Freitag, 9. August 2019

Timo Bernhard mit Auftaktbestzeit in Zandvoort

  • Porsche-Pilot Schnellster im ersten Freien Training des ADAC GT Masters
  • Audi und Ferrari auf den Rängen zwei und drei
  • Iron Force Racing und Propeak Performance mit neuen Fahrer-Line-ups
Timo Bernhard
Foto: Jens Hawrda

Wechselhafte Bedingungen prägten das erste Freie Training in Zandvoort. Am besten kam damit Porsche-Pilot Timo Bernhard (38/Homburg/Saar) zurecht, der im 911 GT3 R seines Rennstalls Küs Team75 Bernhard die Bestzeit vor einem Audi und einem Ferrari. SPORT1 überträgt die beiden Rennen auf dem niederländischen Dünenkurs live und in voller Länge. Samstag ist der Start um 14.45 Uhr, Sonntag schon um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem unter circuitzandvoort.nl erhältlichen "Dünentickets" ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich des Kurses beim ADAC GT Masters in Zandvoort kostenlos. 

Nachdem es am Morgen geregnet hatte, begann das Auftakttraining auf feuchter Strecke. Da der Circuit Zandvoort jedoch schnell abtrocknete, dauerte es nicht lange, bis die Fahrer Slicks aufzogen. Timo Bernhard nutzte die schnelleren Bedingungen und stellte noch in der Anfangsviertelstunde mit 1.39,291 Minuten die absolute Bestzeit auf. Nur kurze Zeit später zog erneut ein starker Regenschauer über den Kurs, der eine weitere Zeitenverbesserung verhinderte. 

"Die Session war gut für uns", so Bernhard, der sich das Auto mit Klaus Bachler (27/A) teilt. "Unser Auto war sowohl im Trockenen als auch im Nassen schnell und wir haben unser geplantes Programm abspulen können. Als ich die Runde gefahren bin, bin ich schon mit Slicks gefahren, da die Strecke zu dem Zeitpunkt bis auf zwei, drei Kurven abgetrocknet war. Das Training hat schon angedeutet, dass das Wetter am Wochenende wechselhaft sein wird. Allerdings soll es an den Renntagen wohl nicht so nass werden. Auch wenn es nur das Freie Training war, freuen wir uns über die Bestzeit. Denn diese gibt noch mal neue Motivation. Daher nehmen wir das Ergebnis natürlich gerne mit." 

Zweitschnellster in der Sitzung war der Italiener Mattia Drudi (20/I, EFP by TECE) im Audi R8 LMS. Ihm gelang eine Rundenzeit von 1.40,156 Minuten. Der Audi-Sport-Pilot wechselt hinter dem Lenkrad mit Florian Spengler (31/Ellwangen) ab. Rang drei ging an den Ferrari 488 GT3 von Luca Ludwig (30/Alfter) und Sebastian Asch (33/Ammerbuch, beide HB Racing) vor dem zweiten Porsche, der von Adrien de Leener (30/B) und Matteo Cairoli (23/I) pilotiert wurde. Die Top Fünf komplettierten in der einstündigen Sitzung Elia Erhart (31/Röttenbach) und Pierre Kaffer (42/Schlieren) in einem weiteren Audi von EFP by TECE. 

Marco Holzer bei Iron Force Racing

Iron Force Racing startet in Zandvoort mit einem neuen Fahreraufgebot: Marco Holzer (31/Lochau) übernimmt an diesem Wochenende den Platz von Teamchef Jan-Erik Slooten (34/Neuss) und teilt sich das Cockpit des Porsche 911 GT3 R mit Stammfahrer Lucas Luhr (39/Ermatingen). "Ich habe entschieden, da wir ein Performance-Problem haben, einen Fahrer ins Auto zu setzen, der den Porsche und auch die Pirelli-Reifen gut kennt", so Slooten. "Wir haben mit neuen Reifen Probleme, mit gebrauchten Reifen dagegen funktioniert es. Dem wollen wir auf die Spur kommen. Marco ist sehr erfahren und ich denke, dass der Schritt die Teamperformance nach vorne bringen wird." 

Neues Line-up bei Propeak Performance

Zandvoort-Vorjahressieger Ezequiel Perez Companc (25/RA) gibt auf dem niederländischen Dünenkurs sein Comeback im ADAC GT Masters. Der Argentinier wechselt sich beim vierten Saisonlauf der "Liga der Supersportwagen" im Aston Martin Vantage GT3 mit der Startnummer 99 von Propeak Performance mit Serienrekordsieger Daniel Keilwitz (30/Villingen) ab. "Maxime Martin war kurzfristig verhindert", so Teammanager Steve Buschmann. "Daher haben wir Ezequiel verpflichtet, der die Strecke hier gut kennt." 

"PS on Air" mit Indy Dontje

Lokalmatador Indy Dontje (26/NL, Mann-Filter Team HTP) ist an diesem Wochenende in Zandvoort Gast bei "PS on Air - Der ADAC GT Masters-Talk". Am Samstag ab 19.00 Uhr empfängt Moderator Patrick Simon im Fahrerlager des Kurses an der Nordsee den Mercedes-AMG-Piloten. Ausgestrahlt wird die Folge online live auf youtube.com/adac, dem Facebook-Kanal des ADAC GT Masters und dem YouTube-Kanal von Patrick Simon youtube.com/Patsimon75. 

Neuzugang: ADAC TCR Germany startet mit Lada in die zweite Saisonhälfte


  • In Zandvoort wird der Halbzeitchampion der ADAC TCR Germany gekürt
  • Neue Marke in der ADAC TCR Germany: Jan Seyffert startet im Lada Vesta TCR
  • Tabellenführer Antti Buri: "Das Kribbeln ist wieder da
Foto: Jens Hawrda

Endlich ist die Sommerpause vorbei, die ADAC TCR Germany startet wieder voll durch: An diesem Wochenende geht die Tourenwagenserie des ADAC auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort in die vierte Runde. Dabei wird der Halbzeitchampion ermittelt - und Fans können sich auf die Premiere des Lada Vesta TCR in der ADAC TCR Germany freuen. SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV, online sind die Läufe auf der Facebookseite der ADAC TCR Germany, auf SPORT1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem kostenlosen "Dünenticket", das unter circuitzandvoort.nl erhältlich ist, ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich der Strecke in Zandvoort kostenlos. 

In Zandvoort dürfen sich die Fans auf ein neues Fahrzeug und einen neuen Fahrer freuen. Lubner Motorsport setzt erstmals einen Lada Vesta TCR ein. Gesteuert wird das 350 PS starke Kraftpaket von Jan Seyffert (21, Stuttgart), der bislang im Opel Astra TCR gestartet war. In einem Hyundai i30 N TCR gibt ADAC GT Masters-Laufsieger Lance David Arnold (33, Duisburg) sein Debüt in der ADAC TCR Germany. Der Rennfahrer und TV-Experte steuert das VIP-Auto des Hyundai Team Engstler und hat sich akribisch auf den Einsatz vorbereitet. "In einem Rennauto mit Frontantrieb habe ich zuletzt vor 15 Jahren gesessen", erzählt der 33-Jährige, der seit fünf Jahren Experte und Tester der Sendung "auto mobil" des TV-Senders VOX ist: "Die TCR-Autos haben richtig Wumms und sind ohne ABS um einiges anspruchsvoller zu fahren als zum Beispiel die GT3-Sportwagen. Da musst du dich viel mehr einfühlen und mit viel mehr Disziplin fahren, um deine Reifen optimal über die Distanz zu managen." 

Nicht nur bei Arnold ist die Vorfreude auf das Gastspiel in den Niederlanden groß. "Endlich hat die Sommerpause ein Ende", sagt Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen), der in der Meisterschaft momentan Dritter ist: "Ich kann es kaum erwarten!" Nach sechs von insgesamt 14 Rennen hat der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Halder 31 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing). 

Tabellenführer Buri freut sich "extrem auf Zandvoort", betont er: "Die Pause war lang. Jetzt ist das Kribbeln wieder da und natürlich auch die Vorfreude." Buri hat die bisherigen drei Sonntagsrennen der ADAC TCR Germany in dieser Saison gewonnen und als Tabellenführer die besten Chancen auf den Titel des Halbzeitchampions. Der Audi RS3 LMS-Pilot geht mit großen Erwartungen in das vierte Rennwochenende des Jahres. 2016 gewann er das erste Rennen in der Geschichte der ADAC TCR Germany in Zandvoort, im vergangenen Jahr fuhr er dort die Plätze zwei und acht ein. "Ich will natürlich weiter punkten und meine Tabellenführung verteidigen", sagt Buri. 

Tabellenzweiter ist Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International), der Hyundai i30 N TCR-Fahrer liegt 13 Punkte hinter dem Finnen Buri. "Es ist noch lange nichts entschieden. Wir haben noch viel Rennen vor uns", sagt der Routinier, der bei seinem Heimspiel in Spielberg Anfang Juni mit einem Sieg und einem zweiten Platz groß aufgetrumpft hatte. Auf dem Kurs in Zandvoort mit seinen vielen Kurven kann der Hyundai i30 N TCR seine Stärken voll ausspielen, meint Proczyk. 

Ein Blick in die Ergebnislisten des vergangenen Jahres gibt Proczyk recht - im Sonntagsrennen 2018 feierte das Hyundai Team Engstler einen Doppelsieg. Ganz vorne landete der spätere Meisterschaftszweite Luca Engstler (19, Wiggensbach) vor Theo Coicaud (19, Frankreich). Entsprechend ambitioniert geht das Team in das Rennwochenende. In Spielberg hatte das Team zuletzt mit technischen Problemen zu kämpfen, "die haben wir aber zum Glück jetzt behoben", sagt Max Hesse (18, Wernau), der Ende Juli seinen 18. Geburtstag gefeiert hat und als Tabellenvierter 32 Zähler hinter Buri liegt. "Also gehen wir zuversichtlich in das Wochenende in Zandvoort", betont der ADAC Stiftung Sport-Förderpilot. 

ADAC GT Masters in Zandvoort: Niederländer hoffen auf Heimvorteil


  • Indy Dontje als Gesamtvierter aktuell bestplatzierter Lokalmatador
  • Team Zakspeed setzt gleich auf zwei "Local Heroes"
  • Vier niederländische Fahrer und ein heimisches Team siegten bereits in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda

Mit Zandvoort steht am kommenden Wochenende eine der populärsten Strecken des ADAC GT Masters an. Besonders die drei niederländischen Piloten der "Liga der Supersportwagen" sind hoch motiviert für ihr Heimspiel auf dem Dünenkurs. Angeführt vom Tabellenvierten Indy Dontje (26, NL, Mann-Filter Team HTP) im Mercedes-AMG GT3 wollen die Lokalmatadore, zu denen auch Jeroen Bleekemolen (37/NL) und Kelvin Snoeks (31/NL, beide Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) zählen, vor heimischem Publikum für Furore sorgen. SPORT1 überträgt die Rennen live und in voller Länge. Der Start am Samstag ist um 14.45 Uhr, Sonntag beginnt das Rennen schon um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Mit dem kostenlosen "Dünenticket" ist der Zugang zu den Stehplätzen im Außenbereich der Strecke, die 2020 in den Formel-1-Kalender zurückkehrt, beim ADAC GT Masters in Zandvoort kostenlos. 

"Es ist immer schön in Zandvoort zu fahren", sagt Indy Dontje, der sich einen Mercedes-AMG GT3 mit Ex-Champion Maximilian Götz (33/Uffenheim) teilt. Das Duo verbesserte sich zuletzt in Spielberg dank eines zweiten Platzes am Sonntag auf den vierten Rang der Fahrerwertung. Am Wochenende soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden. "Meine Erwartungen sind hoch", so Dontje weiter. "Ich bin schon 2017 in meiner Premierensaison im ADAC GT Masters dort auf das Podest gefahren. Nachdem es im vergangenen Jahr knapp nicht geklappt hat, will ich dieses Jahr wieder ganz vorn dabei sein und unter die ersten drei fahren. Vielleicht klappt es ja sogar mit dem ersten Saisonsieg." Der Niederländer, der bereits einmal im ADAC GT Masters gewonnen hat, mag den Circuit Zandvoort: "Er ist wirklich toll. Allerdings ist das Überholen nicht einfach. Daher ist ein guter Startplatz eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Ergebnis." 

Gleich zwei Niederländer starten für das Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing: Kelvin Snoeks teilt sich den Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 20 mit ADAC Formel 4-Aufsteiger Mick Wishofer (19/A), Jeroen Bleekemolen wechselt sich in der Nummer 21 mit Jimmy Eriksson (28/S) ab. "Ich kann das Heimspiel kaum erwarten", so Snoeks. "Ich wohne nur wenige Kilometer von der Strecke entfernt. Die Strecke hat alles, was man sich als Fahrer wünscht und sollte unserem Auto liegen. Nachdem wir an den ersten Rennwochenenden viel Pech gehabt haben, ist es wichtig, dass wir diesmal ein gutes Wochenende haben." Dass der 31-Jährige mit Jeroen Bleekemolen einen weiteren Niederländer als Teamkollegen hat, freut ihn. "Jeroen hat sehr viel Erfahrung und kennt Zandvoort auch sehr gut. Das wird dem gesamten Team helfen." 

Bleekemolen ist mit 37 Jahren der routinierteste Fahrer des niederländischen Trios und hat schon vor mehr als 20 Jahren erste Rennen in Zandvoort bestritten. "Ich bin praktisch dort aufgewachsen", so der Sportwagen-Routinier. "Leider bin ich in Zandvoort in den vergangenen fünf Jahren wegen anderer Programme nicht gefahren. Es ist daher etwas ganz Besonderes, dort endlich wieder fahren zu dürfen. Es wird ein schönes Wochenende." Bleekemolen kennt die Schlüsselstellen des Kurses: "Zandvoort bietet viele interessante Streckenabschnitte. Die erste Kurve, die Tarzanbocht, ist die beste Überholmöglichkeit, denn dort kann man verschiedene Linien fahren. Im folgenden, sehr engen Abschnitt ist vor allem nach dem Start immer viel Action. Danach geht es sehr schnell den Berg hinauf. Oben erreichen wir ca. 220, 230 km/h. Die Passage ist sehr anspruchsvoll. Um sie komplett voll zu nehmen, braucht man schon Mut. Sie geht eigentlich voll, man muss aber aufpassen. Die anschließende Kurve Scheivlak ist die schwierigste der Strecke. Man darf dort keinen Fehler machen, denn sonst landet man im Kiesbett und das Training oder das Rennen ist sofort vorbei. Fehler werden überall sofort bestraft, denn Zandvoort ist noch eine richtige Oldschool-Strecke." 

Dass niederländische Fahrer im ADAC GT Masters von ihrer guten Streckenkenntnis in Zandvoort profitieren konnten, zeigte sich bereits in der Vergangenheit - vor allem bei nassen Bedingungen, die es auf dem Kurs an der Nordseeküste immer mal wieder gibt. Beim ersten Auftritt der "Liga der Supersportwagen" 2012 siegten im zweiten Rennen die Lokalmatadore Simon Knap und Jeroen den Boer in einem BMW Z4 GT3 des südholländischen Rennstalls DB Racing. 2013 gelangen Jaap van Lagen als Teamkollege von Kévin Estre gleich zwei Siege. Der bisher letzte Niederländer der in Zandvoort siegte, war 2017 Renger van der Zande, der zusammen mit dem späteren Meister Jules Gounon den ersten Durchgang gewann. 

Toksport WRT debütiert im ADAC GT Masters mit Mercedes-AMG und starkem Fahrerduo

  • Gaststarts in Zandvoort und auf dem Nürburgring als Testeinsätze für 2020
  • Maro Engel und Luca Stolz pilotieren Mercedes-AMG GT3
  • Team aus der Eifel sowohl auf der Rundstrecke als auch im Rallyesport erfolgreich
Foto: ADAC-Motorsport

Neuzugang im ADAC GT Masters: Das Team Toksport WRT plant bei den beiden nächsten Läufen der "Liga der Supersportwagen" den Einsatz eines Mercedes-AMG GT3 als Probelauf für 2020. Pilotiert wird der GT3-Bolide in Zandvoort und auf dem Nürburgring vom Duo Luca Stolz (24, Brachbach) und Maro Engel (33, Monte Carlo) - beides Piloten, die über viel Erfahrung im ADAC GT Masters und mit dem Mercedes-AMG verfügen. 

"Das ADAC GT Masters ist eine der härtesten GT-Meisterschaften weltweit. Für uns als deutsches Team war es daher logisch dort anzutreten", sagt Teamchef Emre Buyukbayrak. "Wir wissen, wie hart umkämpft die Serie ist. Wir wollen möglichst viele Erfahrungen sammeln, da wir gerne 2020 mit zwei Fahrzeugen die komplette Saison bestreiten wollen. Mit Luca und Maro haben wir eine starke Fahrerpaarung und wollen daher auch um vordere Positionen kämpfen." 

Luca Stolz, der von 2014 bis 2018 im ADAC GT Masters antrat und einen Sieg sowie fünf Pole-Positions holte, freut sich auf die Rückkehr in die "Liga der Supersportwagen". "Es ist toll, wieder an zwei Rennwochenenden im ADAC GT Masters starten zu können", sagt der 24-Jährige. "Wir haben eine gute Fahrerbesetzung, die viel Erfahrung mit dem Mercedes-AMG hat und so dem Team helfen kann. Ich kenne es schon ein wenig, es arbeitet sehr professionell." 

Toksport WRT ist in Quiddelbach in der Eifel ansässig und engagiert sich sowohl im Renn- als auch im Rallyesport. Auf der Rundstrecke tritt das Team unter anderem in der ADAC GT Masters-Partnerserie Porsche Carrera Cup Deutschland an. Im Rallyesport setzt das Team mehrere Škoda Fabia R5 ein. Beim WM-Lauf in Chile gelang in diesem Jahr mit Shootingstar Kalle Rovanperä der Sieg in der WRC2-Pro-Wertung, in der Rallye-EM liegt Chris Ingram aktuell auf dem dritten Rang, und auch in der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) startet Toksport WRT immer wieder.

Interview mit Jamie Green vor seinem DTM-Heimrennen

Jamie Green: „Brands Hatch ist eine großartige Rennstrecke“

Jamie Green
Foto: Jens Hawrda
Nach der für ihn schwierigen Saison 2018 kämpft Jamie Green in der DTM in diesem Jahr wieder um Siege. Insgesamt 16 Mal stand er in der populären Rennserie schon ganz oben auf dem Podium, aber noch nie bei seinem Heimrennen in Brands Hatch. Das möchte der Audi-Pilot an diesem Wochenende ändern (Samstag und Sonntag jeweils ab 14 Uhr live auf SAT.1).

Freust du dich auf dein Heimrennen in Brands Hatch?

Auf jeden Fall! Es ist großartig, ein DTM-Rennen in meiner Heimat England zu haben. Ein echtes Heimspiel ist es für mich aber nicht wirklich, denn ich wohne rund zweieinhalb Stunden von Brands Hatch entfernt in Leicester. Mein Heimrennen wäre eher Donington und ein DTM-Rennen dort wäre auch klasse. Aber Brands Hatch ist eine großartige Rennstrecke. Vor allem der Grand Prix Circuit, auf dem wir seit dem vergangenen Jahr fahren, ist eine echte Herausforderung. Als ehemaliger Schauplatz des Formel-1-Grand-Prix hat die Strecke eine große Historie. Ich möchte dieses Rennen unbedingt gewinnen!

Kannst du dich noch erinnern, wann du das erste Mal in Brands Hatch warst?

Das war während meiner Kart-Zeit. Ich habe einige Fahrer verfolgt, die schon ins Rennauto aufgestiegen waren. Es war ein Rennen der Winterserie der Formel Palmer Audi auf dem Indy Circuit. Ich erinnere mich daran, dass es eiskalt war und regnete – und daran, wie steil die Paddock Hill Bend von außen betrachtet aussah.

Ist die berühmte Paddock Hill Bend die beste Kurve in Brands Hatch?

Die Paddock Hill Bend sticht natürlich heraus. Es ist Turn 1. Die Zuschauer können die Kurve gut sehen. Sie ist schnell. Es geht am Eingang bergauf und am Kurvenausgang steil bergab. Aber auf dem Grand Prix Circuit gibt es viele tolle Kurven. Auch die schnellen Kurven auf der anderen Seite der Rennstrecke, die man als Zuschauer nicht ganz so gut erreicht, sind eine große Herausforderung. Brands Hatch ist eine echte Highspeed-Rennstrecke.

Was unterscheidet Brands Hatch von anderen DTM-Rennstrecken?

Die meisten Strecken in Großbritannien haben sehr viel Charakter. Sie sind einzigartig und ziemlich anders als die modernen europäischen Strecken, auf denen wir normalerweise in der DTM fahren. Es ist schön, diese modernen Autos auf so eine traditionsreiche Strecke zu bringen. Vor meiner Zeit wurde der Formel-1-Grand-Prix von Großbritannien mehrmals in Brands Hatch ausgetragen. Es gibt legendäre Szenen mit James Hunt, Niki Lauda und später Nigel Mansell. Es ist ziemlich cool und abgefahren, dass wir 40, 50 Jahre später exakt dieselben Kurven fahren wie diese Jungs.

Wie schwierig ist das Überholen in Brands Hatch? Bei der Premiere im vergangenen Jahr gab es einige spektakuläre Szenen.

Im vergangenen Jahr war ich in der Lage zu überholen. Der entscheidende Faktor sind die Reifen. Wenn man zum Beispiel mit einer anderen Strategie unterwegs ist und frischere Reifen hat als sein Gegner, kann man in Brands Hatch definitiv überholen. Aber es ist eine jener Strecken, auf denen das Überholen schwieriger ist.

Welche Erinnerungen hast du an Brands Hatch?

Ich stand dort leider noch nie ganz oben auf dem Podium, auch nicht in der Formel Renault oder der Formel 3. Beim ersten Auftritt der DTM in Brands Hatch hätte ich 2006 auf dem Indy Circuit fast gewonnen, habe den Sieg aber durch einen Fehler verspielt. Ich habe also eher schmerzhafte Erinnerungen. Ich hoffe, wir können das dieses Wochenende ändern.

Wie gefallen dir die neuen Class-1-Rennwagen mit ihren mehr als 610 PS starken Turbomotoren?

Die Autos sind richtig gut und der Turbomotor ist wirklich fantastisch. Der kompakte Vierzylinder-Turbo hat spürbar mehr Leistung als der alte V8 und die Autos sind leichter. Die neuen Autos sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Technologie weiterentwickelt. Und uns Fahrern macht es viel Spaß. Ich genieße das sehr.

Wie bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Gefühlt hat die Saison für mich noch gar nicht richtig begonnen, was natürlich auch mit meiner Blinddarmentzündung zu tun hat. Durch die Operation habe ich Misano und auch das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring verpasst. Abgesehen davon war es bisher eine gute Saison. Ich stand schon zweimal auf dem Podium. Ich habe das Gefühl, dass mein Ingenieur und ich jedes Wochenende mit dem neuen Auto dazulernen. Es wäre toll, wenn wir das in Brands Hatch in einen Sieg umsetzen könnten.

Was hast du dir für die zweite Saisonhälfte vorgenommen?

Ich möchte mich weiter verbessern. Wir hatten zwei Podien, einen zweiten und einen dritten Platz. Das nächste Ziel sind Siege.

Zwischen den beiden DTM-Rennen in Assen und Brands Hatch bist du – genau wie deine DTM-Fahrerkollegen Robin Frijns, Nico Müller und René Rast – beim 24-Stunden-Rennen in Spa gestartet. Wie war das?

Das 24-Stunden-Rennen in Spa hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das ist ein Megaevent mit 73 GT3-Autos. Ohne die drei Durchfahrtstrafen, die gegen uns ausgesprochen wurden, hätten wir in die Top Fünf kommen können. Für mich war es das erste Mal, dass ich ein 24-Stunden-Rennen beenden konnte. Das war eine neue Erfahrung. Und es war mein erster Einsatz für Land Motorsport. Das ist ein sehr professionelles Team und ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr wieder in Spa fahren kann.