Donnerstag, 27. September 2018

IDM: Wer holt in Hockenheim die Titel ?

Foto: Jens Hawrda
Der Countdown läuft. Vom 28. bis 30. September 2018 findet in Hockenheim das Finale zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) statt.  Es sind zwar kühlere Außentemperaturen angesagt, aber im Motodrom brennt noch einmal die Luft. In vier Prädikatsklassen werden jeweils zwei Rennen ausgetragen. In keiner von ihnen wurde vorzeitig der Titel vergeben. Das gab es eine gefühlte Ewigkeit nicht. Die Motor Presse Stuttgart hat als Promotor alle Register gezogen, um den Saisonabschluss zu einem Riesenspektakel auf und neben der Strecke werden zu lassen.   

Öffentliche Pressekonferenzen, Autogrammstunden, Pitwalk und die Race-Party mit Live-Musik am Samstag auf dem Boxendach heizen die Stimmung an. Und bei Probefahrten mit den aktuellen Modellen aus den Paletten von BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha kommen interessierte Biker auch so richtig auf den Geschmack.  Die IDM lebt in all ihren Facetten und bietet den Fans ein Non-Stop- 

Programm. Das Spannendste aber ist: Wer wird Meister in den Klassen Superbike 1000, Supersport 600, Supersport 300 und Sidecar? Alle Entscheidungen fallen an diesem Wochenende.  

In der IDM Superbike 1000 brennt die Luft. In Deutschlands höchster Klasse im Motorradstraßenrennsport sind die fünf Marken BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha mit hochgezüchteten, über 200 PS starken Motorrädern vertreten. Hier geht es um viel Prestige. Dass der Titel am Ende der Saison an einen BMW-Fahrer geht, steht zwar bereits fest. Die Frage ist nur: an welchen? Zwei Fahrer haben noch Chancen: Ilya Mikhalchik, Ukrainer, 22 Jahre, vom Team alpha Racing-Van Zon-BMW und  Bastien Mackels, Belgier, 33 Jahre, von Wilbers-BMW. Der Nachwuchsfahrer ist mit 31 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung klar im Vorteil. Mackels erhielt zuletzt in Assen eine Zeitstrafe wegen  Frühstarts, die ihn empfindlich zurückwarf. Mikhalchik wiederum hatte bei der IDM in Zolder gepatzt. Was passiert in Hockenheim? Eins steht fest: Mackels wird seine Chancen wahren, bis die schwarz-weiß-karierte Flagge zum letzten Mal fällt. Und es liegt nicht an den beiden Titelfavoriten allein, wie die Saison 2018 in der Top-Klasse endet.

Wird Julian Puffe vielleicht zum Zünglein an der Waage im Titelkampf? Der  22-Jährige aus der Rennstadt Schleiz hat auf der S 1000 RR nichts zu verlieren. Er steht bereits als Gesamt-Dritter in der Meisterschaft fest, als Krönung der Saison fehlt ihm aber noch ein Sieg. Auf den Plätzen in der Gesamtwertung hinter ihm könnten sich die Ereignisse auch noch überschlagen. Die Abstände zwischen Dominic Schmitter (Suzuki), Stefan Kerschbaumer (Yamaha), Pepijn Bijsterbosch (BMW), Jan Halbich (Kawasaki) und Toni Finsterbusch (Suzuki) sind äußerst gering.

In der IDM Supersport 600 kann der Führende Max Enderlein von Glück reden. Der Sachse musste wegen eines Schlüsselbeinbruchs in Assen eine Nullrunde wegstecken. Er befürchtete, dass während seiner Abwesenheit Yamaha-Konkurrent Marc Buchner zuschlagen und ihn in arge Bedrängnis bringen würde. Stattdessen gab es mit Daniel Rubin einen absoluten Überraschungssieger, der gleich zweimal gewann und damit sogar Buchner vom zweiten Tabellenplatz verdrängte. Der angeschlagene Enderlein wird jetzt in Hockenheim wieder fahren und hat noch ein Polster von zwölf Punkten. Aber reicht das am Ende für den IDM-Titel?

Noch enger geht es in der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 zu. Beim IDM-Wochenende in Assen vor zwei Wochen übernahm Toni Erhard erstmals die Führung in der Meisterschaft. Er gewann beide Läufe und überholte Victor Steeman ausgerechnet bei dessen Heimrennen. Erhard, das 17-jährige Talent des Kiefer Racing Teams, startet mit zehn Punkten Vorsprung ins entscheidende Wochenende.  Das Einstiegsalter der jungen Wilden liegt bei 15 Jahren. In der kleinsten IDM-Klasse ist 2018 erstmals auch KTM ein Partner. Für die Chancengleichheit zwischen den einzelnen Motorradkonzepten, die vertreten sind, sorgen Gewichts- und Drehzahllimits.

In der IDM Sidecar mussten die Titelverteidiger Bennie Streuer / Gerard Daalhuizen die Führung kampflos an Josef Sattler / Uwe Neubert abgeben. Streuers Sponsoren bestanden darauf, dass er nicht bei der IDM in Assen, sondern am gleichzeitig stattfindenden WM-Lauf in Rijeka teilnahm. Ist da noch etwas zu retten?

Der Superstock 600-Cup, der Twin Cup 700 sowie der Suzuki GSX-R 1000-Cup machen den IDM-Zirkus komplett.  Eintritt. Zum Freitagstraining sind alle Zuschauer eingeladen kostenfrei vorbeizuschauen. Ein Samstags-Ticket gibt es ab 19,00 Euro. Der Eintritt für das ganze Wochenende kostet 35,00 Euro. Die Preise gelten für Zuschauer ab 18 Jahren, darunter ist der Eintritt frei.

Mittwoch, 26. September 2018

TCR: Opel-Pilot Proczyk sichert sich den Meistertitel

  • Mike Halder gewinnt das letzte Saisonrennen
  • Max Hesse triumphiert in der Honda Rookie Challenge
  • Engstler wird Vizemeister nach starker Aufholjagd von 19 auf vier
Harald Proczyk sichert sich den Meistertitel 2018 in der TCR Germany
Foto: ADAC-Motorsport

Opel-Pilot Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) hat sich im packenden Saisonfinale der ADAC TCR Germany den Meistertitel gesichert. Dem Österreicher genügte dafür im letzten Saisonrennen in Hockenheim der dritte Platz, um die nötigen Punkte zu sammeln. Der Sieg im letzten Saisonrennen ging an Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR, der vor Audi-Fahrer Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One) gewann. Für Furore sorgte auch Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler): Der 18-Jährige fuhr von Startplatz 19 bis auf Rang vier vor und beendet die Saison als Vizemeister. 

"Ich bin super happy, das freut mich wahnsinnig. Der Opel ging hier einfach unglaublich gut, Opel und Hockenheim sind wohl einfach verheiratet", jubelte Proczyk, der gemeinsam mit Luke Wankmüller (17, Straubenhardt) auch den Titel in der Teamwertung gewann: "Ich bin so stolz darauf, dass die Mannschaft nicht einen einzigen Fehler gemacht hat. Das ist einfach schön, so soll es sein." Mit 421 Punkten hatte Proczyk in der Endabrechnung die Nase vorne, Engstler (414) und Langeveld (403) folgten auf den Plätzen zwei und drei. 

Grund zum Jubeln hatte auch Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance), der sich im Audi RS3 LMS den Sieg in der Honda Rookie Challenge sicherte. Als Gewinner der Nachwuchswertung darf sich der 17-Jährige über einen neuen Honda Civic freuen. "Das fühlt sich sehr, sehr gut an. Ich bin sehr happy", sagte Hesse, der das Rennen nach mehreren packenden Duellen als Achter beendete: "Es war teilweise ein bisschen enger als geplant, aber wir sind Meister, und das ist das, was zählt." 

Vor dem Start waren die Karten klar verteilt: Langeveld benötigte dringend einen Sieg, um den Titel noch zu holen - und so setzte der Niederländer von Beginn an alles auf eine Karte. Der Audi-Pilot zog gleich am Start an Pole-Setter Oliver Holdener (22, Schweiz, Wolf-Power Racing) vorbei und setzte sich an die Spitze. Mike Halder verbesserte sich auf den zweiten Platz, auch Proczyk kam beim Start gut weg und setzte sich in der Spitzengruppe fest. Nach einer Runde kam es am Ende der Start-Ziel-Geraden zu einem Kontakt, in dessen Folge Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler) ausschied. Luca Engstler, wie Coicaud im Hyundai i30 N TCR unterwegs, hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits von Startplatz 19 auf die achte Position verbessert. 

Das Safety Car kam auf die Strecke, das Feld rückte wieder eng zusammen. Beim Restart behauptete Langeveld seine Führung vor Halder, Proczyk kontrollierte mit etwas Abstand das Geschehen und steuerte dem Titel entgegen. "Trotzdem musste ich bis zum Schluss wachsam sein. Im Motorsport kann alles passieren, ich habe schon so viel erlebt", sagte der Österreicher hinterher: "Das war eine ganz heiße Kiste." 

Im Feld ging es weiter eng zu, die Piloten der ADAC TCR Germany lieferten sich packende Duelle. Dabei kam es zu einem Kontakt zwischen Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport), Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing), Benjamin Leuchter (30, Duisburg, Max Kruse Racing) und Jussi Kuusiniemi (21, Finnland, Positione Motorsport). Dabei überschlug sich Eberle mit seinem Cupra TCR und schied aus. Der Schweizer blieb bei dem Zwischenfall unverletzt, das Safety Car kam jedoch erneut auf die Strecke. 

Wieder blieb Langeveld nach dem Restart an der Spitze, dahinter verbesserte sich Proczyk stetig bis auf den dritten Rang. Max Hesse, der spätere Sieger der Honda Rookie Challenge, hatte eine Schrecksekunde zu überstehen, als er nach einem Kontakt fast die Kontrolle über seinen Audi verlor und etwas zurückfiel. Engstler arbeitete sich derweil stetig nach vorne und hatte die Spitzengruppe zwischenzeitlich im Visier. 

Vorne holte Halder kontinuierlich auf, schloss die Lücke zu Langeveld, drängte sich vorbei und übernahm die Führung. Auch Proczyk überholte Langeveld in dieser Szene, doch der Niederländer schlug umgehend zurück und sicherte sich Platz zwei vor Proczyk, Engstler und Luke Wankmüller, der die Honda Rookie Challenge auf Platz zwei beendete. 

Dienstag, 25. September 2018

ADAC GT4 Germany 2019 nimmt Form an

Sechs Veranstaltungen im Rahmen des ADAC GT Masters 

Foto: ADAC-Motorsport
Erster Ausblick auf die ADAC GT4 Germany: Im Rahmen des ADAC GT Masters-Finales in Hockenheim gab es einen ersten Ausblick auf die neue Serie, die ab 2019 sechs Mal im Rahmen des ADAC GT Masters startet. Bei einer Ausstellung verschiedener GT4-Modelle im Fahrerlager konnten sich Fans, Fahrer und Teams einen ersten Eindruck von der ADAC GT4 Germany machen. Saisonstart der ADAC GT4 Germany 2019 ist vom 26. bis 28. April in der Motorsport Arena Oschersleben. 

Sechs Läufe im Rahmen des ADAC GT Masters stehen für die ADAC GT4 Germany 2019 im Kalender. Die Serie startet in Oschersleben (26. bis 28. April), auf dem Nürburgring (16. bis 18. August), in Hockenheim (13. bis 15. September) auf dem Sachsenring (27. bis 29. September) sowie bei zwei Auslandsevents des ADAC GT Masters. Das Wochenendformat orientiert sich am erfolgreichen Format des ADAC GT Masters mit zwei freien Trainings, zwei Zeittrainings und zwei Rennen mit Fahrerwechsel. Zwei Fahrer teilen sich ein Auto, startberechtigt sind ausschließlich junge Talente oder Amateur-Rennfahrer der FIA-Fahrereinstufungen "Bronze" und "Silber". Wie im ADAC GT Masters kommen Einheitsreifen von Pirelli zum Einsatz. An jedem Rennwochenende stehen den Teilnehmern zwei neue Satz Pirelli-Reifen zur Verfügung, am ersten Rennwochenende drei. 

"Seit der Vorstellung der Serie im Juli haben wir eine große Resonanz und ein sehr positives Feedback erhalten", sagt ADAC Motorsportchef Thomas Voss. "Wir haben nun frühzeitig die Rahmenbedingungen abgesteckt, damit interessierte Teams und Fahrer frühzeitig Planungssicherheit haben, und haben die Chance genutzt, uns in Hockenheim mit vielen Interessierten auszutauschen. In den kommenden Monaten arbeiten wir an weiteren Details und freuen uns schon jetzt auf die ADAC GT4 Germany 2019." 

Die Einschreibung für die Premierensaison der ADAC GT4 Germany startet am 3. Dezember. Nennschluss ist der 15. März 2019. Insgesamt 28 Startplätze werden nach dem Zahlungseingang des Nenngeldes vergeben, maximal sechs weitere Startplätze vergibt der ADAC. 

Sonntag, 23. September 2018

Porsche-Fahrer Renauer und Jaminet gewinnen ADAC GT Masters

  • Platz fünf reicht deutsch-französischem Duo zum ersten Titelgewinn
  • Sheldon und Kelvin van der Linde werden mit Sieg Gesamtzweite
  • Mercedes-AMG und BMW ebenfalls auf dem Podium 

Robert Renauer u. Mathieu Jaminet ADAC GT-Masters Sieger 2018
Foto: ADAC-Motorsport
Ein Punkt war am Ende entscheidend: Dank Platz fünf im zweiten Rennen beim Saisonfinale in Hockenheim sicherten sich die Porsche-Fahrer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ihren ersten Titel im ADAC GT Masters und verwiesen damit die Rennsieger Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) auf den zweiten Gesamtrang. Platz zwei ging im 14. Saisonrennen an das Lamborghini-Duo Rolf Ineichen (40/CH) und Christian Engelhart (31/Starnberg, beide GRT Grasser Racing Team), den dritten Platz holten Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbek, beide Mann-Filter Team HTP). "Ein Megatag", jubelte der frischgebackene Champion Renauer. "Unglaublich, dass wir den Titel geholt haben. Ich bin immer noch ein wenig baff." 

Titelkampf beginnt turbulent

Der Titelkampf im alles entscheidenden Rennen begann dramatisch: Der Pole-Setter und Tabellendritte Maximilian Götz kollidierte bereits in der ersten Kurve mit dem Audi von Dries Vanthoor (20/B, EFP by TECE) und musste aufgeben. Mit dem Champion von 2012 und seinem Teamkollegen Markus Pommer waren damit die ersten der vier verbliebenen Titelkandidaten aus dem Rennen.

Das Rennen wurde nach einer kurzen Unterbrechung für Aufräumarbeiten neu gestartet. An der Spitze setzte sich Lamborghini-Werkspilot Christian Engelhart in den Folgerunden stetig vom Feld ab und baute seinen Vorsprung auf knapp sechs Sekunden aus. Auf Platz zwei folgte Audi-Fahrer Kelvin van der Linde vor dem BMW von Timo Scheider (BMW Team Schnitzer) und Tabellenführer Mathieu Jaminet, der von Platz zehn gestartet war. Bis zu den Fahrerwechseln blieb diese Reihenfolge stabil.
 
Danach machte Sheldon van der Linde, der von Bruder Kelvin übernommen hatte, in großen Schritten Jagd auf den führenden Lamborghini von Rolf Ineichen. Kurz vor Rennende war er am Schweizer dran und überholte diesen schließlich drei Runden vor Schluss. Mit 2,2 Sekunden Vorsprung fuhr er danach zum zweiten Saisonsieg. Den erhofften Titel verpassten die beiden Südafrikaner dennoch um nur einen Zähler. Denn mit Rang fünf hinter dem drittplatzierten Mercedes-AMG von Dontje/Buhk, die dank einer geschickten Boxenstoppstrategie Plätze gutmachten, und dem BMW von Timo Scheider und BMW-Junior Mikkel Jensen (23/DK) holten Renauer und Jaminet die entscheidenden Meisterschaftszähler. Mit 137:136 Punkten gewannen die "Neunelfer"-Piloten erstmals den Fahrertitel im ADAC GT Masters.

Corvette-Piloten trotz starker Aufholjagd ohne Chance im Titelkampf

Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) und Kévin Estre (29/F, beide KÜS Team75 Bernhard) kamen mit ihrem Porsche 911 GT3 R als Sechste ins Ziel, dahinter folgte die Corvette von Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (29/Villingen, beide Callaway Competition) auf Platz sieben. Das Duo hatte als Gesamtzweite vor dem Rennen ebenfalls noch Titelchancen, kam jedoch im Qualifying nur auf den 27. Startplatz. Trotz der starken Aufholjagd im Rennen mussten sich die dreimaligen Saisonsieger mit dem dritten Gesamtrang begnügen.

Die Ferrari-Fahrer Davide Rigon (33/I) und Luca Ludwig (29/Bornheim, beide HB Racing) punkteten als Achte zum zweiten Mal am Finalwochenende, dahinter folgten Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) in ihrem Lamborghini, der letzte Meisterschaftszähler ging an Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf, beide BWT Mücke Motorsport). 


Stimmen der Meister

Robert Renauer (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R): "Nachdem wir im Qualifying nur Zehnte waren und Maxi Götz auf Pole stand, befürchteten wir schon, dass alles verloren ist. Es tut uns für ihn und Markus sehr leid, dass sie beim Start in die Kollision verwickelt waren. Sie hätten den Titel auch verdient gehabt. Wir hatten das Glück diesmal auf unserer Seite."

Mathieu Jaminet (Precote Herberth Motorsport, Porsche 911 GT3 R): "Ich bin im Auto absolut ruhig geblieben. Ich wollte beim Start möglichst viele Plätze gutmachen und beendete die erste Runde von Platz zehn kommend als Vierter. Ich wollte dann auch am BMW vorbei, um möglichst dicht am Land-Audi zu liegen, bin aber nicht vorbeigekommen. Als ich dann aus dem Auto war, habe ich es kaum ausgehalten. Robert hat auf der Strecke um jede Position gekämpft, der Audi ist auf Platz eins vorgefahren und von hinten kam die Corvette immer näher. Aber am Ende hat es gereicht. Es ist toll, meinen ersten Titel im GT-Sport geholt zu haben. Ich bin auf das ganze Team stolz. Mein Dank geht an die ganze Mannschaft, an Porsche, die Sponsoren und natürlich auch an unsere Fans."

Stimmen der Sieger

Sheldon van der Linde (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS: "Das Rennen war sehr gut. Ich hätte nicht erwartet, dass wir an diesem Wochenende ein Rennen gewinnen würden. Es tut zwar ein bisschen weh, die Meisterschaft mit nur einem Punkt verloren zu haben, aber wir haben das Rennen gewonnen. Deswegen sind wir sehr glücklich. Ich bin mit der ersten Saison im ADAC GT Masters sehr zufrieden. Wir haben alles gegeben."

Kelvin van der Linde (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS): "Wir sind sehr stolz auf unseren zweiten Sieg in dieser Saison. Montaplast by Land-Motorsport hat das ganze Jahr über super abgeliefert, mein Bruder auch. Wir haben die Meisterschaft bestimmt nicht in der zweiten Hälfte der Saison verloren. Mal schauen, was das nächste Jahr bringt. Wir wollen auf jeden Fall zurückkehren."

Seriensieger René Rast hält mit viertem DTM-Triumph in Folge den Titelkampf offen

  • Mercedes-AMG gewinnt frühzeitig die DTM-Herstellerwertung
  • Entscheidung um den Fahrertitel fällt beim Finale in Hockenheim
  • 100. Sieg für Audi in der DTM 

Renè Rast siegt zum vierten Mal in Folge und hält sich im Titelrennen

In der DTM bleibt es spannend bis zum Schluss. René Rast hat in Spielberg seine Erfolgsserie fortgesetzt. Der Audi-Pilot gewann auch das Sonntagsrennen in Österreich und legte damit eine historische Serie hin. Nach dem Nürburgring-Wochenende – vor zwei Wochen holte er in der Eifel beide Pole-Positions und beide Rennsiege – zieht er nun mit vier Siegen in Folge mit Klaus Ludwig (1989), Nicola Larini (1993) und Alessandro Nannini (1993/1994 und 1996) gleich, denen dieses Kunststück ebenfalls gelungen ist. In der neuen DTM seit 2000 hat vor Rast kein Fahrer so oft hintereinander gesiegt. „Ein weiteres unglaubliches Wochenende“, sagte Rast nach dem Rennen. „Ich bin dankbar für das tolle Auto, das tolle Team und das Teamwork.“ Zweiter im 18. DTM-Saisonrennen wurde Nico Müller in einem weiteren Audi RS 5 DTM. Das Podium komplettierte Gary Paffett als Dritter, der in der DTM-Fahrerwertung vor dem Finale in Hockenheim nun vier Punkte hinter Paul Di Resta liegt. Di Resta wurde in der Steiermark Vierter. Den Fahrertitel machen in Hockenheim Di Resta, Paffett und Rast unter sich aus.
Bleibt im Titelrennen: Renè Rast
Das Sonntagsrennen in Spielberg lässt die Vorfreude auf das Finale in Hockenheim weiter steigen: Alle drei Titel-Kandidaten waren gleichauf, mit dem besseren Ende für Rast, der Audi zudem den 100. Sieg in der DTM bescherte. „Vor vier Rennen waren es noch 100 Punkte Rückstand, jetzt sind es 30. Ich bin megahappy, so kann es weitergehen“, erklärte Rast. „Vier Siege in Folge habe ich selber in anderen Rennserien noch nie erlebt. In der hart besetzten DTM ist das etwas ganz Spezielles.“ Rast, der zum Saisonfinale 2017 mit 21 Punkten Rückstand zum Führenden anreiste und letztlich die Gesamtwertung gewann, verspricht: „Ich kämpfe in Hockenheim dafür, dass ich erneut Champion werde.“

Das ist auch das Ziel der beiden Mercedes-AMG-Fahrer Di Resta und Paffett. Letztgenannter prophezeit ein großartiges Finale. „Nur vier Punkte zwischen mir und Paul. Ich freue mich sehr, dort um die Meisterschaft zu kämpfen. Von der Pole-Position habe ich mir mehr erhofft und wollte als Führender nach Hockenheim kommen. Das hat nicht geklappt. Trotzdem werde ich jetzt alles geben.“

Für BMW holte am Sonntag Rookie Joel Eriksson das beste Ergebnis. Der Schwede wurde im BMW M4 DTM Fünfter, während Markenkollege Timo Glock als Siebter und Lokalmatador Philipp Eng als Neunter ebenfalls für die Münchner punkteten.

Mercedes-AMG feiert in Spielberg den ersten Titel

In einer Wertung ist am Sonntag in Spielberg bereits die Entscheidung gefallen: Mercedes-AMG hatte bereits nach dem Qualifying die Markenwertung frühzeitig gewonnen. Vor dem Finale in Hockenheim sind die Stuttgarter von der Konkurrenz aus München und Ingolstadt nicht mehr einzuholen. Mercedes-AMG liegt mit 865 Punkten uneinholbar vor BMW (563) und Audi (483) in Führung.

Ogier: „Die DTM hat jede Menge Spaß gemacht“

Nach Mattias Ekström beim DTM-Auftakt in Hockenheim und Alessandro Zanardi bei der DTM-Nachtpremiere in Misano war in Spielberg Rallye-Ass Sébastien Ogier der dritte Gastfahrer in dieser Saison. Nach Platz zwölf in dem turbulenten Samstagsrennen belegte der fünfmalige Rallye-Weltmeister am Sonntag Platz 17. „Das war eine tolle Erfahrung für mich. Das ist eine ganze andere Nummer als Rallye“, resümierte Ogier. „Ich hatte heute eigentlich zwei Rennen. In der ersten Hälfte konnte ich wegen Öls auf der Scheibe nicht richtig sehen, aber im zweiten Teil war ich hinter ‚Rocky‘ und konnte auch dranbleiben. Ich habe ihn zwar nicht überholt, aber das hat jede Menge Spaß gemacht.“

Nach einer dreiwöchigen Pause steigt vom 12. bis 14. Oktober 2018 auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg das DTM-Finale mit der Entscheidung um den Fahrertitel. Die Tabellensituation verspricht Spannung: Paul Di Resta liegt mit 229 Punkten nur vier Punkte vor seinem Markenkollegen Gary Paffett (225). Dritter im Bunde ist Seriensieger René Rast (199).