Montag, 8. November 2021

Aufregender Saisonabschluss für Mercedes-AMG Motorsport beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring

Foto: Jens Hawrda

Maro Engel und Luca Stolz (beide GER) haben sich beim Saisonfinale des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring Platz drei in der Fahrerwertung der hart umkämpften Rennserie gesichert. Gleichzeitig fuhren die beiden Piloten Platz vier in der Teamwertung für das Mercedes-AMG Team Toksport WRT ein. Ihre Markenkollegen Maximilian Buhk (GER) und Raffaele Marciello (ITA) beendeten die Saison auf Platz vier in der Fahrerwertung – gleichbedeutend mit Position fünf für das MANN-FILTER Team LANDGRAF - HTP/WWR. Jules Gounon (FRA) und Igor Walilko (POL) erreichten sowohl im Fahrer- als auch im Teamklassement Gesamtposition sechs, Walilko durfte zudem Platz drei in der Junior-Wertung feiern. Am Ende einer spannenden Saison stehen für die Mercedes-AMG Motorsport Kundenteams insgesamt drei Gesamtsiege und neun weitere Podiumserfolge zu Buche.

  •     Rennen 1: P4 für Mercedes-AMG Team Toksport WRT #22, 
  •     P5 für MANN-FILTER Team LANDGRAF - HTP/WWR #70
  •     Rennen 2: P6 für Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing #13
  •     Platz drei in der Fahrerwertung für Maro Engel und Luca Stolz
  •     GT4 Germany: Teamtitel für Team Zakspeed, Junior-Meisterschaft für Theo Nouet


Am Sonntagmorgen hüllte typisches Eifelwetter die Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings in dichten Nebel, sodass das Qualifying für das entscheidende Rennen der GT-Masters-Saison um knapp zwei Stunden verschoben werden musste. Zudem wurde die Session von 20 auf 30 Minuten verlängert. So hatten die Teams die Möglichkeit, sich auf die schwierigen Streckenbedingungen einzustellen. Maro Engel sicherte dem Mercedes-AMG Team Toksport WRT #22 Startposition sieben für das Rennen, Maximilian Buhk stellte die #70 vom MANN-FILTER Team LANDGRAF - HTP/WWR auf P17. Jules Gounon beendete das Qualifying für das Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing #13 auf P21, das Schwesterfahrzeug mit der Nummer 20 ging von P25 ins Rennen.

Wie so oft in der aktuellen Saison begann auch das zweite und entscheidende Rennen des finalen GT-Masters-Wochenendes auf dem Nürburgring turbulent: Mehrere Konkurrenten kollidierten direkt nach dem Start miteinander, sodass das Rennen bereits in der zweiten Runde unterbrochen werden musste und erst nach einer längeren Pause fortgesetzt werden konnte. Die Mercedes-AMG GT3 im Feld konnten jedoch von der unübersichtlichen Situation profitieren: Startfahrer Maro Engel in der #22 vom Mercedes-AMG Team Toksport WRT machte fünf Plätze gut und setzte das Rennen von P3 aus fort. Maximilian Buhk (#70) fuhr von P18 auf P10, Jules Gounon (#13) überholte in der Startphase sogar 13 Konkurrenten und reihte sich auf P9 ein. Auch Constantin Schöll im Zakspeed-Schwesterfahrzeug mit der #20 verbesserte sich um sechs Plätze auf P19.

Aufgrund der einsetzenden Dämmerung wurde die Renndauer um 15 Minuten verkürzt, bevor das Rennen mit fliegendem Start fortgesetzt wurde. Kurz nach Wiederbeginn eroberte Engel P2, erhielt dann allerdings eine Durchfahrtsstrafe: Die Rennleitung hatte ihn als Verantwortlichen für eine weitere Kollision ausgemacht. Damit waren die Titelträume vom Mercedes-AMG Team Toksport WRT beendet, im späteren Verlauf des Rennens stellte die Mannschaft aus Quiddelbach ihr Fahrzeug in der Box ab.

Bestplatzierter Mercedes-AMG GT3 war nun das Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing #13: Startfahrer Jules Gounon übergab auf P5 liegend sein Fahrzeug an Igor Walilko. Raffaele Marciello übernahm die #70 von Maximilian Buhk auf P10 und verlor keine Zeit, weiter nach vorne zu fahren. Wenige Runden später hatte der Italiener sechs Plätze gutgemacht und sich damit vor seinem Markenkollegen Walilko eingereiht, der auf P7 zurückfiel. Einige Minuten vor Rennende kam es allerdings zu einer Berührung zwischen Marciello und einem Konkurrenten. Dabei wurde sein Mercedes-AMG GT3 #70 so beschädig, das er seine fulminante Fahrt nicht fortführen könnte. Igor Walilko überquerte nach einem starken Stint als Sechster die Ziellinie, die #20 kam auf P18 ins Ziel.

Rennen 1: Platz vier und fünf für Mercedes-AMG Motorsport

Im Qualifying am Samstagmorgen hatte Luca Stolz die Pole Position für das erste Rennen des Wochenendes nur knapp verpasst: Mit weniger als einer Zehntelsekunde Rückstand auf den Zeitschnellsten platzierte er seinen Mercedes-AMG GT3 #22 auf Startplatz zwei. Raffaele Marciello gelang in seiner #70 die fünftbeste Runde, die beiden Zakspeed-Fahrzeuge landeten auf Position 16 (#13) und 19 (#20).

Nach zwei Einführungsrunden auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings kam es bereits in der ersten Kurve nach dem Start des Rennens zu – für einige Konkurrenten – folgenschweren Kontakten im Fahrerfeld. Luca Stolz, Startfahrer des Mercedes-AMG GT3 vom Mercedes-AMG Team Toksport WRT #22, konnte seine gute Ausgangsposition jedoch verteidigen, Raffaele Marciello (#70) machte sogar einen Platz gut. Gegensätzlich verlief die Startphase für die beiden Zakspeed-Fahrzeuge: Während Hendrik Still (#20) sich um ganze zehn Positionen verbessern konnte und sich auf P9 einreihte, fiel Igor Walilko in der #13 auf P23 zurück.

Anschließend beruhigte sich das Renngeschehen etwas, dennoch kam es immer wieder zu ausgedehnten und hart umkämpften Duellen zwischen einzelnen Fahrzeugen. So lieferte sich Stolz einen packenden Zweikampf mit einem Konkurrenten um Platz zwei, den er dank fehlerfreier Leistung behaupten konnte. Dies änderte sich kurz nach der Öffnung des Boxenfensters nach 25 Rennminuten: Stolz wurde während seiner In-Lap von einem Konkurrenten, der seinen Stopp bereits absolviert hatte, touchiert und verlor wertvolle Sekunden. Dadurch gelang es zwei Fahrzeugen, sich vor den Mercedes-AMG GT3 #22 zu setzen, während Stolz an seinen Teamkollegen Maro Engel übergab.

In der zweiten Rennhälfte setzten Engel und der direkt hinter ihm fahrende Maximilian Buhk, Schlussfahrer vom MANN-FILTER Team LANDGRAF - HTP/WWR #70, alles daran, auf die Führenden aufzuschließen. Nach 41 Rennrunden mussten sich die beiden Piloten nach starker Leistung jedoch mit P4 und P5 zufriedengeben. In der Mitte des Feldes verteidigte Constantin Schöll, der die #20 vom Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing von Hendrik Still übernommen hatte, seine neunte Position lange Zeit erfolgreich gegen gleich mehrere Konkurrenten, die ihn stark unter Druck setzten. Als Schöll schließlich ein kleiner Fahrfehler unterlief, fand er sich auf P15 wieder. Währenddessen gelang es Jules Gounon, Schlussfahrer des Zakspeed-Schwesterfahrzeuges mit der #13, einige Positionen nach vorne zu fahren: Er beendete das Rennen auf P19.

Erfolgreiche Saison der Mercedes-AMG Motorsport Teams

Das ADAC GT Masters hatte mit einem Gesamtsieg für das MANN-FILTER Team LANDGRAF - HTP/WWR #70 in der Motorsport Arena Oschersleben im ersten Saisonrennen vielversprechend begonnen. Die nächsten beiden Podiumsplatzierungen für Mercedes-AMG Motorsport gab es mit zwei zweiten Plätzen auf dem Circuit Zandvoort am dritten Rennwochenende. Richtig in Fahrt kamen die Mercedes-AMG GT3 schließlich auf dem DEKRA Lausitzring, der vierten Station im Kalender der Serie : In einem aufregenden Rennen fuhren das Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing #13, die #22 vom Mercedes-AMG Team Toksport WRT und das MANN-FILTER Team LANDGRAF - HTP/WWR #70 einen Dreifachsieg für die Performance-und Sportwagenmarke aus Affalterbach heraus. Insgesamt holten die Kundenteams an sieben Rennwochenenden drei Gesamtsiege sowie neun weitere Podiumsplatzierungen.

GT4 Germany: Doppelter Meisterschaftserfolg für Team Zakspeed

Auch in der GT4 Germany, die im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters ihr letztes Rennwochenende absolvierte, sind die letzten Entscheidungen gefallen: Das Team Zakspeed, das die Saison mit zwei Mercedes-AMG GT4 bestritt, krönte sich auf dem Nürburgring zum Meister in der Teamwertung. Theo Nouet (FRA) sicherte sich zudem den Junior-Titel und beendete die Saison zusammen mit seinem Teamkollegen Jan Marschalkowski (GER) auf P2 des Fahrerklassements.

Ricardo Feller und Christopher Mies sind die Deutschen GT-Meister 2021

  •  Porsche-Duo Ammermüller/Jaminet gewinnt Finalrennen
  •  Fahrer- und Teamtitel für Montaplast by Land-Motorsport
  •  Ricardo Feller siegt auch in Pirelli-Junior-Wertung
  •  Audi-Fahrer Florian Spengler gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung

Ricardo Feller und Christopher Mies gewinnen die Deutsche GT-Meisterschaft
Foto: ADAC-Motorsport

Großes Finale, viel Drama und eine Zitterpartie zum Titel, doch am Ende hat es gereicht: Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (32/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) sicherten sich im Finalrennen auf dem Nürburgring die Deutsche GT-Meisterschaft. Titelverteidiger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) und Porsche-Werkspilot Mathieu Jaminet (27/F, beide SSR Performance) holten im letzten Rennen das Maximum heraus und fuhren zum vierten Saisonsieg, doch am Ende reichte Platz zehn für Feller und Mies, um den Titel mit knappen vier Punkten Vorsprung zu gewinnen. Für Mies war es der zweite Meistertitel nach 2016, für Feller der erste überhaupt. Platz zwei ging an Marco Holzer (33/Bobingen) und Joel Eriksson (23/S, beide Küs Team Bernhard) in einem weiteren Porsche 911 GT3 R vor den Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (43/CH) und Franck Perera (37/F, beide GRT Grasser Racing Team). „Es ist ein Megagefühl, dass es geklappt hat“, so der Champion Christopher Mies. „Das Rennen war reiner Nervenkitzel. Es war von Anfang an brutal eng, aber es hat am Ende gereicht. Es war sehr emotional heute.“

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 14 von 14

Streckenlänge: 3,629 Meter
Wetter: 7 Grad, bewölkt
Pole-Position: Klaus Bachler (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R), 1.35,470
Sieger: Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R)
Schnellste Rennrunde: Mathieu Jaminet/Michael Ammermüller

Spannung im Titeldreikampf

Feller und Mies gingen mit einem soliden Punktepolster in das Finalrennen, doch das schmolz schnell dahin. Denn während das Audi-Duo im hart umkämpften Mittelfeld nur magere Punkte erwarten konnte, eroberten ihre Titelrivalen nacheinander die Führung im Rennen. Zuerst schnappten sich die vor dem Rennen auf Gesamtplatz zwei liegenden Luca Stolz (26/Brachbach, Mercedes-AMG Team Toksport WRT) Platz eins. Doch von der Führung bis zum Platzen der Titelträume war der Weg nur kurz: Engel bekam eine Durchfahrtsstrafe nach einer Kollision in der Startrunde auferlegt, die Strafe warf das Mercedes-AMG-Duo aus den Punkterängen und der Meisterschaftsentscheidung. Dank einer geschickten Strategie mit einem frühen Boxenstopp übernahmen anschließend Ammermüller und Jaminet die Führung und dominierten das Rennen auf dem Weg zu ihrem vierten Saisonsieg. Mies und Feller kamen nach zahlreichen Kämpfen im Verfolgerfeld, nachdem sie zwischenzeitlich sogar aus den Top Ten gefallen waren, schließlich als Zehnte ins Ziel – was zum Titelgewinn reichte. Dank dieser Platzierung holten sie nicht nur den Titel in der Fahrer-Wertung, sondern sicherten ihrem Rennstall Montaplast by Land-Motorsport auch die zweite Teammeisterschaft nach 2016. Feller gewann außerdem die Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer.

Porsche holt Doppelsieg

Auch hinter den Siegern Jaminet und Ammermüller zeigte das ADAC GT Masters im letzten Saisonrennen nochmals besten Sport. Marco Holzer und Joel Eriksson setzten sich im Kampf um Platz zwei durch und kamen mit nur 0,3 Sekunden Vorsprung vor den Lamborghini-Fahrern Ineichen und Perera ins Ziel. Vierte wurden ihre Teamkollegen Mirko Bortolotti (31/I) und Marco Mapelli (34/I, beide GRT Grasser Racing Team). Jusuf Owega (19/Köln) und Patric Niederhauser (30/CH) holten beim Heimrennen ihres Teams Phoenix Racing Platz fünf vor dem Mercedes-AMG von Igor Waliłko (24/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing), die von Startplatz 21 eine starke Aufholjagd zeigten.

Klaus Bachler (30/A) und Simona De Silvestro (33/CH, beide Precote Herberth Motorsport) mussten sich nach der Pole-Position und anfänglicher Führung des Österreichers mit Rang sieben begnügen. Achte wurden im Abschiedsrennen des BMW M6 GT3 die Werksfahrer Jesse Krohn (31/FIN) und Nick Yelloly (30/GB, beide Schubert Motorsport) vor den Lamborghini-Junioren Maximilian Paul (21/Dresden) und Luca Ghiotto (26/I, beide T3 Motorsport), die knapp vor den neuen Meistern Neunte wurden.

In der Pirelli-Trophy-Wertung sicherte sich erstmals Audi-Pilot Florian Spengler (33/Ellwangen, Car Collection Motorsport) den Titel. Dem Schwaben reichte im Rennen der zweite Klassenrang zur endgültigen Meisterschaftsentscheidung.

Stimmen der Meister

Ricardo Feller: 

„Es fühlt sich gerade alles ziemlich perfekt an, ich habe schon vor einigen Jahren in der ADAC Formel 4 immer von diesem Moment geträumt. Heute den Fahrer-, Team- und Juniortitel zu holen ist einfach unfassbar. Im Rennen heute musste ich mich gegen meine Natur zurücknehmen, der Kampf um den Juniortitel wurde uns aber auch nicht geschenkt. Das Duell gegen Kim am Ende war hart, aber fair und hat natürlich Spaß gemacht. Das ist wirklich ein grandioser Tag.“

Christopher Mies:

„Das war ein sehr emotionales Rennen, wir haben uns das Leben noch mal selber schwer gemacht und ich bin froh, dass es am Ende alles geklappt hat. Heute Abend wird auf jeden Fall gefeiert! Es fühlt sich gut an, dass wir gewonnen haben. Ich bin unheimlich froh, mit Land-Motorsport meinen zweiten Titel eingefahren zu haben und bewundere auch die Entwicklung von Ricardo in den letzten Jahren. Das ist heute ein ganz besonderer Moment für mich.“

Stimmen der Rennsieger

Mathieu Jaminet: 

„Das Ziel im Rennen war klar, wir haben versucht, so hart zu pushen, wie wir können. Mit Michael haben wir dann einen Undercut versucht, da wir im Verkehr steckten. Das hat geklappt. Wir hatten heute eine gute Pace und ein gutes Auto und sind so zum Sieg gefahren. Auch wenn es nicht ganz für den Meistertitel gereicht hat, sind wir insgesamt sehr glücklich. Land-Motorsport hat diese Saison den Titel verdient, sie haben wirklich wenige Fehler gemacht.“

Michael Ammermüller: 

„Es war sehr kühl und damit schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Ich hatte Angst, dass mich in Turn 1 jemand von hinten abräumt. Ich bin aber zum Glück sehr gut durchgekommen und habe dann sehr stark gepusht, um den Rennsieg zu holen. Im Titelkampf haben wir bis zum Schluss mitgefiebert, denn es ist ja noch mal ganz knapp geworden. Wir freuen uns aber natürlich auch über den Vizetitel.“


Karklys feiert ersten Sieg, Andersen wird Vizemeister

  •  Der Hyundai-Pilot aus Lettland triumphiert zum Abschluss auf dem Nürburgring
  •  Andersen nach famoser Aufholjagd Vizemeister vor Dominik Fugel
  •  Szymon Ladniak im Halder-Honda auf Platz zwei

Jonas Karklys siegt im letzten Saisonrennen
Foto: Jens Hawrda


Premierensieg für Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass), Vizemeisterschaft für Martin Andersen (27, Dänemark, Hyundai Team Engstler): Die beiden Hyundai i30 N TCR-Piloten hatten im letzten Saisonrennen der ADAC TCR Germany auf dem Nürburgring Grund zum Jubeln. Während Karklys seinen ersten Erfolg überhaupt in der ADAC TCR Germany feierte, krönte Andersen eine famose Aufholjagd mit dem fünften Platz, der für den Vizetitel hinter Meister Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) genügte.

„Es war ein verrücktes Finale. Nach der ersten Kurve Kontakt habe ich gedacht: Das wars. Erst konnte ich das Auto nicht mehr starten, aber dann habe ich gemerkt, dass mein Rückstand gar nicht so groß ist. Ich war der Schnellste auf Regenreifen, es war ein traumhaftes Rennen“, sagte Andersen: „Ich bin natürlich super stolz. Mein Ziel zu Saisonbeginn war, unter die besten Fünf zu fahren. Mit der Vizemeisterschaft hätte ich nicht gerechnet.“

Mit 286 Punkten schloss Andersen, der bereits im Vorjahr in der dänischen Meisterschaft Zweiter wurde, seine erste Saison in der deutschen Serie ab. Das genügte zu Platz zwei hinter dem bereits als Meister feststehenden Engstler. Dominik Fugel (24, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) war lange auf Kurs Vizemeisterschaft, am Ende hatte er 285 und damit exakt einen Zähler zu wenig auf dem Konto. Vierter in der Meisterschaft wurde Eric Scalvini (26, Italien, Wimmer Werk Motorsport) mit 263 Punkten, der im letzten Rennen nicht mehr startete.

Das letzte Saisonrennen bot von der ersten Sekunde an jede Menge Action und Spannung. Auf nasser Strecke setzten die Piloten auf unterschiedliche Reifen – teilweise wurde mit Slicks gezockt, in der Hoffnung auf rasches Abtrocknen der Strecke. Letztlich erwies sich die Wahl von Karklys und Andersen, auf Regenreifen zu setzen, als genau richtig. Andersen erwischte von der Pole Position aus einen guten Start, doch auch Marcel Fugel (21, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) kam sehr gut weg. In der ersten Kurve jedoch verschätzte sich Fugel, und er berührte Andersen, der sich daraufhin drehte und bis ans Ende des Feldes zurückfiel. Der jüngere der Fugel-Brüder übernahm zunächst die Führung, dahinter folgten Szymon Ladniak (18, Polen, Halder Motorsport) und Junior-Champion Nico Gruber (20, Österreich, Hyundai Team Engstler).

Die Rennleitung belegte Marcel Fugel wegen des Manövers in der ersten Kurve mit einer Durchfahrtsstrafe, doch der Chemnitzer blieb zunächst auf der Strecke. Nachdem er – erneut in der ersten Kurve – nach einem Fahrfehler herausrutschte, übernahm Ladniak die Führung. Fugel kehrte auf die Strecke zurück, touchierte dabei aber Grubers Hyundai und erhielt nach weiteren harten Manövern die Schwarze Flagge.

Andersen nutzte die vielen Duelle im Feld und arbeitete sich immer mehr heran. Nachdem er zeitweise mehr als zwölf Sekunden zurücklag, schloss er schließlich auf und kämpfte sich Schritt für Schritt nach vorne.

Nach einem harten Zweikampf mit Junior Albert Legutko (21, Polen, Albert Legutko Racing) übernahm Andersen schließlich den fünften Platz, der ihm zur Vizemeisterschaft genügte. Dominik Fugel beendete das Rennen als Vierter, dem Chemnitzer fehlten knapp sieben Sekunden auf Platz drei, der ihm wiederum genügt hätte.

Derweil hielt sich auch der von Platz sieben gestartete Jonas Karkyls aus den Zweikämpfen heraus und überholte geschickt, in einer heißen Schlussphase zog er auch an Szymon Ladniak vorbei und fuhr seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany souverän nach Hause.

„Das ist ein tolles Gefühl, wir haben das nicht erwartet. Es ist der beste Weg, eine Saison abzuschließen. Wir hatten die beste Taktik, jetzt wollen wir ein bisschen feiern“, sagte Karklys, der vor Ladniak und Nico Gruber triumphierte. Hinter Dominik Fugel (4.) und Martin Andersen (5.) folgte Albert Legutko im Honda. Die drei Hyundai-Fahrer Roland Hertner (62, Heilbronn, Hyundai Team Engstler), der Sieger der Trophy-Wertung, Patrick Sing (29, Crailsheim, RaceSing) und Robin Jahr (30, Blankenfelde, RoJa Motorsport by ASL Lichtblau) belegten die Plätze sieben bis neun. Zehnter wurde Philipp Regensperger (23, Neumarkt St. Veit, Regensperger Racing) im Opel Astra TCR.

Sonntag, 7. November 2021

Klaus Bachler holt Pirelli Pole für Saisonfinale

Pole für Porsche-Pilot Klaus Bachler im letzten Rennen der Saison
Foto: Jens Hawrda

Während die Titelkandidaten auf die Plätze zwei, vier und acht fuhren, holte Porsche-Pilot Klaus Bachler für das Finalrennen der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Nürburgring den besten Startplatz.

Starker Nebel sorgte für eine Verschiebung des letzten Zeittrainings der Saison. Statt um 9.00 Uhr begann die Session um 10.45 Uhr. Im Fokus dabei standen vor allem die Piloten mit Meisterschaftschancen. Die beste Startposition hat hier Porsche-Pilot und Titelverteidiger Michael Ammermüller (SSR Performance), der bei nassen Bedingungen auf Platz zwei fuhr. Dem Bayern und Partner Mathieu Jaminet fehlten 0,257 Sekunden zur Bestzeit, die Markenkollege Klaus Bachler (Precote Herberth Motorspoort) gelang. Dank zweier Bonuspunkte für Platz zwei verringerten Ammermüller/Jaminet ihren Rückstand auf die Tabellenführer Ricardo Feller und Christopher Mies, die im Audi auf Platz vier fuhren, auf 23 Zähler. 25 werden im Rennen noch vergeben.

Die Tabellenzweiten Maro Engel und Luca Stolz (Mercedes-AMG Team Toksport WRT) wurden Achte – eine schwierige Ausgangssituation im Kampf um die Meisterschaft: Ihr Punkterückstand auf die Tabellenführer Feller/Mies beträgt 17 Zähler.

An der Spitze des Feldes wechselten sich hauptsächlich Porsche-Fahrer ab. Mehrmals wechselte in den Schlussminuten die Führung, bis sich Bachler endgültig mit 1.35,470 Minuten an die Spitze setzte. Für den Österreicher, der zusammen mit Simona De Silvestro im 911 GT3 R startet, war es der erste Pirelli Pole Position Award der Saison und die vierte Pole seiner Karriere. Als Lohn bekam Bachler drei Meisterschaftspunkte.

„Mega! Ich bin sehr glücklich“, freute sich Bachler. „Es war kein einfaches Jahr für mich, daher ist es schön, die Saison so zu beenden. Wir haben die richtige Entscheidung beim Set-up und bei den Reifen getroffen. Ich hatte eigentlich erwartet, dass wir am Ende mit Slicks fahren würden, aber zur Mitte der Session hat es angefangen zu nieseln. Da habe ich dann gesagt, dass wir auf Regenreifen bleiben. Wir haben neue Reifen für das Rennen, und von vorne zu starten ist immer am besten. Ich möchte das Rennen auch vorne beenden, aber hinter uns sind viele Meisterschaftskandidaten, da kann viel passieren. Wir schauen mal, wie es läuft.“

Zwischen die Titelkandidaten von SSR und Land schoben sich als Dritte mit 1.35,752 Minuten die Audi-Piloten Dries Vanthoor und Charles Weerts vom Team WRT. Fünfte wurden Joel Eriksson und Marco Holzer im Porsche 911 GT3 R vom Küs Team Bernhard.

Quelle: adac-Motorsport.de


Stimmen nach dem ersten Rennen auf dem Nürburgring

Foto: Jens Hawrda

Das sagten die Fahrer nach dem Samstagsrennen des Saisonfinales der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Nürburgring.

Ricardo Feller (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS), Gesamtplatz 1 und Sieger Pirelli-Junior-Wertung: 

„Das war heute absolut perfekt. Dritte Pole, dritter Rennsieg und Führung ausgebaut, das ist die ideale Ausgangsposition für das Rennen am Sonntag. Wir sind extrem motiviert für morgen. Das Duell am Start mit dem Toksport-Mercedes war eng, aber fair, danach hat der Porsche den Mercedes aber stark attackiert und ich konnte einen guten Abstand herausfahren. Das Auto hat sich heute sehr gut angefühlt, ich konnte meine Runden gut abspulen. Chris hat in seinem Stint das Auto sicher ins Ziel gebracht. Wir sind jetzt sehr nah dran am Meistertitel, es kann aber auch noch sehr viel passieren. Mit 17 Punkten ins letzte Rennen zu gehen ist gut und wir werden alles geben, um die Führung nach Hause zu bringen.“

Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS), Gesamtplatz 1: 

„Wir sind etwas überrascht, dass der Audi hier so gut funktioniert, wir hatten uns eigentlich als dritte Kraft gesehen. Wir müssen sehen, dass wir morgen die Punkte gut verwalten, uns in keine Kämpfe verwickeln lassen und dann das Beste daraus machen. Im ADAC GT Masters geht es immer sehr eng zu und ich weiß, wie gut die anderen Fahrer sind, das wird auf jeden Fall eine enge Kiste morgen.“

Mathieu Jaminet (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R), Gesamtplatz 2: 

„Ich bin wirklich glücklich mit dem Ergebnis, Land-Motorsport hat an diesem Tag einfach einen besseren Job gemacht und den Sieg verdient. Wir haben das Beste aus dem Qualifying-Ergebnis gemacht. Der Start des Rennens war sehr aufregend, ich hatte gesehen, dass viele Fahrzeuge nach innen ziehen, ich habe dann lieber versucht, außen zu bleiben und spät zu bremsen. Der drehende Lamborghini hat uns zum Glück nicht erwischt, wir sind gut durch die erste Runde gekommen. Später im Rennen habe ich versucht, an den Audi ranzukommen, zum Überholen hat es aber leider nicht gereicht. Morgen ist es unser Ziel, die Pole und den Sieg zu holen.“

Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R), Gesamtplatz 2: 

„Morgen gibt es nur eine Chance, wir müssen auf jeden Fall das Rennen gewinnen und dazu müssen wir von der Pole starten. Wir wussten, das der Audi hier schnell fahren kann, von der tatsächlichen Pace waren wir dann aber schon etwas überrascht. Hoffentlich ist die Strecke morgen nass, das würde uns bestimmt helfen. Aus eigener Kraft den Titel zu gewinnen wird morgen schwer, es muss auf jeden Fall was im Rennen passieren, damit wir das noch schaffen können.“

Thomas Preining (Küs Team Bernhard, Porsche 911 GT3 R), Gesamtplatz 3: 

„Wir hatten einen schwierigen Saisonstart, aber vielen Dank an das Team, dass wir uns zurückkämpfen konnten. Wir sind mittlerweile glücklicherweise sehr konstant und endlich da angekommen, wo wir hingehören. Christian hat mir das Auto in einer sehr guten Position übergeben, ich musste dann gar nicht mehr sehr viel machen. Wenn alles passt, können wir morgen sicher wieder ein Resultat wie heute einfahren.“

Christian Engelhart (Küs Team Bernhard, Porsche 911 GT3 R), Gesamtplatz 3: 

„Wir hatten heute ein sehr starkes Auto, mit dem viel möglich ist. Hoffentlich läuft das Qualifying morgen besser als heute.“

Maximilian Buhk (Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR), Gesamtplatz 4: 

„Lello hatte schon über Funk gemeldet, dass der Wagen beim Startcrash einiges abbekommen hatte, also wusste ich, was mich erwartet. Die Mamba war nicht leicht zu fahren, sodass ich zwar meine Position gut halten, aber nach vorne nichts mehr ausrichten konnte. Gegen Ende ließ dann die Performance deutlich nach, sodass ich gar nicht unglücklich war, als ich die schwarz-weiß karierte Flagge gesehen habe. Der fünfte Platz geht angesichts der Umstände voll in Ordnung. Mit drei Nullern im Saisonverlauf, davon zwei durch unverschuldete Kollisionen, wird’s eben schwierig. Dass wir vor dem Finalwochenende mit 26 Punkten Rückstand bestenfalls noch Außenseiterchancen haben würden, war uns auch klar. Und nachdem alle unsere Vorderleute in der Tabelle heute auch vor uns ins Ziel gekommen sind, brauchen wir jetzt nicht mehr zu rechnen. Gratulation an die bärenstarke Konkurrenz, die morgen um den Titel fighten wird! Wir haben mit der Meisterschaft nichts mehr am Hut und werden noch mal alles geben, um uns mit einem starken Ergebnis in die Winterpause verabschieden zu können.“

Quelle: adac-motorsport.de