Montag, 22. Juli 2019

Doppeltes Punkteresultat für den Aston Martin Vantage DTM in Assen

  • Auftakt in die zweite Saisonhälfte: Daniel Juncadella und Paul Di Resta fahren auf dem TT Circuit Assen auf die Plätze sieben und acht
  • Daniel Juncadella: „Vielen Dank an mein Team für die harte Arbeit. Sie haben das Auto nach dem Defekt gestern super schnell repariert und dieses Ergebnis absolut verdient.“
  • Paul Di Resta: „Es war ein gutes Rennen, hätte aber noch viel besser sein können.“
  • Dr. Florian Kamelger: „Eine sehr gute Mannschaftsleistung mit der passenden Reifenstrategie. Assen hat gezeigt, dass wir mit einer guten Strategie auch bei trockenen Bedingungen achtbare Ergebnisse erzielen können.“

R-Motorsport eröffnete am Sonntag auf dem TT Circuit Assen die zweite Hälfte in seiner DTM-Debütsaison mit einer doppelten Punkteankunft.

Nach dem verregneten Samstagsrennen präsentierte sich die Strecke am Sonntagnachmittag in Topverfassung. So konnte der zehnte von achtzehn Saisonläufen bei trockenen Bedingungen über die Bühne gehen.
Daniel Juncadella holt Platz 7 für Aston Martin am Sonntag in Assen
Foto: Jens Hawrda
Daniel Juncadella (28, Spanien) hatte im ersten Rennen am Samstag noch Pech und fiel mit einem technischen Defekt aus. Am Sonntag zeigte der Spanier eine starke Leistung und lag schon früh auf seinem langen ersten Stint innerhalb der Punkteränge. Nach seinem Boxenstopp in Runde 22 arbeitete er sich immer weiter nach vorne und kämpfte zwischenzeitlich sogar um den fünften Rang. Am Ende belegte er Platz sieben.
Platz 8 für Paul Di Resta in Assen
Foto: Jens Hawrda
Paul Di Resta (33, Großbritannien), der am Samstag bei schwierigen Bedingungen die drittschnellste Rennrunde gefahren war, setzte seine starke Vorstellung an diesem Wochenende auch im zweiten Lauf fort. Di Resta kam nach 21 Umläufen zu seinem Pflichtstopp an die Box und verbesserte sich danach in der Schlussphase Stück für Stück bis in die Punkteränge. Der DTM-Champion des Jahres 2010 überquerte die Ziellinie direkt hinter Daniel Juncadella auf Rang acht.

Ferdinand von Habsburg (22, Österreich) legte seinen Pflichtboxenstopp in Runde 20 ein und beendete das Rennen auf Position zwölf. Für Jake Dennis (24, Großbritannien) war der zehnte Saisonlauf leider schon kurz nach der Rennmitte beendet. Der Brite musste sein Fahrzeug mit einem technischen Defekt in der Box abstellen.

Das sechste Rennwochenende in der Debütsaison des Teams führt R-Motorsport am 10. und 11. August zum Heimrennen von Aston Martin auf die britische Traditionsstrecke in Brands Hatch.

Sonntag, 21. Juli 2019

Marco Wittmann (BMW) zeigt in Assen grandiose Aufholjagd vom letzten auf den zweiten Platz

Marco Wittmann fährt vom letzten Platz auf Platz zwei
Foto: Jens Hawrda
Im zehnten DTM-Rennen des Jahres in Assen (NED) hat Marco Wittmann (GER) im Schaeffler BMW M4 DTM eine beeindruckende Aufholjagd gezeigt und sich vom 18. Startplatz auf die zweite Position vorgearbeitet. Nach seinem Sieg am Samstag bei nassen Bedingungen war der BMW Team RMG Fahrer auch im Trockenen am Sonntag der bestplatzierte BMW Pilot im Feld. Der Sieg ging an Audi-Pilot Mike Rockenfeller (GER).

Wittmanns BMW Fahrerkollegen blieben auf dem „TT Circuit“ ohne Punkte. Philipp Eng (AUT, ZF BMW M4 DTM), Timo Glock (GER, JiVS BMW M4 DTM) und Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) mussten sich mit den Positionen 13, 14 und 15 begnügen. Joel Eriksson (SWE, CATL BMW M4 DTM) und Bruno Spengler (CAN, BMW Bank M4 DTM) schieden vorzeitig aus.

Im Vordergrund stand bei allen Piloten das Reifenmanagement. Wittmann gelang es, mit nur einem Stopp ins Ziel zu kommen und so seine sensationelle Aufholjagd vom Ende des Feldes mit einem Podiumsplatz zu krönen. In der Fahrerwertung belegt er mit nun 118 Punkten Rang drei. Der Rückstand auf den Führenden René Rast (GER, Audi) beträgt 40 Zähler. Bei den Herstellern hat BMW nun 406 Punkte auf dem Konto.

Mike Rockenfeller gewinnt Reifenschlacht in Assen

  • Reifenkrimi entscheidet Sonntagsrennen
  • René Rast nach zweitem Boxenstopp und Aufholjagd noch Fünfter
  • Sieben der acht Audi RS 5 DTM unter den besten zehn
Mike Rockenfeller
Foto: Jens Hawrda

Spektakuläre DTM-Premiere im niederländischen Assen: Nach der Regenschlacht am Samstag erlebten die Zuschauer auf dem berühmten TT Circuit am Sonntag auf trockener Strecke einen irren Reifenkrimi, den Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix für sich entschied. Mit Nico Müller auf Platz drei gelang Audi wie am Vortag ein Doppelpodium. Tabellenführer René Rast kam in seinem 50. DTM-Rennen trotz eines zweiten Boxenstopps noch auf Platz fünf ins Ziel.

Mit fünf Audi RS 5 DTM auf den besten fünf Startplätzen hatte Audi für das erste Rennen der zweiten Saisonhälfte eine perfekte Ausgangsposition. Allerdings hatte sich schon im Freien Training am Freitag abgezeichnet, dass die Reifen in Assen auf trockener Strecke extremen Belastungen ausgesetzt sind. „Heute ging es darum, schnell zu fahren und gleichzeitig die Reifen zu schonen“, sagte Mike Rockenfeller nach seinem ersten DTM-Sieg seit Zandvoort 2017. „Es war schwierig zu fühlen, was die Reifen machen. Im zweiten Stint konnte ich sie gut managen und attackieren, aber es war alles andere als einfach. Danke an mein Team! Heute war ein perfekter Tag: Im Qualifying und im Rennen lief alles super. So kann man in der DTM gewinnen.“

Von Startplatz drei aus ins Rennen gegangen, lag Rockenfeller nach dem Start zunächst hinter dem Trainingsschnellsten René Rast vom Audi Sport Team Rosberg auf Platz zwei. Der DTM-Spitzenreiter hatte zeitweise einen komfortablen Vorsprung, musste dann aber als Führender ein zweites Mal zum Reifenwechsel an die Box kommen. „Ich dachte, ich hätte alles unter Kontrolle, aber plötzlich gingen die Reifen komplett in den Keller“, sagte Rast, der durch den zweiten Stopp auf Platz 13 zurückfiel. Mit einer spektakulären Aufholjagd und Rundenzeiten, die teilweise bis zu fünf Sekunden schneller waren als die seiner Gegner, kämpfte er sich in den letzten neun Runden noch auf Platz fünf nach vorn. 

Nico Müller vom Audi Sport Team Abt Sportsline sicherte sich den dritten Platz. Der Schweizer verlor bei seinem Boxenstopp durch ein Problem am Schlagschrauber viel Zeit und musste am Ende wegen eines sich anbahnenden Reifenschadens im Kampf um Platz zwei das Tempo drosseln. „Ein Hinterreifen verlor bereits Luft, sonst hätte ich Marco (Wittmann) noch attackieren können“, sagte Müller. „Ich habe am Anfang hinter den anderen Autos meine Reifen etwas überstrapaziert. Deshalb bin ich früher an die Box gekommen und hatte einen langen zweiten Stint vor mir. Es war extrem schwierig, die Reifen am Leben zu halten. Am Ende wurde es richtig eng. Mit zwei Podiums an diesem Wochenende bin ich sehr zufrieden.“

Jonathan Aberdein gelang mit Platz vier das bisher beste DTM-Ergebnis des Kundenteams WRT Team Audi Sport. Mit Robin Frijns, Jamie Green und Pietro Fittipaldi auf den Plätzen sechs, neun und zehn kamen sieben der acht Audi RS 5 DTM in die Punkteränge. Nur Loïc Duval verpasste als Elfter knapp einen Punkt. Der Franzose wechselte wie Rast zweimal die Reifen.

„In diesem Rennen ist unglaublich viel passiert“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „René war sehr schnell, hat dann aber irgendwie seine Reifen überstrapaziert. Ein fünfter Platz ist bei zwei Boxenstopps trotzdem noch ein sehr gutes Ergebnis. Ich freue mich sehr für Mike und Nico, der am Ende auch noch einen Reifenschaden hatte. Es war ein fantastisches Rennen vor einer tollen Kulisse. Ich glaube, die Fans haben heute ein richtiges Spektakel gesehen. Wir kommen auf jeden Fall sehr gerne wieder zurück nach Assen – nicht nur wegen des starken Ergebnisses heute.“

Audi holte am Sonntag 68 von 88 möglichen Punkten und vergrößerte seinen Vorsprung in der Herstellerwertung auf BMW auf 170 Punkte. In der Fahrerwertung führt René Rast mit 158 Punkten vor Nico Müller (136) und Marco Wittmann (118), der am Sonntag als einziger BMW-Pilot Punkte holte. In der Teamwertung liegt das Audi Sport Team Rosberg weiter vor dem Audi Sport Team Abt Sportsline an der Tabellenspitze.

Weiter geht es in der DTM am 10. und 11. August in Brands Hatch. Der Traditionskurs vor den Toren Londons gilt als anspruchsvollste Rennstrecke des Jahres, auf die sich alle Audi-Piloten schon jetzt freuen.

Julian Puffe erobert die Superbike-Spitze zurück, aber Ilya Mikhalchik bleibt dran

Mehr als 124.000 Zuschauer feierten die IDM Superbike 1000 am Wochenende im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Deutschlands höchste Klasse im Motorradstraßenrennsport revanchierte sich mit einzigartigen Positionskämpfen in beiden Wertungsläufen und einem neuen Spitzenreiter in der Gesamtwertung. 

Beim ersten Rennen standen die Fahrer von drei verschiedenen Marken auf dem Siegerpodest: BMW, Kawasaki, Yamaha. Ilya Mikhalchik und Polesetter Julian Puffe (beide alpha Racing-Van Zon-BMW) hatten sich an der Spitze abgesetzt. Der 23-jährige Schleizer übernahm zunächst die Führungsarbeit. Als ihm in der Kurzanbindung des Nürburgrings das Vorderrad leicht einklappte, zog der IDM-Titelverteidiger aus der Ukraine an Puffe vorbei. 

Das brisante Duell – Mikhalchik und Puffe trennte vor dem Rennen ein einziger Punkt in der Gesamtwertung – endete vorzeitig in der 16. Runde. Mikhalchik rollte aus: technischer Defekt an der S 1000 RR. Er musste zusehen wie Puffe siegte, die Meisterschaftsführung übernahm und einen 24-Punkte-Vorsprung errang.

Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos Racing) fuhr dahinter ein einsames Rennen, hatte eine große Lücke nach vorn und viel Luft nach hinten. Es war der vierte Podiumserfolg für die Grünen in diesem Jahr. Dritter wurde Marc Moser (MGM Racing Performance, Yamaha). Der 25-Jährige hatte zum Saisonbeginn Podestplätze angekündigt, war aber bisher vom Pech verfolgt. Dass ihn der dritte Platz gleichzeitig in die Top Ten der IDM Superbike 1000 brachte, fühlte sich für ihn an wie ein Befreiungsschlag. Moser hatte im spannendsten Fight des Laufes gesteckt, in dem sich desweiteren Alex Polita (Holzhauer Racing Promotion, Honda), Jan Mohr (BCC Racing Team, BMW) und Toni Finsterbusch (Suzuki Mayer) beharkt hatten. Keine Runde kam ohne Positionswechsel aus.

Im Sonntagsrennen schlug Ilya Mikhalchik zurück. Er siegte vor seinem Teamkollegen Julian Puffe. Der Ukrainer verkürzte damit den Rückstand zum Deutschen auf 19 Punkte. Der 22-Jährige ließ sich in der Auslaufrunde von seinen Kontrahenten und den Fans ausgelassen feiern. Mikhalchik tanzte den Hopak, einen ukrainischen Volkstanz. Der dritte Mann auf dem Podium war mit Erwan Nigon kein Unbekannter. Der Franzose verteidigte damit seinen dritten Platz in der Tabellenwertung.

Vierter wurde Alessandro Polita (HRP Honda). Auf Position fünf sah Marc Moser die schwarz-weiß-karierte Flagge. Der Yamaha-Fahrer musste eine Aufholjagd starten. Zu Beginn des Rennens waren vor ihm zwei Fahrer gestürzt, Moser musste in einem großen Bogen ausweichen, was ihn bis auf die drittletzte Position zurückwarf.

Der Auftritt der IDM Superbike 1000 gehörte zu den Highlights im Rahmen des 34. Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix. Die Motor Presse Stuttgart als IDM-Veranstalter und die Truck-GP-Organisation feierten eine gelungene Premiere. „Es hat alles reibungslos geklappt. Die Strecke wurde für unsere Fahrer mit größtem Aufwand immer hervorragend präpariert. Alle Bedenken, die im Vorfeld hinsichtlich der Befahrung des Rings durch die Renn-Trucks geäußert wurden, haben sich zerstreut. Die Superbiker haben sich für eine Wiederholung der Kooperation ausgesprochen, falls die Möglichkeit besteht“, sagt IDM-Serienmanager Normann Broy.

Bereits am nächsten Wochenende (26. bis 28. Juli 2019) gastiert die IDM auf dem Schleizer Dreieck, dann wieder mit allen Prädikatsklassen und drei Cups im Rahmenprogramm.

Rockenfeller siegt bei Reifen-Krimi in Assen

  • „Reifenflüsterer“ Rockenfeller siegt erstmals wieder seit 2017
  • Wittmann vs. Müller – Titelkandidaten machen mit Podiumsresultaten Boden auf Rast gut
  • Aston Martin erneut in den Punkterängen
Mike Rockenfeller Siegt am Sonntag in Assen
Foto: Jens Hawrda

Oben auf in den Niederlanden – Mike Rockenfeller (GER) hat in Assen erstmals seit zwei Jahren ein DTM-Rennen gewonnen. Zuletzt war der Audi-Fahrer im Jahr 2017 in Zandvoort erfolgreich – ebenfalls in den Niederlanden. Schlüssel zum Erfolg: Der sorgsame Umgang mit und die clevere Einteilung der Hankook-Wettbewerbsreifen. Rockenfeller absolvierte die Renndistanz in Assen mit nur dem einen Pflichtstopp – und entschied das Rennen für sich. Auch seine Konkurrenten Marco Wittmann (GER, BMW) und Nico Müller (SUI, Audi) waren als Zweite und Dritte mit dieser Strategie erfolgreich, Wittmann sogar vom letzten Startplatz aus.

Damit machten die Verfolger in der Meisterschaft Boden gut. Allerdings sorgte der Gesamtführende René Rast (GER, Audi) mit einer beherzten Schlussphase dafür, dass es nur wenige Zähler waren, die die beiden aufholten. Der Polesitter kreuzte als Fünfter die Ziellinie – war allerdings nur acht Runden vor Schluss mit einem zusätzlichen, zudem nicht ganz optimalen Boxenstopp von der führenden Position auf den 13. Platz zurückgefallen. Platz vier ging an den beeindruckenden Rookie Jonathan Aberdein (RSA, Audi).
Daniel Juncadella mit starker Leistung auf Platz sieben
Foto: Jens Hawrda
Juncadella krönt starke Aston-Martin-Leistung mit Platz sieben

Die starke Pace von Aston Martin im Rennen setzte Daniel Juncadella (ESP) in einen beachtenswerten siebten Platz um. Auch Juncadella profitierte vom schonenden Umgang mit den Reifen und nur einem Boxenstopp im Rennen. Kurz vor dem Fallen der Zielflagge sah es sogar so aus, als könne er nach Rang fünf greifen – Juncadella setzte sich neben „Local Hero“ Robin Frijns (NED, Audi), konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Beide musste sich zudem dem heranstürmenden René Rast wenige Kurven vor Schluss geschlagen geben.

Vorteil, Rast: mit 22 Punkten Vorsprung nach Brands Hatch

Nach dem ersten Auftritt der DTM auf dem TT Circuit in Assen führt René Rast die Meisterschaft mit 158 Punkten weiter an. 22 Zähler beträgt sein Vorsprung auf Audi-Markenkollege Müller. Der Sieger vom Samstag, Marco Wittmann, hat nach den Rennen in Assen 118 Punkte auf dem Konto, Philipp Eng (AUT, BMW) 111. Mike Rockenfeller kommt mit dem Assen-Sieg am Sonntag auf 94 Punkte.