Samstag, 10. August 2019

Zug und Piana feiern in Zandvoort zweiten Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany

  • Marius Zug auch in Junior-Wertung erfolgreich
  • Markus Lungstrass gewinnt Trophy-Wertung
  • KTM bringt beide Fahrzeuge in die Top Drei
Piana / Zug
Foto: ADAC-Motorsport

Marius Zug (16/Pfaffenhofen) und Gabriele Piana (32/ITA, beide RN Vision STS Racing Team) triumphieren im Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany in Zandvoort und bauen dadurch ihre Tabellenführung weiter aus. Für das BMW M4 GT4-Duo ist es der zweite Sieg in der Saison 2019, nachdem sie bereits beim Auftakt in Oschersleben erfolgreich waren. Rang zwei ging an den KTM X-Bow GT4 von Mads Siljehaug (23/NOR) und Eike Angermayr (20/AUT, beide Felbermayr-Reiter) vor den Markenkollegen Laura Kraihamer (28/AUT) und Reinhard Kofler (34/AUT, beide True Racing). "Unser Ziel ist ganz klar der Gewinn der Meisterschaft. Somit freuen wir uns natürlich mächtig über diesen Sieg. Wir werden im Team gleich ein wenig feiern. Jedoch haben wir auch bereits das Sonntagsrennen im Blick, für welches ich mir im Kopf schon einen Plan zurecht geschmiedet habe", jubelte Piana. 

Zug startet von der Pole in das Rennen, musste aber bei der Anfahrt auf die erste Kurve Markenkollege Michael Schrey (36/Wallenhorst, Hofor Racing by Bonk Motorsport) passieren lassen. Wenig später ging auch KTM-Pilot Mads Siljehaug an Zug vorbei. Siljehaug schnappte sich im weiteren Rennverlauf auch noch den BMW von Michael Schrey und damit Führung. Bis zum zum Öffnen des Boxenstoppfensters baute der Norweger einen fünfsekündigen Vorsprung auf. 

Ein früher Boxenstopp und Fahrerwechsel von Zug auf Piana brachte den BMW dann auf Position zwei. Piana machte Jagd auf den führenden KTM, der in der zweiten Rennhälfte von Angermayr gesteuert wurde und übernahm schließlich die Führung. Mit einem komfortablen Vorsprung von 19,9 Sekunden fuhr er zum zweiten Saisonsieg. Zug stellt damit auch den Triumph in der Junior-Wertung sicher. "In der Startphase wollte ich auf Nummer sicher gehen und nicht zu viel riskieren, da wir im Hinblick auf die Tabelle inzwischen etwas zu verlieren haben. Mein Ziel war es, in der Spitzengruppe zu bleiben und das Fahrzeug aussichtsreich an Gabriele zu übergeben. Das ist mir gelungen", sagte Zug nach dem Rennen. 

Hinter dem KTM von Kraihamer/Kofler und dem Aston Martin Vantage GT4 von David Griessner (24/AUT) und Akhil Rabindra (23/IND, beide Propeak Performance) belegten Hamza Owega (27/Köln) und Jusuf Owega (17/Köln, beide GetSpeed Performance) den fünften Rang. Der Mercedes-AMG GT4 des Bruderpaares überquerte die Ziellinie zunächst auf Position zwei, wurde aber im Anschluss mit einer Zeitstrafe nach einem Vergehen beim Boxenstopp belegt. 

Die Plätze sechs und sieben gingen an die McLaren 570S GT4 von Charles Fagg (19/GBR) und Michael Benyahia (19/MAR) sowie Felix von der Laden (25/Köln) und Alain Valente (22/CHE, alle Team GT). Glenn van Parijs (24/BEL) und Constantin Schöll (21/AUT, beide Team Allied-Racing) belegten im Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport Rang acht vor dem Mercedes-AMG GT4 von Luca Trefz (17/Wüstenrot) und Morgan Haber (25/AUS, beide Leipert Motorsport). Der in den ersten Runden führende BMW GT4 von Schrey und Thomas Jäger (24, AUT) wurde aufgrund zu hohen Tempos in der Boxengasse beim Pflichtboxenstopp mit einer Strafe belegt und kam auf Rang zehn ins Ziel. Den Sieg in der Trophy-Wertung sicherte sich Markus Lungstrass (36/Köln, racing one) im Audi R8 LMS GT4 auf Gesamtrang 11. 

Das zweite Rennen der ADAC GT4 Germany aus Zandvoort startet am Sonntag um 14.40 Uhr und ist live bei SPORT1 zu sehen sowie online auf SPORT1.de, adac.de/Motorsport und bei YouTube unter youtube.com/adac

Bortolotti/Engelhart stürmen zum ersten Saisonsieg von Lamborghini

  • Italienisch-deutsches Duo siegt im Samstagsrennen in Zandvoort
  • Porsche-Fahrer Bernhard/Bachler Zweite vor Mapelli/Beretta in weiterem Lamborghini
  • Beretta gewinnt Pirelli-Junior-Wertung, Ineichen Pirelli-Trophy-Wertung 

Engelhart / Bortolotti
Foto: ADAC-Motorsport
Dramatik an der Nordseeküste: Lediglich 0,365 Sekunden Vorsprung entschieden in Zandvoort das siebte Saisonrennen des ADAC GT Masters. Mirko Bortolotti (29/I) und Christian Engelhart (32/Starnberg, beide Orange1 by GRT Grasser) setzten sich in einem bis zum Schluss packenden Rennen im Lamborghini Huracán GT3 Evo gegen die Porsche-Fahrer Timo Bernhard (38/Homburg/Saar) und Klaus Bachler (27/A, beide Küs Team75 Bernhard) durch. Rang drei ging mit Michele Beretta (24/I) und Marco Mapelli (32/I, beide Orange1 by GRT Grasser) an einen weiteren Lamborghini. "Wir haben hart für den Erfolg gearbeitet. Es fühlt sich richtig gut an, hier zu siegen", so Bortolotti. "Es war wirklich mal wieder an der Zeit, ein Rennen zu gewinnen." 

Bortolotti setzt sich anfangs ab

Pole-Position, Start-Ziel-Sieg und Schnellste Rennrunde: Auf dem Papier sah der erste Saisonsieg von Lamborghini souverän aus, doch Mirko Bortolotti und Christian Engelhart mussten für ihren Triumph bis zur letzten Runde kämpfen. Bortolotti blieb beim Start von der Pole-Position bei sonnigen, aber stürmischen Bedingungen vorn und fuhr danach einen Vorsprung von etwas mehr als vier Sekunden auf die Verfolger heraus. Doch dann büßte der Italiener sein Zeitpolster ein, da innerhalb weniger Runden zwei Mal das Safety-Car zur Bergung gestrandeter Fahrzeuge auf die Strecke kam. Partner Engelhart, der beim Pflichtboxenstopp übernahm, blieb vorn, wurde aber anschließend vom Porsche von Timo Bernhard und Klaus Bachler unter Druck gesetzt, hinter dem mit Michele Beretta und Marco Mapelli bereits der zweite Lamborghini von Orange1 by GRT Grasser lauerte. Bachler griff in der Schlussphase Engelhart mehrmals an, kam aber nicht vorbei. Der Lamborghini-Pilot sah schließlich mit nur 0,365 Sekunden Vorsprung auf Bachler die Zielflagge und holte damit den ersten Saisonsieg für die italienische Marke und den ersten für den neuen Huracán GT3 Evo überhaupt im ADAC GT Masters. Für Engelhart war es der insgesamt zehnte Triumph in der "Liga der Supersportwagen", für seinen Partner Bortolotti der Vierte. 

Hinter Bernhard und Bachler, die zum zweiten Mal in dieser Saison Zweite wurden, kamen Beretta und Mapelli mit knapp 1,8 Sekunden Rückstand auf die Sieger ins Ziel. Es war ihr erstes Podium der Saison und bedeutete für Beretta gleichzeitig den ersten Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer unter 25 Jahre. 

Platz vier holten Mike David Ortmann (19/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Berglen, beide BWT Mücke Motorsport) im besten Audi R8 LMS, dahinter folgten ihre Markenkollegen Max Hofer (20/A) und Christopher Mies (30/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport). Rang sechs ging an den einzigen BMW im Feld. Nicolai Sylvest (21/DK) und Jens Klingmann (29/Trägerwilen, beide MRS GT-Racing) hatten sich in ihrem M6 GT3 vom 17. Startplatz kommend bereits auf Rang vier nach vorn gekämpft, verloren aber zwei Runden vor dem Ziel noch einmal zwei Positionen. 

Über Punkte für Platz sieben durften sich Philip Ellis (26/GB) und Fabian Vettel (20/Heppenheim, beide Mann-Filter Team HTP) im besten Mercedes-AMG GT3 freuen. Das Duo zeigte ebenfalls eine starke Aufholjagd: gestartet war es auf Rang 23. Dahinter kamen zwei weitere Audi R8 ins Ziel: Nikolaj Rogivue (23/CH) und Geburtstagskind Frédéric Vervisch (33/B, beide BWT Mücke Motorsport) wurden vor Filip Salaquarda (35/CZ) und Frank Stippler (44/Bad Münstereifel, beide Team ISR) Achte. Die Top 10 komplettierten Rolf Ineichen (41/CH) und Franck Perera (34/F, beide Orange1 by GRT Grasser). Ineichen sicherte sich damit auch den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung, somit gingen sowohl der Gesamtsieg wie auch die beiden Klassensiege an Fahrer von Orange1 by GRT Grasser. 

Wenig Glück hatten die in der Gesamtwertung an der Spitze liegenden Teams. Die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (23/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) gingen im Audi als 17. leer aus, holten sich aber dennoch den inoffiziellen Titel der "Halbzeitmeister", da ihre engsten Verfolger ebenfalls einen Nuller verbuchen mussten: die Gesamtzweiten Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) fielen wegen Zündungsproblemen an ihrer Corvette C7 GT3-R aus. 

Stimmen der Sieger: 

Mirko Bortolotti (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo):
"Heute Morgen konnte ich eine mega Pole-Position holen. Dadurch hatten wir die ideale Ausgangslage und haben dann im Rennen auch alles richtig gemacht. Ich glaube, die Performance dieses Jahr hat bisher eigentlich mehr oder weniger immer gepasst. Doch leider konnten wir dies oftmals nicht in einen Sieg oder vordere Plätze umwandeln. Das ist uns aber heute gelungen, deswegen bin ich sehr zufrieden." 

Christian Engelhart (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo):
"Das Rennen war sehr aufregend. Anfangs konnte Mirko einen kleinen Vorsprung herausfahren, doch dann kam das Safety-Car auf die Strecke und der Vorsprung war wieder weg. Als ich das Auto übernahm, musste ich ganz schön kämpfen. Durch den starken Wind war es unvorhersehbar, ob das Heck ausbricht oder nicht. Es war nicht einfach. Am Ende setzte mich Klaus immer stärker unter Druck. Wir hatten einen schönen Kampf. Er war vielleicht am Ende sogar schneller als ich, aber wir konnten die Führung verteidigen. Ich bin sehr glücklich über den Erfolg."

Freitag, 9. August 2019

Timo Bernhard mit Auftaktbestzeit in Zandvoort

  • Porsche-Pilot Schnellster im ersten Freien Training des ADAC GT Masters
  • Audi und Ferrari auf den Rängen zwei und drei
  • Iron Force Racing und Propeak Performance mit neuen Fahrer-Line-ups
Timo Bernhard
Foto: Jens Hawrda

Wechselhafte Bedingungen prägten das erste Freie Training in Zandvoort. Am besten kam damit Porsche-Pilot Timo Bernhard (38/Homburg/Saar) zurecht, der im 911 GT3 R seines Rennstalls Küs Team75 Bernhard die Bestzeit vor einem Audi und einem Ferrari. SPORT1 überträgt die beiden Rennen auf dem niederländischen Dünenkurs live und in voller Länge. Samstag ist der Start um 14.45 Uhr, Sonntag schon um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem unter circuitzandvoort.nl erhältlichen "Dünentickets" ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich des Kurses beim ADAC GT Masters in Zandvoort kostenlos. 

Nachdem es am Morgen geregnet hatte, begann das Auftakttraining auf feuchter Strecke. Da der Circuit Zandvoort jedoch schnell abtrocknete, dauerte es nicht lange, bis die Fahrer Slicks aufzogen. Timo Bernhard nutzte die schnelleren Bedingungen und stellte noch in der Anfangsviertelstunde mit 1.39,291 Minuten die absolute Bestzeit auf. Nur kurze Zeit später zog erneut ein starker Regenschauer über den Kurs, der eine weitere Zeitenverbesserung verhinderte. 

"Die Session war gut für uns", so Bernhard, der sich das Auto mit Klaus Bachler (27/A) teilt. "Unser Auto war sowohl im Trockenen als auch im Nassen schnell und wir haben unser geplantes Programm abspulen können. Als ich die Runde gefahren bin, bin ich schon mit Slicks gefahren, da die Strecke zu dem Zeitpunkt bis auf zwei, drei Kurven abgetrocknet war. Das Training hat schon angedeutet, dass das Wetter am Wochenende wechselhaft sein wird. Allerdings soll es an den Renntagen wohl nicht so nass werden. Auch wenn es nur das Freie Training war, freuen wir uns über die Bestzeit. Denn diese gibt noch mal neue Motivation. Daher nehmen wir das Ergebnis natürlich gerne mit." 

Zweitschnellster in der Sitzung war der Italiener Mattia Drudi (20/I, EFP by TECE) im Audi R8 LMS. Ihm gelang eine Rundenzeit von 1.40,156 Minuten. Der Audi-Sport-Pilot wechselt hinter dem Lenkrad mit Florian Spengler (31/Ellwangen) ab. Rang drei ging an den Ferrari 488 GT3 von Luca Ludwig (30/Alfter) und Sebastian Asch (33/Ammerbuch, beide HB Racing) vor dem zweiten Porsche, der von Adrien de Leener (30/B) und Matteo Cairoli (23/I) pilotiert wurde. Die Top Fünf komplettierten in der einstündigen Sitzung Elia Erhart (31/Röttenbach) und Pierre Kaffer (42/Schlieren) in einem weiteren Audi von EFP by TECE. 

Marco Holzer bei Iron Force Racing

Iron Force Racing startet in Zandvoort mit einem neuen Fahreraufgebot: Marco Holzer (31/Lochau) übernimmt an diesem Wochenende den Platz von Teamchef Jan-Erik Slooten (34/Neuss) und teilt sich das Cockpit des Porsche 911 GT3 R mit Stammfahrer Lucas Luhr (39/Ermatingen). "Ich habe entschieden, da wir ein Performance-Problem haben, einen Fahrer ins Auto zu setzen, der den Porsche und auch die Pirelli-Reifen gut kennt", so Slooten. "Wir haben mit neuen Reifen Probleme, mit gebrauchten Reifen dagegen funktioniert es. Dem wollen wir auf die Spur kommen. Marco ist sehr erfahren und ich denke, dass der Schritt die Teamperformance nach vorne bringen wird." 

Neues Line-up bei Propeak Performance

Zandvoort-Vorjahressieger Ezequiel Perez Companc (25/RA) gibt auf dem niederländischen Dünenkurs sein Comeback im ADAC GT Masters. Der Argentinier wechselt sich beim vierten Saisonlauf der "Liga der Supersportwagen" im Aston Martin Vantage GT3 mit der Startnummer 99 von Propeak Performance mit Serienrekordsieger Daniel Keilwitz (30/Villingen) ab. "Maxime Martin war kurzfristig verhindert", so Teammanager Steve Buschmann. "Daher haben wir Ezequiel verpflichtet, der die Strecke hier gut kennt." 

"PS on Air" mit Indy Dontje

Lokalmatador Indy Dontje (26/NL, Mann-Filter Team HTP) ist an diesem Wochenende in Zandvoort Gast bei "PS on Air - Der ADAC GT Masters-Talk". Am Samstag ab 19.00 Uhr empfängt Moderator Patrick Simon im Fahrerlager des Kurses an der Nordsee den Mercedes-AMG-Piloten. Ausgestrahlt wird die Folge online live auf youtube.com/adac, dem Facebook-Kanal des ADAC GT Masters und dem YouTube-Kanal von Patrick Simon youtube.com/Patsimon75. 

Neuzugang: ADAC TCR Germany startet mit Lada in die zweite Saisonhälfte


  • In Zandvoort wird der Halbzeitchampion der ADAC TCR Germany gekürt
  • Neue Marke in der ADAC TCR Germany: Jan Seyffert startet im Lada Vesta TCR
  • Tabellenführer Antti Buri: "Das Kribbeln ist wieder da
Foto: Jens Hawrda

Endlich ist die Sommerpause vorbei, die ADAC TCR Germany startet wieder voll durch: An diesem Wochenende geht die Tourenwagenserie des ADAC auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort in die vierte Runde. Dabei wird der Halbzeitchampion ermittelt - und Fans können sich auf die Premiere des Lada Vesta TCR in der ADAC TCR Germany freuen. SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV, online sind die Läufe auf der Facebookseite der ADAC TCR Germany, auf SPORT1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem kostenlosen "Dünenticket", das unter circuitzandvoort.nl erhältlich ist, ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich der Strecke in Zandvoort kostenlos. 

In Zandvoort dürfen sich die Fans auf ein neues Fahrzeug und einen neuen Fahrer freuen. Lubner Motorsport setzt erstmals einen Lada Vesta TCR ein. Gesteuert wird das 350 PS starke Kraftpaket von Jan Seyffert (21, Stuttgart), der bislang im Opel Astra TCR gestartet war. In einem Hyundai i30 N TCR gibt ADAC GT Masters-Laufsieger Lance David Arnold (33, Duisburg) sein Debüt in der ADAC TCR Germany. Der Rennfahrer und TV-Experte steuert das VIP-Auto des Hyundai Team Engstler und hat sich akribisch auf den Einsatz vorbereitet. "In einem Rennauto mit Frontantrieb habe ich zuletzt vor 15 Jahren gesessen", erzählt der 33-Jährige, der seit fünf Jahren Experte und Tester der Sendung "auto mobil" des TV-Senders VOX ist: "Die TCR-Autos haben richtig Wumms und sind ohne ABS um einiges anspruchsvoller zu fahren als zum Beispiel die GT3-Sportwagen. Da musst du dich viel mehr einfühlen und mit viel mehr Disziplin fahren, um deine Reifen optimal über die Distanz zu managen." 

Nicht nur bei Arnold ist die Vorfreude auf das Gastspiel in den Niederlanden groß. "Endlich hat die Sommerpause ein Ende", sagt Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen), der in der Meisterschaft momentan Dritter ist: "Ich kann es kaum erwarten!" Nach sechs von insgesamt 14 Rennen hat der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Halder 31 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing). 

Tabellenführer Buri freut sich "extrem auf Zandvoort", betont er: "Die Pause war lang. Jetzt ist das Kribbeln wieder da und natürlich auch die Vorfreude." Buri hat die bisherigen drei Sonntagsrennen der ADAC TCR Germany in dieser Saison gewonnen und als Tabellenführer die besten Chancen auf den Titel des Halbzeitchampions. Der Audi RS3 LMS-Pilot geht mit großen Erwartungen in das vierte Rennwochenende des Jahres. 2016 gewann er das erste Rennen in der Geschichte der ADAC TCR Germany in Zandvoort, im vergangenen Jahr fuhr er dort die Plätze zwei und acht ein. "Ich will natürlich weiter punkten und meine Tabellenführung verteidigen", sagt Buri. 

Tabellenzweiter ist Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International), der Hyundai i30 N TCR-Fahrer liegt 13 Punkte hinter dem Finnen Buri. "Es ist noch lange nichts entschieden. Wir haben noch viel Rennen vor uns", sagt der Routinier, der bei seinem Heimspiel in Spielberg Anfang Juni mit einem Sieg und einem zweiten Platz groß aufgetrumpft hatte. Auf dem Kurs in Zandvoort mit seinen vielen Kurven kann der Hyundai i30 N TCR seine Stärken voll ausspielen, meint Proczyk. 

Ein Blick in die Ergebnislisten des vergangenen Jahres gibt Proczyk recht - im Sonntagsrennen 2018 feierte das Hyundai Team Engstler einen Doppelsieg. Ganz vorne landete der spätere Meisterschaftszweite Luca Engstler (19, Wiggensbach) vor Theo Coicaud (19, Frankreich). Entsprechend ambitioniert geht das Team in das Rennwochenende. In Spielberg hatte das Team zuletzt mit technischen Problemen zu kämpfen, "die haben wir aber zum Glück jetzt behoben", sagt Max Hesse (18, Wernau), der Ende Juli seinen 18. Geburtstag gefeiert hat und als Tabellenvierter 32 Zähler hinter Buri liegt. "Also gehen wir zuversichtlich in das Wochenende in Zandvoort", betont der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot. 

ADAC GT Masters in Zandvoort: Niederländer hoffen auf Heimvorteil


  • Indy Dontje als Gesamtvierter aktuell bestplatzierter Lokalmatador
  • Team Zakspeed setzt gleich auf zwei "Local Heroes"
  • Vier niederländische Fahrer und ein heimisches Team siegten bereits in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda

Mit Zandvoort steht am kommenden Wochenende eine der populärsten Strecken des ADAC GT Masters an. Besonders die drei niederländischen Piloten der "Liga der Supersportwagen" sind hoch motiviert für ihr Heimspiel auf dem Dünenkurs. Angeführt vom Tabellenvierten Indy Dontje (26, NL, Mann-Filter Team HTP) im Mercedes-AMG GT3 wollen die Lokalmatadore, zu denen auch Jeroen Bleekemolen (37/NL) und Kelvin Snoeks (31/NL, beide Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) zählen, vor heimischem Publikum für Furore sorgen. SPORT1 überträgt die Rennen live und in voller Länge. Der Start am Samstag ist um 14.45 Uhr, Sonntag beginnt das Rennen schon um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem kostenlosen "Dünenticket" ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich der Strecke, die 2020 in den Formel-1-Kalender zurückkehrt, beim ADAC GT Masters in Zandvoort kostenlos. 

"Es ist immer schön in Zandvoort zu fahren", sagt Indy Dontje, der sich einen Mercedes-AMG GT3 mit Ex-Champion Maximilian Götz (33/Uffenheim) teilt. Das Duo verbesserte sich zuletzt in Spielberg dank eines zweiten Platzes am Sonntag auf den vierten Rang der Fahrerwertung. Am Wochenende soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden. "Meine Erwartungen sind hoch", so Dontje weiter. "Ich bin schon 2017 in meiner Premierensaison im ADAC GT Masters dort auf das Podest gefahren. Nachdem es im vergangenen Jahr knapp nicht geklappt hat, will ich dieses Jahr wieder ganz vorn dabei sein und unter die ersten drei fahren. Vielleicht klappt es ja sogar mit dem ersten Saisonsieg." Der Niederländer, der bereits einmal im ADAC GT Masters gewonnen hat, mag den Circuit Zandvoort: "Er ist wirklich toll. Allerdings ist das Überholen nicht einfach. Daher ist ein guter Startplatz eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Ergebnis." 

Gleich zwei Niederländer starten für das Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing: Kelvin Snoeks teilt sich den Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 20 mit ADAC Formel 4-Aufsteiger Mick Wishofer (19/A), Jeroen Bleekemolen wechselt sich in der Nummer 21 mit Jimmy Eriksson (28/S) ab. "Ich kann das Heimspiel kaum erwarten", so Snoeks. "Ich wohne nur wenige Kilometer von der Strecke entfernt. Die Strecke hat alles, was man sich als Fahrer wünscht und sollte unserem Auto liegen. Nachdem wir an den ersten Rennwochenenden viel Pech gehabt haben, ist es wichtig, dass wir diesmal ein gutes Wochenende haben." Dass der 31-Jährige mit Jeroen Bleekemolen einen weiteren Niederländer als Teamkollegen hat, freut ihn. "Jeroen hat sehr viel Erfahrung und kennt Zandvoort auch sehr gut. Das wird dem gesamten Team helfen." 

Bleekemolen ist mit 37 Jahren der routinierteste Fahrer des niederländischen Trios und hat schon vor mehr als 20 Jahren erste Rennen in Zandvoort bestritten. "Ich bin praktisch dort aufgewachsen", so der Sportwagen-Routinier. "Leider bin ich in Zandvoort in den vergangenen fünf Jahren wegen anderer Programme nicht gefahren. Es ist daher etwas ganz Besonderes, dort endlich wieder fahren zu dürfen. Es wird ein schönes Wochenende." Bleekemolen kennt die Schlüsselstellen des Kurses: "Zandvoort bietet viele interessante Streckenabschnitte. Die erste Kurve, die Tarzanbocht, ist die beste Überholmöglichkeit, denn dort kann man verschiedene Linien fahren. Im folgenden, sehr engen Abschnitt ist vor allem nach dem Start immer viel Action. Danach geht es sehr schnell den Berg hinauf. Oben erreichen wir ca. 220, 230 km/h. Die Passage ist sehr anspruchsvoll. Um sie komplett voll zu nehmen, braucht man schon Mut. Sie geht eigentlich voll, man muss aber aufpassen. Die anschließende Kurve Scheivlak ist die schwierigste der Strecke. Man darf dort keinen Fehler machen, denn sonst landet man im Kiesbett und das Training oder das Rennen ist sofort vorbei. Fehler werden überall sofort bestraft, denn Zandvoort ist noch eine richtige Oldschool-Strecke." 

Dass niederländische Fahrer im ADAC GT Masters von ihrer guten Streckenkenntnis in Zandvoort profitieren konnten, zeigte sich bereits in der Vergangenheit - vor allem bei nassen Bedingungen, die es auf dem Kurs an der Nordseeküste immer mal wieder gibt. Beim ersten Auftritt der "Liga der Supersportwagen" 2012 siegten im zweiten Rennen die Lokalmatadore Simon Knap und Jeroen den Boer in einem BMW Z4 GT3 des südholländischen Rennstalls DB Racing. 2013 gelangen Jaap van Lagen als Teamkollege von Kévin Estre gleich zwei Siege. Der bisher letzte Niederländer der in Zandvoort siegte, war 2017 Renger van der Zande, der zusammen mit dem späteren Meister Jules Gounon den ersten Durchgang gewann.