. Drei Minuten vor Schluss überholte Marvin Dienst den bis dahin führenden Audi von Kim-Luis Schramm, der wiederum in der vorletzten Runde wegen eines defekten Reifens das Auto abstellen musste. Nutznießer dieser Ausfälle waren Raffaele Marciello und Maximilian Paul, die hinter dem Sieger Platz zwei und drei belegten. Salman Owega (17/Köln) und Christopher Haase (34/Kulmbach) feierten im Audi R8 LMS GT3 Evo II #28 von Montaplast by Land-Motorsport mit Rang vier die beste Saisonplatzierung. Gleiches galt für ihre Markenkollegen Florian Spengler (34/Ellwangen) und Markus Winkelhock (42/D) von Car Collection Motorsport auf Platz fünf.

Wie am Tag zuvor boten Franck Perera (38/F) und Arthur Rougier (22/F) im Lamborghini Huracán GT3 Evo #19 von Emil Frey Racing eine starke Leistung und kämpften sich von Startplatz 13 auf Rang sechs vor. Eine ähnliche Aufholjagd zeigten Ben Green (24/GB) und Jesse Krohn (32/FIN) im BMW M4 GT3 #10 von Schubert Motorsport und verbesserten sich als Siebte um fünf Plätze. Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) beendeten den zwölften Saisonlauf im Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 von Emil Frey Racing auf Platz acht, gefolgt von Joel Sturm (20/Brühl) und Sven Müller (30/Bingen) im Porsche 911 GT3 R #22 von Allied-Racing. Den letzten Top-Ten-Platz machten Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (23/GB) vom Mann-Filter Team Landgraf in der Junior-Mamba mit der Startnummer 84 klar.

Stimmen der Sieger

Jan Marschalkowski: „Ich kann das alles noch gar nicht fassen. Mein Start war gut und ich wollte im Laufe meines Stints die Reifen für Marvin schonen. Als ich ihm in der zweiten Rennhälfte zuschauen musste, hatte ich einen Puls von über 180. Ich bin total happy über meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters.“

Marvin Dienst: „Unser Auto ging ab wie eine Rakete, ich hatte das Gefühl zu fliegen. Ich wollte Kim-Luis in der Sachsenkurve gar nicht überholen, doch dann gab es eine Lücke und in die bin ich reingefahren. Es war ein unglaubliches Rennen, ich hatte viel Spaß.“