Dienstag, 4. Juni 2019

Weltmeister Tarquini startet in der ADAC TCR Germany

  • Der Italiener steuert auf dem Red Bull Ring das VIP Auto des Hyundai Team Engstler
  • Ex-Formel-1-Pilot Tarquini: "Freue mich, wieder in einer deutschen Serie zu starten"
  • Mit 57 Jahren noch Weltspitze: "Leidenschaft für den Motorsport hat nie nachgelassen"
Gabriele Tarquini startet für das Hyundai Team Engstler am Red Bull Ring
Foto: ADAC-Motorsport

Prominenter Gaststarter in der ADAC TCR Germany: Beim dritten Rennwochenende der Tourenwagenserie des ADAC auf dem Red Bull Ring (7. bis 9. Juni) wird Gabriele Tarquini, 2018 Champion des FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR, an den Start gehen. Der Italiener steuert das VIP Auto des Hyundai Team Engstler und freut sich auf sein Debüt im Hyundai i30 N TCR in der deutschen Serie. SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV. Online sind die Läufe im Livestream auf SPORT1.de und adac.de/motorsport sowie auf dem Facebook-Kanal der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac zu sehen. 

"Ich habe im vergangenen Jahr viele Rennen im Fernsehen gesehen, insbesondere nach dem Einstieg von Hyundai", sagt Tarquini, der an der Entwicklung des Hyundai i30 N TCR eng beteiligt war: "Die Rennen sind sehr spannend und toll anzusehen, da das Niveau der Piloten sehr hoch ist. Ich freue mich, nach der STW-Saison 1999 wieder in einer deutschen Rennserie zu starten." 

Tarquini ist schon seit Jahrzehnten im Motorsport aktiv, der 57-Jährige denkt aber längst noch nicht ans Aufhören. Der Motorsport steht im Mittelpunkt - entsprechend professionell bereitet sich der Italiener vor. Er beteiligt sich an der Abstimmung des Autos und treibt viel Sport, um auch körperlich mit den meist deutlich jüngeren Konkurrenten mithalten zu können. Ein Geheimnis habe er aber nicht, versichert Tarquini lachend. "Meine große Leidenschaft für den Motorsport hat nie nachgelassen, und deshalb fühle ich auch durch mein Alter hinter dem Lenkrad kein Handicap", sagt er. 

Vielmehr sei sein Alter in gewisser Hinsicht sogar ein Vorteil, denn "meine große Erfahrung hilft mir beim Abstimmen des Fahrzeugs und dabei, die Rennen zu managen", sagt er. "Ich weiß, dass meine Karriere eines Tages zu Ende sein wird, aber ich hoffe, der Zeitpunkt ist noch möglichst weit entfernt." 

Tarquini fuhr unter anderem in der Formel 1, startete aber allen voran in den TCR-Klassen beeindruckend durch. 2018 sicherte er sich den Titel in der WTCR, in diesem Jahr belegt er nach vier von zehn Rennwochenenden den siebten Platz und hat bereits zwei Laufsiege gefeiert. Und das stets im Hyundai i30 N TCR. "Ich bin in das Projekt seit der ersten Runde auf einer Rennstrecke - im April 2017 in Aragón - involviert", sagt der Italiener: "Seitdem haben wir nicht aufgehört, das Auto weiterzuentwickeln." 

"Ich war 2017 in der TCR International in China der Fahrer, der mit dem i30 N TCR den ersten Sieg eingefahren hat. Im vergangenen Jahr habe ich die FIA WTCR gewonnen", erzählt Tarquini: "Ich fühle mich in diesem Rennwagen einfach zu Hause." Die Fans der ADAC TCR Germany können sich davon am Wochenende ein Bild machen. 

Montag, 3. Juni 2019

Das ADAC GT Masters am Red Bull Ring: Highspeed in den Alpen

  • Audi-Fahrer Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde reisen als Tabellenführer an
  • Rekordgewinner Corvette will nach bereits zwei Saisonsiegen in Spielberg nachlegen
  • Starkes österreichisches Aufgebot mit guten Chancen
Foto: Jens Hawrda

Das ADAC GT Masters macht am kommenden Wochenende (7.-9. Juni) Station auf der schnellsten Strecke des Jahres. Auf dem Red Bull Ring treten die 31 Supersportwagen zum dritten Lauf des Jahres an. Die Audi-Piloten Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) reisen zwar als Gesamtführende nach Österreich, doch die Konkurrenz will dem Duo die Spitzenposition streitig machen. Dazu gehört auch ein starkes Aufgebot an österreichischen Fahrern und Teams, das vor heimischem Publikum glänzen will. SPORT1 überträgt die Rennen jeweils live und in voller Länge. Der Durchgang am Samstag startet um 14.45 Uhr, Sonntag beginnt das Rennen wie gewohnt um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. 

Das Duo Niederhauser und Ex-Champion van der Linde übernahm dank seines Sieges im Samstagsrennen des vergangenen Laufs in Most erstmals die Tabellenführung. Nun steht jedoch mit dem schnellen Red Bull Ring ein Kurs an, auf dem Audi im ADAC GT Masters bisher noch nicht gewonnen hat. Niederhauser: "Ich mag die Strecke sehr. Die Umgebung erinnert mich an mein Heimatland Schweiz und deswegen fühle ich mich heimisch. Der Kurs liegt dem Audi leider nicht so gut, aber wir werden alles geben. Die Top 10 sollten auf jeden Fall drin sein. Das Ziel ist, viele Punkte zu sammeln und möglichst die Tabellenführung zu verteidigen." 

Ebenfalls schon einmal 2019 siegreich war Lokalmatador Thomas Preining (20/A, Precote Herberth Motorsport), der die österreichischen Piloten anführt. Zusammen mit Titelverteidiger Robert Renauer (34/Jedenhofen) feierte der Porsche-Junior aus Linz einen sensationellen Einstand im ADAC GT Masters, als er das Sonntagsrennen beim Auftakt in Oschersleben gewann. Einen weiteren Neunelfer pilotiert sein Landsmann Klaus Bachler (27/A, Küs Team75 Bernhard). "Ich freue mich extrem auf das Heimspiel", so der Unzmarkter. "Ich denke, dass unser Auto zum Red Bull Ring passt, daher haben wir aussichtsreiche Chancen. Wichtig sind hier gute Bremsen, eine gute Aerodynamik, aber in den engen Ecken auch eine gute Traktion und mechanischer Grip." Zwei Audi-Piloten zählen ebenfalls zum Aufgebot der Alpenrepublik: Max Hofer (20/A, Montaplast by Land-Motorsport) und Simon Reicher (19/A, T3 Motorsport). Komplettiert wird das österreichische Kontingent von ADAC-Formel-4-Aufsteiger Mick Wishofer (19/A, Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) im Mercedes-AMG. 

Die kürzeste Anreise zum Red Bull Ring hat jedoch die Mannschaft von Orange1 by GRT Grasser, deren Teamsitz nur einen Steinwurf entfernt in Knittelfeld beheimatet ist. Gleich drei Lamborghini Huracán GT3 Evo bringt die Mannschaft, die bereits 2015 und 2017 auf dem Red Bull Ring siegte und im vergangenen Jahr im verregneten Sonntagsrennen nur knapp an einem weiteren Triumph vorbeischrammte, an den Start. 2019 erzielte das Team bereits zwei Pole-Positions, der erste Sieg steht jedoch noch aus. Nun will der Rennstall von Gottfried Grasser, der aktuell Rang zwei der Team-Wertung belegt, nachlegen. Auf ein gutes Ergebnis hofft auch Ferrari-Pilot Sebastian Asch (32/Ammerbuch), der zusammen mit Luca Ludwig (30/Alfter) den Ferrari 488 GT3 von HB Racing, dem zweiten österreichischen Team im Feld, pilotiert: "Es ist das Heimspiel meines Teams und natürlich würde ich ihnen gerne dort ein Podium bescheren. Wir müssen sehen, wie wir auf der Strecke zurechtkommen. Sie hat einen sehr hohen Topspeed-Anteil, weshalb andere Autos wohl eher im Vorteil sind. Andererseits ist Luca vergangenes Jahr im Sonntagsqualifying auf Platz zwei gefahren, also sieht es vielleicht gar nicht so schlecht aus. Die Strecke selbst gefällt mir auf jeden Fall sehr gut und liegt mir auch. 2015 haben Luca und ich dort unseren ersten gemeinsamen Podiumsplatz im ADAC GT Masters eingefahren und sind später Meister geworden. Das ist doch ein gutes Omen für das Rennen in diesem Jahr." 

Zu den Favoriten zählen in der Steiermark die beiden Corvette C7 GT3-R, die wie das Vorgängermodell Z06.R GT3 bereits vier Mal auf dem Alpenkurs gewonnen hat. 2018 triumphierte der US-Sportwagen von Callaway Competition in beiden Rennen - einer der damaligen Piloten: Marvin Kirchhöfer (25/Luzern), der sich die Corvette in diesem Jahr erstmals mit Markus Pommer (28/Neckarsulm) teilt. Das auf dem zweiten Gesamtrang liegende Duo legte ebenfalls einen vielversprechenden Saisonstart hin und holte in den ersten vier Rennen zwei Siege. "Ich denke, es wird in diesem Jahr für uns schwieriger", so Kirchhöfer. "Daher wäre ich mit zwei Top-3-Ergebnissen sehr zufrieden. Der Red Bull Ring ist auf jeden Fall eine meiner bevorzugten Strecken. Wichtig ist dort eine gute Fahrzeugbalance, denn die Kurven sind sehr unterschiedlich. Die Kurven 3 und 4 sind sehr langsam. Dort sind daher gute Bremsen wichtig. Die Sektoren zwei und drei sind dagegen flüssig und schnell. Hier spielt die Aerodynamik eine wichtige Rolle. Power kann auf dem Red Bull Ring natürlich auch nicht schaden." 

Mit der ADAC GT4 Germany, der ADAC TCR Germany, der ADAC Formel 4 sowie dem Porsche Carrera Cup Deutschland erleben die Zuschauer in Spielberg umfangreiche Motorsportaction. Beim Pitwalk (Samstag, 11.00-11.30 Uhr und Sonntag, 10.35-11.20 Uhr) können die Fans in der Boxengasse hinter die Kulissen des ADAC GT Masters blicken. Autogrammjäger dürfen sich aber auch auf das Meet the Drivers vor der ADAC Hospitality im Fahrerlager (Samstag, ab 17.20 Uhr) freuen. 

Mittwoch, 29. Mai 2019

Andrea Dovizioso: „Ich werde es einfach genießen“

Interview mit dem Ducati-MotoGP-Werksfahrer vor seinem DTM-Gasteinsatz in Misano

Andrea Dovizioso, Ducati Panigale V4 R, Audi RS 5 DTM
Foto: Audi-Motorsport / Malte Christians
Der Ducati-Pilot Andrea Dovizioso hat sich bei Testfahrten mit dem Audi RS 5 DTM auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli auf seinen Gasteinsatz bei dem DTM-Event in Misano vorbereitet. Anschließend ließ der italienische MotoGP-Star die anderthalb Testtage Revue passieren.

Herr Dovizioso, was bedeutet es Ihnen, auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli Ihre DTM-Premiere zu erleben?
Gerade für uns italienische Rennfahrer hat der Kurs aufgrund seiner Tradition natürlich einen großen Stellenwert. Ich persönlich bin in der Nähe aufgewachsen. Vergangenes Jahr konnte ich zudem das Moto-GP-Rennen in Misano gewinnen. Der Kurs hat für mich daher ganz klar etwas Besonderes. Umso mehr hat es mich gefreut und auch ein wenig stolz gemacht, als die Anfrage kam, ob ich bei den DTM-Rennen in Misano als Gastfahrer dabei sein möchte.

Wie viel Spaß haben Ihnen die Runden im Audi RS 5 DTM bereitet?
Sehr viel Spaß! Ich liebe generell neue Herausforderungen. Und ein Rennauto wie den RS 5 DTM mit so viel Leistung auf einer richtigen Rennstrecke am Limit zu bewegen war definitiv neu für mich. Es hat richtig Laune gemacht.
Design des Audi R5 DTM (WRT Team Audi Sport) mit dem Andrea Dovizioso in Misano starten wird
Bild: Audi-Motorsport
Was war für Sie die größte Umstellung beim Wechsel von Ihrer Ducati Desmosedici GP in den RS 5 DTM?
Für mich war die größte Umstellung die Ideallinie. Mit dem RS 5 DTM ist die natürlich eine ganz andere als mit der Ducati Desmosedici.

Gab es etwas, das Sie überrascht hat?
Ja, ich war erstaunt, wie gut sich das Rennauto noch kontrollieren lässt, wenn das Heck mal leicht ausbricht. Auch bei niedrigen Drehzahlen hat der Motor genügend Leistung, um kleinere Slides noch abfangen zu können.

Was war für Sie die Herausforderung?
Mir hat am meisten Probleme bereitet, in den schnellen Kurven wirklich ans Limit zu gehen. Vor allem während der ersten sechs, sieben Runden. Dafür hat mir noch das Gespür gefehlt. Eigentlich generieren die DTM-Rennautos so viel Abtrieb, dass theoretisch noch mehr möglich ist. Mit der MotoGP-Maschine ist das etwas ganz anderes. Ich wusste, dass die DTM-Piloten in bestimmten Kurven voll fahren. Als ich die Passagen dann selbst mit dem RS 5 DTM gefahren bin, dachte ich: das ist unmöglich. Mattias hat mir dann sehr geholfen.
Andrea Dovizioso und Mattias Ekström
Foto: Audi-Motorsport / Malte Christians
Wie war die Zusammenarbeit mit Mattias (Ekström) und dem Team?
Aus meiner Sicht hat die Zusammenarbeit zwischen uns beiden bestens funktioniert. Anders hatte ich es auch nicht erwartet, bei jemandem wie Mattias. Das Gleiche gilt für die gesamte Crew von Audi Sport. Die Unterstützung, die ich bekommen habe, war einfach überwältigend. Wir haben die Zeit, die uns zum Testen zur Verfügung stand, perfekt genutzt. So konnten wir nicht nur viele Runden drehen, sondern auch vieles simulieren, das am Rennwochenende auf mich zukommen wird. Anfangen von Starts über Boxenstopps und Reifenmanagement.

Mit welchen Erwartungen schauen Sie auf Ihre DTM-Premiere nächste Woche?
Was die Platzierungen anbelangt, habe ich keine Erwartungen. Das Niveau in der DTM ist bekanntermaßen extrem hoch. Ich habe mir viele Rennen angeschaut, alle scheinen sehr eng beieinander zu sein. Ich werde versuchen am Feld dranzubleiben, aber das ist aus meiner Sicht das Maximum. In vielen Momenten ist eben Erfahrung gefragt, die mir natürlich fehlt. Daher werde ich mir keine unrealistischen Ziele setzen und es einfach genießen.
Andrea Dovizioso
Foto: Audi-Motorsport / Malte Christians
Das Rennwochenende liegt genau zwischen zwei MotoGP-Rennen. Wie meistern Sie den vollen Terminplan?
Es ist nicht einfach, keine Frage. Aber ich bin es auch schon ein wenig gewohnt. Zwischen den MotoGP-Rennen bin ich sonst auch häufig unterwegs, etwa beim Motorcross. Ich mag die Abwechslung.

Werden Ihre Familie und Freunde bei den Rennen in Misano zuschauen?
Ja, davon gehe ich aus. Viele aus meiner Familie und von meinen Freunden verfolgen meine Rennen und sind generell sehr Motorsport-affin. Ich hoffe, sie werden Spaß haben, bei meinen DTM-Rennen zuzusehen.

Sonntag, 26. Mai 2019

Ducati-Werksfahrer Dovizioso bereit für DTM-Gaststart

Andrea Dovizioso, Audi RS 5 DTM
Copyright: Audi Communications Motorsport / Malte Christians
Der Ducati-Pilot Andrea Dovizioso hat erfolgreich die letzte Stufe der Vorbereitung auf seinen DTM-Gasteinsatz gemeistert. Mit dem über 610 PS starken Audi RS 5 DTM drehte der italienische MotoGP-Star insgesamt 183 Runden auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli. Dabei stand dem 33-Jährigen der langjährige Audi-DTM-Pilot und zweifache DTM-Champion Mattias Ekström als Coach zur Seite. Die anderthalb Testtage auf der 4,226 Kilometer langen Rennstrecke unweit der Adriaküste dienten Dovizioso vor seiner DTM-Premiere am 8. und 9. Juni in Misano letztmalig als Gelegenheit, sich auf den RS 5 DTM und die Abläufe eines DTM-Rennwochenendes einzustimmen. Zuvor sammelte der Ducati-Werksfahrer bereits erste Erfahrungen im Simulator des Audi Kompetenz-Center Motorsport in Neuburg a. d. Donau und absolvierte einen kurzen Roll-Out mit dem DTM-Rennauto von Audi Sport. „ Es war sehr wichtig für mich, hier in Misano vorher zu testen, denn das Niveau in der DTM ist extrem hoch. Zudem muss man beim Fahren auf viele Dinge gleichzeitig achten. Mit der Hilfe von Mattias und dem ganzen Team hier vor Ort konnte ich viele Runden absolvieren, um hoffentlich dann am Rennwochenende mit dem Feld mithalten zu können“, sagte Dovizioso.

Formel E: Lucas di Grassi siegt souverän beim Audi-Heimspiel in Berlin

  • Überlegener Erfolg beim E-Prix in Berlin-Tempelhof
  • Platz sechs für Vorjahressieger Daniel Abt
  • Kundenteam Envision Virgin Racing punktet ebenfalls

Lucas di Grassi siegt in Berlin
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Audi Sport ABT Schaeffler bleibt bei seinem Heimspiel in der Formel E als Audi-Werksteam ungeschlagen. Nach dem Sieg von Daniel Abt im vergangenen Jahr triumphierte beim E-Prix in Berlin dieses Mal Lucas di Grassi.

Für den Brasilianer war es der zehnte Sieg in der Elektrorennserie, mit dem er sich in der Gesamtwertung der Formel E auf den zweiten Platz hinter Titelverteidiger Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) verbesserte. Auch in der Teamwertung liegt Audi Sport ABT Schaeffler nach seinem insgesamt 40. Podium in der Formel E vor den letzten drei Rennen in Bern (22. Juni) und New York (13./14. Juli) auf Rang zwei.

Vor den Augen der Audi-Vorstände Hans-Joachim Rothenpieler (Technische Entwicklung) und Wendelin Göbel (Personal und Organisation) spielte di Grassi in Berlin die Stärken des Audi e-tron FE05 voll aus. Obwohl er am Samstagmorgen in der ungünstigen ersten Gruppe ins Qualifying gehen musste, sicherte sich der Audi-Pilot den dritten Startplatz. „Von diesem Moment an habe ich gewusst, dass wir heute gewinnen können“, sagte di Grassi, der im Rennen nur fünf Runden brauchte, um die Führung zu erobern. Ab diesem Moment setzte sich der Brasilianer von seinen Verfolgern ab, kontrollierte das Tempo bis ins Ziel und sicherte sich auch noch den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde.
Lucas di Grassi, Audi e-tron FE05 #11 (Audi Sport ABT Schaeffler)
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
„Das war heute ein sehr strategisches Rennen“, sagte di Grassi. „Es ging um Energiemanagement und wir haben gezeigt, dass unser Auto sehr effizient ist. Das Heimrennen von Audi vor einem so enthusiastischen Publikum zu gewinnen, ist einfach fantastisch. Wir sind wieder voll im Titelkampf und feiern heute Abend eine große Party.“

Auch Daniel Abt zeigte eine starke Leistung. Der Vorjahressieger war als Schnellster seiner Qualifyinggruppe nur 27 Tausendstelsekunden langsamer als sein Teamkollege, verpasste damit aber knapp die „Super Pole“. Von Startplatz sechs war Abt das ganze Rennen über in harte Zweikämpfe verwickelt.

„Ehrlich gesagt hatte ich mir mehr erhofft als Platz sechs“, sagte Abt. „Aber ich war mitten im Getümmel. Da ging es mächtig zur Sache und ich habe mir bei einer Berührung meine Lenkung verbogen. Ein hartes Rennen, aber ein paar gute Punkte. Und natürlich freue ich mich mit Lucas und dem ganzen Team über unseren neuerlichen Heimsieg. Einfach großartig!“

„Ich bin extrem glücklich, dass wir in Berlin erneut für Audi gewonnen haben“, sagte Teamchef Allan McNish. „Nach dem Freien Training gestern wussten wir nicht wirklich, wo wir stehen und ob unsere Strategie, Reifen für den Renntag zu sparen, aufgehen würde. Lucas hat sich von Startplatz drei schnell die Führung geholt und sich dann einfach abgesetzt. Daniel hatte einen harten Kampf um Platz sechs, mit dem er ebenfalls wertvolle Punkte für sich und das Team erzielt hat.“

Das Audi Kundenteam Envision Virgin Racing holte dank eines neunten Platzes durch Sam Bird in Berlin ebenfalls Punkte. Teamkollege Robin Frijns kämpfte sich vom letzten Startplatz auf Platz 13 nach vorn.

„Es war ein fantastisches Rennen für uns“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Wieder ein Heimsieg für Audi in Berlin – nach Daniel im letzten Jahr dieses Mal Lucas. Er ist fantastisch gefahren und hat null Fehler gemacht. Daniels sechster Platz hilft uns beim Kampf um die Teammeisterschaft. Die ganze Mannschaft hat für diesen Erfolg extrem hart gearbeitet. Danke an alle, die daran beteiligt waren. Vor einer derart großartigen Kulisse mit so vielen Fans und Mitarbeitern auf heimischem Boden zu siegen, schmeckt besonders süß. Nun freuen wir uns schon auf die Formel-E-Premiere in Bern.“