Freitag, 26. August 2022

DTM-Teamchef Timo Bernhard: „Nürburgring ist mein Wohnzimmer“

  •  Heimrennen für Mercedes-AMG-Teams HRT und WINWARD sowie KÜS Team Bernhard
  •  WINWARD-Teamchef Hohenadel: „Jede Fußball-Mannschaft spielt gerne zuhause.“
  •  HRT direkt vor Ort: Neubau der Race Base im Gewerbepark Meuspath auf der Zielgeraden

T. Bernhard, T. Preining, KÜS Team Bernhard (l-r) © DTM   

Regelrecht ins Schwärmen geraten drei Teamschefs, wenn es um ihr Heimrennen geht: das Event „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ am Wochenende (26.-28. August), der fünfte Saisonlauf der Traditionsserie. „Der Nürburgring ist mein Wohnzimmer“, sagt Timo Bernhard, Chef des KÜS Team Bernhard. „Den Nürburgring umgibt einfach ein besonders Flair, er verbindet wie kaum eine andere Rennstrecke Tradition und Moderne“, stellt Christian Hohenadel, Teamchef des Mercedes-AMG Team WINWARD, fest. Während Bernhards Team im pfälzischen Landstuhl und WINWARD in Altendiez im Westerwald ansässig ist, hat das Mercedes-AMG Team HRT die kürzeste Anreise von allen DTM-Mannschaften. HRT hat seinen Sitz im Gewerbepark Nürburgring in Meuspath, nur drei Kilometer vom Fahrerlager entfernt. „Wir hören in unseren Räumlichkeiten täglich den Renn- und Testbetrieb auf der Nordschleife. Das ist Musik in unseren Ohren und gleichzeitig eine tolle Motivation“, ist HRT-Teamchef Uli Fritz begeistert.

Mit Blick auf das DTM-Wochenende, den Start in die entscheidende zweite Saisonhälfte, sind sich die drei Teamchefs über die 3,629 Kilometer lange Sprintstrecke ziemlich einig: „Die ganze Sprintstrecke ist die Schlüsselstelle, weil das ganze Feld so verflixt eng zusammenliegt. Du darfst nirgends Zeit liegen lassen. Ein Hundertstel hier oder da, dann fehlen dir über eine Runde vier Zehntel, du stehst hinten und kannst ein gutes Ergebnis vergessen. So ist das eben in der DTM!“, bringt es Hohenadel auf den Punkt, auch wenn Bernhard durchaus die eine oder andere tückische Passage wie Kurzanbindung und Schikane nennt. Die erste Kurve nach dem Start, direkt vor den Tribünen, gilt ohnehin als Brennpunkt.

„Die Strecke bietet so viel Action“, schwärmt Timo Bernhard, der mit seinem Team zuletzt am Norisring den ersten DTM-Sieg für Porsche holte. Damit meint er die gesamte Motorsport-Anlage. „Es gibt so viel zu sehen, was der Nürburgring zu bieten hat. Da ist einfach ein positiver Spirit.“ Bernhard kam als Fünfjähriger erstmals zum Nürburgring, um seinen Vater im Rennen zu sehen. Später gewann Timo Bernhard fünfmal das 24-Stunden-Rennen und drei Rennen zur Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring, ganz abgesehen von seiner famosen Rekordrunde mit dem Porsche 919 EVO in 5.19 Minuten über die Nordschleife. Hohenadel, dessen Team früher auch in Meuspath ansässig war, stellt klar: „Der Nürburgring ist immer einen Besuch wert, und das DTM-Wochenende wird an Spannung kaum zu überbieten sein. Ich prophezeie, dass alle 28 DTM-Autos in den Qualifyings in weniger als einer Sekunde liegen werden. Entsprechend heiß wird es auch in den Rennen zur Sache gehen.“ Das sieht auch Uli Fritz so: „Es ist angerichtet für ein tolles Motorsportfest in einer tollen Eventlocation und mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm. Und wem das nicht reicht: HRT freut sich über jeden Besucher, der uns beim Heimrennen die Daumen drückt.“

HRT – das steht für Haupt Racing Team mit dem Münchener Teambesitzer Hubert Haupt  – blickt bereits über die Saison hinaus, denn in Meuspath entsteht aktuell die neue HRT Race Base. Uli Fritz: „Wir sind mit den Bauarbeiten auf den Zielgeraden. Wenn alles nach Plan läuft, sollten wir noch dieses Jahr in unsere neue Heimat einziehen können. In dieses Gebäude sind viele Jahre Motorsport-Erfahrung eingeflossen. Somit werden wir dort ideale Arbeitsmöglichkeiten vorfinden und unser Serviceportfolio auch über den reinen Motorsport hinaus erweitern können.“ HRT ist im Gewerbepark Nürburgring in bester Gesellschaft, denn in diesem kürzlich erweiterten Areal sind etliche Automobil-Hersteller und Automobil-Zulieferer sowie zahlreiche namhafte Rennteams ansässig, genau wie weiteren Umkreis um den Nürburgring. Das bedeutet für die Region mehrere Hundert Arbeitsplätze.

Gibt es einen Heimvorteil auf der Rennstrecke? Eher nicht. Am vergangenen Sonntag haben bis auf zwei alle DTM-Teams in der Eifel ausgiebig getestet und ihre Boxen bereits bezogen, arbeiten also die ganze Woche über am Nürburgring. Uli Fritz: „Das Gefühl, von zu Hause aus zur Rennstrecke zur Arbeit zu fahren, zuhause und nicht in Hotels zu übernachten, ist ein ganz besonderes.“ Auch das ist ein Heimvorteil, genauso wie die angenehm kurze Anreise, wie Hohenadel ergänzt. Und überhaupt, natürlich freuen sich WINWARD, HRT und das KÜS Team Bernhard auf das Heimrennen. „Auch jede Fußballmannschaft spielt gerne zu Hause“, so Hohenadel. Für die Heimreise hat Timo Bernhard noch einen Tipp: „Man kann vor der Abreise, also nach dem Rennen, nochmal eine Runde Touristenfahrten auf der besten Rennstrecke der Welt, der Nordschleife, fahren.“ Und man sollte sich nicht wundern, dort vielleicht auch Timo Bernhard zu begegnen.

DTM Classic am Nürburgring: Die Rückkehr der DRM-Boliden

  •  Auf historischer Rennstrecke: 26 Rennwagen von sieben Marken aus den Siebzigern
  •  Klassiker: Zakspeed-Capri, BMW M1 Procar, BMW 2002 und Porsche Carrera
  •  Nicht nur für Opel-Fans: Der gelb-schwarze Steinmetz-Commodore und weitere Raritäten

Chevrolet Corvette C3 Stingray (l) © DTM

Der Zakspeed-Capri ist eine Ikone des Motorsports. In den Siebziger- und frühen Achtzigerjahren prägte der Bolide aus der Edel-Schmiede Zakspeed unter der Leitung von Erich Zakowski aus dem Nürburgring-nahen Niederzissen eine ganze Ära der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM). Beim DTM Classic DRM Cup kehrt der Zakspeed Ford Capri Turbo an jene Rennstrecke zurück, auf der dieser außergewöhnliche Rennwagen seine ersten Runden drehte: an den Nürburgring. Nicht nur der Zakspeed-Capri, sondern alle Rennwagen aus der Zeit der DRM, dem Vorläufer der 1984 eingeführten DTM, üben bis zum heutigen Tag eine enorme Faszination aus. Mit 26 Rennwagen von sieben verschiedenen Marken aus der DRM-Ära bringt die DTM Classic am Wochenende (26.-28. August) beim „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ ein einzigartiges Starterfeld in die historische Umgebung der legendären Rennstrecke in der Eifel zurück.

BMW mit dem M1 aus der Procar-Serie, dem 2002 oder dem 3.0 CSL, Porsche mit seinen unterschiedlichen 911 Carrera, Ford mit dem Capri und dem Escort RS 1600, genauso wie Opel mit Commodore und Kadett, oder Alfa Romeo, Chevrolet und De Tomaso – der DTM Classic DRM Cup ist ein rollendes, vielmehr rasendes Rennsport-Museum. Von ihren meist privaten Besitzern werden diese automobilen Schätze gehegt und gepflegt sowie im Fahrerlager mit Stolz den Fans präsentiert. Auf der Rennstrecke jedoch werden diese historischen Rennwagen keineswegs geschont, die Rennfahrer geben mutig Gas und scheuen den Zweikampf nicht. Es ist geradezu erstaunlich, wie zuverlässig die oft 50 Jahre alte Technik auch heute noch ist.

Am Nürburgring präsentiert der zu Jahresbeginn eingeführte DTM Classic DRM Cup auch einige Raritäten, die es rund um den Globus nur noch in kleinsten Stückzahlen gibt. Dazu zählen beispielsweise der Alfa Romeo Montreal, aufgebaut nach dem freizügigen Gruppe-4-Reglement, ein BMW M1 nach Gruppe-5-Reglement oder auch der De Tomaso Pantera Gruppe 4. Aber auch der Zakspeed-Capri, vom 75 Jahre alten Teamchef Peter Mücke pilotiert, gilt als Rarität. Erstmals in der DTM Classic am Start sind drei weitere spezielle Rennwagen, die wuchtige Chevrolet Corvette C3 Stingray von Heiko Budzynski, die damals schon das DRM-Publikum begeisterte, der Opel Kadett C von Wolfgang Kaupp, mit dem einst sogar Walter Röhrl in der DRM startete, und der Opel Commodore GS 3000. Es ist ein echter Steinmetz-Commodore von Opel-Tuner Klaus Steinmetz, der am „Ring“ von seinem Sohn Oliver gesteuert wird.

Neben Otto Rensing, der mit Michael Hess einen Porsche 911 RSR pilotiert, und Stefan Mücke, mit Ronny Scheer im BMW M1 Procar, steigt noch ein dritter ehemaliger DTM-Pilot ins Cockpit: Olaf Manthey. Der zweimalige DTM-Vizemeister und erfolgreiche Teamchef wechselt sich mit Peter Schumann am Steuer eines BMW 635 Gruppe 5 ab und ist längst ein permanenter Starter in der DTM Classic: „Es ist eine einzigartige Atmosphäre, im Umfeld der DTM die Rennen mit historischen Rennwagen bestreiten zu können. Ich genieße jede Runde, und es macht sehr viel Spaß, auch die Begeisterung der Zuschauer auf den Tribünen und im Fahrerlager zu erleben.“

Der DTM Classic DRM Cup ist das erste reine Championat für DRM-Rennwagen und feierte in Imola Premiere. Der dritte Lauf findet vom 23. bis 25. September auf dem Red Bull Ring in der Steiermark statt. Auch auf dem Nürburgring werden am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 16:15 Uhr) zwei Rennen über je 25 Minuten plus eine Runde ausgetragen. Alle Trainings und Rennen der DTM Classic werden live auf ServusTV On (servusTV.com), der Video- und Streaming-Plattform von ServusTV, sowie über DTM TV (tv.dtm.com) übertragen.

Donnerstag, 25. August 2022

DTM-Spitzenreiter Bortolotti vor dem Nürburgring-Wochenende: „Punkte entscheiden die Meisterschaft, nicht die Siege“

  •  Gut erholt aber angespannt: DTM-Piloten starten am Nürburgring in intensive Wochen
  •  DTM-Debütant Theo Oeverhaus: „Ein Traum wird wahr, aber eine harte Herausforderung.“
  •  Olaf Manthey: „Die DTM Classic war die beste Idee der vergangenen Jahre.“


Mirko Bortolotti geht aus Meisterschaftsführender in die zweite Saisonhälfte
Foto: Jens Hawrda

Er hat noch keinen Sieg auf seinem Konto, doch er startet als Führender in der Fahrerwertung in das bevorstehende Rennwochenende „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ (26.-28. August): Mirko Bortolotti. So gerne der in Wien lebende Italiener auch seinen ersten Sieg in der hochkarätigen DTM feiern möchte, weiß der Lamborghini-Werksfahrer nur zu genau: „Punkte entscheiden die Meisterschaft, nicht die Siege!“ Damit brachte es Bortolotti aus dem österreichischen Team GRT in der DTM-Pressekonferenz auf den Punkt. Auch Lokalmatador Olaf Manthey – der zweimalige DTM-Vizemeister startet auf seiner Hausstrecke im DTM Classic DRM Cup – stimmte dem zu und erinnerte an Volker Strycek, der 1984 ohne Sieg der erste Meister der Traditionsserie wurde. Davon ist Gaststarter Theo Oeverhaus noch weit entfernt. Der 17-Jährige debütiert am Nürburgring als jüngster Fahrer der DTM-Geschichte. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung.“

Die Anspannung bei den DTM-Piloten war förmlich zu spüren. „Die Batterien sind nach der Sommerpause wieder aufgeladen, jetzt liegt der volle Fokus auf den kommenden Rennen“, so Luca Stolz, der mit seinem HRT Mercedes-AMG aktuell Tabellenneunter ist. Nürburgring, Spa-Francorchamps, Red Bull Ring, Hockenheim – in der DTM geht es nun Schlag auf Schlag. „Natürlich freue ich mich über meinen Sieg am Norisring und die tolle Resonanz auf den ersten Porsche-Sieg in der DTM“, äußerte der Österreicher Thomas Preining aus dem KÜS Team Bernhard, „aber jetzt sind wir alle, das Team, Porsche und ich, hungrig auf mehr Erfolge.“ Bortolotti, der mit 80 Punkten nur einen Punkt vor Sheldon van der Linde (RSA, Schubert BMW) liegt, weiß, worauf es ankommt: „In den noch ausstehenden acht Rennen zählt jeder Punkt. Wir werden nichts ändern und wie in der ersten Saisonhälfte Rennen für Rennen, Tag für Tag fokussiert angehen.“

Weil eben jeder Punkt in der DTM am Ende den Unterschied machen kann, spricht der erfahrende Rennfahrer und Teamchef Olaf Manthey auch von der erforderlichen „Renn-Intelligenz“. „Man muss sich seine Reifen clever einteilen und nicht überstrapazieren, man muss sich nicht auf unnötige Positionskämpfe einlassen, weil man sonst am Ende wertvolle Plätze verliert.“ Dem konnten Bortolotti, Preining und Stolz nur zustimmen. „Am Norisring bin ich vom letzten Platz gestartet und am Ende sogar Sechster geworden. Ich kann also Olaf Manthey nur voll und ganz zustimmen“, so der HRT-Pilot.

DTM-Rookie Theo Oeverhaus hat derweil einen anderen Fokus: „Ich will keine Fehler machen, und wenn ich am Ende in die Top 20 fahre, wäre das prima. Aber es wird eine harte Herausforderung, und ich weiß noch nicht, was es für mich bedeutet, in wenigen Minuten vom DTM-BMW in meinem BMW für die DTM Trophy zu springen. Die beiden M4 unterscheiden sich vor allem durch die wirkungsvolle Aerodynamik des DTM-BMW. Das erfordert andere Bremspunkte, eine andere Linie.“

Olaf Manthey, der seinen Helm 2005 eigentlich an den Nagel gehängt hatte, um ein erfolgreicher Teamchef zu werden, genießt seine Rennen in der DTM Classic. „Die DTM Classic war die beste Idee der vergangenen Jahre. Die DTM-Plattform ist der beste Platz, um historische Rennwagen aus der DRM und der DTM zu präsentieren.“ Der 67-Jährige weiß sehr genau: „Für die alten Autos gibt es nicht mehr viele Ersatzteile, deshalb muss man auch in der DTM Classic intelligent fahren.“ Und doch räumt er ein: „Wenn man im Cockpit sitzt, ist das oft schnell vergessen und man will nur noch das Beste geben.“ Was den gebürtigen Bonner am meisten überrascht: „Die Begeisterung für die klassischen Rennwagen ist sehr groß, doch vor allem das Interesse der jungen Rennbesucher erstaunt mich doch sehr.“ 

Das ersten Mal nach der Sommerpause, das 90. Mal am Nürburgring

 Heiße Phase im heißen DTM-Titelkampf

  •     Startschuss zur zweiten Saisonhälfte: Bortolotti führt vor S. van der Linde und Rast
  •     Jüngster DTM-Pilot der Geschichte: Theo Oeverhaus gibt mit 17 Jahren sein Debüt
  •     Motorsport-Festival: DTM als Top Act, insgesamt 15 Rennen, viele Fan-Attraktionen

Foto: Jens Hawrda


Mit einem Jubiläum startet die DTM auf dem Nürburgring in die zweite Saisonhälfte. Die 1984 eingeführte Traditionsserie fährt am Wochenende beim „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ (26. bis 28. August) die Rennen 89 und 90 auf der legendären, 3,629 km langen Rennstrecke in der Eifel. Nach acht intensiven Saisonrennen beginnt die heiße Phase im Titelkampf mit vier Events im Zwei-Wochen-Rhythmus: Nürburgring, Spa-Francorchamps, Red Bull-Ring, Hockenheim. Es wird anstrengend, es wird hart, es wird sicherlich auch spektakulär. Gewinnt Spitzenreiter Mirko Bortolotti (ITA) den ersten DTM-Titel für Lamborghini? Holt Sheldon van der Linde (RSA) gleich in der Debütsaison des neuen M4 den Pokal für BMW? Oder holt René Rast (GER) seinen vierten DTM-Titel? Die DTM wäre jedoch nicht die DTM, wenn das Ergebnis vorausgesagt werden könnte. Sieben verschiedene Sieger in den ersten acht Rennen stehen für die außergewöhnliche Abwechslung und den heißen Kampf.

Der in Wien lebende Mirko Bortolotti (GRT) führt die Fahrerwertung mit 89 Punkten an und würde auf dem Nürburgring gerne Lamborghini den ersten DTM-Sieg schenken. 80 Punkte hat Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport), der einzige Doppelsieger der Saison, auf dem Konto, einen mehr als René Rast (ABT Sportsline, 79 Punkte), der nach einem Jahr Fahrer-Abstinenz ein starkes Comeback in der DTM gibt. Dahinter folgen Nico Müller (SUI, Rosberg Audi) mit 62, Lucas Auer (AUT, WINWARD Mercedes-AMG) mit 60 sowie Felipe Fraga (BRA, Red Bull AF Corse Ferrari) mit 50 Zählern. Somit sind fünf Marken auf den ersten sechs Tabellenplätzen vertreten. Zur Saisonhalbzeit führt Schubert Motorsport die Teamwertung vor GRT und ABT Sportsline an, in der Markenwertung liegt Audi aktuell vor Mercedes-AMG und BMW.

Geschichte wurde zuletzt am Norisring geschrieben, als der Österreicher Thomas Preining Porsche den ersten DTM-Sieg bescherte. Geschichte wird auch am Nürburgring geschrieben, denn der 17 Jahre alte Theo Oeverhaus aus Osnabrück bestreitet bei seinem Gaststart im Walkenhorst BMW sein DTM-Debüt und löst damit Pascal Wehrlein als jüngsten Fahrer der DTM-Historie ab. Oeverhaus ist damit auch der erste Fahrer, der den Sprung aus der Talentschmiede DTM Trophy in die hochkarätige DTM schafft. Der Youngster absolviert einen doppelten Einsatz, startet sowohl in der DTM als auch in der DTM Trophy.

Wie akribisch sich Teams und Fahrer auf die entscheidende zweite Saisonhälfte vorbereitet haben, zeigte der vergangene Sonntag. Außer Schubert Motorsport und ABT Sportsline nutzten alle Teams einen inoffiziellen Testtag am Nürburgring. Auch am Rennwochenende lockt die Eifel mit sommerlichen Temperaturen Motorsport-Enthusiasten und DTM-Fans. Im Fokus steht natürlich die DTM, mit ihren beiden Rennen am Samstag und Sonntag (Start jeweils um 13:30 Uhr MESZ, ab 13:00 live auf ProSieben). Mit insgesamt 15 Rennen beschert das Traditions-Event auf der attraktiven Sprintstrecke ein wahres Motorsport-Feuerwerk mit den weiteren Rennserien DTM Trophy, DTM Classic DRM Cup, BMW M2 Cup, TCR Europe Series, Lotus Cup Europe und P9-Challenge.

Mittwoch, 24. August 2022

DTM Trophy am Nürburgring: Hart umkämpft in den heißen Herbst

  • Noch nicht einmal Halbzeit: Siege für vier Fahrer, zehn Fahrer auf dem Podium
  • Doppelter Einsatz für Theo Oeverhaus: Der Walkenhorst-Pilot debütiert in der DTM
  • Live dabei: Tickets ab zehn Euro – ServusTV überträgt ab sofort alle Rennen live

Foto: Jens Hawrda

Sommer in der Eifel, heißer Herbst in der DTM Trophy. Dabei ist noch nicht einmal Saison-Halbzeit in der Talentschmiede auf der DTM-Plattform. Das Rennwochenende „DTM Nürburgring powered by Mercedes AMG“ vom 26. bis 28. August ist die vierte Veranstaltung der dritten Saison der noch jungen DTM Trophy. Auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke des Nürburgring werden die Saisonrennen sieben und acht von 14 ausgetragen. Erst nach dem Samstagrennen ist also Halbzeit. Von einer Vorentscheidung in der Meisterschaft ist die DTM Trophy noch weit entfernt, die Rennen sind überaus hart umkämpft – sehr zur Freude der Zuschauer, die auf der Traditionsrennstrecke in der Eifel am Wochenende von sommerlichen Temperaturen erwartet werden.

Nicht weniger als zehn verschiedene Fahrer standen in den bisherigen sechs Rennen auf dem Podium, vier Fahrer feierten Siege, vier Fahrer gingen von der Pole-Position ins Rennen – ein klarer Beleg für die Qualität des Jahrgangs 2022 dieser Talentschmiede. Als Tabellenführer reist der Niederländer Colin Caresani in die Eifel. 98 Zähler weist das Punktekonto des in Imola zweimal siegreichen BMW-Piloten aus dem Team Project 1 auf. Nur ein Punkt weniger hat Tim Heinemann. Der Deutsche, 2020 der erste DTM-Trophy-Champion, gewann im Toyota Supra von Ring-Racing beide Auftaktrennen. Zuletzt am Norisring errangen Caresanis Teamkollege Louis Henkefend (GER) und Theo Oeverhaus je einen Sieg.

Theo Oeverhaus wird am Nürburgring Geschichte schreiben. Der erst 17-Jährige bestreitet einen Gaststart in der hochkarätig besetzten DTM, nachdem er beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps erfolgreich im GT3-Rennwagen debütieren konnte. Oeverhaus wird damit der jüngste DTM-Pilot seit der Serien-Einführung 1984. Es wird ein anstrengendes Wochenende für den Osnabrücker, denn er absolviert einen doppelten Einsatz, bestreitet sowohl die Rennen zur DTM als auch zur DTM Trophy. Schließlich liegt er mit 76 Zählern auf dem aussichtsreichen dritten Tabellenrang, vor dem Brasilianer Thiago Vivacqua (52) im Audi von Heide-Motorsport, Henkefend (49) und dem Mosambikaner Rodrigo Dias Almeida (46) im Mercedes-AMG von BWT Mücke Motorsport. Nachdem er den Norisring hatte auslassen müssen, kehrt der Amerikaner Alexandre Papadopulos mit dem SRT Mercedes-AMG zurück ins Starterfeld, während sein Landsmann J.P. Southern (Eastside Audi) wegen einer am Norisring erlittenen Verletzung vorerst passen muss. Southern ist aktuell Siebter.

Die DTM Trophy garantiert genauso wie die weiteren 13 Rennen mit der DTM als Top Act spannenden und abwechslungsreichen Rennsport auf dem Nürburgring. Eintrittskarten gibt es ab zehn Euro (Freitag) via tickets.dtm.com und unter 01806 991166. Für all jene, die sich das Vor-Ort-Erlebnis dieses Motorsport-Festivals entgehen lassen, überträgt ServusTV ab sofort alle Rennen zur DTM Trophy – Start jeweils am Samstag und Sonntag um 15:15 Uhr - live, ob auf den heimischen Bildschirm oder im Online-Stream via servustv.com auf jedes Smartphone oder Tablet, ebenso wie DTM Grid (grid.dtm.com).