Samstag, 27. März 2021

Patrick Sing startet im Hyundai i30 N TCR in der ADAC TCR Germany

  • Der 28-Jährige peilt gute Ergebnisse an
  • Sing: „Die Vorfreude ist groß, der Saisonstart kann kommen“

Sing: „Die Vorfreude ist groß“
Foto: ADAC-Motorsport

Patrick Sing (28, Crailsheim, RaceSing) startet in der ADAC TCR Germany durch. Der 28-Jährige, der bereits 2019 beim Saisontest und in Most dabei war, absolviert 2021 die gesamte Saison. Dabei setzt Sing auf den Hyundai i30 N TCR, in seinem Team sind zahlreiche Mitarbeiter des familieneigenen Autohauses aktiv.

Im Interview spricht Patrick Sing über die große Herausforderung in der ADAC TCR Germany, die Vorbereitungen auf die Saison und große Vorfreude. Und er verrät, mit welchem Ziel er 2021 startet.

Patrick, Du warst bereits 2019 bei der ADAC TCR Germany zu Gast. Wie groß ist nun die Vorfreude, eine ganze Saison zu absolvieren?

Patrick Sing: „Die Vorfreude ist sehr groß, ich bin motiviert und habe die Serie 2019 als sehr stark und interessant kennengelernt. Damals bin ich parallel in der KTM X-Bow-Serie gestartet, hatte einen Unfall und musste die Saison abbrechen. Jetzt bin ich wieder voll und ganz fit – der Saisonstart kann kommen.“

Wie läuft die Vorbereitung auf die Saison?

Sing: „Ich bin beim 24-h-Rennen in Dubai dabei gewesen, dort war ich mit Benjamin Leuchter (früherer ADAC TCR Germany-Pilot, d. Red.) in einem Team. Von ihm konnte ich sehr viel lernen. Wie er sich fokussiert, wie er in die Analyse geht, wie er vom Kopf da ist und wie man gemeinsam im Austausch noch Raum für Verbesserungen findet. Dazu bin ich körperlich wieder auf einem guten Niveau, kann ohne jede Einschränkung Joggen, Fußball und Volleyball spielen, meine Fitness trainieren.“

Mit welchen Zielen gehst Du in die Saison?

Sing: „Wir haben 2019 schon ein paar Tests gemacht und von anderen Serien kenne ich ja einige Strecken. Hockenheim, Red Bull Ring oder Nürburgring zum Beispiel. Mein Ziel ist schon, unter die besten Zehn oder besten Fünf zu kommen. Und vielleicht auch aufs Podium zu fahren. Ein Sieg wäre natürlich ein Traum – dann hätte ich auch Benni Leuchter etwas voraus.“

Du startest mit einem Hyundai i30 N TCR, warst in Dubai in einem Cupra unterwegs. Wie unterscheiden sich die Fahrzeuge und wie schätzt Du Dein Leistungsniveau ein?

Sing: „Einiges wird sich schon beim Vorsaisontest zeigen, ob ich was verlernt habe oder noch alles da ist. Der Hyundai ist ein anderes Rennauto als der Cupra, der ja auf der Basis der Straßenversion gebaut ist. Der Hyundai fühlt sich noch viel mehr als Rennauto an, er ist lauter, es vibriert und ist irgendwie deutlich intensiver.“

Wie bist Du zum Motorsport gekommen und wie sieht Dein Team in der ADAC TCR Germany aus?

Sing: „Ich habe keine ‚klassische Kart-Karriere‘ hinter mir, war aber schon immer motorsportbegeistert und bin mit meinen Freunden regelmäßig auf der Kartbahn unterwegs gewesen. Später bin ich in der KTM X-Bow Battle an den Start gegangen. Der Weg zur ADAC TCR Germany und speziell zum Hyundai war nicht so weit. Wir betreiben drei Autohäuser für Mazda und Hyundai. Nach Alzenau zu Hyundai ist es nicht weit. Mein Team besteht unter anderem aus Mechanikern, die bei uns in den Autohäusern arbeiten und dort mit ‚normalen‘ Straßenautos zu tun haben. Die Unterstützung innerhalb des Hauses ist groß, alle sind begeistert von der Idee und freuen sich, wenn es nun losgeht.“

Overdrive Racing steigt mit zwei Porsche in die ADAC GT4 Germany ein

  • Rennstall aus Bulgarien gibt Serien-Debüt
  • Team bezieht neue Basis in der Nähe von Würzburg
  • Alle vier Fahrer stehen bereits fest

Starkes Duo: Tano Neumann (vorne) und Joachim Bölting
Foto: ADAC-Motorsport

Neuzugang für die ADAC GT4 Germany: In der Saison 2021 stößt Overdrive Racing zum starken Feld der ADAC Rennserie. Der Rennstall aus Bulgarien wird zwei Porsche 718 Cayman GT4 an den Start bringen und befindet sich bereits inmitten intensiver Vorbereitungen auf die Saison. Overdrive Racing wurde 2018 vom bulgarischen Rennfahrer Georgi Donchev gegründet und war seitdem hauptsächlich in Porsche-Markenpokalen unterwegs. „Wir haben die ADAC GT4 Germany in den vergangenen beiden Jahren intensiv verfolgt und sind vom Konzept überzeugt. Deswegen können wir es gar nicht mehr abwarten, in der anstehenden Saison mit dabei zu sein“, erklärt Teammanager Aleksandar Tsvetkov.

Auch das Fahreraufgebot steht bei Overdrive Racing bereits fest. Einen Porsche teilen sich Pavel Lefterov (23/BUL) und Youngster Stefan Bostandjiev (16/BUL). „Wir möchten junge bulgarische Talente entwickeln und sie im Motorsport voran bringen. Daher freuen wir uns wirklich sehr, dass Stefan in unserem Fahrzeug antreten wird. Er ist Bulgare, wohnt jedoch in Großbritannien. Dort hat er bereits erste Motorsport-Erfahrungen gesammelt, beispielsweise im Kartsport. Pavel, der 2019 einen Klassensieg beim 24h Rennen auf dem Nürburgring geholt hatte, tritt als sein Coach auf und wird ihn auf allen Ebenen weiterentwickeln. Hierbei geht es nicht nur darum, schnell auf der Rennstrecke zu sein, sondern ihm auch alle anderen Qualitäten mitzugeben, sodass er ein professioneller Rennfahrer werden kann“, erläutert Teammanager Tsvetkov.

Den zweiten Porsche teilen sich Tano Neumann (46/BUL) und Joachim Bölting (54/Gelsenkirchen). Das Duo startete bereits 2020 erfolgreich in der ADAC GT4 Germany, trat dabei jedoch für ein anderes Team an. Mit starken Leistungen belegten sie Platz drei in der Abschlusstabelle der Trophy-Wertung. „Natürlich haben wir auch 2021 den Blick auf die Trophy-Wertung der ADAC GT4 Germany“, bestätigt Neumann. „Insgesamt konzentriere ich mich aber auf meine persönliche Performance. Ich möchte mich beispielsweise im Qualifying noch weiter verbessern und auch die Reifen noch besser verstehen lernen. Die ADAC GT4 Germany gefällt mir wirklich super. Die letzte Saison hat mir richtig viel Spaß gemacht. Das war eine riesige Erfahrung für mich. Das gesamte Feld besteht aus Fahrzeugen einer einzigen GT-Klasse, somit kann ich mich direkt mit der Konkurrenz messen. Darauf freue ich mich auch dieses Jahr wieder.“

Auch Teamkollege Joachim Bölting blickt mit Vorfreude auf die Rückkehr in die ADAC GT4 Germany. „Ich habe früher bereits das ADAC GT Masters im Fernsehen angeschaut. 2020 im Rahmenprogramm mit dabei gewesen zu sein, war wirklich eine tolle Sache“, so Bölting. „Mit Ziel ist es, Spaß am Motorsport zu haben. Besonders freue ich mich auf die Rennwochenenden in Zandvoort und am Red Bull Ring. In Zandvoort konnte ich auch schon das neue Layout ausprobieren. Die Strecke finde ich sehr spannend. Wir treten natürlich an, um in der Trophy-Wertung vorne mit dabei zu sein.“

Um für den Einsatz in der Saison 2021 bestens gerüstet zu sein, bezieht Overdrive Racing gerade eine neue Teambasis. Diese ist rund 25 Kilometer von Würzburg entfernt und somit zentral gelegen. „Wir werden die Fahrzeuge dort vorbereiten, da es keinen Sinn macht, sie nach jedem Rennen wieder nach Bulgarien zu senden“, nennt Teammanager Tsvetkov den Hintergrund für die Entscheidung. Mit Hinblick auf das Programm in der ADAC GT4 Germany hat Overdrive Racing im Winter bereits ein intensives Testprogramm unternommen. „Wir waren beispielsweise bereits für einen langen Zeitraum in Portimão. Danach sind wir in Misano und Monza unterwegs gewesen“, zählt Tsvetkov auf. „Nun wollen wir uns jedoch auf die Strecken konzentrieren, die 2021 im Kalender der ADAC GT4 Germany stehen. Deswegen möchten wir vor Saisonstart auch noch in Zandvoort testen. Das hat für uns große Priorität.“


Das neue Brüder-Duell der DTM: Kelvin und Sheldon van der Linde

  •  Start mit unterschiedlichen Marken: Kelvin im Audi, Sheldon im BMW
  •  In einer WG in Kempten: Miteinander leben, gegeneinander kämpfen
  •  Brüder in der DTM: Ralf und Michael Schumacher nie gegeneinander

Kelvin (l.) und Sheldon v.d. Linde starten 2021 in der DTM
Foto: Jens Hawrda

Ein neues Brüder-Duell sorgt für zusätzliche Würze: Die beiden Südafrikaner Kelvin und Sheldon van der Linde treten erstmals in der DTM gegeneinander an, und das mit verschiedenen Marken. Sheldon van der Linde (21) startet, wie das Team heute bekannt gab, in der DTM 2021 für das BMW-Team ROWE Racing, der knapp drei Jahre ältere Kelvin van der Linde für das Audi-Team ABT Sportsline. Während Kelvin als DTM-Rookie in die Saison geht, ist es für Sheldon bereit die dritte Saison. Er ist der jüngste DTM-Pilot, der eine Pole-Position eroberte, und seinen ersten Sieg erkämpfte er im vergangenen September im niederländischen Assen.

„Für uns beide ist es das Ziel, der jeweils beste Fahrer unserer Marke zu sein, also ich mit Audi und Sheldon mit BMW“, sagt Kelvin im Webportal DTM.com. Je nach Rennstrecke sieht Bruder Sheldon unterschiedliche Eigenschaften der GT3-Rennwagen als ausschlaggebend für die Erfolgschancen. „Es wird so sein, dass auf möglichst vielen Strecken zumindest einer von uns beiden immer vorne mit dabei ist.“ Während die beiden Brüder auf der Rennstrecke fair gegeneinander kämpfen wollen, gehen sie ansonsten weitgehend gemeinsam durchs Leben. Aus einer erfolgreiche, südafrikanischen Motorsport-Familie stammend, leben die beiden seit einigen Jahren als Wohngemeinschaft in Kempten im Allgäu und haben sich von Nachwuchsrennserien bis in die DTM vorgekämpft.

Kelvin und Sheldon van der Linde sind das erste Brüder-Paar seit Gerd und Jürgen Ruch, die Anfang der Neunziger auf Ford Mustang in der DTM gegeneinander antraten. Konkurrierende Brüderpaare gab es auch zu Beginn der DTM in den Achtzigern, wie beispielsweise die Zwillingsbrüder Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche mit Opel. Das berühmteste Brüderpaar in der DTM bildeten Michael und Ralf Schumacher, die aber nie gegeneinander antraten. Michael fuhr 1990 und 1991 sporadische Einsätze, Ralf war von 2008 bis 2012 ein permanenter DTM-Starter. Sogar zu dritt waren die Winkelhock-Brüder in der DTM aktiv, Manfred allerdings nur 1984, Thomas von 1990 bis 1992 sowie Joachim von 1986 bis 1992 und 2000 bis 2003.

Donnerstag, 25. März 2021

Porsche-Spezialisten im zweiten 911 GT3 R des Küs Team Bernhard

  •  Titelverteidiger und drei weitere Porsche-Asse starten für Timo Bernhard
  •  Küs Team Bernhard holt ehemaligen Crew Chief von René Rast an Bord

Foto: Jens Hawrda

Zwei junge Porsche-Spezialisten komplettieren das Küs Team Bernhard im ADAC GT Masters: Mit Jannes Fittje (21/Langenhain) und Porsche-Supercup-Vizemeister Dylan Pereira (23/LUX) setzt der Rennstall um den zweimaligen Le-Mans-Sieger und FIA-WEC-Weltmeister Timo Bernhard in der Deutschen GT-Meisterschaft auf junge Talente, die bereits über viel Erfahrung mit dem „Elfer“ verfügen. Das ADAC GT Masters startet vom 14. bis 16. Mai in der Motorsport Arena Oschersleben in die neue Saison. Der frei empfangbare TV-Sender NITRO überträgt alle 14 Rennen live und in voller Länge.

„Ich finde es superspannend, dass wir mit unserer Nummer 74 ein richtiges ,Juniorauto‘ mit zwei vielversprechenden Talenten an den Start bringen werden“, sagt Teamchef Timo Bernhard, dessen Rennstall mit ADAC GT Masters-Titelverteidiger Christian Engelhart (34/Starnberg) und Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (22/A) bereits ein starkes erstes Fahrerduo bekannt gegeben hatte. „Bei Jannes haben wir in der vergangenen Saison eine tolle Entwicklung gesehen. Mit Platz fünf im verregneten Qualifying am Lausitzring hat er unter schwierigsten Bedingungen gezeigt, was er kann, und da kommt noch mehr. Mit Dylan haben wir einen absoluten Jungstar, der in den Porsche-Markenpokalen sehr, sehr starke Leistungen gezeigt hat, auch von ihm verspreche ich mir sehr viel. Mir gefällt die Homogenität in unserer Truppe, auch auf der fahrerischen Seite, zumal wir auf Teamplay sehr großen Wert legen.“

Für Jannes Fittje ist es die zweite Saison im ADAC GT Masters. 2020 verpasste er als Zweiter nur knapp den Gewinn der Pirelli-Junior-Wertung. Der ehemalige Förderpilot der ADAC Stiftung Sport hatte bereits davor Erfahrungen mit dem Porsche 911 gesammelt: Seine erste Saison im „Elfer“ bestritt er im Porsche Carrera Cup Deutschland, der auch in diesem Jahr fünf Mal im Rahmen der Deutschen GT-Meisterschaft antritt. „Ich denke, es ist sehr wichtig, auch ein zweites Jahr im selben Team zu fahren und die gute Zusammenarbeit fortsetzen zu können“, sagt Fittje. „Jetzt können wir all die Dinge, die wir in der vergangenen Saison zusammen erreicht und erarbeitet haben, noch mal verbessern und noch effektiver umsetzen, um dann auch das eine oder andere richtig gute Resultat einzufahren. Wir haben auch in diesem Jahr wieder ein sehr gutes Line-up, mit dem wir erfolgreich sein können. Ich denke, dass wir auf jeden Fall um den Junior-Titel kämpfen werden. Ich freue mich auf den ersten Test. So langsam ist es ja kaum noch auszuhalten, nicht zu fahren. Es kann gar nicht früh genug losgehen.“

Partner Dylan Pereira hat sich in den vergangenen Jahren im Porsche-Markenpokal einen Namen gemacht. Der Luxemburger startete mehrere Saisons im Porsche Carrera Cup und im Porsche Supercup. 2020 wurde er dort jeweils Gesamtzweiter. „Ich bin sehr froh, dass ich im ADAC GT Masters mitfahren kann“, freut sich Pereira. „Toll ist natürlich, dass ich beim Küs Team Bernhard einsteigen kann, der Mannschaft von Porsche-Legende Timo Bernhard. Ich denke, wir werden gut zusammenarbeiten. Ich hoffe, dass wir zusammen erfolgreich sein werden und um Siege, am besten um den Titel, mitkämpfen können.“

Mit Max Messidat hat das Team Bernhard zudem einen erfahrenen Crewchief verpflichtet. Er kümmert sich als Koordinator um alle Programme und Fahrzeuge, die vom Team eingesetzt werden. Messidat kommt aus der DTM, wo er das Auto von René Rast betreute, mit dem dieser 2017, 2019 und 2020 den Titel gewann.
    

Offene Rechnung: ABT Sportsline geht auf DTM-Titeljagd

  •  Thomas Biermaier und Hans-Jürgen Abt im Gespräch mit DTM.com
  •  Kemptener Traditionsteam über Erfolge und Vorbereitungen für DTM-Saison 2021
  •  ABT erwartet einen neuen Geist und große Fannähe

Thomas Biermaier und Hans-Jürgen Abt von ABT Sportsline (l-r) © DTM

Mit fünf Titeln und 67 Siegen zählt ABT Sportsline zu den erfolgreichsten Teams der DTM. Doch die traditionsreiche Mannschaft um Hans-Jürgen Abt und Thomas Biermaier aus Kempten im Allgäu hat noch eine Rechnung offen. Deshalb zählte ABT auch zu den Ersten, die sich für die Saison 2021 eingeschrieben haben. Auch wenn es bis zum Saisonauftakt Mitte Juni in Monza noch eine Weile hin ist, läuft die „Operation Titel“ auf Hochtouren. Zwei brandneue Audi R8 LMS stehen in der Werkstatt, die Mannschaft trainiert bereits eifrig für die Boxenstopps. In Kürze werden die Fahrer benannt und das Team rückt auch zu den ersten Testfahrten aus.
 
„Wir treten an, um zu gewinnen – Rennen und die Meisterschaft“, sagt Geschäftsführer und Sportdirektor Thomas Biermaier im Gespräch mit DTM.com. „Zuletzt hat uns ein gewisser Herr den Titel dreimal knapp weggeschnappt“, ergänzt der 43-Jährige mit Augenzwinkern und meint damit den mehrfachen DTM-Champion René Rast. Der Stachel sitzt offenbar tief, denn schließlich gelang der letzte der fünf Titel 2009. Je zweimal eroberten Mattias Ekström und Timo Scheider, einmal Laurent Aiello die Meistertrophäe.
 
Zwei Jahrzehnte erfolgreich in der DTM – Anfänge ohne Motor und mit Bierkiste
 
Die DTM 2021 ist ein offener Wettstreit zwischen Teams und Fahrern mit unterschiedlichen GT3-Rennwagen, unter anderem von Audi, BMW, Ferrari, McLaren und Mercedes-AMG. „Wir erwarten eine sehr starke Konkurrenz, und genau diese Herausforderung lieben wir“, so Biermaier. Der geschäftsführende Gesellschafter Hans-Jürgen Abt sagt: „Bei allen motorsportlichen Aktivitäten wird die DTM immer einen besonderen Stellenwert für ABT Sportsline haben. Wir waren 2000 mit unserem Abt-Audi TT-R Gründungsmitglied der neuen DTM. Ich bin stolz darauf, dass es uns zwei Jahrzehnte lang gelungen ist, auf und neben der Rennstrecke Highlights zu setzen. Deshalb wollen wir auch in Zukunft Teil der DTM-Familie sein.“
 
2000, das Jahr der Wiedergeburt der DTM mit Opel und Mercedes, wagte ABT mit dem in Eigenregie entwickelten Abt-Audi TT-R den Einstieg. Als damals die ersten Bewegtbilder vom Auto entstanden, rollte der TT-R einen Hügel hinunter und Fahrer Christian Abt saß auf einer Bierkiste – einen Motor und einen Fahrersitz gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch nach nur 100 Tagen stand das ehrgeizige Projekt beim ersten Rennen am Start, 2001 folgte am Nürburgring der erste Sieg und 2002 in Zandvoort der erste Titelgewinn durch Aiello. „Die Zieldurchfahrt damals in Zandvoort war unglaublich, ein Moment, den wir niemals vergessen werden“, spricht Hans-Jürgen Abt über diesen speziellen motorsportlichen Höhepunkt in der 125-jährigen Firmengeschichte.
 
Fahrer-Vorstellung und erste Testfahrten im März
 
Dieser Pioniergeist von damals treibt ABT Sportsline noch heute, genauso wie der familiäre Charakter des Teams und die bayerische Mia-san-mia-Mentalität. Mit einer Mannschaft, die über Jahre fast unverändert geblieben ist, wird die Saison 2021 längst akribisch vorbereitet. „Unsere eingespielte Truppe ist ein Vorteil“, bekräftigt Biermaier. Auch den Audi R8 LMS kennt ABT von GT3-Einsätzen seit Jahren. „Das Auto hat vier Ringe – die stehen für Qualität und Zuverlässigkeit, für viele Siege und Titel“, sagt Biermaier. Auch die Fahrer, die in Kürze vorgestellt werden, bringen eine doppelte Portion Erfahrung mit, aus der DTM und aus dem GT3-Cockpit. „Wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Paket geschnürt haben. Das werden wir in der DTM auch brauchen“, sagt er.
 
Längst tüfteln die Ingenieure an den Abstimmungen für die acht Rennstrecken im Kalender. Mit den beiden Audi R8 LMS stehen neben den beiden offiziellen Vor-Saison-Tests im April in Hockenheim und im Mai auf dem Lausitzring weitere Testtage auf dem Programm. Und seit geraumer Zeit läuft auch das Mannschaftstraining für die Boxenstopps, die auch in der DTM 2021 als Performance-Element ausgelegt sind. Bei einem Reifenwechsel gegen die Uhr kommt es auf jeden Mechaniker an. „Es gibt bei uns regelmäßige Sportstunden für die Fitness, und wir trainieren immer wieder am Rennauto, denn jeder Handgriff muss sitzen“, stellt Biermaier klar.
 
ABT Sportsline erwartet größere Offenheit der Teams und mehr Fannähe
 
Für ABT Sportsline ist die DTM nicht nur eine Wettkampfbühne, sondern auch ein Marketinginstrument. „Der Kern der DTM-Austragungsorte passt perfekt zu unserem Geschäft als Autoveredler. Wir sind weltweit vertreten, aber vor allem in Deutschland, den Niederlanden und in Österreich stark. Auch in Italien, in Mailand, haben wir einen großen Partner“, so Biermaier. „Für unsere Kunden und Partner ist die DTM eine exzellente Erlebnis-Plattform. Das ist für uns genauso wichtig wie die internationale Fernsehvermarktung mit einem so starken Partner wie SAT.1.“
 
Die ABT-Truppe freut sich besonders auf den Norisring, das Heimspiel in Nürnberg. „Wir hoffen natürlich auf volle Tribünen, damit alle die DTM wieder hautnah erleben können“, so Biermaier. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die DTM einen neuen Geist erleben wird, der auch von den Teams ausgeht. Es wird eine offene, buntgemischte DTM mit großer Fannähe und voller Emotionen. Als Team wollen wir mit unseren Fahrern so offen sein wie nur möglich.“ Weiter stellt er klar: „Die Fans sollen viel Spaß mit der DTM haben, aber wir als Team wollen auch Spaß haben.“ Bei ABT weiß man sehr genau, dass Siege und Titel am meisten Spaß machen.