Freitag, 19. August 2016

Lamborghini-Duo Ineichen/Engelhart mit Bestzeit beim Auftakt in Zandvoort

  • Lamborghini-Duo Engelhart/Ineichen dominiert erstes Freies Training
  • Fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen in den Dünen von Zandvoort
  • SPORT1 überträgt beide ADAC GT Masters-Rennen live im Free-TV
Engelhart/Ineichen dominieren erstes Training
Foto: Jens Hawrda
Den Auftakt zum sechsten von sieben Rennwochenenden des ADAC GT Masters im niederländischen Zandvoort dominierte Christian Engelhart (29, Kösching) im Lamborghini Huracán des GRT Grasser-Racing-Teams. Sein Vorsprung im ersten Freien Training: mehr als eine halbe Sekunde. Dass es auch auf dem legendären Traditionskurs an der niederländischen Nordessküste ein abwechslungsreiches Rennen geben wird, dokumentiert der Fakt, dass auf den ersten fünf Plätzen im Klassement mit Lamborghini, Audi, Bentley, BMW und Porsche fünf Hersteller vertreten sind. Die beiden Rennen der "Liga der Supersportwagen" werden am Samstag und Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr live und in voller Länge von SPORT1 im Free-TV übertragen.

Den ersten Schlagabtausch am Freitagmittag dominierte Engelhart, der sich den Lamborghini mit Trophy-Tabellenführer Rolf Ineichen (38, CH) teilt, sieben Minuten vor Ende des einstündigen Freien Trainings mit einer Bestzeit von 1.39,304 Minuten. "Wir erwarten heute Nachmittag für das zweite Freie Training Regen, deshalb haben wir einen neuen Reifensatz 'geopfert'. Auf dem habe ich eine ziemlich gute Runde hinbekommen. Dass unser Vorsprung von einer halben Sekunde realistisch ist, glaube ich nicht ganz, das wird später anders aussehen. Aber wie auch immer: Unser Auto ist gut. Heißt also, wir sind bis hierher sehr zufrieden."

Auf dem zweiten Rang rangierten Connor De Phillippi (23, USA) und Christopher Mies (27, Heiligenhaus/beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 LMS, gefolgt von Fabian Hamprecht (21, Hagen) und Christer Jöns (29, Ingelheim/beide Bentley Team ABT) im schnellsten Bentley Continental. Die Markenvielfalt in den Top-Fünf komplettierten Jesse Krohn (25, FIN) und Louis Delétraz (19, CH/beide Schubert Motorsport) auf Rang vier mit einem BMW M6 vor David Jahn (25, Speyer) und Kévin Estre (27, F/beide KÜS TEAM75 Bernhard) im Porsche 911 GT3 R.

Robert Renauer (31, Jedenhofen) und Martin Ragginger (28, A/beide Precote Herberth Motorsport) fuhren ebenfalls im Porsche 911 GT3 R die sechstschnellste Zeit vor Philip Geipel (29, Plauen) und Rahel Frey (30, CH/beide YACO Racing) im Audi R8 LMS. Die amtierenden Champions Sebastian Asch (30, Ammerbuch) und Luca Ludwig (27, Bonn/beide AMG-Team Zakspeed) markierten im Mercedes-AMG die achtschnellste Zeit vor Frédéric Vervisch (30, B) und Christopher Haase (28, Kulmbach/beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 LMS sowie Patrick Assenheimer (24, Heilbronn) und Dominik Schwager (39, Eisenhofen/beide Callaway Competition) in der Corvette C7.

News aus der Nennliste

Das BMW-Team Schubert Motorsport rückt in Zandvoort nach dem Event am Lausitzring erneut mit einem zweiten M6 an. Am Steuer werden sich die siebenmalige ADAC GT Masters-Rennsiegerin Claudia Hürtgen (44, München) und Jeroen den Boer (28, NL) abwechseln. Der Lokalmatador gewann 2012 ein Rennen der "Liga der Supersportwagen" in Zandvoort, arbeitete 2014 und 2015 als Ingenieur bei Schubert und kehrt nun als Aktiver in das Cockpit zurück. Callaway Competition tritt ebenso mit einem zusätzlichen Fahrzeug an: Die dritte Corvette C7 teilen sich Eric Curran (41, USA) und mit Loris Hezemans (19, NL) ein weiterer Niederländer.

Zu seinem zweiten ADAC GT Masters-Rennwochenende kommt Mirko Bortolotti (26, I/GRT Grasser-Racing-Team). Teamkollege im Lamborghini Huracán ist Luca Stolz (21, Brachbach). Im Audi R8 von Montaplast by Land-Motorsport ersetzt Christopher Haase (28, Kulmbach) Peter Hoevenaars (21, NL). In den Porsche 911 von bigFM Racing Team Schütz Motorsport kehrt Christopher Zanella (26, CH) an die Seite von Marvin Dienst (19, Lampertsheim) zurück.

Motorsport und mehr

Das Rahmenprogramm in Zandvoort ist prall gefüllt. Neben dem ADAC GT Masters tragen auch die ADAC Formel 4, die ADAC TCR Germany, die Spezial Tourenwagen Trophy und der Renault Clio Cup Central Europe Rennen aus. Ein ganz besonderes Highlight erwartet die Fans zum Abschluss am Sonntagnachmittag: Beim "Masters of Formula 3" messen sich die besten Formel-3-Piloten der Welt. Sieger vergangener Jahre waren unter anderem Lewis Hamilton, Paul Di Resta und Max Verstappen. Ihren Idolen ganz nah können die Fans des ADAC GT Masters bei mehreren Gelegenheiten kommen: beim Pitwalk am Samstag um 11:10 Uhr und am Sonntag um 11:50 Uhr sowie beim Meet the Drivers am Samstag um 15:45 Uhr vor Mickey's Bar.

Digitale Rundumversorgung

Wie gewohnt bietet das ADAC GT Masters auch aus Zandvoort eine umfangreiche Live-Berichterstattung an. SPORT1 zeigt die beiden Rennen am Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr sowie alle weiteren Rennen des ADAC GT Masters 2016 live im Free-TV. Zusätzlich kann die Action der "Liga der Supersportwagen" auch im Internet live verfolgt werden: Beide Rennen werden auf SPORT1.de (deutscher Kommentar) und adac.de/motorsport (englischer Kommentar) übertragen.

Der Zugang zu den Stehplätzen in den Dünen ist mit einem kostenlosen "Dünenticket" frei. Das "Dünenticket" gibt es zum Download unter www.cpz.nl. Tribünenkarten inklusive Zugang zum Fahrerlager sind bereits ab 20 Euro unter www.adac.de/motorsport erhältlich.

Donnerstag, 18. August 2016

DTM: Mercedes startet mit frischem Schwung in die zweite Saisonhälfte

Mit voller Kraft voraus: Zandvoort ist vergessen, das Mercedes-AMG DTM Team startet nach der Sommerpause topmotiviert in Moskau

  • Die DTM gastiert im vierten Jahr in Moskau: Für das Team ist es die längste Reise der Saison – rund 2.000 km legt es von Affalterbach bis nach Wolokolamsk (ca. 80 Kilometer nordwestlich der russischen Hauptstadt Moskau gelegen) zurück
  • Im Gegensatz zum letzten Rennen in Zandvoort ist der Streckenbelag des Moscow Raceway wesentlich schonender zu den Reifen
  • DTM-Debüt für Felix Rosenqvist: Der Schwede ersetzt Esteban Ocon, der nächste Woche seinen Formel 1-Einstand für Manor Racing gibt
  • Ulrich Fritz: „Hoffentlich haben wir unser Pech für die Saison jetzt aufgebraucht und können uns für die starke Leistung der Mannschaft belohnen.“

Stimmen zu den DTM-Rennen in Moskau
Robert Wickens
Foto: Jens Hawrda
Robert Wickens (27 Jahre, Kanada):
„Das Rennwochenende in Moskau wird nicht einfach. Die Strecke ähnelt der in Zandvoort sehr, wo es für mich bislang immer schwierig war. Daran werde ich mit meinem Team arbeiten. Es wird definitiv spannend. Ich hoffe, dass ich in der zweiten Saisonhälfte an die Erfolge der ersten anknüpfen kann. Bislang verlief die Saison sehr gut für mich. Ich gehöre mit zum Kreis der Titelanwärter. Nachdem wir in der ersten Jahreshälfte immer wieder Pech hatten, können wir den Spieß in der zweiten vielleicht umdrehen und ein bisschen vom Glück profitieren. Das wird nicht einfach, aber wir befinden uns auf alle Fälle in einer guten Position.“
Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Paul Di Resta (30 Jahre, Schottland):
„Ich freue mich darauf, nach der Sommerpause wieder im Auto zu sitzen. Die Pause war schön. Hoffentlich gehen wir alle erholt und mit frischem Schwung in die zweite Saisonhälfte. Die kommenden Wochen werden ganz entscheidend sein. Ich hoffe, dass wir den Speed des Autos beibehalten und dann im Schlussspurt um die Meisterschaft kämpfen können. Während der letzten vier Wochen habe ich viel Zeit zuhause verbracht. Ich habe die Tage mit meiner Familie genossen, aber auch viel trainiert. In so einer langen Pause juckt es mich umso mehr, wieder ins Auto zu steigen. Die Strecke in Moskau stellt uns vor einige Herausforderungen. So ist die Streckenoberfläche sehr glatt und dadurch ganz anders als zuletzt in Zandvoort. Aber ich glaube, wenn wir die mittelschnellen Kurven gut meistern, können wir den Speed unseres Autos ausreizen.“

Gary Paffett (35 Jahre, England):
„Nach der langen Sommerpause schalten wir jetzt wieder in den Racing-Modus. Im vergangenen Jahr liefen die beiden Rennen in Moskau ziemlich gut für mich. Deshalb hoffe ich, dass wir dort auf dem erfolgreichen Wochenende in Zandvoort aufbauen können. Wenn uns das gelingt, sollten wir auf dem Moscow Raceway konkurrenzfähig sein. Dann können wir vielleicht erneut aufs Podium fahren. Mit Felix bekomme ich in Moskau einen neuen Teamkollegen, den ich aber durch seine Rolle als unser Test- und Ersatzfahrer bereits gut kenne. Nach Lucas und Esteban ist er der dritte Rookie-Teamkollege für mich hintereinander. Ich hoffe, dass er sich schnell in der DTM zurechtfindet und ein gutes erstes Rennwochenende erleben kann. Gleichzeitig drücke ich Esteban natürlich die Daumen für sein Formel-1-Debüt in Belgien.“
Lucas Auer
Foto: Jens Hawrda
Lucas Auer (21 Jahre, Österreich):
„Die Reise nach Moskau ist immer ein schönes Abenteuer. Ich bin auf der Strecke schon in der Formel 3 und der DTM gefahren. Es gibt auch einige Kurvenkombinationen, bei denen die ersten Kurven perfekt getroffen werden müssen, damit man den Schwung in die folgenden Kurven mitnehmen kann. An einigen Stellen muss man sogar blind einlenken. Die Strecke bietet also von allem etwas. Vor dem Rennwochenende bin ich zuversichtlich, dass wir auch nach der Sommerpause gut aufgestellt sind. Ich hatte auch während der Pause Benzin im Blut. Zuerst war ich beim 24-Stundenrennen in Spa und danach war ich Co-Kommentator bei der Formel 1. Jetzt gibt es aber endlich wieder Racing!“

Christian Vietoris (27 Jahre, Deutschland):
„Hinter uns liegt eine längere Pause, die ich aber gut zum Trainieren nutzen konnte. Ich hatte aber auch viel Spaß, als ich zusammen mit Dani und Max für ein paar Tage auf Ibiza war. Jetzt juckt es mich aber wieder in den Fingern. Wir hatten in der ersten Saisonhälfte einen guten Speed, an den ich in der zweiten Hälfte anknüpfen möchte, um noch ein paar Highlights zu setzen. In den ersten Rennen war bei mir sehr viel Pech im Spiel. Dadurch habe ich leider viele Punkte verloren. Aber das ist nun abgehakt. Moskau gehörte in der Vergangenheit nicht zu meinen besten Strecken. Aber ich glaube, dass wir in diesem Jahr ein gutes Setup gefunden haben. Meine Jungs haben hart gearbeitet und ich fühle mich im Auto sehr wohl. Jetzt hoffe ich, dass ich das auch in Russland umsetzen kann.“

Maximilian Götz (30 Jahre, Deutschland):„Letztes Jahr bin ich zum ersten Mal auf der Strecke in Moskau gefahren. Diesmal gehe ich entsprechend mit mehr Erfahrung in das Rennwochenende. Nach der Sommerpause bin ich zudem voll motiviert. Der Speed ist da, nur fielen die Ergebnisse bislang in dieser Saison leider nicht immer wie gewünscht aus. Deshalb hoffe ich, dass das Glück in den verbleibenden Rennen mehr auf meiner Seite ist und ich den Schwung in die zweite Saisonhälfte mitnehmen kann. Aus Teamsicht hoffe ich, dass wir weiter mit vielen Fahrern im Kampf um die Meisterschaft mitmischen und es schaffen, den Titel zu verteidigen.“

Daniel Juncadella (25 Jahre, Spanien):
„Moskau ist für alle Fahrer ein Highlight. Wir fahren erst seit 2013 auf dem Moscow Raceway, aber er zählt schon jetzt zu meinen Lieblingskursen. Die Strecke ist komplett neu und richtig cool. Im vergangenen Jahr waren wir dort gut dabei. Eine Besonderheit in Moskau ist, dass die Rundenzeiten des gesamten Feldes sehr eng beieinanderliegen. Das macht es zu einer besonderen Herausforderung. Letztes Jahr war ich am Sonntag nur zwei Zehntel von der Pole Position weg, bin aber leider nur von P12 gestartet. Deshalb müssen wir versuchen, so perfekt wie möglich zu arbeiten. Wenn uns das gelingt, können wir ein gutes Ergebnis einfahren. Vor der Sommerpause habe ich in Zandvoort meine ersten Punkte in dieser Saison geholt. Das war ein positives Erlebnis zum Ende einer schwierigen ersten Saisonhälfte. Darauf möchte ich ab Moskau aufbauen.“

Felix Rosenqvist (24 Jahre, Schweden):
„Das sind gerade sehr aufregende Zeiten für mich. Erst der hart erkämpfte zweite Platz beim 24-Stundenrennen in Spa und jetzt mein DTM-Debüt in Moskau. Ich bin schon seit vielen Jahren Teil der Mercedes-AMG Familie und es war immer mein Ziel, eines Tages in der DTM zu fahren. Vielen Dank an das Team, das es mir diese Chance gibt, mein Können unter Beweis zu stellen. Ich werde mein Bestes geben, um dieses Vertrauen zurückzuzahlen. Als Test- und Ersatzfahrer gehöre ich seit Saisonbeginn zur Mannschaft dazu. So konnte ich viel Erfahrung und Wissen sammeln, das ich nun in Moskau in eine gute Leistung umsetzen möchte. Ich bin 2014 schon einmal in der Formel 3 auf dem Moscow Raceway gefahren. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll. Die sehr lange Gegengerade bietet eine Überholmöglichkeit in der letzten Kurve. Es ist eine Mischung aus schnellen und langsamen Abschnitten. So erhalte ich gleich bei meinem Debüt einen guten Rundumeindruck von meinem Mercedes-AMG C 63 DTM.“

Mittwoch, 17. August 2016

Heimspiel für Niederländer beim ADAC GT Masters in Zandvoort

  • Sieben Niederländer fahren in Zandvoort vor heimischem Publikum
  • Jaap van Lagen war schon ADAC GT Masters-Vizemeister
  • Freier Eintritt zu den Dünen-Stehplätzen mit kostenlosem "Dünenticket"
Das vorletzte Rennwochenende des ADAC GT Masters 2016 in Zandvoort (19. bis 21. August) ist zugleich die letzte Auslandsstation der Saison. Das Gastspiel auf der spektakulären Berg-und-Tal-Strecke mitten in den Nordseedünen markiert das Heimspiel für sieben Niederländer. Vom Vizemeister bis zum GT3-Neuling - ein näherer Blick auf die Lokalmatadoren.
Foto: Jens Hawrda
Niederländische Piloten waren schon immer eine feste Größe im ADAC GT Masters. Fahrer wie Peter Kox, Jaap van Lagen oder Jeroen Bleekemolen bescherten ihrer Nation in der Vergangenheit insgesamt 21 Laufsiege. Im Starterfeld 2016 der "Liga der Supersportwagen" ist "Oranje" nach den Deutschen und noch vor den Österreichern und Schweizern die am häufigsten vertretene Nation.

"Das ADAC GT Masters gefällt mir sehr gut", sagt Serienneuling und Lamborghini-Pilot Kelvin Snoeks (28, NL/HB Racing WDS Bau). "Es sind Fahrzeuge vieler verschiedener Marken im Starterfeld vertreten, die Fans sind enthusiastisch, es gibt einen engagierten Fernsehpartner, und was das Beste ist - die Konkurrenz ist unglaublich stark. Wenn dir oder deinem Auto eine Strecke mal nicht so gut liegt, dann fehlen fünf, sechs Zehntelsekunden. Das macht in anderen Serien einen Unterschied im Qualifying von vielleicht zwei oder drei Plätzen aus. Im ADAC GT Masters sind es zehn bis zwölf."

Ebenso in Diensten des Teams HB Racing WDS Bau steht Jaap van Lagen (39, NL). Der Mann aus Ede bestreitet 2016 seine zweite volle Saison im ADAC GT Masters. In seiner ersten 2014 hatte er bis zum Saisonfinale in Hockenheim sogar die Chance auf den Titelgewinn. Was die Niederländer im ADAC GT Masters bis auf eine Ausnahme eint: Sie starten für Teams, die ihre erste volle Saison in der Serie bestreiten. So auch HB Racing WDS Bau. Mit seiner langjährigen Erfahrung im GT3-Sport unterstützt van Lagen seine Ingenieure und Mechaniker, wo er kann. "Mein Teamkollege Norbert Siedler und ich sind zwei alte Sportwagen-Hasen. Wir helfen unserem Team mit Tipps und Tricks. Die Zusammenarbeit fruchtet. Bei den ersten beiden Rennwochenenden in Oschersleben und am Sachsenring haben wir nach dem richtigen Set-up gesucht. Bei den vergangenen Veranstaltungen war unser Lamborghini wirklich gut zu fahren."

Mit 46 ADAC GT Masters-Starts ist Christiaan Frankenhout (34, NL/MRS GT-Racing) der erfahrenste Niederländer im Bunde. Er feierte gleich in seiner ersten vollen Saison 2011 einen großen Erfolg: "Es war die Premierensaison des neuen Mercedes-Benz SLS AMG GT3 im ADAC GT Masters. Beim vierten Rennwochenende am Nürburgring fuhr ich zusammen mit Andreas Wirth im ersten Rennen schon auf das Podest. Im zweiten Rennen gelang uns dann ein Sieg. Der erste für Mercedes, der erste für mein damaliges Team HEICO Motorsport und der erste für mich persönlich." In der Saison 2016 absolvierte Frankenhout die ersten vier Rennwochenenden zunächst beim Audi-Team Car Collection Motorsport, wechselte vor dem Nürburgring-Wochenende dann zur Nissan-Mannschaft MRS GT-Racing.

Im ADAC GT Masters zwar ein Rookie, im GT3-Sport aber schon seit 2008 aktiv - Xavier Maassen (36, NL/Aust Motorsport) sammelte schon Erfahrung in der FIA-GT1-Weltmeisterschaft, bei drei Teilnahmen bei den 24 Stunden von Le Mans und in diversen nationalen Meisterschaften. "2016 wollte ich dann unbedingt in einem internationalen Championat fahren", so der Audi-Pilot. "Ich habe mich für das ADAC GT Masters entschieden. Ich kenne viele niederländische Firmen, die ihr Motorsportengagement im deutschen Umfeld intensivieren wollen. Für sie ist das ADAC GT Masters mit seiner starken öffentlichen Wirkung eine optimale Plattform."

Mit zu den jüngsten Piloten des Fahrerfeldes gehören Corvette-Pilot Loris Hezemans (19, NL/Callaway Competition) und Audi-Fahrer Peter Hoevenaars (21, NL/Montaplast by Land-Motorsport). Für Letzteren spielt das Alter im Motorsport jedoch überhaupt keine Rolle: "Man muss sich nur mal meinen Landsmann Max Verstappen anschauen. Er war mit 17 Jahren der jüngste Pilot der Formel-1-Geschichte. Es geht viel mehr um Talent und die Fähigkeiten, die man mitbringt. Natürlich spielt auch Erfahrung eine Rolle." Der gleichen Meinung ist Hezemans, Sohn der niederländischen Rennlegende Toine Hezemans: "Die meisten meiner Kollegen haben schon viel mehr Renntage auf dem Buckel - und damit natürlich auch mehr Erfahrung. Ich sehe im jungen Alter aber auch einen Vorteil. Wenn man ein starkes Ergebnis erzielt, dann erregt man umso mehr Aufmerksamkeit."

Die beiden Youngster bestreiten 2016 nicht nur ihre erste Saison im ADAC GT Masters, sondern auch die erste in einem GT3-Auto. Die Umstellung von einem Markenpokal-Porsche in den Audi R8 seines Teams Montaplast by Land-Motorsport kostete Hoevenaars ein wenig Zeit: "Ich musste mich zum Beispiel erst einmal an die elektronischen Fahrhilfen gewöhnen. Irgendwann habe ich alles beherrscht. Und dann geht es nur noch darum, das Maximum aus einem Auto herauszuholen. Das ist in jedem Fahrzeug gleich schwierig, vor allen Dingen die letzten Zehntelsekunden."

Jeroen den Boer mit Combeck im GT-Sport

Ein ganz ungewöhnliches ADAC GT Masters-Comeback gibt Jeroen den Boer (29, NL/Schubert Motorsport). Der Niederländer startete 2012 und 2013 in der "Liga der Supersportwagen", sorgte 2012 in Zandvoort für den ersten Laufsieg von BMW in der Serie und beendete anschließend seine aktive Karriere. 2014 und 2015 arbeitete er als Ingenieur bei Schubert Motorsport, seit 2016 bei BMW. In Zandvoort kehrt er nun aus seinem Rennfahrerruhestand auf die Strecke zurück und wird sich mit Claudia Hürtgen (44, München) den zweiten BMW M6 von Schubert teilen. "Sie ist auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich zusammen mit ihr in Zandvoort fahren möchte - ich habe zugesagt", so den Boer. "Technisch kenne ich den neuen BMW natürlich in- und auswendig. Gefahren bin ich ihn noch nie. Ohnehin bin ich jetzt drei Jahre kein GT3-Auto gefahren. Ich werde in Zandvoort vor allen Dingen die Freien Trainings nutzen, um mich an das Fahrzeug zu gewöhnen. Was von Vorteil ist: Ich kenne die Strecke sehr gut. Nachdem feststand, dass ich fahren werde, haben mir ganz viele Leute per SMS gratuliert. Das hat mich gefreut."

Der Zugang zu den Stehplätzen in den Dünen ist mit einem kostenlosen "Dünenticket" frei. Das "Dünenticket" gibt es zum Download unter www.cpz.nl. Tribünenkarten inklusive Zugang zum Fahrerlager sind bereits ab 20 Euro unter www.adac.de/motorsport erhältlich.

Sommerpause beendet - DTM startet in Moskau durch

Foto: Jens Hawrda
Die Sommerpause ist vorüber – die DTM startet wieder durch. Nahe der russischen Hauptstadt steigt vom 19. bis zum 21. August das sechste Rennwochenende der Saison 2016 auf dem Moscow Raceway. Im vierten Jahr in Folge werden die 24 DTM-Piloten auf dem 3.931 Kilometer langen, hochmodernen Kurs um Siege und Punkte kämpfen. Die Rennstrecke ist bekannt dafür, dass mit harten Bandagen gekämpft wird und die Zuschauer jede Menge Spektakel zu sehen bekommen. Alle drei Hersteller konnten auf dem Moscow Raceway bereits gewinnen - Audi feierte zwei, BMW und Mercedes-AMG jeweils einen Sieg. Diese Ausgeglichenheit ist zugleich ein Spiegelbild der aktuellen DTM-Saison.

„Der Moscow Raceway ist eine schöne Strecke, zu der wir gerne fahren“, sagt Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi. „Wir haben dort schon sehr gute Rennen gesehen und ich glaube, den Fahrern macht der Kurs auch viel Spaß.“ In erster Linie dürfte diese Einschätzung auf Mike Rockenfeller zutreffen. Der Audi-Pilot entschied zwei der bisherigen vier Rennen für sich, siegte bei der Premiere und am Sonntag des Vorjahres. Nach einer bislang völlig verkorksten Saison, der DTM-Champion aus dem Jahr 2013 steht nach zehn Rennen mit mageren fünf Punkten da, hofft er nun, in Moskau neues Selbstvertrauen tanken zu können. „So frustrierend die Saison bisher auch verläuft, wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“, so Rockenfeller. Ganz anders ist die Gemütslage bei seinen Markenkollegen Jamie Green und Edoardo Mortara. Green feierte beim bisher letzten Aufeinandertreffen in Zandvoort seinen ersten Saisonsieg, Mortara hat bereits deren zwei auf seinem Konto – als einziger Pilot im gesamten Feld. Beide sammelten bisher fleißig Punkte (Green: 98 Punkte / Mortara 88 Punkte) und sind die ersten Verfolger des Gesamtführenden Marco Wittmann (105 Punkte).

BMW-Pilot Wittmann besticht im Jahr 2016 durch seine Konstanz. Lediglich beim Auftaktrennen auf dem Hockenheimring schaffte er es nicht in die Punkte. Ein Sieg in Spielberg, ein zweiter Platz in Zandvoort und drei vierte Plätze stehen nach zehn Rennen zu Buche. Auf dem Moscow Raceway holte er in der Vorsaison mit dem zweiten Rang am Samstag sein bestes Saison-Resultat und schaffte es nur beim DTM-Debüt in Russland nicht in die Punkte. Generell ist die Ausbeute von BMW auf dem anspruchsvollen Kurs ansehnlich: Bruno Spengler feierte dort drei Podiumsplätze, Maxime Martin siegte im Jahr 2014. „Ich hoffe, dass wir unsere gute Performance der vergangenen Jahre auch jetzt wieder zeigen können“, sagt Jens Marquardt, BMW Motorsport Direktor. „Das Gesamtpaket in Moskau gefällt mir grundsätzlich sehr gut. Die Strecke ist toll und die Zuschauer sind sehr interessiert.“

Weitaus weniger Erfolg in Russland hatte der derzeit beste Mercedes-AMG-Pilot. Robert Wickens schaffte es dort bisher nicht in die Punkte. Der Kanadier reist als Vierter (83 Punkte) der Gesamtwertung an den Moscow Raceway und hofft darauf, den Abstand zur Spitze verkürzen zu können. Mit Paul Di Resta haben die Stuttgarter ein weiteres heißes Eisen im Titelkampf (74 Punkte), doch auch für den Schotten gab es in Russland noch nichts zu holen. „Im Gegensatz zu den ersten beiden Auftritten in Russland, lief es im vergangenen Jahr für uns doch deutlich besser“, sagt Mercedes-AMG DTM Teamchef Ulrich Fritz. „Ich bin gespannt, wie wir in diesem Jahr dort zurechtkommen. Prognosen sind, gerade mit Blick auf die bisherige Saison, unmöglich.“ Gespannt dürfen Verantwortliche und Fans auch auf die DTM-Premiere von Felix Rosenqvist sein. Der amtierende Formel-3-Europameister übernimmt das Cockpit von Esteban Ocon, der von der DTM in die Formel 1 wechselt.

In Russland kommen die Fans neben dem dramatischen Kampf in der DTM in den Genuss von zwei weiteren Rennserien. So messen sich auf dem Moscow Raceway auch die Piloten der Porsche Sport Challenge Russland und der nordeuropäischen Formel-4-Meisterschaft (SMP F4 NEZ). Demorunden der „Porsche Nine-Eleven Classic Parade“, der Pit-Walk, Autogrammstunden mit Interviews und jede Menge Gewinnspiele im Fahrerlager runden das Rahmenprogramm ab.

Beide Rennen werden wie gewohnt live im Ersten zu sehen sein. Die Übertragung der ARD startet am Samstag um 12:30 Uhr, am Sonntag bereits um 12:10 Uhr MESZ.

Dienstag, 16. August 2016

Kevin Wahr siegt auch auf der legendären Assen-Rennstrecke

Suzuki-Pilot Kevin Wahr (Nagold) feierte in Assen/NL den dritten Saisonsieg
Foto: Hermann Rüger
Die Siegesserie von Kevin Wahr aus Nagold ging auch bei der fünften Veranstaltung zur Superbike*IDM in Assen/Niederlande weiter. Der Suzuki-Pilot erzielte im Training auf dem 4,555 km langen Grand Prix-Kurs im niederländischen Assen die viertbeste Zeit und ging aus der zweiten Startreihe in die Rennen in der Superstock 600-Klasse. 

Der Deutsche Meister von 2013 in der Supersport-Kategorie gewann für das HPC-Power Suzuki-Team von Denis Hertrampf aus Nordhorn das erste Rennen am Samstag und wurde am Sonntag dann Vierter. Der Schwarzwälder hatte auf seiner Suzuki GSX-R 600 aus der zweiten Startreihe einen guten Start und konnte sich gleich in Führung setzen. Ab der zweiten Runde fing es leicht an zu regnen, das Rennen wurde dann abgebrochen und nach 10 Runden gewertet. Für Kevin Wahr war es schon der dritte Saisonsieg, im Ziel hatte er einen Vorsprung von 10,342 Sekunden auf den Niederländer Bryan Schouten (Yamaha). Im zweiten Lauf am Sonntag dominierte Schouten, der bereits im Training die Bestzeit erzielte und feierte nach 14 Runden mit 3,501 Sekunden den vierten Saisonerfolg vor dem Österreicher Thomas Gradinger (Yamaha). Kevin Wahr verpasste mit nur 0,108 Sekunden hinter seinem Suzuki-Markengefährten Eemeli Lahti aus Finnland das Podium und wurde Vierter. Auf den Sieger hatte der 27-jährige Suzuki-Pilot einen Rückstand von 3,982 Sekunden. „Das Wochenende in Assen hatte es in sich, wir waren bereits beim freien Training gut unterwegs, es fehlten aber immer 2-3 Zehntelsekunden pro Runde. 

Beim Rennen am Samstag habe ich im Regen mehr riskiert als meine Konkurrenten und konnte mich dann absetzen. Beim Rennen am Sonntag war es schwerer, Lokalmatador Schouten fuhr einen Vorsprung heraus, dahinter kämpften wir zu viert um das Podium. In wenigen Rennen musste ich bisher so hart um meine Position kämpfen. Auch wenn ich als Vierter ins Ziel kam, hat das Rennen sehr viel Spaß gemacht. Leider endete damit meine Serie auf dem Podium, denn bei den letzten 15 IDM-Rennen stand ich 13 Mal als Sieger und zweimal als Zweiter auf dem Podium“, meinte Kevin Wahr. Im Gesamtklassement der Superstock 600-Klasse hat sich Kevin Wahr mit 128 Punkten nun bereits auf den dritten Gesamtrang verbessert. Christian Stange (Heidenau/Kawasaki) führt nach 10 von 14 Läufen mit 174 Punkten vor dem Niederländer Bryan Schouten mit 165 Zählern. 

Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof