Dienstag, 20. September 2022

DTM-Endspurt: Vor allem Österreicher jagen Sheldon van der Linde

  • 32 Punkte Vorsprung: Erster Matchball für Spitzenreiter Sheldon van der Linde
  • Der Österreich-Faktor: Heimrennen für Auer und Co. auf dem Red Bull Ring
  • Renntaxi: Ski-Alpin-Rekord-Champion Marcel Hirscher steuert einen Audi R8 

Sheldon van der Linde 
Foto: Jens Hawrda

Der Österreich-Faktor sorgt für Hochspannung im Endspurt um den heißbegehrten DTM-Titel. Alle jagen Spitzenreiter Sheldon van der Linde (RSA), vor allem die Österreicher – und das bei der vorletzten Saison-Station beim DTM Red Bull Ring powered by REMUS vom 23. bis 25. September in der Steiermark: Lucas Auer als Tabellenzweiter, stammt aus Kufstein, der dreimalige DTM-Champion René Rast, aktuell Dritter der Fahrerwertung, lebt in Bregenz, und Mirko Bortolotti, derzeit Viertbester der Punktetabelle, der in Wien aufwuchs. Auch Norisring-Sieger Thomas Preining, van der Linde-Teamkollege Philipp Eng und Clemens Schmid haben auf dem Grand-Prix-Kurs bei Spielberg ein Heimspiel. Zudem ist das Grasser Racing Team um Teamchef Gottfried Grasser unmittelbar am Red Bull Ring beheimatet.

130 Punkte hat Sheldon van der Linde aus dem BMW-Team Schubert Motorsport auf seinem Konto. Den Vorsprung von 32 Punkten könnte man beruhigend nennen, wäre es nicht die DTM. Denn der Wettbewerb in der DTM ist in der laufenden Saison so intensiv wie schon lange nicht mehr. In zwölf Rennen gab es schon zehn verschiedene Sieger, 15 verschiedene Fahrer standen bereits auf dem Podium. Portimão-Sieger Auer (Mercedes-AMG Team WINWARD) ist mit 98 Punkten der van der Linde-Jäger Nummer eins, nur zwei Punkte dahinter folgt Rast (96, ABT Audi), weitere zwei Punkte dahinter Bortolotti (94, GRT Lamborghini). Insgesamt 19 DTM-Fahrer haben theoretisch vor den letzten beiden Rennwochenenden auf dem Red Bull Ring und auf dem Hockenheimring noch Titelchancen.

Auf dem Red Bull Ring könnte Sheldon van der Linde allerdings schon seinen ersten Matchball verwandeln. Gewinnt der BMW-Werksfahrer am Samstag und Sonntag (Rennstart:  jeweils 13:30 Uhr MESZ, ab 13:00 Uhr live auf ProSieben), würden zwei dritte Plätze seinem ärgsten Verfolger nicht reichen, um seinen vorzeitigen Titelgewinn zu verhindern. Den vorzeitigen Titelgewinn zu verhindern, versucht auch Gottfried Grasser, der sich kaum eine schönere Rennstrecke vorstellen könnte, um Lamborghini den ersten DTM-Sieg zu bescheren. Aufgrund einer nicht aufschiebbaren Operation muss der Belgier Esteban Muth sowohl Red Bull Ring als auch Hockenheim auslassen. Sein Team Walkenhorst Motorsport plant jedoch den Einsatz des #10 BMW mit einem Ersatzfahrer.

Die spannungsgeladene DTM sowie die Talentschmiede DTM Trophy, die DTM Classic mit den historischen DRM-Rennwagen und der BMW M2 Cup sorgen auf dem Red Bull Ring für beste Unterhaltung, ebenso das attraktive Programm für alle Besucher, vom beliebten Pitwalk über Autogrammstunden und Mitmach-Wettbewerben. Glückliche Gewinner beim Ticketkauf (via tickets.dtm.com) können sogar in den Genuss heißer Runden auf dem GP-Kurs kommen. Bei der außergewöhnlichen Renntaxifahrt wird Marcel Hirscher, der Rekord-Champion im Alpinen Ski-Weltcup, am Steuer eines Audi R8 sitzen. Das Besondere: Ein Paar Ski aus der neuen van-Deer-Kollektion von Marcel Hirscher sind am Heck des PS-starken Rennwagens montiert.

Titelkampf der ADAC GT4 Germany spitzt sich auf dem Sachsenring zu

  • Top-Drei in der Fahrerwertung nur durch vier Punkte getrennt
  • Gaststarts für Lokalmatadore Dominik Fugel und Ruben Zeltner
  • sport.de zeigt die Rennen im kostenlosen Livestream

Foto: Jens Hawrda

Der ADAC GT4 Germany steht auf dem Sachsenring ein spannendes Rennwochenende bevor: Vor der vorletzten Station im Kalender liegen mit Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport), Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) sowie Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA, beide Dörr Motorsport) die Top-Drei Fahrerwertung innerhalb von nur vier Punkten. Alle wollen sich durch eine gute Punkteausbeute in den Rennen auf der anspruchsvollen Strecke bei Chemnitz in eine gute Ausgangslage für das Saisonfinale bringen. Die Rennen der ADAC GT4 Germany vom Sachsenring können im Livestream auf der reichweitenstarken Plattfom sport.de sowie auf adac.de/motorsport verfolgt werden.

Mit der besten Ausgangslage reisen Indy Dontje/Phil Dörr nach Sachsen. Die Aston Martin Vantage GT4-Piloten haben 105 Punkte auf dem Konto und konnten zuletzt auf dem Nürburgring ein weiteres Podiumsergebnis feiern. Sie sind bislang von jedem Rennwochenende als Tabellenführer abgereist. Doch ihr Vorsprung hat sich von Station zu Station immer weiter verringert. Mit nur noch einem Punkt Rückstand sind die Markenkollegen Hugo Sasse/Mike David Ortmann die größten Verfolger. Das Duo kommt mit guten Erinnerungen an den Sachsenring, da sie dort 2021 das Samstagsrennen gewinnen konnten.

„In der ADAC GT4 Germany ist das Feld sehr dicht beieinander. Insofern schauen wir von Rennen zu Rennen. Unser Speed ist gut. Wir wollen auf dem Sachsenring keine Fehler machen. Sollte uns das gelingen, werden wir sicherlich im Vorderfeld mit dabei sein. Wir möchten um die Siege mitkämpfen, um so viele Meisterschaftspunkte wie möglich zu erzielen und somit eine gute Basis für den Hockenheimring schaffen“, so Ortmann. „Der Sachsenring liegt nur rund zweieinhalb Stunden von meinem Zuhause entfernt und zählt zu meinen Heimstrecken. Ich hoffe auf zwei spannende Rennen, um den vielen Zuschauern vor Ort eine tolle Show bieten zu können.“

Auch Ben Dörr/Romain Leroux befinden sich inmitten des Titelkampfs. Die Youngster, die ebenfalls einen Aston Martin fahren, haben vier Punkte Rückstand auf die Spitze. „Wir freuen uns sehr auf den Sachsenring. Das Team hat das Auto perfekt aufgebaut und auch in Bezug auf die Fitness konnten wir uns richtig gut vorbereiten. Somit sind wir gut aufgestellt. Wir werden an der Strecke nun Vollgas geben und dann einmal schauen, was als Resultat herauskommt. Unser Ziel sind die Top Drei in beiden Rennen – gerne würden wir auch unseren ersten Saisonsieg feiern. Wichtig wird sein, dass wir vor unseren direkten Konkurrenten ins Ziel kommen“, ist Ben Dörr, der jüngere Bruder von Tabellenführer Phil Dörr, hoch motiviert. „Es ist natürlich etwas ganz Besonderes für unsere Familie, dass wir beide vorne im Feld mitfahren und um die Meisterschaft kämpfen. Direkt auf der Rennstrecke spielt das jedoch keine Rolle. Da ist Phil ein Konkurrent wie jeder andere auch.“

Zwei weitere Paarungen wollen auf dem Sachsenring noch in den Meisterschaftskampf eingreifen: Marcel Lenerz (25/Ludwigsau) und Cedric Piro (24/Heusweiler, beide Piro Sports - Burg Zelem Foundation), die auf dem Nürburgring ihren ersten Saisonsieg feierten, liegen im Toyota GR Supra GT4 nur 16 Punkte hinter der Tabellenspitze. Die amtierenden Meister Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (36/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) haben nur 27 Punkten Rückstand und ebenfalls noch eine passable Ausgangslage. Die BMW M4 GT4-Piloten konnten 2021 bereits auf dem Sachsenring einen Laufsieg holen.

Großes Augenmerk liegt auch auf den Lokalmatadoren. Das Team EastSide Motorsport hat seinen Teamsitz im nur wenige Kilometer entfernten Crimmitschau. Die Mannschaft baut ihr Engagement für das Heimspiel auf zwei Mercedes-AMG GT4 aus. In einem der beiden Fahrzeuge sitzt Sachsenring-Geschäftsführer Ruben Zeltner zusammen mit Ralf Grösel. Bereits einmal zu Fuß zum Sachsenring gelaufen ist Dominik Fugel aus Chemnitz. Der 25-Jährige teilt sich einen Mercedes-AMG von Schnitzelalm Racing mit Tim Neuser (29/Netphen). Für beide ist es das Debüt in der ADAC GT4 Germany. „Der Gaststart kam sehr kurzfristig zustande. Es war nicht geplant, dass ich dieses Jahr in einer der ADAC-Serien fahren würde. Umso schöner ist es, dass es nun doch klappt“, freut sich Fugel, der 2021 in der ADAC TCR Germany beide Rennen auf dem Sachsenring gewann. „Ich bin noch keinen Meter in einem GT4-Fahrzeug gefahren und auf die Performance gespannt. Wir wollen versuchen, in die Top Zehn zu kommen. Es werden einige Freunde und Familienmitglieder vorbeikommen und mich anfeuern.“ Ebenfalls eine kurze Anreise haben die beiden Aston Martin-Piloten Christopher Röhner (24/Mülsen, Prosport Racing) und Simon Connor Primm (17/Großschirma, Dörr Motorsport).


DTM Trophy auf dem Red Bull Ring: Heinemann führt Meisterschaft weiter an

  • Sechs Nachwuchstalente können noch den Titel in der DTM Trophy gewinnen
  • Ring-Racing-Teamchef Uwe Kleen: „Tim Heinemann setzt alle Aufgaben sehr gut um“
  • Live auf ServusTV und DTM TV: Saisonrennen elf und zwölf in der Steiermark 

Foto: Jens Hawrda

Ein Sextett kämpft in der DTM Trophy um den Titel. Vor den Saisonrennen elf und zwölf auf dem Red Bull Ring in Österreich (23. bis 25. September) haben sechs Fahrer noch theoretische Chancen auf den Gewinn des heißbegehrten Titels in der Talentschmiede auf der DTM-Plattform. Bei vier noch ausstehenden Rennen – zwei in der Steiermark, zwei in Hockenheim – sind schließlich noch 116 Punkte zu vergeben, 25 je Sieg, drei je Pole-Position und einer je schnellster Rennrunde. Mit 178 Punkten ist Tim Heinemann (GER) im Toyota Supra des Teams Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing der souveräne Tabellenführer. 60 Zähler trennen den 23-Jährigen vom zweitplatzierten Niederländer Colin Caresani (118) im Project 1 BMW, einen weiteren Zähler vom 17-jährigen Theo Oeverhaus (GER, 117) im Walkenhorst BMW. Den Kreis der Titelaspiranten erweitern der Brasilianer Thiago Vivacqua (92) im Heide Audi, der Franzose Edouard Cauhaupé (72) im BWT Mücke Mercedes-AMG und der erst 16-jährige Daniel Gregor (GER, 69) im Porsche aus dem KÜS Team Bernhard auf den Tabellenplätzen vier, fünf und sechs. Dass Fahrer aus vier Nationen zum Titel-Sextett gehören, unterstreicht die Internationalität der Rennserie.

Toyota-Pilot Heinemann hat auf dem Red Bull Ring sogar einen Matchball, denn reist er am Sonntag mit 58 oder mehr Punkten Vorsprung auf seine Verfolger nach Deutschland zurück, ist ihm der zweite Titelgewinn nach 2020 nicht mehr zu nehmen. Uwe Kleen, Teamchef von Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing, schätzt die Chancen auf einen vorzeitigen Titelgewinn allerdings als sehr gering ein und verweist nicht zuletzt auf das Zusatzgewicht von 25 Kilogramm für den Sieg im Sonntagsrennen in Spa-Francorchamps, das sich auf dem schnellen, 4,318 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs in Österreich mit seiner langen Bergauf-Passage besonders negativ bemerkbar machen wird. Über seinen Fahrer ist Uwe Kleen jedenfalls voll des Lobes. „Er hört auf das Team und setzt alle Aufgaben gut und konsequent um", so Kleen, „und er kann einfach schnell fahren."

Kein Fahrer hat in jedem Rennen gepunktet, selbst Heinemann nicht. Caresani, Oeverhaus und Cauhaupé gingen bislang zweimal leer aus, Vivacqua dreimal und Gregor viermal. Auch die Punkte für das Qualifying und für die schnellste Rennrunde haben ein nicht unerhebliches Gewicht. So addierte Heinemann bereits 15 Zusatzpunkte zu seinem Konto, Gregor acht, Vivacqua und Cauhaupé je sieben sowie Caresani und Oeverhaus je vier. Fünf Saisonsiege belegen die eindrucksvolle Performance von Heinemann, der 2020 aus dem Sim-Racing in die DTM Trophy aufstieg. Caresani hat bisher zwei Siege erzielt, Oeverhaus, Gregor sowie Louis Henkefend (GER, Project 1 BMW) je einen. Vivacqua, bislang viermal auf dem Podium, und Cauhaupé, einmal auf dem Podium, haben ihre Hoffnungen auf den ersten Sieg noch nicht aufgegeben.


Rallye-Ass und Sachsenring-Chef Zeltner startet für Heimspiel in der ADAC GT4 Germany

  • Zeltner fährt einen Mercedes-AMG GT4 von EastSide Motorsport
  • Teamkollege ist Kite-Designer Ralf Grösel
  • Weitere Änderungen im 29 Wagen starken Feld


Wenn die ADAC GT4 Germany vom 23. bis 25. September auf dem Sachsenring Station macht, wird ein besonderer Lokalmatador am Start stehen: Ruben Zeltner ist seit 1995 Geschäftsführer der Rennstrecke bei Chemnitz und kennt auf der 3,645 Kilometer langen Berg- und Talbahn somit jeden Zentimeter. Zeltner pilotiert einen Mercedes-AMG GT4 vom Team EastSide Motorsport gemeinsam mit dem aus dem Surfsport bekannten Designer Ralf Grösel. EastSide Motorsport, das seine Basis im nur wenige Kilometer entfernten Crimmitschau hat, baut sein Engagement in der ADAC GT4 Germany damit auf zwei Fahrzeuge aus. „Die Vorfreude auf das anstehende Rennwochenende ist natürlich riesig“, so Zeltner. „Auf der eigenen Strecke in einer so starken Rennserie wie der ADAC GT4 Germany mitzufahren, ist etwas ganz Spezielles für mich.“ Neben dem Duo Zeltner/Grösel gibt es am Sachsenring weitere spannenden neue Fahrerpaarungen im starken Feld der ADAC GT4 Germany.

Zeltner ist zweifacher Deutscher Rallyemeister und gab auch auf der Rundstrecke schon kräftig Gas, so war er in der Vergangenheit auch schon im ADAC GT Masters auf "seiner Strecke" am Start. "Die GT4-Klasse ist Neuland für mich. Ich habe in der vorletzten Woche einen Test mit dem Mercedes-AMG GT4 von EastSide Motorsport abgespult und war begeistert. Auch das Team rund um Florian Schön und Virginia Möckl hat mich sehr beeindruckt. Sie sind sehr professionell aufgestellt. Ich fühle mich dort richtig wohl."

Teamkollege von Zeltner wird auf dem Sachsenring Ralf Grösel. Er ist ein Industriedesigner und Entwickler im Bereich Kitesurfen. Auch motorsportlich hat der 43-Jährige bereits einiges vorzuweisen. In einem Seat Leon Supercopa MK2 führt er derzeit die Tabelle des NATC (Norddeutscher ADAC Börde Tourenwagen Cup) an und startet somit auch im Rahmen des ADAC Racing Weekend. „Ich freue mich unheimlich auf meinen ersten Start in der ADAC GT4 Germany. Es wird aber sicher eine große Herausforderung“, blickt Grösel voraus. „EastSide Motorsport ist ein unheimlich gutes Team und Ruben ist ein bärenstarker Fahrer. Sportlich wollen wir eine gute Paarung abgeben und am Podium der Trophywertung schnuppern.“

Mit ähnlichen Ambitionen geht auch Zeltner ins Rennwochenende auf dem Sachsenring. „Die ADAC GT4 Germany zählt zu den besten GT4-Serien in Europa. Insofern müssen wir realistisch sein. Wir werden eher im Hinterfeld unterwegs sein. Dennoch möchten wir einigermaßen in der Trophy-Wertung mithalten“, stellt Zeltner klar. „In den letzten drei Jahren habe ich mir immer die Rennen der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring angeschaut. Nun fahre ich selbst mit. Alleine das ist schon besonders. Der Spaß steht auf jeden Fall im Vordergrund.“

Für das anstehende Rennwochenende auf dem Sachsenring wird es weitere Änderungen in den Cockpits des 29 Wagen starken Feldes geben: Bei Schnitzelalm Racing greift mit Dominik Fugel ein weiterer Lokalmatador ins Lenkrad. Der Chemnitzer teilt sich einen Mercedes-AMG GT4 mit Tim Neuser. Der letztjährige Vize-Meister Théo Nouet kehrt zurück und fährt einen Mercedes-AMG vom Drago Racing Team ZVO mit Robert Haub. Neu bei der CV Performance Group ist Nico Gruber, der gemeinsam mit Ferdinand Winter antritt. Im zweiten Mercedes-AMG der Mannschaft aus Niederzissen fährt neben Julian Hanses nun William Tregurtha. Der Brite konnte 2020 auf dem Sachsenring schon einen Pirelli Pole Position Award in der ADAC GT4 Germany gewinnen. Overdrive Racing bringt zudem erneut den dritten Porsche 718 Cayman GT4 an den Sachsenring, der von Aleks Stefanov und Alon Gabbay aus Israel gefahren wird.

Montag, 19. September 2022

Titelkampf spitzt sich zu – wer zeigt Nerven am Sachsenring?

  • Spitzenreiter Raffaele Marciello kommt mit zehn Punkten Vorsprung zum Sachsenring
  • Verfolger Christian Engelhart und Ayhancan Güven setzen auf volle Attacke im Qualifying
  • FIA ETCR eTouring Car World Cup mit Deutschland-Premiere im Rahmenprogramm

Foto: Jens Hawrda

Das ADAC GT Masters biegt am Wochenende am Sachsenring (23. bis 25. September) auf die Zielgerade ein. Der vorletzte Tourstopp in der Deutschen GT-Meisterschaft, die in diesem Jahr mit einem erneuerbaren Kraftstoff ins Rennen geht, verlangt von Teams und Fahrern ein eisernes Nervenkostüm. Die Spitze liegt dicht beieinander, jeder Punkt zählt, jeder Fehler kann das vorzeitige Ende aller Titel-Träume bedeuten. Ideale Voraussetzungen für ein spannendes Rennwochenende auf dem anspruchsvollen Kurs in Sachsen, den Deutschlands schnellste GT3-Serie sogar schneller umrundet, als die Motorrad-Asse der MotoGP. Dazu gibt es am Sachsenring eine Premiere: Der FIA ETCR eTouring World Cup startet erstmals in Deutschland und ermittelt am Sachsenring beim WM-Finale den ersten elektrischen Tourenwagen-Weltmeister der Motorsportgeschichte. Die ganze Action vom ADAC GT Masters gibt es am Wochenende live bei NITRO. Der exklusive TV-Partner der Deutschen GT-Meisterschaft überträgt die Läufe elf und zwölf am Samstag und Sonntag jeweils ab 12:30 Uhr live.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Läufe 11 und 12 von 14 Saisonrennen

Streckenlänge: 3.645 Meter

Layout: 14 Kurven (vier Rechts-, zehn Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren

Sieger 2021, Rennen 1: Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R)

Sieger 2021, Rennen 2: Igor Jakob Walilko/Jules Gounon (Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing, Mercedes-AMG GT3 Evo)

Die Top-Drei belauern sich

Die besten Chancen im Titelkampf hat Spitzenreiter Raffaele Marciello (27/CH), der zusammen mit Werksfahrerkollege Daniel Juncadella (31/E) im Mercedes-AMG GT3 Evo #48 ins Rennen geht. Der Mercedes-AMG ist auf der Berg-und-Talbahn in Sachsen traditionell stark. Für Marciello geht es in Sachsen darum, seine Tabellenführung vor dem Finale auszubauen, nachdem er zuletzt am Lausitzring Vorsprung eingebüßt hat. Zehn Punkte hinter Tabellenführer Marciello lauern Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) vom Team Joos Sportwagentechnik. Das Fahrer-Duo hat im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 in der Lausitz den ersten Saisonsieg geholt und will weiter Druck auf die Spitze machen. „Unsere Taktik wird die gleiche wie immer sein, eine andere funktioniert im ADAC GT Masters auch nicht: Volle Attacke im Qualifying, um eine gute Startposition herauszufahren. Allerdings hat sich am Sachsenring in der Vergangenheit gezeigt, dass auch in der zweiten Rennhälfte wegen des Reifenabbaus große Verschiebungen möglich sind, obwohl das Überholen schwierig ist. Man muss für Qualifying und Rennen bestens vorbereitet sein“, erklärt Christian Engelhart. Er setzt dabei voll auf seinen starken Fahrerkollegen. „Ayhancan hat sich als Neueinsteiger schnell im ADAC GT Masters eingefunden und macht einen sensationellen Job. Er hat einige Top-Qualifyings abgeliefert und erlaubt sich im Rennen keine Fehler. Es ist eine Freude, mit ihm zu fahren. Wir wollen am Sachsenring mehr Punkte als die Konkurrenz holen, um beim Finale in Hockenheim eine starke Ausgangsposition zu haben“, so der Meister von 2020.

Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) gehören seit ihren starken Leistungen am Lausitzring ebenfalls zum Kreis der Meisterschafts-Anwärter. Mit zwei zweiten Plätzen in den Rennen neun und zehn hat sich die Fahrer-Kombination im Lamborghini Huracán GT3 Evo mit der Startnummer 63 von Emil Frey Racing auf Rang drei der Tabelle vorgeschoben und gehört somit auch auf dem Sachsenring zu den Favoriten.

Team Paul Motorsport hat Lust auf mehr

Nach dem Stopp in der Lausitz hat das Team Paul Motorsport aus Dresden am Sachsenring das zweite Heimspiel im ADAC GT Masters, wenn auch der Weg etwas länger ist. „Es ist mega, wenn die Strecke zum zweiten Mal hintereinander um die Ecke liegt. Die Logistik ist einfacher, man kann die Vorbereitungen entspannter angehen, muss nicht ein paar Tage früher losfahren, sondern setzt sich ins Auto und ist da“, beschreibt Maximilian Paul (22/Dresden) die Annehmlichkeiten bei einem Heimspiel. Sportlich will sein Team an die Erfolge vom Lausitzring anknüpfen, wo Maximilian Paul und sein Kollege Marco Mapelli (35/I) im Lamborghini Huracán GT3 Evo #71 Dritter und Fünfter wurden und der junge Dresdener jeweils die Pirelli Junior-Wertung gewann. „Ich mag den Sachsenring. Er ist ein Motorradkurs mit vielen schnellen Passagen und oben auf der Kuppe kann man viel Zeit gewinnen, aber auch verlieren. Im vergangenen Jahr bin ich dort zum ersten Mal mit Marco gefahren und habe viel von ihm gelernt. Nach unserem ersten Podium der Saison auf dem Lausitzring hat das Team Lust auf mehr. Wir wollen ein Rennen gewinnen oder vorn mitfahren“, stellt der Lokalmatador klar.

Starkes Rahmenprogramm – Deutschland-Premiere und Finale für Elektro-Tourenwagen

Im Rahmen des ADAC GT Masters wird auf dem Sachsenring zum ersten Mal in Deutschland der FIA ETCR eTouring Car World Cup ausgetragen. Die Deutschland-Premiere ist gleichzeitig das Finale der innovativen Rennserie, bei der unter anderem FIA Rallycross-Weltmeister Mattias Ekström oder die beiden ehemaligen ADAC GT Masters-Piloten Bruno Spengler und Maxime Martin in den bis zu 680 PS starken Fahrzeugen antreten. Neben den E-Boliden gehen drei weitere spektakuläre Rennserien am Sachsenring im Rahmenprogramm der Deutschen GT-Meisterschaft an den Start. In der ADAC GT4 Germany und der ADAC TCR Germany wollen sich die Piloten eine gute Ausgangsbasis für das Finale in Hockenheim schaffen. Gleiches gilt für die Fahrer des Porsche Carrera Cup Deutschland, die am Sachsenring die Läufe 13 und 14 von insgesamt 16 Saisonrennen austragen.