Sonntag, 5. September 2021

Der Jüngste war erneut der Größte

Liam Lawson rast auf dem Red Bull Ring zum zweiten Saisonsieg


  • Im Red Bull-Ferrari siegt Lawson vor Maximilian Götz und Philip Ellis
  • Lawson vor Götz und Maini – das Samstag-Qualyfing am Red Bull Ring
  • Weitere Highlights durch DTM Classic DRM Revival und offenes Fahrerlager

Auf dem Weg zum Sieg: Liam Lawson im Red Bull-Ferrari
vor Maximilian Götz im HRT-Mercedes-AMG © DTM

Der mit 19 Jahren jüngste DTM-Pilot Liam Lawson macht in der DTM weiter Tempo. Beim neunten Saisonrennen der DTM eroberte der Neuseeländer zuerst die Pole-Position und triumphierte in einem spannenden Rennen als Sieger. Der Jüngste war damit wie schon beim Auftakt in Monza der Größte, als er gleich sein DTM-Debütrennen gewann. Der Deutsche Maximilian Götz aus dem Mercedes-AMG Team HRT erreichte das Ziel auf dem 4,326 Kilometer langen Red Bull Ring als Zweiter vor dem Schweizer Philip Ellis im Mercedes-AMG des WINWARD-Teams.

Hinter dem sehr engagiert kämpfenden Alex Albon im AlphaTauri-Ferrari errang Kelvin van der Linde im ABT Audi den fünften Rang vor dem Inder Arjun Maini im GetSpeed Mercedes-AMG. Kelvin van der Linde verteidigte damit seine Tabellenführung mit 139 Punkten vor Götz mit 116 Zählern, Lawson kletterte mit nunmehr 108 Punkten wieder auf den dritten Rang. Nürburgring-Sieger Alex Albon (94) ist Tabellenfünfter vor Ellis (87).

„Das war ein wirklich gutes Rennen“, freute sich Liam Lawson. Auch Götz war happy: „Ich glaube, das war ein geiles Rennen! Ich war am Ende knapp dran, aber zum Vorbeifahren hat es nicht gereicht.“ Allerdings vermutete Götz, Lawson habe seinen Vorsprung verwaltet, doch dem widersprach Lawson vehement: „Ich wünschte, ich hätte es kontrolliert. Für mich war es nur Vollgas die ganze Zeit. Hier ein Red Bull-Auto zu fahren und dann zu gewinnen ist super, es ist unser zweites Heimrennen nach Monza mit Ferrari.“ Der Neuseeländer freute sich nicht nur über den Sieg, sondern auch darüber, dass die Fans erstmals nach knapp zwei Jahren wieder im Fahrerlager ganz nah ran an ihre Stars durften: „Es ist wirklich cool, dass die Fans wieder richtig nah ran können und im Paddock dabei sind. Auch Philipp Ellis war sichtlich erfreut über Platz drei: „Nach der Berührung mit Sheldon van der Linde war ich unsicher, ob das Auto hält. Die Action war mega, es war ein sehr hartes Rennen, und es war top, wieder Zuschauer im Fahrerlager zu haben.“

Der Start bei prächtigem Sonnenschein verlief bemerkenswert sauber. In der tückischen ersten Kurve, in der jeder möglichst viel Schwung für die Bergauf-Passage mitnehmen wollte, wurde es zwar eng, aber alles verlief glatt. Lawson war aus der Pole-Position bestens weggekommen und setzte sich bereits in der ersten Runde um eine Sekunde ab, dahinter folgten Maximilian Götz und der Inder Arjun Maini. Runde für Runde baute der Youngster seinen Vorsprung aus. Nach der achten Runde schoss Lawson in die Boxengasse, um neue Reifen montieren zu lassen. DTM-Vizemeister Nico Müller (SUI, Rosberg-Audi) setzte lange Zeit auf dem ersten Reifensatz das Rennen fort, genauso wie der Belgier Esteban Muth im Lamborghini. Der 19-Jährige kämpfte sich wieder einmal mit sehenswerten Manövern an Müller vorbei und sammelte fortan seine ersten Führungskilometer in der DTM.

Überaus lebhaft wurde mitten im Feld der 20 DTM-Rennwagen hart aber fair um jede Position gekämpft. Vor allem Alex Albon und Arjun Maini lieferten sich ein begeisterndes Duell um Platz acht. Nach 28 Runden kam Muth als Führender zum Reifenwechsel an die Box, zwei Umläufe später dann auch Müller, dessen Rosberg-Audi jedoch sofort in die Box geschoben wurde – der dritte Ausfall neben Teamkollege Dev Gore sowie Sheldon van der Linde. An der Spitze war nun der Weg für Lawson endlich wieder frei, mit einer knappen Sekunde Vorsprung auf Götz. Letztlich konnte Ellis die Angriffe von Albon erfolgreich abwehren und Rang drei ins Ziel bringen.

Bei besten Bedingungen schon am Vormittag gab Liam Lawson im Qualifying den Ton an. In 1:27,851 Minuten distanzierte der Neuseeländer die beiden Mercedes-AMG-Piloten Maximilian Götz (Team HRT) und Arjun Maini (Team GetSpeed) auf die Plätze zwei und drei, Vierter war Sheldon an der Linde im ROWE-BMW.

Die traditionsreiche Rennstrecke von Spielberg entpuppte sich als erwartetes Highlight im DTM-Kalender. Zur malerisch gelegenen Berg- und Talbahn in der Steiermark gesellte sich strahlend blauer Himmel. Und mehr noch: Erstmals seit dem DTM-Finale 2019 in Hockenheim durften Fans wieder ins Fahrerlager. Maßgeblich beim endlich wieder möglichen Pitwalk sorgten die Fans für die einzigartige Stimmung, die immer ein fester Bestandteil der DNA der DTM war. „Rennsport ist Emotion, und das geht nur mit Fans“, freute sich DTM-Boss Gerhard Berger.

Neben der DTM selbst begeisterte auch die DTM Classic mit dem Revival der Deutschen Rennsport-Meisterschaft mit Rennwagen aus den Siebzigern – allen voran mit Ex-BMW-Junior und Formel-1-Pilot Marc Surer im Gruppe-5-BMW 320 – die Fans am Spielberg.

Freitag, 3. September 2021

Red Bull-Junior Liam Lawson Tagesschnellster bei der DTM in der Steiermark

  • Jüngster Fahrer im DTM-Feld glänzt mit Trainingsbestzeit am Freitag
  • Starker DTM-Einstand von Gastfahrer Maximilian Paul im T3-Lamborghini
  • Positives Echo auf den vorläufigen Terminkalender für die DTM 2022
  • DTM Trophy: Tabellenführer William Tregurtha am Freitag der Schnellste

Liam Lawson Schnellster am Freitag
Foto: dtm.com

Die Weltklassepiloten der DTM hatten bei strahlendem Sommerwetter und umgeben von der herrlichen Berglandschaft der Steiermark sichtlich Spaß am Trainingstag auf dem schnellen Red Bull Ring. Tagesschnellster am Freitag war Liam Lawson im Red Bull-Ferrari des italienischen Teams AF Corse. Mit seiner Zeit von 1:29,275 Minuten umrundete der Neuseeländer die 4,326 Kilometer lange Berg- und Talbahn im Murtal und gab damit der Konkurrenz das Nachsehen. Dass die Fahrer nach der Bekanntgabe des vorläufigen DTM-Terminkalenders für 2022 mit neun Rennwochenenden in sechs Ländern sich in einer Pressekonferenz sogar zehn Läufe wünschten, unterstreicht ihren Spaß an der Traditionsserie.

Am Samstag und Sonntag steht jeweils ein DTM-Rennen auf dem Programm (Start an beiden Tagen um 13.30 Uhr, live in SAT.1 ab 13.00 Uhr). Erstmals sind Zuschauer nicht nur auf den Tribünen, sondern auch wieder im Fahrerlager zugelassen. Karten sind an den Tageskassen, online über den DTM Ticketshop (tickets.dtm.com) und telefonisch über die DTM Ticket Hotline (01806 99 11 66) erhältlich. Neben der DTM und der Nachwuchsserie DTM Trophy zählt auch die DTM Classic mit dem Revival der Deutschen Rennsport-Meisterschaft zu den Highlights.

Der 21-jährige Dresdener Maximilian Paul, der an diesem Wochenende den dritten Lamborghini aus dem Team T3 Motorsport fährt, fuhr im ersten Freien Training mit 1:29,520 Minuten die Bestzeit. Ihm folgten Nürburgring-Sieger Alex Albon im AlphaTauri-Ferrari, Nico Müller im Rosberg-Audi, Arjun Maini im GetSpeed-Mercedes, Liam Lawson im Red Bull-Ferrari sowie Sheldon van der Linde im ROWE-BMW, so dass fünf verschiedene Marken auf den ersten sechs Positionen vertreten waren. Natürlich hatte Paul als Gastfahrer den Vorteil eines neuen Reifensatzes, aber ungeachtet dessen war seine Performance beim ersten Auftritt im DTM-Feld beachtlich. Sein Teamkollege Esteban Muth rangierte am anderen Ende der Rangliste: Wegen eines technischen Problems konnte der Belgier nicht in die Zeitenjagd eingreifen.

Im zweiten Freien Training ging es dann noch einmal schneller. Liam Lawsons Zeit von 1:29,275 Minuten war schließlich die Bestzeit des Tages. „Ein erfolgreicher Tag“, freute sich Monza-Sieger Lawson, mit seinen 19 Jahren der jüngste Fahrer im Feld. „Der Red Bull Ring ist schnell, was unserem Auto entgegenkommt. Aber es ist nur das Training. Da haben noch nicht alle ihre wahre Leistung gezeigt. Am Samstag wird die Konkurrenz sicherlich härter.“ Maximilian Paul bestätigte seinen starken Einstand mit der zweitbesten Zeit, gefolgt von den drei Mercedes-Fahrern Maximilian Götz, Vincent Abril und Philip Ellis. Marco Wittmann war schnellster BMW-Fahrer auf Platz sechs, Tabellenführer Kelvin van der Linde schnellster Audi-Fahrer auf Position zehn.

Aus der Pressekonferenz: “Toll, dass die Zuschauer auch wieder zurück im Fahrerlager sind!”

In der Pressekonferenz am Freitagnachmittag sprachen Lokalmatador Lucas Auer (Mercedes-AMG, Team WINWARD), Alex Albon, Dani Juncadella (Mercedes-AMG, Team GruppeM) und Esteban Muth über ihre Erwartungen fürs Wochenende. “Es ist toll, dass die Zuschauer jetzt auch wieder zurück im Fahrerlager sein dürfen”, sagte Auer, der das Rennen in der Steiermark als sein “persönliches Highlight des Jahres” betrachtet. “Es sind einige Familienmitglieder und Freunde hier, um mich zu unterstützen.” Alex Albon blickte noch einmal auf seinen Erfolg auf dem Nürburgring zurück und freut sich ebenfalls über das wachsende Interesse an der DTM in Thailand: “Schön, dass die Fans in Thailand mehr und mehr Gefallen an der DTM finden. Die meisten von ihnen haben zuvor nur Formel 1 geschaut, und die kann manchmal etwas langweilig sein. Die Fans mögen die Action in der DTM, da gibt es gute Unterhaltung.”

Daniel Juncadella erreichte mit Platz zwei auf dem Nürburgring auch sein bislang bestes Ergebnis der Saison – und das nach einer Operation am Daumen nach seinem Crash in Zolder. “Vielleicht hat das geholfen. Ich hatte auch mal eine Saison, in der ich kurz zuvor einen Schlüsselbeinbruch hattte, und dann lief es auch ganz gut”, so der Spanier. Er freut sich, wieder auf dem Red Bull Ring zu fahren: “Ich liebe diese Strecke!” Esteban Muth kommt ebenfalls immer besser in Schwung, wie sein fünfter Rang am Nürburgring zeigt. “Leider habe ich im ersten Freien Training aufgrund eines technischen Defekts nicht fahren können, aber wir haben ein starkes Auto und ich bin zuversichtlich, dass wir auch am Red Bull Ring gut abschneiden können.”

Fahrer hätten gerne zehn Rennen 2022, wünschen sich Monza, Macau und Zandvoort

Positiv äußerten sich die Fahrer vor allem über den vorläufigen DTM-Kalender für 2022, der am Eröffnungstag des DTM-Wochenendes in Spielberg veröffentlicht wurde. Gefragt nach ihren Wünschen, wenn es um die zwei noch nicht benannten Rennstrecken geht, sprachen sich viele für Macau und Zandvoort aus. Auch Monza wurde nach dem erfolgreichen Auftakt im Juni diesen Jahres positiv bewertet, andere Vorschläge waren Imola und Mugello. Auch eine Aufstockung von den geplanten neun auf zehn Veranstaltungen würden die Fahrer begrüßen.

DTM Trophy: Tabellenführer Tregurtha ganz knapp mit Tagesbestzeit

Im ersten Freien Training der DTM Trophy am Vormittag hatte Tabellenführer William Tregurtha im Mercedes-AMG des Teams CV Performance Group die Zeitenliste angeführt. Mit seiner Zeit von 1:38,710 Minuten war der Brite 0,222 Sekunden schneller als sein Landsmann Ben Green im FK-Performance-BMW. Hinter Greens Teamkollege Moritz Löhner fuhr Mike David Ortmann im PROsport-Aston Martin die viertbeste Zeit.

Die Zeit von Tregurtha war dann auch die Tagesbestzeit, denn die Rundenzeiten im zweiten Freien Training am Nachmittag, in der Christopher Rink im BMW des Teams Hofor Racing by Bonk Motorsport mit 1:38,722 Minuten die Zeitenliste anführte, waren insgesamt einen Hauch langsamer. Hinter Rink belegte Tregurtha den zweiten Rang, vor Michael Schrey, Ben Green und Philipp Stahlschmidt (alle BMW). Titelverteidiger Tim Heinemann fuhr im Aston Martin des PROsport-Teams auf Rang sechs. Lokalmatador Florian Janits, einer von zwei österreichischen Teilnehmern im Feld, fuhr im KTM auf Position sieben.


Interview mit Christopher Mies

Audi-Speerspitze Christopher Mies: „Im Titelkampf ist alles drin“

  • Ex-Champion Christopher Mies mittendrin im Titelkampf der Deutschen GT-Meisterschaft
  • Als Tabellendritter startet er am Lausitzring beim nächsten ADAC GT Masters-Event 2021
  • Warum Mies seinem Team Montaplast by Land-Motorsport schon seit 2016 die Treue hält

Christopher Mies startet seit 2016 für Montaplast by Land-Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Christopher Mies (32/Düsseldorf) wurde 2016 ADAC GT Masters-Champion und hat in der laufenden Saison erneut Titelchancen. Vor dem vierten der sieben Rennwochenenden der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Lausitzring (10.–12. September) liegt er mit seinem Teamkollegen Ricardo Feller (21/CH) auf dem dritten Tabellenrang. Das deutsch-Schweizer Duo startet auf einem Audi R8 LMS von Montaplast by Land-Motorsport. Für den Rennstall aus dem Westerwald fährt Christopher Mies bereits seine sechste Saison in Folge im ADAC GT Masters.

Herr Mies, Sie liegen aussichtsreich im Titelkampf des ADAC GT Masters und zählen damit zum engsten Kreis der Meisterschaftskandidaten. Warum läuft es für Sie jetzt deutlich besser als in den vergangenen Jahren?

„Zum einen habe ich mit Ricardo Feller in diesem Jahr einen absoluten Top-Teamkollegen. Das halte ich für den ausschlaggebenden Punkt – eine gute, harmonische Fahrerkombination. Wo beide auf Augenhöhe sind und sich stetig pushen, sich gegenseitig vorantreiben. Zum anderen hatte mein Team 2020 durch die Corona-Pandemie kein einfaches Jahr. Über den letzten Winter hat Montaplast by Land-Motorsport dann aber umso härter gearbeitet. Deshalb sind wir in der Saison 2021 auf jeden Fall besser vorbereitet. Insgesamt, als Team und Fahrerkombination, sind wir besser aufgestellt.“

Wie schätzen Sie Ricardo Feller als Fahrer ein?

„Unheimlich stark! Ich kenne ‚Ricky‘ schon seit 2017. Damals war er als Sechzehnjähriger der bis dahin jüngste Starter im ADAC GT Masters. In Amerika sind wir in der IMSA dann erstmals zusammen für Land-Motorsport gefahren. Da war er schon sehr stark, hat aber nur einfach Gas gegeben. Inzwischen ist er ein viel kompletterer, sehr gereifter Rennfahrer.“

Worin ist er Ihnen am ähnlichsten als Rennfahrer?

„Wir sind uns nur insofern ähnlich, dass wir den gleichen Fahrstil bevorzugen.

Was bedeutet das konkret?

„Wenn ich das verrate, verrate ich ja unsere Tricks.“

Nicht, wenn Sie Ihre grundsätzlichen Vorlieben bei der Fahrzeugabstimmung nennen.

„Na gut, ich sag dazu hier so viel: Wir mögen beide kein Untersteuern.“

Trotz einiger Aufs und Abs fahren Sie bereits Ihre sechste Saison im ADAC GT Masters für Montaplast by Land-Motorsport. Kein anderer Fahrer der Deutschen GT-Meisterschaft hat seinem Rennstall bisher so lange die Treue gehalten. Was schätzen Sie so an dem Team?

„Ich fühle mich bei Montaplast by Land-Motorsport einfach wohl. Das passt menschlich und technisch hervorragend. Vor allem das Menschliche ist mir sehr wichtig für mein Wohlgefühl. Ich fahre lieber mit einem technisch weniger guten Auto in einem menschlich intakten Team als umgekehrt. Auch wenn es mal nicht so gut lief bei uns, ich habe nie an unserem Team gezweifelt, habe mich dort nie unwohl gefühlt. Ob mit Teamgründer Wolfgang Land, Teamchef Christian Land, Technikleiter Achim Becker oder den Mechanikern, ich kann mit jedem dort ganz offen über alles reden.“

Was zeichnet den Rennstall besonders aus?

„Montaplast by Land-Motorsport kümmert sich rundum sehr gut um seine Fahrer. Sie sind nicht nur bei der Fahrzeugvorbereitung und bei den Renneinsätzen ein höchst professionelles und qualifiziertes Topteam. Sie achten auch sehr, sehr genau auf andere, für Spitzenleistungen im Cockpit wichtige Voraussetzungen: auf die passende Ernährung, auf passende Rückzugsmöglichkeiten und Ruhezeiten zwischen Trainingssessions und Rennstints. Das ist für mein Wohlfühlen wichtig. Immerhin bin ich ja auch schon ein bisschen älter …“

Ist für Sie Kontinuität in Sachen Team wichtiger als in Sachen Fahrerkollege?

„Auf den Fahrerkollegen habe ich naturgemäß nicht viel Einfluss im Motorsport. Da spielen ja sehr viele Faktoren mit, die ich nicht beeinflussen kann.“

Wie gern würden Sie sich mit Ricardo Feller über 2021 hinaus ein Auto teilen?

„Natürlich sehr gerne! Aber ich gehe davon aus, dass ‚Ricky‘ aufgrund seiner hervorragenden Leistungen bald auch einen Vertrag als Werksfahrer bekommen wird. Auf jeden Fall sollte dieser Junge einen Werksfahrer-Vertrag bekommen, ganz klar! Doch dann ist fraglich, ob wir beide auch weiterhin bei ein und demselben Team zum Einsatz kommen.“

Was ist für Sie beide im Titelkampf des ADAC GT Masters drin?

„Drin ist für uns alles. Es kommt drauf an, weiterhin möglichst gute Ergebnisse und möglichst viele Punkte zu sammeln. Und darauf, sich nicht verrückt machen zu lassen, ruhig zu bleiben. Dann läuft das Ding von alleine.“

Wie sehr nutzen Ihnen jetzt Ihre Erfahrungen aus früheren Titelkämpfen?

„Gerade wenn es zum Finale hingeht, bist du aufgrund deiner Erfahrungen ruhiger und entspannter. Ich weiß, wie es sich anfühlt, im Saisonendspurt unter besonderen Druck zu stehen.“

Was ist auf Fahrerseite das Entscheidende beim Endspurt im ADAC GT Masters?

„Es geht vor allem darum, auch unter diesem erhöhten Druck dein gesamtes Können abrufen zu können. Unter erhöhtem Druck bist du ja generell angespannter, nervöser und so passieren dir leichter Fehler. Deshalb musst du all deine Emotionen im Griff haben und einfach deinen Job machen. Das klingt einfacher, als es ist, weil so eine besondere Situation wie das Saisonfinale des ADAC GT Masters deine Gedanken stärker als sonst anspannt und auch öfter als sonst abschweifen lässt. Ich denke: Wenn du das nicht nur weißt, sondern auch schon kennst, ist es leichter, das hinzukriegen.“

Feiern können Sie 2021 auf jeden Fall: Denn seit genau 20 Jahren sind Sie im Motorsport aktiv. Wie haben Sie sich seit 2001 als Rennfahrer entwickelt?

„Wie als Mensch insgesamt, so bin ich in all dieser Zeit natürlich auch als Rennfahrer gereift. Früher war ich so ein kleiner, frecher Hitzkopf. Damals habe ich immer zu Uwe Alzen aufgeschaut. Für mich ist er heute noch ein echt starker Typ und toller Mensch. Als Rennfahrer hat Uwe sich oft mit seinen Vorgesetzten und Fahrerkollegen angelegt. Das fand ich früher echt cool und spannend. Doch ich habe gelernt: Auf diese Art kommst du im Motorsport nicht immer so weit, wie du kommen könntest. Ich glaube, für mich habe ich einen ganz guten Mix gefunden. Ehrlich zu bleiben und mich nicht zu verbiegen, gleichzeitig aber genau darauf zu achten und zu erkennen, wo die Grenzen sind.“


DTM veröffentlicht Rennkalender 2022

  • Sechs Länder, neun Events, 18 Rennen
  • Auftakt mit Premiere in Portimão
  • Lausitzring wieder mit Turn 1 dabei, Finale in Hockenheim
  • Ticket-Vorverkauf startet noch im Herbst 2021 

Spektakulär und atemberaubend, das soll auch 2022 für die DTM gelten © DTM


Die DTM 2021 ist in vollem Gange – spannender und actionreicher denn je. Aktuell gastiert die Rennserie auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Im Rahmen des Rennwochenendes in Österreich präsentiert die Dachorganisation ITR jetzt den vorläufigen Rennkalender 2022. Insgesamt neun Rennwochenenden in sechs Ländern sind von Mai bis Oktober geplant, den Auftakt macht das Autódromo Internacional do Algarve in Portimão – eine Premiere, denn nie zuvor wurde ein DTM-Rennen auf dem Kurs an der Algarve ausgetragen. Mega-Spannung garantiert auch das zweite Event am Lausitzring, dort rast die DTM als einzige Serie durch die spektakuläre Mut-Kurve Turn 1.

Frederic Elsner, Director Event und Operations: „Wir freuen uns sehr, den Rennkalender für 2022 frühzeitig präsentieren zu können. Wir haben mit Hochdruck daran gearbeitet, denn es war uns extremst wichtig, den bereits involvierten und interessierten Teams und Partnern Planungssicherheit und Perspektive geben zu können. Wir freuen jetzt auf einen guten Abschluss der hochspannenden laufenden Saison und dann auf ebenso spektakuläre Rennen in 2022. Es ist schön für uns zu sehen, wie groß das Interesse an der DTM 2022 bereits ist.“

Mit Rennwochenenden in insgesamt sechs Ländern untermauert die DTM ihren Status als international operierende und beliebte Tourenwagenserie. Natürlich fehlen aber auch die bei den Fans extrem beliebten Traditions-Kurse in Deutschland nicht: Der Norisring, 2021 erstmals Austragungsort des Saison-Finals, ist diesmal Gastgeber für das Halbzeit-Finale, da die DTM im Juli und August in eine gut achtwöchige Sommerpause geht. Die zweite Saisonhälfte beginnt mit einem Event am Nürburgring, das Finale steigt 2022 wieder traditionell in Hockenheim. Auch Spielberg wird mit der herrlichen Strecke am Red Bull Ring wieder am Start sein. Wieder dabei nach einjähriger Pause ist die Ardennen-Achterbahn in Spa. Zudem erwarten die Fans noch zwei Überraschungs-Rennen außerhalb Deutschlands, die zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

„2021 ist trotz einiger Einschränkungen eine sehr zufriedenstellende und erfolgreiche Saison. Wir freuen uns auf 2022 und darauf, wieder großartige Events organisieren und erleben zu können“, sagt Benedikt Böhme, Geschäftsführer der ITR GmbH. „Die DTM ist eine globale Rennserie, das unterstreicht auch der neue Kalender. Wir übertragen in über 60 Ländern live, umso schöner ist es, dass wir mit Portimão eine neue Rennstrecke im Kalender präsentieren können, die hervorragend zu den bereits bewährten Strecken passt.“
 
Tickets für die neue Saison werden bereits im Herbst dieses Jahres verfügbar sein, so Elsner: „In Spielberg dürfen zum ersten Mal nach fast zwei Jahren wieder unsere Fans ganz nah ran ins Fahrerlager. Diese Fan-Nähe zeichnet die DTM schon immer aus, deshalb wollen wir ihnen den Service bieten, schon früh ihre Rennbesuche im nächsten Jahr zu planen.“

Der vorläufige Renn-Kalender der DTM 2022:

  • Autódromo Internacional do Algarve (POR) - 29. April - 01. Mai 2022
  • DEKRA Lausitzring Turn 1 (GER) - 20.-22. Mai 2022
  • TBA Europa - 03.-05. Juni 2022
  • TBA Europa - 17.-19. Juni 2022
  • Norisring (GER) - 01.-03. Juli 2022
  • Nürburgring (GER) - 26.-28. August 2022
  • Circuit de Spa-Francorchamps (BEL) - 09.-11. September 2022*
  • Red Bull Ring (AUT) - 23.-25. September 2022
  • Hockenheimring (GER) - 07.-09. Oktober 2022*


* - vorbehaltlich Termin-Bestätigung

Donnerstag, 2. September 2021

Erstmals seit 2019 offenes DTM-Fahrerlager

 Fan-Fest beim DTM-Comeback auf dem Red Bull Ring


  •     20 Rennwagen: Gaststarter Maximilian Paul im dritten Lamborghini
  •     „Überflieger“ Kelvin van der Linde führt das DTM-Feld in die zweite Saisonhälfte
  •     Großes Revival der Deutschen Rennsport-Meisterschaft
  •     Live vom Red Bull Ring: weltweit in über 60 Ländern

Rennsport pur: die DTM 2021 © DTM


Das Comeback der DTM auf dem Red Bull Ring wird zum Fan-Fest: Nicht nur, dass Zuschauer auf die Tribünen rund um die herrlich gelegene Rennstrecke in der Steiermark dürfen, erstmals seit dem DTM-Finale 2019 in Hockenheim dürfen die Fans sogar wieder ins Fahrerlager. „Das wird die Atmosphäre komplett verändern“, freut sich der 19-jährige Neuseeländer Liam Lawson (Ferrari) auf die Fan-Nähe, die zur DNA der Traditionsserie gehört. Der Red Bull-Junior, Auftaktsieger in Monza, zählt unverändert zu den Meisterschaftsaspiranten. Als Spitzenreiter der Fahrer-Wertung führt der Südafrikaner Kelvin van der Linde im ABT-Audi das hochkarätige, 20-köpfige Starterfeld mit Rennwagen von bis zu sieben Herstellern in die zweite Saisonhälfte.

Unweit von Graz gelegen, zählt der Red Bull Ring bei Spielberg zu den beliebtesten Rennstrecken. Nach Formel 1 und MotoGP ist die DTM in diesem Jahr das nächste Highlight in der motorsportbegeisterten Alpenrepublik. Den 4,326 Kilometer langen Kurs, der malerisch am Berg gelegen ist und die größten Höhenunterschiede aller DTM-Strecken aufweist, prägen schnelle und mittelschnelle Kurven. Für die DTM ist es die Rückkehr in die Steiermark nach 2018, am Wochenende stehen die DTM-Rennen 16 und 17 auf dem Red Bull Ring seit 2001 bevor.

Als Lokalmatador geht Lucas Auer im Mercedes-AMG des deutsch-texanischen Teams WINWARD an den Start. Der 26-jährige Tiroler ist derzeit Achter in der Meisterschaft und will auf heimischem Terrain verlorenen Boden gutmachen. Auer war 2016 der erste Österreicher, der ein DTM-Rennen gewinnen konnte. Bislang erzielte er fünf DTM-Siege. Die erste Pole-Position eines Österreichers verbuchte übrigens in den Achtzigern der auch im Rennwagen erfolgreiche Ski-Star Franz Klammer.

Sechs verschiedene Sieger und ein „Überflieger“: Kampf um Meisterschaftspunkte spitzt sich zu

Sechs verschiedene Sieger gab es in den ersten acht von insgesamt 16 Saisonrennen. Das spricht für hohe Spannung und enorme Ausgeglichenheit in der DTM des Jahrgangs 2021, der ersten Saison mit GT-Rennwagen von bis zu sieben Marken, von Audi, BMW und Mercedes sowie Ferrari, Lamborghini, McLaren und Porsche. Ausgerechnet ein DTM-Rookie steht immer wieder auf dem Podest: Kelvin van der Linde musste lange auf seine DTM-Premiere warten, bis ihn das Kemptener Team von ABT Sportsline für diese Saison endlich ins Cockpit holte, während sein 22 Jahre alter Bruder Sheldon bereits seit 2019 für BMW in der DTM fährt. Dafür zeigt der 25-jährige Kelvin vom Auftakt in Monza an, was in ihm steckt.

Mit 129 Punkten aus drei Siegen und drei Pole-Positions ist der smarte Südafrikaner und „Halbzeit-Meister“ der aktuelle „Überflieger“ in einem herausragenden Feld an Weltklassepiloten. Mit 96 Punkten folgt der 35-jährige Deutsche Maximilian Götz (Mercedes-AMG, Team HRT) auf Tabellenplatz zwei vor dem zweimaligen DTM-Champion Marco Wittmann (BMW, Walkenhorst Motorsport) mit 94 Zählern, was vor der Saison niemand erwartet hätte. In trauter Zweisamkeit, die in Anbetracht realer Rivalität täuscht, nehmen die Teamkollegen aus dem Ferrari-AF-Corse-Rennstall, Red Bull-Formel-1-Pilot Alex Albon (THA, 82) und Red Bull Junior Liam Lawson (NZL, 80) den vierten und fünften Rang ein. Nachdem Lawson zuletzt am Nürburgring leer ausging, während Albon den ersten Sieg feierte, will der Thailänder das Momentum nutzen, denn der Titel ist längst nicht abgeschrieben.

Ganz gleich, ob van der Linde in der Fahrer-Wertung, Lawson in der Junior-Wertung, ABT Sportsline bei den Teams und Mercedes-AMG in der Hersteller-Tabelle – alle Spitzenreiter können sich nicht ausruhen, denn alle Meisterschaften werden bei der enormen Abwechslung wohl erst beim großen Finale vom 08. bis 10. Oktober auf dem einzigartigen Norisring entschieden werden.

Spektakuläres Programm: von DTM über DRM Revival bis zu DTM Electric Power Runs

Lawson und Albon haben, wie einige andere DTM-Piloten auch, in der vergangenen Woche auf der Berg- und Talbahn getestet. Das Layout der Strecke scheint dem Ferrari zu liegen, wie auch BMW, der ebenfalls von einem Turbomotor angetrieben wird, die von der Höhenlage profitieren. Demzufolge machen sich auch die drei BMW-Piloten im Feld, Wittmann sowie die beiden ROWE-Teamkollegen Timo Glock und Sheldon van der Linde, Hoffnungen, ganz vorne mitzumischen. Doch in der DTM kommt es erstens anders und zweitens als man meistens denkt …

Das Feld der Stammpiloten wächst auch in Österreich, denn das Dresdner Team von T3 Motorsport schickt einen dritten Lamborghini für den 21 Jahre alten Dresdner Nachwuchsfahrer Maximilian Paul ins Rennen, neben den beiden italienischen Sportwagen für den 19 Jahre alten Belgier Esteban Muth und die drei Jahre ältere Britin Esmee Hawkey, die mit den Plätzen fünf und elf zuletzt am Nürburgring ihre besten Saisonresultate erzielten.

Für Furore werden am Red Bull Ring auch die glorreichen Rennwagen der Siebziger sorgen. Ob legendäre Ford Capri Turbo, Porsche oder BMW. Insgesamt mindestens 20 Rennwagen aus der legendären Deutschen Rennsport-Meisterschaft, kurz DRM, treffen sich in der Steiermark zum großen Revival. Der Clou: Sogar der ehemalige BMW-Junior und Formel-1-Pilot Marc Surer wird ins Lenkrad eines bulligen Gruppe-5-BMW greifen.

Am Samstag und Sonntag jeweils um 13:30 Uhr werden die DTM-Rennen gestartet, die in über 60 Nationen live übertragen werden, in Deutschland in SAT.1 (jeweils ab 13:00 Uhr). Wer sich das Fan-Fest mit DTM, DTM Trophy, DRM Revival und BMW M2 Cup sowie Power-Runs der künftigen DTM Electric und spektakulärer DTM-Drift-Show nicht entgehen lassen will, kann bis zum Renntag Tickets via DTM-Ticket-Shop (tickets.dtm.com) und DTM-Ticket-Hotline (01806 991166) erwerben, zudem sind an der Rennstrecke die Tageskassen geöffnet.