Montag, 23. Mai 2022

Nach Doppelsieg am Lausitzring übernimmt Sheldon van der Linde DTM-Führung

  • Schubert BMW-Pilot nach Triumph am Samstag auch am Sonntag mit Start-Ziel-Sieg
  • Rast als Dritter hinter Engel erstmals nach Rückkehr wieder auf dem Podium
  • Ausfall für Red Bull AF Corse Ferrari nach Feuer-Unfall im Qualifying

Doppelsieg und Tabellenführung für Sheldon van der Linde
Foto: Jens Hawrda

Auch 25 Kilogramm Erfolgsgewichte konnten ihn nicht stoppen: Schubert BMW-Pilot Sheldon van der Linde raste nach seinem Erfolg am Samstag auch am Sonntag zum DTM-Sieg am Lausitzring Turn 1 powered by Autohero. Der Südafrikaner holte sich im BMW M4 von Schubert Motorsport vormittags die Pole-Position und fuhr mit einer weiteren sehr souveränen Leistung 25 Punkte ein. Zweiter im Sonntagsrennen wurde Maro Engel (GER) im GruppeM Mercedes-AMG, der sich auch den Extrapunkt für den Autohero Fastest Lap Award sicherte. Auf Rang drei landete der dreimalige DTM-Champion René Rast (GER), der im ABT Audi R8 erstmals nach seiner Rückkehr in die DTM wieder aufs Podium fuhr. Den guten Schubert-Tag rundete Philipp Eng (AUT) auf Rang vier ab.

„Es war wirklich nicht einfach, gerade am Ende hat Maro Engel nochmal richtig Druck gemacht. Ich bin überglücklich, dass es gereicht hat, und gehe mit einem guten Gefühl nach Imola“, freute sich Sheldon van der Linde. Auch Engel war zufrieden, musste aber zugeben: „Für Sheldon hat es heute einfach nicht gereicht.“ Der drittplatzierte Rast dankte seinem ABT-Team, das eine Nachtschicht eingelegt hatte: „Gestern habe ich mehr gejammert als Rennen gefahren, weil ich überhaupt nicht zufrieden war. Wir haben die ganze Nacht durch am Auto gearbeitet, das war ein guter Schritt.“

Durch seinen Doppelsieg am Lausitzring Turn 1 powered by Autohero holte sich Sheldon van der Linde die Führung in der Gesamtwertung der DTM 2022. Mit 66 Punkten liegt der 23-Jährige 15 Zähler vor Mirko Bortolotti (ITA), der im Grasser Lamborghini am Sonntag Sechster wurde, und 18 Punkte vor Lucas Auer (AUT, WINWARD Mercedes-AMG), der als Achter vier Punkte einfuhr.

Den Grundstein für den Erfolg legte Sheldon van der Linde wie am Samstag direkt beim Start, wo er sich von vorne fahrend aus allen Positionskämpfen heraushalten konnte. Dahinter ging es wie fast immer in der DTM mächtig zur Sache, die 28 Top-Piloten lieferten den Zuschauern speziell in der Steilkurve Turn 1, die in der DTM exklusiv gefahren wird, spektakuläres Racing.

Ein Fahrer konnte am Sonntagmittag nicht an den Start gehen: Felipe Fragas Red Bull AF Corse Ferrari fing am Vormittag im Qualifying Feuer, der Brasilianer griff selbst zum Feuerlöscher und bekämpfte die Flammen. Die Zeit bis zum Rennen war allerdings zu knapp, so dass der Ferrari 488 des Südamerikaners nicht an den Start gebracht werden konnte.

Die nächste Chance auf Punkte bietet sich vom 17. bis 19. Juni: Dann haben Ferrari und Lamborghini in Imola ebenso Heimspiel wie der Gesamtzweite Bortolotti. Der neue Gejagte wird dann Sheldon van der Linde heißen.

Florian Alt holt Pole in Oschersleben

Florian Alt (BMW M 1000 RR)
Foto: Jens Hawrda

Darf in der IDM Superbike wieder geträumt werden? Florian Alt hat sich nach dem rabenschwarzen Saisonauftakt auf dem Lausitzring mit einem starken Auftritt im Qualifying zurück gemeldet. Pole Position für den 26-jährigen Fahrer vom Wilbers-BMW-Team in der Königsklasse. Teamchef Benny Wilbers, der heute seinen 70. Geburtstag begeht, ist begeistert.

Florian Alt war in seiner schnellsten Runde genau 13 Tausendstelsekunden schneller als Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW). Die beiden BMW-Fahrer waren die einzigen in der Königsklasse, die im Qualifying mit 1:24 Minuten-Zeiten in die Geschichte eingehen konnten. Alt übertrumpfte mit 1:24,840 min sogar Reiterbergers Rundenrekord. Die Rennen in der Motorsport Arena werden zum Kampf auf Augenhöhe.

Was die Beiden unterscheidet ist jedoch, dass Reiterberger dank seines Doppelsieges zum Saisonauftakt die volle Punktzahl auf dem Konto hat und Alt wegen seiner technischen Ausfälle keinen einzigen. Doch die Saison hat gerade erst angefangen und abgerechnet wird zum Schluss.

Vladimir Leonov (Hertrampf Mo Yamaha Racing Team) qualifizierte sich als Dritter für die erste Startreihe. Mit ihm kommt zusätzliche Würze in die Meisterschaft, denn der 35-Jährige hat das Zeug dazu, sich in den Titelkampf einzumischen. Für eine Überraschung sorgte Rob Hartog (Team SWPN, Foto). Der Niederländer, der als Gesamt-Sechster aus der IDM Supersport aufgestiegen ist, hat als Rookie auf seiner Yamaha sogar Konkurrenten wie Julian Puffe (GERT56) und Jan Mohr (BCC-alpha-Van Zon-BMW) hinter sich gelassen.

Mit Gabriel Noderer (Kiefer Racing) schaffte ein weiterer Rookie, der aus der Supersportklasse gekommen ist, den Sprung in die Top Ten. In der IDM Superbike gibt es keine Geschenke, auch weiter hinten nicht. Ricardo Brink (RR Socia Racing Team NL) und Philipp Steinmayr (Eder Racing) trennten im Qualifying sogar nur 0,004 Sekunden.

Unerwartet weit hinten – auf dem 16. Platz – taucht Hikari Okubo (HRP) auf. Der Japaner wird auf der Holzhauer-Honda nur in der sechsten Startreihe stehen. Dabei hatte er auf dem Lausitzring in beiden Rennen Punkte geholt. Sein jetziger Rückstand hat einen Grund. „Erstens hatte er gestern im Training diesen unglücklichen Vorfall. Dadurch fehlt ihm ein komplettes Training“, klärt Teamchef Jens Holzhauer auf. „Zweitens kennt er die Strecke nicht und ihm fehlen einfach Trainingskilometer auf dem Motorrad. Von Q1 zu Q2 hat er sich um eine Sekunde verbessert.“

Am Freitag war im freien Training ein verlorener Knieschleifer mit voller Wucht gegen das Helmvisier von Okubo geknallt und bis ans Auge des Japaners gedrungen. Holzhauer brachte seinen Fahrer zur Kontrolle und Behandlung ins Krankenhaus. Zurück im Paddock, kühlte Okubo stundenlang seine rechte Gesichtshälfte.

Eine Kawasaki geht nicht an den Start. Neuestes Update des gestern gestürzten Bastien Mackels vom Kawasaki Weber-Motos Racing Team: Der Fuß des Belgiers ist fünffach gebrochen, er wurde gestern im Krankenhaus von Magdeburg operiert.

IDM Superbike, Qualifying

1. Florian ALT (DEU), BMW

2. Markus REITERBERGER (DEU), BMW

3. Vladimir LEONOV (VAE), Yamaha

4. Rob HARTOG (NLD), Yamaha

5. Julian PUFFE (DEU), BMW

6. Jan MOHR (AUT), BMW

7. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD), BMW

8. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW

9. Daniel KARTHEININGER (DEU), Yamaha

10. Gabriel NODERER (DEU), BMW


Quelle: idm.de

Jessica Bäckman holt im Hyundai zweiten Saisonsieg

  • Schwedin siegt auf dem Red Bull Ring im Hyundai Veloster
  • Szymon Ladniak wird bester Junior, Roland Hertner schnellster Starter der Trophy-Wertung

Jessica Bäckmann (Hyunday Veloster)
Foto: Jens Hawrda

Jessica Bäckman (24, Schweden, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) schlägt auf dem Red Bull Ring zu: Die Schwedin holte im dritten Lauf der ADAC TCR Germany auf dem Red Bull Ring in Österreich ihren zweiten Saisonsieg. In der Steiermark feierte Bäckmann den Sieg trotz einer 5-Sekunden-Strafe aufgrund eines Fehlstartes. Die 24-jährige setzte sich im Hyundai Veloster N TCR bei guten äußeren Bedingungen von Startplatz eins mit über sieben Sekunden Vorsprung gegen Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) durch. Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) und Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing) steuerten ihre Boliden auf die Plätze drei und vier.

„Nach der Strafe wusste ich, dass ich pushen musste. Als mein Renndirektor mir dann gesagt hat, dass ich sieben Sekunden vorne bin, konnte ich es zunächst gar nicht glauben. Morgen will ich mir die Pole und den Sieg holen, da ich heute ja nur wegen eines Motorenwechsels bei Jonas Karklys von P1 gestartet bin.“, so Bäckman im Anschluss der Siegerehrung.

Bäckman trotzt Zeitstrafe – Team Engstler komplettiert das Podium

Nach dem Frühstart baute Bäckman ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Die Schwedin von ROJA Motorsport präsentierte sich in der Steiermark in absoluter Topform. Bereits im zweiten freien Training manövrierte die 24-jährige ihren Hyundai am schnellsten über die Strecke. Im Qualifying folgte dann der zweite Platz, der aber aufgrund des Motorenwechsels bei dem Qualifyingschnellsten Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) für Startplatz eins reichte. Die Schwedin ist nun die erste Frau in der ADAC TCR Germany, die bereits zwei Rennen für sich entscheiden konnte.

Junior Pilot Ladniak hatte in diesem Rennen keine Chance an Bäckman vorbeizukommen und landete am Ende auf Rang zwei. Der Sieger der Junior-Challenge zeigte sich nach dem Rennen dennoch sehr zufrieden. „Es ist ein großer Moment für mich. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Meine Pace war sehr gut, aber leider nicht gut genug für Platz eins“, sagte Ladniak.

Hinter Ladniak beendete dessen Teamkollege Martin Andersen das Rennen auf dem dritten Platz. „Die Hyundai waren sehr schnell im Rennen und ich hatte viele spannende Kämpfe im Rennen. Platz drei ist gut und sichert mir wichtige Punkte in der Meisterschaft“, fasst der Däne sein Rennen zusammen.

Sing sichert sich Platz vier – Polesetter Karklys startet wegen Motorwechsel als Letzter

Ein starkes Rennen fuhr auch Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing). Der Hyundai-Pilot ging als achter ins Rennen und steuerte seinen Wagen bis auf Platz vier vor. Für Sing ist es das beste Ergebnis der noch jungen Saison. Fünfter wurde Jonas Karklys, der sich schon nach einer Runde auf Platz sechs wieder fand. An Sing kam er jedoch nicht vorbei, sodass seine starke Aufholjagd auf Rang fünf endete.

Die Plätze sechs, sieben und acht gingen an Robin Jahr (31, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai, Junior Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) im Audi und Junior René Kircher (21, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) im Hyundai, der im Qualifying aufgrund von Problemen keine Runde fahren konnte. Bester Trophy-Pilot war Roland Hertner (62, Heilbronn, LIqui Moly Team Engstler). Hertner steuerte seinen Honda Civic TCR auf Platz neun. Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) machte die Top-10 komplett.


DTM Classic Cup: Drama in der Schlussphase

Premierensieg für Schnitzer Classic

  • Yannick Trautwein gewinnt vor den beiden Ex-DTM-Piloten Kris Nissen und Marc Hessel
  • Souveräne Führung, dann Ausfall für Lokalmatador Stefan Mücke
  • Historische DTM-Autos begeistern bei DTM Lausitzring Turn 1 powered by Autohero

Opel Calibra, das schönste Auto im Feld führt lange bis zum Ausfall
Foto: Jens Hawrda

„To finish first, first you have to finish“, lautet eine alte Motorsport-Weisheit. Das wurde beim Saisonauftakt des neuen DTM Classic Cup auf dem Lausitzring Turn 1 powered by Autohero wieder einmal deutlich. Lokalmatador Stefan Mücke führte im Opel Calibra V6 4x4, eingesetzt vom Berliner Team BWT Mücke Motorsport, souverän das Feld an, doch dann rollte das Auto zwei Runden vor Schluss ohne Vortrieb aus. Somit war der Weg frei für einen Doppelerfolg für das neu gegründete Team Schnitzer Classic: Yannick Trautwein (GER) wurde im BMW E36 STW nach 16 Runden als Sieger abgewinkt, Teamkollege und Ex-DTM-Pilot Kris Nissen(DEN) belegte im BMW E30 M3 DTM Rang zwei und komplettierte damit den Premierenerfolg. Mit Marc Hessel fuhr ein weiterer ehemaliger DTM-Werksfahrer im BMW E30 BTCC, eingesetzt vom Team 2.0 Automotive, auf Platz drei.

„Wir wollen die Historie von Schnitzer weiterleben lassen und das ist uns mit diesem guten Einstand gelungen“, strahlte Sieger Yannick Trautwein nach dem Zieleinlauf. „Ich bedanke mich bei Kris Nissen, dass er mich ohne Probleme hat passieren lassen, das war alles absolut fair.“ Der dänische Rennsport-Routinier gab das Kompliment zurück: „Yannick ist super gefahren. Es ist schön, dass Schnitzer in der DTM weiterlebt, auch wenn Charly und Dieter Lamm natürlich sehr fehlen.“

Die Premiere des in diesem Jahr neuen DTM Classic Cup beim ersten DTM-Rennwochenende der Saison in Deutschland war ein voller Erfolg. Die Fahrer hatten ihre Freude, die zahlreich anwesenden Zuschauer auf den Tribünen und im Fahrerlager zeigten sich ebenso begeistert von den liebevoll vorbereiteten historischen DTM-Rennautos. Beim Start des Rennens setzte sich Stefan Mücke im Opel Calibra, dem DTM-Auto des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg aus 1995, in Führung, aber weiter hinten im Feld rollte sein Teamkollege Ronny Scheer im Ford Sierra RS 500 Cosworth früh aus. Stefan Irmler im Opel Astra drehte sich auf Flüssigkeit von der Strecke, und Thomas Wandel im Audi 200 quattro rutschte im Parallelflug mit ins Aus. Das Rennen wurde für kurze Zeit unterbrochen und nach zwei Runden hinter dem CUPRA Safety-Car wieder freigegeben.

Beim Restart behielt Mücke die Führung und baute seinen Vorsprung immer mehr aus, bis sein Calibra kurz vor Ablauf der Renndauer ausrollte. Daraufhin übernahm Yannick Trautwein die Spitze, fuhr als Gesamtsieger über die Ziellinie und gewann auch die Klasse 6. Kris Nissen komplettierte den Doppelerfolg für das Schnitzer Classic-Team und war Sieger der Klasse 2. Gesamtdritter Marc Hessel setzte sich in der Klasse 3 durch. Weitere Klassensieger waren Moritz Horn (Klasse 4) und der ehemalige DTM-Vizemeister Olaf Manthey (Klasse 2), während Stefan Mücke noch als Gesamtsiebter gewertet wurde und damit die Klasse 1 gewann. 


Red Bull Ring: Meister-Duo Schrey/Piana mit erstem Saisonsieg

  • Michael Schrey und Gabriele Piana holen dritten Sieg in Folge auf dem Red Bull Ring
  • Ben Dörr und Romain Leroux gewinnen die Junior-Wertung
  • BMW vor Aston Martin und Mercedes-AMG: Fahrzeuge von drei Marken auf dem Podium

Schrey/Piana BMW M4 GT4
Foto: Jens Hawrda

Aller guten Dinge sind Drei: Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) gewinnen im BMW M4 GT4 das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring. Nach dem Doppelsieg 2021 ist es bereits der dritte Triumph in Folge für das amtierende Meister-Duo auf der 4,318 Kilometer langen Strecke in Österreich. Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4 sowie Marek Böckmann (25/Lautersheim) und Miklas Born (20/CHE, beide Schnitzelalm Racing) im Mercedes-AMG GT4 komplettieren das Podium und sorgen somit für Fahrzeuge von drei Marken auf den ersten drei Plätzen. „Nachdem wir beim Saisonauftakt in Oschersleben viel Pech hatten, konnte sich das ganze Team mit diesen Sieg nun belohnen. Das ist natürlich super cool“, jubelte Schrey auf dem Podium.

Sein Teamkollege Piana hatte das Rennen schon von der Pole-Position aus begonnen. Der Italiener ließ nichts anbrennen und wandelte die gute Ausgangslage gleich in die Führung um. Eine Kollision im Mittelfeld sorgte jedoch schon in der ersten Runde für eine kurze Safety-Car-Phase. Auch beim Restart behielt Piana die Spitze. Mit starken Rundenzeiten zeigte der Italiener der Konkurrenz die BMW-Rücklichter und setzte sich immer mehr vom Rest des Feldes ab. Dahinter entbrannte ein packender Dreikampf um die Verfolgerposition zwischen Nicolaj Møller Madsen (29/DNK, AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4 RS CS, Aston Martin-Pilot Ben Dörr und Böckmann im Mercedes-AMG, den der Däne Møller Madsen für sich entschied.

Piana blieb davon komplett unbeeindruckt. Bis zum Wechsel auf Teamkollege Schrey hatte er einen Vorsprung von knapp acht Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. „Bei den heute sehr hohen Außentemperaturen wollte ich nach dem Rennstart unbedingt vorne bleiben, um durch den Fahrtwind die optimale Motorkühlung zu bekommen. Als das gelang, war es das Ziel, einen guten Vorsprung für Michael herauszufahren, damit er im zweiten Rennabschnitt den Sieg in Ruhe nach Hause fahren kann“, beschrieb Piana die erste Rennhälfte aus seiner Sicht.

Teamkollege Schrey verteidigte die Spitzenposition souverän und fuhr mit rund 7,6 Sekunden Vorsprung zum Sieg. „Es war für mich heute ein angenehmes Rennen. Es gibt weitaus schlechtere Situationen, als ein perfekt vorbereitetes Auto mit großem Vorsprung zu übernehmen. Nichtsdestotrotz galt es, immer die Konzentration hoch zu halten und nicht zu viel über den möglichen Sieg nachzudenken“, erläutere Schrey.

Eine Vorentscheidung um Platz zwei fiel schon bei den Fahrerwechseln. Der zunächst zweitplatzierte Porsche von AVIA W&S Motorsport hatte die Mindestaufenthaltsdauer in der Boxengasse knapp unterschritten. So musste Møller Madsens Teamkollege Finn Zulauf (17/Königstein im Taunus) eine Penalty-Lap absolvieren und fiel bis auf die vierte Position zurück. Als Folge machten Romain Leroux und Miklas Born, die von Dörr und Böckmann übernommen hatten, den Silberplatz unter sich aus - mit dem besseren Ende für den Franzosen. Dörr/Leroux gewannen somit auch die Junior-Wertung.

Ein stark auftrumpfender Théo Nouet (19/FRA, CV Performance Group) schnappte sich in der Schlussphase noch den Porsche von Zulauf, was für den Vize-Meister von 2021 und seinen Teamkollegen Julian Hanses (24/Hilden) final Platz vier bedeutete. Rang sechs ging an das Porsche-Duo Moritz Wiskirchen (19/Euskirchen) und Alexander Hartvig (19/DNK, beide Allied-Racing) vor Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren Aston Martin. Tim Reiter (23/Ostfildern) und Max Rosam (17/Taunusstein, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW, Marcel Lenerz (24/Ludwigsau) und Cedric Piro (24/Heusweiler, beide Piro Sports - Burg Zelem Foundation) im Toyota GR Supra GT4 sowie die Aston Martin-Piloten Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) komplettierten die Top Zehn. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an Tano Neumann (47/BUL) und Joachim Bölting (55/Gelsenkirchen, beide Overdrive Racing) im Porsche.

Am Sonntag steht ab 16:30 Uhr das zweite Rennen der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring an. „Mein Plan für morgen ist ganz einfach“, stellte Laufsieger Piana klar. „Ich werde richtig lange schlafen, da Michael die Qualifikation am Vormittag bestreitet. Wenn ich im Laufe des Tages an die Strecke komme, will ich mich mit ihm über die Pole-Position freuen und danach den vierten Sieg in Folge auf dem Red Bull Ring einfahren.“

Ben Dörr – Platz zwei und Sieger der Junior-Wertung auf Aston Martin: „Die Freude ist einfach riesig. Wir hätten im Vorfeld nicht gedacht, dass wir mit dem Aston Martin hier am Red Bull Ring so gut abliefern können. Direkt nach dem Start habe ich erkannt, dass ich die Pace von Gabriele Piana nicht mitgehen kann. Somit habe ich mich ein wenig zurückgehalten und den Reifen geschont. Wir wussten, dass der Aston Martin vor allem zum Rennende hin ein sehr starkes Auto ist. Das hat sich bestätigt. Wir sind super glücklich.“

Romain Leroux – Platz zwei und Sieger der Junior-Wertung auf Aston Martin: „Ben hat mir ein sehr gutes Auto übergeben. Dadurch konnte ich das Rennen im zweiten Teil super managen. Das Dörr-Team hat einen sagenhaft guten Job gemacht. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle schon einmal bedanken. Der Sieg in der Junior-Wertung ist natürlich auch etwas ganz Besonderes. Wir gehen heute richtig zufrieden ins Bett und wollen in Lauf zwei am Sonntag nochmals angreifen.“