Dienstag, 25. Oktober 2016

Vorbereitung für DTM-Saison 2017

Foto: Jens Hawrda
Während die DTM-Saison mit dem Rennen in Hockenheim zuende gegangen ist bereiten sich die drei Hersteller bereits für die Saison 2017 vor. Ab heute Dienstag bis Freitag dieser Woche testen Audi, BMW und Mercedes in Oschersleben die neuen Fahrzeuge für 2017. Von außen unterscheiden sich die Testfahrzeuge kaum von den Autos dieser Saison. Die Fahrwerkskomponenten werden hingegen neu sein, auch neue Einheitsbauteile für die Aerodynamik werden getestet.

Jeder Hersteller setzt beim Oscherslebentest ein Auto ein. Für BMW fahren Meister Marco Wittmann und sein Teamkollege Timo Glock, für Mercedes Lucas Auer und Felix Rosenqvist und für Audi Mattias Ekström und Mike Rockenfeller.

In Oschersleben soll auch wieder der neue Reifen für 2017 erneut getestet werden. Der neue Reifen soll stärker abbauen, dabei aber auch haltbar sein. Damit sollen die Rennen in zukunft deutlich spannender werden, da der Fahrer den Reifenverschleiß stärker beachten muss.

Freitag, 21. Oktober 2016

DTM-Drei Fragen an: Ulrich Fritz

Die DTM-Saison 2016 endete am vergangenen Wochenenden mit einem Erfolgserlebnis für das Mercedes-AMG DTM Team. Nachdem Robert Wickens das DTM-Jahr mit einem zweiten Platz im Auftaktrennen eröffnet hatte, fuhren Christian Vietoris und Paul Di Resta im letzten Saisonlauf gemeinsam auf das Podest. "Ein Doppel-Podium zum Abschluss der Saison, das ist was wir uns gewünscht haben", sagte Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz. 15 Mal stand ein Mercedes-AMG DTM-Pilot in der Saison 2016 auf dem Podium, darunter vier Siege durch drei verschiedene Fahrer. Gleich fünf unterschiedlichen Piloten gelang in den 18 Saisonrennen der Sprung auf das Podium: Robert Wickens (fünf Mal), Paul Di Resta (vier Mal), Lucas Auer, Christian Vietoris und Gary Paffett (je zwei Mal). Im verregneten Samstagsrennen in Moskau gelang Mercedes-AMG sogar ein Vierfach-Sieg. Mit Lucas Auer gab es in der zurückliegenden Saison auch einen Debütsieger, der sich mit seinem Erfolg auf dem Lausitzring zum ersten österreichischen Sieger in der Geschichte der DTM krönte.

Uli, die Saison 2016 ist zu Ende. Wie lautet dein Fazit?

Ulrich Fritz: „Das war sicher eine Saison mit gemischten Gefühlen. Wir haben zwar keinen Titel gewonnen, dennoch bin ich unheimlich stolz auf die Leistung des Teams. Wir sind dieses Jahr mit einer neuen Silhouette unseres Mercedes-AMG C 63 DTM an den Start gegangen, durften aber unterhalb der Designlinie nichts ändern. Unter diesen Vorzeichen ein konkurrenzfähiges Auto zu haben, war eine Herkules-Aufgabe, die das Team unfassbar gut gelöst hat. Schaut man sich die gewichtsbereinigten Zeiten über die Saison hinweg an, hatten wir sogar über weite Teile das schnellste Fahrzeug im Feld.“

Was war dein Highlight der Saison?

Ulrich Fritz: „Neben der schon angesprochenen Teamleistung und unserem Auto, würde ich die Rennen in Moskau, das Samstagsrennen in Zandvoort und den Sieg von Lucas am Lausitzring nennen. Moskau und Zandvoort waren beides Strecken, auf denen wir in der Vergangenheit nicht wirklich gut aussahen. Und dann holst du in Moskau unter schwierigen Bedingungen im Regen einen Vierfachsieg – das war schon richtig gut. Der Sieg von Lucas am Lausitzring war auf jeden Fall einer der emotionalsten Momente. Es war gleichzeitig der erste Sieg von Peter Mücke und seinem Team in der DTM. Zu sehen, wie sich die Jungs gefreut haben, war grandios.“

Warum hat es in diesem Jahr nicht mit einem Titel geklappt?

Ulrich Fritz: „Da spielen natürlich immer viele Faktoren eine Rolle. Vielleicht war es einfach eines dieser Jahre, in denen der Renngott nicht auf unserer Seite war. Rob hat am Norisring und in Zandvoort viele Punkte unverschuldet verloren. Dennoch waren wir bis zum Nürburgring in einer guten Position. Dort war dann der Unterschied zwischen unseren Autos einfach zu groß. Lucas ist zweimal auf Pole gefahren, aber die anderen konnten seine Pace nicht mitgehen. Als wir dann die Gewichte ins Auto bekommen haben, war uns schon klar, dass in Budapest kaum was zu holen sein würde – und so war es dann ja auch. Unterm Strich würde ich von einer Verkettung unglücklicher Zufälle sprechen. Wenn ich aber sehe, wie motiviert das Team trotz all dieser Rückschläge ist, und wie sehr sie sich jetzt schon auf die neue Saison freuen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr noch stärker zurück kommen. Ein tolles Beispiel für die Arbeitsmoral der Truppe war gerade das letzte  Rennen in Hockenheim. Am Samstag waren wir noch nirgendwo und die Jungs schafften es über Nacht, den Fahrern ein Auto hinzustellen, mit dem wir ein Doppelpodium erzielen konnten. Hut ab.“

Dienstag, 18. Oktober 2016

DTM-Finale Hockenheim: Stimmen Audi Sport

Vor 142.000 Zuschauern (am Wochenende) gewann Audi in Hockenheim die Hersteller- und die Teamwertung der DTM und beide Finalrennen. In der Fahrerwertung belegten Edoardo Mortara und Jamie Green die Plätze zwei und drei. Die Stimmen nach dem Finalwochenende.

Dieter Gass (Leiter DTM bei Audi Sport)
„Mit einem Blick von außen hatten wir eine fantastische Saison: zehn Siege in 18 Rennen, dazu die Titel in der Hersteller- und Teamwertung. Trotzdem tut es extrem weh, heute trotz eines Sieges von Edo (Mortara) den Fahrertitel nur denkbar knapp zu verpassen. Und das umso mehr, als dass wir in Zandvoort eine Situation hatten, in der Edo unberechtigt Punkte verloren hat. Ich weiß, dass es am Ende einer langen Saison eigentlich kein ‚Hätte‘ und ‚Wenn‘ gibt – aber diese Punkte waren mathematisch auf Edos Konto und hätten den Ausschlag geben können.“
Vizemeister 2016 Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Platz 3 / Platz 1
„Es sind gemischte Gefühle für mich: Wir haben am Sonntag das Rennen sowie die Titel in der Hersteller- und Teamwertung gewonnen – das ist ein großer Erfolg und eine tolle Sache. Auf der anderen Seite habe ich den Fahrertitel knapp verpasst, und das mit fünf Siegen in einer Saison. Das ist hart und es wird ein paar Tage brauchen, bis wir uns über die positiven Dinge richtig freuen können.“

Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Platz 1 / Platz 14
„An diesem Finalwochenende überwiegen die positiven Momente: Der Samstag war ein rundum perfekter Tag, der mit dem Sieg gekrönt wurde. Den Sonntag dagegen habe ich immer noch nicht richtig verstanden: Wir haben nicht die kleinste Kleinigkeit am Auto geändert, hatten aber aus irgendeinem Grund keine Chance im Qualifying. Also ging es nur noch um eine gute Strategie, die mich dann immerhin noch einige Plätze nach vorn gebracht hat. Jetzt geht es für mich nach Hause, die Batterien aufladen, und vielleicht ein Go-Kart-Rennen mit Freunden in der nächsten Zeit.“

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 5 / Platz 11
„Unser Ziel hier in Hockenheim war, alle drei Titel zu holen. Jetzt sind es zwei geworden, auch wenn das i-Tüpfelchen – der Fahrertitel – fehlt. Ich finde, wir sollten trotzdem zufrieden sein und ein wenig feiern. Ich persönlich hatte das wohl schlechteste Jahr in meiner DTM-Zeit. Wir werden uns jetzt in Ruhe angucken, woran das gelegen hat. Denn eines ist klar: Ich möchte in Zukunft wieder auf einem viel höheren Niveau angreifen.“

René Rast (Red Bull Audi RS 5 DTM #72) Platz 6 / Platz 17
„Das Wochenende mit Audi in der DTM hat riesigen Spaß gemacht und war eine tolle Erfahrung. Danke an Audi, dass man mir diese Möglichkeit gegeben hat, und danke an die Phoenix-Jungs für die herzliche Aufnahme. Ich habe viel mit den Ingenieuren gearbeitet, um mich zu verbessern. Der sechste Platz am Samstag war ein schöner Lohn dafür. Am Sonntag habe ich dann auch gleich die harte Seite der DTM kennengelernt: Ich hatte das Gefühl, eine tolle Qualifying-Runde hingelegt zu haben – und fand mich plötzlich auf Platz 23 wieder.“
Jamie Green
Foto: Jens Hawrda
Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Platz 8 / Platz 8
„Dieses Wochenende waren die Ergebnisse im Qualifying etwas frustrierend. Am Samstag habe ich keine schnelle Runde zusammenbekommen, da ich mit Verkehr zu kämpfen hatte. Anschließend hatte ich eigentlich ein starkes Rennen trotz einer schwierigen ersten Runde. Am Sonntag lief es sehr ähnlich. Im Zeittraining konnten wir uns erneut keine gute Ausgangsposition sichern. In der ersten Rennrunde wurde ich dann in Kurve zwei von der Strecke gedrängt und habe zunächst den Anschluss verloren. Zwischenzeitlich lag ich auf Rang 22, konnte mich aber dank eines gut getimten Boxenstopps und schneller Rundenzeiten wieder nach vorn kämpfen. Was die gesamte Saison angeht, hat Audi eine gute Performance gezeigt. Insgesamt hatte ich konstant gute Leistungen, aber leider waren auch einige Ausreißer nach unten dabei – wie beim Auftakt in Hockenheim oder zuletzt in Budapest.“

Adrien Tambay (Speedweek.com Audi RS 5 DTM #27) Platz 12 / Ausfall
„Das Wochenende hätte natürlich besser laufen können, insbesondere im Rennen am Sonntag. Ich wollte voll attackieren, um weiter nach vorn zu kommen. Anfangs lief es gut und ich konnte Plätze gutmachen. Als ich dann auch Di Resta überholen wollte, hatte ich leider eine Berührung mit Auer und damit war das Rennen gelaufen. Das Saisonhighlight war für mich das Rennwochenende in Budapest – der erste Erfolg zusammen mit meinem neuen Team. Ich fühle mich sehr wohl bei Team Rosberg und habe tolle Leute an meiner Seite. Insofern schaue ich positiv in die Zukunft. Vieles lief die Saison über noch nicht optimal und wir werden den Winter über weiter daran arbeiten, damit wir auf 100 Prozent kommen.“

Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM #51) Platz 15 / Platz 13
„Zwei Nullnummern hier in Hockenheim – das ist sicher nicht das Finale, das ich mir gewünscht habe. Ich war mit Bestzeiten in zwei freien Trainings eigentlich gut dabei, bin aber im Qualifying immer in Verkehr geraten. Auf die Winterpause der DTM könnte ich übrigens gut verzichten – wenn es nach mir ginge, könnte es nächstes Wochenende schon weitergehen.“

Timo Scheider (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM #10) Platz 16 / Platz 18
„Das war ein sehr emotionales Wochenende für mich. Schwer zu fassen, dass es wirklich meine letzten beiden DTM-Rennen für Audi waren. Sportlich hätte es für mich persönlich besser laufen können, aber mit den Titeln in der Team- und Herstellerwertung war es für Audi ein erfolgreiches Wochenende. Ich habe mich riesig über die Resonanz der Fans gefreut – den ganzen Sonntag im Fahrerlager und nach der Auslaufrunde auch bei meinem kurzen Stopp vor der Haupttribüne – das waren alles Gänsehaut-Momente. Auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Danke an alle, die mich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten unterstützt und auf meinem Weg in der DTM in guten und schlechten Zeiten begleitet haben.“

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline)
„Wir haben für Audi in diesem Jahr neun von zehn Rennen gewonnen und jetzt fünf Siege in Folge geholt – eine der längsten Serien, an die ich mich erinnern kann. Dazu hat unsere Mannschaft die Teamwertung gewonnen und Audi die Herstellerwertung. Glückwunsch und danke an alle, die dazu beigetragen haben. Nur die Krönung hat leider gefehlt: der Fahrertitel für Edo (Mortara). Das tut weh, denn er hat an diesem Wochenende wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, was in ihm steckt. Leider war er speziell am Sonntag allein auf weiter Flur, da hatten wir alle auf mehr Unterstützung seiner Markenkollegen gehofft. Wir reisen mit erhobenen Köpfen zurück nach Kempten und freuen uns auf die Revanche im nächsten Jahr.“

Ernst Moser (Teamchef Audi Sport Team Phoenix)
„Ich blicke auf das Wochenende mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Toll, dass es mit dem Gewinn der Hersteller- und Teamwertung geklappt hat. Aber es wäre auch der Fahrertitel für Edo (Mortara) möglich gewesen. Ähnlich gemischt sieht es bei unserem Team aus: Toller Einstand mit Platz sechs für René (Rast) am Samstag und die bittere Erfahrung, wie hart die DTM sein kann, am Sonntag. Mein herzlicher Dank geht an Timo (Scheider), der sich an diesem Wochenende aus der DTM verabschiedet hat. Er war in den Jahren bei uns immer ein toller Teamplayer und hat unsere ganze Mannschaft vorangebracht. Wir werden ihn vermissen.“

Arno Zensen (Teamchef Audi Sport Team Rosberg)
„Gratulation an ABT zur Teamwertung, Gratulation an Audi zur Markenwertung und auch Gratulation an Edo (Mortara) – er hat mir heute unheimlich leid getan, denn er hätte den Titel mehr als verdient gehabt. Aus unserer Sicht war das Wochenende natürlich nicht optimal. Aber wir beenden die Saison mit Jamie (Green) auf dem dritten Platz in der Fahrermeisterschaft – und wenn wir uns in einer so hart umkämpften Serie darüber nicht mehr freuen, dann machen wir etwas falsch. Wir waren jetzt Dritter und Zweiter – fehlt noch der große Pokal, und den gehen wir in der nächsten Saison an.“
 
 

Montag, 17. Oktober 2016

Nachgefragt bei ... Mattias Ekström

Der zweimalige DTM-Champion nach dem vorzeitigen Gewinn der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft 2016 auf dem Estering.

Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Wie fühlt man sich als Weltmeister?

Ich bin überglücklich! Bereits vor dem letzten Rennen Weltmeister zu werden, ist ein tolles Gefühl. Und ich bin unglaublich stolz auf meine ganze EKS-Mannschaft. Einen Dank möchte ich auch an meinen Arbeitgeber Audi Sport aussprechen. Meine Chefs haben mir erlaubt, auf dem Estering an den Start zu gehen, um die Chancen auf den Titelgewinn so groß wie möglich zu halten. Das war nicht selbstverständlich und ich bin sehr, sehr dankbar dafür. Hoffentlich kann ich ihnen mit dem WM-Titel auch ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Wie lief es am Estering aus Ihrer Sicht?

Mein Audi S1 EKS RX quattro war auf dem Estering wie schon das ganze Jahr über wieder fantastisch. Unser Ziel war es, den Titel vorzeitig zu holen, deshalb war ich vielleicht etwas konservativer unterwegs als sonst – das hat man im Finale beim Start und in der ersten Kurve gesehen. Aber es hat zum Glück trotzdem geklappt, weil Petter (Solberg) nur Zweiter wurde und Johan (Kristoffersson) im Finale einen Reifenschaden hatte.

Ist der WM-Titel mehr wert als Ihre beiden DTM-Titel?

Weltmeister zu werden ist schon etwas ganz Besonderes – das war ich in meiner Karriere bisher noch nie. Meine Titel und Siege mit Audi Sport in der DTM sind auch extrem wertvoll. Das Besondere an diesem WM-Titel ist aber, dass wir vor drei Jahren bei null angefangen haben. Im Oktober 2013 gab es gar nichts. Was mein Team EKS und ich in dieser Zeit aufgebaut haben, können sich nur die Wenigsten vorstellen.
Haben Sie auch das DTM-Finale in Hockenheim vom Estering verfolgt?

Natürlich! Ich war die ganze Zeit mit meinen Jungs in Hockenheim im Kontakt. Sie haben mir nach dem DTM-Rennen direkt ein Glückwunschfoto per WhatsApp geschickt. Ich bin froh, dass Abt auch ohne mich die Teammeisterschaft geholt hat und Audi Sport den Herstellertitel. Schade, dass Edo (Mortara) am Ende vier Punkte zum Fahrertitel gefehlt haben. Wer gesehen hat, wie er in Hockenheim gefahren ist, weiß, dass er den Titel verdient gehabt hätte. Meister der Herzen ist er für mich auf jeden Fall! Ich liebe es, wie er fightet.

Wie geht es weiter?

Wir werden den WM-Titel ordentlich feiern, aber auch die Batterien etwas aufladen. Dann werden wir unsere beiden Audi S1 EKS RX quattro für das Finale in Argentinien vorbereiten und am 26. und 27. November in Rosario versuchen, auch noch Team-Weltmeister zu werden.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Mattias Ekström ist Rallycross-Weltmeister

  • Audi-Werksfahrer feiert auf dem Estering vorzeitig den Titel
  • Erster WM-Titel weiterer Höhepunkt seiner außergewöhnlichen Karriere
  • „Früher war mir Rallycross zu dreckig“, sagt Mattias Ekström
Mattias Ekström
Foto:Colin McMaster/EKS/McKlein
Mattias Ekström hat sich mit einem fünften Platz auf dem Estering vorzeitig den Titel in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft gesichert. Der Schwede hatte für den vorletzten WM-Lauf der Saison 2016 auf das DTM-Finale in Hockenheim verzichtet und damit zum ersten Mal in seiner 16-jährigen DTM-Karriere ein Rennen verpasst.


„Das ist vielleicht der beste Tag in meiner Motorsport-Karriere“, sagt Ekström. „Es gab so viele schöne Momente mit Audi Sport in der DTM, aber das hier ist etwas ganz, ganz Besonderes. Wir haben vor drei Jahren bei null angefangen. Im Oktober 2013 gab es gar nichts. Was mein Team und ich in dieser Zeit aufgebaut haben, können sich nur die Wenigsten vorstellen. Ein großer Dank gebührt natürlich auch meinem Arbeitgeber Audi Sport. Meine Chefs haben mir erlaubt, auf dem Estering an den Start zu gehen, um die Chancen auf den Titelgewinn so groß wie möglich zu halten. Das war nicht selbstverständlich und ich bin sehr, sehr dankbar dafür. Hoffentlich kann ich ihnen mit dem WM-Titel auch ein Lächeln auf die Lippen zaubern.“

Ekström hat mit dem Titelgewinn einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er einer der komplettesten Rennfahrer der Welt ist. Seit 2001 hat er 177 DTM-Rennen für das Audi Sport Team Abt Sportsline bestritten und dabei 22 Siege und zweimal den Titel gefeiert (2004, 2007). Ekström ist damit der erfolgreichste Audi-DTM-Pilot der Geschichte. In seiner Karriere triumphierte der 38-Jährige auch viermal beim Race of Champions – einmal in der Teamwertung mit Tom Kristensen (2005) sowie dreimal in der Einzelwertung (2006, 2007, 2009). Dabei besiegte er unter anderem den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher. Daneben fuhr er unter anderem erfolgreich in der schwedischen Tourenwagen-Meisterschaft STCC, in der Rallye-Weltmeisterschaft sowie in der NASCAR und der australischen V8 Supercars.

Der Gewinn des Weltmeistertitels ist auch für Audi Sport etwas ganz Besonderes. Denn neben der Formel 1, WRC, WEC und WTCC ist der Titel in der Rallycross-WM einer von nur fünf Weltmeistertiteln der FIA. Zuletzt konnten 2012 und 2013 die Audi-Teams in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC Siege in der Fahrerwertung bejubeln. Der letzte Titel eines einzelnen Audi-Piloten liegt 32 Jahre zurück. 1984 gewann Ekströms Landsmann Stig Blomqvist die Rallye-Weltmeisterschaft. „Stig ist mit quattro-Antrieb zum Titel gefahren, in der WEC war der Audi R18 e-tron quattro erfolgreich und ich konnte nun mit meinem Audi S1 EKS RX quattro ein Kapitel zu dieser Erfolgsgeschichte beitragen“, sagt Ekström.