Montag, 9. November 2020

Knallhartes Titelduell in der DTM: Sieger Müller verschiebt Entscheidung auf Sonntag

  • Herausforderer Nico Müller und Titelverteidiger René Rast liefern sich offenen   Schlagabtausch
  • Aberdein als Fünfter bester BMW-Pilot, Kubica in den Punkten
  • Entscheidung im letzten Saisonrennen am Sonntag ab 13:30 Uhr – live auf SAT.1


Nico Müller (Audi) siegt und hält den Titelkampf offen
Foto: dtm.com


Knallhartes Titelduell in der DTM: René Rast und Nico Müller schenkten sich nichts, lieferten sich im 15. und vorletzten Saisonrennen in Hockenheim einen nervenaufreibenden Zweikampf um den Sieg – letztlich setzte sich Müller hauchdünn gegen Rast durch, verkürzte den Punkterückstand auf 13 Zähler. Hochspannung also bis zum allerletzten Saisonrennen am Sonntag (Start: 13:30 Uhr, SAT.1 live ab 13:00 Uhr)! Die Situation: Rast führt mit nun 325 Punkten vor Müller mit 312 Zählern, kann im letzten Rennen aus eigener Kraft Meister werden und seinen Titel verteidigen. Während Jamie Green (GBR) und Loïc Duval (FRA) mit den Plätzen drei und vier Audi einen Vierfacherfolg bescherten, war der Südafrikaner Jonathan Aberdein als Fünfter bester BMW-Pilot. Mit Rang sieben hat sich der Niederländer Robin Frijns (Audi) endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet.


Zweikampf vom Start bis ins Ziel: Mehrere Führungswechsel, mehrere Kontakte

Rast versus Müller – das Duell prägte den gesamtebn Samstag. Rast eroberte am kühlen Morgen seine sechste Pole-Position, Müller war nur unwesentlich langsamer und stellte seinen weiß-grünen Audi neben das rot-weiße Pendant von Rast in die erste Startreihe. Heiß wurde es dann im Rennen. Beide Kontrahenten schenkten sich nichts, lieferten sich über die gesamte Distanz einen erbitterten Zweikampf, teils mit Haken und Ösen. Müller gewann beim Start den Sprint zur ersten Kurve, war neben Rast – und beide Audi berührten sich zweimal, so dass Rast ausweichen musste und Müller sich an die Spitze setze. Mehrfach wechselte die Führung durch taktisch klug ausgeführte Manöver, aber auch mit der weiteren Berührungen. Das Duell wurde hart geführ, aber letztlich fair.

Zwischenzeitlich schien es, als wenn Jamie Green Rast, seinem Teamkollegen aus dem Audi Sport Team Rosberg, zur Hilfe eilen könnte, immerhin schloss er zur Spitze auf. Nach dem Pflichtstopp zum Reifenwechsel fiel Rast kurzzeitig auf Platz vier zurück, doch der 34-Jährige kämpfte sich eigenständig bis ans Müller-Heck zurück. Rast wollte alles in die letzte Runde legen, doch er verpasste die Anzeige der letzten Runde – und dann kam auch schon die Zielflagge, ohne das Rast die geplante Attacke durchführen konnte, was den Mindener nicht nur überraschte, sondern auch ärgerte. Müller, Rast und Green überquerten die Ziellinie innerhalb einer Sekunde.

Zwei Restarts nach Safety-Car-Phasen ohne Überraschungen

Zweimal musste das Safety-Car ausrücken. Gleich beim Start berührten sich Marco Wittmann (GER, BMW) sowie Robert Kubica (POL, BMW) und Harrison Newey (GBR, Audi) – für Wittmann und Newey endete das Rennen bereits in Kurve eins. Später verabschiedete sich noch Timo Glock (GER, BMW) ins Kiesbett, abermals musste das Safety-Car ausrücken. Für die Restarts rückte das Feld wieder dicht zusammen in die obligatorische Indy-Formation, Überraschungen blieben aber aus.

Stimmen – 1. Rennen, Hockenheim

Nico Müller, Audi , Sieger

„Das war ein spektakuläres Rennen! Ich wusste, es wird eng. Mein Team hat bei diesem Sieg eine wichtige Rolle gespielt, der Boxenstopp und die Strategie waren perfekt. Ich habe Push-to-pass und DRS gut eingesetzt, aber die Situation hätte sich auch jeder Zeit schnell ändern können. Das Ergebnis ist perfekt, ich habe sieben Punkte aufgeholt – und am Sonntag kann alles passieren."

René Rast, Audi, 2. Platz

„Ich habe immer noch 13 Punkte Vorsprung, insofern ist auch nach diesem Rennen noch alles intakt. Das ist die Hauptsache. Am Ende habe ich die Runden runtergezählt, wollte in der allerletzten Runde die entscheidende Attacke starten. Vier, drei, zwei – und dann kam schon die Zielflagge. Ich war verwundert. Ich war deswegen auch bei der Rennleitung, aber sie haben mir erklärt, dass die Rundenanzeige automatisch erfolgt, wenn der Führende die Ziellinie überquert. Ich war wohl zu nah dran und habe die Anzeige der letzten Runde nicht gesehen. Immerhin: Meine Pace war gut, und am Sonntag reicht mir ein Platz auf dem Podium zum Titelgewinn."

Jamie Green, Audi, 3. Platz

„Es ist immer wieder schön, auf dem Podium zu sein. Zum letzten Mal war dies beim Saisonstart der Fall. Ich hatte über weite Strecken einen Logenplatz und konnte das Duell zwischen René Rast und Nico Müller aus nächster Nähe beobachten. Ich wollte die Party der beiden auf keinen Fall crashen. Ich habe eigentlich nur auf den Abstand nach hinten geachtet.“

Ergebnis – 1. Rennen, Hockenheim

01. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 36 Runden in 1:01.11,045 Stunden
02. Rene Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 0,622 Minuten
03. Jamie Green (GBR), Audi RS 5 DTM, + 1,033 Min.
04. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 4,960 MIn.
05. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 6,580 Min.
06. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 6,611 Min.
07. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 6,727 Min.
08. Robert Kubica (POL), BMW M4 DTM, + 8,668 Min.
09. Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, + 9,025 Min.
10. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 11,056 Min.

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.30,487 Min.
Pole-Position: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.28,405 Min.
Wetter: 11°C, sonnig
Strecke:19°C, trocken

Titelkampf noch spannender: Porsche-Duo Ammermüller/Engelhart holt sich Sieg und Tabellenführung in Oschersleben

  •  Dritter Saisontriumph für SSR-Performance-Piloten
  •  Sieben Fahrer vor Abschlussrennen mit Titelchancen
  •  Auch Teamwertung und Pirelli-Junior-Wertung noch nicht entschieden

Start-Ziel-Sieg: Michael Ammermüller und Christian Engelhart
Foto: ADAC-Motorsport


Pole-Position, Start-Ziel-Sieg und schnellste Rennrunde: Mit einer starken Leistung im vorletzten Saisonrennen in Oschersleben untermauerten Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg, beide SSR Performance) ihre Ansprüche auf den Titel im ADAC GT Masters. Mit seinem dritten Saisontriumph übernahm das Porsche-Duo vor dem Finalrennen am Sonntag die Tabellenführung in der "Liga der Supersportwagen". Platz zwei sicherten sich Luca Stolz (25/Brachbach) und Maro Engel (35/Monte Carlo, beide Toksport WRT) im Mercedes-AMG GT3 und bleiben damit im Titelrennen, Dritte wurden die Mercedes-AMG-Markenkollegen Philip Ellis (28/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward). Mit den Titelverteidigern Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) im Audi und Porsche-Fahrer Robert Renauer (35/Vierkirchen, Precote Herberth Motorsport) haben noch drei weitere Fahrer am Sonntag (live ab 13.00 Uhr in SPORT1) Titelchancen. Die Titelkontrahenten sind nur durch zwölf Punkte getrennt. "Heute ist uns ein perfektes Rennen gelungen", jubelte Sieger Ammermüller im Ziel. "Unser Porsche war heute einfach super. Dank der heutigen Leistung können wir zuversichtlich in das morgige Rennen gehen." 

 
Ammermüller bleibt vorn
 
Pole-Setter Ammermüller behauptete beim Start seine Spitzenposition, während dahinter Luca Stolz am ebenfalls aus der ersten Reihe gestarteten Audi von Max Hofer vorbei auf Platz zwei zog. Ammermüller setzte sich in der Folge leicht ab. Nach zwölf Runden betrug sein Vorsprung knapp 1,2 Sekunden, als das Rennen nach einer Kollision zwischen den Audi-Piloten Niels Langeveld (32/NL, T3-HRT-Motorsport) und Nikolaj Rogivue (24/CH, Aust Motorsport) für rund 20 Minuten unterbrochen wurde. Nach den Restart fuhr Ammermüller auf Verfolger Stolz wieder einen Vorsprung heraus. Als die beiden Spitzenreiter in der 22. Runde zu ihren Pflichtboxenstopps hereinkamen, lag der Porsche-Pilot mehr als zwei Sekunden vor seinem engsten Verfolger. Ammermüllers Teamkollege Engelhart blieb auch nach dem Fahrerwechsel vorn und behaupte die Führung bis ins Ziel. Auch eine kurze Safety-Car-Phase zur Bergung des Mercedes-AMG von Dorian Boccolacci (22/F, Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) brachte den Porsche-Piloten nicht aus der Ruhe. Mit 3,887 Sekunden Vorsprung sah er schließlich als erster die Zielflagge. Für das Siegerduo war es der dritte Saisontriumph. Mit nun 168 Punkten übernehmen Ammermüller und Engelhart vor dem abschließenden Rennen am Sonntag die Tabellenführung. Für Ammermüller war es der insgesamt fünfte Sieg in der "Liga der Supersportwagen", für Partner Engelhart bereits der 15.
 
Mit Maro Engel und Luca Stolz fuhren zwei weitere Titelkandidaten als Zweite auf das Podium. Die Toksport-WRT-Piloten sind nun Gesamtdritte und haben bei 25 noch zu vergebenen Punkten zwölf Punkte Rückstand zur Tabellenspitze. Ihre Mercedes-AMG-Markenkollegen Philip Ellis (28/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) kamen nur 0,6 Sekunden dahinter als Dritte ins Ziel und holten ihren ersten Podestplatz der Saison.
 
Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (33/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport) gingen von Platz zwei ins Rennen und lagen bis zum Fahrerwechsel auf dem dritten Rang. Beim Stopp verloren sie eine weitere Position und mussten sich am Ende mit Platz vier zufriedengeben. Mit den Plätzen fünf und sechs wahrten Porsche-Pilot Robert Renauer (35/Vierkirchen, Precote Herberth Motorsport), der sich in Oschersleben das Auto mit Mathieu Jaminet (26/F) teilt, sowie die Titelverteidiger Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) ihren Chancen auf die Meisterschaft. Renauer hat nun 156 Punkte auf seinem Konto, die Audi Sport-Piloten 160 Zähler.
 
Ricardo Feller (20/CH) und Stefan Mücke (38/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) kamen in einem weitern R8 LMS auf den siebten Rang. Feller sicherte sich damit auch den Rennsieg in der Pirelli-Junior-Wertung. Tabellenführer in der Nachwuchswertung bleibt Lamborghini-Fahrer Tim Zimmermann (24/Langenargen, GRT Grasser Racing Team), der den fünften Klassenrang holte.
 
Klaus Bachler (29/A) und Simona De Silvestro (32/CH, beide Küs Team75 Bernhard) wurden in ihrem Porsche Achte vor Alfred Renauer (35/Jedenhofen) und Sebastian Asch (34/Ammerbuch, beide Precote Herberth Motorsport) in einem weiteren Elfer. Die Top 10 komplettierten die Mercedes-AMG-Fahrer Indy Dontje (27/NL) und Maximilian Götz (34/Uffenheim, beide Mann-Filter-Team HTP-Winward).
 
Den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung holte sich zum fünften Mal in dieser Saison Audi-Fahrer Rolf Ineichen (42/CH, Team WRT).
 
 
Stimmen der Sieger:
 
Michael Ammermüller (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R):
"Wir hatten ein super Auto und schon im Qualifying eine gute Strategie gewählt. Im Rennen selbst hatte ich dann einen guten Start, konnte die Pole-Position verteidigen und gut pushen. Nach dem Restart waren die Bedingungen auf der Strecke schwierig, es gab viele rutschige Passagen. In einem gelungenen Boxenstopp konnte ich dann an Christian übergeben."
 
Christian Engelhart (SSR Performance, Porsche 911 GT3 R):
"Michael hat im Qualifying und in der ersten Rennhälfte klasse Vorarbeit geleistet. Als ich das Fahrzeug übernommen habe, hatte ich sogar etwas Luft nach hinten. Während des Rennens gab es einige Zwischenfälle, die Strecke war an vielen Stellen sehr rutschig. Hier musste ich in meinen ersten Runden zunächst das Limit finden. Dann konnte ich das Rennen nach Hause fahren. In den Finallauf können wir mit viel Selbstbewusstsein gehen, wir sind gut vorbereitet und haben ein gutes Auto. Für das morgige Rennen haben wir gute Chancen."


Samstag, 7. November 2020

Buri siegt und übernimmt vor dem Finale Tabellenführung

  • Der Hyundai-Pilot hat sieben Punkte Vorsprung auf Verfolger Proczyk
  • Marcel Fugel sichert sich den Titel in der Honda Junior Challenge
  • Titelentscheidung fällt im letzten Saisonrennen am Sonntagvormittag

Souveräner Start-Ziel-Sieg für den finnischen Hyundai-Fahrer
Foto: ADAC-Motorsport

Nervenstark und fehlerfrei an die Tabellenspitze: Antti Buri (31, Finnland, Hyundai Team Engstler) hat das Samstagsrennen der ADAC TCR Germany beim Finale in Oschersleben gewonnen und die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Der finnische Hyundai i30 N TCR-Fahrer feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg vor Gaststarter Tiago Monteiro (44, Portugal, Honda ADAC Sachsen) und Dominik Fugel (23, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR. Der bisherige Tabellenführer Harald Proczyk (44, Österreich, HP Racing International) musste sich mit dem sechsten Platz begnügen und rutschte auf Platz zwei der Tabelle ab.

Dafür durfte Marcel Fugel (20, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) umso mehr jubeln. Der 20-Jährige sicherte sich mit seinem fünften Platz vorzeitig den Titel in der Honda Junior Challenge. Mit nun 93 Punkten auf dem Konto kann er nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängt werden. Sein Lohn für eine starke Saison: Ein neuer Honda Civic.

Auch Antti Buri war glücklich über seinen vierten Saisonsieg. "Es war sehr intensiv, mit das härteste Rennen der Saison. Tiago war die ganze Zeit da und hat Druck gemacht. Ich konnte meinen Vorsprung zwar behaupten, aber dafür musste ich auch die ganze Zeit über pushen", sagte der 31-Jährige, der nun 233 Punkte auf dem Konto hat und somit als Favorit ins letzte Saisonrennen am Sonntag (10.25 Uhr) geht: "Ich muss morgen noch einmal alles geben. Maximale Attacke, wie man bei uns in Finnland sagt." Harald Proczyk folgt mit 226 Zählern vor Dominik Fugel, der 218 Punkte aufweist und ebenfalls noch Meisterschaftschancen hat.

Bei sehr guten äußeren Bedingungen mit Sonnenschein erwischte Buri einen guten Start. Eingangs der ersten Kurve setzte ihn zwar Gaststarter Monteiro unter Druck, doch Buri blieb vorne und fuhr sich schnell ein Polster auf seine Verfolger heraus. Auch Dominik Fugel behauptete seinen dritten Platz - Harald Proczyk dagegen fiel auf den ersten Metern vom vierten bis auf den sechsten Platz zurück. Unmittelbar vor dem Österreicher tauchte Marcel Fugel im Honda Civic TCR auf, davor platzierte sich Dziugas Tovilavicius (28, Litauen, Skuba Racing Team) im VW Golf GTI TCR.

Als sich das Feld gerade sortiert hatte, wurde es bereits wieder eingebremst: Gaststarter Luca Engstler (20, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) rutschte mit dem VIP Auto in den Kies, weshalb das Safety Car auf die Strecke kam. Buri blieb jedoch auch beim Restart souverän und in Führung. Dahinter folgten die beiden Honda-Fahrer Monteiro und Fugel. Das Spitzentrio setzte sich schnell ab und zog davon.

Dahinter ging es dagegen eng zu. Vierter blieb Tovilavicius, der ein starkes und fehlerfreies Rennen fuhr. Proczyk bemühte sich nach Kräften, den vor ihm fahrenden Marcel Fugel zu überholen. Doch entweder kam der Routinier nicht nah genug heran, um zu einem Überholmanöver anzusetzen - oder der Junior wehrte die Attacke ab.

In der Schlussphase des Rennens musste Proczyk etwas abreißen lassen, dadurch entwickelte sich noch ein spannendes Duell zwischen Marcel Fugel und Dziugas Tovilavicius um den vierten Platz, das der litauische VW-Pilot für sich entschied.

Proczyk wurde als Sechster vor seinem Teamkollegen Jan Seyffert (22, Stuttgart, HP Racing International) gewertet. Rang acht ging an Junior Nico Gruber (19, Österreich, Hyundai Team Engstler), dahinter folgten René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) und Albert Legutko (20, Polen, Albert Legutko Racing) im Honda.

Die Meisterschaftsentscheidung in der fünften Saison der ADAC TCR Germany fällt am Sonntag ab 10.25 Uhr. Antti Buri geht vom achten Platz aus ins Rennen, Dominik Fugel als Fünfter und Harald Proczyk als Vierter. Von der Pole Position startet René Kircher vor Marcel Fugel und Dziugas Tovilavicius. Die beiden Gaststarter Monteiro und Engstler, die sonst in der WTCR aktiv sind, starten von den Plätzen sieben und elf.

Freitag, 6. November 2020

DTM treibt vollelektrische Rennserie weiter voran

  • DTM Electric als eine innovative Säule der DTM-Plattform
  • Präsentation eines Demonstrationsfahrzeuges beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim
  • Schaeffler künftig Serien- und Innovationspartner der DTM

Demonstrationsfahrzeug DTM Electric
Foto: dtm.com

Ein Jahr nach der Vorstellung des Visionsfilms zu einer vollelektrischen Rennsportserie präsentiert die DTM beim Saisonfinale 2020 in Hockenheim ein erstes Demonstrationsfahrzeug zur neuen Rennserie DTM Electric. Die Entwicklung des E-Fahrzeugs erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der DTM-Dachorganisation ITR und dem renommierten Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler, der Serien- und Innovationspartner der DTM wird. Gemeinsam zeigen die Partner wie die Zukunft des Motorsports auch aussehen kann: Sie ist grün, hoch performant und elektrisch. Ziel ist es, künftig neben der erfolgreichen DTM, die 2021 mit adaptiertem technischen Reglement startet, zusätzlich eine Elektroserie auf der Plattform zu etablieren, die elektrischen Motorsport auf das nächste Level hebt. Bereits im kommenden Jahr soll im nächsten Schritt ein DTM Electric Prototyp entwickelt werden.

Das Demonstrationsfahrzeug, das zum diesjährigen DTM-Finale auf dem Hockenheimring erstmals zum Einsatz kommt, wird bei seiner „Jungfernfahrt“ im Motodrom von Formel-E-Fahrer Daniel Abt, den Ex-DTM-Champions Hans-Joachim Stuck und Timo Scheider sowie Schaeffler-Markenbotschafterin Sophia Flörsch gesteuert. Mit seinen über 1.000 PS Leistung bewegt sich das E-Auto auf Performance-Niveau der Formel 1. Es verfügt über batterieelektrische Antriebe sowie die bereits im Motorsport erprobte Steer-by-wire-Technologie Space Drive von Schaeffler (eine elektronische Lenkung, die ohne herkömmliche mechanische Lenkung auskommt) und eine flüssigkeitsgekühlte Hochvoltbatterie. Als Technologieträger für die DTM Electric vereint das Demonstrationsfahrzeug bereits alle Kernelemente des künftigen Prototyps. Die Gestaltung der Karosserie (entworfen von moodley und Ideenion) ist auch ein möglicher Vorbote auf das, was zukünftig nicht nur im Rennsport, sondern auch auf der Straße zu sehen sein wird. Statt des typischen Rennwagen-Designs wurde auf ein puristisches Design gesetzt.

2023 könnte die DTM Electric erstmals an den Start gehen. Sie ist als eigenständige Serie konzipiert, die künftig neben DTM, DTM Trophy, DTM Classic und DTM Esports eine der fünf Säulen der DTM-Plattform bildet. Die DTM Electric soll Technologie, Innovation und Hochleistung in einem ansprechenden Motorsportformat vereinen, bei dem zukünftige Elektro-Serienfahrzeuge von Herstellern oder Mobilitätsanbietern publikumswirksam zum Einsatz kommen. Sie verspricht spektakulären Rennsport mit leistungsstarken, effizienten und schnellen Autos, einem kosteneffizienten, modularen Konzept und Sicherheit auf höchstem Niveau. Der Plan umfasst Sprintrennen mit einer Dauer von rund 30 Minuten und die Möglichkeit automatisierter Batteriewechsel während des Pflicht-Boxenstopps.

DTM-Chef Gerhard Berger: „Gemeinsam mit Schaeffler, unserem ersten strategischen Partner, mit dem wir künftig kooperieren, wollen wir die DTM-Plattform in eine erfolgreiche Zukunft führen. Unser Ziel ist es, in der DTM Electric nicht nur den neuesten Stand der Technik zu zeigen, sondern auch zentrale Innovationen auf die Rennstrecke zu bringen, die spektakuläres Racing ermöglichen. So wollen wir auch die klassischen Motosportfans für Zukunftstechnologien gewinnen und sie mit attraktivem Rennsport begeistern.“

„Wir freuen uns auf die Partnerschaft“, sagt Matthias Zink, Vorstand Automotive Technologies bei Schaeffler. „Unsere innovativen E-Antriebstechnologien sorgen bereits seit 2014 in der Formel E für Siege und kommen mittlerweile auch in Serienfahrzeugen zum Einsatz. Die Partnerschaft mit der DTM und in der vollelektrischen Zukunftsserie belegen, dass Schaeffler als verlässlicher Technologiepartner die E-Mobilität mitgestaltet.“

Audi im ersten Training vorn, ADAC GT Masters-Titelkandidaten halten sich noch zurück

  • Ricardo Feller mit erster Bestzeit am Finalwochenende in Oschersleben
  • Ammermüller/Engelhart als schnellste Titelkandidaten auf Platz vier
  • Wechselhafte Bedingungen am Freitagmorgen

Schnellster im ersten Freien Training: Ricardo Feller
Foto: ADAC-Motorsport

Audi-Pilot Ricardo Feller (20/CH) fuhr im ersten Freien Training des ADAC GT Masters-Finales in Oschersleben die erste Bestzeit. Auf abtrocknender Strecke verwies Feller die Lamborghini-Fahrer Clemens Schmid (30/A) und Tim Zimmermann (24/Langenargen, beide GRT Grasser Racing Team) auf die weiteren Positionen. Die Titelkandidaten hielten sich bei den rutschigen Bedingungen noch zurück. Die beiden Rennen des Finalwochenendes werden Samstag und Sonntag ab 13 Uhr live von SPORT1 übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Die 50-minütige Sitzung begann auf nasser Strecke, die danach teilweise abtrocknete. Entsprechend schneller wurden auch die Rundenzeiten. Mit seiner letzten schnellen Runde setzte sich schließlich Feller an die Spitze des Feldes. "Es lief ganz gut", bilanzierte Feller. "Ich mag diese Mischbedingungen. Am Anfang war es noch ziemlich nass, deswegen sind wir erst rausgefahren, als die Strecke etwas abgetrocknet war. Mit Regenreifen hat es gut funktioniert, für Slicks war es jedoch noch zu früh. Da wir wahrscheinlich während des restlichen Wochenendes nur trockene Bedingungen haben werden, hat das Training aber wenig Aussagekraft."

Mit 1.31,001 Minuten war der Audi-Fahrer, der sich den R8 LMS mit Stefan Mücke (38/Berlin) teilt, 0,407 Sekunden schneller als Niels Lagrange (29/B) und Clemens Schmid (30/A, beide GRT Grasser Racing Team) im besten Lamborghini. Dahinter folgten als Dritte mit 1.31,514 Minuten Steijn Schothorst (26/NL) und Tim Zimmermann (24/Langenargen) in einem weiten Grasser-Huracán GT3 Evo. Auf Platz fünf kam mit Albert Costa Balboa (30/E) und Franck Perera (36/F) das dritte Fahrzeug des österreichischen Teams.

Als Vierte und damit bestplazierte Titelkandidaten beendeten Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance) im Porsche die Sitzung. Ihre Konkurrenten ließen es noch ruhig angehen. So drehten die Tabellenführer Patric Niederhauser (29/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) lediglich neun Runden mit ihrem Audi. "Wir haben nur die Bremsen angefahren", so van der Linde. "Da die Strecke noch nicht trocken war, machte es für uns wenig Sinn viele Runden zu fahren."

Comeback von Jaminet

Kurzfristig gibt Ex-Meister Mathieu Jaminet (26/F) an diesem Wochenende in Oschersleben sein Comeback im ADAC GT Masters. Der Franzose vertritt bei Precote Herberth Motorsport den erkrankten Sven Müller (28/Bingen am Rhein) und unterstützt den Tabellenzweiten Robert Renauer (35/Vierkirchen) im Titelkampf. Das Duo hatte bereits zusammen 2018 die "Liga der Supersportwagen" gewonnen. "Ich freue mich, zurück im ADAC GT Masters zu sein", so Jaminet, "Auch wenn ich gerne unter anderen Umständen zurückgekehrt wäre. Es wird ein spannendes Wochenende. Ich werde alles geben, um Robert zu unterstützen." Jaminet hat gute Erinnerungen an Oschersleben: 2017 holte er bei seinem Debüt im ADAC GT Masters auf Anhieb die Pole-Position und fuhr zum Sieg. Ironischerweise zusammen mit Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, SSR Performance), jetzt Titelkonkurrent von Renauer.

Küs Team75 Bernhard wieder komplett

Der Rennstall von Timo Bernhard startet in Oschersleben wieder mit zwei Porsche 911 GT3 R. Nachdem der "Elfer" mit der Startnummer 17 vor dem zweiten Lausitzring-Wochenende bei Testfahrten stark beschädigt worden war, konnte das Fahrzeug beim vorletzten Saisonlauf nicht antreten. Nun ist das Auto von Simona De Silvestro (32/CH) und Klaus Bachler (29/A, beide Küs Team75 Bernhard) wieder startklar. "Der Unfall mit unserer #17 hat uns noch einmal viel Stress beschert. Aber das Team hat super gearbeitet und hat parallel zum Rennwochenende am Lausitzring das Auto wieder aufgebaut. Darauf sind wir sehr stolz, das war ein hartes Stück Arbeit. Deshalb ein Riesenlob und vielen Dank. Alle haben einen herausragenden Job gemacht. Ich freue mich darauf, dass wir ein versöhnliches Saisonfinale mit zwei schönen Rennen erleben können."

Stammpiloten sind zurück

Zahlreiche weitere Fahrer, die in der vergangenen Woche auf dem Lausitzring nicht antraten, starten ebenfalls wieder beim Saisonfinale. Carrie Schreiner (22/Völklingen) ist zurück im Audi R8 LMS von Rutronik Racing, Markenkollegin Rahel Frey (34/CH fährt wieder bei Aust Motorsport. Im Audi mit der Startnummer 30 sitzt wieder die Stammbesatzung Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT). Auch die BMW-Werksfahrer Jens Klingmann (30/Tägerwilen) und Nick Yelloly (29/GB, Schubert Motorsport) übernehmen wieder ihre BMW M6 GT3.