Samstag, 2. September 2017

Reiterberger in Oschersleben: Pole, schnellste Runde Sieg

Zehnter Sieg in Folge für Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Für seine Pole am Samstag in Oschersleben brauchte Reiterberger ganze vier Runden. Die 18 Runden  am Samstag in Oschersleben ging Markus Reiterberger also wie schon gewohnt, von Startplatz eins an. Aus der ersten Runde kam Reiterberger (BMW) vor Bühn (BMW), de Boer (BMW), Alt (Yamaha) und Halbich (Honda).


In der Folge fuhr Reiterberger sein Rennen von der Spitze, konnte sich aber nicht ganz so deutlich vom Feld absetzen wie in der Vergangenheit. Dahinter folgten Bühn, Alt und deBoer. Halbich konnte den Anschluss nicht halten und hatte Vincent Lonbois und Stefan Kerschbaumer hinter sich. 

Während Reiterberger beständige Rundenzeiten von 1.26 dreht ging den unmittelbaren Verfolgern langsam die Luft aus, dort wurden lediglich 1.27 Runden gefahren. Im Ziel fuhr Markus Reiterberger schließlich den zehnten Sieg in Folge ein, mit 10,275 Sek. vor Jan Bühn. Danny de Boer war nicht mehr vorbeigekommen und gab sich mit Platz 3 zufrieden.

Donnerstag, 31. August 2017

Die IDM kehrt am kommenden Wochenende in die Arena Oschersleben zurück

Nach einem Jahr Pause ist sie in der Motorsport Arena zurück: Vom 1. bis 3. September 2017 fährt die Internationale Deutsche Meisterschaft auf dem Kurs in Oschersleben. Der erste Titel in Deutschlands höchster Motorradstraßenrennportserie ist schon vergeben, doch in den anderen Klassen brennt die Luft. Die Magdeburger Börde ist die vorletzte Station in der Saison. Fehler kann sich hier kein potentieller Titelfavorit mehr leisten. Und auch abseits der Strecke ist jede Menge Action angesagt.
Foto: Jens Hawrda
Markus Reiterberger ist schon durch und hat seine Aufgabe erfüllt. Der 23-jährige Bayer ist der IDM Superbike 1000-Champion 2017 und gewann den Titel in der IDM-Top-Klasse auf der BMW S1000 RR bereits zum dritten Mal. Reiterberger, den alle nur „Reiti“ nennen, fährt in seiner eigenen Welt. Verletzt und von seinem damaligen Team enttäuscht, kehrte er am Jahresbeginn aus der Superbike-Weltmeisterschaft zurück, um in seinem gewohnten IDM-Umfeld Kräfte für einen neuen Anlauf in der WM zu sammeln.
 
Das Vorhaben ist gelungen. Reiti fährt in einer Einheit mit seinem Motorrad auf höchstem Niveau und ist wieder ganz der Alte. Während der Meister inzwischen eine One-Man-Show an der Spitze abzieht, sind dahinter knallharte Poitionskämpfe angesagt. Allein zehn Konkurrenten sind in der Lage aufs Podium zu fahren. Und der Ausfall von nur einem Piloten zieht unmittelbare Folgen in der Gesamtwertung nach sich. So verlor der Niederländer Danny de Boer, der zugleich Reiterbergers Teamkollege ist, binnen eines Wochenendes zwei Plätze in der Gesamtwertung und rutschte auf den vierten Rang ab. Zweiter ist jetzt Yamaha-Zugpferd Florian Alt. Dritter in der Tabelle ist Jan Bühn wieder ein BMW-Fahrer. Die beste Yamaha wird auf dem fünften Platz notiert und vom Österreicher Stefan Kerschbaumer gefahren. Honda-Star Jan Halbich ist Siebter und Suzuki-Hoffnung Luca Grünwald Neunter. Die schnellste Kawasaki wird von einer Frau gelenkt: Lucy Glöckner. In Oschersleben dürfen sich die Herren warm anziehen. War die 27-Jährige zuletzt auf dem Lausitzring noch Siebte im ersten Lauf, könnte in der Magdeburger durchaus noch mehr drin sein. Weil Lucy hier schon oft als Instruktorin bei Renntrainings eingesetzt wurde, kennt sie den Kurs aus dem Eff-Eff. Der Kampf ist auf jeden Fall eröffnet. Knapp 30 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet für die IDM-Topklasse.

In der IDM Supersport 600 hat sich Thomas Gradinger an der Spitze einen Vorsprung erarbeitet, doch mit 38 Punkten mehr als Kevin Wahr ist er noch längst nicht auf der sicheren Seite. Hinter den Beiden geht es umso enger zu. In der Yamaha-dominierten Klasse darf sich jetzt niemand mehr einen Fehler leisten, der um die vorderen Plätze mitreden will.
 
Ein ähnliches Bild zeigt sich in der kleinen IDM Supersport 300-Klasse. Hier gibt es noch eine Besonderheit. Das kleine, aber feine und angriffslustige Feld wird in Oschersleben wieder durch eine Schar von Niederländern erweitert. Ihre Motorräder sind auf Grund des unterschiedlichen Reglements etwas stärker, deshalb werden sie getrennt in ihrer nationalen Meisterschaft gewertet. Aber für die Deutschen ist wesentlich mehr Konkurrenz vorhanden, an der sie wachsen können.

In der IDM Sidecar könnten Markus Schlosser/Thomas Hofer vorzeitig für die Titelentscheidung sorgen. Noch ein Sieg, dann wäre der Titel in der Tasche. Verhindern können das in erster Linie Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen aus den Niederlanden, die Meister von 2016.
Mit dem Yamaha R6-Dunlop-Cup, dem Suzuki GSX-R-Cup sowie dem Twin Cup 700 sorgen drei weitere Klassen für mächtig Unterhaltung auf der Strecke.

Und auch abseits ist jede Menge los: offenes Fahrerlager, Pitwalk, Autogrammstunde, öffentliche Pressekonferenzen, Taxifahrten, Shoppingmeile. So nah kommen Fans ihren Idolen sonst nie. Ein Highlight jagt das andere. Für das i-Tüpfelchen sorgen die IDM-Macher selbst: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Ihre aktuellen Motorradmodelle stehen für Probefahrten zur Verfügung. Der Preis für das WochenWochenende ist heiß: Für 25,00 Euro ist alles drin. Ein einzelnes Tagesticket kostet 14,00 Euro.

Mittwoch, 30. August 2017

Herzschlagfinale beim 24. Internationalen ADAC Motorbootrennen in Berlin-Grünau

Foto: Jens Hawrda
Packenden Motorsport bis zum letzten Rennen des Tages sahen die etwa 2.000 Zuschauer beim 24. Internationalen ADAC Motorbootrennen auf der Traditionsstrecke in Berlin-Grünau. Gespannt verfolgten die Motorsportfans die finalen Läufe um die Europameisterschaft der Klasse Formel R 1000 sowie in den Klassen ADAC Motorboot Masters und ADAC Motorboot Cup.

Unter den Ehrengästen der Veranstaltung waren die Schirmherrin Cornelia Flader, Bezirksstadträtin Treptow-Köpenick, die beiden mehrfachen Welt- und Europameister im Motorbootrennsport Bernd Beckhusen und Manfred „Manne“ Loth sowie Sascha Leipold, stellvertretender Vorsitzender des ADAC Berlin-Brandenburg.

Titkovs klaut Millere den EM-Titel

Als Spitzenreiterin der Formel R 1000-Gesamtwertung kam Ieva Millere (Lettland) nach Berlin-Grünau. Auf dem anspruchsvollen Kurs im Berliner Südosten hatte sie allerdings mit Problemen zu kämpfen. Am Ende kam der Ukrainer Igor Titkovs mit dem starken Wellengang am besten zurecht und fuhr den Gesamtsieg dieses Rennwochenendes ein. Doppelt bitter für Millere: Mit dem Sieg im Saisonfinale zog Titkovs auch in der Gesamtwertung an der Lettin vorbei und feierte somit einen emotionalen Last-Minute-EM-Titel. Auch die Vizemeisterschaft büßte sie noch an den Briten Jim Noone ein und wurde Gesamtdritte.

Für Peter Heibuch aus Neu Zittau begann der Samstag ernüchternd: Der neu eingebaute Motor versagte seinen Dienst, so dass der unter dem Patronat des ADAC Berlin-Brandenburg startende Pilot gar nicht erst an den Start gehen konnte. Auch ein erneuter Motorenwechsel für die Sonntagrennen zeigte keine Wirkung. Im Endergebnis standen vier Ausfälle zu Buche. Dennoch wurde Peter Heibuch in der Gesamtwertung mit Rang Sieben bester Deutscher.

Franzosen dominieren die ADAC Motorboot Masters

Auch im ADAC Motorboot Masters (F4) lief es für die Lokalmatadoren nicht nach Plan. In den Sprintrennen am Samstag reichte es für Uwe Brettschneider (Berlin) und Uwe Schwarick (Königs Wusterhausen) nur zu den Plätzen 7 und 6. Der Sieg ging an den Franzosen Jeremy Brisset vor seinem Landsmann Rudy Revert und Rookie Philipp Franz aus Freiberg/Sachsen.
Auch in den beiden Hauptrennen fuhren die beiden Franzosen ihrer Konkurrenz auf und davon, tauschten am Sonntag lediglich die Plätze. Dritter wurde Maximilian Stilz (Kernen).

Etwas enttäuscht zeigte sich Uwe Schwarick über den Verlauf des zweiten Hauptrennens am Sonntag: „Es ist bitter, ich lag in Führung und hätte das Rennen locker nach Hause gefahren. Wegen mehrerer Unfälle zog sich das ganze Rennen in die Länge, dadurch verloren wir Batterieladung und Leistung. Dass vier Mal gestartet wird, habe ich noch nicht erlebt. Am Ende müssen wir das Ergebnis so akzeptieren und greifen am nächsten Rennwochenende wieder an.“ In der Tageswertung belegte Uwe Schwarick Platz Fünf. Der Berliner Uwe Brettschneider wurde am Ende Sechster, auch er hatte sich mehr auf seiner Heimstrecke vorgenommen.

Denise Weschenfelder fährt allen davon

In der Nachwuchsklasse ADAC Motorboot Cup wurde Vorjahressiegerin Denise Weschenfelder (Karlsruhe) ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach dem Tagessieg am Sonnabend siegte sie am Sonntag auch in den beiden Hauptrennen und sicherte sich damit Platz Eins vor Max Winkler (Heppenheim) und Isabel Weber (Rümmingen).

Achtbar schlug sich Rookie Marvin Liehr aus Henningsdorf an seinem erst zweiten Rennwochenende überhaupt. Am Samstag verfehlte er als Vierter des 2. Sprintrennens nur knapp das Podium. In den Tageswertungen belegte er jeweils Platz Fünf. „Ich war überhaupt nicht nervös vor meinem Heimrennen. Zwar wollte ich Platz Vier erreichen, bin aber mit dem Rennwochenende trotzdem zufrieden“, sagte der mit 13 Jahren jüngste Pilot unter den 40 Teilnehmern aus acht Nationen.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Zu einem besonderen Spektakel wurden die Präsentationsläufe historischer Motorrennboote verschiedener Klassen in den Rennpausen. Das Dröhnen der alten Motoren und der Geruch des verbrannten Ethanol-Rhizinus-Gemisches weckte bei dem einen oder anderen Zuschauer Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Gesteuert wurden die Oldtimer von ehemaligen Nationalmannschaftsfahrern sowie Nachwuchspiloten.

Montag, 28. August 2017

DTM: Drei Fragen an Paul Di Resta

Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul, wie fühlt es sich an, jetzt auf 100 DTM-Rennen zurückblicken zu können?
 
Paul Di Resta: Du fühlst dich irgendwie schon etwas älter, wenn du das erreicht hast. Aber es ist ein großer Teil meines Lebens und ich habe all das mit Mercedes-AMG geschafft. Natürlich würde ich gerne noch einmal 100 DTM-Rennen mit dem Team fahren, aber leider hat sich Mercedes dazu entschieden, Ende nächsten Jahres aus der DTM auszusteigen. Hoffentlich können wir die restliche Zeit, die uns bis dahin bleibt, denkwürdig gestalten.
 
Welches sind deine Top-3-DTM-Rennen, an die du dich gerne zurückerinnerst?
 
Paul Di Resta: Mein erster Sieg auf dem Lausitzring 2008 war natürlich ein großer Moment für mich. Zudem würde ich sagen mein erstes DTM-Rennen in Hockenheim 2007 sowie mein Titelgewinn 2010 in China. Damals haben Gary und ich einen Doppelsieg für Mercedes eingefahren und ein zweiter Platz knapp hinter Gary hat für mich zum Meistertitel gereicht.
 
Was waren das schönste und das schwierigste Erlebnis für dich während eines DTM-Rennwochenendes?
 
Paul Di Resta: Mein schlimmster Moment war wahrscheinlich der verlorene Meistertitel 2008. Damals hatte ich beim ersten Rennen ein Kupplungsproblem und am Ende verpasste ich den Titel um gerade einmal vier Punkte. Ohne das Problem hätte es am Ende vielleicht gereicht. Die schönste Erinnerung ist ganz klar der Gewinn der Meisterschaft 2010 in Shanghai.

Freitag, 25. August 2017

Interview mit Audi-Pilot Loïc Duval: „Ein grandioser Moment“

  • Franzose feiert in Zandvoort erstes DTM-Podium
  • Audi Sport Team Phoenix bejubelt Doppelsieg
  • Duval möchte Momentum auf dem Nürburgring nutzen
Erstes DTM-Podium in Zandvoort: Loic Duval
Foto: Audi-Motorsport
Loïc Duval hat seine erste Podestplatzierung in der DTM eingefahren. In Zandvoort belegte er hinter Teamkollege Mike Rockenfeller Rang zwei. Während des Rennens ahnte der DTM-Rookie allerdings nicht, dass er seinem besten Ergebnis entgegenfährt. Im Kurz-Interview blickt Duval zurück.
 
In Zandvoort sind Sie zum ersten Mal in Ihrer DTM-Karriere auf das Podium gefahren. Haben Sie die gute Ausgangslage im Rennen überhaupt realisiert?

Loïc Duval: „Um ehrlich zu sein, nein. Nach meinem schwachen Qualifying bin ich von Startplatz 13 ins Rennen gegangen. Nachdem viele Kontrahenten früh zum Boxenstopp reingefahren sind, hatte ich eine freie Strecke und fuhr ein ziemlich einsames Rennen.
 
In Runde 14 haben Sie die Führung übernommen, nachdem Ihr Teamkollege Mike Rockenfeller an die Box gefahren ist.

„Das war ein tolles Gefühl, aber ich wusste, dass Marco Wittmann und Mike virtuell in Führung liegen. Sie haben dann den Rückstand auf mich immer weiter verkürzt und mich kurz vor meinem Boxenstopp eingeholt.“
 
Nach dem Stopp lagen Sie aber immer noch auf Rang drei. Haben Sie zu diesem Zeitpunkt realisiert, dass es mit dem ersten Podium in der DTM klappen kann?

„Nein, absolut nicht. Uns werden im Cockpit die Positionen angezeigt, aber ich war so sicher, dass ich weit zurückliege, dass ich der Anzeige gar keine Beachtung geschenkt habe. Erst als ich die Ziellinie überquerte, rief mir mein Renningenieur Mathieu (Le Nail) die überraschende Nachricht über Funk ins Ohr.“
 
Ihr erstes DTM-Podium in Ihrer ersten DTM-Saison. Wie war es für Sie, dort oben zu stehen?

„Ich fahre seit 2012 für Audi Sport und habe in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC viele Erfolge gefeiert. Aber als Rookie in einer neuen Rennserie auf das Podest zu fahren, war etwas ganz Besonderes – ein grandioser Moment für mich. Vor allem auch, weil ich mit ‚Rocky‘ zusammen feiern konnte.“
 
Sie sind nun zwölf Rennen in der DTM gefahren. Wie sehen Sie Ihre Lernkurve?

„Die ist auf jeden Fall extrem steil. Auch wenn ich bereits seit einigen Jahren Audi-Werksfahrer bin, ist die DTM im Vergleich zur WEC noch einmal etwas völlig anderes. Der Wettbewerb unter den Fahrern, den Teams und den Herstellern ist extrem hoch, sogar höher als ich es erwartet hatte. Neben der Tatsache, dass es meine erste Saison ist, hatte auch mein Renningenieur keinerlei Erfahrung in der DTM. In Budapest haben wir aber einen Trend festgestellt, der ganz klar in die richtige Richtung geht. Hoffentlich können wir das Momentum von Zandvoort auch beim nächsten Rennwochenende auf dem Nürburgring nutzen.“
 
Die Rennen auf dem Nürburgring am 9. und 10. September sind das Heimspiel für Ihren Teamkollegen Mike Rockenfeller und das Audi Sport Team Phoenix. Ist es dadurch auch für Sie ein spezielles Wochenende?

„In erster Linie freue ich mich auf den Nürburgring, weil es eine tolle Rennstrecke ist. Und natürlich möchte ich weitere gute Ergebnisse einfahren. Wenn man einmal Champagner geschmeckt hat, möchte man mehr davon. Das wird nicht einfach, aber mein Ziel ist es, weiter vorne mitzufahren und Punkte zu holen, damit Audi Sport am Ende alle drei Titel holt.“