Sonntag, 15. Mai 2022

DTM als Vollgas-Spektakel zum Erleben und Mitmachen

  • Erstes Deutschlandrennen vom 20. bis 22. Mai: Lausitzring Turn 1 powered by Autohero
  • Erleben: Pitwalk, Showbühne, Autogrammstunden, Pit-View-Box und vieles mehr
  • Mitmachen: Reaction Challenge, Esports Wettbewerb und „Be Eddie” im Fan-Village

DTM am Lausitzring - immer ein Zuschauermagnet
Foto: Jens Hawrda

Erleben und Mitmachen, auf und neben der Rennstrecke. Die DTM bietet den Besuchern an allen Rennwochenenden 2022 ein echtes Vollgas-Spektakel. Auf der Rennstrecke sorgen die Top-Liga DTM, die Talentschmiede DTM Trophy, die historischen Autos der DTM Classic, der auf der Plattform etablierte BMW M2 Cup und teilweise bis zu vier weitere Rennserien für eine Menge Action. Darüber hinaus kommen Fans in den Genuss besonderer Angebote, können Rennfahrer und Rennwagen hautnah erleben, sich Autogramme holen und Selfies machen, oder bei der Reaction Challenge, dem Esports-Wettbewerb oder bei „Be Eddie“, benannt nach dem deutschen Kult-Kommentator Edgar Mielke, aktiv mitmachen. Nach dem furiosen DTM-Saisonauftakt in Portimão in Portugal tritt die Traditionsserie vom 20. bis 22. Mai zum ersten Saisonrennen in Deutschland an, zum „Lausitzring Turn 1 powered by Autohero“.

Eintrittskarten für die DTM gibt es ab zehn Euro, Kinder bis sechs Jahren sind kostenfrei, Kinder bis 14 Jahren zahlen immer nur zehn Euro. Alle Ticketangebote gibt es im DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com), über die DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) oder erstmals auch via eBay.de. „Die DTM mit einem Rekord-Starterfeld von 29 Autos, die schon beim Auftakt zwei packende Rennen geliefert hat, dazu jetzt am Lausitzring die Saisonpremiere von DTM Trophy, DTM Classic und BMW M2 Cup – das alles garantiert Rennsport der Extraklasse, mit vielfältigen Attraktionen und Angeboten im Fahrerlager, dem Red Bull Formel 1 2-Seater, und erstmals ist auch Camping wieder uneingeschränkt möglich“, fasst Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR, das lukrative Fan-Paket zusammen.

Für jeden Motorsport-Enthusiasten ein absolutes Muss: der Pitwalk. Neben dem einmaligen Blick in die Boxengaragen und auf die DTM-Rennwagen, bietet der Pitwalk – ein Paddock-Ticket vorausgesetzt – einzigartige Nähe und die Möglichkeit für Autogramme der Stars. Einen noch exklusiveren Einblick gewährt die Pit-View-Box, in der die Fans den Mechanikern und Ingenieuren direkt bei den letzten Vorbereitungen der DTM-Boliden auf die Finger schauen können. Das gesamte Fahrerlager ist ein faszinierender Schauplatz mit vielfältigen Rennwagen. Besonders beliebt sind dabei die historischen Fahrzeuge der DTM Classic aus der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) und der früheren DTM, also aus den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern – Altstars wie Hans-Joachim Stuck, Kris Nissen, Prinz Leopold von Bayern oder Olaf Manthey inbegriffen, die auch heute noch gerne ein Autogramm schreiben und von ihren Erfolgen erzählen. Inmitten des Fan-Village ist die Showbühne ein beliebter Treffpunkt mit reichlich Entertainment: Moderatorin Jennifer Braun führt Interviews mit Rennfahrern und Prominenten. Für die entsprechende Festival-Stimmung und Versorgung sorgen DJs und Musikacts sowie Foodtrucks und Stände.

Zum faszinierenden Flair bei jedem DTM-Event zählt auch das aktive Erleben und Mitmachen. Bei der „Reaction-Challenge“ geht es beispielsweise um schnelle Reaktionen am „Fit Lights“-Board, denn eine schnelle Reaktion ist das A und O im Rennsport. Acht FANATEC-Simulatoren stehen bereit, um auf der RaceRoom-Plattform in der virtuellen DTM Trophy zu starten und sein Können zu zeigen. Ganz andere Talente erfordert „Be Eddie“. Dabei gilt es, ausgewählte Video-Szenen aus der DTM im professionellen „Setting“ selbst zu kommentieren, wie eben ProSieben-DTM-Kommentator Eddie Mielke, nach dem das Ganze benannt wurde. Mitmachen heißt bei der DTM auch gewinnen, beispielsweise Eintrittskarten.

Die nächste Möglichkeit bietet sich vom 20. bis 22. Mai am Lausitzring Turn 1 powered by Autohero, wo der Titelsponsor zusätzlich mit einer eigenen Aktionsfläche vertreten ist. Die Rennstrecke hat zwei Besonderheiten zu bieten: Erstens, die spektakuläre Kurve „Turn 1“, die überhöhte erste Kurve, durch die die Boliden mit fast 250km/h und zu dritt oder gar viert nebeneinander hindurchdonnern. Und zweitens, die imposante Haupttribüne mit 36 Metern Höhe, die einen einzigartigen Rundumblick über den 4,563 Kilometer langen Kurs bietet. 29 Rennwagen – so groß war das Feld seit über 20 Jahren nicht mehr – von Audi, BMW und Mercedes-AMG sowie Ferrari, Lamborghini und erstmals auch Porsche machen das internationale Starterfeld zu einem Erlebnis. Fahrer aus 15 Nationen kämpfen 2022 um jede Tausendstelsekunde. 

Freitag, 13. Mai 2022

McLaren ist zurück im ADAC GT Masters

  •  JP Motorsport setzt beim Gaststart auf dem Red Bull Ring den McLaren 720S GT3 ein
  •  Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien und Dennis Lind teilen sich das Cockpit
  •  Das Kultauto war 2014 zum letzten Mal beim ADAC GT Masters dabei

McLaren mit 720S GT3 zurück im ADAC GT Masters
Foto: ADAC-Motorsport

McLaren kehrt nach siebenjähriger Abstinenz wieder in das ADAC GT Masters zurück. JP Motorsport schickt beim Gaststart auf dem Red Bull Ring vom 20. - 22. Mai einen McLaren 720S GT3 ins Rennen. Das Cockpit teilen sich Ex-Formel-1-Pilot Christian Klien (39/A) und Dennis Lind (29/DK), die damit für das Debüt des Boliden im ADAC GT Masters sorgen. TV-Partner NITRO präsentiert am Samstag und Sonntag die Läufe drei und vier der Deutschen GT-Meisterschaft und die Rückkehr des Kultautos ab 12.30 Uhr live.

Durch den Einsatz von Christian Klien wird beim zweiten Tourstopp des ADAC GT Masters in Spielberg aus dem Alpen-Quartett ein Alpen-Quintett. Neben Norbert Siedler (39/Wildschönau), Simon Reicher (22/Kirchberg bei Mattighofen), Mick Wishofer (22/Wien) und Klaus Bachler (30/Unzmarkt) ist der ehemalige Formel-1-Pilot der fünfte Österreicher, der auf dem Red Bull Ring an den Start geht. „Der Red Bull Ring ist meine Heimstrecke. Daher freue ich mich umso mehr, dass wir dort mit JP Motorsport Gaststarter im ADAC GT Masters sind. Für mich ist es der erste Einsatz in der Deutschen GT-Meisterschaft. Ich verfolge die Serie natürlich schon lange und weiß, wie hoch das Niveau von Fahrern und Teams ist. Deshalb werden die Rennen für uns eine wichtige Standort-Bestimmung im GT3-Sport sein. Dem McLaren 720S GT3 sollte der Red Bull Ring gut liegen. Es werden aber neue Herausforderungen auf uns zukommen. Man kann die Reifen nicht vorheizen und muss versuchen, das perfekte Fenster zu finden, in dem das Auto am besten funktioniert“, erklärt der 39-Jährige.

Sein Fahrerkollege Dennis Lind feierte im vergangenen Jahr seine Premiere im ADAC GT Masters. Der Däne bestritt 2021 in einem Audi zwei Rennen für das Team WRT. Beide auf dem Red Bull Ring, der für ihn ebenfalls Neuland war. Mit Platz fünf im ersten Lauf zeigte Dennis Lind bei seinem Debüt, dass mit ihm auf der Alpen-Achterbahn zu rechnen sein wird. „Ich freue mich, wieder auf diesem schönen Kurs in den Bergen fahren zu können. McLaren ist vor Jahren das letzte Mal im ADAC GT Masters gestartet. Wir haben jetzt ein ganz anderes Auto. In Spielberg wollen wir unter anderem die neue Reifengeneration von Pirelli noch besser unter harten Rennbedingungen kennen lernen, da dieser Reifen auch in anderen Serien, an denen wir teilnehmen, zum Einsatz kommt. Unser Ziel ist es, vorn mit dabei sein. Allerdings ist das ADAC GT Masters eine der heißesten Rennserien überhaupt. Das Feld liegt immer dicht zusammen, jeder Fehler wird gnadenlos bestraft. Ein Rang unter den ersten Fünf wäre ein Erfolg, eine Top-Ten-Platzierung respektabel. Sicher ist: Es wird ein harter Kampf.“

Alpen-Quartett freut sich auf das Heimspiel am Red Bull Ring

  • Norbert Siedler stand bereits einmal ganz oben auf dem Treppchen
  • Simon Reicher, Mick Wishofer und Klaus Bachler warten auf den ersten Heimerfolg
  • TV-Partner NITRO präsentiert die Rennen ab 12.30 Uhr live

Das Eastalent Racing Team startet mit zwei Lokalmatadoren
Foto: ADAC-Motoersport


Sie sind eine feste Größe im ADAC GT Masters: Die österreichischen Fahrer haben bisher insgesamt 20 Siege in der Deutschen GT-Meisterschaft eingefahren. Besonders motiviert sind die vier Piloten, wenn es vom 20. bis 22. Mai für ihre Heimrennen nach Spielberg geht. Alle Rennen des ADAC GT Masters starten um 13 Uhr. Der TV-Sender NITRO präsentiert die Läufe ab 12.30 Uhr live. Auf RTL+ kann die Rennaction live verfolgt oder anschließend in der Mediathek abgerufen werden. Die Qualifyings sind bei sport.de und adac.de/motorsport zu sehen.

Der letzte Sieg eines Lokalmatadors auf dem schnellsten Kurs im Tourkalender liegt jedoch schon elf Jahre zurück. Norbert Siedler (39/Wildschönau) stand bei der ADAC GT Masters-Premiere am Red Bull Ring im Jahr 2011 ganz oben auf dem Treppchen. „Das war ein tolles Erlebnis, daran werde ich mich immer erinnern. Ein Heimrennen ist etwas Besonderes und hat eine ganz spezielle Atmosphäre. Man weiß, Freunde und Bekannte schauen an der Strecke zu und man freut sich, dass wir in unserem Land einen so tollen Kurs haben“, erklärt Norbert Siedler, der für das neugegründete österreichische Eastalent Racing Team in einem Audi R8 LMS GT3 Evo II startet. An einen erneuten Erfolg mag der Renn-Routinier trotz Fan-Unterstützung nicht so recht glauben. „Wir haben unser Auto erst zwei Wochen vor dem Start bekommen und kaum getestet. Das Team ist neu, Dinge müssen sich erst einmal einspielen, das dauert ein wenig. Wir wollen wie in Oschersleben in die Punkte fahren, alles andere wird sich im Laufe der Saison finden“, schätzt der schnelle Tiroler die Lage ein.

Sein Teamkollege Simon Reicher (22/Kirchberg bei Mattighofen) kann sich noch genau an sein erstes ADAC GT Masters-Erlebnis erinnern: „Es ist elf Jahre her, als ich mit meinem Vater auf dem Red Bull Ring zum ersten Mal ein Rennen im ADAC GT Masters gesehen habe. Das Motorengeräusch, das Spektakel, die ganze Atmosphäre – das werde ich nie vergessen. Seitdem habe ich immer gehofft, dort auch einmal fahren zu dürfen und dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen”, so der junge Pilot, der nach Gastauftritten 2019 und 2020 im vergangenen Jahr regelmäßig Rennen in der Deutschen GT-Meisterschaft bestritt. Für ihn ist der Kurs in Spielberg einer der modernsten und schönsten überhaupt. Dort zu fahren, macht ihn als Österreicher stolz. Aber auch neben der Strecke will Simon Reicher Gas geben. „Wir werden am Samstagabend, egal, wie das erste Rennen gelaufen ist, eine kleine Party für Freunde und Bekannte geben. Natürlich wird kein Alkohol getrunken, aber bei einem Heimspiel muss das sein.“

Mick Wishofer (22/Wien) will nach dem Auftakt in Oschersleben auf dem Red Bull Ring voll angreifen und im Lamborghini Huracán GT3 Evo viele Punkte holen. „Es war für unser Team Emil Frey Racing ein gelungener Einstand in Oschersleben. Wir hatten den Speed, um ganz vorn dabei zu sein. Daran wollen wir anknüpfen. Bei einem Heimrennen gibt man vor den eigenen Fans doch etwas mehr als sonst, ist noch fokussierter. Zudem liegt mir der Red Bull Ring. Ich bin hier 2018 in der ADAC Formel 4 Dritter geworden. Das war ein cooles Gefühl. Mal sehen, was mit dem Lambo geht, vielleicht ist ein Podiumsplatz möglich. Auf jeden Fall wollen wir in der Pirelli-Junior-Wertung weiter oben mitmischen.“ Dem jungen Teamkollegen Konsta Lappalainen (20/FIN) kann er die Schönheiten seines Landes nicht zeigen, der Terminkalender des Österreichers ist bei seinem Heimrennen ausgebucht. „Über 50 Gäste, Sponsoren, Freunde und Bekannte haben sich angekündigt. Ich bin von Montag vor dem Rennen, bis zum Montag danach voll eingespannt“, erzählt Mick Wishofer. Sein Team kann sich bei einem möglichen Sieg über Freibier freuen. Die Marke steht auch schon fest. Der junge Lamborghini-Pilot: „Da passt das steierische Gösser Bier zu einem Kurs in der Steiermark natürlich am besten.“

Der vierte Österreicher des Alpen-Quartetts, Klaus Bachler (30/Unzmarkt), ist Lokalmatador am Red Bull Ring. Der 30-Jährige wohnt nur 30 Kilometer von der Strecke entfernt und war schon als Kind mit seinem Vater häufig Gast in Spielberg. „Der Red Bull Ring ist eine wunderschöne, aber sehr anspruchsvolle Strecke und als Österreicher ist es immer ein tolles Gefühl, hier zu fahren. Es gibt mehrere Stellen, an denen das Überholen möglich ist. Man muss allerdings nach den schnellen Geraden gut auf der Bremse sein und braucht ein Fahrzeugsetup, das dem flexiblen Streckenlayout gerecht wird“, analysiert der erfahrene Porsche-Pilot. Der Start mit seinem neuen Team ID Racing with Herberth im Porsche 911 GT3 R war im ersten Rennen mit Platz fünf vielversprechend. Der zweite Lauf konnte wegen eines defekten Splitters allerdings nicht beendet werden. „Wir wollen natürlich vorn mitfahren, aber die Konkurrenz schläft nicht. Auf dem Red Bull Ring entscheiden Hundertstelsekunden, verlierst du nur eine Zehntel, kannst du auch schnell zehn Plätze abrutschen. Ich stand hier schon einmal auf dem Podium und ein Sieg wäre das Größte. Dann können sich alle auf eine rauschende Feier gefasst machen.“

Mittwoch, 11. Mai 2022

GERT56 mit zwei Podestplätzen am Lausitzring

Julian Puffe holt am Lausitzring zweimal Platz 3
Foto: Jens Hawrda


GERT56 hat mit Julian Puffe und Toni Finsterbusch in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in der Klasse IDM Superbike einen Auftakt nach Maß hingelegt: Beide Piloten fuhren auf das Podest, Puffe sogar in beiden Läufen. Mit den BMW M 1000 RR Maschinen kamen Puffe zwei Mal auf drei und Finsterbusch ein Mal auf zwei ins Ziel. Im ersten Lauf hatte sich Puffe von Startplatz vier aus ziemlich früh den zweiten Platz hinter dem späteren Sieger Markus Reiterberger gesichert. Im weiteren Rennverlauf fiel Puffe noch hinter Jan Mohr zurück, konnte den dritten Platz aber souverän ins Ziel bringen. Es war der erste Podestplatz von GERT56 in der IDM Superbike.

Im zweiten Rennen musste Puffe dann aufgrund der umgedrehten Startaufstellung der ersten neun auf Startplatz sieben zurück. Von da aus kämpfte er sich durch das Feld und brachte am Ende Rang drei ins Ziel.

Für Finsterbusch war Rennen 1 vom fünften Startplatz aus nicht nach Plan gelaufen. Der Mann mit der Startnummer 56 musste in der Spitzkehre den Notausgang nehmen und durch das Kies fahren. Finsterbusch fuhr dem Feld hinterher und legte eine atemberaubende Rennpace an den Tag, die schon vermuten ließ, dass der 21. Platz am Ende „weit unter Wert geschlagen“ bedeuten würde.

Toni Finsterbusch Platz Zwei in Renen 2 am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda
 


Im zweiten Rennen startete Finsterbusch von elf und pflügte sich durch das Feld. Kontinuierlich und Runde um Runde arbeitete er sich nach vorn und holte sich sechs Runden vor Schluss den zweiten Platz, den er bis ins Ziel nicht mehr abgab.

Kontrovers war noch der Ausgang und die Rennentscheidung des zweiten Laufes gewesen. Zunächst war Finsterbusch als Sieger und Puffe als Zweiter geehrt worden, da Reiterberger bezichtig worden war im Rennverlauf unter gelb überholt zu haben. Dafür hatte er eine Strafrückversetzung um fünf Plätze erhalten. Doch die nach dem Rennen eingeleitete Video-Analyse und Untersuchung der Stewards brachte zum Vorschein, dass Reiterberger den Überholvorgang vor Erreichen der gelben Flagge abgeschlossen hatte. Damit wurde ihm der Sieg nachträglich wieder zugesprochen. Damit landeten Finsterbusch auf zwei und Puffe auf drei.

In der Gesamtwertung liegt Puffe nach zwei von 14 IDM-Superbike-Saisonläufen mit 32 Punkten auf Rang drei. Finsterbusch hat 20 Zähler aus der Lausitz im Gepäck und ist Sechster. 

Stimmen der Piloten zum Rennwochenende:

Julian Puffe am LÖausirtring zwei mal am Podest
Foto: Jens Hawrda

 Julian Puffe:

„Hätte mir irgendwer vor dem Wochenende gesagt, dass ich zwei Mal auf das Podest fahre – ich hätte mich rumgedreht und wäre gegangen. Trotz dem Hin- und Her mit Reiti – ich bin happy und zufrieden mit den beiden Podesten. Das ist der absolute Hammer. Ich freue mich auch besonders für mein Team von Karsten Wolf und die ganze GERT56-Mannschaft, die immer an mich geglaubt haben und mich aufgefangen haben, als ich dachte es wäre schon alles vorbei. Ein großer Dank geht auch an all unsere Sponsoren, meine Fans und Familie, meine Freundin und Kumpels – alle, die mich immer unterstützt haben. Ich bin sprachlos!“

Toni Finsterbusch Platz zwei in Rennen 2
Foto: Jens Hawrda


Toni Finsterbusch:
„Ich hatte einen guten Start und habe mich echt gut nach vorn kämpfen können. Mit Platz zwei bin ich mega-zufrieden, mit dem ersten Platz hätte ich sowieso nicht gerechnet. Es war allgemein ein hartes Rennen, besonders im zweiten Lauf – überholen war echt schwierig, weil alle richtig hart bremsen konnten. In den flüssigen Passagen kommt man halt nicht vorbei – dort waren wir halt stärker. Daher hat es eine Weile gedauert, ehe man die Chance hatte, sich irgendwo vorbei bremsen zu können. Das war richtig harte Arbeit und man musste wirklich konzentriert bleiben. Mein Überholmanöver gegen Bastien Mackels war vielleicht auch nicht das ganz sauberste – aber egal, ich war vorbei und es war nicht so schlimm.“

Quelle: GERT56.de

 

 

Teams BCC-alpha-Van Zon-BMW mit Erfogreichem Rennwochenende in der Lausitz

Markus Reiterberger dominierte am Lausitzring und übernimmt die Tabellenführung
Foto: Jens Hawrda

Endlich ging am vergangenen Wochenende die Saison 2022 der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM wieder los. Die Winterpause und die Frühjahrstests waren passé und erstmals ging es auf dem Lausitzring um die heißbegehrten Meisterschaftspunkte im Kampf um den neu zu vergebenden Meisterschaftstitel. Mit dem Team BCC-alpha-Van Zon-BMW steht in der Superbike-Kategorie erneut die erfolgreichste Mannschaft der IDM am Start. Im Vorjahr hatte man mit Ilya Mikhalchik den Meistertitel geholt und gemeinsam auch erfolgreich den Hersteller-Titel für BMW Motorrad Motorsport gesichert. In dieser Saison schickt der belgische Teamchef Werner Daemen und sein Technik-Chef Andreas Gerlich gleich vier aussichtsreiche Kandidaten ins Rennen: Markus Reiterberger (D), Pepijn Bijsterbosch (NL), Jan Mohr (A) und Kamil Krzemien (PL).

Schon am Freitag legten sich die Piloten mächtig ins Zeug, bevor am Samstag in den beiden Trainingssitzungen die Startplätze für die beiden Rennen am Sonntag, den ersten zwei von insgesamt 14, herausgefahren wurde. An der Spitze tummelte sich von der ersten Sitzung an Markus Reiterberger, der auch 2022 zu einem der absoluten Titelfavoriten zählt. Der Bayer zeigte sich beim IDM-Auftakt in bester Laune und sehr gut vorbereitet. «Es war gut, dass wir in der Vorwoche noch einen Test hier absolviert haben», erklärte „Reiti“. «Die Tests in Spanien waren wirklich verregnet und ich bin mit dem Set-up von Valencia losgefahren. Das stellte sich hier aber als etwas zu aggressiv heraus und für diese wellige Strecke hatten wir noch ein paar Ideen.» Diese Ideen bescherten ihm dann im Abschlusstraining eine 1:37.113 min und die erste Pole-Position des Jahres. «Das war jetzt meine schnellste jemals hier gefahrene Runde», freute er sich verdientermaßen. «Selbst bei meinem WM-Einsatz hier war ich nicht schneller. Und die Strecke ist seit damals nicht besser geworden. Das war jetzt schone eine Bombenzeit. Die 1:37.1 war jetzt nur eine Runde. Aber 1:37er-Runden habe ich bestimmt zehn, egal mit welchen Reifen und unter allen Bedingungen.»

Markus Reiterberger siegt in Rennen 1 und 2 am Lausitzring
Foto: Jens Hawrda

Im ersten Rennen legte Reiterberger auch gleich flott los, schüttelte seine Konkurrenten gepflegt ab und raste mit einer konstanten Pace bis zur letzten Runde dem ersten Sieg der Saison entgegen. «Ich hatte mit einem Fight mit Florian Alt gerechnet», gab er nach der Zieldurchfahrt zu. Doch sein härtester Widersache hatte Pech und war mit Motorschaden ausgeschieden. «Ich bin dann einfach in meinem Stil zu Ende gefahren», so Reiterberger. «Mit der Lücke zu den anderen hatte ich schon gerechnet. Kontrolliert war das Rennen von meiner Seite aus auf alle Fälle. Aber ich wollte auch schauen, was geht und konnte den Speed bis zum Ende halten. Ich hatte einfach so ein geiles Bike. Ich bin einfach gut rumgekommen und bin dankbar, wie toll mein Team arbeitet.»

Aufregend wurde es für Reiterberger und seinen Teamchef Werner Daemen nach dem zweite Lauf erst nach der Zieldurchfahrt. Reiterberger war aufgrund des Reverse Grid, der umgekehrten Startreihenfolge, von Platz 9 losgefahren und brauchte ein paar Runden und ein paar Überholmanöver, um sich auch in diesem Rennen an die Spitze zu setzen. Was ihm auch in ein beeindruckender Manier gelang. Doch im Ziel dann die Hiobs-Botschaft. Der Sieg war ihm wegen des vermeintlichen Überholens bei gelber Flagge aberkannt worden und fünf Plätze ging es für ihn zur Strafe nach hinten. Doch Daemen und Reiterberger erhoben gegen diese Entscheidung Einspruch und legten entsprechendes Bildmaterial vor. Das wurde auch umgehend anerkannt, die Entscheidung revidiert und Reiterberger nachträglich doch noch zum Sieger gekürt. Er hatte den Überholvorgang noch vor der ersten gelben Flagge und ohne Risiko für sich und andere sauber zu Ende gebracht. Damit durfte er sich mit leichter Verzögerung über die vollen 50 Punkte des Wochenendes freuen und wird nun auch als Führender der Gesamtwertung gelistet.

Jan Mohr, Platz 2 in Rennen 1
Foto: Jens Hawrda

Jan Mohr war im Vorjahr vor allem bei den letzten Rennen so richtig in Schwung gekommen und setzte diese Dynamik nach vielen Trainingskilometern im Winter auch in Sachen Moto-Cross gleich beim ersten Rennen fort. Nach den Qualifyings glänzte er mit Startplatz 3, den er sich im Abschlusstraining erkämpfte hatte, nachdem die Vormittags-Tour nach einem Defekt am Motor frühzeitig beendet war. «Meine Mechaniker haben dann gezaubert», lobt der Österreicher, «und mir in kürzester Zeit einen neuen Motor eingebaut. Der war bereits auf dem Prüfstand eingefahren und nach drei Testrunden im zweiten Quali konnte ich loslegen. Es hat viel gebracht, dass ich auch im Winter viel Motorrad gefahren bin. Außerdem gehe ich entspannter an die Sache ran, als im letzten Jahr. Das klappt besser.»

Und wie es für den Österreicher klappte. Im ersten Rennen fetzte er gleich mal in der Spitzengruppe mit, als wenn er nie etwas anderes gemacht hätte, und schenkt sich und seinem Team den zweiten Platz. «Unglaublich, fantastisch, einfach nur geil», fasste er seinen überzeugenden Auftritt zusammen. «Seit fünf Jahren bin ich jetzt in der IDM und jetzt endlich mein erstes Podium. Es hat alles geklappt, es war alles kontrolliert, es war einfach nur super.» Im zweiten Rennen war der Österreicher mit seiner BMW ähnlich gut aufgelegt, musste das Rennen wegen der umgekehrten Startaufstellung allerdings von Platz 8 aus in Angriff nehmen. Doch auch davon ließ sich der Vorarlberger nicht aus dem Konzept bringen und schnappte sich einen Konkurrenten nach dem anderen. Als Vierter landete er im Ziel, wurde kurzzeitig sogar als Dritter gewertet, um nach der Richtigstellung des Ergebnissen dann wieder als Vierter auf der Liste aufzutauchen. Seine Freude war dennoch ungebrochen. «Ich hatte ein paar Probleme, durchzukommen», gab er im Anschluss zu. «Zum Schluss wollte ich noch an Julian Puffe ranfahren, aber das ging sich nicht mehr aus. Vom Team war es ein Top-Job. Da machen wir beim nächsten Rennen weiter.»

Pepijn Bijsterbosch
Foto: Jens Hawrda

Pepijn Bijsterbosch hatte nach einer durchwachsenen Saison 2021 seinen Trainingsplan in der Winter-Saison umgestellt und hat wesentlich mehr Kilometer auf dem Motorrad absolviert. «Im Vorjahr war ich einfach zu spät dran», weiß er heute, «dazu kamen Lieferschwierigkeiten und die Corona-Geschichte. Diesen Rückstand konnten wir dann übers Jahr nicht aufholen.» Von Rückstand war beim IDM-Auftakt beim Niederländer keine Rede mehr. Nach Platz 6 in der Startaufstellung hatte Bijsterbosch noch nicht genug. «Mein Gefühl mit dem Motorrad ist echt wieder gut», freute er sich. «Mein Ziel ist es, wieder ums Podest kämpfen zu können. Wir arbeiten dran.»

Ganz hatte es bei dem Niederländer für den Kampf ums Podium noch nicht gereicht, aber die Tendenz zeigt wieder steil nach oben. Bijsterbosch fuhr flott in der Verfolgergruppe mit, konnte sich so manchen Angriffs erwehren und holte sich bei bestem Motorradfahrer-Wetter die Plätze 5 und 6. «Es war ein guter Fight», beurteilte er im Anschluss seine beiden Rennen. «Das letzte Bisschen hat noch gefehlt. Gerade im zweiten Rennen hatte ich ein wenig Trouble beim Bremsen. Aber am Ende lief es echt gut und mein Bike hat sich echt gut angefühlt.» Noch in der Lederkombi setzte sich Bijsterbosch mit seinem Techniker hin, um alle Details zu besprechen und sich bis zum nächsten Rennen in der Motorsport Arena Oschersleben noch den einen oder anderen Kniff zu überlegen und die nicht mehr allzu große Lücke zu den Podestplätzen zu schließen.

Kamil Krzemien #7
Foto: Jens Hawrda
 

Kamil Krzemien ist seit dieser Saison neu im Team BCC-alpha-Van Zon-BMW und strahlte nach dem zweiten Qualifying über das ganze Gesicht. Er hatte sich vom ersten zum zweiten Zeittraining um eine Sekunde gesteigert und sich dafür mit dem 12. Startplatz belohnt. Für den Polen ist es zwar das zweite Jahr in der IDM, aber eine Premiere auf dem Lausitzring. «Die Strecke ist eine echte Herausforderung», erklärte er nach seinem Trainingserfolg. «Vor allem der letzte Sektor mit den vielen Speedwechseln. Wegen des welligen Belags versuche ich mir die speziellen Linien bei erfahreneren Kollegen abzuschauen.»

Der Pole hatte seinen Kollegen wohl besonders gut zugeschaut, denn in den Rennen bewies er, dass sich Teamchef Werner Daemen nicht umsonst die Dienste des Nachwuchspiloten gesichert hatte. Das Grinsen des BMW-Piloten war nach Platz 8 im ersten Rennen wohlmöglich noch strahlender als nach dem Qualifying. «Es wäre vielleicht sogar noch Platz 6 drin gewesen», überlegte er. «Aber in der letzte Runde habe ich eine kleinen Fehler gemacht und es war echt eng da vorne. Aber ich bin dran an der Spitze. Im zweiten Rennen mache ich es noch besser.» Gesagt getan. Durch die umgekehrte Reihenfolge in Rennen 2 durfte er aus der zweiten Reihe losfahren und setzte diese Chance auch gleich gut um. Platz 7 die Ausbeute. «Es ist besser gelaufen», freute er sich. «An meinem Motorrad haben wir nichts geändert. Ich habe ein wenig meinen Fahrstil angepasst und weniger Fehler als im ersten Rennen gemacht. Herausgekommen ist dann ein besseres Ergebnis.»

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt der Mannschaft des Teams BCC-alpha-Van Zon-BMW nicht. In 14 Tagen steht schon das nächste Event im Rahmen der IDM an. Ziel der Reise ist dann die Motorsport Arena Oschersleben.