Montag, 8. Oktober 2018

Showdown in Hockenheim: Der DTM-Titelkampf wird ein Fest für die Fans

  • Die Ex-Champions Paul Di Resta, Gary Paffett und René Rast machen den Fahrertitel in der DTM unter sich aus
  • Mick Schumacher kämpft in der Formel-3-EM um die Krone
  • Tourenwagen Classics und GT4 Sprint Cup Europe lassen Herzen höherschlagen
Die drei Fahrer machen den Titel unter sich aus: (v.l.) Gary Paffett, Paul Di Resta, Renè Rast
Foto: dtm.com

Das Final-Wochenende auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg bringt die Entscheidung. Wer sichert sich den Titel des DTM-Champions? Wer hat im Schlussspurt die stärksten Nerven? Schafft es Tabellenführer Paul Di Resta, sein Mercedes-AMG-Kollege Gary Paffett oder Titelverteidiger René Rast im Audi? Antworten auf alle Fragen gibt es vom 12. bis 14. Oktober 2018 beim zehnten DTM-Rennwochenende der Saison. Die Vorzeichen für ein Motorsport-Fest der Extraklasse stehen gut, denn nicht nur in der DTM sind die Entscheidungen noch offen. Auch in der FIA Formel-3-Europameisterschaft ist der Zweikampf zwischen Mick Schumacher und Daniel Ticktum auf der Zielgeraden.

„Wir haben gute Chancen den Titel zu holen“, fasst Di Resta den Tabellenstand vor dem Finale zusammen. In der Fahrerwertung liegt der DTM-Champion von 2010 mit 229 Punkten vor seinem Teamkollegen Paffett (225) in Führung. Dritter, mit 30 Punkten Rückstand, ist vor dem entscheidenden Wochenende Rast. Der Schotte Di Resta ist der einzige der Fahrer, der mit etwas Fortune bereits frühzeitig alles klarmachen kann. Holt er am Samstag 25 Punkte mehr als Paffett, ist er am Ziel angekommen. Trotzdem keine leichte Aufgabe, denn dafür muss ein Sieg her und Konkurrent Paffett müsste leer ausgehen. „Ich werde alles geben und freue mich auf einen fairen Kampf mit meinen Rivalen“, sagt Di Resta selbstbewusst.

Auf den Dreikampf um den Titel freut sich auch Gary Paffett. Der DTM-Champion von 2005 hat gute Erinnerungen an Hockenheim: Beim Auftakt ist der Brite hier mit einem Sieg in die Saison gestartet. „Ich freue mich wahnsinnig auf Hockenheim, auch wenn ich mit gemischten Gefühlen dorthin fahre“, sagt der 23-malige Rennsieger, der sich mit einem weiteren Sieg in der ewigen Bestenliste hinter Bernd Schneider (43) und Klaus Ludwig (37) auf Rang drei verbessern würde. Paffett: „Das letzte Rennwochenende der Saison ist immer ein ganz besonderes. Es ist auch das letzte von Mercedes-Benz in der DTM nach 30 Jahren, von denen ich 15 Jahre miterlebt habe. Das ist sehr emotional. Ich erwarte einen engen Kampf und freu mich darauf.“

Auf René Rast wartet in Hockenheim eine Mammut-Aufgabe. Mit 30 Punkten Rückstand reist der Titelverteidiger nach Hockenheim. Um die Entscheidung zu seinen Gunsten bis zum Sonntag offen zu halten, muss der Mindener am Samstag auf jeden Fall vor seinen Rivalen Di Resta und Paffett ins Ziel kommen. Nach vier Siegen in Folge – Rast gewann sowohl am Nürburgring als auch in Spielberg jeweils beide Rennen – ist der Audi-Pilot bis in die Haarspitzen motiviert. „Ich schaue zuversichtlich auf Hockenheim, freue mich auf den Dreikampf um den Fahrertitel“, sagt Rast vor dem Showdown. Um seine Chancen zu wahren ist Rast im Vollgas-Modus: „Ich kann im Grunde genommen nichts mehr verlieren, daher gilt die Devise voller Angriff.“

Rahmenprogramm sorgt für reichlich Action

Mit der FIA Formel-3-Europameisterschaft, den Tourenwagen Classics und dem GT4 Sprint Cup Europe powered by SRO bereichern gleich drei Top-Serien das sportliche Rahmenprogramm in Hockenheim. In der Formel-3-EM kämpft Mick Schumacher nach zuletzt fünf Siegen in Folge und einem zweiten Platz um den Titel. Der Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher reist als Tabellenführer nach Hockenheim. Bei noch drei zu absolvierenden Rennen stehen für den 18-Jährigen die Chancen gut, in die Europameisterschaft zu gewinnen.

Bei den Tourenwagen Classics sind die sportlichen Entscheidungen zwar bereits gefallen, trotzdem möchte beim großen DTM-Finale vor großer Kulisse jeder noch einmal in den beliebten Tourenwagen-Boliden der 1980er und 90er Jahre glänzen. Für Farbtupfer sorgen die Rennen im GT4 Sprint Cup Europe: In zwei Sprintrennen gehen neben den GT4-Modellen der in der DTM engagierten Hersteller – Audi R8 GT4, BMW M4 GT4 und Mercedes-AMG GT4 – auch spektakuläre Rennfahrzeuge wie Aston Martin Vantage, McLaren 570s GT4, Chevrolet Camaro GT4, KTM X-Bow GT4 oder Sin R1 GT4 an den Start.

Abseits der Rennstrecke sorgen in Hockenheim The Disco Boys für Partystimmung: Das Hamburger DJ-Duo legt am Samstag ab 19 Uhr auf der Show-Bühne im Fahrerlager auf. 90 Minuten lang werden Raphael Krickow und Gordon Hollenga die Zuschauer mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus modernen House-Songs und alten Disco-Klassikern an den Turntables begeistern. Alle Zuschauer mit Fahrerlager-Ticket haben freien Eintritt.

Das DTM-Finale in Hockenheim live im TV

Auch beim Finale berichtet TV-Partner SAT.1 live aus Hockenheim und überträgt beide Rennen in voller Länge in der Sendung „ran racing“. Am beiden Tagen sendet der TV-Sender jeweils ab 13:00 Uhr live aus Hockenheim. In Österreich ist ORF Sport + am Samstag und ORF eins am Sonntag jeweils ab 13:15 Uhr live auf Sendung. In der Schweiz zeigt MySports die Rennen. Rennstart ist an beiden Tagen wie gewohnt um 13:30 Uhr. Auf DTM.com und in der offiziellen DTM-App werden alle Freien Trainings, Qualifyings und Rennen kostenfrei im Livestream gezeigt. Tickets für das DTM-Finale gibt es online auf der offiziellen Webseite unter www.DTM.com/tickets.

Freitag, 28. September 2018

Mercedes-AMG gewinnt frühzeitig die Team- und Herstellerwertung

Titelkandidaten im Duell ums Podium: Gary Paffett verkürzt den Rückstand auf seinen Teamkollegen Paul Di Resta auf vier Punkte


Gary Paffett
Foto: Mercedes-Motorsport

  • Mercedes-AMG gewinnt frühzeitig die Herstellerwertung - zum siebten Mal in der 30-jährigen DTM-Geschichte der Marke
  • Auch der Gewinn der Teamwertung ist vor dem Saisonfinale bereits sicher: In Hockenheim kann nur noch eines der drei Mercedes-AMG Motorsport DTM Teams die Meisterschaft gewinnen
  • Gary Paffett (Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS) erzielte mit Platz drei sein drittes Podium in Spielberg, sein neuntes in dieser Saison und das 47. in seiner DTM-Karriere
  • Paul Di Resta (Mercedes-AMG Motorsport REMUS) belegte knapp dahinter Platz vier
  • Titelkampf in der Fahrerwertung vor dem Finale völlig offen: Paul (229 Punkte) führt mit vier Zählern Vorsprung vor Gary (225 Punkte)
  • Pascal Wehrlein (Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS) und Edoardo Mortara (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport) auf den Rängen sechs und zehn
  • Gary Paffett: „Das wird ein fantastischer Fight beim Saisonfinale in Hockenheim. Jetzt trennen Paul und mich nur noch vier Punkte und auch René (Rast) kommt immer näher. Das ist großartig für die DTM.“
  • Ulrich Fritz: „Wir können mit dem heutigen Ergebnis nicht zufrieden sein. Wenn man mit drei Autos in den Top-4 startet und am Ende nur eine Podiumsplatzierung herausspringt, dann ist das sehr enttäuschend.“
  • Die erste Titelentscheidung in der DTM-Saison 2018 ist gefallen: Mercedes-AMG Motorsport reist als neuer Meister in der Herstellerwertung aus Spielberg ab. Im Kampf um die Fahrermeisterschaft bleibt es vor dem Saisonfinale in Hockenheim weiter spannend. Mit seinem dritten Platz verkürzte Gary Paffett (Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS) den Rückstand auf den Gesamtführenden Paul Di Resta (Mercedes-AMG Motorsport REMUS) auf nur noch vier Punkte. Paul sammelte als Vierter ebenfalls wichtige Punkte. Vor dem Saisonfinale in Hockenheim führt der Schotte die Fahrerwertung mit 229:225 Punkten an.


Für Gary war es sein drittes Podium in Spielberg, sein neuntes in dieser Saison und das 47. in seiner DTM-Karriere. Zuvor erzielte der Meister des Jahres 2005 im zweiten Qualifying des Wochenendes bereits seine fünfte Pole in dieser Saison sowie seine 17. DTM-Pole.

Neben den beiden Titelanwärtern fuhren noch zwei weitere Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer in die Punkteränge. Pascal Wehrlein (Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS) und Edoardo Mortara (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport) belegten die Plätze sechs und zehn. Daniel Juncadella (Mercedes-AMG Motorsport REMUS) kam knapp außerhalb der Punkteränge auf Platz elf ins Ziel.

Der fünfmalige Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier (Mercedes-AMG Motorsport REMUS) beendete sein zweites DTM-Rennen als Gaststarter auf Position 17. Lucas Auer (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport) schied bei seinem Heimrennen eine Viertelstunde vor Rennende aus.

Bereits vor dem Rennen stand fest: Mercedes-AMG ist neuer Meister in der Herstellerwertung der DTM! Die vier Punkte für Garys Pole und Pauls dritten Startplatz reichten aus, um der Marke mit dem Stern bereits vor dem drittletzten Rennen der Saison den Gewinn der Herstellerwertung zu sichern. Mercedes-AMG (865 Punkte) hat vor dem Saisonfinale in Hockenheim 302 Zähler Vorsprung auf BMW (563) und kann damit in den letzten beiden Saisonläufen nicht mehr eingeholt werden.

Es ist der siebte Gewinn des Herstellertitels in der 30-jährigen DTM-Geschichte der Marke. In der Saison 1991 gewann Mercedes-AMG mit sechs Siegen und 26 Podestplätzen zum ersten Mal den Herstellertitel in der DTM. Es war der erste Titelgewinn der Marke nach dem Werkseinstieg in der Saison 1988. Seitdem ging der Pokal für den erfolgreichsten Hersteller auch in den Jahren 1992, 1994, 1995, 2003, 2005 und nun 2018 nach Stuttgart und Affalterbach.

Gemeinsam mit dem ersten Herstellertitel gewann Mercedes-AMG in der Saison 1991 auch erstmals die Teammeisterschaft in der DTM. Auch diese Wertung führt die Mannschaft in dieser Saison vor dem letzten Rennwochenende in Hockenheim an. Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS (333 Punkte) hat 43 Zähler Vorsprung auf Mercedes-AMG Motorsport REMUS (290 Punkte). Das Team SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport (257 Punkte) rundet die Top-3 der Teammeisterschaft vor dem Finale ab. Damit kann am letzten Rennwochenende der Saison in Hockenheim nur noch eines der drei Teams von Mercedes-AMG Motorsport den Teamtitel gewinnen.

Das nächste Rennwochenende: Das Finale der DTM-Saison 2018 findet vom 12.-14. Oktober beim Heimrennen von Mercedes-AMG Motorsport in Hockenheim statt. Für Mercedes-AMG Motorsport sind es nach 30 Jahren in der DTM die letzten beiden Rennen in der Rennserie.

Formel E: Audi liefert e-tron FE05 an Virgin Racing

  • Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Bestätigt unsere Ingenieursleistungen“
  • Audi e-tron FE05 mit neu entwickeltem Antriebsstrang 
  • Neue Formel-E-Saison startet Mitte Dezember in Riad (Saudi-Arabien)
Foto: Audi-Motorsport

Wenn die ABB-FIA-Formel-E-Meisterschaft am 15. Dezember in Riad in ihre neue Saison geht, werden gleich vier Fahrer mit Audi-Technologie am Start sein: Neben dem eigenen Werksteam stattet Audi Sport auch das britische Rennteam Virgin Racing mit seinem neu entwickelten Audi e-tron FE05 inklusive Antriebsstrang aus.

„Wir freuen uns, in der neuen Formel-E-Saison gemeinsam mit Virgin Racing gleich mit vier Audi e-tron FE05 um Punkte und Trophäen zu kämpfen“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Die Mannschaft gehört seit Gründung der Formel E zu den Hauptakteuren – das gilt für die sportliche Leistung ebenso wie für alle Aktivitäten abseits der Strecke. Umso schöner ist es, dass sich Virgin Racing für unseren Antriebsstrang entschieden hat. Dieses Vertrauen ist auch eine Bestätigung für die ausgezeichnete Arbeit, die unsere Ingenieure zusammen mit den Kollegen unseres Entwicklungspartners Schaeffler leisten.“ 

Der Audi e-tron FE05 ist die Evolution eines Erfolgsmodells. Sein Vorgänger war in vielen Rennen der vierten Saison das effizienteste Auto. Besonderer Höhepunkt war dabei Mitte Juli in New York der Gewinn der Team-Meisterschaft für das Werksteam Audi Sport ABT Schaeffler.

Herzstück des neuen Audi e-tron FE05, mit dem künftig auch das Team Virgin Racing startet, ist der Antriebsstrang rund um die Motor-Generator-Einheit Audi Schaeffler MGU03. Während der Rest des Autos für alle Teams gleich ist, stellen die Hersteller beim Antrieb ihre technische Kompetenz unter Beweis. Die Richtlinien der Formel E schreiben vor, dass Hersteller das komplette Auto inklusive der individuellen Antriebstechnologie und die entsprechende Betreuung auch anderen Teams zu einem definierten Preis zur Verfügung stellen. 

Diese Woche übernimmt Virgin Racing die beiden neuen Rennautos für die Formel E-Saison 2018/2019 am Audi Sport Standort in Neuburg an der Donau. Die neue Kooperation endet aber nicht mit der Auslieferung der Rennautos. Ein intensiver Austausch zwischen den beiden Teams wird während der Saison stattfinden, um das Performanceniveau kontinuierlich zu erhöhen.

Audi in der Formel E: Titelgewinn im Premierenjahr

Audi fährt auch 2019 im Motorsport elektrisch, nachdem die Marke im Premierenjahr schon ihre E-Kompetenz mit dem Gewinn der Teammeisterschaft unter Beweis gestellt hat. Wenn am 15. Dezember 2018 in Riad (Saudi-Arabien) die neue Saison der Formel E beginnt, kämpfen Daniel Abt und Lucas di Grassi mit dem neu entwickelten Audi e-tron FE05 erneut um Titel.
Bild: Audi-Motorsport
Audi bekennt sich zur Elektromobilität – auf der Straße mit dem neuen Audi e-tron und bereits seit 2014 auf der Rennstrecke und seit 2017 mit eigenem Werksteam in der Formel E. Seit fast 40 Jahren betreibt die Marke Rennsport auf höchstem Niveau, um neue Technologien für die Serie zu erproben. Nach quattro, TFSI, TDI und Hybrid folgt nun e-tron. „In der Formel E beweisen wir Vorsprung durch Technik bei der E-Mobilität“, sagt Peter Mertens, Entwicklungsvorstand der AUDI AG.

Audi ist in der Saison 2017/2018 als erster deutscher Automobilhersteller in der Formel E an den Start gegangen. Mit vier Siegen und insgesamt elf Podiumsplätzen holte Audi Sport ABT Schaeffler nach zwölf Rennen rund um den Globus die Team-Meisterschaft. Der Einsatz in der vollelektrischen Rennserie bildet die elektrische Säule des Motorsport-Engagements von Audi. Mit der Teilnahme weiterer Hersteller und Partner erlebt die Formel E gerade einen Boom.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Mit dem Gewinn der Team-Meisterschaft haben wir in der Formel E direkt im ersten Jahr unsere Kompetenz bei der E-Mobilität unter Beweis gestellt. Daran wollen wir anknüpfen und stellen uns den zahlreichen neuen Wettbewerbern.“

In der neuen Saison erlebt die Formel E den Aufbruch in eine neue Ära: Erstmals seit Gründung der Serie im Jahr 2014 kommt nur noch ein Rennauto pro Fahrer zum Einsatz. Der bisher obligatorische Autowechsel während des Rennens entfällt, da die Batteriekapazität inzwischen für die gesamten 45 Minuten ausreicht. Ein weiterer Beweis dafür, wie der Motorsport – und vor allem die Formel E – Innovationen und Technologien vorantreiben. Audi hat sich mit dem Audi e-tron FE05 auf die neuen technischen und strategischen Herausforderungen akribisch vorbereitet.

Der Audi e-tron FE04 war in der abgelaufenen Saison der erste vollelektrische Rennwagen von Audi. Die Marke zeigt den e-tron FE04 auch bei der Premiere ihres ersten rein elektrischen Serienmodells in San Francisco. Kamen in der ersten Formel-E-Saison 2014/2015 noch identische Elektro-Rennwagen zum Einsatz, dürfen die Teams und Hersteller seit der Saison 2015/2016 den kompletten Antriebsstrang selbst entwickeln. Dieser besteht aus Motor, Getriebe, Teilen des Fahrwerks sowie der entsprechenden Software. Herzstück ist die Kombination aus Motor und Getriebe, die Audi und Technologiepartner Schaeffler gemeinsam entwickelt haben. Der Fokus der Ingenieure liegt vor allem darauf, die Motor-Generator-Unit (MGU) so effizient wie möglich zu gestalten und einen hohen Wirkungsgrad zu erhalten.

Ähnlich wie in anderen professionellen Rennserien sind technische Veränderungen während der Saison nicht mehr erlaubt. Stattdessen geht es für die Ingenieure und Fahrer dann in erster Linie darum, das Optimum aus dem vorhandenen Paket zu holen und das Auto perfekt an den jeweiligen Stadtkurs anzupassen. Den größten Spielraum bietet dabei die Software. Sie steht in der Formel E vor allem in Sachen Energie-management im Mittelpunkt. Auch hier profitiert die Entwicklung von Serienautos von den Erfahrungen im Motorsport.

Nach einem letzten Auftritt in San Francisco macht das Meisterauto Audi e-tron FE04 Platz für seinen Nachfolger FE05. Mit einem spektakulären und im internationalen Motorsport einzigartigen Design sorgt das neue Modell schon Monate vor dem Saisonauftakt für Furore. Genau wie die ersten Ideen für ein revolutionäres Reglement der Rennen: Um den Fahrern und Teams nach Wegfall des obligatorischen Boxenstopps verschiedene strategische Optionen an die Hand zu geben, diskutieren die Verantwortlichen sogenannte Aktivierungszonen. Diese liegen zwar am Streckenrand und bedeuten deshalb einen kleinen Umweg, bringen dem Piloten beim Überfahren aber einen Extraschub Leistung für sein Auto. Das garantiert Spannung.

13 Rennen in zwölf Metropolen sind in der fünften Saison geplant. Zwischen dem Auftakt in Riad und den beiden Finalläufen in New York Mitte Juli 2019 liegen Auftritte in Marrakesch, Santiago de Chile, Mexiko-Stadt, Hongkong, Sanya, Rom, Paris, Monaco, Berlin und Zürich. Jedes Rennen dauert 45 Minuten und findet nicht auf permanenten Rennstrecken, sondern auf temporären Stadtkursen statt.

Das Team Audi Sport ABT Schaeffler ist Gründungsmitglied der Formel E und seit dem ersten Rennen mit Daniel Abt und Lucas di Grassi am Start. Der Brasilianer holte in der dritten Saison (2016/2017) den Titel in der Fahrerwertung.

Donnerstag, 27. September 2018

Audi feiert 100. Sieg in der DTM

  • René Rast gelingt der vierte DTM-Sieg in Folge
  • Nico Müller macht Audi-Doppelsieg perfekt
  • Entscheidung in der Fahrermeisterschaft erst beim Finale in Hockenheim

Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel 
Audi ist auf dem Red Bull Ring in Österreich der 100. Sieg in der DTM gelungen. Nach dem etwas glücklichen Dreifacherfolg am Samstag feierte Audi Sport am Sonntag dank René Rast (Audi Sport Team Rosberg) und Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline) einen überlegenen Doppelsieg.

„Mit dem 100. Sieg hätten wir hier in Spielberg im Vorfeld nun wirklich nicht gerechnet“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Das ist einfach unglaublich. Nach dem Qualifying sind wir nicht von einem Sieg ausgegangen. Wir haben gehofft, dass es Nico (Müller) irgendwie schafft, sich vor die Mercedes-Benz zu setzen. Das ist ihm gelungen. René hatte einen fantastischen Start. Er hat sich in eine gute Position gebracht und ist anschließend ein exzellentes Rennen gefahren. Auch das Timing für den Boxenstopp war perfekt. Nun freuen wir uns schon auf Hockenheim.“

Mit seinem vierten Sieg in Folge ist es René Rast gelungen, den Titelkampf in der DTM weiter offenzuhalten. Mercedes-Benz sicherte sich in Spielberg vorzeitig die Markenwertung, in der prestigeträchtigeren Fahrerwertung hat der amtierende Champion vor den letzten beiden Rennen auf dem Hockenheimring am 13./14. Oktober nur noch 30 Punkte Rückstand auf Paul Di Resta und 26 auf Gary Paffett. Einen ähnlichen Rückstand machte Rast im vergangenen Jahr in Hockenheim mit einem perfekten Finalwochenende noch wett. Ein Platz in den Top Drei der Fahrerwertung ist dem Shootingstar der DTM schon jetzt sicher.

Wie schon am Samstag gelang Rast auch am Sonntag auf einer teils noch feuchten Strecke kein perfektes Qualifying. Vom siebten Startplatz schob sich der Titelverteidiger mit seinem Audi RS 5 DTM aber schon in der ersten Runde auf Position vier nach vorn. Mit starken Rundenzeiten zur Rennmitte und einem schnelleren Boxenstopp gelang es Rast, seine beiden Titelrivalen Gary Paffett und Paul Di Resta und anschließend auch Nico Müller zu überholen. Der Schweizer war aus der ersten Reihe gestartet und hatte sich in den ersten Runden ein spannendes Duell mit Gary Paffett geliefert, ehe er sich kurz vor den Boxenstopps etwas absetzen konnte. „Das Duell hat viel Spaß gemacht und mein Auto war auch heute fantastisch“, sagte Müller. „Vielen Dank an Audi und mein Team! Dass ich mich gegen René nicht allzu sehr gewehrt habe, ist mit Blick auf die Tabelle logisch. Audi hat hier fünf von sechs Podestplätzen und zwei Siege geholt. Das ist einfach fantastisch.“

René Rast war nach dem Rennen ziemlich sprachlos. „Es war ein unglaubliches Wochenende“, sagte der Titelverteidiger, der den Siegerpokal von „Volks-Rock-’n’-Roller“ Andreas Gabalier entgegennahm. „Ich bin unheimlich dankbar für ein gutes Rennen, ein gutes Auto, einen guten Boxenstopp und wieder gutes Teamwork. Ich bin einfach überglücklich.“

Dem 31-jährigen Deutschen gelang erneut ein kleines Stück DTM-Geschichte: Nach Klaus Ludwig, Nicola Larini und Alessandro Nannini ist er erst der vierte Fahrer, der vier Siege in Folge feierte. Zuletzt war das 1996 Nannini gelungen. In der „neuen“ DTM (seit 2000) ist Rast sogar der erste Fahrer überhaupt.

Dank Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix auf Platz acht holten auch am Sonntag alle drei Audi Sport Teams Punkte. Jamie Green, Robin Frijns und Loïc Duval blieben auf den Plätzen zwölf, 13 und 16 ohne Punkte.