Samstag, 12. Juni 2021

Porsche-Duo Ammermüller/Jaminet gewinnt Red-Bull-Ring-Spektakel

  •  SSR-Piloten bauen mit Triumph auf dem Red Bull Ring Tabellenführung aus
  • Audi-Piloten Kim-Luis Schramm und Dennis Marschall siegen in Pirelli-Junior-Wertung
  • Rolf Ineichen gewinnt im Lamborghini Pirelli-Trophy-Wertung

Jaminet/Ammermüller siegen im Porsche am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda

Spannung von Start bis Ziel: In einem von zahlreichen Überholmanövern und spektakulären Zweikämpfen geprägten Samstagsrennen der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Red Bull Ring holten sich Titelverteidiger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) und Mathieu Jaminet (26/F, beide SSR Performance) ihren zweiten Saisonsieg. Platz zwei ging an Mirko Bortolotti (31/I) und Albert Costa Balboa (31/E, GRT Grasser Racing Team), das Podium komplettierten die Corvette-Fahrer Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition). „Ein wirklich unglaubliches Rennen”, freute sich Sieger Ammermüller. „Am zweiten Saisonwochenende bereits den zweiten Sieg zu holen ist wirklich super.“

Keyfacts, Red Bull Ring, Spielberg

Streckenlänge: Wetter: 23 Grad, leicht bewölkt

Pole-Position: Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa (GRT Grasser Racing Team), 1.28,773 Min.

Sieger: Michael Ammermüller/Mathieu Jaminet (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R)

Schnellste Rennrunde: Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR, Mercedes-AMG GT3 Evo), 1.30,458 Min.

BMW und Mercedes-AMG führen in erster Rennhälfte

BMW-Pilot Nick Yelloly (29/GB, Schubert Motorsport), der von Rang eins ins Rennen ging, blieb auch beim Start vorn. Bis zur fünften Runde behauptete der Engländer die Spitze, musste dann jedoch in der Boxengasse nach einem Aufhängungsschaden aufgeben. Nun übernahm Mercedes-AMG-Fahrer Raffaele Marciello (26/I, Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) die Führung und baute diese bis zum Boxenstopp auf 3,5 Sekunden auf Verfolger Michael Ammermüller im Porsche aus. Doch als beide an ihre Teamkollegen Maximilian Buhk und Mathieu Jaminet übergeben hatten, lagen die Spitzenreiter in Schlagdistanz. Jaminet ließ sich nicht lange bitten und versuchte sofort, am führenden Mercedes vorbeizugehen. In Runde 22 gelang dies dem Meister von 2018 mit einem spektakulären, über mehrere Kurven gehenden Manöver. Während Buhk danach auch von den Verfolgern unter Druck gesetzt wurde, baute Leader Jaminet Runde für Runde seinen Vorsprung auf über sechs Sekunden aus. Eine späte Safety-Car-Phase um Trümmerteile zu bergen schob das Feld kurz vor Rennende noch einmal zusammen, doch Jaminet blieb vorn und sah als erster die Zielflagge.

Spannend verlief auch der Kampf um Platz zwei. Dieser ging am Ende mit 1,1 Sekunden Rückstand an das Lamborghini-Duo Mirko Bortolotti/Albert Costa Balboa. Bortolotti hatte im Qualifying die Bestzeit erobert, musste aber wegen eines Vergehens seines Teamkollegen in Oschersleben von Startplatz sechs ins Rennen gehen. Der Italiener kämpfte sich in der ersten Rennhälfte bis auf Rang vier, ehe Costa Balboa in seinem Stint auf Position zwei vorfuhr und damit dem GRT Grasser Racing Team beim Heimspiel ein Podium schenkte. Ihren ersten Podestplatz der Saison holten als Dritte die Corvette-Fahrer Jeffrey Schmidt und Marvin Kirchhöfer. Kirchhöfer lieferte sich in der Schlussphase einen engen Kampf mit Maximilian Buhk. Er musste diesen zwischenzeitlich auf Anweisung der Rennleitung wegen Missachtens der Streckenbegrenzung wieder vorbeilassen, holte sich den letzten Podiumsplatz aber umgehend wieder zurück. Marciello und Buhk mussten sich am Ende mit Platz vier zufriedengeben.

Neuzugang Dennis Lind (28/DK) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) im bestplatzierten Audi R8 LMS holten sich kurz vor dem Rennende noch Rang fünf vor dem Porsche von David Jahn (30/Leipzig) und Marco Holzer (32/Bobingen, beide Team Joos Sportwagentechnik). Siebte wurden Rolf Ineichen (42/CH) und Franck Perera (37/F, beide GRT Grasser Racing Team) in einem weiteren Lamborghini des GRT Grasser Racing Team. Ineichen holte damit auch den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung. Gewinner der Pirelli-Junior-Wertung wurden als Gesamtachte Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Dennis Marschall (24/Eggenstein) in einem Audi von Rutronik Racing by Tece. Robert Renauer (36/Vierkirchen) und Sven Müller (29/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport) kamen auf Rang neun ins Ziel, dahinter folgten als Zehnte Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT), die als 24. ins Rennen gegangen waren.

Stimmen der Sieger

Michael Ammermüller: „Das Team hat einen guten Job gemacht und durch die solide Platzierung im Qualifying mit Platz drei konnte ich gut durch den ersten Stint kommen. Beim Restart nach dem ersten Safety-Car-Einsatz ging es noch mal eng her, aber ich konnte mit dem Auto einen kleinen Vorsprung bis zum Boxenstoppfenster herausfahren. Mathieu hat heute sehr gut performt und wir freuen uns über den Sieg.“

Mathieu Jaminet: „Es war ein spannendes Rennen mit vielen Zweikämpfen. Der Kampf mit Maximilian Buhk war wirklich spektakulär und nah am Limit. Als ich aus Turn 1 kam, konnte ich sehen, wie er aus der Boxengasse kam. Ich wollte ihn auf seiner Outlap nicht in den Rhythmus kommen lassen und habe sofort angegriffen. In Kurve drei bin ich neben ihn gegangen, in Turn 5 war ich dann endlich vorbei. Als am Ende das Safety-Car noch einmal rauskam, war ich natürlich nicht begeistert, aber ich habe dann beim und nach dem Restart noch mal gepusht. Am Ende lief alles gut für uns und wir freuen uns über den Sieg. Das war großartiges Racing heute.”

   

Start-Ziel-Sieg für Cupra-Pilot Eric Scalvini auf dem Red Bull Ring

  • Erster Sieg für Lokalmatadore von Wimmer und den Cupra Leon Competición
  • René Kircher wird bester Junior, Günter Benninger schnellster Starter der Trophy-Wertung

Cupra-Pilot Scalvini fährt für Wimmer Werk Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Eric Scalvini (26, Wimmer Werk Motorsport) siegte souverän im ersten Rennen der ADAC TCR Germany auf dem Red Bull Ring in Österreich. Der 26-jährige Italiener setzte sich im Cupra Leon Competición TCR bei guten äußeren Bedingungen von der Pole Position mit über zwei Sekunden Vorsprung gegen Hyundai-Pilot Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) durch und feierte seinen Premierensieg in der Serie. Die Brüder Dominik und Marcel Fugel vom Team Honda ADAC Sachsen erreichten die Plätze drei und vier.

„Es war ein unglaubliches, ein fantastisches, einfach ein perfektes Rennen. Ich bin sehr glücklich und freue mich für das gesamte Team, bei dem ich mich ganz besonders bedanken möchte. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Auto, mit dem ich konstant ein hohes Renntempo halten kann. Das war heute für mich der Schlüssel zum Erfolg“, so Eric Scalvini im Anschluss der Siegerehrung.

Scalvini vom Start weg an der Spitze – Luca Engstler zufrieden mit Rang zwei

Nach einem guten Start von der Pole-Position konnte der Italiener im Verlauf des Rennens seinen Vorsprung stetig ausbauen. Der Neuzugang im Team Wimmer Werk Motorsport präsentierte sich in der Steiermark bislang in absoluter Topform. Bereits im ersten freien Training manövrierte der 26-Jährige seinen Cupra Leon Competición TCR am schnellsten über die Strecke, Samstagmorgen folgte im Qualifying die Pole-Position und in seinem dritten Rennen in der Serie nun der verdiente erste Triumph im Rennen. Der Italiener sorgte damit auch für den ersten Sieg der im vergangenen eingeführten zweiten Generation des TCR-Cupra in der ADAC TCR Germany.

WTCR-Fahrer Luca Engstler (21, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) hatte in diesem Rennen keine Chance an Scalvini vorbeizuziehen und landete am Ende auf Rang zwei. Der Sieger der beiden ersten Rennen der Saison in der Motorsportarena Oschersleben bleibt dennoch Führender in der Gesamtwertung. "Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, das uns wieder wichtige Punkte für die Meisterschaft bringt. Eric ist ein super Rennen gefahren, Platz zwei ist gut für uns" sagte Engstler.

Fugel-Brüder auf den Plätzen drei und vier – Kircher schnellster Junior-Fahrer

Dominik Fugel (24, Chemnitz) startete von Rang fünf, machte während des Rennens zwei Plätze gut und fuhr in seinem Honda Civic TCR vor seinem jüngeren Bruder Marcel (20) als Dritter über die Ziellinie. „Der dritte Platz ist das bestmögliche Ergebnis für uns, Scalvini und Engstler waren einfach zu stark heute. Klar sind wir hier zum Gewinnen, aber gegen die beiden hatten wir heute einfach keine Chance“, so Dominik Fugel.

Der Däne Martin Andersen vom Hyundai Team Engstler erreichte Rang fünf, gefolgt von Neueinstieger Robin Jahr (ROJA Motorsport by ASL Lichtblau). Junior-Fahrer René Kircher (20, Volkswagen Team OETTINGER) erreichte in seinem VW Golf GTI TCR einen starken siebten Rang, was ihm zum schnellsten Fahrer in der Honda Junior Challenge macht. Die Plätze acht bis zehn gingen an die beiden Hyundai Jonas Karklys (31, Litauen, NordPass) und Patrik Sing (29, Ellwangen, RaceSing) sowie Junior Philipp Regensperger (22, Eggenfelden, Lubner Motorsport) im Opel Astra TCR.

Bester Rennsieger in der Trophy-Wertung für ambitionierte Gentlemen-Fahrer wurde der Österreicher Günter Benninger (60, Wimmer Werk Motorsport) im Cupra Leon Competición. Der Routinier kam als Zwölfter ins Ziel.

BMW-Duo Schrey/Piana schafft das Tripple

  • Dritter Sieg in Folge für Michael Schrey und Gabriele Piana
  • Théo Nouet mit erstem Sieg in der Junior-Wertung

Dritter Sieg im  dritten Rennen für Schrey (r.) und Piana
Foto: ADAC-Motorsport

Weiterhin weiße Weste für Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) in der ADAC GT4 Germany. Das BMW M4 GT4-Duo gewann nach dem Doppelsieg in Oschersleben auch das Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring und feierte somit im dritten Saisonrennen 2021 bereits den dritten Laufsieg. Rang zwei ging an Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (18/FRA, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG GT4 vor Nicolaj Møller Madsen (28/DNK) und Dennis Fetzer (20/Buseck, beide Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4. „Wir sind mit drei Siegen perfekt in die Saison gestartet. Das war in der Form natürlich nicht zu erwarten. Diesen Triumph werden wir heute Abend natürlich richtig genießen“, jubelte Piana mit dem Pokal in den Händen.

Das Samstagsrennen hatte Fred Martin-Dye (32, Dörr Motorsport) im McLaren 570S von der Pole-Position aus begonnen. Der Brite gewann den Start und brachte gleich einige Meter zwischen sich und den Rest des Feldes. Doch schon in der ersten Runde musste das Rennen mit der roten Flagge unterbrochen werden, als ein Unfall eines Porsche eine Reparatur der Leitplanken notwendig machte. Nach dem Re-Start behielt Martin-Dye die Führung. Zusammen mit dem zweitplatzierten Piana setzte er sich im weiteren Rennverlauf immer mehr von der Konkurrenz ab. Engster Verfolger war Marschalkowski im Mercedes-AMG.

„Ich habe den McLaren nicht wirklich angegriffen. Ich hatte einfach keine Möglichkeit, ein sicheres Manöver zu setzen. Der McLaren war einfach zu schnell. Somit habe ich das Auto und die Reifen für meinen Teamkollegen Michael geschont“, beschrieb Piana die erste Rennhälfte aus seiner Perspektive.

Der führende Martin-Dye blieb bis zum Ende des Boxenstopp-Fensters auf der Strecke, um den McLaren an Teamkollege Christer Jöns (33/Ingelheim) zu übergeben. Nach dem Fahrerwechsel verlor Jöns nach einem Kupplungsdefekt die Spitze, die Pianas Teamkollege Michael Schrey dankend übernahm und den BMW anschließend nach zwei Safety-Car-Phasen in der zweiten Rennhälfte auf Rang eins ins Ziel fuhr. Nicolaj Møller Madsen eroberte in der zweiten Rennhälfte im Porsche den dritten Platz von Mercedes-AMG-Fahrer Robin Falkenbach (19/Niederkassel, Leipert Motorsport), schaffte es aber nicht mehr dem zweitplatzierten und Junior-Wertungs-Sieger Théo Nouet heranzufahren, der den Zakspeed-Mercedes-AMG zuvor von Marschalkowski übernommen hatte, gefährlich zu werden.

„Mein Rennen war natürlich sehr stark von den Safety-Car-Phasen geprägt. Ich musste mir immer wieder überlegen, wo ich beim Re-Start den Speed anziehe und wie ich mich verteidigen würde. Ich konnte mich jeweils gut absetzen, wurde dann aber wieder eingebremst. Am Ende ist es aber egal, ob man mit einem kleinen oder großen Vorsprung gewinnt. Der Sieg zählt“, strahlte Schrey.

Hinter dem viertplatzierten Robin Falkenbach, der zusammen mit Marc de Fulgencio (21/ESP) fuhr, kamen Marcel Lenerz (23/Ludwigsau)/Michael von Zabiensky (20/Oschersleben, beide Schubert Motorsport) im BMW M4 GT4 auf Platz fünf vor Andreas Wirth (36/Waghäusel) und Phil Dörr (20/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4. Rang sieben ging an das Porsche-Duo Moritz Wiskirchen (18/Euskirchen) und Phil Hill (19/Mülheim an der Ruhr, beide Team Allied-Racing). Robert Haub (31/USA) und Gabriela Jílková (26/CZE, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG, John Paul Southern (19/USA) und Jan Philipp Springob (20/Köln, beide T3 Motorsport) in einem Audi R8 LMS GT4 sowie Max Kronberg (34/Berlin) und Marvin Dienst (24/Lampertheim, beide W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche komplettierten die Top zehn. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an Tano Neumann (46/BUL) und Joachim Bölting (54/Gelsenkirchen) im Porsche von Overdrive Racing.

Am Sonntag folgt ab 16.00 Uhr der zweite Lauf der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring. Dieser wird live auf TVNOW.de und auf adac.de/motorsport im Stream übertragen. „Natürlich ist dann der vierte Sieg das große Ziel. Wir müssen jedoch abwarten, wie das Qualifying läuft. Wir sind auf jeden Fall hoch motiviert, um mit voller Punktzahl vom Red Bull Ring abreisen zu können“, blickte Laufsieger Michael Schrey auf den Sonntag voraus.


Freitag, 11. Juni 2021

Porsche mit erster Bestzeit auf dem Red Bull Ring

  •  Werksfahrer Mathieu Jaminet Schnellster im ersten Training
  • Lamborghini auf den Rängen zwei und drei
  • Thomas Preining im Porsche bester Österreicher

 Mathieu Jaminet fuhr Bestzeit
Foto: ADAC-Motorsport

Porsche und Lamborghini bestimmten das erste Freie Training der Deutschen GT-Meisterschaft auf dem Red Bull Ring. Porsche-Fahrer Mathieu Jaminet (26/F), der aktuell mit SSR-Performance-Teamkollege und Titelverteidiger Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster) Tabellenführer ist, fuhr die schnellste Runde der Session. Knapp dahinter: zwei Lamborghini Huracán GT3 Evo der Lokalmatadoren GRT Grasser Racing Team. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag live ab 13 Uhr von TV-Partner NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

1.29,451 Minuten hieß am Ende der 60-minütigen Sitzung die Bestmarke von Jaminet. Der Franzose erzielte diese Runde bereits in der ersten Viertelstunde des Trainings. „So weit sieht es gut aus“, so der Meister von 2018. „Natürlich ist es besser vorn als hinten zu liegen. Aber wir wissen natürlich nicht, ob die anderen Teams alles gezeigt haben. Das Auto funktioniert gut, ich bin eine gute Runde gefahren. Der Strecke bietet schon viel Grip. Es macht sehr viel Spaß hier zu fahren.“

Engster Verfolger des Franzosen war Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (31/I). Er teilt sich den schnellsten Huracán des GRT Grasser Racing Team mit Albert Costa Balboa (31/E). Der Italiener, der in Wien lebt, kam bis auf 78 Tausendstelsekunden an die Bestzeit heran. Auf Platz drei folgten die Teamkollegen Rolf Ineichen (42/CH) und Franck Perera (37/F), die auf 1.29,699 Minuten kamen.

Bester Österreicher im ersten Training wurde als Vierter Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (22/A), der sich im 911 GT3 R mit Titelverteidiger Christian Engelhart (34/Starnberg) abwechselt. „Platz vier ist o.k.“, sagt der gebürtige Linzer. „Wir probieren noch etwas am Set-up. Auf dieser Strecke muss man immer die Balance finden zwischen möglichst hohem Topspeed bei gleichzeitig guter Performance im Mittelsektor in den schnellen Kurven. Daran arbeiten wir jetzt. Wir kommen dem Ganzen immer näher. Ich bin ein wenig überrascht, dass Porsche so gut dabei ist, weil das normalerweise nicht unsere Strecke ist. So bin ich sehr optimistisch für das Rennen. Es ist alles offen. Wir können ein gutes Wochenende haben.“

Die Top fünf im ersten Training komplettierte der Audi R8 LMS des Team WRT von Neuling Dennis Lind (28/DK) und Dries Vanthoor (22/B).

Fahreranpassung beim Team WRT

Das Team WRT tritt an diesem Wochenende mit einem geänderten Fahrerkader an. Der Däne Dennis Lind (28) vertritt beim zweiten Saisonlauf der Deutschen GT-Meisterschaft Stammpilot Charles Weerts (20/B), der Prüfungen an der Universität absolviert. „Das ist eine großartige Gelegenheit für mich“, so Lind, der damit Teamkollege Audi-Sport-Fahrer Dries Vanthoor (22/B) ist. „Ich war überrascht, den Anruf vom Team zu erhalten und ich danke ihnen für das Vertrauen. Ich war noch nie auf dem Red Bull Ring, aber ich bin sicher, dass das kein großes Problem sein wird, da ich viel im Simulator gearbeitet habe und wir viel Streckenzeit haben.“

David Jahn erneut bei Joos

Routinier David Jahn (30/Leipzig) startet auch auf dem Red Bull Ring für das Team Joos Sportwagentechnik. Der fünfmalige Rennsieger war in Oschersleben kurzfristig als Teamkollege von Marco Holzer (32/Bobingen) eingesprungen und hatte im ersten Qualifying den zweiten Startplatz erobert.

Österreicher wollen beim ADAC GT Masters-Heimspiel auf dem Red Bull Ring glänzen

  •  Starke Lokalmatadore in Deutscher GT-Meisterschaft
  •  Österreicher mit 20 Rennsiegen im ADAC GT Masters
  •  Extra-Motivation durch Zuschauer beim Heimspiel

Die beiden Österreicher Norbert Siedler und Simon Reicher im Audi R8 von Yaco Racing
Foto: Jens Hawrda

Rennsieger, Werkspiloten und vielversprechende Nachwuchstalente: Die österreichischen Fahrer sind in der Deutschen GT-Meisterschaft nicht nur quantitativ gut vertreten, am kommenden Wochenende (11.–13. Juni) zählt das Oktett beim Heimspiel auf dem Red Bull Ring zu den Topfavoriten – und will die zehnjährige Siegesflaute der Lokalmatadore auf dem Alpenkurs beenden. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag live ab 13 Uhr von TV-Partner NITRO im Free-TV übertragen. Im Livestream sind sie kostenlos bei TVNOW.de und auf adac.de/motorsport zu sehen.

Mit insgesamt acht Piloten ist Österreich die am zweitstärksten vertretene Nation im Fahrerfeld des ADAC GT Masters. In der Historie der Rennserie haben die Piloten aus Austria einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Insgesamt haben sie bereits 20 Rennsiege eingefahren. Auch auf dem Red Bull Ring waren sie schon erfolgreich: zuletzt allerdings 2011 bei der ADAC GT Masters-Premiere, als sich in den beiden Rennen gleich drei heimische Fahrer in die Siegerlisten eintrugen. Am kommenden Wochenende gibt es für die Österreicher eine Extraportion Motivation: Unter Berücksichtigung eines behördlich genehmigten Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes werden sie von bis zu 3.000 Fans pro Tag von den Tribünen angefeuert.

Österreichisches Porsche-Trio

Zu den Favoriten zählt am Wochenende Porsche-Werkspilot Thomas Preining. Der 22-Jährige, der 2019 in seinem Debütjahr einen Sieg feierte, kehrt in dieser Saison in das ADAC GT Masters zurück und teilt sich einen Porsche 911 GT3 R des Küs Team Bernhard mit Titelverteidiger Christian Engelhart. „Ich bin richtig motiviert für das Heimspiel“, sagt Preining. „Das Heimrennen ist immer etwas Besonderes. Ich werde es richtig genießen, vor allem weil ja jetzt auch einige Fans an der Strecke erlaubt sind. Ich freue mich sehr und glaube, es kann richtig was gehen. Denn wir haben uns super vorbereitet und werden volle Attacke geben.“

Der in der Gesamtwertung bestplatzierte Österreicher ist nach dem ersten Rennwochenende Mick Wishofer. Zusammen mit Maximilian Hackländer gelang dem Wiener in Oschersleben im 911 GT3 R von MRS GT-Racing am Sonntag mit Rang drei ein Podestplatz. Der 21-Jährige reist auch als Führender der Pirelli-Junior-Wertung zu seinem Heimspiel. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Punkte für die Pirelli-Junior-Wertung zu sammeln“, so Wishofer. „Das Auto ist für unser Team neu, daher müssen wir mal schauen, was in der Gesamtwertung möglich ist. Das Heimspiel gibt immer einen zusätzlichen Motivationsschub. Ich hoffe, dass wir erneut eine gute Performance zeigen können.“

Die kürzeste Anreise zum Red Bull Ring hat Klaus Bachler, der dritte Fahrer des Porsche-Trios. Mit 76 Starts ist er der aktuell erfahrenste Österreicher im Feld. Der zweifache Rennsieger aus dem nur 30 Kilometer vom Red Bull Ring entfernten Unzmarkt wechselte im Winter zu Precote Herberth Motorsport. Seine Teamkollegin ist dort Porsche-Werksfahrerin Simona De Silvestro. Die Schweizerin startete unlängst bei den legendären 500 Meilen von Indianapolis, dem schnellsten Autorennen der Welt. „Es ist toll, dass wieder einige Fans vor Ort sein dürfen. Einige Freunde und Familienmitglieder haben schon Tickets gekauft“, sagt Bachler. „Ich denke, dass der Red Bull Ring uns ganz gut liegen wird. Wir haben in Oschersleben gut analysiert. Es gab einige Dinge, die gut gelaufen sind und ein paar, die noch nicht optimal waren. Daran werden wir arbeiten. Wenn wir dies umsetzen, könnte es sehr gut laufen. Das ist unser Ziel.“

Comeback von Max Hofer

Zwei österreichische Piloten hat das heimische GRT Grasser Racing Team in seinen Reihen – allerdings auf zwei Fahrzeuge verteilt. Im Lamborghini Huracán GT3 Evo mit der Startnummer 82 fährt neben dem Deutschen Tim Zimmermann an diesem Wochenende der zweimalige ADAC GT Masters-Rennsieger Max Hofer (22). „Ich freue mich riesig, wieder im ADAC GT Masters an den Start zu gehen“, so der Pilot aus Perchtoldsdorf. „Es ist wirklich toll, auf dem Red Bull Ring für ein österreichisches Team an den Start zu gehen. Wir haben ein sehr gutes Paket und ich möchte beweisen, was ich kann.“ Im Schwesterauto mit der Startnummer 16 tritt Clemens Schmid auf dem österreichischen Formel-1-Kurs an. Der Jochen-Rindt-Fan aus Gries am Brenner wechselt sich in dem italienischen GT3-Sportwagen mit Mike David Ortmann ab. Das GRT Grasser Racing Team hat seinen Teamsitz unweit der Rennstrecke in Knittelfeld. „Die Vorfreude ist groß. Wir haben ein sehr schnelles Auto, was man schon in Oschersleben gesehen hat. Ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht.“

Yaco Racing gleich mit zwei Österreichern

Auf ein rein österreichisches Fahrerduo setzt in dieser Saison Yaco Racing. Den Audi R8 LMS pilotieren Routinier Norbert Siedler (38) und Youngster Simon Reicher (21). Siedler hat beste Erinnerungen an den Red Bull Ring: Der Fahrer aus Wildschönau siegte 2011 bei der Premiere des ADAC GT Masters auf dem Kurs und ist damit im aktuellen Starterfeld der einzige „Local Hero“, dem dies bereits gelungen ist. Sein Teamkollege Simon Reicher ist der jüngste Österreicher im Feld. Der Student aus Kirchberg bei Mattighofen bestreitet nach einigen Gaststarts 2021 seine erste komplette Saison in der Deutschen GT-Meisterschaft. Für das Heimspiel seiner Piloten hat Yaco Racing den Audi noch einmal komplett zerlegt, bei Audi vermessen lassen und wieder neu aufgebaut. „Prinzipiell gibt es keinen Unterschied, ob wir am Red Bull Ring, in Oschersleben oder am Nürburgring fahren“, sagt Reicher. „Wir als Team und Fahrer haben die Verpflichtung, eine perfekte Performance abzuliefern. Der Red Bull Ring ist für uns aber ein kleines bisschen anders. Da kommt eine emotionale Komponente hinzu. Du bist zu Hause, in deinem eigenen Land, auf deiner Heimstrecke. Umso mehr möchtest du natürlich dein Bestes zeigen.“

Der achte Österreicher im Feld ist Constantin Schöll. Für ihn ist es das zweite Jahr in der Meisterschaft. Der aus Wien stammende 22-Jährige startet in diesem Jahr erstmals mit einem Mercedes-AMG GT3 Evo des Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing, sein Partner ist der Deutsche Hendrik Still. „Beim Heimspiel erwartet man sich immer mehr“, sagt Schöll. „Ich kenne die Strecke ganz gut und wir waren vor Kurzem dort auch noch einmal testen. Wir sind gut vorbereitet und ich bin startklar. Ich bin gespannt, wie das Wetter wird. Es könnte regnen, was für uns wohl ein Vorteil sein könnte.“