Dienstag, 28. September 2021

ADAC GT Masters-Titelkandidat Raffaele Marciello

  •  Ex-Ferrari-Formel-1-Testfahrer will am Wochenende auch auf dem Sachsenring   glänzen
  •  Italiener war Mitglied der Ferrari Driver Academy
  •  Mercedes-AMG-Werksfahrer aktuell Tabellenzweiter in Deutscher GT-Meisterschaft

Marciello gilt als einer der schnellsten GT3-Piloten weltweit
Foto: ADAC-Motorsport
 


Er hatte einen Fuß in der Formel 1, war in der Ferrari Driver Academy und fuhr im Kart gegen Carlos Sainz jr. und Danil Kvyat: Raffaele Marciello (26/I, Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) hat allen Grund, mit breiter Brust durch das Fahrerlager zu laufen. Doch der Italiener, der in der Deutschen GT-Meisterschaft um den Titel kämpft, ist bescheiden: „Ich bin kein Star, sondern nur eine normale Person, die einfach ihren Job macht.“ Die Gelegenheit seinen Job zu machen hat der Mercedes-AMG-Werksfahrer wieder am kommenden Wochenende (1.–3. Oktober), wenn er zusammen mit Maximilian Buhk (28/Hamburg) im Mercedes-AMG GT3 Evo auf dem Sachsenring startet. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag ab 16 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos und ohne Registrierung bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Lange Sieges- und Titelliste

Nein, dem Klischee eines temperamentvollen italienischen Rennfahrers entspricht Raffaele Marciello nicht. Der knapp 1,90 Meter große, schlaksige Mittzwanziger, der auch mal mit grünen Haaren im Fahrerlager auftaucht, ist eher introvertiert. Starallüren sind ihm fremd. „Erfolge hängen von vielen Faktoren ab, ob man zum Beispiel mit dem Auto klarkommt oder ob die Fahrzeugeinstufung passt. Man selbst hat nur einen gewissen Anteil daran“, sagt der Rennradfan bescheiden. „Das Level im GT3-Sport ist sehr hoch, es gibt so viele starke Fahrer, die es verdient hätten, in die Formel 1 zu kommen. Da möchte ich mich nicht hervorheben.“

Dabei kann Marciello im GT3-Sport bereits auf eine lange Erfolgsliste zurückblicken. Titel in der Blancpain-Serie, Sieger des FIA GT World Cup in Macau und im ADAC GT Masters – der Italiener hat sich als einer der gefragtesten Piloten der Szene etabliert. Bis zu 30 Rennwochenenden bestreitet er jährlich weltweit. Als Superstar sieht er sich dennoch nicht. „Viele Fahrer denken, dass sie Stars sind und verhalten sich auch so. Ich sehe mich dagegen nicht als etwas Besonderes, nur weil ich Rennfahrer bin, sondern als ganz normale Person, die einfach ihren Job macht.“ Zusammen mit den befreundeten Rennfahrern Matteo Cairoli und Marco Mapelli initiierte er deswegen auch den Hashtag #OperaioNoSuperstar („Arbeiter, kein Superstar“). „Wir haben mittlerweile sogar ein Logo, das wir uns haben tätowieren lassen.“ Für Marciello geht es vor allem darum, Rennen zu fahren. „Natürlich ist es mein Beruf und ich habe das Glück, dass ich mit dem Motorsport Geld verdienen kann. Aber ich betreibe ihn vor allem aus Leidenschaft. Wo auch immer in der Welt ich fahre, ich mache es, weil es mir Spaß macht. Egal ob es GT3 ist oder etwas anderes. Ich bin auch schon in Monza Rallye gefahren und möchte irgendwann mal bei der Rallye Dakar starten.“

Anfänge im Kart

Marciellos Eltern sind Italiener, er wird aber in Zürich geboren und wächst in Lugano auf. Über seinen Vater kommt er zum Motorsport: „Der ist großer Rennsportfan, ist aber selbst nie gefahren. Als ich dreieinhalb oder vier Jahre alt war, hat er mich in ein Kart gesetzt. Ich bin anfangs nur zum Spaß gefahren, da ich zu jung war und an keinen Wettbewerben teilnehmen durfte. 2003 war es dann so weit und ich bin in der Schweizer Meisterschaft gefahren.“ Marciello macht sich dank seiner Erfolge schnell einen Namen. Dann passiert etwas, wovon jeder Rennfahrer träumt: Ferrari wird auf ihn aufmerksam. „In der EM haben immer Nyck de Vries, Carlos Sainz jr., Danil Kvyat oder ich gewonnen. Ende 2009 – ich war damals 14 Jahre alt – kamen Luca Baldisserri und Ferrari auf mich zu und schlugen vor, mich in die neue Driver Academy aufzunehmen. Jules Bianchi und ich waren die ersten Mitglieder. Das war etwas ganz Besonderes. Ich habe in Maranello gewohnt und bin von Ferrari im Formelsport unterstützt worden.“

Fast in der Formel 1

Weitere Siege und Titel, darunter der des Formel-3-Europameisters 2013, folgen. Ende 2014 absolviert Marciello in Abu Dhabi einen Formel-1-Test mit Ferrari. Er beeindruckt dabei so sehr, dass ihn das Sauber-F1-Team für 2015 als Test- und Ersatzfahrer verpflichtet. Vier Mal tritt der Italiener in der Saison als Freitagsfahrer an Grand-Prix-Wochenenden im Freien Training an – doch am Jahresende folgt der Schock: Ferrari trennt sich von Marciello, das große Ziel Formel 1 ist vorbei. „Natürlich habe ich von der Formel 1 geträumt, aber zum Glück gibt es auch noch anderen Motorsport. Irgendwann muss man einsehen, dass die Plätze in der F1 sehr limitiert sind. Es gibt rund 20 Cockpits, wovon nur die Hälfte wirklich gut ist. Ich bin lieber dort, wo ich jetzt bin, als mit Alfa Romeo in der Formel 1 um Platz 14 oder 15 zu kämpfen.“

Wechsel in den GT3-Sport

Das „dort“ ist für den Italiener mittlerweile im fünften Jahr der GT3-Sport. „Nach dem Aus bei Ferrari war es eine Frage, ob ich ganz aufhöre oder mich neu orientiere.“ Er testet einen Lamborghini für das GRT Grasser Racing Team und steht kurz vor einem Werksvertrag mit dem italienischen Hersteller, doch dann verpflichtet ihn Mercedes-AMG. „Ich bin schon in der Formel 3 mit Mercedes-Motoren gefahren, daher gab es eine Verbindung. Sie suchten jemanden, der langfristig im Fahrerkader bleibt und wir haben uns schnell geeinigt.“ Eine Entscheidung, die er nicht bereut. „Ich bin sehr glücklich, wo ich jetzt bin. Ich muss mich nicht verstellen und kann sein, wer ich bin. Ich fahre auf den besten Rennstrecken der Welt wie Macau, Bathurst oder der Nordschleife und starte in sehr starken Meisterschaften.“

Titelkandidat in der Deutschen GT-Meisterschaft

Dazu gehört auch das ADAC GT Masters. In dieser Saison startet er mit dem Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR für eine neue Mannschaft. Beim Auftakt in Oschersleben gelingt mit der Pole-Position und dem Sieg ein perfekter Einstand. Nach den ersten acht Rennen liegen „Lello“ und Partner Maximilian Buhk in der Deutschen GT-Meisterschaft nur drei Zähler hinter den Tabellenführern Ricardo Feller und Christopher Mies auf dem zweiten Gesamtrang.

Dass es so gut läuft, überrascht ihn nicht: „Wir haben uns sehr gut vorbereitet und das Team ist super aufgestellt. Wir haben zum Beispiel mit Nicolas Duval einen Ingenieur, den ich schon aus der GT World Series kenne. Auch viele der Mechaniker kenne ich schon von anderen Teams. Und mit Maxi Buhk habe ich einen mega Teamkollegen. Auch wenn es ein neues Team ist, arbeiten dort viele Leute, die den Mercedes-AMG bereits kannten. Deshalb waren wir auch von Anfang an und auf eigentlich allen Strecken konkurrenzfähig.“

Wie sieht er seine Titelchancen? „Das ADAC GT Masters ist eine der härtesten Rennserien im GT-Sport. Es ist nicht einfach, dort an der Spitze mitzufahren. Wichtig ist es, immer ins Ziel zu kommen und Punkte mitzunehmen. Um am Ende ganz vorn zu sein, braucht man gute Qualifyings und sollte in den Rennen in die Top 5 fahren. Natürlich hat man keinen Einfluss darauf, was die anderen Team machen, aber es ist wichtig, keine Fehler zu machen und immer das Beste zu geben. Dann kann man am Ende auch mit sich zufrieden sein.“

IDM: Meister nach einem mitreißenden Finale auf dem Hockenheimring gekürt

Copyright: Motor Presse Stuttgart GmbH/Dino Eisele

Die letzte Zielflagge in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ist gefallen. Tausende Zuschauer erlebten ein Finale voller Nervenkitzel, Überraschungen und Wendungen live im Motodrom in Hockenheim. Die IDM erwies sich einmal mehr als eine Serie mit hochkarätigem Motorsport zum Anfassen. Das offene Fahrerlager ist längst ein Besuchermagnet geworden.

Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) ließ sich in der IDM Superbike 1000 zum dritten Mal als Meister feiern. Der 25-jährige Ukrainer gewann in diesem Jahr vier Rennen und war so überlegen, dass ihn nur noch Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing) von seinem Triumph hätte abhalten können, auch wenn seine Chancen eher theoretischer Natur waren. Doch der Franzose musste seine Teilnahme am Finale verletzungsbedingt absagen. In Hockenheim stand deshalb der Kampf um den Vizetitel im Fokus. Drei Männer hatten Chancen: Florian Alt (Wilbers-BMW), Luca Grünwald (Kiefer Racing), Vladimir Leonov (Hertrampf MO Yamaha Racing Team).

Das entscheidende Rennen war nichts für schwache Nerven. Leonov ging zunächst in Führung, wurde aber vom späteren Sieger Markus Reiterberger eingeholt. Dadurch rückte Grünwald dem Russen näher. Aber zum Schluss hatte sich auch Alt den Weg durch die Konkurrenz gebahnt. Sein vierter Platz führte zu einer denkbar knappen Entscheidung, in der ein einziger Meisterschaftspunkt den kleinen Unterschied machte. In der Endabrechnung heißt es somit: Mikhalchik ist mit 176 Punkten Meister vor Florian Alt (145), Grünwald (144) und Leonov (138). Fahrer aus zehn Nationen hatten sich in diesem Jahr an der IDM Superbike 1000 beteiligt.

In der IDM Supersport 600 heißt der Gesamtsieger Patrick Hobelsberger (Bonovo Action by MGM Racing). Der Bayer gewann beide Läufe auf dem Hockenheimring. Insgesamt gehen sieben Siege in 14 Rennen auf sein Konto. Hobelsberger fiel in keinem einzigen Rennen aus und holte immer Punkte. Er wollte die IDM als Sprungbrett nutzen, um wieder in die Supersport-Weltmeisterschaft zurückzukehren. Es sieht gut aus. Der 25-jährige Yamaha-Fahrer hat schon Angebote. Vizemeister wurde Valentin Debise, der wie schon erwähnt fehlte. Ebenso war der Gesamt-Dritte Glenn Van Straalen (NIWA Racing) nicht am Start. Der Kawasaki-Fahrer aus den Niederlanden war für den gleichzeitig in Spanien stattfindenden Supersport-WM-Lauf gebucht worden. Trotz ihrer Abwesenheit gab es in der stark besetzten Supersport-Klasse in Hockenheim keine Geschenke. Das musste Max Enderlein (M32 Racing) erfahren. Hätte der siebtplatzierte Sachse im zweiten Lauf nur einen Hauch besser abgeschnitten, hätte er Glenn Van Straalen noch vom dritten Tabellenrang stoßen können. Yamaha-Fahrer Enderlein geht nun mit einem einzigen Punkt Rückstand auf den Niederländer als Vierter in die Geschichte ein.

Die Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 bot wieder eine ganze Bandbreite voller Ereignisse, bevor der Meister gekürt werden konnte. Zum Schluss war Titelverteidiger Lennox Lehmann (Freudenberg WorldSSP Team) der große Gewinner. Der 15-jährige Dresdner musste aber zittern, denn im entscheidenden letzten Lauf der Saison spielte die Technik seines Motorrads nicht mit und er landete im Kiesbett. Von nun an begann eine Zitterpartie, denn Lehmanns großer Gegner Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) war als Fünfter noch im Rennen. Er hätte es allerdings gewinnen müssen, um Lehmann den Titel noch abnehmen zu können. Siebdrath wurde Vize. Um den dritten Platz in der Tabelle entbrannte der Kampf zwischen Dirk Geiger (Freudenberg WorldSSP Team) und Luca De Vleeschauwer (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki). Sie führten das letzte Rennen an. Das Duell spitzte sich in den letzten beiden Kurven so zu, dass es in einem dramatischen Foto-Finish endete. Die Rennleitung sah Geiger im Vorteil, der somit als Laufsieger und auch als Gesamt-Dritter aufs Podium steigen durfte. 

In der IDM Sidecar hätten Josef Sattler/Luca Schmidt (Bonovo Action) den Sack zu machen können. Dafür wären zwei Siege nötig gewesen. Dazu kam es nicht. Der achtfache Weltmeister Tim Reeves entschied im ARS F1-Gespann mit seinem Beifahrer Kevin Rousseau den ersten Lauf zu seinen Gunsten. Den zweiten Sieg schnappten sich die Schweizer Markus Schlosser/Marcel Fries. Wer in dieser Saison die Meisterschaft gewinnt, wird sich also erst in einer Woche zeigen. Die finalen  Gespann-Läufe finden erst beim Sidecar Festival in Oschersleben vom 1. bis 3. Oktober statt. Dann wird sich zeigen, ob die Champions von 2021 Sattler/Schmidt, Reeves/Rousseau oder Markus Schwegler/Ondrej Kopecky heißen.

Für zusätzliche Würze beim großen Hockenheim-Finale sorgten die Entscheidungen in den einzelnen Cups, die ausgetragen wurden. Noah Lequeux aus Luxemburg konnte die IDM Superstock 600-Wertung mit sechs Saisonsiegen auf Yamaha für sich entscheiden. Johann Flammann (Kawasaki Z650) ist der Gesamtsieger des Twin Cups. Die Pro Superstock Cup-Krone sicherte sich Côme Geenen aus Belgien auf der BMW S 1000 RR. Den Yamaha R3 bLU cRU Cup gewann Nick Roelfsman aus den Niederlanden.

Samstag, 25. September 2021

Hockenheim - IDM Finale 2021

Copyright: Motor Presse Stuttgart GmbH/ Dino Eisele

Der Countdown bis zur packenden Action auf dem Hockenheimring läuft. Vom 24. bis 26. September 2021 findet im badischen Motodrom das große Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) statt. In insgesamt sieben Klassen legen sich die Teilnehmer noch ein Mal richtig ins Zeug und kämpfen um ihre Plätze in der Gesamtwertung. Darüber hinaus sorgen in allen Klassen einige Gaststarter für zusätzliche Spannung. Für die Zuschauer, die bei besten Wetteraussichten unter Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) direkt vor Ort sein können, heißt das: Spannung ohne Pause. Im Eintrittsticket ist der Fahrerlagerzutritt enthalten.

Auch wenn durch die verletzungsbedingte Absage des Kawasaki-Stars Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing) in der IDM Königsklasse Superbike 1000 der neue Titelträger mit Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) rein rechnerisch feststeht, brennt in der Topklasse der IDM beim Finale die Luft. Florian Alt (Wilbers-BMW), Luca Grünwald (Kiefer Racing, BMW), Bastien Mackels (Team SWPN, Yamaha) und Vladimir Leonov (Hertrampf MO Yamaha Racing Team) werden in einer hauchdünnen Partie die weiteren Podestplätze unter sich ausmachen. Alt und Grünwald trennt vor den letzten beiden Saisonläufen zum Beispiel ein einziger Punkt. Wenn am Rennsonntag auch noch der dreifache IDM-Superbike-Champion Markus Reiterberger (BCC Racing, BMW) oder Julian Puffe (GERT56, BMW) zur Höchstform auflaufen, dürfte das entscheidende Auswirkungen an der Spitze haben. In den Top Ten befinden sich vor den Entscheidungen in Hockenheim alle teilnehmenden Marken der IDM Superbike 1000: BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha, dazu Fahrer aus sechs Nationen. Publikumsliebling Alessandro Polita (HRP-Honda) wird am Wochenende allerdings leider fehlen. Der Italiener musste sich kurzfristig einer Blinddarm-Operation unterziehen. Mit seinem Landsmann Luca Vitali wurde ein starker Ersatzfahrer für die Honda gefunden.

Aber nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch im IDM-Fahrerlager wird den Zuschauern einiges geboten. Mit eigener Schutzkleidung und einer entsprechenden Fahrerlaubnis können sie selbst aktiv werden. BMW, Honda und Kawasaki reisen zum Saisonabschluss mit ihren Showtrucks an und bieten auf aktuellen Serienmotorrädern Probefahrten an.

In der IDM Supersport 600 will Patrick Hobelsberger (Bonovo action by MGM Racing, Yamaha) noch zwei Rennen gewinnen und sich danach als Meister feiern lassen. Valentin Debise, der als Doppelstarter in zwei Klassen unterwegs war, wird wegen seiner Handgelenksverletzung auch hier den Titel nicht streitig machen können. Der WM-ambitionierte Hobelsberger ist aber ohnehin ein extrem schneller Fahrer und zudem einer der wenigen, die bisher noch keinen Ausfall im Rennen zu beklagen hatten. Dahinter ist zwischen Max Enderlein (MR32 Racing, Yamaha) und Rob Hartog (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen. Glenn van Straalen, im Moment auf Rang 3 in der Gesamtwertung liegend, wird aufgrund eines parallelen WM-Einsatzes nicht mehr in die Punktevergabe eingreifen können.

Das Finale in Hockenheim wird für die IDM Supersport 600 eine brisante Nummer. Immerhin ist dort auch der spät in die Saison eingestiegene Kevin Wahr (MVR-Racing, Yamaha) aus Nagold zu Hause, der im badischen Motodrom schon immer zu den Favoriten gezählt hat und zum Zünglein an der Waage werden kann.

Was geht ab in der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300? Mit Lennox Lehmann (Freudenberg KTM WorldSSP Team), Marvin Siebdrath und dessen belgischem Teamkollegen Luca de Vleeschauwer (beide Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) haben noch drei Fahrer eine Titelchance, wobei Lehmann dank 18 Punkten Vorsprung in der Meisterschaft die besten Aussichten auf den Gesamtsieg haben dürfte. Am vergangenen Wochenende gab der 15-jährige Dresdner in Spanien (Barcelona) sein Debüt in der Supersport 300-Weltmeisterschaft. Wenn er den Schwung von dort mitgenehmen kann, steht seiner IDM-Titelverteidigung nichts im Wege. Lennox Lehmann könnte als erster Titelverteidiger in der hart umkämpften Nachwuchsklasse IDM-Geschichte schreiben. Sein direkter Verfolger Marvin Siebdrath wird aber jede kleine Chance nutzen, um die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Abgerechnet wird erst zum Schluss.

Für weitere Action im Finale sorgen der IDM Superstock 600 Cup, der bei getrennter Wertung ins das Starterfeld der IDM Supersport 600 integriert ist, der Yamaha R3 bLU cRU Cup, der Twin Cup und der Pro Superstock Cup. Ein Ereignis jagt das andere. 

Quelle: www.idm.de / Anke Wieczorek

Starkes Feld: ADAC GT4 Germany mit vielen Neuzugängen am Sachsenring

  • Zuwachs von Aston Martin, KTM; Porsche und McLaren
  • Gastspiel von GRIP-Moderator Niki Schelle
  • Indy Dontje, Christer Jöns, Mike David Ortmann und Hugo Sasse fahren in der GT4

Foto: Jens Hawrda


Die ADAC GT4 Germany startet auf dem Sachsenring (1. bis 3. Oktober) mit einem starken Feld in die zweite Saisonhälfte. Bei den Rennen auf der Berg- und Talbahn bei Chemnitz dürfen sich Fans auf viele Neuzugänge freuen. Mindestens 26 Fahrzeuge von sieben Marken starten in den beiden Einstundenrennen am Samstag und Sonntag. Zuwachs gibt es bei Aston Martin, KTM, McLaren und Porsche mit zahlreichen aus dem ADAC GT Masters bekannten Fahrern. Dazu absolviert TV-Moderator Niki Schelle (GRIP) einen Gasteinsatz. Fans sind am Sachsenring an der Strecke und im Fahrerlager willkommen, Tickets gibt es für ADAC Mitglieder bereits ab 22.50 Euro (Nicht-Mitglieder 25 Euro), Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Die beiden Rennen der ADAC GT4 Germany sind online live bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen, der TV-Sender NITRO zeigt Highlights.

Prosport Racing sorgt für mehr Aston Martin-Power in der ADAC GT4 Germany. Das Team vom Nürburgring kehrt zurück in die Serie und setzt einen Aston Martin Vantage GT4 ein, der von den beiden ADAC GT Masters-Fahrern und Doppelstartern Mike David Ortmann und Hugo Sasse gesteuert wird. Dazu laufen Planungen für den Einsatz eines weiteren Aston Martin.

Auch die Anzahl der KTM X-Bow GT4 verdoppelt sich durch ein Comeback von RTR Projects aus Tschechien. Gesteuert wird der Sportwagen aus Österreich von Ex-ADAC GT Masters-Fahrer Lennart Marioneck und dem jungen Tschechen Matej Pavlicek. RTR Projects reist mit guten Erinnerungen nach Sachsen, beim Saisonfinale 2019 holte das Team dort mit Marioneck einen Sieg.

Bei seinem Heimspiel feiert Sachsenring-Urgestein Steve Kirsch sein Debüt der Serie und hat sich dafür prominente Unterstützung geholt. Der ehemalige Rallye-Fahrer und heutige TV-Moderator Niki Schelle gibt zusammen mit dem Lokalmatador in einem Porsche 718 Cayman GT4 von East Racing Gas.

Mit innovativer Technologie und der Space Drive-Lenkung von Schaeffler Paravan starten ein Porsche und ein McLaren auf dem Sachsenring. W&S Motorsport ist nach einem Rennen Pause wieder mit einem Porsche 718 Cayman CS MR zurück, auf dem Max Kronberg als erster Fahrer feststeht. Dörr Motorsport vertraut auf zwei Fahrer mit viel Erfahrung aus dem ADAC GT Masters bei ihrem McLaren 570S mit Space Drive. Christer Jöns steuert den britischen Boliden mit Indy Dontje. „Zum ersten Mal sitze ich in einem McLaren 570S mit SpaceDrive, was etwas komplett Neues für mich ist. Unser Testtag hat sich gut angefühlt und zusammen mit Christer Jöns werden wir sicher gutes Racing liefern. Gerade auf den Sachsenring freue ich mich, weil ich da im ADAC GT Masters schon gewonnen habe und ganz besonders tolle Fans habe“, sagt Dontje.

Mit dem bewährten Porsche, aber einem neuen Fahrerduo tritt der Porsche 718 Cayman GT4 mit der Startnummer 1 der Titelverteidiger vom Team Allied-Racing auf dem Sachsenring an. Joel Sturm kehrt zurück in die Serie und teilt sich den Mittelmotor-Porsche mit Neuzugang Alexander Hartvig.


ADAC GT-Masters: Lokalmatadore freuen sich auf anspruchsvollen Sachsenring

  • Marvin Kirchhöfer, Maximilian Paul und David Jahn vor dem Heimrennen
  • Kirchhöfer feiert am Sachsenring 20 Jahre im Motorsport
  • T3 Motorsport aus Dresden und Yaco Racing aus Plauen kämpfen um Punkte

Foto: Jens Hawrda

Fahrer und Teams aus Sachsen sind im ADAC GT Masters traditionell stark vertreten: Corvette-Pilot Marvin Kirchhöfer (27/Leipzig, Callaway Competition) und Lamborghini-Fahrer Maximilian Paul (21/Dresden, T3 Motorsport) haben sich vorgenommen, ihren Fans am Einheitsfeiertags-Wochenende allen Grund zum Jubeln geben. Neben den Fahrern aus der Region können sich die Teams T3 Motorsport aus Dresden und Yaco Racing aus Plauen auf die Unterstützung der Fans verlassen: Zuschauer dürfen auf dem Sachsenring nicht nur an die Strecke, sondern können die Serie auch im Fahrerlager hautnah erleben. Tickets gibt es für ADAC Mitglieder ab 22,50 Euro online unter adac.de/motorsport, Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Beide Rennen auf dem Traditionskurs werden am Samstag und Sonntag ab 16 Uhr live bei NITRO im Free-TV übertragen. 

Corvette C7 GT3-R von Callaway Competition

Jubiläum bei Marvin Kirchhöfer

Marvin Kirchhöfer, der mit der Corvette C7 GT3-R von Callaway Competition startet, hat in diesem Jahr bereits einen Rennsieg eingefahren. Seinem Teamkollegen Jeffrey Schmidt (27/CH) gelang im vergangenen Jahr der Sieg auf dem Sachsenring. Zuletzt auf dem Lausitzring musste das Duo allerdings auf Platz vier liegend mit einem Fahrzeugbrand einen herben Rückschlag hinnehmen. „Callaway Competition ist dabei, die Corvette wieder aufzubauen. Die Reparatur ist doch recht aufwendig“, so Kirchhöfer. „Das Rennwochenende ist für den Sachsen ein ganz besonderes: Er feiert sein 20-jähriges Motorsport-Jubiläum. „Es gibt daher auf jeden Fall einen Grund zum Feiern – hoffentlich gibt es auch einen zweiten und dritten. Ich freue mich riesig darauf. Wir zählen nicht zu den Topfavoriten, aber wenn alles passt, können wir wieder vorne dabei sein. Die Fans können sich auf spannende Rennen freuen. Da es auf dem sehr anspruchsvollen Sachsenring viele Kiesbetten gibt, wird jeder Fehler sofort bestraft. Das bringt noch zusätzliche Würze rein.“

Zwei Rennställe aus Sachsen

Ein doppeltes Heimspiel gibt es bei T3 Motorsport: Nicht nur der Rennstall, sondern auch Fahrer Maximilian Paul kommt aus dem rund 100 Kilometer vom Traditionskurs entfernten Dresden. „Der Sachsenring ist auf jeden Fall ein Highlight. Die Strecke ist ganz besonders und anders als alle anderen. Sie ist sehr anspruchsvoll, weil es viele schnelle Kurven gibt und es berghoch und -runter geht. Es hilft, wenn man den Kurs gut kennt, da man dort nur wenig testen kann. Für Fans ist der Sachsenring eine tolle Strecke, man kann viel sehen. Es ist cool, wieder Zuschauer auf den Tribünen und vor allem im Fahrerlager zu sehen und dass es wieder Aktionen wie den Pitwalk gibt. Ich freue mich auf sehr viele Fans.“

Als zweites Team aus dem Freistaat tritt Yaco Racing beim fünften Saisonlauf des ADAC GT Masters an. Die Plauener setzen wie gewohnt einen Audi R8 LMS für Simon Reicher (21/A) und Norbert Siedler (38/A) ein. Das Duo hofft, seinen Auswärtstrend fortzusetzen. „Wenn es uns gelingt, die Leistungssteigerung mit zum Sachsenring zu nehmen und dort weitere positive Schritte zu setzen, haben wir eine gute Chance, den Audi im Zeittraining weiter vorne abzustellen“, ist sich Routinier Siedler sicher.

Mit einem Porsche 911 GT3 R tritt David Jahn (30/Leipzig, Team Joos Sportwagentechnik) an. Der fünffache ADAC GT Masters-Rennsieger ist Wahl-Leipziger. „Ich sehe das Rennwochenende als eines meiner Heimrennen an. Ich muss nur rund eine Stunde fahren und bekomme am Sachsenring auch Besuch von Freunden und Kollegen. Der Kurs ist megagut, aber es ist wichtig, dass das Set-up passt, sonst wird es schwer. Der Porsche sollte gut zum Sachsenring passen, auch wenn es Autos gibt, denen der Kurs vielleicht noch besser liegt. Wir wollen in den Rennen zwei Mal in die Top 10 fahren, ich persönlich möchte im Qualifying einen Platz zwischen fünf und acht erreichen. Denn wenn man von dort losfährt, kann man auch gute Punkte sammeln.“

Attraktive Angebote für Fans

Den Zuschauern vor Ort wird ein volles Programm geboten. Zusätzlich zum ADAC GT Masters starten in Hohenstein-Ernstthal die ADAC GT4 Germany, die ADAC TCR Germany, die ADAC Formel 4 und der Porsche Carrera Cup Deutschland. Im Fahrerlager erwarten die Fans zahlreiche Attraktionen: Beim Meet the Drivers können sie ihre Lieblingsfahrer treffen, gleich drei Mal dürfen sie beim Pitwalk in die offene Boxengasse und es gibt eSports-Simulatoren von RaceRoom. Besondere Perspektiven bieten der knapp neun Meter hohe eBay Tower und die eBay Box. Und auch bei den Online-Magazinen „PS on Air – Der Ravenol ADAC GT Masters-Talk“ und „ADAC GT Masters Backstage – live aus der eBay Motors-Box“ können die Fans direkt dabei sein – beide werden live aus dem Paddock des Sachsenrings gesendet.