Mittwoch, 2. August 2017

IDM*Superbike Schleiz

Rennen in sieben Klassen, Autogrammstunden, öffentliche Pressekonferenzen, Testfahrten mit Motorrädern von fünf Herstellern, eine Händlermeile und vor allem blendendes Wetter: So präsentierte sich die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft vom 28. bis 30. Juli 2017 auf dem Schleizer Dreieck. Deutschlands höchste Straßenrennsportserie zog 28.500 Zuschauer an die älteste Naturrennstrecke der Republik.    

Schleiz 2017: Super Stimmung auf den Tribünen
Foto: IDM-Presse, Dino Eisele
Der Parkplatz vor dem Fahrerlager füllte sich in den frühen Morgenstunden des Rennsonntags rasant. Bis weit nach Oberböhmsdorf reihten sich die Autos. Schleiz ist eine Reise wert, besonders wenn die IDM fährt. Die Naturrennstrecke wird von Fahrern und Fans gleichermaßen geliebt. 


„Ich sage nur drei Worte: Schleiz ist geil!“ rief der zweifache Deutsche Superbike-Meister Markus Reiterberger bei der Siegerehrung den Fans übers Mikrofon zu. Wie erwartet gewann der 23-jährige BMW-Fahrer aus Bayern auch diesmal beide Superbike 1000-Läufe. Er hält auf der eigenwilligen Strecke mit 1:24,165 min den Rundenrekord. Reiterberger bleibt aber auch gar nichts anderes übrig, als überall zu gewinnen. Denn er hofft auf ein Comeback in der SuperbikeWM. Yamaha-Fahrer Florian Alt schaffte es als einziger Fahrer, in Schleiz in die mächtige BMWPhalanx an der Spitze einzudringen. Der Gummersbacher beendete den ersten Lauf als Zweiter, was ihm die Genugtuung gab, mit den Reifen einen weiteren Fortschritt getan zu haben. Das Yamaha-Werksteam setzt als eines der wenigen auf die Marke Dunlop. Die meisten Teams rollen auf Pirelli-Reifen. 
Markus Reiterberger bei der Autogrammstunde
Foto: IDM-Presse, Dino Eisele
Fünf Marken kämpfen in der IDM Superbike 1000 um den Titel: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. In jedem der Läufe kam mindestens ein Fahrer von ihnen in die Top Ten. Superbike 1000-Neuzugang Lucy Glöckner erlöste Kawasaki aus der Krise. Die schnelle Dame holte auf der ZX-10 R auf einen Schlag 16 Punkte. Damit ist nun auch Kawasaki bei der Musik dabei.

In der Supersport 600-Klasse gingen die Siege in beiden Rennen an Thomas Gradinger aus Österreich. Der Yamaha-Fahrer konnte sich damit ein kleines Punkte-Polster als Führender in der Meisterschaftswertung schaffen. Er war punktgleich mit seinem Markenkollegen Kevin Wahr aus Nagold nach Schleiz gekommen, der seine Niederlage schon vorher kommen sah. „Im Moment kann ich mit dem Motorrad nicht aus den Kurven heraus beschleunigen wie ich das gerne möchte.“ Wahr, der zwei Mal Dritter wurde, musste in beiden Rennen auch dem Sachsen Max Enderlein den Vortritt lassen. Lokalmatador und Ex-IDM´ler Thomas Walther vom gastgebenden MSC Schleizer Dreieck, der als Gast angetreten war, wurde auf seiner Yamaha einmal Fünfter und einmal Zehnter. Der Dachdecker lässt es sich nie nehmen, auf seiner Heimstrecke und vor allem den begeisterten Fans anzutreten, auch wenn er als Gastfahrer nicht punkteberechtigt ist.

In der IDM Supersport 300, der Nachwuchsklasse im Programm, ging in Abwesenheit der Niederländer, die das Feld sonst verstärken, nur ein kleines Feld auf die Strecke. Dieses bot jedoch  eine prächtige Unterhaltung. Den ersten Lauf gewann überraschend Troy Beinlich aus dem nahen Pößneck. Zuletzt in Zolder durfte er nicht starten, weil er mit 14 Jahren für die belgischen Bestimmungen zu jung war.  Nun gab er den Freudenberg-Teamkollegen Max Kappler und Jan-Ole Jähnig das Tempo vor. Die ersten fünf Fahrer trennten nur 0,6 Sekunden. Für Spannung war gesorgt. Am Ende gab es trotzdem nur halbe Punkte, denn das Rennen wurde vorzeitig abgebrochen. Kappler und Jähnig waren gestürzt. Weil die vorherige Runde in die Wertung kam, hätten sie zur Siegerehrung auf dem Podium stehen sollen, doch die Zeremonie fiel aus. Beide mussten zur medizinischen Kontrolle. Beide waren glimpflich davongekommen. Kappler blieb zwar noch zur weiteren Beobachtung im Krankenhaus, aber Jähnig war zum zweiten Rennen zurück und wurde Dritter hinter Tim Georgi und Troy Beinlich.

In der IDM Sidecar hat das Duo Markus Schlosser/Thomas Hofer aus der Schweiz mit einem weiteren Sieg seine Titelambitionen einmal mehr angemeldet. Eine Erleichterung gab es bei Josef Sattler/Uwe Neubert. Die Deutschen konnten in Schleiz endlich wieder einmal Führungsluft schnuppern, auch wenn es nur für zwei Runden war
. Aber sie standen nach beiden Rennen auf dem dritten Podiumsplatz. Die Titelverteidiger Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen aus den Niederlanden errangen ebenfalls einen Sieg. 


Der legendäre Yamaha-R6-Dunlop-Cup, der Twin 700Cup sowie der Suzuki GSX-R 1000-Cup rundeten das Rennprogramm auf dem Schleizer Dreieck ab. „Wir sind begeistert von den vielen Zuschauern, die an die Strecke gekommen sind“, sagte Henning Putzke. Der Leiter von BMW Motorrad Deutschland ist zugleich Sprecher der Arbeitsgruppe „Motorsport“ unter dem Dach des Industrieverbands Motorrad (IVM), die als Promoter der IDM fungiert. „Wir arbeiten daran, die Serie für alle Beteiligten noch attraktiver zu machen.“


Auch abseits der Rennstrecke kamen die Fans auf ihre Kosten. BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha boten interessierten Bikern Probefahrten mit Motorrädern aus der aktuellen Modellpalette an. Am Samstag ging bei der Race-Party mit Fahrervorstellung am Buchhübel die Post ab. Die Zuschauer kamen dank des offenen Fahrerlagers, den  öffentlichen Pressekonferenzen oder bei den Autogrammstunden hautnah an die Helden der Rennstrecke heran.  

Das Schleizer Dreieck ist kein Retortenkurs, sondern eine Naturrennstrecke mit schwerem Hang zur Nostalgie. Das verleiht ihr auch den ganz eigenen Charme. Doch eine zeitgemäße Veränderung tut not. Die Streckensicherheit wurde bereits weiter ausgebaut. Technische Belange wie die Elektrotechnik und Sanitäranlagen sollen folgen. Die Schleizer Dreieck GmbH will die Infrastruktur grundlegend verbessern. Nicht zuletzt, damit auch die IDM wieder in der kleinen Kreisstadt in Thüringen fährt. Sie ist der jährliche Höhepunkt im Streckenkalender.  

Montag, 31. Juli 2017

Reiterberger auch in Rennen 2 nicht zu schlagen

Markus Reiterberger (BMW)
Foto: Jens Hawrda
Auch im zweiten Rennen der IDM*Superbike am Sonntag in Schleiz erwies sich Markus Reiterberger (BMW) als unschlagbar. Er erwischte von Startplatz eins aus einen optimalen Start und setzte sich an die Spitze des Feldes. Bereits nach einer Runde kam er mit zwei Sekunden Vorsprung bei Start-und Ziel vorbei. Hinter ihm drängten sich Vincon, de Boer und Florian Alt ein. Auch Honda-Pilot Jan Halbich war gut weggekommen hinter ihm Luca Grünwald, Bastien Mackels, Jan Bühn und Stefan Kerschbaumer. 

In Folge setzte sich Reiterberger, wie schon in Rennen eins, immer weiter ab. Bei den Verfolgern wurde verbissen um die Plätze gefightet. Das Rennen wurde nach einem Sturz von Jan Bühn abgebrochen und am Ende feierte BMW einen Dreifachtriumpf mit dem Sieger Markus Reiterberger, vor Dominik Vincon und Danny de Boer.

Sonntag, 30. Juli 2017

Reiterberger siegt in Schleiz überlegen in Rennen 1

Einsame Fahrt zu überlegenem Sieg: Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Mit über 24 Sekunden Vorsprung gewann Markus Reiterberger (BMW) den ersten Lauf der Superbike in Schleiz überlegen, Zweiter wurde Florian Alt (Yamaha) vor Jahn Bühn (BMW). Lucy Glöckner (Kawasaki) holte einen starken sechsten Platz.

Reiterberger setzte sich vom Start weg vom Feld ab, nach vier von 18 Runden hatte er bereits sechs Sekunden Vorsprung. Vincon (BMW) führte lande die Verfolgergruppe mit Alt, Bühn, Kerschbaumer, Grünwald und Mackels an.

Mackels und Vincon verabschiedeten sich später durch Sturz, so das die Verfolger Alt, Bühn, Grünwald und dBoer schließlich um die Plätze auf dem Podest hinter Reiterberger kämpften.

Reiterberger holte sich schließlich einen souveränen Sieg mit 24,298  Vorsprung. Auf Platz zwei kam Florian Alt ins Ziel, Vincon kam nach Sturz nur als Dreizehnter in Ziel Die schnellste Suzuki im Feld fuhr Luca Grünwald auf Platz 4.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Vorschau IDM*Superbike Schleiz

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft verwandelt die Kreisstadt Schleiz vom 28. bis 30. Juli 2017 wieder in ein Rennsportmekka für zwei Räder. Deutschlands höchste Serie im Motorradrennsport gilt seit Jahren als Publikumsmagnet auf dem Dreieckskurs und trägt hier die dritte Saisonrunde aus. Für die Fahrer ist die älteste Naturrennstrecke Deutschlands immer eine Begegnung der besonderen Art.
Foto: Jens Hawrda
Das Schleizer Dreieck bietet Fahrfaszination pur in freier Natur. Vorbei an Maisfeldern, dem langen Waldstück und zurück zum riesigen Solaranlagenfeld. Für Superbike-Spitzenreiter Markus Reiterberger ist es „die geilste Strecke im ganzen Terminkalender.“ Mit fast 300 km/h geht es in die berüchtigte Seng und dort folgt ein blitzschneller Richtungswechsel. „Aber das beste Stück überhaupt ist die Kuppe über den Buchhübel“, meint der zweifache Meister, „und dann im sechsten Gang runter in Richtung Stadt.“ Reiterberger fühlt sich pudelwohl auf der Strecke, auf der blinde Kurven und Bodenwellen zur Herausforderung werden. Der 23-Jährige hält mit 1:24,165 min den Rundenrekord. Andere wiederum schalten auf dem Straßenkurs lieber einen Gang zurück.

Fünf Marken kämpfen in der IDM Superbike 1000 um den Titel: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Sie haben sich auch besonders der Nachwuchsförderung verschrieben. Die Hersteller haben sich in einer Arbeitsgruppe unter dem Dach des Industrieverbandes Motorrad (IVM) verbündet.


Wer in Schleiz die besten Karten hat? In der IDM Superbike 1000, der Topklasse der Serie, lautet die Antwort eindeutig: Markus Reiterberger. Der BMW S 1000 RR-Pilot hat bisher drei von vier Rennen gewonnen. Warum sollte es auf seiner Lieblingsstrecke anders sein. Und Reiterberger gibt alles dafür, um wieder den Sprung in die Superbike-WM zu schaffen. Sein größter Kontrahent ist mit dem Niederländer Danny de Boer der eigene Teamkollege. Als derzeitiger Tabellen-Dritter reist Stefan Kerschbaumer mit einer Yamaha aus Österreich an. Vier der fünf beteiligten Marken haben Fahrer in den Top Ten platziert. Die Crew von Kawasaki setzt nach einem glücklosen Beginn auf neues Personal. Ab Schleiz übernimmt Lucy Glöckner die ZX-10R. Die schnelle Dame hat schon einige ihrer Konkurrenten sauber geschlagen und wurde 2014 Vizemeisterin im Superstock 1000-Cup. Frauen-Power bietet auch Sarah Heide, die eine brandneue Suzuki GSX-R 1000 lenkt. Genau 35 Teilnehmer haben sich für die IDM Superbike 1000 in Schleiz angemeldet. Das wird eine enge und harte Nummer, wenn der Pulk in die erste Kurve einbiegt.

In der IDM Supersport 600 dominiert im Moment Yamaha und die Zuschauer erwartet eine Doppelspitze. Der Österreicher Thomas Gradinger liegt mit 60 Meisterschaftszählern gleichauf mit Kevin Wahr aus Nagold. Wahr musste wegen eines Kupplungsdefekts zuletzt in Zolder eine Nullrunde in Kauf nehmen, was ihn in der Gesamtwertung empfindlich zurückwarf. Dass Gradinger ohnehin als harte Nuss gilt, ist ihm jedoch bewusst. Als Dritter schlägt Max Enderlein seine Zelte in Schleiz auf. Der Sachse ist nach seinem Prüfungsstress an der Universität jetzt völlig relaxt und kann unbeschwert angreifen. Für Spannung sorgen auch diverse Gastfahrer aus dem In- und Ausland, unter anderem das Schleizer Urgestein Thomas Walther. Der Thüringer schloss die IDM Supersport-Klasse 2009 als Gesamt-Fünfter ab. Das ist ein paar Jahre her, aber der mittlerweile 40-Jährige lässt es sich wie jedes Jahr nicht nehmen, als Gast auf seiner Heimstrecke an den Start zu rollen.

Ein kleines, aber feines Feld sehen die Besucher in der IDM Supersport 300. Hier dreht der Nachwuchs am Gasgriff. Bei den erfahreneren Haudegen unter ihnen wird gekämpft wie in den größeren Klassen. Eine heiße Kiste wird auch die IDM Sidecar, wenn 20 Teams ihre Motorräder anlassen. Hochkarätige Besatzungen wie Markus Schlosser/Thomas Hofer und Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen geben sich die Ehre. Die Zuschauer erwartet an drei Tagen ein volles Programm in sieben Klassen. Das Rahmenprogramms übernehmen der Yamaha R6-Dunlop-Cup, der Twin 700 Cup sowie der Suzuki GSX-R 1000 Cup.


Auch abseits der Rennstrecke gibt es mächtig Trubel. BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha bieten am Rennwochenende Probefahrten mit Motorrädern aus der aktuellen Modellpalette an. Am Freitagabend geht es sogar schon um den ersten Pokal. Denn dann findet wieder das traditionelle Fußballturnier im Fahrerlager statt. Ab 18:00 Uhr wird in kurzen Spielen um die Trophäe gekämpft. Je nach Anzahl der Teams wird rund zehn Minuten auf einem Kleinfeld mit fünf Feldspielern und einem Torwart gespielt. Es kann beliebig oft gewechselt werden. Am Samstag steigt 19:30 Uhr die Race-Party am Buchhübel mit der Fahrervorstellung und der Disco „Caravan“. Drei Tage Action sind garantiert und es für Jeden etwas dabei, sei es das offene Fahrerlager, die öffentlichen Pressekonferenzen oder die Autogrammstunden.

Am Freitag ist der Eintritt frei. Am Samstag kostet ein Ticket 14,00 Euro und am Sonntag 25,00 Euro. Wochenendtickets gibt es für 34,00 Euro. Schwerbehinderte Besucher zahlen einen ermäßigten Betrag. Jugendliche bis 17 Jahre genießen das Rennwochenende kostenfrei. Wer sich ein Extra gönnen und noch näher an die Idole rücken möchte, hat mit dem VIP-Ticket von Honda die Chance dazu. In 59,00 Euro sind der Eintritt für das Wochenende, eine Verköstigung und auch eine Autogrammstunde mit Honda-Pilot Jan Halbich inbegriffen. Bei Suzuki gibt es den Eintritt zum Hospitality-Bereich ab 40,00 Euro.

Dienstag, 25. Juli 2017

Thriller in Moskau: Audi-Pilot Ekström wieder vorn

  • Schwede erobert mit Platz zwei im Sonntagsrennen die DTM-Führung zurück
  • Spektakuläre Aufholjagd des Schweden nach früher Safety-Car-Phase
  • Auch Rast, Green und Rockenfeller sorgen für Furore
Foto: Audi-Motorsport
Mit einer spektakulären Aufholjagd hat Audi-Pilot Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline) die Führung in der DTM zurückerobert. Nach dem turbulenten ersten Rennen der zweiten Saisonhälfte liegen drei Audi-Piloten auf den ersten vier Plätzen der Gesamtwertung.
Das Sonntagsrennen auf dem Moscow Raceway war ein echter Thriller. Nach einer frühen Safety-Car-Phase hatten jene Piloten einen Nachteil, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht zum Reifenwechsel an die Box gekommen waren. Dazu zählte auch Mattias Ekström, der nach anfänglich klarer Führung auf den zehnten Platz zurückfiel und sich Position um Position wieder nach vorn arbeiten musste. Der härteste Brocken war dabei der amtierende Champion Marco Wittmann (BMW), den Ekström nach einem harten Duell in der vorletzten Runde von Platz zwei verdrängte. Anschließend machte der Audi-Pilot noch Jagd auf den Führenden Maro Engel (Mercedes-Benz), der bereits in der ersten Runde die Reifen gewechselt hatte und in der Schlussphase deutlich langsamer als Ekström war. Im Ziel fehlten dem Schweden nur 0,376 Sekunden zum ersten Saisonsieg.

„Nach Budapest ist es das zweite Mal, dass mich ein Safety-Car den Sieg kostet“, sagte Ekström nach dem von harten Duellen und spektakulären Überholmanövern gekennzeichneten Rennen. „Am Anfang habe ich mit Bruno (Spengler) um die Führung gekämpft. Ich war auf Dauer schneller und konnte ihn überholen. Durch das Safety-Car wurden die Karten neu gemischt. Von da an war es ein höchst unterhaltsames Rennen. Am Ende bin ich heute mit Platz zwei, 20 Punkten aus Qualifying und Rennen sowie der Tabellenführung sehr zufrieden.“

Auch den anderen Audi-Piloten wurde auf dem Moscow Raceway am Sonntag nichts geschenkt. René Rast, Jamie Green (beide Audi Sport Team Rosberg) und Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix) kämpften sich von hinteren Positionen mit beherzten Manövern auf die Plätze vier (Rast), fünf (Green) und sieben (Rockenfeller) nach vorn. Gegen Rockenfeller wurde nach Rennende eine 5-Sekunden-Zeitstrafe ausgesprochen, wodurch er seinen Platz in den Punkterängen verlor.

Loïc Duval zählte zur Gruppe jener Fahrer, die vor der Safety-Car-Phase an die Box gekommen waren. Der Franzose lag mit dieser Strategie zeitweise auf dem vierten Platz, wurde kurz vor Rennende aber gleich von zwei Konkurrenten touchiert und fiel bis auf Rang 14 zurück. Nico Müller fuhr dagegen einen extrem langen ersten Stint. Bis vier Runden vor Rennende verteidigte der Schweizer die Führung, ehe er seinen Boxenstopp absolvierte.

„Das war ein unglaublich spannendes Rennen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Es gab von Anfang bis Ende packende Duelle und Überholmanöver. Da war alles drin, was sich DTM-Fans wünschen. Ohne das Safety-Car hätten wir vielleicht auch heute gewinnen können. Aber trotzdem war es insgesamt ein gutes Ergebnis für uns mit drei Autos in den Punkterängen und einem Podium. In allen drei Meisterschaften sind wir nun in einer guten Position.“

Die Fahrerwertung führt Mattias Ekström nun einen Punkt vor René Rast an. Jamie Green und Mike Rockenfeller behaupten die Positionen vier und sechs. In der Herstellerwertung baute Audi den Vorsprung aus. In der Teamwertung liegen mit dem Audi Sport Team Rosberg und dem Audi Sport Team Abt Sportsline nach zehn von 18 Rennen zwei Audi-Teams an der Tabellenspitze.

Weiter geht es in der DTM am 19. und 20. August in Zandvoort an der niederländischen Nordseeküste.