Mittwoch, 18. April 2018

DTM: Abschiedsrennen für Ekström in Hockenheim

  • Audi-Werksfahrer verabschiedet sich bei DTM-Auftakt von den Fans
  • Zusätzlicher Audi RS 5 DTM für zweimaligen DTM-Champion im Einsatz
  • Mattias Ekström: „Jede Menge Gänsehaut-Momente“
 
Emotionaler Abschied nach 17 Jahren DTM: Mattias Ekström startet beim DTM-Auftakt auf dem Hockenheimring mit einem zusätzlichen Audi RS 5 DTM. Damit haben Motorsport-Fans einen Grund mehr, die Rennen am 5. und 6. Mai entweder vor Ort oder auf dem Bildschirm live zu erleben. 
Mattias Ekströms Audi-Design für sein Abschiedsrennen
Foto: Audi-Motorsport
Ende Januar hatte Mattias Ekström seinen Ausstieg aus der DTM bekannt gegeben. Er konzentriert sich in diesem Jahr auf das Engagement in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft mit seinem Team EKS Audi Sport. Für ihn eine schwere Entscheidung – auch weil er sich nach 17 Jahren in der DTM noch nicht in passendem Rahmen von seinen vielen Fans verabschieden konnte. Diese Möglichkeit gibt Audi dem in München lebenden Schweden nun beim DTM-Auftakt.
 
„Mattias hat im Winter entschieden, seine einzigartige DTM-Karriere zu beenden“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Er hat uns auch gesagt, dass er sich sehr gerne mit einer besonderen Aktion von den DTM-Fans verabschieden möchte. So ist die Idee des Abschieds-Rennwochenendes entstanden. Ich denke, es ist für ihn, für die DTM, für die Fans und natürlich auch für Audi eine tolle Sache, dass er beim Saisonauftakt in Hockenheim noch einmal an den Start geht. Es gab einige Hürden zu nehmen, aber wir haben den Einsatz eines siebten Audi RS 5 DTM möglich gemacht. Für unsere Mannschaft ist es ein ziemlicher Kraftakt. Gleichzeitig war jeder im Team sofort von der Idee begeistert und hat spontan seine Unterstützung zugesagt.“
 
Der 39 Jahre alte Schwede bestreitet in Hockenheim die beiden ersten DTM-Rennen der Saison 2018 außerhalb der Wertung. Darüber hinaus ist für die Fans eine ganze Reihe von Aktionen mit dem zweimaligen DTM-Champion geplant. „Vermutlich werde ich an diesem Wochenende mehr Autogramme schreiben als sonst in einer ganzen Saison“, sagt Mattias Ekström. „Aber das mache ich gerne. Es ist großartig, dass Audi mir das ermöglicht. Nach 17 tollen Jahren war es eine unheimlich schwere Entscheidung, nicht mehr in der DTM zu starten. Der Tag der Verkündung war einer der emotionalsten meiner ganzen Karriere. Ich bin sicher, dass es auch in Hockenheim jede Menge Gänsehaut-Momente geben wird. Ich freue mich schon jetzt megamäßig darauf.“

Mattias Ekström begann seine DTM-Laufbahn 2001 mit 22 Jahren im Audi-Kundenteam von ABT Sportsline. 2004 startete er erstmals als Werksfahrer und fuhr auf Anhieb seinen ersten DTM-Titel ein. 2007 folgte Titel Nummer zwei, einen weiteren Gesamtsieg verpasste er in der vergangenen Saison nur knapp. Insgesamt bestritt der Schwede in 17 Jahren bisher 195 DTM-Rennen. Mit den beiden Titeln, 23 Siegen, 20 Pole-Positions, 18 schnellsten Runden im Rennen und 1.219 Punkten ist er der erfolgreichste Audi-DTM-Pilot aller Zeiten.
 
Auch seine beiden Abschiedsrennen bestreitet Ekström im Audi Sport Team Abt Sportsline. Sein Audi RS 5 DTM erhält ein besonderes Design seines langjährigen Partners Red Bull mit dem Hashtag #AdjöMattias. Ekström geht ohne vorherige Testfahrten an den Start und kann sich daher erst in Hockenheim an das aktuelle DTM-Auto mit der reduzierten Aerodynamik gewöhnen. Dennoch rechnet Audi-Motorsportchef Dieter Gass mit einem voll konkurrenzfähigen Schweden. „Mattias hat sich immer schnell an ein neues Auto gewöhnt. Ich bin sicher: Bei seinem Abschied wird er nicht spazieren fahren. Er wird seinem Motto ‚Go hard or go home‘ alle Ehre machen.“

Dieser Abschied von Audi gönnt wohl jeder dem sympathischen Schweden Mattias Ekström. Die Frage muss aber erlaubt sein, weshalb ein anderer DTM-Champion, der ebenfalls zwei DTM-Titel für Audi holte (2008/2009), gemeint ist Timo Scheider, im Jahr 2016 ohne eine nur annähernde Abschiedsveranstaltung geradezu abserviert wurde. Hier wird von Audi offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen und das wundert und schein nicht vom fairen Sportsgeist geprägt.
 


Montag, 16. April 2018

DTM Testabschluss in Hockenheim: Mercedes mit mehr als 7.000 Kilometer auf dem Weg zum Saisonstart

Die Wintertests sind vorbei: Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team knackt beim letzten Test in Hockenheim die 7.000-Testkilometer-Marke
Foto: Mercedes-Motorsport
  •  Viertägige Testfahrten in Hockenheim (09.-12. April)
  • Alle sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer im Einsatz
  • Pascal Wehrlein testete erstmals seit 2015 wieder in einem DTM-Auto, Daniel Juncadella nach seiner Verletzung wieder fit
  • Gary Paffett: „Es ist natürlich schön, den eigenen Namen an der Spitze der Zeitenliste zu sehen, bei Testfahrten ist das aber nicht von großer Bedeutung.“
  • Ulrich Fritz: „Wir sind an den vier Testtagen in dieser Woche 1.606 Runden respektive 7.346 km gefahren – das ist besonders wichtig, da jeder Kilometer aufgrund der geringen Anzahl an Testtagen in diesem Jahr enorm wertvoll für uns ist.“

Das letzte Kapitel in der 30-jährigen DTM-Geschichte von Mercedes-AMG Motorsport steht an: Kurz vor dem Beginn der Jubiläumssaison absolvierte das Team beim Abschlusstest in Hockenheim die Generalprobe für den Saisonstart an gleicher Stelle. Im Verlauf der vier Testtage legten die sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer 1.606 Runden respektive 7.346 km auf dem 4,574 km langen Hockenheimring zurück – die meisten aller drei Hersteller.
 
„Ich bin nach meinen beiden Testtagen zufrieden“, bilanzierte Team-Captain Gary Paffett, der am zweiten Testtag die Bestzeit markierte. „Das Wetter war schön und wir konnten viel im Trockenen fahren. Die Autos funktionierten gut, wir haben viele Dinge getestet und Kilometer abgespult. Damit bin ich zufrieden. Es ist nahezu unmöglich, die Pace einzuschätzen. Bei den Tests ist das nicht von Bedeutung, aber es ist natürlich schön, den eigenen Namen an der Spitze der Zeitenliste zu sehen. Das war gut, bedeutet im Moment aber sehr wenig. Wichtig ist, dass wir Veränderungen am Auto vorgenommen, eine bessere Balance gefunden und Fortschritte auf Short und Long Runs gemacht haben. Ich denke, dass wir das Auto gut verstehen und gut vorbereitet in das erste Rennen in Hockenheim gehen.“
 
Besonders wichtig war der Test für Daniel Juncadella. Der Spanier hatte sich gut eine Woche vor dem Abschlusstest in Hockenheim bei einem Fahrradunfall das Schlüsselbein angebrochen und kehrte in Hockenheim ins Cockpit zurück. „Es war großartig, in dieser Woche wieder im Auto zu sitzen“, sagte Daniel Juncadella, der an seinem Comeback-Tag auf Anhieb 121 Runden zurücklegte. „ Alles in allem lief es sehr positiv. Ich habe mein Programm absolviert und bin ohne Schmerzen viele Runden gefahren. Es ist klasse, dass ich nur zehn Tage nach meiner Verletzung schon wieder so fit bin. Das ist die wichtigste Nachricht dieser Testfahrten für mich. Jetzt kann ich das erste Rennwochenende kaum noch erwarten.“
 
Ähnlich ergeht es dem DTM-Champion von 2015, der am ersten Testtag der Woche zum ersten Mal seit seinem Meisterjahr in einem DTM-Auto Platz nahm. „Es hat mich gefreut, wieder im Auto zu sitzen“ , sagte Pascal Wehrlein. „Nach der langen Winterpause wurde es endlich mal wieder Zeit. Die Umgewöhnung von der Formel 1 auf die DTM funktionierte recht schnell. Man kann die Rundenzeiten bei den Wintertests immer nur schwer einschätzen, aber mein Gefühl war auf jeden Fall positiv. Wir haben viel dazu gelernt und es waren alles in allem zweieinhalb gute Tage für mich. Hockenheim kann definitiv kommen.“
 
Nach der langen Winterpause freute sich auch Edoardo Mortara darüber, endlich wieder in seinem Mercedes-AMG C 63 DTM auf die Strecke fahren zu dürfen. „Ich bin an meinen Testtagen viele Kilometer gefahren und konnte dabei viel Testarbeit erledigen“, sagte er. „Ich bin zu Beginn der Woche gefahren, entsprechend haben wir viel am Setup des Autos gearbeitet. Danach haben wir aber auch mit Blick auf das Qualifying und das Rennen getestet. Jetzt hoffe ich, dass wir zum Saisonstart konkurrenzfähig sein werden.“
 
Auch Paul Di Resta fand Gefallen an seinen ersten Runden im neuen Jahr. „Ich bekam ein Gefühl dafür, wie das neue Auto funktioniert“, sagte Paul Di Resta. „Wir haben die meisten unserer Punkte abgearbeitet und der Großteil unseres Testprogramm drehte sich darum, die Zeit bis zum ersten Rennen bestmöglich zu nutzen. Vielen Dank an das Team, das vier lange Tage hinter sich hat. Jetzt freue ich mich wieder auf Rennaction. Einfach Gas geben, aggressiv fahren und dieses Auto auf der Rennstrecke bewegen.“
 
Genau das lieben Rennfahrer wie Paul oder Lucas Auer an ihrem Beruf. „Die beiden Testtage waren sehr produktiv“, fügte Lucas an. „ Wir haben viele Teile getestet und ich bin wieder richtig gut in Schwung gekommen. Nach den Testfahrten wissen wir, in welche Richtung es geht und jetzt bin ich gespannt darauf, wie das Kräfteverhältnis beim ersten Rennen in Hockenheim aussehen wird.“
 
Die große Frage nach dem Kräfteverhältnis lässt sich nach den Wintertestfahrten natürlich noch nicht vollständig beantworten. „ Hinter uns liegt eine anstrengende, aber erfolgreiche letzte Testwoche vor dem Saisonstart an gleicher Stelle hier in Hockenheim“ , fasste Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz zusammen. „Wir sind an den vier Testtagen in dieser Woche 1.606 Runden respektive 7.346 km gefahren – das ist eine gute Ausbeute und besonders wichtig, da jeder Kilometer aufgrund der geringen Anzahl an Testtagen in diesem Jahr enorm wertvoll für uns ist. Das gesamte Team hat sehr engagierte und gute Arbeit abgeliefert und es war schön, nach der langen Winterpause wieder alle unsere Fahrer in Aktion zu erleben. Wie gut wir unsere Hausaufgaben gemacht haben, werden wir beim Saisonauftakt Anfang Mai erfahren.“
 
Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team kehrt nun in die Fabrik nach Affalterbach zurück, um sich dort auf den Saisonstart vom 4.-6. Mai auf dem Hockenheimring vorzubereiten. Jetzt gilt es, die gesammelten Daten der Wintertestfahrten auszuwerten und den letzten Feinschliff an den Autos für die anstehende Saison vorzunehmen. Für die Fahrer und Teammitglieder geht es in den kommenden Wochen ebenfalls in die letzte Phase der körperlichen Vorbereitung. So stehen weiterhin Fitnesstraining und Boxenstoppübungen auf dem Programm. Das Ergebnis der harten Saisonvorbereitung zeigt sich dann am 5. Mai, wenn Mercedes-AMG Motorsport beim ersten Saisonlauf in seine Jubiläumssaison startet.

Sonntag, 15. April 2018

Doppelsieg für Lamborghini im zweiten Saisonrennen

  • Bortolotti/Caldarelli gewinnen im Huracán GT3 am Sonntag in Oschersleben
  • Markenkollegen Ineichen/Engelhart belegen Rang zwei
  • Schwager/Ludwig holen ersten ADAC GT Masters-Podestplatz für den Ferrari 488 GT3
das Lamborghini-Duo übernimmt nach dem Start sofort die Führung,
allerdings noch in anderer Reihenfolge als im Ziel
Foto: Jens Hawrda
Lamborghini war im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben das Maß der Dinge: Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) siegten mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Rolf Ineichen (29/I) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Als Dritte holten Dominik Schwager (41/München) und Luca Ludwig (29/Bonn, beide HB Racing) den ersten Podestplatz für den in diesem Jahr in der "Liga der Supersportwagen" debütierenden Ferrari 488 GT3. "Das war perfekt", freute sich Sieger Bortolotti. "Die Leistung war richtig gut. Wir haben keine Fehler gemacht und sind sehr zufrieden."

Lamborghini-Duo behauptet Führung

Das zweite Saisonrennen stand vor mehr als 25.000 Zuschauern (am Wochenende) ganz im Zeichen der beiden Lamborghini Huracán, die sich bereits im Qualifying die ersten beiden Positionen gesichert hatten. Polesetter Christian Engelhart verteidigte beim Start gegen Markenkollege Andrea Caldarelli die Führung. Während die Reihenfolge an der Spitze bis zu Pflichtboxenstopps zur Rennmitte gleich blieb, setzte sich das Duo stetig von den Verfolgern ab. Doch kurz nachdem Rolf Ineichen von Engelhart und Mirko Bortolotti von Caldarelli übernommen hatten, wechselte die Führung: Bortolotti ging in Runde 23 am Markenkollegen vorbei und eroberte den ersten Platz. Auch danach dominierten die beiden Lamborghini das Rennen. Bis zum Einsatz des Safety-Cars zur Bergung des Mercedes-AMG von Kim-Luis Schramm (20/Ilmenau) hatten sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. Bortolotti gelang danach ein problemloser Sieg und sah 1,8 Sekunden vor Ineichen die Zielflagge. Für Bortolotti war es der dritte Sieg im ADAC GT Masters, für seinen neuen Teamkollegen Caldarelli der erste. Ineichen sicherte sich als Zweiter den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.
Ferrari holt im zeiten Rennen den ersten Podestplatz
Foto: Jens Hawrda
Als Drittplatzierte holten Dominik Schwager und Luca Ludwig, der beim Start mehrere Plätze gutmachte und damit den Grundstein für das Ergebnis legte, den ersten Podestplatz für den Ferrari 488 GT3 im ADAC GT Masters. Platz vier ging an Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport), die wie im Samstagsrennen die erfolgreichsten Porsche-Piloten waren. Als Fünfte kam das Mercedes-AMG-Duo Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide MANN-FILTER Team HTP) ins Ziel. Dahinter folgte ein weiterer Mercedes-AMG: Christopher Friedrich (23/Griesheim, Car Collection Motorsport) holte auf Position sechs zusammen mit Lance David Arnold (31/Duisburg) den Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung. Über seine ersten Punkte im ADAC GT Masters konnte sich Serienneuling Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau, KÜS Team75 Bernhard) freuen. Der zweimalige WEC-Champion und Le-Mans-Sieger kam mit Partner Kévin Estre (29/F) als Siebter ins Ziel.

Die Top Ten wurden von drei Audi R8 LMS komplettiert: Nicolaj Rogivue (21/CH) und Frédéric Vervisch (31/B, beide Aust Motorsport) wurden Achte vor ihren Markenkollegen Florian Spengler (30/Schaffhausen) und Dries Vanthoor (19/B, beide EFP by TECE) sowie Ricardo Feller (17/CH) und Christopher Haase (30/Kulmbach, beide BWT Mücke Motorsport) auf den Rängen neun und zehn.

Mirko Bortolotte (l.) und Andrea Caldarelli
am Sonntag hat es mit dem Sieg geklappt
Foto: Jens Hawrda
Stimmen der Sieger

Mirko Bortolotti (ORANGE1 by GRT Grasser, Lamborghini Hurácan GT3:
"Danke an das Team und Lamborghini. Wir haben heute das Maximum herausgeholt. Wir haben vom ersten Training an beim Auto in die richtige Richtung gearbeitet und haben die richtigen Entscheidungen beim Set-up getroffen. Das hat uns natürlich geholfen. Eine tolle Leistung vom Team, uns so ein Auto zu geben."

Andrea Caldarelli (ORANGE1 by GRT Grasser, Lamborghini Hurácan GT3):
"Das Wochenende mit einem Sieg abzuschließen ist fantastisch. Christian Engelhart und ich haben uns nicht angegriffen, damit wir uns vom Feld absetzen konnten. Kurz nach dem Boxenstopp hat Mirko dann die Führung erobert. Die Strategie ist aufgegangen. Die Strecke hier ist nicht einfach, und man muss sehr auf die Reifen achten. Das ist uns gelungen."

Premierensieg für Mike Halder im Honda Civic TCR

  • Der Vizemeister fährt von Rang zehn an die Spitze
  • Luke Wankmüller im Opel erneut bester Rookie
Mike Halder holt seinen ersten Sieg in der TCR-Germany
Foto: ADAC-Motorsport/Suer
Neunmal hatte Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) bereits auf dem Podium gestanden, nun hat der 22-Jährige im Honda Civic TCR endlich seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany gefeiert. Mit einer beherzten Leistung gewann der Vizemeister am Sonntag von Position zehn startend den zweiten Lauf des Saisonauftakts in Oschersleben. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport verwies Gaststarter und Pole-Setter Pétr Fulin (41, Tschechien, Fullin Race Academy) im Cupra TCR und Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One) im Audi RS3 LMS, der am Samstag bereits Zweiter geworden war, auf die Plätze.

„Das war der Traum, der jetzt endlich in Erfüllung gegangen ist. Und dann auch noch in so einem spannenden Rennen“, jubelte Mike Halder: „Nach dem Rennen am Samstag war ich etwas enttäuscht, aber dafür ist es heute umso schöner. Bis jetzt funktioniert alles perfekt, ich bin sehr zufrieden. Heute wird noch ein bisschen gefeiert!“

Auf Platz vier landete der Vortagesdritte Luca Engstler (18, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR, dahinter folgten Teamkollege Florian Thoma (22, Schweiz, Liqui Moly Team Engstler), Auftaktsieger Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) im Opel Astra TCR und die beiden VW-Piloten Benjamin Leuchter (30, Duisburg, Max Kruse Racing) und Théo Coicaud (18, Frankreich, Liqui Moly Team Engstler). Luke Wankmüller (16, Straubenhardt, HP Racing International) sah auf Rang neun erneut als bester Rookie die Zielflagge, der Pilot im Opel Astra TCR baute damit seine Führung in der Honda Rookie Challenge aus, Zehnter wurde Lukas Niedertscheider (23, Österreich, Niedertscheider Motorsport) im neuen Peugeot 308 TCR.

Zu Beginn des zweiten Rennens in Oschersleben gelang Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) im Audi ein wahrer Blitzstart, der Finne überraschte die Konkurrenz und fuhr von Startplatz drei aus nach vorne. Grund dafür war allerdings ein Frühstart - die Rennleitung belegte den Finnen mit einer Drive-Through-Strafe. Noch in der ersten Runde verursachte dann ein Dreher von Simon Reicher (18, Österreich, YACO Racing), bei dem dieser mehrere Autos berührte, einen Rennabbruch. Nach dem Neustart des Rennens und der Boxendurchfahrt Buris holte sich Fulin die Führung zurück, dahinter lieferten sich Langeveld, Halder, Engstler und Thoma einen packenden Fight um das Podium.

Das Quintett an der Spitze legte ein enorm hohes Tempo vor. Kurz vor Schluss erkämpfte sich Halder Rang zwei von Langeveld. Dann setzte er den führenden Tschechen unter Druck - auch das mit Erfolg: In der letzten Runde zog Halder mit einem geschickten Manöver an Fulin vorbei und sicherte sich seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany.

Für die ADAC TCR Germany geht es in zwei Wochen weiter, dann macht die Tourenwagenserie des ADAC erstmals in Most/Tschechien Station. SPORT1 zeigt die Läufe der ADAC TCR Germany im TV. Online sind alle Rennen im kostenlosen Livestream unter sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany


Pétr Fulin (Zweiter, Fullin Race Academy):
„Die ADAC TCR Germany ist eine top Meisterschaft mit einem sehr starken Fahrerfeld. Entsprechend schwer ist es, vorne mitzufahren. Dass mir das direkt hier in Oschersleben gelungen ist, macht mich natürlich glücklich und auch stolz. Für uns ist vieles neu hier. Gerade deshalb bin ich sehr zufrieden. Jetzt freue ich mich auf mein Heimrennen in Most. Ich wohne nur 80 km von der Strecke entfernt, das wird etwas ganz Besonderes für mein Team und mich.“

Niels Langeveld (Dritter, Racing One):
„Ein super Auftakt. Zweimal auf dem Podium – was will man mehr? So müssen wir jetzt weitermachen.“

Luke Wankmüller (Bester Rookie, HP Racing International):
„Von den Punkten her kann man sagen, dass es ein perfekter Start war. Aber im zweiten Rennen habe ich hier und da noch ein paar Fehler gemacht, deshalb habe ich ein paar Plätze verloren. Insgesamt bin ich echt zufrieden, so habe ich mir den Auftakt vorgestellt.“

Erfolgreiche Formel-E-Premiere für Audi in Rom

  • Audi-Piloten begeistern beim ersten Europa-Rennen der Saison mit Aufholjagden
  • Platz zwei und vier für Lucas di Grassi und Daniel Abt
  • Audi Sport ABT Schaeffler beim ersten E-Prix in Rom erfolgreichstes Team

Lucas di Grassi und Daniel Abt haben beim ersten Formel-E-Rennen in Rom für das Team Audi Sport ABT Schaeffler die Plätze zwei und vier geholt und die Zuschauer in der italienischen Hauptstadt mit Aufholjagden begeistert.
Lucas di Grassi holt Platz zwei in Rom
Foto: Audi-Motorsport
Nach einem nicht perfekten Qualifying mussten sich die beiden Audi-Piloten auf der neuen Rennstrecke mit den Startplätzen sechs und neun begnügen. Lucas di Grassi verpasste nach einem kleinen Fehler auf seiner Zeitrunde nur knapp die „Super Pole“ der schnellsten Fünf. Daniel Abt gelang es im Qualifying nicht, seine Reifen optimal zum Arbeiten zu bringen.

Beide Audi-Piloten waren jedoch überzeugt, über schnelle Autos für das bisher längste Rennen der aktuellen Formel-E-Saison zu verfügen. Und das bewiesen sie vor einer Kulisse von rund 30.000 begeisterten Fans und den Augen von Audi-Chef Rupert Stadler eindrucksvoll.

Abt und di Grassi sparten in der ersten Hälfte des Rennens geschickt Energie und konnten so eine Runde länger fahren als die meisten ihrer Konkurrenten. Nach den Boxenstopps holten beide einen Rückstand von mehr als zehn Sekunden auf die Spitze auf. Mit sehenswerten Überholmanövern kämpften sie sich Platz um Platz nach vorn. Di Grassi holte kurz vor Rennende sogar noch den Führenden Sam Bird ein und lieferte sich mit dem Briten einen harten Kampf um den Sieg, den er am Ende um lediglich 0,970 Sekunden verpasste.

„Ich bin überglücklich, bei der gelungenen Formel-E-Premiere in Rom für Audi ein Podium geholt zu haben“, sagte di Grassi. „Nach dem Start war ich nur Achter, deshalb ist Platz zwei am Ende einfach fantastisch. Es war ein großartiges Rennen, mit dem ich sehr zufrieden bin. Danke an Audi und alle, die für mich beim FanBoost gestimmt haben: Dieser hat mir heute geholfen, Sébastien Buemi zu überholen.“

Daniel Abt überholte seinen Teamkollegen am Start, fiel durch einen langsameren Boxenstopp jedoch wieder hinter di Grassi zurück. Zudem verlor er in der ersten Rennhälfte die Funkverbindung zur Box. „Dadurch war ich da draußen ganz auf mich alleine gestellt und hatte auch keine Informationen in Sachen Energiemanagement“, sagte Abt. „Ich war trotzdem schnell, und mit dem zweiten Auto war zum Glück alles okay. Sébastien (Buemi) und André (Lotterer) haben mir das Leben nicht leichtgemacht. Hinter den beiden habe ich viel Zeit verloren, ehe ich sie überholen konnte. Nur eine Runde länger, und es hätte vielleicht sogar noch für das Podium gereicht. Aber wir dürfen auch so stolz darauf sein, von Startplatz neun wichtige Punkte und die schnellste Rennrunde geholt zu haben.“

„Mein Herz hat bei diesem Rennen wie verrückt geschlagen“, sagte Teamchef Allan McNish. „Am Ende war es unheimlich eng und völlig offen, ob Lucas gewinnt oder Dritter wird. Es wurde Platz zwei. Dazu Platz vier und die schnellste Rennrunde für Daniel – wir sind sehr zufrieden und freuen uns schon auf das nächste Rennen in Paris.“

„Es war ein fantastischer Auftakt der Europa-Saison“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Die Location in Rom ist unglaublich und die Strecke sehr schön. Das Rennen war actiongeladen und ist für uns gut ausgegangen. Angesichts unserer Startplätze war es ein exzellentes Ergebnis für Audi.“

Daniel Abt verbesserte sich mit nun 50 Punkten auf den fünften Platz der Gesamtwertung der ABB-FIA-Formel-E-Meisterschaft, Lucas di Grassi auf Tabellenrang acht (39 Punkte). In der Teamwertung schob sich Audi Sport ABT Schaeffler auf Rang vier nach vorn. Mit 31 Punkten war das Team in Rom am erfolgreichsten.

Der nächste E-Prix findet bereits in 14 Tagen (28. April) in Paris statt. Dort ist auch erneut der futuristische Audi e-tron Vision Gran Turismo im Einsatz. Die Elektro-Rennwagen-Studie hatte in Rom einen viel beachteten ersten Einsatz als Renntaxi bei der Formel E. Auf dem Beifahrersitz saßen in Rom unter anderem Formel-E-Chef Alejandro Agag und Audi-Chef Rupert Stadler.