Freitag, 24. Mai 2019

Audi Sport Team Rosberg erobert DTM-Führung

  • René Rast feiert achten Sieg im zehnten Rennen
  • Jamie Green erstmals seit Oktober 2017 wieder auf dem Podium
Renè Rast: achter Sieg im zehnten Rennen
Foto: Jens Hawrda

Mit einem souveränen Sieg von René Rast am Sonntag und einem starken Comeback von Jamie Green hat das Audi Sport Team Rosberg in Zolder (Belgien) die Führung in der Teamwertung der DTM erobert.

„Es war ein unglaublich hartes Wochenende“, sagte Teamchef Arno Zensen. „Unsere Jungs haben wie verrückt geschuftet. René war einmal mehr unglaublich. Aber mindestens genauso gefreut hat mich, dass Jamie wieder dabei ist.“

Green hatte zuletzt im Oktober 2017 ein DTM-Rennen gewonnen und seitdem kein Podiumsergebnis mehr erzielt. Nach Platz sechs im ersten Rennen am Samstag gelang es dem Briten am Sonntag, in der letzten Runde BMW-Pilot Sheldon van der Linde von Platz drei zu verdrängen. „Von Startplatz neun war das Ergebnis heute eine sehr angenehme Überraschung“, sagte Green. „Nach der für mich schwierigen letzten Saison tut das Podium sehr gut.“

René Rast sicherte sich an beiden Tagen einen Platz in der ersten Startreihe und damit in Zolder insgesamt vier Zusatzpunkte. Am Samstag fehlten ihm nur 42 Tausendstelsekunden zur Pole-Position, am Sonntag sogar nur sechs. Im ersten Rennen zählte Rast dann allerdings zu jenen Fahrern, denen ein Safety-Car-Einsatz einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Rast musste seinen Pflichtboxenstopp nach dem Restart absolvieren und fiel so aus den Punkterängen heraus.

Infolge eines beschädigten Ladeluftkühlers wechselte seine Mannschaft über Nacht vorsorglich den Motor seines Audi RS 5 DTM. „Die Jungs haben bis in die frühen Morgenstunden gearbeitet“, sagte Rast. „Trotzdem war mein Auto im Qualifying am Sonntag gleich wieder perfekt.“

Im Rennen holte Rast trotz einer Safety-Car-Phase von Startplatz zwei einen souveränen Sieg. Für Rast war es der insgesamt zwölfte Triumph in der DTM und der achte in den letzten zehn Rennen. Zudem ist er der erste Fahrer, dem in der neuen Turbo-Ära der DTM zwei Siege gelungen sind.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Nico Müller holt Podium für Audi Sport Abt Sportsline in Zolder

  • Dritter Platz nach packendem Duell mit Joel Eriksson im Samstagsrennen
  • Robin Frijns bei seinem Heimspiel in Zolder ohne Fortune
Robin Frijns hatte sich für sein Heimrennen mehr vorgenommen
Foto: Jens Hawrda

Das Audi Sport Team Abt Sportsline durfte sich auch beim DTM-Comeback in Zolder über ein Podiumsergebnis freuen, verlor aber die Führung in der Teamwertung. Nico Müller wurde im Samstagsrennen Dritter und am Sonntag Achter. Robin Frijns blieb bei seinem Heimspiel trotz guter Startpositionen ohne Punkte.

Der Niederländer lebt nur rund 30 Minuten von Zolder entfernt in Lanaken und hatte sich für die ersten DTM-Rennen in Zolder seit 2002 viel vorgenommen. Mit den Startplätzen fünf am Samstag und vier am Sonntag schien er seinen eigenen Erwartungen gerecht zu werden. Doch beide Rennen endeten für Frijns enttäuschend.

Am Samstag brachte ein Safety Car jene Fahrer um alle Chancen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ihren Pflichtboxenstopp absolviert hatten. Dazu zählte auch Frijns, der sich zudem eine Zeitstrafe einhandelte, weil sich sein Audi RS 5 DTM vor dem Start ganz leicht bewegt hatte. Der Audi-Pilot fuhr die schnellste Rennrunde, kam aber nicht über Platz zwölf hinaus.

Am Sonntag kämpfte Frijns um ein Podiumsresultat. „Ich hatte einen guten Start, lag anfangs hinter René Rast auf Platz drei und hatte einen harten, aber guten Kampf mit Philipp Eng. Nach dem Boxenstopp habe ich mich gegen Marco Wittmann verteidigt. Als ich ein kleines Problem am Auto hatte, hat er mich am Heck getroffen und mich rausgedreht. So etwas passiert. Wir waren an diesem Wochenende schnell, aber ohne Glück.“

Das Glück war am Samstag dafür auf der Seite von Nico Müller. Der Schweizer holte sich kurz vor dem Safety-Car-Einsatz und damit genau im richtigen Moment frische Reifen. In der Schlussphase lieferte sich Müller dann ein packendes Duell mit BMW-Pilot Joel Eriksson. Nur 184 Tausendstelsekunden hinter dem Schweden überquerte Müller die Ziellinie als Dritter. „Ich habe alles versucht, an ihm vorbeizukommen. Aber er hat sich sehr clever verteidigt, und das Überholen ist auf dieser Strecke ohnehin sehr schwierig.“ Am Sonntag wurde Müller Achter.

„Trotz des Podiums am Samstag war es eher ein enttäuschendes Wochenende für uns“, sagte Thomas Biermaier, Sportdirektor bei ABT Sportsline.

IDM Supersport 600 Lausitzring

Podium erstes Rennen SSP 600 Lausitzring
Foto: Jens Hawrda
1. Rennen

Der Sieger des ersten Laufes in der IDM Supersport 600 heißt Sander Kroeze. Enderlein wurde Zweiter. Platz drei belegte Tom Toparis aus Australien. Damit stehen im ersten Rennen der Saison nur Yamaha-Piloten auf dem Podest erst aud dem vierten Platz tauchte eine Kawasaki auf – pilotiert von Gabriel Noderer, der von der achten Position gestartet war.

Der Drittplatzierte Tom Toparis kommt aus Australien und feierte erst am Freitag am Lausitzring seinen 18. Geburtstag. Er zeigte be´reits im ersten Lauf seine Klasse und übernahm in der zweiten Rennhälfte gleich mal die Führung vor Enderlein, während sich um den dritten Platz ein Dreikampf zwischen Kroeze, Noderer und Daniel Rubin entwickelt hatte. 

Dann explodierte Kroeze plötzlich, ließ alle hinter sich und stürmte bis an die Spitze. In der letzten Runde wagte Enderlein den Versuch, Kroeze die Führung abzunehmen. Ein Elektronikproblem hinderte ihn aber an seinem Vorwärtsdrang, er konnte Kroeze zwar kurz überhohlen, musste Kroeze aber gleich wieder passieren lassen.  „Der zweite Lauf wird besser“, ist sich der Sachse jetzt aber sicher. Das Freudenberg Team begann gleich nach der Podiumszeremonie mit der Arbeit.
Tom Toparis vor Max Enderlein
Foto: Jens Hawrda
2. Rennen

In der Pause zwischen den beiden Rennen versuchte das Freudenberg Team alles, die Elektronik der Yamaha R6 in Ordnung zu bringen, aberes stellte sich keine Verbesserung ein. Max Enderlein verlor die Führung im Rennen auch dieses Mal wegen einer defekten Zündung. Diesmal gewann der Australier Tom Toparis und wieder nur Yamaha-Piloten auf dem Podium.

Der Start gelang Max Enderlein noch perfekt. Tom Toparis, der Drittplatzierte des ersten Laufes, klemmte sich sofort hinter ihn. Dennis Lippert kam vom fünften Rang auf den dritten nach vorn geprescht. Die Kawasaki von Gabriel Noderer war nur auf der zehnten Position zu sehen. In der sechsten Runde steckte Toparis schon fast im Auspuff von Enderlein, Auftaktsieger Sander Kroeze stürzte und Daniel Rubin schob sich an Dennis Lippert vorbei auf den dritten Platz.

In der zehnten Runde passierte es. Das Motorrad von Enderlein fing wie schon im ersten Lauf an zu streiken, verlor an Leistung und Enderlein musste die R6 neu starten. Diesen Moment nutzte Toparis freilich zum Überholen aus. Viel Zeit, den Sieg ins Ziel zu bringen, blieb nicht. Das Rennen wurde in der zwölften Runde wegen eines Sturzes abgebrochen. Auf der Strecke lag ein Motorrad. Die elfte Runde wurde laut Reglement gewertet. Somit siegte Toparis vor Enderlein und Rubin. Bester Nicht-Yamaha-Fahrer wurde Gabriel Noderer. Er hatte sich auf seiner Kawasaki noch auf den siebten Platz nach vorn gekämpft.

Toparis erwies sich bei der Podiumszeremonie als sehr fairer Sieger, denn er sagte: „Ich habe Glück gehabt und von Enderleins Pech profitiert.“ Einen Triumph kann Enderlein trotzdem für sich verbuchen. Er führt nach dem Saisonauftakt mit zwei zweiten Plätzen die deutschsprachige Garde an. In der IDM Supersport 600-Gesamtwertung ist er mit nur einem Punkt Rückstand Zweiter hinter Toparis.


Audi Sport Team Phoenix sammelt Punkte mit beiden Fahrern in der DTM

  • Mike Rockenfeller in Zolder (Belgien) an beiden Tagen in den Top Fünf
  • Loïc Duval fährt am Samstag von Startplatz 14 auf Rang vier
Mike Rockenfeller in Zolder an beiden Rennen in den Top-Five
Foto: Jens Hawrda

Das Audi Sport Team Phoenix hat bei der DTM in Zolder (Belgien) mit beiden Fahrern wichtige Punkte gesammelt – auch wegen gelungener Strategien.

Am Samstag glänzten Loïc Duval und Mike Rockenfeller mit Aufholjagden. Duval kämpfte sich von Startplatz 14 auf Rang vier nach vorn. Rockenfeller musste wegen einer Reparatur an der Kupplung nach dem Qualifying vom letzten Startplatz ins Rennen gehen. Mit einer Zwei-Stopp-Strategie fuhr der Audi-Pilot noch auf Rang fünf nach vorn – ein schöner Lohn für seine Mechaniker, die bis in die frühen Morgenstunden an seinem Audi RS 5 DTM gearbeitet hatten.

Am Sonntag sicherten sich Rockenfeller und Duval die Startplätze sechs und elf. Beide kamen erst spät zum Reifenwechsel an die Box und hatten damit im Endspurt nach einer Safety-Car-Phase frischere Reifen als die meisten ihrer Konkurrenten. Rockenfeller fuhr so noch auf Platz vier nach vorn und verpasste das Podium nach einer spektakulären letzten Runde um weniger als eine Sekunde. „Wir hatten keinen guten Start ins Wochenende, haben aber mit zwei starken Rennen noch das Beste daraus gemacht“, so Rockenfeller.

Loïc Duval lag nach dem Restart am Sonntag sogar kurz vor seinem Teamkollegen, fiel dann aber ans Ende des Feldes zurück. „Ich fuhr hinter Marco Wittmann, der von der Strecke abgekommen ist und sehr viel Dreck aufgewirbelt hat“, sagte Duval. „Danach waren meine Reifen total verschmutzt, so habe ich knapp die Punkteränge verpasst.“

„Wir haben an beiden Tagen spezielle Taktiken gewählt, die beide Mal aufgegangen sind“, sagte Teamchef Ernst Moser. „Da gehört natürlich etwas Glück dazu. Aber ich möchte auch meine Mannschaft besonders loben. Die Jungs mussten hier viel arbeiten, haben sogar eine komplette Nachtschicht eingeschoben und danach trotzdem noch den besten Boxenstopp gemacht. Für die DTM und die Zuschauer war es ein tolles Wochenende auf einer klassischen Rennstrecke.“

Mittwoch, 22. Mai 2019

Premiere für die neue Startaufstellung und der erste Sieg von Julian Puffe in der Königsklasse

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) ist am vergangenen Wochenende auf dem Lausitzring erfolgreich in die neue Saison gestartet. In vier IDM-Prädikatsklassen und fünf Cups im Rahmenprogramm gab es Favoritensiege und einige Überraschungen.

Das erste der beiden ausgetragenen Rennen in der IDM Superbike 1000 gewann Titelverteidiger Ilya Mikhalchik vor seinem alpha Racing-Van Zon-BMW-Teamkollegen Julian Puffe und dem Franzosen Erwan Nigon (Kawasaki).
Julian Puffe siegt im zweiten Lauf in der Lausitz
Foto: Jens Hawrda
Zu Beginn des zweiten Laufes gab es eine Premiere. In Deutschlands höchster Motorradstraßenrennsportklasse debütierte eine neue Startaufstellung. Das aus der Superbike-Weltmeisterschaft übernommene Prinzip betrifft die besten neun Fahrer aus dem ersten Rennen. Die ersten Drei starten aus der dritten Reihe. Vor ihnen stehen der  Siebte, der Achte und der Neunte des vorangegangenen Rennens. Ganz vorn sind der Vierte, Fünfte und Sechste aus Lauf 1 positioniert. In diesem Fall hieß das: Ricardo Brink aus den Niederlanden startete von der Pole Position, während Ilya Mikhalchik,  Julian Puffe und Erwan Nigon das Rennen aus der dritten  Startreihe aufnahmen. 

Mikhalchik gelang es trotzdem, sich in nur sechs Runden an die Spitze zu vorzukämpfen und sich von seinen Konkurrenten abzusetzen.  Niemand zweifelte an seinem zweiten Sieg des Tages - bis der 22-Jährige in der neunten Runde schlagartig langsamer wurde und sogar ausrollte. Diagnose am Motorrad: Elektronikdefekt.

Aber auch sein Teamkollege Julian Puffe hatte sich nach vorn durchgeschlängelt. Der 23-Jährige aus Schleiz feierte nach 16 Runden seinen ersten Sieg in der Königsklasse, in der die Marken und Fahrer mit über 200 PS und reichlich 300 km/h Spitzentempo ums Prestige kämpfen.  Um den zweiten Plätz kämpften bis zum Schluss Ricardo Brink und Erwan Nigon, wobei der Niederländer Brink zum Schluss mit einem stark strapazierten Reifen den Kürzeren zog.  

Der Ausgang des zweiten Rennens in der IDM Superbike 1000 lieferte ein Novum: Alle fünf Motorradmarken waren auf den ersten fünf Plätzen vertreten. Toni Finsterbusch brachte als Vierter die erste Suzuki ins Ziel und der Italiener Alessandro Polita als Fünfter die einzige Honda im Feld. 
Sieg im zweiten Lauf für IDM-Rookie Tom Toparis
Foto: Jens Hawrda
In der IDM Supersport 600 ging der erste Sieg an Sander Kroeze aus den Niederlanden, der zweite an IDM-Rookie Tom Toparis aus Australien. Max Enderlein aus Hohenstein-Ernstthal konnte jeweils mehrere Führungsrunden verbuchen, aber ein Zündungsdefekt warf ihn beide Male auf den zweiten Platz zurück. Trotzdem führt der Deutsche jetzt die Gesamtwertung an, denn Sander Kroeze schied im zweiten Lauf aus. Yamaha hatte das Podium in beiden Läufen fest in der Hand. Gabriel Noderer verpasste es auf der schnellsten Kawasaki als Vierter des ersten Laufes knapp.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 hatten sich WM-Fahrer als Gäste angemeldet. Koen Meuffels (KTM) aus den Niederlanden überquerte die Ziellinie erwartungsgemäß als Erster, ist aber als Gastfahrer aber in der IDM nicht punkteberechtigt. Die 25 Zähler für den Sieg bekam in beiden Fällen der Zweite des Zieleinlaufs. Auch hier setzte sich mit Rick Dunnik (Yamaha) ein starker Niederländer am besten in Szene. Titelverteidiger Toni Erhard (KTM), der im ersten Rennen ausfiel und im zweiten Lauf als Zweiter unter den eingeschriebenen IDM-Fahrern  gewertet wurde, hat ein hartes Stück Arbeit vor sich, um den Vorjahreserfolg zu wiederholen.       

In der IDM Sidecar fahren Gespanne mit 600 und 1000 ccm Hubraum in einem Feld. Sie werden separat gewertet. Die Attraktivität der 600 ccm-Kategorie hat dabei deutlich zugenommen. Viele WM-Teams haben sich die IDM auserkoren, um hier weitere Rennen auf höchstem Niveau zu bestreiten. Der siebenfache Weltmeister Tim Reeves (Adolf RS Yamaha) aus Großbritannien gewann mit seinem Landsmann Mark Wilkes im Boot beide Rennen in der 600er-Kategorie. Bei den Gespannen mit 1000 ccm Hubraum ging der erste Sieg an Andres Nussbaum/Manuel Hirschi (LCR Suzuki) aus der Schweiz. Im zweiten Lauf ließ sich die deutsch-schweizerische Connection Mike Roscher/Anna Burkard (LCR BMW) als Sieger  feiern.  

Alle Rennen wurden bei besten Bedingungen bei strahlender Sonne ausgetragen. Am Sonntag schlenderte kein Geringerer als Ex-WM-Pilot Jeremy McWilliams als Gast neugierig durchs Fahrerlager. „Wir haben den Fans höchste Spannung und beste Unterhaltung geboten“, sagt IDM-Serienmanager Normann Broy. „Das Fahrerfeld ist hochkarätig und gut gefüllt und in der Superbike 1000-Klasse hat sich auch die neue Startaufstellung als weiteres Highlight erwiesen.“ Seit 2018 ist die Motor Presse Stuttgart der Promoter der IDM.