Freitag, 17. Juni 2022

Heiß auf und in Imola: 22 DTM-Fahrer innerhalb von einer Sekunde

  • Nico Müller im Rosberg Audi mit 1:40,909 Minuten zur Tagesbestzeit
  • DTM Trophy: Project 1-Youngsters Henkefend und Caresani in letzter Minute an die Spitze
  • DTM Classic DRM Cup: Rennsport-Klassiker begeistern

Nico Müller (Audi) - Schnellster im ersten Training in Imola
Foto: Jens Hawrda

Enger geht es kaum noch: Vom Tagesschnellsten Nico Müller (SUI, Team Rosberg, Audi) bis hin zum Kanadier Mikaël Grenier, der im Mercedes-AMG des Teams GruppeM Racing den 22. Platz belegte, lagen die Rundenzeiten der DTM-Fahrer im zweiten Freien Training auf dem 4,909 Kilometer langen Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola innerhalb von nur einer Sekunde. Müller blieb mit einer Zeit von 1:40,909 Minuten als einziger Fahrer unter der 1:41er-Marke und schloss damit den Trainingstag für das DTM-Gastspiel in der Emilia Romagna als Schnellster ab.

„Es ist brutal warm heute“, kommentierte Nico Müller die Bedingungen mit einer Außentemperatur von 34 Grad und einer Asphalttemperatur von etwa 50 Grad. „Dementsprechend ist es auch nicht einfach. Die Reifen kommen schnell ans Limit und dann ist es schwierig, eine Runde zusammenzubringen. Heute ist es einigermaßen gelungen. Morgen werden allerdings die Karten neu gemischt. Jetzt gilt es, zu analysieren, was heute gut war und wo wir vielleicht noch etwas rausholen können. Wir müssen über Nacht hart daran arbeiten, noch etwas Performance zu finden, aber es ist immer gut, schnell ins Wochenende zu starten.“

Auch Kelvin van der Linde (RSA, Team ABT Sportsline, Audi) war gut aufgelegt: Nachdem er im ersten Freien Training die Rangliste angeführt hatte, fuhr er im zweiten Durchgang auf Rang zwei. Dahinter folgte Philipp Eng (AUT, Schubert Motorsport) als schnellster BMW-Fahrer auf Position drei, vor René Rast (GER, Team ABT) in einem weiteren Audi und Thomas Preining (AUT, KÜS Team Bernhard) im schnellsten Porsche. Tabellenführer Sheldon van der Linde (RSA, Schubert Motorsport, BMW) beendete den Tag auf der sechsten Position, vor Lokalmatador Mirko Bortolotti (ITA, GRT, Lamborghini).

DTM Trophy: Project 1-Youngsters Henkefend und Caresani in letzter Minute an die Spitze

In der DTM Trophy belegten die beiden Youngsters des Teams Project 1, Louis Henkefend (GER) und Colin Caresani (NED) nach einer starken Schlussoffensive im zweiten Freien Training die ersten zwei Positionen in der Tagesaddition. Die Zeit von Henkefend, 1:53,132 Minuten, war dabei die Bestzeit am Trainingstag der Talentschmiede auf der DTM-Plattform.

Lange Zeit sah es danach aus, als ob der US-Amerikaner JP Southern im Audi R8, eingesetzt von Eastside Motorsport, mit seiner Zeit von 1:53,380 Minuten im ersten Freien Training auch die Tagesbestzeit für sich in Anspruch nehmen würde, aber im zweiten Training erhöhten Henkefend und Caresani, beide Aufsteiger aus dem letztjährigen BMW M2 Cup, doch noch einmal das Tempo. Auch Theo Oeverhaus (GER) im BMW des Teams Walkenhorst Motorsport, unterbot am Nachmittag noch die Zeit von Southern, Letztgenannter belegte im Tagesergebnis den vierten Rang.

DTM Classic DRM Cup: Rennsport-Klassiker begeistern

Am Freitag gab es auch ein Freies Training für den neuen DTM Classic DRM Cup, der in Imola Premiere feiert. Am Vormittag wurde das Training nach nur wenigen Minuten beendet, da eine Ölspur auf der Strecke eine Fortsetzung unmöglich machte. Am späten Nachmittag erhielten die Teilnehmer eine erneute Chance, sich auf die beiden Zeittrainings und Rennen vorzubereiten. Die klassischen Rennsportwagen aus den siebziger Jahren sorgten dabei optisch und akustisch für Begeisterung.

Die DTM gastiert an diesem Wochenende zum ersten Mal auf dem Grand-Prix-Kurs von Imola in der Emilia-Romagna. Jeweils am Samstag und Sonntag starten die Rennen um 13:30 Uhr MESZ, die jeweils ab 13:00 Uhr auf ProSieben live im deutschsprachigen Raum übertragen werden. Alle Trainings sowie beide Rennen sind zudem über die Streaming-Plattform DTM Grid (grid.dtm.com) live zu sehen.

Hitze-Rennen in Imola: Warum die DTM-Stars auf die Klimaanlage verzichten

  •  Möglicher Leistungsverlust wiegt für Fahrer schwerer als Hitze am Steuer
  •  DTM Medical Delegate Dr. Fell: Klimaanlagen eine gute Investition in einen Podiumsplatz
  • Temperaturen im Cockpit von bis zu 70 Grad

Foto: Jens Hawrda


Stresstest für die DTM-Piloten: Temperaturen weit über 30 Grad sind für dieses Rennwochenende (17.-19. Juni) im italienischen Imola vorhergesagt. Daraus resultieren Asphalttemperaturen bis zu 50 Grad und vor allem bis zu 70 Grad im Cockpit. Eine Klimaanlage würde helfen, doch die meisten Fahrer verzichten freiwillig, obwohl fast alle Boliden entsprechend ausgestattet wären. „Unser neuer Audi hat eine Klimaanlage, doch weil die Leistung kostet, schalte ich die eher nicht ein“, sagt der dreimalige DTM-Champion René Rast (GER, Team ABT). Diese Wahl hat der Tabellenzweite Mirko Bortolotti (ITA, Grasser Racing) erst gar nicht. „Im Cockpit wird es verdammt heiß, aber das sind wir gewöhnt. Wir haben eh keine Klimaanlage im Lamborghini.“ Ferrari-Pilot Felipe Fraga (BRA, Red Bull AlphaTauri AF Corse) ist sich aber sicher: „Selbst wenn Mirko eine Aircondition hätte, würde er sie nicht nutzen.“ Einzig der Südafrikaner Sheldon van der Linde (Schubert Motorsport), nach seinem Doppelsieg am Lausitzring als DTM-Punktbester nach Imola, überraschte mit seinem „coolen“ Plan: „Ich schalte meine Klimaanlage hundertprozentig ein! Unsere Klimaanlage im neuen M4 nimmt keine Leistung weg.“

 
Für Dr. Thomas Fell, Medical Delegate der DTM, sind Klimaanlagen grundsätzlich eine gute Investition für einen Podestplatz. „Die dabei eventuell verlorengehende Motorleistung kann der Fahrer innerhalb des rund einstündigen Rennens mit besserer physiologischer Leistung locker kompensieren.“ Der Mediziner verdeutlicht die möglichen Konsequenzen eines Hitzerennens: „Der Flüssigkeitsverlust ist dann extrem und muss konsequent ausgeglichen werden, um die perfekte Funktionseinheit der körperlichen Zellen sicher aufrecht zu erhalten. Bereits kleine Veränderungen können zum Beispiel zu einer verlängerten Reaktionszeit der Nerven oder einer früheren Ermüdung von beanspruchten Muskelgruppen führen.“
 
DTM-Piloten sind bereits im normalen Rennbetrieb einer größeren Hitzebelastung ausgesetzt, wozu auch die vom Reglement vorgeschriebene feuerfeste Unterwäsche und der mehrlagige, ebenfalls feuerfeste Rennanzug beitragen. Kommen dann so hohe Außentemperaturen hinzu, wie sie am kommenden Wochenende in Imola erwartet werden, wird vom Körper eine maximale Leistung abverlangt. „Die gesteigerten Herzfrequenzen sind für den Fahrer nicht wirklich neu. Die Fließeigenschaft des Blutes sollte sich aber nicht verändern. Je mehr geschwitzt wird, umso dickflüssiger wird das Blut. Das muss durch einen streng ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt verhindert werden“, erklärt Dr. Fell.
 
„In ihrem persönlichen Training sollten die Fahrer schon lange vorher daraufhin arbeiten, ihren Körper an diese Maximalbelastungen vor allem bei hohen Temperaturen zu gewöhnen“, so der Mediziner, der auch Training mit kompletter Ausrüstung in der Sauna als Möglichkeit in Betracht zieht. „Die Bedingungen von Hitzerennen, bei denen die Temperaturen im Cockpit im Extremfall auf 60 bis 70 Grad steigen können, lassen sich tatsächlich in der Sauna gut simulieren.“
 
Dr. Thomas Fell, bei allen DTM-Events für die medizinische Betreuung verantwortlich, empfiehlt den Rennfahrern, aber auch allen Mechanikern, die ebenfalls in feuerfesten Overalls Höchstleistungen bringen müssen, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu vermeiden und vor allem viel und regelmäßig zu trinken. „Spezielle Elektrolyt-Getränke sind das A und O!“
 
Die DTM gastiert an diesem Wochenende zum ersten Mal auf dem Grand-Prix-Kurs von Imola in der Emilia-Romagna. Jeweils am Samstag und Sonntag starten die Rennen um 13:30 Uhr MESZ, die jeweils ab 13:00 Uhr auf ProSieben live im deutschsprachigen Raum übertragen werden. Alle Trainings sowie beide Rennen sind zudem über die Streaming-Plattform DTM Grid (grid.dtm.com) live zu sehen.

Maximilian Götz startet wieder im ADAC GT Masters

 Ehemaliger GT-Master und DTM Champion absolviert Gaststart

  •  Der Mercedes-AMG-Werkspilot startet in Zandvoort für Madpanda Motorsport
  •  Mit seiner großen Erfahrung will der Meister von 2012 dem Team helfen

Maximilian Götz startet in Zandvoort in der ADAC GT-Masters Serie
Foto: Jens Hawrda


Maximilian Götz (36/Uffenheim) kehrt in die Deutsche GT-Meisterschaft zurück und wird für das Team Madpanda Motorsport beim dritten Tourstopp des ADAC GT Masters in Zandvoort (24. - 26. Juni) an den Start gehen. Der frisch gebackene Zweite des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring ersetzt Jannes Fittje (22/Langenhain) und teilt sich das Cockpit des Mercedes-AMG GT3 Evo mit Ezequiel Perez Companc (27/RA). „Ich freue mich sehr, wieder im ADAC GT Masters zurück zu sein. Es ist eine Top-Serie, die ich sehr gut kenne. Mit dem Fahrzeug bin ich sehr gut vertraut“, erklärt Maximilian Götz.

Der erfahrene Mercedes-AMG-Werkspilot soll dem Team Madpanda Motorsport helfen, in der ersten Saison bei der Deutschen GT-Meisterschaft Fuß zu fassen. „Ich will das Team unterstützen und werde helfen, wo ich kann. Es ist natürlich ein Sprung ins kalte Wasser, ohne Test nach Zandvoort zu kommen, zumal ich die neue Strecke dort noch nicht kenne. Aber ich liebe diese Herausforderungen. Beim GT World Challenge Europe Sprint Cup bin auch als Aushilfe eingesprungen und gleich aufs Podium gefahren“, so der 36-Jährige. Über weitere Einsätze im ADAC GT Masters sagt Götz: „Ich schaue mir in Zandvoort an, wie es läuft und gehe davon aus, dass wir eine gute Performance abliefern. Danach sehen wir weiter. Zunächst genieße ich es einfach, wieder im ADAC GT Masters dabei zu sein.“

ADAC TCR Germany debütiert auf dem Salzburgring in Österreich

  •  Anspruchsvoller Kurs: Zwölf Kurven auf 4,25 Kilometern
  •  Andersen und Bäckman kämpfen um die Spitze der Gesamtwertung
  •  Karklys will nach Rückschlägen zurück aufs Podium
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC TCR Germany feiert auf ihrer dritten Station der diesjährigen Saison ihr Debüt auf dem Salzburgring in Österreich. In der siebten Saison der Tourenwagenserie des ADAC ist die Strecke, die nur wenige Kilometer außerhalb von Salzburg liegt, erstmals im Rennkalender vertreten. Zwei lange Geraden und zwölf schnelle Kurven werden die Piloten der Serie auf den 4.255 Metern so richtig ins Schwitzen bringen. Besonders im Fokus werden dabei Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) und Jessica Bäckman (24, Schweden, Roja Motorsport) stehen, die an der Tabellenspitze nur ein Punkt voneinander trennt. Die beiden Rennen nahe der österreichischen Festspielstadt können am Samstag um 14.15 Uhr und am Sonntag um 13.45 Uhr live bei sport.de und auf adac.de/motorsport verfolgt werden.

„Ich freue mich auf den Salzburgring. Wir haben beim Test gute Erkenntnisse erhalten und hoffen es auch im Rennen umsetzen können. Die Konkurrenz ist sehr stark aber ich werde mein bestes geben“, freut sich Andersen auf die Premiere auf dem Salzburgring und fügt hinzu: „Mein klares Ziel ist es, die Führung in der Meisterschaft zu verteidigen.“

Neben dem Dänen an der Tabellenspitze, will auch Jessica Bäckman, die drei der vier bisherigen Saisonrennen gewann, auf dem Salzburgring wieder angreifen. „Mein Ziel ist es, das gleiche Tempo wie in Oschersleben und am Red Bull Ring zu halten und um die vorderen Plätze zu kämpfen“, sagt die junge Schwedin, die zuletzt auf dem Red Bull Ring zweimal siegte und noch keine Erfahrungen auf dem Salzburgring sammelte. „Die Strecke ist neu für mich, ich bin dort noch nie gefahren, was eine Herausforderung für mich darstellt. Es ist eine sehr schnelle Strecke mit nicht allzu vielen Kurven. Ich denke, es wird ein sehr enges Rennen werden.“

Aber nicht nur in der Fahrerwertung geht es heiß her. Auch in der Teamwertung geht es zur Sache. Hier führt ROJA Motorsport das Geschehen mit acht Punkten vor dem Liqui Moly Team Engstler an. Robin Jahr (31, Potsdam), Pilot und Roja-Teamchef in Personalunion, will die Tabellenspitze für den Magdeburger Rennstall in Salzburg verteidigen. „Ich mag Strecken, die mich vor neue Aufgaben stellen und mich so weiterbringen. Der Salzburgring hat seine eigenen sehr speziellen Ansprüche und natürlich werde ich versuche diese zu meistern um wieder auf dem Podium zu stehen. Ich freue mich, dass wir die Teamwertung anführen und wir werden alles dafür geben, den Vorsprung auszubauen.“ Neben Jahr und Bäckman will Junior-Pilot René Kircher (21, Hünfeld) als dritter Fahrer für das ROJA-Team Punkte sammeln.

In der Junior-Wertung bekommt es Kircher mit Audi-Pilot Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) und dem Führenden der Wertung Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) zu tun. Auch der junge Pole hofft auf ein gutes Ergebnis in der Mozartstadt: „Nach dem wirklich erfolgreichen Rennwochenende in Spielberg kann ich das Rennen auf dem Salzburgring kaum erwarten. Ich habe vor der Saison bereits Runden auf der Strecke gedreht und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich erwarte eine ähnlich gute Pace wie beim letzten Rennen auf dem Red Bull Ring.“ Roland Hertner, der Führende der Trophy-Wertung, komplettiert das Engstler-Trio.

Hinter Andersen und Bäckman lauert der Gesamtdritte Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) auf seine Chance. Der Litauer liegt 21 Punkte hinter Andersen und ist nach dem enttäuschenden Wochenende in Spielberg auf Wiedergutmachung aus: „Die Ereignisse vom Red Bull Ring motivieren uns, noch besser zu werden. Ich freue mich sehr auf den Salzburgring.“ Angreifen will auch Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing), der seinen Hyundai in Spielberg auf den vierten Platz steuerte und damit sein bisher bestes Saisonergebnis einfuhr.

Auch Audi-Pilot Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) sowie die beiden Holden Astra TCR vom Schweizer Rennstall Maurer Motorsport kämpfen auf dem Salzburgring um Punkte. Für die Schweizer sitzen Michael Maurer (29, Schweiz) und Trophy-Pilot Vincent Radermecker (55, Belgien) hinter dem Steuer.