Donnerstag, 2. Mai 2019

Dieter Gass: „In der DTM können sich die Fans auf superspannenden Rennsport freuen“

  • Interview mit Audi-Motorsportchef Dieter Gass
  • Gass über die neue Turbo-Ära der DTM

Dieter Gass
Copyright: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel 

Am Wochenende (4./5. Mai) beginnt auf dem Hockenheimring die neue DTM-Saison. Audi-Motorsportchef Dieter Gass über die neue Turbo-Ära der DTM, den Einstieg von Aston Martin und die Internationalisierung der Serie. 

Warum sollten Motorsport-Fans heiß sein auf die DTM 2019?
In der DTM können sich die Motorsport-Fans grundsätzlich und auch 2019 wieder auf superspannenden Rennsport freuen. Durch den Einsatz leistungsstärkerer Motoren sowie der Teilnahme von Aston Martin wird das sicher noch einmal auf ein neues Niveau gehoben.

Was ändert sich durch die Turbomotoren?
In erster Linie ändert sich, dass wir einen Turbomotor mit rund 100 PS mehr Leistung haben. Gleichzeitig ist sehr wichtig: Wir fahren in der DTM jetzt mit einem Vierzylinder-Turbomotor, einem Hocheffizienz-Motor also, wie wir ihn in unterschiedlichen Leistungsstufen auch in sehr vielen unserer Serienfahrzeuge verwenden. Unsere Fahrer sind vom Motor seit dem ersten Test total begeistert. Für sie ist die Mehrleistung deutlich spürbar. Der damit verbundene höhere Reifenverschleiß, vor allem bei den Antriebsrädern an der Hinterachse, wird fahrerisch besonders herausfordernd.

Die DTM setzt bewusst auf effiziente Turbomotoren und damit weiter auf die Verbrennungstechnologie. Warum?
Das ist ein erster Schritt. Wir führen mit der ITR gemeinsam längst Diskussionen, wie es von hier aus weitergehen wird. Natürlich müssen wir die Kosten immer im Fokus haben. Aber wir setzen uns durchaus mit Themen auseinander wie zum Beispiel der Einführung synthetischer Kraftstoffe und Hybrid-Technologie.

Müsste die DTM nicht elektrisch werden?
Unser werkseitiges Motorsport-Programm steht ganz bewusst auf zwei Säulen: Die Formel E unterstützt die Elektromobilität, die DTM moderne, hocheffiziente Verbrennungsmotoren, wie sie in der Class 1 ab 2019 zum Einsatz kommen. Stand jetzt wird Audi auf absehbare Zeit mehr Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verkaufen als mit Elektroantrieb. Deshalb macht eine Rennserie mit modernen Verbrennungsmotoren durchaus Sinn. In der DTM nutzen wir ab sofort einen 2.0 TFSI-Motor. Dieses Motorenkonzept ist bei Audi weltweit in vielen Serienmodellen und Leistungsstufen im Einsatz und eine wichtige Säule zur Reduzierung der Flottenemissionen.

Wie intensiv ist beim neuen Turbomotor für die DTM der Austausch zwischen Motorsport und Serie, der Audi traditionell sehr wichtig ist?
Das war für uns ein ganz entscheidender Grund, weshalb wir uns für den Turbomotor in der DTM starkgemacht haben. Beim neuen Class-1-Reglement geht es um Effizienz und Leichtbau – beides Themen, die auch im Alltag überaus wichtig sind. Wir zeigen im Rennsport Wege auf, die sich hoffentlich auch in künftigen Serienmodellen wiederfinden werden. In der Formel E genauso wie in der DTM.

Mit dem WRT Team Audi Sport startet 2019 erstmals wieder ein Kundenteam in der DTM. Was erwarten Sie von der belgischen Mannschaft?
WRT ist ein hochprofessionelles Team, das über Jahre im Audi-Kundensport schon viele Erfolge gefeiert hat. WRT möchte nun den nächsten Schritt machen und sich auf ein höheres Niveau begeben. Ich weiß, dazu sind sie in der Lage, und erwarte mir durchaus die ein oder andere positive Überraschung. Denn sie erhalten dasselbe Material wie unsere Werksteams – ganz ähnlich übrigens wie unser Formel-E-Kundenteam Envision Virgin Racing, das in der Formel E beim dritten Einsatz gleich ein Rennen gewonnen hat.

Wie schätzen Sie Aston Martin ein?
Die Teilnahme dieses internationalen Premiumherstellers tut der gesamten Serie sehr gut. Ich gehe davon aus, dass Aston Martin sich auf Augenhöhe präsentieren wird.

Worauf dürfen sich die Fans beim für 2019 geplanten ersten gemeinsamen Rennen der DTM und der Super GT Ende November in Japan freuen?
Das wird ein Superspektakel, wenn wir mit sechs Herstellern (Aston Martin, Audi, BMW, Honda, Lexus und Nissan) und über zwanzig Autos am Start stehen werden. Das gibt ein motorsportliches Feuerwerk. Auch der Gaststart der japanischen Hersteller beim DTM-Finale in Hockenheim wird sehr interessant.

Wie viel stärker soll die Zusammenarbeit mit den Japanern nach 2019 und die Internationalisierung der DTM überhaupt werden?
Wir haben Interesse an einer weiteren Internationalisierung. Eine solch hochwertige Meisterschaft wie die DTM nur in Deutschland, das ist mittel- und langfristig nur schwer zu platzieren und zu betreiben. Deshalb ist es wichtig, sich weiter zu internationalisieren. Dafür sind die Teilnahme von Aston Martin und die gemeinsamen Rennen mit der Super GT erste wichtige Schritte.

Dienstag, 30. April 2019

Am Wochenende geht's los: Saisonstart der DTM 2019

Foto: Jens Hawrda

Neuer BMW M Motorsport Premium Partner: Timo Glock startet 2019 im JiVS BMW M4 DTM

Timo Glock startet 2019 im neuen Design
Foto: BMW-Motorsport
Die Designs der BMW M4 DTM für die Saison 2019 sind komplett. Timo Glock (GER) wird in Hockenheim (GER) am kommenden Wochenende am Steuer des JiVS BMW M4 DTM in die neue Saison starten. Die Schweizer Data Migration Services AG mit Sitz in Kreuzlingen (SUI) ist neuer Premium Partner von BMW M Motorsport in der DTM. Die firmeneigene Information Management Platform JiVS gibt Glocks Fahrzeug seinen neuen Namen. Die dominierenden Farben des JiVS BMW M4 DTM sind Schwarz, Rot und Weiß. 

„Ich bin stolz, in der Data Migration Services AG einen weiteren neuen Premium Partner von BMW M Motorsport für die DTM-Saison 2019 begrüßen zu dürfen“, sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Im modernen Rennsport spielt die Sammlung und Verarbeitung von Daten eine immer größere Rolle. Die Menge der generierten Daten ist dabei riesig. Ich freue mich auf eine für beide Seiten erfolgreiche Kooperation. Der neue JiVS BMW M4 DTM ist auch optisch ein echter Hingucker.“


Neues Design für den BMW von Timo Glock in der Saison 2019
Foto: BMW-Motorsport
Glock sagt: „Zunächst einmal möchte ich mich bei der Deutschen Post für die jahrelange sehr gute Zusammenarbeit bedanken. Gleichzeitig freue ich mich sehr darauf, ab dem kommenden Wochenende in den neuen Farben des JiVS BMW M4 DTM anzutreten. Ich bin sicher, dass die Zusammenarbeit mit der Data Migration Services AG super funktionieren wird. Ich selbst lebe seit einiger Zeit in Kreuzlingen in der Schweiz. Dass mein neuer Premium Partner aus der direkten Nachbarschaft kommt, ist natürlich genial. Die kurzen Wege zum Hauptquartier der Data Migration Services AG sind für mich ein angenehmer Bonus – ganz abgesehen vom großartigen Design des Fahrzeugs. Das sieht super aus.“

„Die Digitalisierung der Unternehmen gleicht einem DTM-Rennen. Einer der entscheidenden Aspekte ist hier wie dort das ‚Gewichtsproblem‘. Die meisten Unternehmen schleppen Altdaten mit sich herum, die sie auszubremsen drohen“, sagt Thomas Failer, Gründer der Data Migration Services AG. „Mit unserer Plattform für Informationsmanagement JiVS jedoch starten die Unternehmen ohne Altlasten und Ballast von der Poleposition und kommen schneller sowie sicher ans Ziel – genau wie Timo Glock im neuen JiVS BMW M4 DTM!“

Die Schweizer Data Migration Services AG mit Sitz in Kreuzlingen beschäftigt sich seit der Gründung 1996 mit Datenmigration und -management. Kern des Angebots bildet die Information Management Platform JiVS, mit deren Hilfe sich der gesamte Lifecycle von Unternehmensinformationen system- und applikationsunabhängig managen lässt. Zum Leistungsspektrum der JiVS-Plattform gehören die Migration, Historisierung und Bereitstellung von Daten und Informationen. Insbesondere die Historisierung und die sich daran anschließende Stilllegung von Altsystemen verschaffen den zahlreichen namhaften Kunden Kostenvorteile sowie mehr Flexibilität und Agilität.

Vorhang auf für die neue Turbo-Ära: BMW Motorsport startet in Hockenheim in die DTM-Saison 2019

Die BMW-Piloten sind bereit für den Saisonstart
Foto: BMW-Motorsport

Das Warten hat endlich ein Ende: Am kommenden Wochenende feiert der nach Class-1-Reglement modifizierte BMW M4 DTM mit BMW Turbo-Power seine Rennpremiere. Vom 3. bis 5. Mai findet auf dem Hockenheimring (GER) der Auftakt der DTM-Saison 2019 statt. Eingesetzt werden die sechs BMW M4 DTM wieder vom BMW Team RBM und dem BMW Team RMG.

Im DTM-Fahrerkader von BMW finden sich 2019 fünf vertraute Gesichter und ein Neuzugang. Timo Glock (GER), Bruno Spengler (CAN) und Marco Wittmann (GER) treten für das BMW Team RMG an. Im BMW Team RBM gehen Philipp Eng (AUT), Joel Eriksson (SWE) sowie Rookie Sheldon van der Linde (RSA) an den Start.

Angetrieben wird der 2019er BMW M4 DTM vom vollkommen neu entwickelten, über 600 PS starken Zweiliter-R4-Turbo-Motor mit der Typenbezeichnung P48. Die Umstellung auf Turbo-Aggregate ist eine von zahlreichen Neuerungen in der DTM. Auch die Aerodynamik wurde geändert, das Fahrzeuggewicht wurde reduziert. Zudem wurde das Push-to-Pass-System eingeführt, mit dem die Fahrer für Überholmanöver kurzfristig mehr Leistung abrufen können.

Montag, 29. April 2019

Stunde der Wahrheit für den neuen Audi RS 5 DTM

  • Turbo-Ära der DTM beginnt auf dem Hockenheimring
  • Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor erstmals im Renneinsatz
  • Neue Audi Thrill Zone für Besucher im DTM Fan Village

Foto: Audi Communications Motorsport / Andre Benz
Diesem Augenblick fiebern die Fans und die Fahrer seit Monaten gleichermaßen entgegen: Am Samstag (4. Mai) um 13.30 Uhr beginnt auf dem Hockenheimring die neue Turbo-Ära der DTM. Mit acht Fahrzeugen ist Audi zahlenmäßig die stärkste Marke im Starterfeld. Bei den abschließenden Testfahrten auf dem Lausitzring war der neue Audi RS 5 DTM mit seinem über 610 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor das schnellste Auto. Trotzdem wagt vor dem ersten Rennen der DTM 2019 niemand eine Prognose. 

„Keiner weiß, wo er steht“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Ein erstes Indiz wird das Qualifying am Samstag liefern. Aber selbst dann werden wir noch nicht wissen, wer über die Renndistanz am besten ist. Es wird in der DTM im Rennen mehr denn je auf das Reifenmanagement und den Fahrer ankommen.“ 

Die neuen Turbomotoren sind rund 100 PS stärker als die bisherigen V8-Sauger – eine deutliche Mehrbelastung für die gegenüber dem Vorjahr unveränderten Reifen. Gleichzeitig wurde die Zahl der Reifensätze pro Auto und Rennwochenende von acht auf sieben reduziert. Für die beiden Qualifyings und die beiden Rennen stehen sogar nur fünf Reifensätze zur Verfügung. 

Es sind nicht die einzigen Neuerungen in der DTM 2019. Mittels „Push-to-Pass“-System lassen sich im Rennen für Überholversuche kurzzeitig rund 30 zusätzliche PS abrufen. Gewöhnen müssen sich die Fahrer auch an die veränderte Aerodynamik der Class-1-Rennwagen, deren auffälligstes Merkmal ein wesentlich breiterer Heckflügel ist. Mit den neuen Turbomotoren deutlich schwieriger wird der stehende Start, zumal die Feststellbremse verbannt wurde und es nicht mehr so einfach ist, den idealen Punkt zum Vorspannen der Kupplung zu finden. 

„Das erste Rennen der Saison ist immer etwas Besonderes“, sagt Mike Rockenfeller, seit 2007 Audi-Fahrer in der DTM. „Mit den Turbomotoren und den vielen anderen neuen Dingen, die wir im Auto haben, wird es in diesem Jahr noch aufregender. Ich freue mich richtig darauf.“ 

Für den Routinier ist der 4,574 Kilometer lange Kurs die beste DTM-Strecke im Kalender: „Es ist kein Zufall, dass wir in Hockenheim in den vergangenen Jahren die spannendsten DTM-Rennen erlebt haben. Das Streckenlayout ist perfekt für Überholmanöver. Ein absolutes Highlight war für mich das Sonntagsrennen beim Auftakt im vergangenen Jahr, als ich aus dem Mittelfeld nach vorn gefahren bin. Die Duelle waren einfach toll.“

Mit der langgezogenen Parabolika und der daran anschließenden Spitzkehre bietet der Hockenheimring eine der spektakulärsten Passagen der gesamten DTM-Saison. Mit DRS wird dort eine Höchstgeschwindigkeit von rund 280 km/h erwartet. Die darauffolgende Rechtskurve wird mit weniger als 60 km/h durchfahren. „Da musst du das Auto fast zum Stillstand herunterbremsen“, sagt Rockenfeller. „Das ist an sich schon trickreich und aufgrund der großen Auslaufzonen geht dort jeder volles Risiko.“

Die größte Herausforderung ist für Rockenfeller die erste Kurve nach Start und Ziel, die mit rund 190 km/h durchfahren wird. „Speziell im Qualifying muss dort alles passen, sonst verliert man schnell zwei, drei Zehntelsekunden“, sagt der Audi-Pilot. 

Das erste der beiden DTM-Rennen auf dem Hockenheimring ist das 300. mit Audi-Beteiligung seit Gründung der Serie im Jahr 1984. Mit dem WRT Team Audi Sport startet erstmals seit 2009 wieder ein Audi-Kundenteam in der DTM. Die beiden WRT-Youngster Jonathan Aberdein (21) und Pietro Fittipaldi (22) bilden die jüngste Fahrerpaarung. Unverändert ist der Fahrerkader bei den Werksteams: Für das Audi Sport Team Abt Sportsline starten Robin Frijns und Nico Müller, für das Audi Sport Team Phoenix Mike Rockenfeller und Loïc Duval, für das Audi Sport Team Rosberg Jamie Green und René Rast, der in der DTM seit sechs Rennen ungeschlagen ist.

Ihre Premiere bei der DTM feiert an diesem Wochenende auch die Audi Thrill Zone. Der neue Treffpunkt im DTM Fan Village bietet virtuelle Rennen, Make-up- und Hairstylisten speziell für weibliche Besucher, einen Graffiti-Künstler, Autogrammstunden, Interviews und viele andere Fanaktionen.