Samstag, 17. September 2016

Markus Reitererger startet von Platz 11

Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Nachdem Markus Reiterberger in den beiden Freien Trainings vom Freitag einen starken Eindruck hinterlassen hatte und im zweiten Freien Training sogar die zweitschnellste Zeit markierte, startet er nach der Superpole vom Samstag morgen nun von Startplatz 11. Sein Teamkollege J. Torres geht von Platz 3 ins Rennen.
 
Startaufstellung Rennen 1 am Samstag (Top-Five):

1. C. Davies (Ducati Panigale R),
2. T. Sykes (Kawasaki (ZX-10R),
3. J. Torres (BMW S1000 RR),
4. N. Hayden (Honda CBR 1000 RR SP),
5. L.Savadori (Aprilia RSV4 RF).

Donnerstag, 15. September 2016

Interessante Fakten und Zahlen zur Superbike WM

Das Wochenende der Superbike-WM-Veranstaltung auf dem Lausitzring steht vor der Tür. Nach neun Jahren wird der Lausitzring 2016 damit wieder einen Lauf der MOTUL FIM Superbike Weltmeisterschaft sehen. Auch Deutschland kehrt damit nach zwei Jahren Pause in den Saisonkalender zurück. Zuletzt gastierte die Superbike WM 2007 in der Lausitz, als Legenden wie Noriyuki Haga, Troy Bayliss und Max Biaggi um Siege kämpfen. Seit 2001 hat der Lausitzring fünf WorldSBK-Events gesehen und dabei auch einige der spannendsten Rennen in der Geschichte.
 
Hier ein paar interessante Fakten und Zahlen zur Superbike-WM aus deutscher Sicht:

Max Neukirchner bester Deutscher in der Superbike-WM
Foto: Jens Hawrda
  •  Bisher sind insgesamt 88 deutsche Fahrer an einem WorldSBK Wochenende gestartet, 60 von ihnen konnten sich qualifizieren und mindestens ein Rennen starten.
  • Bisher gab es 60 WorldSBK Rennen in Deutschland. Es gab seit dem Beginn der Meisterschaft 1988 bis 2013 in jedem Jahr einen deutschen Lauf.
  • Vor elf Jahren holte Lorenzo Lanzi seine erste Pole und den ersten Sieg auf dem Lausitzring.
  • Es ist sieben Jahre her, seit ein deutscher Fahrer zuletzt auf dem Podium stand (Max Neukirchner, Valencia 2009).
  • Troy Bayliss gewann vier Mal auf dem Lausitzring von 2001 bis 2007: er ist der einzige Fahrer, der hier mehr als einen Sieg feiert 
  • Max Neukirchner ist der einzige deutsche Fahrer, der in der WorldSBK Geschichte Siege (2) und Poles (2) holen konnte. Er startete 2008 auf dem Nürburgring sogar von der Pole.

Superbike WM am Lausitzring

Die lange Wartezeit ist vorbei! Die WorldSBK kehrt an diesem Wochenende nach der Sommerpause auf dem Lausitzring zurück. Der Ort war schon zuvor Gastgeber der WorldSBK, allerdings schon seit 2007 nicht mehr, was bedeutet, dass die Mehrheit 2016 zum ersten Mal in die Lausitz kommt.
Kann Markus Reiterberger seinen Heimvorteil in eine gute Platzierung umsetzen ?
Foto: Jens Hawrda
Nur Milwaukee BMW Pilot Josh Brookes fuhr zuvor schon auf Weltniveau auf dem Lausitzring – in der World Supersport. Die Erfahrung der ehemaligen IDM-Piloten könnte dabei eine große Rolle spielen. So könnten Althea BMW Pilot Markus Reiterberger und Barni Racing Fahrer Xavi Fores eine wichtige Rolle spielen. Die meisten WorldSBK Teams haben in der Sommerpause jedoch schon auf der 4,2 Kilometer langen Strecke getestet.

Der amtierende Champion, Kawasaki Racing Team Pilot Jonathan Rea ging frustriert in die Sommerpause. Er konnte das zweite Rennen in Laguna Seca aufgrund eines technischen Problems nicht beenden. Umso mehr freut sich Rea, wieder auf die Strecke zurückzukehren. Bei noch vier zu fahrenden Rennen sollte sich der Nordire jedoch wenig Sorgen machen, denn er hat an der Spitze der Gesamtwertung beste Chancen seinen Titel zu verteidigen.

Sein Teamkollege Tom Sykes scheint der einzige zu sein, der Rea aufhalten kann. Der WorldSBK Champion aus 2013 war in zahlreichen Rennen 2016 bereits schnell, allerdings fehlte es ihm an Konstanz. In den letzten acht Rennen des Jahres wird der Brite versuchen so viele Punkte wie nur möglich auf Rea gutzumachen. Ob das reicht, wird sich zeigen...

Ducati Pilot Chaz Davies konnte im zweiten Rennen von Laguna Seca ebenso Punkte auf den amtierenden Champion Rea gutmachen. Der Waliser hat nach der Sommerpause einen brandneuen Ducati-Vertrag in der Tasche und kann sich nun voll und ganz auf den Titelkampf konzentrieren. Obwohl er weit hinter Rea zurückliegt, sollte man im Motorradrennsport nie das Wort ‚nie’ benutzen. Davies kann auf einen sehr guten Test auf dem Lausitzring zählen.

Sylvain Guintoli kehrt nach einem heftigen Highsider in Tissot-Superpole 2 in Imola in die WorldSBK zurück. Der Franzose sollte zu 100% wieder geheilt und fit sein und versuchen, in den letzten vier Rennen seiner Partnerschaft mit Yamaha noch einmal für Furore zu sorgen, bevor der Niederländer Michael van der Mark seinen Platz für die nächste Saison einnimmt. Sein Teamkollege Alex Lowes kommt nach einem Sieg bei den 8-Stunden von Suzuka und zwei Einsätzen im Monster Yamaha Tech 3 Team in der MotoGP™, wo er den verletzten Bradley Smith ersetzte, gut vorbereitet zum Lausitzring.

Das Honda WorldSBK Team aus Michael van der Mark und Nicky Hayden war ebenso in Suzuka nud testete zwischenzeitlich auf der deutschen Strecke. Beide hoffen, dass sie 2016 noch weitere Podestplätze und Siege feiern können, bevor in der kommenden Saison Stefan Bradl den Platz des Niederländers übernimmt.

Bei Althea BMW ist Rookie Markus Reiterberger ein weiterer Pilot, der nach einer Verletzung auf dem Lausitzring zurückkehrt. Der Deutsche hofft, dass er nach einem Highsider im zweiten Rennen auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli, wobei er sich einen Wirbel brach, zum Heimrennen wieder völlig fit ist. Ebenso werden auch sein Teamkollege Jordi Torres und das Milwaukee Duo aus Josh Brookes und Karel Abraham versuchen zum Heimrennen ihres Herstellers gut abzuschneiden.

Nach zwei Jahren voller unglaublicher Ergebnissen hofft auch MV Agusta Pilot Leon Camier, dass sein Test ihm das Rennwochenende auf der deutschen Strecke erleichtert. Camier, der 2016 mehr als ein Mal in den Top-4 landete, wird auch die letzten vier Rennwochenenden mit einem Erfolgserlebnis starten wollen. IodaRacing Aprilia Pilot Lorenzo Savadori hat den gleichen Plan, nachdem er in dieser Saison bereits in den Top-5 landen konnte.

Fabio Menghi kann nach seinem Sturz beim Vorsaisontest auf Phillip Island noch immer nicht zurückkehren. Seinen Platz im VFT Racing Team übernimmt Luca Scassa für die verbleibenden Rennen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Katar.

Das deutsche Wochenende der MOTUL FIM Superbike World Championship 2016 beginnt am 16. September.

Mittwoch, 14. September 2016

DTM Gerüchte: Mortara wechselt von Audi zu Mercedes

Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Trotz des Sieges beim letzten Rennen auf dem Nürburgring ist der Italo-Schweizer laut Medienberichten mit seiner Situation bei den Ingolstädtern unzufrieden. Zuletzt musste er mehrmals Plätze an Jamie Green abgeben und verlor so wertvolle Meisterschaftspunkte. Auch die fehlerhafte Entscheidung der Stewarts in Zandvoort, die ihm eine Durchfahrtstrafe einbrachte kostete wertvolle Meisterschaftspunkte. Punkte die dem jetzt Zweitplazierten in der Meisterschaft am Ende vielleicht fehlen werden.

Wie „Motorsport Aktuell“ und BILD berichten, soll der 27-Jährige in der kommenden Saison vom Audi- ins Mercedes-AMG-Cockpit wechseln. „Wie MSa aus gleich mehreren zuverlässigen Quellen des Volkswagen-Konzerns erfahren hat, wechselt Mortara zur kommenden Saison von Audi zu Mercedes. Von allen drei Parteien gab es natürlich keine Bestätigung, aber auch kein Dementi“, heißt es in den entsprechenden Meldungen.

Dienstag, 13. September 2016

Åhlin-Kottulinsky und Frey im Doppelinterview

Unter den mehr als 60 Teilnehmern im ADAC GT Masters 2016 befinden sich mit Mikaela Åhlin-Kottulinsky (23, S/Aust Motorsport) und Rahel Frey (30, CH/YACO Racing) zwei Frauen. Die beiden Audi-Pilotinnen erklären im Doppelinterview, wie sie zum Motorsport kamen und warum es in der "Liga der Supersportwagen" keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt.
Rahel Frey (l) und Mikaela Ahlin-Kottulinsky
Foto: ADAC-Motorsport
Frau Åhlin-Kottulinsky, Sie bestreiten Ihr erstes Jahr im ADAC GT Masters. Was macht die Serie in Ihren Augen zu etwas Besonderem?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Das ADAC GT Masters ist auf jeden Fall eine der anspruchsvollsten GT3-Serien Europas. Mir war von Anfang an bewusst, dass es nicht einfach werden würde, aber um besser zu werden, muss man sich entsprechend großen Aufgaben stellen. Was ich ebenfalls an der Serie schätze: Sie bietet sehr viel Action. Gerade der Boxenstopp mit Fahrerwechsel ist eine sehr spannende Angelegenheit. Man kann dabei Zeit verlieren, aber auch Zeit gewinnen. Ich bin froh, mit Marco (Bonanomi) einen erfahrenen Teamkollegen an meiner Seite zu haben, von dem ich viel lerne."

Da Sie gerade Marco Bonanomi erwähnten: Der Audi R8, den Sie sich mit ihm teilen, ist pink. War das Ihre Idee?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Nein, darauf hatte ich keinen Einfluss. Pink ist die Hauptfarbe unseres Fahrzeugsponsors. Aber als ich gehört habe, dass unser Auto pink und schwarz lackiert wird, hatte ich natürlich nichts dagegen."

Also hatte Ihr Teamkollege keine Wahl?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Nein. Aber er ist froh, dass er zumindest nicht den pinken Rennanzug bekommen hat."

Rahel Frey: "Aber um ehrlich zu sein: Ich finde die Farbe ziemlich cool, und ich glaube, so geht es auch den meisten anderen Fahrern. Gut, für Marco war es am Anfang wahrscheinlich nicht einfach, aber mittlerweile hat er sich doch daran gewöhnt, oder?"

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Auf jeden Fall. Er ist jetzt sogar stolz darauf und redet ziemlich oft darüber."

Frau Frey, wie gefällt Ihnen Ihr grüner Audi?

Kurze Pause
Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Keine Antwort ist auch eine Antwort."

Rahel Frey: "Naja, Grün ist die Farbe meines Teams YACO Racing. Man gewöhnt sich irgendwann daran, aber Grün ist tatsächlich nicht unbedingt meine Lieblingsfarbe."

Frau Åhlin-Kottulinsky, Sie sind später als Frau Frey in das ADAC GT Masters gekommen – haben Sie sich Rat von ihr geholt?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky:  "Wir haben uns nicht erst beim ADAC GT Masters kennengelernt. Als ich das erste Mal einen Audi R8 LMS 2014 bei der Audi race experience gefahren bin, war Rahel meine Lehrerin. Auch 2015, als ich im Audi Sport TT Cup gefahren bin, hat sie mich unterstützt."

Rahel Frey: "Als du das Wort ‚Lehrerin´ gesagt hast, habe ich mich wirklich alt gefühlt. Aber in der Tat: Uns verbindet schon eine längere berufliche Beziehung."

Frau Frey, im Gegensatz zu Frau Åhlin-Kottulinsky wurden Sie nicht in eine motorsportverrückte Familie geboren. Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als Sie Lust auf Motorsport entwickelten? 

Rahel Frey: "Ich hatte das Glück, dass mein Vater mich sehr unterstützt hat. Er fuhr selbst gern Kart und kaufte mir und meinem Bruder eines. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht die Idee, eine professionelle Rennfahrerin zu werden. Meine Mutter hat es nie gemocht. Für sie stand immer die Schule im Vordergrund. Die Noten mussten passen, sonst hätte sie mir das Kartfahren nicht erlaubt. Meine Freunde hatten keinen Bezug zum Motorsport, da er in der Schweiz nicht besonders populär ist. Das ist heute auch noch so."

Finden Sie das schade?

Rahel Frey: "Nein. Es ist schwierig, jemandem, der keinen Bezug zum Motorsport hat, zu erklären, was alles dahintersteckt und wie viel harte Arbeit es ist. Für viele ist es kein Sport, im Auto zu sitzen."

Frau Åhlin-Kottulinsky, Ihr Großvater Freddy Kottulinsky war ein berühmter Rallye-Pilot. War Ihr Weg in den Motorsport vorgezeichnet?

"Mikaela Åhlin-Kottulinsky: Nach der Meinung meiner Familie war er das, ja. Aber ich habe Motorsport anfangs nicht gemocht. Gerade weil er eine so große Rolle gespielt hat. Irgendwann wollte dann mein Bruder sein Kart verkaufen. Und da hatte ich die Idee, es noch einmal auszuprobieren, bevor es weg war. Und es hat mir mehr und mehr gefallen."

Was wäre Ihr Plan B gewesen, wenn es mit dem professionellen Motorsport nicht geklappt hätte?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Als ich 18 Jahre alt war, war ich kurz davor, mit dem Motorsport aufzuhören und ein Studium zu beginnen. Ich wäre also wahrscheinlich eine Ingenieurin geworden. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich mich anders entschieden habe."

Rahel Frey: "Ich wollte als Kind immer Pilotin werden. Nachdem ich mit Kartfahren begonnen hatte, hat sich dieser Traum erledigt. Ab sofort wollte ich Formel-1-Weltmeisterin werden. Heutzutage kann ich sagen: Ich bin Pilot – Pilot eines Rennwagens auf vier Rädern."

Werden Sie in einem Umfeld wie dem Motorsport, wo es einen eindeutigen Männerüberschuss gibt, anders behandelt?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Nein, im Prinzip nicht. Das Einzige, was mir einfällt: Wenn ich mich im Truck umziehe, dann hänge ich ein Zeichen an die Tür, dass ich drin bin, damit niemand hineinplatzt. Aber im Endeffekt sind wir alle gleich: Wir sitzen im Auto und fahren Rennen. Es ist eine von wenigen Sportarten, in denen Männer und Frauen unter gleichen Voraussetzungen gegeneinander antreten können – das ist eine spannende Herausforderung."

Rahel Frey: "Auf unserem Level gibt es nicht viele Rennfahrerinnen. Man gewöhnt sich daran, nur unter Männern zu sein – Mechaniker, Fahrer, Ingenieure. Schlechte Witze und Grid Girls dürfen da nicht fehlen. Das gehört zum Motorsport dazu."

Wäre zum Beispiel im ADAC GT Masters ein reines Frauen-Duo denkbar?

Rahel Frey: "Ich habe diese Erfahrung schon einmal 2010 bei den 24 Stunden von Le Mans gemacht. Dort war ich in einem Team mit zwei anderen Frauen. Wir kannten uns vom Kartfahren und waren bis dahin immer Konkurrenten, keine Freunde. Das war wirklich schwierig. Jede hat nur an sich und ihren eigenen Erfolg gedacht, nicht an den Erfolg des Teams. Ich glaube aber, mit etwas mehr Erfahrung und Weisheit wäre es durchaus möglich."

Sind Sie mit Ihren Teamkollegen privat befreundet?

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Marco und ich sind im Laufe der Saison auf jeden Fall Freunde geworden."

Rahel Frey: "Ich glaube, das passiert ganz automatisch. Man verbringt so viel Zeit zusammen. Philip (Geipel) und ich sind auch außerhalb der Rennstrecke ständig in Kontakt. Es hilft auf jeden Fall, einen Teamkollegen zu haben, mit dem man sich gut versteht."

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Vertrauen ist auch sehr wichtig, wir müssen uns auf den anderen verlassen können."

Werden Sie an der Rennstrecke öfters angeflirtet? 

Rahel Frey: "Wir verbringen so viel Zeit an der Rennstrecke – da bleibt das nicht aus. Aber wir sind dort, um zu arbeiten. Wir müssen ganz klare Grenzen aufzeigen. Als Frau im Motorsport lernt man sehr schnell, Nein zu sagen."

Mikaela Åhlin-Kottulinsky: "Mein großes Ziel ist es, in der DTM zu fahren. Darauf arbeite ich hin und konzentriere mich deshalb an jedem Rennwochenenden darauf, mein Bestes zu geben – und nicht aufs Flirten."