Donnerstag, 1. April 2021

Lucas Auer peilt mit Winward Racing weitere DTM-Siege an

  • Deutsch-amerikanischer Rennstall ein Newcomer mit DTM-Wurzeln
  • Für die Herausforderung DTM gezielt verstärkt
  • Teamchef Hohenadel: „Werden das Letzte, das Allerletzte aus uns herausholen“
  • Zwei Mercedes-AMG GT3 für DTM-Routinier Lucas Auer und Serienneuling Philip Ellis


Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda

Winward Racing zählt zu den Neueinsteigern in die DTM 2021. Dabei hat das deutsch-amerikanische Team mit Sitz in Altendiez bei Limburg sogar seine Wurzeln in der DTM, denn es ging aus dem langjährigen Mercedes-Team Persson Motorsport hervor. Für die neue Herausforderung hat sich die Mannschaft um Teamchef Christian Hohenadel (44) vor allem personell verstärkt. Neben Projekt-Leiter Alexander Zöchling und DTM-erfahrenen Ingenieuren bringt vor allem Lucas Auer DTM-Erfahrung ins Team. 93 DTM-Rennen bestritt der Tiroler bisher, fünf Siege hat er auf seinem Konto. „Lucas Auer will mit uns gewinnen, und er ist total fokussiert“, erklärt Hohenadel im ausführlichen Interview mit dem Webportal DTM.com.

Für Auer und für DTM-Rookie Philip Ellis setzt Winward Racing zwei Mercedes-AMG GT3 ein. „Philip fährt im dritten Jahr für uns. Er zählt mittlerweile zu den schnellsten GT3-Piloten. Dafür spricht auch, dass er von Mercedes-AMG als Werksfahrer aufgenommen wurde“, so Hohenadel. Die ersten gemeinsamen Testfahrten vor einer Woche in Monza, wo vom 18. bis 20. Juni die DTM in die neue Saison startet, liefen gut, wie Hohenadel im DTM.com-Interview bestätigt. „Die Sprintrennen der DTM sind ein neues Spielfeld für uns, auf dem andere Teams schon lange etabliert sind. Wir haben Respekt vor dieser Aufgabe. Unser Erfolgshunger ist sehr groß. Dafür werden wir das Letzte, das Allerletzte aus uns herausholen.“

Mit der texanischen Industriefamilie Ward im Hintergrund verfolgt Winward Racing einen längerfristigen Plan. „Wir suchen uns die stärksten Meisterschaften aus. Dazu zählt nun auch die DTM mit GT3-Rennwagen“, erläutert Hohenadel. Die DNA der DTM – ein Fahrer, ein Auto – stellt einen deutlichen Unterschied zu anderen GT3-Rennserien dar. „Mit zwei Fahrern auf einem Fahrzeug muss man immer Kompromisse eingehen. In der DTM konzentrieren wir uns auf einen Fahrer je Auto. Zudem steht in der DTM auch das Team mehr im Fokus, denn der Boxenstopp auf Zeit – also ohne Mindeststandzeit – fordert jedes Teammitglied. Es wird eine bunte, eine spannende Saison. Wir sind happy, dass wir dabei sind.“

Montaplast by Land-Motorsport schickt zweite „Mamba“ ins Rennen

  •  Audi R8 LMS erstmals im Mann-Filter-Look
  • Ex-Meister Christopher Haase fährt erneut für Team aus dem Westerwald
  • Luca-Sandro Trefz steigt aus ADAC GT4 Germany auf

Neuer Look: der Land-Audi R8 LMS im „Mamba-Design“
Foto: ADAC-Motorsport

Neuer Look von Montaplast by Land-Motorsport: Der Rennstall von Christian und Wolfgang Land startet im ADAC GT Masters zum ersten Mal mit einem knallgelben Audi R8 LMS. Pilotiert wird der Mittelsportwagen im „Schlangendesign“ des neuen Sponsors Mann-Filter von Audi-Sport-Fahrer Christopher Haase (33/Kulmbach) und Serienneuling Luca-Sandro Trefz (19/Wüstenrot). Das ADAC GT Masters feiert vom 14.–16. Mai in Oschersleben seinen Saisonauftakt. Alle Rennen werden live und in voller Länge vom neuen TV-Partner NITRO übertragen.

„Mann-Filter ist durch den Einsatz der Mamba ein etablierter Name in der Serie“, sagt Teamchef Wolfgang Land. „Der Auftritt ist professionell und durchdacht. Wir sind stolz, dass Mann-Filter Teil unseres Teams wird und besonders gespannt bin ich darauf, unseren Audi als Mamba zu sehen.“

Angeführt wird das Fahrerduo im Audi mit der Startnummer 28 vom erfahrenen Christopher Haase. Für den Ex-Champion ist es die dritte Saison im Team der Westerwälder. Haase ist zuversichtlich: „Mit Erfahrung und einer gesunden Portion Ehrgeiz am Steuer wollen wir diese vielversprechende Ausgangslage 2021 in Erfolge ummünzen.“

Mit Trefz greift zusätzlich ein junges Talent ins Steuer des R8 LMS. Der 19-Jährige zeigte sein Können bereits 2019 mit dem Pro-Am-Titelgewinn in der GT4 European Series. Nun gelingt dem Förderpiloten der ADAC Stiftung Sport der Sprung ins Cockpit beim ADAC GT Masters. „Seit ich 15 bin, bin ich ein Fan von Land-Motorsport“, sagt Trefz. „Ich freue mich sehr, zu dieser erfolgreichen Mannschaft zu gehören und darauf, das Steuer mit einem starken Teamkollegen zu teilen.“

Damit setzt Montaplast by Land-Motorsport auch beim zweiten Auto auf die Kombination aus einem ehemaligen ADAC GT Masters-Champion und einem talentierten Youngster. Bereits Mitte März gab die Mannschaft aus Niederdreisbach Christopher Mies (31/Heiligenhaus), den Meister von 2016, und Ricardo Feller (20/CH) als Piloten für das Schwesterfahrzeug bekannt. Mit dem Audi von Haase und Trefz starten erstmals Fahrzeuge von zwei Marken im Design von Mann-Filter. Zusätzlich setzt das Mann-Filter Team Landgraf – HTP WWR einen gelben Mercedes-AMG GT3 Evo ein.

Samstag, 27. März 2021

Patrick Sing startet im Hyundai i30 N TCR in der ADAC TCR Germany

  • Der 28-Jährige peilt gute Ergebnisse an
  • Sing: „Die Vorfreude ist groß, der Saisonstart kann kommen“

Sing: „Die Vorfreude ist groß“
Foto: ADAC-Motorsport

Patrick Sing (28, Crailsheim, RaceSing) startet in der ADAC TCR Germany durch. Der 28-Jährige, der bereits 2019 beim Saisontest und in Most dabei war, absolviert 2021 die gesamte Saison. Dabei setzt Sing auf den Hyundai i30 N TCR, in seinem Team sind zahlreiche Mitarbeiter des familieneigenen Autohauses aktiv.

Im Interview spricht Patrick Sing über die große Herausforderung in der ADAC TCR Germany, die Vorbereitungen auf die Saison und große Vorfreude. Und er verrät, mit welchem Ziel er 2021 startet.

Patrick, Du warst bereits 2019 bei der ADAC TCR Germany zu Gast. Wie groß ist nun die Vorfreude, eine ganze Saison zu absolvieren?

Patrick Sing: „Die Vorfreude ist sehr groß, ich bin motiviert und habe die Serie 2019 als sehr stark und interessant kennengelernt. Damals bin ich parallel in der KTM X-Bow-Serie gestartet, hatte einen Unfall und musste die Saison abbrechen. Jetzt bin ich wieder voll und ganz fit – der Saisonstart kann kommen.“

Wie läuft die Vorbereitung auf die Saison?

Sing: „Ich bin beim 24-h-Rennen in Dubai dabei gewesen, dort war ich mit Benjamin Leuchter (früherer ADAC TCR Germany-Pilot, d. Red.) in einem Team. Von ihm konnte ich sehr viel lernen. Wie er sich fokussiert, wie er in die Analyse geht, wie er vom Kopf da ist und wie man gemeinsam im Austausch noch Raum für Verbesserungen findet. Dazu bin ich körperlich wieder auf einem guten Niveau, kann ohne jede Einschränkung Joggen, Fußball und Volleyball spielen, meine Fitness trainieren.“

Mit welchen Zielen gehst Du in die Saison?

Sing: „Wir haben 2019 schon ein paar Tests gemacht und von anderen Serien kenne ich ja einige Strecken. Hockenheim, Red Bull Ring oder Nürburgring zum Beispiel. Mein Ziel ist schon, unter die besten Zehn oder besten Fünf zu kommen. Und vielleicht auch aufs Podium zu fahren. Ein Sieg wäre natürlich ein Traum – dann hätte ich auch Benni Leuchter etwas voraus.“

Du startest mit einem Hyundai i30 N TCR, warst in Dubai in einem Cupra unterwegs. Wie unterscheiden sich die Fahrzeuge und wie schätzt Du Dein Leistungsniveau ein?

Sing: „Einiges wird sich schon beim Vorsaisontest zeigen, ob ich was verlernt habe oder noch alles da ist. Der Hyundai ist ein anderes Rennauto als der Cupra, der ja auf der Basis der Straßenversion gebaut ist. Der Hyundai fühlt sich noch viel mehr als Rennauto an, er ist lauter, es vibriert und ist irgendwie deutlich intensiver.“

Wie bist Du zum Motorsport gekommen und wie sieht Dein Team in der ADAC TCR Germany aus?

Sing: „Ich habe keine ‚klassische Kart-Karriere‘ hinter mir, war aber schon immer motorsportbegeistert und bin mit meinen Freunden regelmäßig auf der Kartbahn unterwegs gewesen. Später bin ich in der KTM X-Bow Battle an den Start gegangen. Der Weg zur ADAC TCR Germany und speziell zum Hyundai war nicht so weit. Wir betreiben drei Autohäuser für Mazda und Hyundai. Nach Alzenau zu Hyundai ist es nicht weit. Mein Team besteht unter anderem aus Mechanikern, die bei uns in den Autohäusern arbeiten und dort mit ‚normalen‘ Straßenautos zu tun haben. Die Unterstützung innerhalb des Hauses ist groß, alle sind begeistert von der Idee und freuen sich, wenn es nun losgeht.“

Overdrive Racing steigt mit zwei Porsche in die ADAC GT4 Germany ein

  • Rennstall aus Bulgarien gibt Serien-Debüt
  • Team bezieht neue Basis in der Nähe von Würzburg
  • Alle vier Fahrer stehen bereits fest

Starkes Duo: Tano Neumann (vorne) und Joachim Bölting
Foto: ADAC-Motorsport

Neuzugang für die ADAC GT4 Germany: In der Saison 2021 stößt Overdrive Racing zum starken Feld der ADAC Rennserie. Der Rennstall aus Bulgarien wird zwei Porsche 718 Cayman GT4 an den Start bringen und befindet sich bereits inmitten intensiver Vorbereitungen auf die Saison. Overdrive Racing wurde 2018 vom bulgarischen Rennfahrer Georgi Donchev gegründet und war seitdem hauptsächlich in Porsche-Markenpokalen unterwegs. „Wir haben die ADAC GT4 Germany in den vergangenen beiden Jahren intensiv verfolgt und sind vom Konzept überzeugt. Deswegen können wir es gar nicht mehr abwarten, in der anstehenden Saison mit dabei zu sein“, erklärt Teammanager Aleksandar Tsvetkov.

Auch das Fahreraufgebot steht bei Overdrive Racing bereits fest. Einen Porsche teilen sich Pavel Lefterov (23/BUL) und Youngster Stefan Bostandjiev (16/BUL). „Wir möchten junge bulgarische Talente entwickeln und sie im Motorsport voran bringen. Daher freuen wir uns wirklich sehr, dass Stefan in unserem Fahrzeug antreten wird. Er ist Bulgare, wohnt jedoch in Großbritannien. Dort hat er bereits erste Motorsport-Erfahrungen gesammelt, beispielsweise im Kartsport. Pavel, der 2019 einen Klassensieg beim 24h Rennen auf dem Nürburgring geholt hatte, tritt als sein Coach auf und wird ihn auf allen Ebenen weiterentwickeln. Hierbei geht es nicht nur darum, schnell auf der Rennstrecke zu sein, sondern ihm auch alle anderen Qualitäten mitzugeben, sodass er ein professioneller Rennfahrer werden kann“, erläutert Teammanager Tsvetkov.

Den zweiten Porsche teilen sich Tano Neumann (46/BUL) und Joachim Bölting (54/Gelsenkirchen). Das Duo startete bereits 2020 erfolgreich in der ADAC GT4 Germany, trat dabei jedoch für ein anderes Team an. Mit starken Leistungen belegten sie Platz drei in der Abschlusstabelle der Trophy-Wertung. „Natürlich haben wir auch 2021 den Blick auf die Trophy-Wertung der ADAC GT4 Germany“, bestätigt Neumann. „Insgesamt konzentriere ich mich aber auf meine persönliche Performance. Ich möchte mich beispielsweise im Qualifying noch weiter verbessern und auch die Reifen noch besser verstehen lernen. Die ADAC GT4 Germany gefällt mir wirklich super. Die letzte Saison hat mir richtig viel Spaß gemacht. Das war eine riesige Erfahrung für mich. Das gesamte Feld besteht aus Fahrzeugen einer einzigen GT-Klasse, somit kann ich mich direkt mit der Konkurrenz messen. Darauf freue ich mich auch dieses Jahr wieder.“

Auch Teamkollege Joachim Bölting blickt mit Vorfreude auf die Rückkehr in die ADAC GT4 Germany. „Ich habe früher bereits das ADAC GT Masters im Fernsehen angeschaut. 2020 im Rahmenprogramm mit dabei gewesen zu sein, war wirklich eine tolle Sache“, so Bölting. „Mit Ziel ist es, Spaß am Motorsport zu haben. Besonders freue ich mich auf die Rennwochenenden in Zandvoort und am Red Bull Ring. In Zandvoort konnte ich auch schon das neue Layout ausprobieren. Die Strecke finde ich sehr spannend. Wir treten natürlich an, um in der Trophy-Wertung vorne mit dabei zu sein.“

Um für den Einsatz in der Saison 2021 bestens gerüstet zu sein, bezieht Overdrive Racing gerade eine neue Teambasis. Diese ist rund 25 Kilometer von Würzburg entfernt und somit zentral gelegen. „Wir werden die Fahrzeuge dort vorbereiten, da es keinen Sinn macht, sie nach jedem Rennen wieder nach Bulgarien zu senden“, nennt Teammanager Tsvetkov den Hintergrund für die Entscheidung. Mit Hinblick auf das Programm in der ADAC GT4 Germany hat Overdrive Racing im Winter bereits ein intensives Testprogramm unternommen. „Wir waren beispielsweise bereits für einen langen Zeitraum in Portimão. Danach sind wir in Misano und Monza unterwegs gewesen“, zählt Tsvetkov auf. „Nun wollen wir uns jedoch auf die Strecken konzentrieren, die 2021 im Kalender der ADAC GT4 Germany stehen. Deswegen möchten wir vor Saisonstart auch noch in Zandvoort testen. Das hat für uns große Priorität.“


Das neue Brüder-Duell der DTM: Kelvin und Sheldon van der Linde

  •  Start mit unterschiedlichen Marken: Kelvin im Audi, Sheldon im BMW
  •  In einer WG in Kempten: Miteinander leben, gegeneinander kämpfen
  •  Brüder in der DTM: Ralf und Michael Schumacher nie gegeneinander

Kelvin (l.) und Sheldon v.d. Linde starten 2021 in der DTM
Foto: Jens Hawrda

Ein neues Brüder-Duell sorgt für zusätzliche Würze: Die beiden Südafrikaner Kelvin und Sheldon van der Linde treten erstmals in der DTM gegeneinander an, und das mit verschiedenen Marken. Sheldon van der Linde (21) startet, wie das Team heute bekannt gab, in der DTM 2021 für das BMW-Team ROWE Racing, der knapp drei Jahre ältere Kelvin van der Linde für das Audi-Team ABT Sportsline. Während Kelvin als DTM-Rookie in die Saison geht, ist es für Sheldon bereit die dritte Saison. Er ist der jüngste DTM-Pilot, der eine Pole-Position eroberte, und seinen ersten Sieg erkämpfte er im vergangenen September im niederländischen Assen.

„Für uns beide ist es das Ziel, der jeweils beste Fahrer unserer Marke zu sein, also ich mit Audi und Sheldon mit BMW“, sagt Kelvin im Webportal DTM.com. Je nach Rennstrecke sieht Bruder Sheldon unterschiedliche Eigenschaften der GT3-Rennwagen als ausschlaggebend für die Erfolgschancen. „Es wird so sein, dass auf möglichst vielen Strecken zumindest einer von uns beiden immer vorne mit dabei ist.“ Während die beiden Brüder auf der Rennstrecke fair gegeneinander kämpfen wollen, gehen sie ansonsten weitgehend gemeinsam durchs Leben. Aus einer erfolgreiche, südafrikanischen Motorsport-Familie stammend, leben die beiden seit einigen Jahren als Wohngemeinschaft in Kempten im Allgäu und haben sich von Nachwuchsrennserien bis in die DTM vorgekämpft.

Kelvin und Sheldon van der Linde sind das erste Brüder-Paar seit Gerd und Jürgen Ruch, die Anfang der Neunziger auf Ford Mustang in der DTM gegeneinander antraten. Konkurrierende Brüderpaare gab es auch zu Beginn der DTM in den Achtzigern, wie beispielsweise die Zwillingsbrüder Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche mit Opel. Das berühmteste Brüderpaar in der DTM bildeten Michael und Ralf Schumacher, die aber nie gegeneinander antraten. Michael fuhr 1990 und 1991 sporadische Einsätze, Ralf war von 2008 bis 2012 ein permanenter DTM-Starter. Sogar zu dritt waren die Winkelhock-Brüder in der DTM aktiv, Manfred allerdings nur 1984, Thomas von 1990 bis 1992 sowie Joachim von 1986 bis 1992 und 2000 bis 2003.