Samstag, 22. September 2018

DTM-Krimi in Spielberg: Audi feiert unerwarteten Dreifachsieg

  • René Rast holt dritten Sieg in Folge vor Mike Rockenfeller und Nico Müller
  • Meisterschaft drei Rennen vor Saisonende weiter offen
  • Fahrer aller drei Audi Sport Teams auf dem Podium

 Mike Rockenfeller, René Rast, Nico Müller (v.l.)
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Audi hat das Versprechen, im DTM-Titelkampf für Spannung zu sorgen, mit einem Dreifachsieg im spektakulären Samstagsrennen auf dem Red Bull Ring gehalten: Durch seinen dritten Sieg in Folge machte Audi-Pilot René Rast vom Audi Sport Team Rosberg weiter Boden auf die beiden führenden Mercedes-Benz-Fahrer Paul Di Resta und Gary Paffett gut. Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix) und Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline) komplettierten den ersten Audi-Dreifachtriumph des Jahres.


Was für ein Spektakel! Regen im Qualifying, eine im Rennen zum Teil noch feuchte Strecke und zwei Safety-Car-Phasen waren die Zutaten, die den 17. Saisonlauf der DTM 2018 zu einem Allzeitklassiker machten. Bis kurz vor Rennende sah Daniel Juncadella (Mercedes-Benz) wie der sichere Sieger aus. Der Spanier hatte kurz vor Halbzeit den lange Zeit führenden Mike Rockenfeller überholt und einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden auf den Audi-Fahrer, als BMW-Pilot Timo Glock eine Safety-Car-Phase auslöste. Beim IndyCar-Restart leistete sich Juncadella einen Regelverstoß und lieferte den dahinter folgenden Audi-Piloten eine unerwartete Steilvorlage, die René Rast, Mike Rockenfeller und Nico Müller eiskalt verwandelten. 

Während gegen Juncadella in der letzten Runde eine Durchfahrtstrafe ausgesprochen wurde, ließen Rockenfeller und Müller in der letzten Kurve Rast den Vortritt. „Natürlich will man am liebsten selbst gewinnen“, sagte Rockenfeller nach der turbulenten Schlussphase. „Aber René ist unsere einzige Chance im Titelkampf. Deshalb war es in dieser Phase der Meisterschaft klar, dass wir ihm helfen. Das haben wir heute gut hinbekommen.“ 

„Von Startplatz neun zu gewinnen kommt nicht so oft vor“, sagte Rast nach seinem insgesamt siebten Erfolg in der DTM. „Es war ein unheimlich hartes Rennen und Mike (Rockenfeller) und Nico (Müller) hätten den Sieg bzw. den zweiten Platz heute verdient gehabt. Aber mit Blick auf meine Chance, die Meisterschaft weiter offen und spannend zu halten, war es natürlich toll, dass sie mir geholfen haben.“ 

Entscheidend war dabei, dass Rast beim Restart drei Runden vor Schluss den BMW von Marco Wittmann überholte, der ihn zuvor viel Zeit und mehrere Plätze gekostet hatte. Damit brachte er sich in die Position, die Hilfe seiner Markenkollegen annehmen zu können. Rasts Teamkollege Jamie Green gelang sein bisher bestes Saisonergebnis: Der Brite fuhr von Startposition 15 auf Platz fünf nach vorn. Robin Frijns verpasste als Elfter nur knapp einen Punkt, obwohl er schon in der Startrunde von einem Konkurrenten getroffen wurde und auf den letzten Platz zurückfiel. Loïc Duval konnte seinem kreiselnden Markenkollegen nicht mehr ausweichen und musste infolge der Kollision aufgeben. 

„Das war ein unglaubliches Rennen mit einem unglaublichen Ergebnis für uns“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Nach dem Qualifying hätten wir nicht mit einem Dreifachsieg gerechnet und auch nicht damit, vier Autos in die Top Fünf zu bringen. Heute hat uns einfach alles in die Karten gespielt und die Geschenke unserer Wettbewerber haben wir gerne angenommen. Wir haben keine Fehler gemacht, andere schon. So sind wir in die Position gekommen, das Rennen zu gewinnen. Das ist natürlich fantastisch für uns. Nun freuen wir uns schon auf morgen.“ 

In das zweite Rennen am Sonntag (ab 13 Uhr live bei SAT.1) geht René Rast mit einem Rückstand von 42 Punkten auf Spitzenreiter Paul Di Resta und 33 Punkten auf Gary Paffett. Rast kann den Titelkampf bis zum Finale in Hockenheim am 13./14. Oktober offenhalten, wenn er am Sonntagabend nicht mehr als 56 Punkte zurückliegt. Es bleibt spannend.

ADAC GT Masters-Finale: Corvette-Sieg macht Titel-Vierkampf noch spannender

  • Porsche, Corvette, Mercedes-AMG und Audi kämpfen am Sonntag um den Titel
  • Mann-Filter Team HTP gewinnt vorzeitig die Team-Wertung
  • Sheldon van der Linde neuer Champion der Pirelli-Junior-Wertung
  • Remo Lips mit Titelhattrick in der Pirelli-Trophy-Wertung 

Das Podium vom heutigen Samstag, jetzt wird der Titelkampf noch spannender
Foto: ADAC-Motorsport

Showdown im letzten Saisonrennen: Nach dem Sieg der Corvette-Piloten Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (29/Villingen, beide Callaway Competition) im vorletzten Saisonlauf in Hockenheim liegen vor dem Finalrennen am Sonntag (ab 13.00 Uhr live bei SPORT1) noch vier Fahrerpaarungen im Titelrennen. Dank Platz zwei im Samstagsrennen führt das Porsche-Duo Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) weiterhin die Gesamtwertung an. Da die Audi-Fahrer Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) sowie Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) im Mercedes-AMG als Dritte und Vierte ins Ziel kamen, können auch sie sich weiterhin Hoffnungen auf die Meisterschaft machen. "Ich bin superhappy", sagt Marvin Kirchhöfer. "Es wird morgen superspannend. Wir werden erneut alles geben." Das Mann-Filter Team HTP gewann am Samstag bereits vorzeitig den Titel in der Team-Wertung, Sheldon van der Linde holte mit einem Klassensieg in der Pirelli-Junior-Wertung vorzeitig den Titel in der Nachwuchsfahrerwertung, Remo Lips durfte sich vorzeitig über den dritten Titel in Folge in der Pirelli-Trophy-Wertung freuen. 

Spannende Zweikämpfe der Titelrivalen

Die Rennsieger Kirchhöfer und Keilwitz verbesserten sich bereits beim Start von der dritten auf die zweite Position. Danach machte Startfahrer Kirchhöfer Jagd auf Pole-Setter und Tabellenführer Renauer. In der neunten Runde beschleunigte er den Porsche-Fahrer schließlich ausgangs der Spitzkehre aus und eroberte die Führung. Mit einer Serie schneller Runden baute Kirchhöfer anschließend seinen Vorsprung bis zu den Boxenstopps auf knapp 2,5 Sekunden aus. Partner Keilwitz blieb auch nach dem Pflichtfahrerwechsel vorn. In der Schlussphase wurde er noch einmal von Renauers Teamkollege Jaminet unter Druck gesetzt, sah aber nach 36 Runden mit 0,746 Sekunden Vorsprung als erster die Zielflagge. Dank des dritten Saisonsieges verbesserten sich Kirchhöfer und Keilwitz auf den zweiten Rang der Fahrer-Wertung und liegen punktgleich mit Pommer/Götz zehn Zähler hinter den Tabellenführern Renauer/Jaminet.

Um den dritten Platz lieferten sich die weiteren Titelkandidaten einen engen Kampf: Kelvin van der Linde verteidigte diesen knapp gegen den Mercedes-AMG von Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim). Nachdem Startfahrer Pommer vom vierten Startplatz bis auf den siebten Rang zurückgefallen war, kämpfte sich Teamkollege Götz wieder auf Platz vier nach vorn. In der Schlussphase griff er van der Linde mehrmals an, kam aber nicht vorbei. Dank Rang vier sicherte sich ihr Rennstall Mann-Filter Team HTP vorzeitig den Gewinn der Team-Wertung. Sheldon und Kelvin van der Linde haben als Tabellenvierte nun 114 Zähler gesammelt und damit ebenfalls noch Titelchancen. 25 Punkte werden am Sonntag noch vergeben.

Ebenfalls in den Kampf um den letzten Podestplatz involviert waren die Audi-Markenkollegen Ricardo Feller (18/CH) und Christopher Haase (30/Kulmbach, beide BWT Mücke Motorsport), die sich am Ende mit Platz fünf zufriedengeben mussten. Mit Platz sechs holten Sven Barth (37/Eberbach) und Claudia Hürtgen (47/Archheim, beide RWT Racing) nicht nur ihr bisher bestes Saisonergebnis, sondern auch den dritten Sieg des Jahres in der Pirelli-Trophy-Wertung.

Davide Rigon (32/I) und Luca Ludwig (29/Bornheim, beide HB Racing) kamen im einzigen Ferrari im Feld auf Platz sieben vor dem Audi von Florian Spengler (30/Ellwangen) und Dries Vanthoor (20/B, beide EFP by TECE).

Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) und Kévin Estre (29/F, beide KÜS Team75 Bernhard) zeigten als Neunte eine starke Aufholjagd. Die Porsche-Piloten waren nach einem Qualifying-Unfall von Bernhard vom 34. Startplatz ins Rennen gegangen. Der letzte Meisterschaftspunkt ging an Patrick Assenheimer (26/Heilbronn) und Dominik Baumann (25/A, beide AutoArenA Motorsport) im Mercedes-AMG.

Dank Platz zwei in der Pirelli-Trophy-Wertung holte sich Audi-Fahrer Remo Lips zum dritten Mal in Folge den Gesamtsieg in der Klasse für Nichtprofis.

Stimmen der Sieger


Marvin Kirchhöfer (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R):
"Wir hatten eine ziemlich lange Durststrecke bis zu unserem nächsten Podestplatz. Das letzte Mal war uns dies am Red Bull Ring gelungen. Ich wusste, dass unser Auto im Rennen sehr gut sein würde, deshalb war ich mit Platz drei im Qualifying sehr zufrieden. Beim Überholmanöver um Platz eins habe ich ausgangs der Spitzkehre innen reingestochen und war dann eingangs der folgenden schnellen Rechtskurve vorn."

Daniel Keilwitz (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R):
"Uns war vor dem Rennen klar, dass wir gewinnen müssen, um noch eine Chance im Titelkampf zu haben. Marvin ist super gefahren. Er sollte in der Anfangsphase attackieren und das hat er gut gemacht. Am Ende musste ich noch ganz schön kämpfen, da die Hinterreifen ziemlich abgefahren waren. Es war nicht so einfach."

Reichlich Action in Spielberg: René Rast holt dritten DTM-Sieg in Folge

  • Drei Audi auf den ersten Plätzen
  • Paul Di Resta übernimmt wieder die Führung in der Fahrerwertung
  • Daniel Juncadella verliert Sieg nach Strafe 
Mike Rockenfeller, René Rast, Nico Müller (v.l.)
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Dritter Sieg in Folge für René Rast: Nach seinem historischen Erfolg am Nürburgring – vor zwei Wochen holte Rast mit zwei Pole-Positions und zwei Siegen die maximale Punktzahl – sicherte sich der Audi-Pilot im Samstagsrennen in Spielberg weitere 25 Punkte für die Mission Titelverteidigung. „Das war kein einfaches Rennen heute, aber natürlich freue ich mich über die Siegesserie“, sagte der DTM-Champion von 2017. Mit Mike Rockenfeller und Nico Müller standen zwei weitere Audi-Piloten neben dem Sieger auf dem Podest. Rockenfeller wurde Zweiter und Müller Dritter. In der DTM-Fahrerwertung wechselte erneut die Führung. Während der bisherige Tabellenführer Gary Paffett als Zehnter einen Punkt holte, wurde sein Teamkollege und Titelrivale Paul Di Resta Vierter. 

Die Freude bei Rennsieger Rast war nicht so ausgelassen wie noch am Nürburgring. Er profitierte bei seinem siebten DTM-Sieg von einer Strafe gegen Daniel Juncadella und dem Teamplay seiner Markenkollegen, die ihn in der letzten Runden kampflos vorbeigelassen hatten. „René ist unsere einzige Chance im Titelkampf, das letzte Eisen im Feuer“, erklärte Rockenfeller. „Wenn wir als Teamkollegen helfen können, dann machen wir das. Die Saison ist im Endspurt, da geht es nur so.“ Wie im vergangenen Jahr in der Steiermark standen erneut drei Audi-Piloten auf dem Podium. „Das ist ein tolles Ergebnis, mit dem Anfang des Jahres niemand gerechnet hätte“, so Müller.

Ein unglückliches Rennen erlebte Mercedes-AMG-Pilot Juncadella. Seinen zweiten DTM-Sieg vor Augen, beging der Spanier beim Neustart in der drittletzten Runde einen Regelverstoß und wurde dafür mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Da Juncadella seine Strafe so kurz vor Rennende nicht mehr antreten konnte, wurde diese in eine 30-Sekunden-Ersatzstrafe umgewandelt, was letztlich Platz 14 bedeutete.

Rallye-Star Ogier beim DTM-Debüt Zwölfter, BMW beim Jubiläum glücklos 

In einem turbulenten Rennen mit zwei Safetycar-Phasen holte Gastfahrer Sébastien Ogier ein achtbares Ergebnis. Der fünfmalige Rallye-Weltmeister wurde bei seinem Renndebüt in der DTM Zwölfter. Fünf Plätze davor kam Marco Wittmann als Siebter ins Ziel. Auf abtrocknender Strecke war er bis zum zweiten Neustart als Dritter auf Podiumskurs, büßte dann aber noch Positionen ein. Letztlich war der zweimalige DTM-Champion im 300. DTM-Rennen für BMW bester Fahrer der Münchner.  


In der DTM-Fahrerwertung liegt drei Rennen vor dem Saisonende wieder Paul Di Resta in Führung. Der Mercedes-AMG-Pilot hat mit 216 Punkten zehn Punkte Vorsprung auf seinen Markenkollegen Gary Paffett (206). René Rast hat mit seinem erneuten Erfolg den Rückstand weiter verkürzt und ist mit 174 Punkten Dritter. 

Das zweite Rennen des Wochenendes wird am Sonntag ausgetragen. Rennstart ist um 13:30 Uhr.

Opel-Pilot Proczyk siegt in Hockenheim und übernimmt Tabellenführung

  • Proczyk geht mit vier Punkten Vorsprung auf Engstler ins letzte Saisonrennen
  • Langeveld folgt mit 22 Punkten Rückstand, Halder ohne Chance auf den Titel
  • Hesse baut Führung in der Honda Rookie Challenge aus 

Das Podium vom Samstagsrennen am Hockenheimring
Foto: ADAC-Motorsport

Opel-Pilot Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) hat das vorletzte Saisonrennen der ADAC TCR Germany in Hockenheim gewonnen und damit die Führung in der Meisterschaft übernommen. Der Pole-Setter setzte sich bei besten Bedingungen vor Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR und Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR durch.

"Ich hatte heute schlicht das schnellste Auto, ich musste nur fahren. Es ist kein Zufall, dass der Opel hier gut geht. Wir haben schon im vergangenen Jahr einen Sieg hier geholt, da hat alles angefangen", sagte Proczyk: "Was im Rennen am Sonntag passiert, kann man nicht vorhersagen. Wenn man alleine vorne fährt, ist alles wunderbar. Aber wenn man irgendwo mittendrin ist, geht nachher gar nichts mehr. Es kann alles passieren."

Im letzten Rennen der Saison am Sonntag (ab 14.50 Uhr) fällt die Entscheidung in der umkämpften dritten Saison der ADAC TCR Germany. Proczyk geht mit vier Punkten Vorsprung auf Engstler in den abschließenden Lauf. Audi-Pilot Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One) lauert mit 22 Punkten Rückstand auf seine Chance, Mike Halder hat dagegen angesichts eines Rückstands von 63 Zählern keine Möglichkeit mehr auf den Meistertitel.

Vierter wurde Audi-Pilot Langeveld vor Benjamin Leuchter (30, Duisburg, Max Kruse Racing) im VW Golf GTI TCR, Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport) im Cupra TCR, Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler), Lukas Niedertscheider (23, Österreich, Niedertscheider Motorsport) im Peugeot 308 TCR und Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance), der als Neunter bester Rookie wurde. Niko Kankkunen (19, Finnland, Team Engstler Europe) komplettierte die Top Ten.

Hesse baute damit die Führung in der Honda Rookie Challenge weiter aus. Er hat nun 91,5 Punkte auf dem Konto, sein Verfolger Luke Wankmüller (17, Straubenhardt, HP Racing International) folgt mit 84 Zählern. Einer der beiden 17-Jährigen wird die Nachwuchswertung der ADAC TCR Germany somit gewinnen und kann sich auf einen neuen Honda Civic freuen. Auch in der Honda Rookie Challenge fällt die Entscheidung am Sonntag, Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) hat als Dritte mit 73,5 Punkten keine Chance mehr auf den Titel.

Proczyk wehrt Angriffe ab und zieht davon - intensive Verfolgerduelle

Beim Start verlor Proczyk zunächst die Führung an Engstler, doch noch vor Ende der ersten Runde zog der Opel-Pilot auf der langen Gerade wieder vorbei. Auch Honda-Pilot Halder setzte Engstler unter Druck, der sich zwar hartnäckig, aber letztlich ohne Erfolg wehrte. Die Duelle seiner Verfolger spielten Proczyk in die Karten, der Österreicher baute seinen Vorsprung so kontinuierlich aus. Unterdessen hatte sich auch Niels Langeveld von Startplatz sechs auf vier nach vorne gearbeitet. Im Audi RS3 LMS versuchte er fortan, an Engstler vorbeizukommen.

In den folgenden Runden blieb das Bild unverändert: Proczyk bestimmte das Tempo, Halder folgte mit etwas Abstand. Dahinter lieferten sich Engstler und Langeveld als erste Verfolger intensive Duelle. Das Feld rückte erst wieder eng zusammen, als Jasmin Preisigs (26, Schweiz, Steibel Motorsport) Opel Astra TCR bei noch 15 Minuten Renndauer ausrollte und das Safety Car auf die Strecke kam. Beim Restart lauerten Proczyks Verfolger auf ihre Chance, doch der Österreicher setzte sich schnell wieder ab.

"Das hat perfekt funktioniert, so konnte ich mich immer wieder absetzen und bin gar nicht erst in die gefährliche Zone bei meinen Verfolgern gekommen. Das war auch wichtig, weil der Honda und speziell auch der Hyundai in den Kurven schon sehr, sehr gut gingen", sagte Proczyk, der auch eine weitere Safety-Car-Phase nach einem Kontakt zwischen Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) und Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport) unbeschadet überstand und am Ende ausgelassen über seinen dritten Saisonsieg jubelte.

Anders erging es Engstler, der sich bis zur Ziellinie gegen die Angriffe Langevelds verteidigen musste. Zwischenzeitlich fand der Niederländer im Audi einen Weg vorbei, doch Engstler konterte im Hyundai und rettete seinen dritten Platz letztlich nervenstark.

Im letzten Saisonrennen am Sonntag hat Langeveld die beste Startposition. Er geht von Rang drei ins Rennen, Proczyk als Zehnter und Engstler als 19. müssen dagegen aufholen. Engstler hatte im Samstagsrennen seine dritte Verwarnung in dieser Saison erhalten, dies hat laut Regelwerk eine Rückversetzung von zehn Startplätzen zur Folge. Von der Pole Position startet Cupra-Pilot Oliver Holdener (22, Schweiz, Wolf-Power Racing) als Zehnter des Qualifyings. Im Sonntagsrennen startet die Top Ten des Zeittrainings in umgekehrter Reihenfolge. SPORT1 überträgt die Entscheidung live im TV und als Stream auf www.SPORT1.de. Das Rennen ist zudem im Livestream auf adac.de/motorsport, der Facebook-Seite der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac mit deutschem und englischem Kommentar zu sehen.


Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Luca Engstler (Dritter, Hyundai Team Engstler): "Ich habe gekämpft und war komplett am Limit. Mehr wäre nicht möglich gewesen, das ist frustrierend. In den Sektoren mit den Kurven war ich der Schnellste - auf der Geraden aber habe ich sechs Zehntel verloren. Das tut weh, aber so ist es. Damit musste jeder schon kämpfen, wir müssen jetzt hart arbeiten, und dann werden wir sehen, was passiert. Dann hoffen wir, dass es reicht. Vielleicht haben wir ein Regenrennen, und dann sieht alles ganz anders aus. Aufgeben kommt nicht in Frage. Ich kämpfe bis zum letzten Meter, bis ich die Checkered Flag sehe. Und wenn es dann nicht reichen sollte, dann braucht sich niemand bei uns etwas vorzuwerfen."

Max Hesse (bester Rookie, Prosport Performance): "Im Moment sieht's ganz gut aus für uns. Der Start war sehr gut, danach ging es eigentlich nur darum, meine Position zu halten und zu schauen, was machen die anderen. Ich bin dann auch ganz wenig Risiko eingegangen. Nach der Safety-Car-Phase gab es ein paar Rempeleien, aus denen ich mich versucht habe herauszuhalten. Es war einfach nicht nötig Risiko einzugehen, weil es egal war, ob ich Achter, Neunter oder Zehnter werde. Jetzt hier ganz oben zu stehen, war das Wichtigste - und die Punkte mitzunehmen. Der Vorsprung beträgt 7,5 Punkte, ich muss nur vor Luke landen und das Ding nach Hause bringen."

DTM: Daniel Juncadella holt seine dritte Pole dieses Jahr

Die drei Schnellsten des Qualifyings
Daniel Juncadella fuhr auf dem Red Bull Ring seine dritte Pole-Position dieser Saison heraus. Der Mercedes-AMG-Pilot war bei schwierigen Bedingungen zum rechten Zeitpunkt auf der Strecke und distanzierte die gesamte DTM-Konkurrenz. „Das ist ein sehr schönes Gefühl. Die dritte Pole der Saison, meine erste im Regen. Ich hatte eine wirklich gute Runde. Es ist toll auf dieser Strecke auf Startplatz eins zu stehen, nachdem ich am Nürburgring zuletzt ein schwieriges Wochenende hatte“, sagte Juncadella. Aufgrund der irregulären Bedingungen musste das Qualifying bereits nach fünf Minuten unterbrochen werden, der Kurs war aufgrund der Regenfälle und der starken Gischt kurzzeitig nicht befahrbar. Nach wenigen Minuten Unterbrechung konnte die Zeitenjagd aber fortgesetzt werden. 

Mit Timo Glock und Mike Rockenfeller fuhren Piloten der anderen beiden Hersteller auf die Plätze zwei und drei. Für BMW-Pilot Glock waren es die ersten Punkte im Qualifying seit dem Saisonauftakt in Hockenheim. „Meine Bilanz im nassen ist generell nicht so schlecht. Heute morgen habe ich mich im Auto schon wohlgefühlt. Mit Platz zwei bin ich zufrieden. In Turn eins habe ich am Ausgang die weiße Linie erwischt, das hat mich definitiv das Zehntel zu Platz eins gekostet. Bei den Bedingungen hat aber keiner eine perfekte Runde hinbekommen. Gestern haben wir noch bei 25 Grad in der Sonne gelegen. Heute könnte sich das im Rennen so ausgehen wie in Misano. Es geht im Nassen los und wir fahren ins Trockene rein“, sagte Glock.

Audi-Pilot Rockenfeller sammelte sogar den ersten Punkt im Qualifying in 2018 ein. „Ich bin froh. Wir waren in der Lage, um die Pole-Position zu kämpfen. Bei den Bedingungen brauchst du ein bisschen Glück. Am Ende war ich zur falschen Zeit auf der Strecke. Ich hatte zunächst viel Verkehr und in den letzten Minuten der Session hat es wieder stärker geregnet, so dass ich mich nicht mehr verbessern konnte“, sagte „Rocky“.

Die drei Führenden der Fahrerwertung landeten auf den Plätzen vier, Paul Di Resta, acht, René Rast und neun, Gary Paffett. Nach der dritten Verwarnung der Saison werden Audi-Pilot Robin Frijns und Mercedes-AMG-Pilot Pascal Wehrlein in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt. Frijns ist nun 13. und Wehrlein startet von Position 18. Gaststarter Sébastien Ogier startet im Mercedes-AMG vom Ende des Feldes. Der Rennstart für das erste Rennen in der Steiermark ist um 13:30 Uhr.