Mittwoch, 22. Juni 2022

Vorschau IDM Most

Ein buntes Programm mit Stars und Überraschungen 

Foto: Jens Hawrda

Wenn die internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) vom 24. bis 26. Juni 2022 in Most gastiert, wird den Motorsportfans eine volle Packung an Spannung serviert. Fahrer in acht Klassen müssen auf der 4,21 km langen Rennstrecke in Tschechien zwei Mutpassagen sowie neun Links- und 12 Rechtskurven bewältigen. Hat Florian Alt hier in der Königsklasse IDM Superbike die Möglichkeit, den Punktevorsprung des großen Titelfavoriten Markus Reiterberger schmelzen zu lassen?

Die Rennstrecke in Most, die sich nur unweit der deutschen Grenze in Sachsen befindet, gilt als Geheimtipp für Fans, die besonders nah am Geschehen sein wollen. Die Tribünen lassen den uneingeschränkten Blick auf die Schlüsselstellen zu. Der Zugang ins Fahrerlager und damit der direkte Kontakt mit den Fahrern und Teams ist beim Kauf eines Eintrittstickets für die Veranstaltung inbegriffen. 

In der Königsklasse IDM Superbike liegt Spannung in der Luft. Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) hat drei von bisher vier ausgetragenen Rennen gewonnen und sich in der Gesamtwertung bereits ein Punktepolster verschafft. Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) scheint der Einzige zu sein, der den Bayern einbremsen könnte. Die beiden Markenkollegen kämpfen auf Augenhöhe. Eine ernste Gefahr für den Spitzenreiter stellt Alt aber noch nicht dar, denn der 26-Jährige verließ den Saisonauftakt auf dem Lausitzring wegen technischen Problemen am Motorrad ohne einen einzigen Punkt. Um eine Chance zu haben, den 28-jährigen Reiterberger in der Tabelle einzuholen, darf ihm kein Fehler passieren. 

Spannend wird die Angelegenheit zusätzlich durch die Anwesenheit von Yamaha-Fahrer Vladimir Leonov (Hertrampf Mo Yamaha Racing Team), der als bester Nicht-BMW-Fahrer in der Lage ist, in die Entscheidung um den Meisterschaftstitel einzugreifen. 

Und was passiert aus der Richtung von Honda? Hier ist es aufgrund der Verletzung von Luca Grünwald zu einer äußerst prominenten Verpflichtung gekommen. Der italienische Superbike-WM-Star Leandro Mercado fährt in Most die Honda CBR 1000 RR-R des Teams Holzhauer Racing Promotion. Bei Kawasaki läuft die Suche nach einem brillanten Ersatz für den verletzten Bastien Mackels. Die IDM Superbike fährt 2022 auf einem Spitzenlevel. Nicht zuletzt haben die BMW-Fahrer Toni Finsterbusch, Jan Mohr, Julian Puffe und Pepijn Bjsterbosch schlagende Argumente in der Hand.

In der IDM Supersport hat bisher Max Enderlein (M32 Racing, Yamaha) jedes Rennen gewonnen. Er führt die Gesamtwertung mit 100 Punkten vor dem Österreicher Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex), der 40 Punkte Rückstand hat an. Ihm wiederum folgt mit Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing) ein absoluter Rookie in der Klasse. Dabei hätte Enderlein seinen größten Konkurrenten im eigenen Team haben sollen, doch Jan-Ole Jähnig ist bisher nicht in Fahrt gekommen. Der 21-Jährige aus Altenburg in Thüringen wirkt gerade nicht entspannt, bleibt aber optimistisch. Vor einer Woche hat er die neue Streckenbeschaffenheit in Most bei Testfahrten bereits erkundet. Zwischen der Zielgeraden und der ersten Schikane und noch weiteren Metern wurde der Belag erneuert.

In der spannenden Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 geht es beim Zieleinlauf nicht selten um Tausendstelsekunden. So dicht wie die Fahrer ankommen, so dicht geht es auch an der Tabellenspitze zu. Der Österreicher Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM-Paligo Racing) führt mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung auf den Deutschen Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki). In Most spielt zudem Supersport 300-WM-Fahrer Lennox Lehmann aus Dresden wieder mit. Er wird in dieser Saison alle IDM-Rennen, die sich nicht mit den WM-Läufen überschneiden, bestreiten. Das wird spannend.

Ein Dauerbrenner in Tschechien und in der naheliegenden Umgebung des Sachsenrings, ist die Sidecar-Klasse, die vom Multi-Weltmeister Tim Reeves und seinem Beifahrer Kevin Rousseau angeführt wird. Das britisch-französische Team ist gerade erst von TT auf der Isle on Man zurückgekehrt. In Most werden sie durch das deutsche Gespann mit Josef Sattler/Luca Schmidt den größten Druck bekommen. 

Im Autodrom Most geht es am Wochenende Schlag auf Schlag. Ein Programmpunkt jagt den nächsten, wobei auch der Yamaha R3 bLU cRU Cup, der Austrian Junior Cup, der Twin Cup und der Pro Superstock Cup für beste Unterhaltung sorgen. 

Dienstag, 21. Juni 2022

Zandvoort: Die ADAC GT4 Germany sucht den Halbzeitmeister 2022

  •  Lokalmatador und Tabellenführer Indy Dontje will den Heimsieg
  •  Beide Rennen im Livestream auf der reichweitenstarken Plattform sport.de

Foto: Jens Hawrda

Das dritte Rennwochenende 2022 der ADAC GT4 Germany steht ganz im Zeichen von Vollgas-Action in den niederländischen Nordseedünen. Auf der 2020 umfangreich renovierten Rennstrecke von Zandvoort mit ihren einzigartigen Steilkurven sucht die ADAC-Serie vom 24. bis 26. Juni den Halbzeit-Champion. Beste Chancen auf diesen inoffiziellen Titel haben die aktuellen Tabellenführer Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4 sowie die amtierenden Meister Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4. Tickets für das Motorsport-Spektakel an der Nordseeküste gibt es online unter adac.de/motorsport. Die Rennen der ADAC GT4 Germany können zudem im Livestream auf der reichweitenstarken Plattform sport.de sowie auf adac.de/motorsport verfolgt werden.


Tabellenführer Indy Dontje hat die kürzeste Anreise nach Zandvoort. Der frühere ADAC GT Masters-Pilot wohnt in Amsterdam und muss nur rund 30 Minuten zur Rennstrecke fahren. „Ich werde jedoch nicht zuhause schlafen, sondern zusammen mit dem Team vor Ort übernachten. Mir ist es wichtig, dass ich am Rennwochenende im Motorsport-Umfeld bleibe“, erklärt Dontje, der gemeinsam mit Phil Dörr 70 Meisterschaftspunkte auf dem Konto hat. „Mein Heimrennen will ich auf jeden Fall gewinnen und meinen Freunden, die mich besuchen wollen, eine tolle Show bieten. Das Layout der Strecke sollte unserem Aston Martin liegen. Insgesamt wollen wir so viele Punkte wie möglich holen, um die Tabellenführung zu verteidigen und den Halbzeit-Titel einzufahren. Das bedeutet, dass wir mit Köpfchen fahren müssen. Tatsächlich habe ich auf der umgebauten Strecke von Zandvoort noch kein einziges Rennen bestritten.“

Mit ordentlich Rückenwind kommt das BMW-Duo Schrey/Piana nach Zandvoort. Die aktuellen Champions haben zuletzt auf dem Red Bull Ring beide Läufe gewonnen und den Rückstand in der Tabelle auf neun Punkte verkürzt. „Der nächste Doppelsieg ist das klare Ziel. Wir fahren immer an die Rennstrecke, um zu gewinnen“, stellt Piana klar. „Die Konkurrenz in der ADAC GT4 Germany ist jedoch hochkarätig. Aston Martin und Mercedes-AMG schätze ich in Zandvoort stark ein. Ich sehe zwei Top-Fünf-Platzierungen als realistisch an. Zandvoort ist immer eine Reise wert. Ich werde rund um das Rennwochenende auch viel mit dem Rennrad unterwegs sein. Die umgebaute Strecke macht zwar Spaß, doch das alte Layout fand ich um einiges besser. Der erste Sektor und die letzte Kurve sind nun viel zu einfach. Zum Glück ist die Kuppe oben bei Scheivlak geblieben, wie sie war. Dort ist insbesondere im GT4 viel Bewegung im Auto. Das ist eine super Stelle.“

BeNeLux-Flair bringen auch Tom Kieffer (47/Lux) und Christian Kosch (45/Lux, beide Allied-Racing) mit nach Zandvoort. Die beiden Porsche 718 Cayman GT4 RS CS-Piloten sind amtierende Meister der Trophy-Wertung. 2021 begannen sie in Zandvoort eine Siegesserie, die bis zum Saisonfinale anhielt. Dementsprechend gut gelaunt reisen die beiden Gentleman an die Nordseeküste. „Ziel Nummer eins 2022 ist natürlich die Titelverteidigung“, so Kieffer. „Wir wollen dieses Jahr aber auch regelmäßig in den Top Zehn der Gesamtwertung fahren. Dementsprechend haben wir uns detailliert auf Zandvoort vorbereitet. Die Strecke gefällt mir sehr gut, vor allem die älteren Teile bergauf mit den Kuppen. Durch den vielen Sand gilt es zudem, auf der sauberen Ideallinie zu bleiben. Der Porsche sollte in Zandvoort gut funktionieren. Aber alle Hersteller liegen in der ADAC GT4 Germany sehr eng zusammen. Deswegen wird es spannend zugehen.“

Zum ohnehin schon starken Feld der ADAC GT4 Germany kommen ab dem Rennwochenende von Zandvoort noch die beiden Aston Martin Vantage GT4 vom Team Speed Monkeys hinzu. Der Rennstall aus Essen absolvierte 2021 bereits zwei Gaststarts und baut das Engagement in der Serie nun deutlich aus.

Team Speed Monkeys steigt mit zwei Aston Martin in die ADAC GT4 Germany ein

  •  Fahrerquartett für beide Autos steht fest
  •  Auch alle weiteren Saisonrennen 2022 werden bestritten
  •  Zwei Aston Martin für volle Saison 2023 der ADAC GT4 Germany geplant

Der Aston Martin Vantage GT4 vom Team Speed Monkeys © Team Speed Monkeys


Die ADAC GT4 Germany erhält weiteren Zuwachs: Ab dem Rennen auf dem Circuit Zandvoort (24. bis 26. Juni) in den Niederlanden steigt das Team Speed Monkeys mit zwei Aston Martin Vantage GT4 in die Serie ein. Damit wächst das Feld der ADAC GT4 Germany vor dem Gastspiel an der Nordsee weiter an. „Die ADAC GT4 Germany ist eine wirklich tolle und interessante Rennserie. Wir haben 2021 bereits zwei Gaststarts mit einem Porsche absolviert und uns richtig wohl gefühlt. Jetzt bauen wir das Programm weiter aus und möchten uns langfristig in der Meisterschaft etablieren“, erklärt Teamchef Christian Bracke.

Die vier Piloten für den Einsatz auf dem Circuit Zandvoort stehen bereits fest. Einen Aston Martin teilen sich Paul-Aurel König (17/Hameln) und Konstantin Lachenauer (19/CHE). Die beiden Youngster haben 2022 schon große Erfolge eingefahren. König gewann beim Saisonauftakt der ADAC GT4 Germany das Sonntagsrennen im Porsche von Allied-Racing. Es war bereits sein zweiter Sieg in der Serie. Lachenauer triumphierte beim ersten Rennwochenende der GT4 European Series in Imola/Italien und führt im europäischen Championat derzeit souverän die Meisterschaftstabelle an. „Obwohl die ADAC GT4 Germany extrem stark besetzt ist, möchten wir mit diesem Duo in Zandvoort gleich mit um die Siege fahren. Paul ist ein junger Pilot, der aber schon sein großes Potenzial gezeigt hat. Er kennt die ADAC GT4 Germany gut. Wir möchten ihn als Rennfahrer weiter aufbauen und entwickeln. Mit Konstantin Lachenauer hat er einen absoluten Top-Star an seiner Seite. Ich zähle Konstantin zu den weltweit besten GT4-Piloten“, so Bracke.

Das Schwesterauto werden in Zandvoort Jacob Riegel (17/Hünxe) und Marc de Fulgencio (22/ESP) pilotieren. Beide standen bereits 2021 in der ADAC GT4 Germany am Start und geben somit nun ebenfalls das Serien-Comeback. „Für Jacob geht es darum, weitere Rennerfahrung zu sammeln. Marc ist ein hochkarätiger Pilot, der ebenfalls für unsere Zukunft interessant ist. Er hat in Zandvoort die Möglichkeit, unser Auto unter Rennbedingungen kennenzulernen“, erläutert Bracke weiter. „Für diese Paarung sehe ich ein Top-Fünf Resultat als realistisches Ziel.“

Nach dem Comeback-Einsatz in Zandvoort geht es für das Team Speed Monkeys in der ADAC GT4 Germany weiter. „Wir wollen die gesamte restliche Saison 2022 bestreiten“, stellt Bracke klar. „Das Auto von König und Lachenauer ist dafür bereits fix. Beim zweiten Fahrzeug sind wir aktuell in der Planungsphase. Hier möchten wir einige Fahrer mit Hinblick auf 2023 ausprobieren. Denn dann wollen wir mit zwei Aston Martin die volle Saison der ADAC GT4 Germany bestreiten.“

Geht der Höhenflug für BMW-Duo Krütten/Green in Zandvoort weiter?

  •     Die Youngster wollen auf dem Dünenkurs an der Nordsee ihre Tabellenführung verteidigen
  •     Audi mit fünf Siegen erfolgreichste Marke beim ADAC GT Masters in Zandvoort
  •     Heimspiel für zwei Niederländer - Rückkehr für Champion Maximilian Götz

Das ADAC GT Masters ist vom 24. bis 26. Juni zu Gast in Zandvoort
Foto: ADAC-Motorsport


Hochspannung herrscht vor dem dritten Tourstopp der Deutschen GT-Meisterschaft in Zandvoort am kommenden Wochenende. Niklas Krütten (19/Trier) und Ben Green (24/GB) reisen als Überraschungs-Tabellenführer in die Niederlande. Auf dem Dünenkurs mit zwei spektakulären Steilkurven müssen die Youngster zeigen, ob sie eine ähnlich beeindruckende Leistung abliefern können wie am Red Bull Ring, wo sie beim zweiten Halt des ADAC GT Masters beide Rennen gewinnen und sich damit an die Spitze katapultieren konnten. Die Abstände zur Konkurrenz sind gering. Die ersten fünf Supersportwagen liegen innerhalb von zehn Punkten, was die Ausgeglichenheit und das hohe Niveau in der Deutschen GT-Meisterschaft unterstreicht. „So ändern sich die Vorzeichen, von den Jägern nun zu den Gejagten. Aber diese Rolle nehmen wir gerne an. Wir hoffen, dass wir an unsere tolle Performance von Österreich anknüpfen können und wieder ganz vorn dabei sind. Besonders freue ich mich auf die Strecke nach dem Umbau. Die zwei Steilkurven sind schon außergewöhnlich“, sagt der 19 Jahre alte Niklas Krütten. TV-Partner NITRO überträgt die Rennen des ADAC GT Masters live am Samstag und Sonntag jeweils ab 12:30 Uhr.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Läufe 5 und 6 von 14 Saisonrennen

Streckenlänge: 4.259 Meter
Layout: 14 Kurven (zehn Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2021, Rennen 1: Ricardo Feller/Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS Evo)
Sieger 2021, Rennen 2: Charles Weerts/Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS Evo)

Die Youngster sind die Gejagten

Das Duo Krütten/Green vom Team Schubert Motorsport gehört im BMW M4 GT3 #10 als Spitzenreiter zu den Gejagten in Zandvoort und muss beweisen, dass es mit diesem Druck umgehen kann. Nur drei Punkte dahinter lauert Jusuf Owega (20/Köln), der für Montaplast by Land-Motorsport wieder mit Ricardo Feller (22/CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo II #29 an den Start geht. Der aktuelle Champion aus der Schweiz hat im vergangenen Jahr mit Christopher Mies (33/ Düsseldorf) Rennen eins in Zandvoort gewonnen und will diesen Erfolg mit seinem neuen, jungen Partner wiederholen. Mit fünf Siegen ist Audi übrigens die erfolgreichste Marke in Zandvoort und stand bei drei der vergangenen vier Rennen ganz oben auf dem Treppchen. Die Tabellendritten Jonathan Aberdein (24/ZA) und Raffaele Marciello (27/I) vom Mann-Filter Team Landgraf warten mit dem Mercedes-AMG GT3 Evo #48 noch auf den ersten Saisonsieg, liegen aber mit einem Rückstand von nur vier Zählern in Schlagdistanz zur Spitze. Ebenfalls in der Verfolgerrolle ist die Paarung Nicky Catsburg (34/NL) und Jesse Krohn (31/FIN) von Schubert Motorsport auf Rang vier, bei der sich Lokalmatador Catsburg mit dem BMW M4 GT3 #20 einiges in seinen Heimrennen vorgenommen hat. Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) wollen als Gesamtfünfte im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 vom Team Joos Sportwagentechnik den Aufwärtstrend nach zwei Podiumsplätzen auf dem Red Bull Ring auch in Zandvoort fortsetzten.

Ein Kultkurs an der Nordseeküste

Der Circuit Zandvoort ist auch nach seinem Umbau 2020, der einen flüssigeren Streckenverlauf und höhere Geschwindigkeiten zur Folge hatte, ein Kurs der alten Schule geblieben. Fehler werden gnadenlos bestraft, da es keine weiträumigen, asphaltierten Auslaufzonen gibt. Ein Ausritt endet fast immer in einem Kiesbett oder an einer Mauer, was das sofortige Aus bedeuten kann. Besonders spektakulär sind die beiden um 18 Grad überhöhten Steilkurven „Hugenholtzbocht“ hinter dem Fahrerlager und „Arie Luyendykbocht“ vor Start und Ziel. Durch den Umbau können die Piloten nun mit deutlich mehr Geschwindigkeit auf die Start-Ziel-Gerade einbiegen und zu Überholmanövern ansetzten. Die Zuschauer freuen sich auf spektakuläre Duelle der Fahrer.

Zwei Lokalmatadore und ein prominenter Rückkehrer

Zwei Lokalmatadore gehen mit unterschiedlichen Erwartungen in Zandvoort an den Start. Nicky Catsburg peilt bei seinen beiden Heimrennen Podiumsränge an. Der Niederländer hat zusammen mit seinem Kollegen Jesse Krohn den Gesamtsieg in der Deutschen GT-Meisterschaft fest im Visier und will mit guten Platzierungen vor den heimischen Fans näher an die Spitze heranrücken. Sein junger Landsmann Thierry Vermeulen (19) von Car Collection Motorsport wäre im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit einem Rang unter den Top Ten mehr als zufrieden. Er kann dabei auf handfeste Unterstützung seines Freundes Max Verstappen setzen. Der Formel-1-Weltmeister will seinem Kumpel Vermeulen bei dessen Heimspiel beide Daumen drücken. Ein prominenter Fahrer feiert auf dem niederländischen Nordseekurs seine Rückkehr in das ADAC GT Masters. Maximilian Götz (36/Uffenheim), Champion von 2012, wird für Madpanda Motorsport im Cockpit eines Mercedes-AMG GT3 Evo an den Start gehen. Der 36-Jährige will dem neu eingestiegenen Team mit seiner großen Erfahrung weiterhelfen und freut sich wie die Fans auf seinen Einsatz in der Deutschen GT-Meisterschaft.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Fans und Zuschauer können sich vom 24. bis 26. Juni auf packenden Motorsport und Rennaction nonstop freuen. Denn neben dem ADAC GT Masters sind auf dem Kurs an der Nordsee auch die Boliden der ADAC GT4 Germany und die Nachwuchstalente der ADAC Formel 4 am Start. Geballte Porsche-Power ist bei zwei weiteren Rennserien angesagt: Über 50 Neunelfer kämpfen im Porsche Carrera Cup Deutschland und dem Porsche Carrera Cup Benelux um Siege, Platzierungen und Punkte.

Montag, 20. Juni 2022

Start-Ziel-Sieg für Jessica Bäckman in Österreich

  •  Die Schwedin feiert auf dem Salzburgring ihren vierten Saisonsieg
  •  Martin Andersen beendet jede Session des Wochenendes auf Platz zwei
  •  Szymon Ladniak bester Junior, Roland Hertner schnellster Trophy-Pilot

Sieg am Sonntag für Jessica Bäckmann -Die Schwedin hat bereits vier Saisonsiege auf dem Konto
Foto: ADAC-Motorsport


Jessica Bäckman (24, Schweden, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) führt ihre irre Statistik fort: Muss sie nicht aufgrund eines Problems von ganz hinten starten, gewinnt sie das Rennen auch. So auch beim zweiten Rennen der ADAC TCR Germany auf dem Salzburgring. Die Schwedin war die schnellste Pilotin auf der Strecke und fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein. Mit fünf Sekunden Vorsprung auf Honda-Fahrer Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) auf dem zweiten Platz, steuerte sie ihren Hyundai Veloster zum vierten Saisonsieg. Dritter wurde Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass), der sich im Hyundai i30 N TCR von P5 auf das Podium vorkämpfte.

„Am Ende war ich ein wenig ängstlich, da ich die Befürchtung hatte, dass meine Reifen nicht halten würden. Daher bin ich sehr glücklich, dass ich als erste über die Ziellinie gekommen bin,“ freut sich die 24-jährige über ihren Sieg. „Es ist ein sehr guter Abschluss für ein schwieriges Wochenende, auch wenn Martin seinen Vorsprung ein wenig ausbauen konnte. Nach der Sommerpause gebe ich alles dafür, diesen Rückstand wieder einzuholen.“

Andersen sichert sich erneut P2 – Junioren auf Abwegen

Ein erfolgreiches Wochenende war es auch für Martin Andersen, der alle sechs Sessions des Wochenendes auf dem zweiten Platz beendete. Auch wenn das letzte Bisschen gefehlt hat, konnte er seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausbauen. „Ich habe über das Wochendende die meisten Punkte aller Fahrer geholt, dafür sind wir hergekommen. Es sind wichtige Punkte und ein tolles Ergebnis für das Team. Es war ein gutes Wochenende,“ sagt Andersen, der die Gesamtwertung nun mit acht Punkten vor Bäckman anführt.

Als dritter kam Jonas Karklys ins Ziel. Der Litauer, der gestern noch mit Problemen zu kämpfen hatte, ging von Platz fünf ins Rennen und schob sich schon in der ersten Kurve auf den Podestplatz vor. „Es fühlt sich richtig gut an auf dem Podium zu stehen. Ich war beim Start sehr fokussiert und wollte so schnell wie möglich sein. Super, dass es so gut geklappt hat,“ zeigte sich Karklys sehr zufrieden mit seinem Rennen.

Hinter Karklys kämpften die Junioren der TCR Germany um Meisterschaftspunkte. Jedoch hatte alle ihre Probleme mit der ersten Kurve. Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) verpasste im Honda Civic die Schikane einmal und musste den Audi RS3 LMS von Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) ziehen lassen. Später im Rennen unterlief Gruhn derselbe Fehler, sodass Ladniak wieder am Audi-Piloten vorbeizog. Ladniak beendete das Rennen im Honda Civic auf Platz vier, Gruhn kam als fünfter ins Ziel.

Hertner bester Trophy-Pilot – Jahr fällt zurück

Bester Fahrer der Trophy-Wertung wurde erneut Roland Hertner (62, Heilbronn, LIqui Moly Team Engstler). Der Honda-Pilot zeigte eine gute Leistung und sah schließlich als sechster die karierte Flagge. Drei Sekunden hinter Hertner kam mit Vincent Radermecker (55, Belgien, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR der zweite Trophy-Pilot auf Platz sieben ins Ziel.

Weniger gut lief es für Robin Jahr. Der Veloster-Fahrer startete von P9 ins Rennen und war schon nach wenigen Runden vierter und kämpfte mit Karklys um den dritten Platz. Danach fiel der ROJA-Pilot mit Reifenproblemen aber immer weiter zurück und beendete das Rennen auf dem achten Platz. Die Plätze neun und zehn sicherten sich Michael Maurer (29, Schweiz, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR und Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) im Audi RS3.

Die ADAC TCR Germany verabschiedet sich in eine sechswöchige Sommerpause, ehe es am Wochenende vom 5. bis zum 7. August auf dem traditionsreichen Nürburgring weitergeht.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Max Gruhn (Gruhn Stahlbau Racing, Fünfter): „Es war ein gutes Rennen von uns. Leider habe ich mich einmal zu häufig verbremst, aber es hat alles gehalten und wir sind als fünfter ins Ziel gekommen. Ich bin zufrieden mit meinem Rennen.“