Donnerstag, 13. September 2018

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, wie stufst Du das vergangene Rennwochenende auf dem Nürburgring ein?

Gary Paffett: Das Wochenende am Nürburgring war klasse und wir können damit zufrieden sein, wie es verlaufen ist. Die Pace des Autos war das ganze Wochenende über außerordentlich gut. Ich qualifizierte mich für beide Rennen in der ersten Reihe und habe die Pole am Samstag nur um drei Hundertstel sowie am Sonntag nur um sechs Tausendstel verpasst. Ich war also an beiden Tagen nah dran. Damit können wir sehr zufrieden sein. Am Samstag war es mit dem neuen Reglement für den Reifendruck schwierig, aber Platz drei war ein gutes Ergebnis. Am Sonntag hatten wir die Pace, um Zweiter zu werden und vielleicht sogar das Rennen zu gewinnen. Leider ist uns beim Boxenstopp ein Fehler unterlaufen, aber die Pace des Autos war exzellent. Gleichzeitig haben wir uns in der Meisterschaft vom zweiten auf den ersten Platz verbessert. Alles in allem war es ein großartiges Wochenende, mit dem wir zufrieden sein können.

Wie hart war der Zeitverlust beim Boxenstopp für Dich und das Team?

Gary Paffett: Das war sehr hart. Die Jungs üben so viele Boxenstopps und selten geht dabei etwas schief. Aber es ist für alle gleich. Jeder steht unter starkem Druck. Die Boxenmannschaft absolviert ihr eigenes Rennen und sie geben alles, um den Stopp so schnell wie möglich zu erledigen. Schon ein winziger Fehler kann dich ein oder zwei Zehntel kosten. Diesmal haben wir vier oder fünf Sekunden verloren, aber ich fühle mit den Jungs, weil sie nach dem Stopp auch noch warten mussten, während andere Autos durch die Boxengasse gefahren sind. Wir haben also nicht nur wegen des Fehlers beim Stopp Zeit verloren, sondern auch durch den Verkehr. Dafür konnten sie nichts. Das war hart und eine sehr schwere Strafe für einen kleinen Fehler. Es war schlimm für mich, fünf Plätze zu verlieren, aber auch für die Jungs, die am Auto arbeiten. Wir sind ein sehr starkes Team und alle unsere Mechaniker und Ingenieure sind super motiviert und engagiert. Nehmen wir die Situation nach Misano und vor dem Nürburgring als Beispiel: In Misano habe ich die Führung in der Meisterschaft verloren und keinen einzigen Punkt geholt. Danach kamen wir zum Nürburgring und hatten ein unglaublich starkes Wochenende, an dem man die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der Jungs gesehen hat.

Glaubst Du, dass die Meisterschaft nur zwischen den Mercedes-Fahrern entschieden wird? Oder sind Audi und BMW auch noch im Titelrennen? 

Gary Paffett: Ich glaube schon, dass sie noch in Reichweite sind. Sie können die Meisterschaft noch gewinnen. Aber nach den letzten Rennwochenenden sehe ich BMW nicht mehr als realistischen Herausforderer. Sowohl Wittmann als auch Glock müssen sehr viele Punkte aufholen. Marco ist am Sonntag vor mir ins Ziel gekommen, aber ich denke nicht, dass sie so viel mehr Punkte als wir einfahren können, um noch den Titel zu gewinnen. Mathematisch ist noch alles drin, aber dafür muss bei uns schon etwas dramatisch schieflaufen. Bei René Rast andererseits... wer weiß? Er ist in Topform und hat seit Zandvoort unglaublich viele Punkte gesammelt. Damit hat er richtig viele Zähler auf uns gutgemacht. Noch liegt er mehr als 50 Punkte zurück, das ist schon viel, aber wenn er so weitermacht wie am letzten Wochenende, dann hat er definitiv noch eine Chance. Für den Moment sehe ich den Kampf aber zwischen Paul und mir. Wir müssen aber René im Auge behalten. Er ist keinesfalls raus aus dem Titelrennen.

Mittwoch, 12. September 2018

Die DTM öffnet in Spielberg die Startaufstellung für Fans


  • Weiteres Novum: freier Eintritt für Schüler
  • Andreas Gabalier zu Gast, Konzert der Band Tagträumer
  • Mick Schumacher und Formel-1-Autos im Rahmenprogramm
In der Startaufstellung der DTM herrscht immer großer Andrang
Foto: dtm.com

Mit einem einzigartigen Rahmenprogramm macht das DTM-Gastspiel in Spielberg (21. bis 23. September 2018) von sich reden. Auf und neben der Rennstrecke wird den Fans in Österreich eine Menge geboten. Dabei wartet die DTM mit einer Aktion auf, die es in vergleichbaren Rennserien in dieser Form noch nicht gegeben hat: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag haben Fans mit Fahrerlager-Ticket Zugang zur XXL-Startaufstellung, die zu diesem Zweck von 15 auf 40 Minuten ausgedehnt wird. Die Zugangsberechtigungen zur Startaufstellung werden im Fahrerlager ausgegeben – so lange der Vorrat reicht.

„Unser Motto ‚Laut. Nah. Dran.‘ erhält mit der Öffnung der Startaufstellung für die Fans in Spielberg eine ganz neue Dimension“, sagte der ITR-Vorsitzende Gerhard Berger bei einer Pressekonferenz in Wien. „Es ist unser Bestreben, das ‚Erlebnis DTM‘ für die Fans stetig zu verbessern, die Besucher noch näher an die DTM heranzulassen – um die tolle Atmosphäre zu transportieren. Schon mit der Einführung des Pit Views vor zwei Jahren haben wir einen echten Mehrwert geschaffen. Heute zählt der Blick durch die Scheibe direkt in die Boxen der Teams zu den beliebtesten Hotspots im Fahrerlager. Jetzt bin ich sehr gespannt, wie die Fans darauf reagieren werden, die Stimmung in der Startaufstellung aufzusaugen.“

Freitickets für Schüler und jede Menge Attraktionen im Fahrerlager

Ein weiteres Novum in Spielberg: Die DTM lädt österreichische Schülerinnen und Schüler ein. Egal ob Schüler einer Grund-, Gesamt-, Berufsschule oder des Gymnasiums: Ab Donnerstag, 13. September, können interessierte Schulen, Klassen oder auch einzelne Schüler auf www.DTM.com/schulaktion Freikarten bestellen.

Freuen dürfen sich die Zuschauer zudem auf einen besonderen Gast: Der „Alpen-Elvis“ Andreas Gabalier wird sich in der Steiermark unters Volk mischen und den Pokal an den Sieger überreichen. Am Samstagabend gibt die österreichische Popband Tagträumer ein Konzert auf der Showbühne. Das Quintett wurde bekannt durch einen Auftritt 2014 in der TV-Sendung „Ein Herz für Österreich“. Der mit Gold ausgezeichnete Song „Sinn“ kletterte in der Alpenrepublik bis auf Platz sieben und hielt sich insgesamt 38 Wochen in den Charts.

Der in die USA ausgewanderte Star-Tätowierer Mario Barth wird in Spielberg mit einem mobilen Studio vertreten sein. Besucher haben die Möglichkeit, sich ein Tattoo stechen zu lassen oder auch nur beim Tätowieren zuzusehen. Zu Barths Kunden zählen Superstars wie Lenny Kravitz, Usher oder Sylvester Stallone.

Rahmenserien versprechen spannende Rennaction

Auf der Strecke wird es dieses Mal noch lauter: Beim vorletzten Rennwochenende der Saison ist die Rennserie BOSS GP mit von der Partie. Das Akronym steht für „Big Open Single Seater“ und schließt Formel-Fahrzeuge aller möglichen Serien ein. In Österreich werden unter anderem Formel-1-Fahrzeuge von Toro Rosso, Benetton, Arrows, Minardi und Super Aguri am Start sein – darunter auch zwei Benetton B197 des Jahrgangs 1997, mit denen neben Jean Alesi und Alexander Wurz auch der heutige Vorsitzende der DTM-Dachorganisation ITR um Grand-Prix-Siege kämpfte: Gerhard Berger.

In Spielberg will Mick Schumacher seine Erfolgsserie in der FIA Formel-3-Europameisterschaft fortsetzen. Der Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher, hat jüngst mit seinen großartigen Erfolgen auf dem Nürburgring seine Titelambitionen angemeldet. Am Red Bull Ring greift der 19-Jährige nach der Tabellenführung. Sein Heimspiel feiert in der Formel 3 Ferdinand Habsburg. Der Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich will vor heimischem Publikum seine beste Leistung abrufen und sich für höhere Aufgaben – zum Beispiel in der DTM oder der Formel 1 – empfehlen.

DTM live im TV und im Stream

Die beiden DTM-Rennen in Spielberg zeigt SAT.1 in der Sendung „ran racing“ am Samstag (22. September) und am Sonntag (23. September) jeweils ab 13:00 Uhr. In Österreich ist ORF eins an beiden Tagen jeweils ab 13:15 Uhr live auf Sendung. In der Schweiz zeigt MySports die Rennen. Rennstart ist an beiden Tagen um 13:30 Uhr. Auf DTM.com und in der offiziellen DTM-App werden alle Freien Trainings, Qualifyings und Rennen kostenfrei im Livestream gezeigt. Tickets gibt es online auf der offiziellen Webseite www.DTM.com/tickets.

Montag, 10. September 2018

IDM in Assen: Zwei Wechsel in der Gesamtwertung, die Titelkämpfe sind beim Finale wieder völlig offen

Die vorletzte IDM-Veranstaltung in der Saison 2018 war an Höhen und Tiefen auf der Rennstrecke von Assen kaum zu überbieten. Vier Prädikatsklassen waren in den Niederlanden am Start. In zwei von ihnen fanden Wechsel an der Tabellenspitze statt. In drei Wochen in Hockenheim wird die Motor Presse Stuttgart als Promotor der Serie ein ganz besonderes Finale präsentieren. In allen Klassen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft ist der Titelkampf noch nicht entschieden. Das gab es lange nicht.  
Lorenzo Lanzi holt ersten Saisonsieg für Yamaha
Foto: Jens Hawrda
Stand in der Vergangenheit mindestens ein Meister schon vorzeitig vor dem Finale fest, liegen die Dinge nun völlig anders. Die IDM ist hochkarätig besetzt und die Entscheidungen bis zum Schluss offen. In der Topklasse IDM Superbike 1000, in der die Motorradwerke mit hochgezüchteten Maschinen ihre Spielwiese haben, hat sich der Ukrainer Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) jedoch den Weg zum Titel weiter geebnet. Er hat in der Gesamtwertung 31 Punkte Vorsprung vor dem Belgier Bastien Mackels (Wilbers-BMW). Er ist der einzige Fahrer, der Mikhalchik noch vom immer  greifbarer werdenden Titelgewinn abhalten kann. Doch ausgerechnet Mackels passierte ein Fehler. Er zuckte im zweiten Superbike-Lauf des Wochenendes zu früh am Start und erhielt eine Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse. Diese warf den 33-Jährigen kurzfristig von der ersten Position auf den 16. Platz zurück. Am Ende des Rennens hatte Mackels nach einer Aufholjagd immerhin sieben Meisterschaftspunkte gerettet, während sich auch Mikhalchik geschlagen geben musste. Sieger des Rennens wurde Lorenzo Lanzi aus Italien auf der MGM-Yamaha. Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte es keinen BMW-Sieg gegeben. Und das hatte ausgerechnet das Team geschafft, das zuletzt ohne Fahrer dagestanden hatte. Das Ganze erweist sich auch noch als Vorteil für Mackels, denn Lanzi hatte mit seinem Sieg zugleich verhindert, dass Mikhalchik die volle Punktzahl abschöpfen konnte. Fünf Marken sind in der IDM Superbike 1000 vertreten: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Dass der Titel an einen BMW-Fahrer geht, daran gibt es keinen Zweifel. Dominic Schmitter (Suzuki) liegt als erster Pilot eines anderen Fabrikats auf dem vierten Platz in der Gesamtwertung.

In der IDM Supersport 600 hätte Max Enderlein (Freudenberg Racing) alle Chancen auf einen vorzeitigen Titelgewinn gehabt, wenn er im freien Training nicht gestürzt wäre. Der Yamaha-Fahrer brach sich das Schlüsselbein und musste die Heimreise antreten. Der Sachse wurde noch am Wochenende operiert und hofft bis zum Saisonfinale wieder halbwegs fit zu sein. Der große Vorsprung des 22-jährigen Yamaha-Fahrers zu den Verfolgern ist in der Zwischenzeit auf zwölf Punkte geschrumpft. Und sein größter Konkurrent heißt jetzt nicht mehr Marc Buchner, sondern Daniel Rubin. In Assen gab es mehrere Wechsel in der Gesamtwertung. Für Kevin Wahr, der als ganz großer Favorit in die Saison gestartet war, hat sich der Titelkampf nach einer technischen Disqualifikation erledigt.  

Die separate Superstock 600-Wertung in der Klasse, in die Fahrer mit noch seriennäheren Motorrädern eingeschrieben sind, wird derzeit von Marco Fetz (Yamaha) angeführt. Auch hier ist das letzte Wort nicht gesprochen. In Titelreichweite befinden sich auch noch Moritz Jenkner, der Sohn des ehemaligen Grand Prix-Piloten Steve Jenkner, sowie Stefan Ströhlein, der in Assen ein Rennen gewann.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 gibt es mit Toni Erhard einen neuen Spitzenreiter. Der Deutsche traf die Niederländer auf ihrer Heimstrecke mitten ins Herz und gewann beide Rennen. Schon nach dem ersten Lauf hatte der 17-jährige Abiturient aus Sachsen den großen Favoriten Victor Steeman als Führender in der Gesamtwertung abgelöst. Zwischen den beiden KTM-Piloten liegen zehn Punkte. Steeman hatte an einem Vorfall zu knabbern. Er rollte zu spät in Richtung Startaufstellung und musste sich statt in der ersten Reihe ganz hinten anstellen und das Feld aufrollen.

Auch in der IDM Sidcar gab es einen Führungswechsel, denn beide Rennen in Assen wurden zum Triumphzug von Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS1 F1 BMW). Mit dem Doppelsieg des Wochenendes hat das bayrisch-sächsische Duo nun 20 Punkte Vorsprung vor Titelverteidiger Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen (LCR F1 Suzuki), die diesmal fehlten, weil sie an der gleichzeitig stattfindenden Sidecar-WM in Rijeka teilnahmen. Endgültig abgerechnet wird also in Hockenheim vom 28. bis 30. September 2018.

Ein Pitwalk in den Morgenstunden, öffentliche Siegerehrungen vor dem Fahrerlager und Testfahrten mit der 80.000 Euro teuren BMW HP4 erwiesen sich auf dem TT Circuit in Assen als Zuschauermagnet und machen Lust auf Mehr. Die entscheidende letzte Saisonrunde sollten sich IDM-Fans deshalb nicht entgehen lassen.


Sonntag, 9. September 2018

Engstler feiert im Hyundai Doppelsieg auf dem Sachsenring

  • Hyundai-Pilot übernimmt erstmals Führung in der Fahrerwertung
  • Michelle Halder wird bester Rookie auf Platz zwei
  • Hochspannung in der Honda Rookie Challenge 
Luca Engstler siegt auch im zweiten Rennen am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Hochspannung vor dem Finale der ADAC TCR Germany in zwei Wochen in Hockenheim: Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) hat in einem Herzschlagfinale in der der ADAC TCR Germany auch das zweite Rennen beim vorletzten Wochenende der Saison auf dem Sachsenring gewonnen und durch seinen dritten Sieg in Folge die Führung in der Fahrerwertung erobert. Der Hyundai-Pilot fuhr vor Rookie Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder), die im Cupra TCR Zweite wurde, und Gaststarter Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport 2) in einem weiteren Cupra über die Ziellinie und feierte seinen dritten Saisonsieg.

"Das Rennen war der Wahnsinn. Es hat enorm viel Spaß gemacht. Das ist Tourenwagensport. Für diese Zweikämpfe machen wir das. Es war wirklich ein überragendes Rennen", sagte der 18-jährige Engstler nach der Siegerehrung: "Das ist meine Lieblingsstrecke, sie liegt mir. Ich bin hier zwar ganz selten, aber jedes Mal fühle ich mich so wohl." 

Opel-Pilot Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International), der als Gesamtwertungsführender ins Rennen gegangen war, verpasste das Podium als Vierter knapp, Polesetter Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One), der das Rennen im Audi bis zur vorletzten Runde angeführt hatte, wurde Fünfter. 

Am Start kam Langeveld sehr gut weg und verteidigte Position eins vor Michelle Halder erfolgreich, Proczyk schob sich von Startplatz acht auf den dritten Rang. Engstler, der am Vortag seinen zweiten Saisonsieg gefeiert hatte, machte - von Position zehn startend - direkt vier Plätze gut und arbeitete sich im Rennverlauf stetig nach vorn. In der vorletzten Runde zog er schließlich nach einem Verbremser von Langeveld, von dem auch Michelle Halder und Eberle profitierten, an dem Audi vorbei auf Rang eins. 

"Das Rennen war heute wirklich bis zur letzten Runde spannend. Durch den Kampf zwischen Engstler und Langeveld habe ich die Chance genutzt", sagte eine freudestrahlende Halder: "Die ADAC TCR Germany ist eine sehr starke Rennserie und da auf dem Podium zu stehen ist ein unglaublicher Moment - als Frau sowieso. Ein sensationelles Gefühl."

Sechster wurde im zweiten Hyundai Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler) vor den beiden Rookies Justin Häußermann (18, Forchtenberg, Team Engstler Germany) im VW Golf GTI TCR und Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance) im Audi RS3 LMS. VW-Pilot Niko Kankkunen (20, Finnland, Team Engstler Europe), Sohn des erfolgreichen Rallye-Fahrers Juha Kankkunen, fuhr auf Rang neun, sein Landsmann Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) komplettierte im Audi die Top Ten.

Doch Spannung bis zum Schluss hält nicht nur das Meisterschaftsrennen bereit: In der Honda Rookie Challenge geht es denkbar knapp zu. Luke Wankmüller (17, Straubenhardt, HP Racing) behielt zwar die Führung, Verfolger Hesse verkürzte aber auf einen halben Punkt. Durch die beiden Siege in der Rookie-Wertung am Wochenende hat auch Michelle Halder mit 12,5 Zählern Rückstand noch alle Chancen auf den Honda Civic, der dem Sieger als Prämie zuteil wird.

Die Entscheidung in der ADAC TCR Germany fällt in zwei Wochen auf dem Hockenheimring. Vom 21. bis 23. September geht es für die letzten beiden Saisonrennen nach Baden-Württemberg.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Pascal Eberle (Dritter, Steibel Motorsport 2): "Mein Start war schlecht und ich bin auf Position zehn zurückgefallen. Dann habe ich mich kontinuierlich nach vorn gearbeitet. Ich bin dann richtig rangekommen. Das war Tourenwagensport vom Feinsten. Es war ein besonderes Wochenende für mich, nach einem Jahr wieder im Auto zu sitzen. Ich bin positiv reingestartet als Schnellster im ersten Freien Training. Qualifying war auch super. Das erste Rennen hätte zwar besser laufen können, aber jetzt bin ich zufrieden."

Perfektes Wochenende: René Rast feiert historischen Erfolg am Nürburgring

  • Maximale Punkte: Rast mit zwei Poles und zwei Siegen
  • Boxenstopp-Drama bei Gary Paffett
  • Starke Aufholjagd von Paul Di Resta 
Renè Rast (Audi) holt Doppelsieg am Nürburgring
Foto: Audi-Motorsport

René Rast hat am Nürburgring Geschichte geschrieben: Der DTM-Champion von 2017 holte sich am Sonntag, wie bereits tags zuvor, zunächst die Pole-Position und dann den Sieg – und sicherte sich damit als erster DTM-Fahrer die maximalen 56 Punkte an einem Wochenende. „Das ist ein unglaublicher Moment“, sagte ein überglücklicher Rast nach der Zieldurchfahrt. „Ich bin wirklich sprachlos.“ Zweiter im 16. Saisonrennen wurde Mercedes-AMG-Pilot Paul Di Resta, der von Startplatz elf nach vorne gefahren war. Das Podium in der Eifel komplettierte Marco Wittmann im BMW. Somit waren wie schon am Samstag alle drei Hersteller auf dem Siegerpodest vertreten. Die Abstände in der DTM-Fahrerwertung sind vier Rennen vor dem Saisonende noch enger geworden: Es führt weiterhin Gary Paffett (206 Punkte), aber nur noch mit zwei Zählern Vorsprung auf Di Resta (204). Rast (149) liegt jetzt auf dem dritten Rang.

Es war das Wochenende von René Rast. Zweimal erster Startplatz, zwei Siege. Das hat vor dem Titelverteidiger noch niemand geschafft. Gary Paffett war in dieser Saison in Zandvoort nah dran, aber am Sonntag holte sich Rast den Sieg und Paffett wurde Zweiter. „Das Wochenende am Nürburgring kann man kaum in Worte fassen. Das wird bei den kommenden Rennen kaum zu toppen sein. Ich war auf der zweiten Seite der Fahrerwertung und bin jetzt Dritter“, fasste Rast seine Eindrücke zusammen. Was am Bildschirm und von den Tribünen einfach aussah, war für den 31-Jährigen harte Arbeit. „Jetzt schauen wir nach vorne. Alles ist möglich und es kann viel passieren. Wir sind dran.“ Den Siegerpokal für den sechsten DTM-Sieg in seiner Karriere nahm Rast von FIA-Präsident Jean Todt entgegen.

„Laut. Nah. Dran“ ist jetzt auch wieder Paul Di Resta: Mit Platz zwei im Rennen am Sonntag verkürzte er in der DTM-Fahrerwertung den Abstand auf Paffett. Nur zwei Punkte trennen die Mercedes-AMG-Teamkollegen vier Rennen vor Schluss. „Im Gegensatz zu gestern lief es heute wirklich gut. Von Startplatz elf noch auf den zweiten Platz zu fahren, ist in der DTM nicht selbstverständlich“, kommentierte der Schotte. Auch Marco Wittmann zeigte sich zufrieden. Nach Platz vier am Samstag wurde der Fürther im Sonntagsrennen Dritter. „Ich war vor dem Rennen schon optimistisch, auch wenn Startplatz neun nicht die beste Ausgangslage war. Wir haben natürlich auch vom Pech anderer profitiert, haben uns aber auch gut vorgearbeitet. Ich freue mich für mein RMG-Team, hier bei ihrem Heimrennen zumindest noch ein Podium abgestaubt zu haben.“

Zu den Pechvögeln des Sonntags zählt der Führende in der Fahrerwertung, Gary Paffett. Sein Pflichtboxenstopp in Runde 19 dauerte 11,1 Sekunden, weil es Probleme beim Wechsel des rechten Hinterrads gab. Statt auf Platz zwei hinter Rast, sortierte er sich vier Plätze weiter hinten ein und wurde am Ende hinter Bruno Spengler (BMW) Fünfter.

In zwei Wochen geht die DTM in Spielberg (Österreich) in die vorletzte Runde des Jahres. Vom 21. bis 23. September 2018 stehen für die 18 DTM-Piloten von Audi, BMW und Mercedes-AMG auf dem Kurs in der Steiermark die Saisonrennen 17 und 18 auf dem Programm.