Dienstag, 21. Juni 2022

Team Speed Monkeys steigt mit zwei Aston Martin in die ADAC GT4 Germany ein

  •  Fahrerquartett für beide Autos steht fest
  •  Auch alle weiteren Saisonrennen 2022 werden bestritten
  •  Zwei Aston Martin für volle Saison 2023 der ADAC GT4 Germany geplant

Der Aston Martin Vantage GT4 vom Team Speed Monkeys © Team Speed Monkeys


Die ADAC GT4 Germany erhält weiteren Zuwachs: Ab dem Rennen auf dem Circuit Zandvoort (24. bis 26. Juni) in den Niederlanden steigt das Team Speed Monkeys mit zwei Aston Martin Vantage GT4 in die Serie ein. Damit wächst das Feld der ADAC GT4 Germany vor dem Gastspiel an der Nordsee weiter an. „Die ADAC GT4 Germany ist eine wirklich tolle und interessante Rennserie. Wir haben 2021 bereits zwei Gaststarts mit einem Porsche absolviert und uns richtig wohl gefühlt. Jetzt bauen wir das Programm weiter aus und möchten uns langfristig in der Meisterschaft etablieren“, erklärt Teamchef Christian Bracke.

Die vier Piloten für den Einsatz auf dem Circuit Zandvoort stehen bereits fest. Einen Aston Martin teilen sich Paul-Aurel König (17/Hameln) und Konstantin Lachenauer (19/CHE). Die beiden Youngster haben 2022 schon große Erfolge eingefahren. König gewann beim Saisonauftakt der ADAC GT4 Germany das Sonntagsrennen im Porsche von Allied-Racing. Es war bereits sein zweiter Sieg in der Serie. Lachenauer triumphierte beim ersten Rennwochenende der GT4 European Series in Imola/Italien und führt im europäischen Championat derzeit souverän die Meisterschaftstabelle an. „Obwohl die ADAC GT4 Germany extrem stark besetzt ist, möchten wir mit diesem Duo in Zandvoort gleich mit um die Siege fahren. Paul ist ein junger Pilot, der aber schon sein großes Potenzial gezeigt hat. Er kennt die ADAC GT4 Germany gut. Wir möchten ihn als Rennfahrer weiter aufbauen und entwickeln. Mit Konstantin Lachenauer hat er einen absoluten Top-Star an seiner Seite. Ich zähle Konstantin zu den weltweit besten GT4-Piloten“, so Bracke.

Das Schwesterauto werden in Zandvoort Jacob Riegel (17/Hünxe) und Marc de Fulgencio (22/ESP) pilotieren. Beide standen bereits 2021 in der ADAC GT4 Germany am Start und geben somit nun ebenfalls das Serien-Comeback. „Für Jacob geht es darum, weitere Rennerfahrung zu sammeln. Marc ist ein hochkarätiger Pilot, der ebenfalls für unsere Zukunft interessant ist. Er hat in Zandvoort die Möglichkeit, unser Auto unter Rennbedingungen kennenzulernen“, erläutert Bracke weiter. „Für diese Paarung sehe ich ein Top-Fünf Resultat als realistisches Ziel.“

Nach dem Comeback-Einsatz in Zandvoort geht es für das Team Speed Monkeys in der ADAC GT4 Germany weiter. „Wir wollen die gesamte restliche Saison 2022 bestreiten“, stellt Bracke klar. „Das Auto von König und Lachenauer ist dafür bereits fix. Beim zweiten Fahrzeug sind wir aktuell in der Planungsphase. Hier möchten wir einige Fahrer mit Hinblick auf 2023 ausprobieren. Denn dann wollen wir mit zwei Aston Martin die volle Saison der ADAC GT4 Germany bestreiten.“

Geht der Höhenflug für BMW-Duo Krütten/Green in Zandvoort weiter?

  •     Die Youngster wollen auf dem Dünenkurs an der Nordsee ihre Tabellenführung verteidigen
  •     Audi mit fünf Siegen erfolgreichste Marke beim ADAC GT Masters in Zandvoort
  •     Heimspiel für zwei Niederländer - Rückkehr für Champion Maximilian Götz

Das ADAC GT Masters ist vom 24. bis 26. Juni zu Gast in Zandvoort
Foto: ADAC-Motorsport


Hochspannung herrscht vor dem dritten Tourstopp der Deutschen GT-Meisterschaft in Zandvoort am kommenden Wochenende. Niklas Krütten (19/Trier) und Ben Green (24/GB) reisen als Überraschungs-Tabellenführer in die Niederlande. Auf dem Dünenkurs mit zwei spektakulären Steilkurven müssen die Youngster zeigen, ob sie eine ähnlich beeindruckende Leistung abliefern können wie am Red Bull Ring, wo sie beim zweiten Halt des ADAC GT Masters beide Rennen gewinnen und sich damit an die Spitze katapultieren konnten. Die Abstände zur Konkurrenz sind gering. Die ersten fünf Supersportwagen liegen innerhalb von zehn Punkten, was die Ausgeglichenheit und das hohe Niveau in der Deutschen GT-Meisterschaft unterstreicht. „So ändern sich die Vorzeichen, von den Jägern nun zu den Gejagten. Aber diese Rolle nehmen wir gerne an. Wir hoffen, dass wir an unsere tolle Performance von Österreich anknüpfen können und wieder ganz vorn dabei sind. Besonders freue ich mich auf die Strecke nach dem Umbau. Die zwei Steilkurven sind schon außergewöhnlich“, sagt der 19 Jahre alte Niklas Krütten. TV-Partner NITRO überträgt die Rennen des ADAC GT Masters live am Samstag und Sonntag jeweils ab 12:30 Uhr.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Läufe 5 und 6 von 14 Saisonrennen

Streckenlänge: 4.259 Meter
Layout: 14 Kurven (zehn Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2021, Rennen 1: Ricardo Feller/Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS Evo)
Sieger 2021, Rennen 2: Charles Weerts/Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS Evo)

Die Youngster sind die Gejagten

Das Duo Krütten/Green vom Team Schubert Motorsport gehört im BMW M4 GT3 #10 als Spitzenreiter zu den Gejagten in Zandvoort und muss beweisen, dass es mit diesem Druck umgehen kann. Nur drei Punkte dahinter lauert Jusuf Owega (20/Köln), der für Montaplast by Land-Motorsport wieder mit Ricardo Feller (22/CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo II #29 an den Start geht. Der aktuelle Champion aus der Schweiz hat im vergangenen Jahr mit Christopher Mies (33/ Düsseldorf) Rennen eins in Zandvoort gewonnen und will diesen Erfolg mit seinem neuen, jungen Partner wiederholen. Mit fünf Siegen ist Audi übrigens die erfolgreichste Marke in Zandvoort und stand bei drei der vergangenen vier Rennen ganz oben auf dem Treppchen. Die Tabellendritten Jonathan Aberdein (24/ZA) und Raffaele Marciello (27/I) vom Mann-Filter Team Landgraf warten mit dem Mercedes-AMG GT3 Evo #48 noch auf den ersten Saisonsieg, liegen aber mit einem Rückstand von nur vier Zählern in Schlagdistanz zur Spitze. Ebenfalls in der Verfolgerrolle ist die Paarung Nicky Catsburg (34/NL) und Jesse Krohn (31/FIN) von Schubert Motorsport auf Rang vier, bei der sich Lokalmatador Catsburg mit dem BMW M4 GT3 #20 einiges in seinen Heimrennen vorgenommen hat. Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) wollen als Gesamtfünfte im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 vom Team Joos Sportwagentechnik den Aufwärtstrend nach zwei Podiumsplätzen auf dem Red Bull Ring auch in Zandvoort fortsetzten.

Ein Kultkurs an der Nordseeküste

Der Circuit Zandvoort ist auch nach seinem Umbau 2020, der einen flüssigeren Streckenverlauf und höhere Geschwindigkeiten zur Folge hatte, ein Kurs der alten Schule geblieben. Fehler werden gnadenlos bestraft, da es keine weiträumigen, asphaltierten Auslaufzonen gibt. Ein Ausritt endet fast immer in einem Kiesbett oder an einer Mauer, was das sofortige Aus bedeuten kann. Besonders spektakulär sind die beiden um 18 Grad überhöhten Steilkurven „Hugenholtzbocht“ hinter dem Fahrerlager und „Arie Luyendykbocht“ vor Start und Ziel. Durch den Umbau können die Piloten nun mit deutlich mehr Geschwindigkeit auf die Start-Ziel-Gerade einbiegen und zu Überholmanövern ansetzten. Die Zuschauer freuen sich auf spektakuläre Duelle der Fahrer.

Zwei Lokalmatadore und ein prominenter Rückkehrer

Zwei Lokalmatadore gehen mit unterschiedlichen Erwartungen in Zandvoort an den Start. Nicky Catsburg peilt bei seinen beiden Heimrennen Podiumsränge an. Der Niederländer hat zusammen mit seinem Kollegen Jesse Krohn den Gesamtsieg in der Deutschen GT-Meisterschaft fest im Visier und will mit guten Platzierungen vor den heimischen Fans näher an die Spitze heranrücken. Sein junger Landsmann Thierry Vermeulen (19) von Car Collection Motorsport wäre im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit einem Rang unter den Top Ten mehr als zufrieden. Er kann dabei auf handfeste Unterstützung seines Freundes Max Verstappen setzen. Der Formel-1-Weltmeister will seinem Kumpel Vermeulen bei dessen Heimspiel beide Daumen drücken. Ein prominenter Fahrer feiert auf dem niederländischen Nordseekurs seine Rückkehr in das ADAC GT Masters. Maximilian Götz (36/Uffenheim), Champion von 2012, wird für Madpanda Motorsport im Cockpit eines Mercedes-AMG GT3 Evo an den Start gehen. Der 36-Jährige will dem neu eingestiegenen Team mit seiner großen Erfahrung weiterhelfen und freut sich wie die Fans auf seinen Einsatz in der Deutschen GT-Meisterschaft.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Fans und Zuschauer können sich vom 24. bis 26. Juni auf packenden Motorsport und Rennaction nonstop freuen. Denn neben dem ADAC GT Masters sind auf dem Kurs an der Nordsee auch die Boliden der ADAC GT4 Germany und die Nachwuchstalente der ADAC Formel 4 am Start. Geballte Porsche-Power ist bei zwei weiteren Rennserien angesagt: Über 50 Neunelfer kämpfen im Porsche Carrera Cup Deutschland und dem Porsche Carrera Cup Benelux um Siege, Platzierungen und Punkte.

Montag, 20. Juni 2022

Start-Ziel-Sieg für Jessica Bäckman in Österreich

  •  Die Schwedin feiert auf dem Salzburgring ihren vierten Saisonsieg
  •  Martin Andersen beendet jede Session des Wochenendes auf Platz zwei
  •  Szymon Ladniak bester Junior, Roland Hertner schnellster Trophy-Pilot

Sieg am Sonntag für Jessica Bäckmann -Die Schwedin hat bereits vier Saisonsiege auf dem Konto
Foto: ADAC-Motorsport


Jessica Bäckman (24, Schweden, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) führt ihre irre Statistik fort: Muss sie nicht aufgrund eines Problems von ganz hinten starten, gewinnt sie das Rennen auch. So auch beim zweiten Rennen der ADAC TCR Germany auf dem Salzburgring. Die Schwedin war die schnellste Pilotin auf der Strecke und fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein. Mit fünf Sekunden Vorsprung auf Honda-Fahrer Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) auf dem zweiten Platz, steuerte sie ihren Hyundai Veloster zum vierten Saisonsieg. Dritter wurde Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass), der sich im Hyundai i30 N TCR von P5 auf das Podium vorkämpfte.

„Am Ende war ich ein wenig ängstlich, da ich die Befürchtung hatte, dass meine Reifen nicht halten würden. Daher bin ich sehr glücklich, dass ich als erste über die Ziellinie gekommen bin,“ freut sich die 24-jährige über ihren Sieg. „Es ist ein sehr guter Abschluss für ein schwieriges Wochenende, auch wenn Martin seinen Vorsprung ein wenig ausbauen konnte. Nach der Sommerpause gebe ich alles dafür, diesen Rückstand wieder einzuholen.“

Andersen sichert sich erneut P2 – Junioren auf Abwegen

Ein erfolgreiches Wochenende war es auch für Martin Andersen, der alle sechs Sessions des Wochenendes auf dem zweiten Platz beendete. Auch wenn das letzte Bisschen gefehlt hat, konnte er seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausbauen. „Ich habe über das Wochendende die meisten Punkte aller Fahrer geholt, dafür sind wir hergekommen. Es sind wichtige Punkte und ein tolles Ergebnis für das Team. Es war ein gutes Wochenende,“ sagt Andersen, der die Gesamtwertung nun mit acht Punkten vor Bäckman anführt.

Als dritter kam Jonas Karklys ins Ziel. Der Litauer, der gestern noch mit Problemen zu kämpfen hatte, ging von Platz fünf ins Rennen und schob sich schon in der ersten Kurve auf den Podestplatz vor. „Es fühlt sich richtig gut an auf dem Podium zu stehen. Ich war beim Start sehr fokussiert und wollte so schnell wie möglich sein. Super, dass es so gut geklappt hat,“ zeigte sich Karklys sehr zufrieden mit seinem Rennen.

Hinter Karklys kämpften die Junioren der TCR Germany um Meisterschaftspunkte. Jedoch hatte alle ihre Probleme mit der ersten Kurve. Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) verpasste im Honda Civic die Schikane einmal und musste den Audi RS3 LMS von Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) ziehen lassen. Später im Rennen unterlief Gruhn derselbe Fehler, sodass Ladniak wieder am Audi-Piloten vorbeizog. Ladniak beendete das Rennen im Honda Civic auf Platz vier, Gruhn kam als fünfter ins Ziel.

Hertner bester Trophy-Pilot – Jahr fällt zurück

Bester Fahrer der Trophy-Wertung wurde erneut Roland Hertner (62, Heilbronn, LIqui Moly Team Engstler). Der Honda-Pilot zeigte eine gute Leistung und sah schließlich als sechster die karierte Flagge. Drei Sekunden hinter Hertner kam mit Vincent Radermecker (55, Belgien, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR der zweite Trophy-Pilot auf Platz sieben ins Ziel.

Weniger gut lief es für Robin Jahr. Der Veloster-Fahrer startete von P9 ins Rennen und war schon nach wenigen Runden vierter und kämpfte mit Karklys um den dritten Platz. Danach fiel der ROJA-Pilot mit Reifenproblemen aber immer weiter zurück und beendete das Rennen auf dem achten Platz. Die Plätze neun und zehn sicherten sich Michael Maurer (29, Schweiz, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR und Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) im Audi RS3.

Die ADAC TCR Germany verabschiedet sich in eine sechswöchige Sommerpause, ehe es am Wochenende vom 5. bis zum 7. August auf dem traditionsreichen Nürburgring weitergeht.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Max Gruhn (Gruhn Stahlbau Racing, Fünfter): „Es war ein gutes Rennen von uns. Leider habe ich mich einmal zu häufig verbremst, aber es hat alles gehalten und wir sind als fünfter ins Ziel gekommen. Ich bin zufrieden mit meinem Rennen.“

Gänsehaut beim DRM-Revival

Historische Boliden begeistern bei der Premiere in Imola

  • Legendärer Ford Zakspeed Capri Turbo mit zwei Siegen durch Vater und Sohn Mücke
  • Mit Stefan Mücke und Otto Rensing zwei Ex-DTM-Fahrer auf dem Podium
  • Schweizer Kammermann erneut bester Pilot eines BMW M1

Motorsport-Geschichte im DTM Classic DRM Cup © DTM

Das rollende Geschichtsbuch der DTM erlebte in Imola eine begeisternde Premiere. Die historischen Rennwagen aus der Deutschen Rennsport-Meisterschaft, kurz DRM, der Siebzigerjahre erlebten ein eindrucksvolles Comeback im Rahmen des neu geschaffenen DTM Classic DRM Cups. Mit dem Ford Zakspeed Turbo Capri feierte ein legendäres Fahrzeug aus dieser glanzvollen Ära zwei blitzsaubere Siege, am Samstag mit Altmeister Peter Mücke (Berlin) am Steuer und am Sonntag mit seinem Sohn Stefan. Wie schon am Vortag brachte der Schweizer Michael Kammermann seinen wunderschönen BMW M1 erneut als Zweiter ins Ziel, gefolgt von Otto Rensing (GER) im Porsche Carrera RSR. Somit standen mit Mücke und Rensing gleich zwei Ex-DTM-Piloten auf dem Podest.

Otto Rensing, ehemaliger BMW-Junior und 1991 im BMW M3 in der DTM am Start, hatte gleich in der Startrunde für die Szene des Rennens gesorgt. Denn zwischen dem weiß-gelben Porsche von Rensing, den am Vortag Michael Hess (GER) auf Rang vier gesteuert hatte, und dem edlen BMW M1 von Ronny Scheer (GER), dem Drittplatzierten vom Samstag, kam es in der Schikane zu einem unglücklichen Kontakt. Dabei stieg der BMW auf, und Ex-Motorrad-WM-Pilot Scheer konnte einen Überschlag nur knapp vermeiden. Während Scheer damit aus dem Rennen war, konnte Rensing seine Fahrt fortsetzen und arbeitete sich sogar vom siebten Platz sogar wieder bis auf Rang drei nach vorne. „Das war ein Missverständnis, das tut mir sehr leid“, so Rensing im Ziel. Es ist die generelle Atmosphäre unter den Fahrern, im Fahrerlager und auf der Strecke, die dieses Revival der DRM-Rennwagen zu einem besonderen Event macht. „Es war ein absoluter Genuss: tolle Strecke, tolles Auto, tolle Atmosphäre“, attestierte auch Stefan Mücke, der im Team BWT Mücke Motorsport den Klassik-Bereich leitet. „Die Strecke ist ein Traum“, sagte auch Kammermann über den 4,909 km langen Traditionskurs. „Der größte Gegner war die Hitze, aber es hat riesigen Spaß gemacht.“

Nach dem späten Ausfall von Hans-Ulrich Kainziger (GER) im Porsche 3.0 RSR beendete Marco Wagner (GER) im Ex-Sauber-BMW M1 Gruppe 5 das Rennen als Vierter vor Philipp Kennewell (GER) im wunderschönen BMW 3.0 CSL. Sohn Max Kainzinger (GER) wurde im Porsche 914/6 Zehnter, Ute Schreiber (GER) steuerte als einzige Frau im Feld ihren Alfa Romeo 1750 GT-Am auf Rang 13.

Auf dem Nürburgring treffen sich die DRM-Boliden vom 26. bis 28. August zum zweiten Mal zur zweiten Runde im DTM Classic DRM Cup. In zwei Wochen auf dem Norisring (1. bis 3. Juli) sorgen zunächst wieder die ehemaligen DTM-Tourenwagen aus den Jahren 1984 bis 2007 für besten historischen Motorsport auf der Traditionsstrecke in Nürnberg.

Sonntag, 19. Juni 2022

Doppelter Triumph für Colin Caresani

Colin Caresani gewinnt auch das spektakuläre Sonntagsrennen zur DTM Trophy in Imola

  • BMW-Pilot nach zweitem Saisonsieg punktgleich mit Heinemann an der Spitze
  • Toyota-Fahrer Tim Heinemann rettet in Italien Platz vier ins Ziel
  • Talentschmiede DTM Trophy begeistert mit spektakulären Rad-an-Rad-Duellen

Podium vom Sonntag: J. Riegel, C. Caresani, E. Cauhaupé (l-r) © DTM

Nach dem ersten Streich am Samstag folgte im Sonntagsrennen gleich der zweite: Colin Caresani gelingt im legendären Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola der Doppelerfolg in der DTM Trophy. Mit seinem BMW M4 vom Team Project 1 setzte sich der Niederländer im hart umkämpften Rennen der Talentschmiede auf der professionellen DTM-Plattform durch. Jacob Riegel (GER) erreichte im Aston Martin Vantage vom Team Speed Monkeys nach 17 Runden wie schon am Vortag den zweiten Platz, gefolgt vom französischen Mercedes-AMG-Fahrer Edouard Cauhaupé (BWT Mücke Motorsport).

Schon beim Start des Sonntagsrennens ging es hoch her. Riegel, Cauhaupé und der von Platz drei gestartete Porsche-Fahrer Ricky Capo (AUS, KÜS Team Bernhard) gerieten mit ihren seriennahen GT-Sportwagen aneinander. Toyota-Pilot Tim Heinemann (Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing) nutzte die Situation perfekt aus und setzte sich an die Spitze. Seine Führung verteidigte der Deutsche zunächst mit allen Mitteln erfolgreich. In Runde neun allerdings gab Heinemann die Führung auf Anweisung des Rennleiters ab: Wegen eines Vergehens beim Startprozedere musste er zwei Plätze abtreten. Dadurch erbte Caresani die Spitzenposition und Riegel Rang zwei. Cauhaupé nutzte schließlich einen Fehler von Heinemann aus und schnappte sich die dritte Position. Danach setzte sich das Spitzentrio Caresani, Riegel und Cauhaupé vom restlichen Feld ab, ohne Veränderungen bis zum Ziel.

Heinemann, der 2020er-Champion der DTM Trophy, hatte dagegen alle Hände voll zu tun, den vierten Platz zu behaupten. Hinter ihm lauerten unter anderem Capo, Riegels Teamkollege Nick Hancke (GER) und die deutschen BMW-Fahrer Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) und Moritz Löhner (FK Performance Motorsport) auf einen Fehler des Toyota-Piloten. Beinharte Zweikämpfe und sehenswerte Rad-an-Rad-Duelle bestimmten in der zweiten Rennhälfte das Geschehen in der Verfolgergruppe. Doch Heinemann wusste sich erfolgreich zu verteidigen. Er brachte den vierten Platz nach einer cleveren Fahrt nach Hause, gefolgt von Hancke und Caresanis Stallgefährten Louis Henkefend (GER). Der US-Amerikaner JP Southern (EastSide Motorsport) erreichte mit seinem Audi Platz sieben vor Oeverhaus. Löhner drohte zwischenzeitlich schon ein Ausfall, rettete aber als Zehnter den letzten Punkt. Capo hatte weniger Glück: Ein Reifenschaden nach Feindkontakt beendete sein Rennen vorzeitig.

In der Gesamtwertung liegen Caresani und Heinemann nach vier von 14 Saisonrennen gemeinsam an der Spitze. Beide haben bislang 69 Punkte gesammelt. Oeverhaus nimmt mit 42 Zählern Rang drei ein, gefolgt von Riegel (40) und Cauhaupé (38). Die DTM-Trophy-Saison 2022 geht in zwei Wochen weiter. Dann steht mit den beiden Stadtrennen auf dem Norisring in Nürnberg eines der Saisonhighlights auf dem Programm.