Dienstag, 21. März 2017

Gerhard Berger übernimmt DTM-Vorsitz von Hans Werner Aufrecht

Gerhard Berger
Foto: DTM-Media
Populärste Tourenwagenserie der Welt wird umfassend weiterentwickelt

Die ITR stellt sich für die Zukunft neu auf: Der ehemalige Grand Prix-Sieger, BMW-Motorsportdirektor und F1-Team-Mitbesitzer Gerhard Berger ist heute als 1. Vorsitzender der Internationalen Tourenwagen Rennen e.V. (ITR) bestätigt worden. Er übernimmt das Amt von DTM-Gründer Hans Werner Aufrecht, der über 30 Jahre an der Spitze der Rennserie war. Um die DTM erfolgreich weiterzuentwickeln, wird er mit dem Vorstand und Beirat der DTM die strategischen Weichen für die Zukunft der populärsten Tourenwagenrennserie der Welt erarbeiten.

Gerhard Berger freut sich auf seine neue Führungsrolle: „Ich habe meine Rennsportkarriere im Tourenwagen begonnen und habe die DTM immer mit großem Interesse verfolgt. Die DTM ist ein erstklassiges Produkt mit einem leistungsstarken, selbstbestimmten Reglement, mit starken Herstellern, Top-Sponsoren, wichtigen internationalen Partnerschaften und vielen Fans. Ich sehe dies als gute Ausgangsbasis mit großem Potenzial für die Zukunft. Als erstes werde ich mir in den nächsten Wochen mit meinen Kollegen einen tieferen Einblick in die Details verschaffen. Aufbauend auf der starken Basis werden wir dann eine gemeinsame Strategie für die Zukunft erarbeiten. Wichtig sind mir vor allem der Ausbau unserer internationalen Partnerschaften auch mit neuen Herstellern, spektakuläre Rennfahrzeuge, die auch den Fahrern Respekt einflößen und ein Format, das Sport und Unterhaltung gleichermaßen bietet.“

Als erfolgreicher und langjähriger Rennfahrer in der Formel 1 absolvierte Gerhard Berger unter anderem für Benetton BMW, die Scuderia Ferrari und Honda McLaren zwischen 1984 und 1997 insgesamt 210 Grand-Prix-Einsätze und wurde zehnfacher Grand Prix Sieger. Nach seinem Rücktritt als Formel 1-Fahrer folgten Stationen als Motosportdirektor bei BMW Williams (1998 bis 2003), als Mitbesitzer von Toro Rosso (2006 bis 2008) und als Präsident der FIA-Einsitzer-Kommission (2012 bis 2014). Gleichzeitig trieb Berger auch seine Karriere als Unternehmer abseits des Motorsports voran: so ist er Eigentümer einer Firmengruppe in Tirol mit Unternehmensbeteiligungen insbesondere im Fahrzeugbau und Logistikbereich. Dem Motorsport blieb er über all die Jahre stets eng verbunden.

Florian Zitzlsperger übernimmt als 2. Vorsitzender und CEO der ITR GmbH die operative Leitung der DTM. Er sagt: „Wir sind froh, einen so erfahrenen Mann wie Gerhard Berger an der Spitze zu haben. Aufgrund seiner großen Erfahrungen im Motorsport und als Unternehmer ist er der ideale Nachfolger von Hans Werner Aufrecht, der für die geplante Weiterentwicklung die besten Voraussetzungen geschaffen hat. Ohne Hans Werner Aufrecht würde es keine DTM geben. Für seine leidenschaftliche und erfolgreiche Arbeit gebührt ihm unsere größte Anerkennung, unser Respekt und unser Dank.“

Als „Vater der DTM“ ist Hans Werner Aufrecht untrennbar mit der DTM verbunden, er hat die populäre Tourenwagenserie maßgeblich geprägt und ihr einen führenden Platz in der internationalen Motorsportwelt beschert. Hans Werner Aufrecht erklärt: „Ich bin stolz auf das, was meine Kollegen und ich in den vergangenen drei Jahrzehnten erlebt und erreicht haben. Nun ist aber der Zeitpunkt gekommen, diese einzigartige Rennserie zu übergeben.“

Neben Hans Werner Aufrecht scheiden auch Hans-Jürgen Abt und Walter Mertes aus dem Vorstand der ITR e.V. aus. Beide bleiben jedoch eng mit der DTM verbunden – Hans-Jürgen Abt wie bisher in seiner Rolle als Teamchef des Audi Sport Teams Abt Sportsline und Walter Mertes als Partner für die Sponsoren-Vermarktung der Serie. Zusätzlich bleibt Mertes auch als Geschäftsführer der ITR-Tochterfirma „F3 GmbH“ für die Vermarktung der FIA F3 Europameisterschaft verantwortlich, welche als erfolgreichste Nachwuchskategorie für DTM- und Formel 1-Nachwuchspiloten gilt.

Der Wechsel an der DTM-Spitze ist Teil einer umfassenden Weiterentwicklung der Tourenwagenserie, die schrittweise ab diesem Jahr realisiert werden soll. Die bedeutendsten Änderungen am technischen Reglement wurden kürzlich vorgestellt und bauen vor allem auf mehr Leistung, weniger Abtrieb und weicheren Reifen auf. Änderungen am sportlichen Reglement werden in den kommenden Tagen veröffentlicht.

Montag, 20. März 2017

Die Technik der DTM-Fahrzeuge 2017

Mehr Leistung und weniger Abtrieb fordern die Fahrer

Um das Können der Fahrer noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, wurde das technische Reglement der DTM für die Saison 2017 in entscheidenden Bereichen überarbeitet. So wurde die Motorleistung der neuen Fahrzeuge erhöht und zugleich die Aerodynamik beschnitten. Die DTM-Fahrzeuge der neuesten Generation sind anspruchsvoller zu fahren, die Piloten sind noch mehr gefordert.
Foto: DTM-Media
Die Technik der 2017er-Autos unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten zu den Vorjahresmodellen:

Der Motor


Die 4-Liter-V8-Motoren von Audi, BMW und Mercedes-AMG verfügen 2017 über mehr als 500 PS. Dabei resultiert die gesteigerte Motorleistung vor allem aus den vergrößerten Luftmengenbegrenzern im Ansaugtrakt. Diese sogenannten Air-Restrictoren, von denen es je einen pro Zylinderbank gibt, wurden von 28 auf 29 Millimeter erweitert. Zudem wurden spezielle Bereiche im Ansaugsystem der Motoren zur Weiterentwicklung freigegeben, um die Leistung weiter zu optimieren. Dennoch sind die DTM-Motoren unverändert auf Langlebigkeit ausgelegt. Motorschäden sind in der DTM so gut wie nie zu verzeichnen, in der Regel hält ein Triebwerk eine komplette Saison lang. Kostenintensive Motor-Revisionen sind in der DTM nicht zugelassen, da die verplombten Motoren gemäß Reglement während der Saison lediglich Inspektionen unterzogen werden dürfen.
Foto: DTM-Media
Die Aerodynamik


Die Vorgaben des neuen Technischen Reglements umfassen eine Reduzierung der Aerodynamik, um den Anpressdruck der Fahrzeuge zu verringern. Dazu wurde die Geometrie von Frontsplitter, Unterboden und Heckdiffusor verändert, sowie die Bodenfreiheit erhöht.

Eine große, auch optisch erkennbare Veränderung betrifft den Heckflügel und das damit verbundene DRS (Drag Reduction System). Dieses System erlaubt es dem Fahrer, kurzzeitig den Luftwiderstand seines Fahrzeugs zu verringern und eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen. Dies hat in der Vergangenheit für viele Zweikämpfe und Überholmanöver gesorgt. Im Gegensatz zu den letztjährigen Heckflügeln, die auf Knopfdruck im Ganzen abgeklappt werden konnten, wird 2017 nur der sogenannte Gurney-Flap, die obere von zwei Lamellen des Spoilers, flachgestellt, was den Wirkungsgrad des DRS-Systems nochmals erhöht.

Die Reifen

In Verbindung mit den neuen Hankook-Reifen, die kurzzeitig mehr Haftung bieten, über die Zeit jedoch einen größeren Haftungsverlust aufweisen, ergibt sich in Summe ein Fahrverhalten der neuen DTM-Boliden, bei dem der Fahrer deutlich mehr gefordert ist als bisher.
Foto: DTM-Media
Zusätzliche Einheitskomponenten

Die diesjährigen Karosserieformen der Renntourenwagen von Audi, BMW und Mercedes-AMG Motorsport entsprechen den aktuellsten Fahrzeuggenerationen ihrer Serien-Pendants. Um die Bereiche mit für den Hersteller erlaubter kostenintensiver Hightech-Entwicklung zu begrenzen, wurden für das neue Reglement deutlich mehr Bereiche als bisher mit gemeinsam entwickelten Einheitskomponenten ausgestattet. Deren Entwicklung wird durch die Dachorganisation ITR in enger Abstimmung mit den Ingenieuren der Hersteller gesteuert. Für 2017 wurde die Palette der Einheitsbauteile unter anderem im Bereich des Fahrwerks erweitert. Seine Premiere feiert zudem das DTM-Einheitsrad: Alle 18 Fahrzeuge stehen und rollen ab diesem Jahr auf Felgen von ATS. Bislang war den Herstellern die Wahl der Felgen freigestellt.

Vorfreude bei den Fahrern

Die DTM-Piloten zeigten sich nach den ersten Tests 2017 mit ihren neuen Arbeitsgeräten höchst zufrieden. „Die Veränderungen am Fahrzeug sind deutlich spürbar – besonders die Kombination aus weniger Aero, mehr Leistung und den neuen Reifen. Das geht für mich absolut in die richtige Richtung und ich glaube, wir werden dieses Jahr viel Spaß haben“, sagt Mattias Ekström, der Dienstälteste DTM-Pilot stellvertretend für alle Fahrer.

In Vallelunga (ITA) endet am 16. März der vorletzte Test vor Saisonbeginn, bei dem viele Komponenten für die kommende Saison härtesten Belastungen unterzogen wurden.Parallel zu den Neuerungen im technischen Bereich wird auch am Sportlichen Reglement intensiv gearbeitet. Die ITR informiert in der kommenden Woche über die geplanten Änderungen im Hinblick auf die neue Saison, deren Auftakt vom 5. bis 7. Mai in Hockenheim über die Bühne geht.

Sonntag, 19. März 2017

DTM: Nachtrag DTM-Ice-Challange

Hier gibt's einen kurzen filmischen Nachtrag der ARD zur der vor 14 Tagen stattgefundenen DTM-Ice-Challange.


Mammut-Testprogramm für den neuen Mercedes-AMG C 63 DTM in Vallelunga

Mehr als 2.100 Testkilometer für das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team beim zweiten Test des Jahres in Vallelunga.

  • Dreitägige Testfahrten im italienischen Vallelunga (14. bis 16. März)
  • Eingesetzte Fahrer: Robert Wickens, Gary Paffett, Edoardo Mortara
  • Gary Paffett: „Wir sind über 200 Runden gefahren – das ist unglaublich. Es war harte Arbeit, aber wir haben wertvolle Daten gesammelt.“

der neue Mercedes als Testträger in Vallelunga
Foto: Mercedes-Motorsport
Die Vorbereitungen auf die neue DTM-Saison laufen auf Hochtouren. In dieser Woche (14.-16. März) absolvierte das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team im italienischen Vallelunga den zweiten von drei Tests vor dem Saisonauftakt in Hockenheim. Dabei kamen Robert Wickens, Gary Paffett und Edoardo Mortara zum Einsatz. Gemeinsam spulten die drei DTM-Rennsieger 518 Runden respektive 2.116 km auf dem Autodromo Vallelunga ab.
Robert Wickens eröffnete die Testwoche am Dienstag. „Das war ein schönes Geburtstagsgeschenk“, sagte der Kanadier, der am Montag, 13. März seinen 28. Geburtstag feierte. Mit 140 absolvierten Runden machte er sich selbst das schönste Geschenk und sammelte wertvolle Informationen und Daten für die anstehende Saison. „Wir haben uns auf unser Programm konzentriert und können damit zufrieden sein. Wir haben alle Punkte auf unserer Checkliste abgehakt.“


Team-Captain Gary Paffett setzte Roberts Arbeit am Mittwoch mit einem weiteren produktiven Testtag fort. Dabei musste er sich zunächst mit der 4,085 km langen Rennstrecke vertraut machen, auf der er zuvor noch nie gefahren ist. „Die Strecke gefällt mir und ich kam schnell in Fahrt“, sagte Gary, der einen wahren Mammut-Testtag absolvierte. „Wir sind über 200 Runden gefahren – das ist unglaublich. Es war harte Arbeit, aber wir haben wertvolle Daten gesammelt.“ Auf dem Programm standen sowohl längere als auch kürzere Runs. Dabei lag das Hauptaugenmerk vor allem darauf, die neuen Reifen verstehen zu lernen. „Es war ein richtig guter Tag“, bilanzierte Gary.

Edoardo Mortara
Foto: Mercedes-Motorsport
Am Donnerstag schloss Neuzugang Edoardo Mortara die Testwoche in Italien ab. „Wir sind heute viele Runden gefahren und haben viele Dinge ausprobiert“, sagte der Italiener, der in der Anfangszeit seiner Karriere schon einmal in Vallelunga gefahren ist. „Jetzt müssen wir die Daten aus Portimao und Vallelunga analysieren, damit wir für den letzten Test in Hockenheim bestmöglich vorbereitet sind. Der Test hier war sehr hilfreich und ich glaube, dass wir einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.“


Nach den ersten beiden Testfahrten des Jahres in Portimao und Vallelunga kann das Team auf die Daten von mehr als 4.218 Testkilometern zurückgreifen. „Hinter dem Team liegen einige sehr anstrengende Wochen und Monate“, sagte Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef Ulrich Fritz. „Die harte Arbeit hat sich aber bislang in zwei erfolgreichen Testwochen mit vielen gesammelten Kilometern und Daten ausgezahlt. Damit ist die Arbeit allerdings noch lange nicht getan. Jetzt gilt es, diese Informationen, vor allem mit Blick auf die neue Reifengeneration, auszuwerten und bis zum finalen Test in Hockenheim die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“

Für das Team geht die Saisonvorbereitung nun in der Fabrik in Affalterbach weiter. Während am Feinschliff für den letzten Test in Hockenheim (3. bis 6. April) gearbeitet wird, laufen bereits die Vorbereitungen auf den Saisonstart (5. bis 7. Mai) auf dem Hockenheimring, bis zu dem sechs Autos plus Ersatzteile fertiggestellt werden müssen.

Samstag, 18. März 2017

Rennstrecken-Premiere des neuen Audi RS 5 DTM

  • Dreitägige Testfahrten im italienischen Vallelunga
  • Neues Design und finale Karosserie im Einsatz
  • DTM-Pilot Ekström: „Autos sind fahrerisch definitiv anspruchsvoller“
der neue Audi RS 5 DTM
Foto: Audi-Motorsport
Nur eine Woche nach der Weltpremiere in Genf absolvierte der neue Audi RS 5 DTM auf der italienischen Rennstrecke von Vallelunga seine ersten öffentliche Testrunden.


Dabei sorgte nicht nur das rot-schwarze Playboy-Design für Aufsehen, mit dem Youngster Nico Müller in der DTM 2017 an den Start gehen wird. In Italien zeigte Audi auch erstmals die homologierte Karosserie des RS 5 DTM der dritten Generation, die gegenüber der in Genf gezeigten Variante zusätzliche innovative Detaillösungen aufweist.


„Uns war es wichtig, bei diesem letzten Entwicklungstest vor Saisonstart mit dem finalen Auto zu fahren und die wenigen Testtage, die uns in der DTM zur Verfügung stehen, so optimal wie möglich zu nutzen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Deshalb sind wir sehr froh, dass wir in Vallelunga perfekte äußere Bedingungen vorgefunden haben und drei Tage lang ohne nennenswerte Probleme fahren konnten.“

Nico Müller (l.) und Mattias Ekström
Foto: Audi-Motorsport
Die Jungfernfahrt am Dienstag übernahm Mattias Ekström, mit 22 Siegen und zwei Meistertiteln erfolgreichster Audi-DTM-Pilot aller Zeiten. Dabei spulte der Schwede nicht weniger als 760 Kilometer ab. „Eine stolze Zahl für ein neues Auto“, sagte Ekström. „Wir haben sehr viel ausprobiert: kurze Stints, Long-Runs, Qualifying-Simulationen und viele verschiedene Abstimmungsvarianten. Die neuen DTM-Autos sind fahrerisch definitiv anspruchsvoller. Und für die weicheren Reifen und die veränderte Aerodynamik einen perfekten Kompromiss bei der Abstimmung zu finden, ist eine große Herausforderung. Es wird definitiv spannend!“


Am Mittwoch übernahm Jamie Green das Cockpit. Der Brite kam mit 682 Kilometern auf eine ähnlich stolze Distanz wie Ekström am Tag zuvor. „Ich war schon lange nicht mehr in Vallelunga und musste die Strecke erst neu kennenlernen“, sagte Green. „Trotzdem konnten wir unser komplettes Programm durchziehen – es war ein produktiver Tag.“

Den dritten und abschließenden Testtag absolvierte Mattias Ekström. Nach insgesamt 2.121 Testkilometern mit dem neuen Audi RS 5 DTM fiebern die Audi-Piloten dem Saisonauftakt am 6./7. Mai in Hockenheim nun noch mehr entgegen. Vor dem Saisonstart findet in Hockenheim vom 3. bis 6. April noch ein abschließender DTM-Test statt.