Sonntag, 14. August 2016

DTM: Nachgefragt bei ... Mike Rockenfeller

DTM-Pilot Mike Rockenfeller gibt einen persönlichen Ausblick auf die beiden Rennen auf dem Moscow Raceway.
Mike Rockenfeller
Foto: Jens Hawrda
Wie haben Sie die DTM-Sommerpause verbracht?

Mit dem Team haben wir weiter daran gearbeitet, die Abstimmung für die nächsten Rennen zu verbessern. Außerdem hatte ich eine Reihe von Terminen, darunter bei unserem Partner Schaeffler und bei Audi in Neuburg. Natürlich habe ich möglichst viel Zeit mit meiner Familie am Bodensee verbracht. Vor wenigen Tagen ist unser zweiter Sohn Paul zur Welt gekommen – er ist wohlauf, und wir sind sehr glücklich.

Welchen Eindruck haben Sie von Moskau?

Ich hatte schon mehrere Gelegenheiten, die Stadt auch abseits der DTM-Rennen kennenzulernen. Zuletzt habe ich die neue Audi City besucht und dort die 24 Stunden von Le Mans verfolgt – fast direkt am Roten Platz. Insgesamt ist es eine wirklich sehenswerte Metropole. Bei den Rennen hat mir immer gefallen, wie freundlich die Menschen waren. Und auch das Interesse der Journalisten vor Ort ist beeindruckend. Selten habe ich so viele Medienvertreter bei einer Pressekonferenz erlebt wie nach meinem Sieg bei der DTM-Premiere in Moskau 2013.

Was ist charakteristisch für den Moscow Raceway?

Die Strecke hat ein gutes Grip-Niveau. Der Belag ist sehr eben und hat kaum Bodenwellen. Die zum Teil sehr schnellen Linkskurven sind technisch recht anspruchsvoll zu fahren. Man kann nicht so gerade anbremsen und dann einlenken, sondern bremst erst während des Durchfahrens der Kurve. Die Herausforderung ist dabei, die Abstimmung des Autos und den Fahrstil so anzupassen, dass man möglichst spät auf der Bremse steht, ohne dass das Auto aufgrund der Querbeschleunigung an der Hinterachse ausbricht oder die Räder vorn blockieren. Die lange Gerade bietet zudem eine gute Möglichkeit, mit DRS zu überholen.

Was sind Ihre Erwartungen für die beiden Rennen nächste Woche?

Wie immer ist es sehr schwer, den Rennausgang vorherzusagen. Mit zwei Siegen habe ich mich immer sehr wohlgefühlt dort. Wir hoffen, dass wir in der Sommerpause die richtigen Schritte nach vorn gemacht haben und damit für das Rennwochenende gut aufgestellt sind. Dann erwarte ich, dass wir wieder um Siege mitkämpfen.

IDM Assen: Doppelsieg für Marvin Fritz

Marvin Fritz hat beide Läufe zur Superbike*IDM in Assen souverän gewonnen. Ohne große Gegenwehr sicherte er sich beide Tagessiege und baute damit seine Führung in der Meisterschaft weiter aus. In der Superstock 1000 Wertung holte sich Danny de Boer ebenfalls zwei Siege und führt hier genau so klar die Meisterschaft an.
Foto: Jens Hawrda

Meisterschaftsstand Superstock 1000 (Top-Five):

1. Danny De Boer (Yamaha YZF-R1M),    
2. Luca Grünwald (Yamaha YZF-R1M),  
3. Jan Bühn (BMW S 1000 RR),   
4. Roman Stamm  (Kawasaki ZX-10R), 
5. Pepijn Bijsterbosch (BMW S 1000 RR).


Meisterschaftsstand Superbike (Top-Five):

1. Marvin Fritz (Yamaha YZF-R1M),   
2. Florian Alt (Yamaha YZF-R1M),   
3. Mathieu Gines (BMW S 1000 RR),       
4. Bastien Mackels (BMW S 1000 RR),
5. Jan Halbich (Honda CBR 1000 RRSP).

Samstag, 13. August 2016

IDM Assen: Marvin Fritz holt Superpole

Marvin Fritz ist auch in Assen der Favorit
Foto: Jens Hawrda
Marvin Fritz (Yamaha) holte sich die Superpole in Assen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die beiden Superstock-Pilöten Jan Bühn (BMW) und Danny de Boer (Yamaha). Bereits im ersten Freien Training war Honda-Pilot Jan Halbich mit seiner Fireblade gestürzt und hat sich einen Muskelriss im rechten Bizeps zugezogen.

Die Plazierungen nach der Superpole (Top-Five):

1. Marvin Fritz (Yamaha)
2. Jan Bühn/STK (BMW)
3. Danny de Boer/STK (Yamaha)
4. Pepijn Bijsterbosch/STK (BMW)
5. Florian Alt (Yamaha)

Freitag, 12. August 2016

Faszination Zandvoort – eine Perle des ADAC GT Masters

  • Ex-Formel-1-Strecke Austragungsort des vorletzten ADAC GT Masters-Events 2016
  • Circuit Park Zandvoort fahrerisch sehr anspruchsvoll
  • Urlaubsflair durch Nähe zum Nordseestrand
Foto: Jens Hawrda
Der Titelkampf im ADAC GT Masters 2016 geht in seine entscheidende Phase. Austragungsort der vorletzten Veranstaltung der „Liga der Supersportwagen“ ist Zandvoort (19. bis 21. August). Der ehemalige Formel-1-Kurs in den Nordseedünen ist nicht nur fahrerisch anspruchsvoll, sondern auch abseits des sportlichen Geschehens ein ganz besonderer Ort.

Wellen rauschen an den weißen Strand, Kinder bauen Sandburgen, die unverwechselbaren Strandbars laden zum Verweilen ein, zahlreiche Fischbuden frittieren Meeresfrüchte aller Art – das ist Zandvoort. Die niederländische Gemeinde in der Provinz Nordholland ist dank ihrer Lage direkt an der Nordsee ein echtes Urlaubsparadies. Von den knapp 17.000 Einwohnern arbeitet rund jeder zweite in der Tourismusbranche.

„Zandvoort bietet wirklich ein wunderbares Ambiente“, sagt Audi-Pilot Xavier Maassen (36, NL/Aust Motorsport). „Meine Freundin freut sich immer, wenn ich ein Rennen in Zandvoort habe. Dann kommt sie gar nicht mit an die Strecke, sondern biegt gleich Richtung Strand ab und macht ein Wochenende lang Urlaub. Es gibt in Europa viele Rennstrecken, die im wahrsten Sinne des Wortes im Nichts liegen. Da kann man abends nur froh sein, ins Hotel zu gehen. In Zandvoort hat man noch genug Möglichkeiten, seine freie Zeit anders zu verbringen.“

Zum Beispiel mit einem Besuch im drei Kilometer entfernten Bloemendaal. „Dort tummeln sich die jungen Leute. In den zahlreichen Strandbars kann man abends gut feiern“, sagt Maassens Landsmann, Lamborghini-Pilot Kelvin Snoeks (28, NL/HB Racing WDS Bau). Für einen Tagesausflug hat er noch eine weitere Empfehlung in puncto Unternehmungen: „Einfach in den Zug setzen und in das 30 Kilometer entfernte Amsterdam fahren. Das ist immer eine Reise wert.“

Zandvoort ist aber auch Motorsport mit Tradition. Der gerade einmal 350 Meter vom Nordseestrand entfernt gelegene Circuit Park Zandvoort wurde 1948 in Betrieb genommen. Zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren trug die Formel 1 30 Grand-Prix-Rennen auf der ursprünglichen Streckenführung aus. Nach einem Umbau wird heutzutage nur noch auf der aktuell 4,307 Kilometer langen Variante gefahren. 2012, 2014 und 2015 war der mitten in einem weitläufigen Dünengebiet gelegene Kurs Bestandteil des ADAC GT Masters-Rennkalenders. Auch 2016 trägt die „Liga der Supersportwagen“ zwei Rennen in Zandvoort aus. Insbesondere die niederländischen Lokalmatadoren freuen sich auf ihr persönliches Saisonhighlight.

„Ich habe in Zandvoort schon so viele Rennen mit so vielen unterschiedlichen Rennwagen bestritten – und es ist jedes Mal eine große Freude“, so Peter Hoevenaars (21, NL/Montaplast by Land-Motorsport). „Die Streckenführung ist einfach einmalig. Das ist ein richtiger Oldschool-Kurs mit rauem Asphalt, es geht bergauf und bergab, es gibt Kuppen, die man im Prinzip blind fahren muss. Die Strecke ist fahrerisch sehr anspruchsvoll. Wenn man schnell sein will, muss man sehr aggressiv fahren.

Es gibt aber noch eine weitere für den Circuit Park typische Tücke, über die die Rennfahrer keine Kontrolle haben. „Der Wind kann in Zandvoort eine ganz große Rolle spielen“, sagt Lamborghini-Fahrer Jaap van Lagen (39, NL/HB Racing WDS Bau), der 2014 zusammen mit Kévin Estre (27, F/KÜS TEAM75 Bernhard) beide Rennen in Zandvoort gewann. „Wenn er von der Nordsee pfeift, dann trägt er sehr viel Sand auf die Strecke. Gerade im ersten Freien Training ist es dann sehr rutschig auf dem Asphalt. Da muss man aufpassen. Wenn der Wind dreht, kann es sein, dass die Rundenzeit eine bis zwei Sekunden schneller oder langsamer wird. Das ist schon verrückt.“

Für die Niederländer im ADAC GT Masters-Starterfeld 2016 ist das Rennwochenende in Zandvoort ein echtes Heimspiel. Entsprechend groß ist auch die Vorfreude. „Ich bin dort in meinen Motorsport-Anfangsjahren unzählige Rennen gefahren – fünf oder sechs pro Jahr“, sagt Christiaan Frankenhout (34, NL/MRS GT-Racing), der einen Nissan GT-R steuert. „In letzter Zeit bin ich aber nicht mehr so häufig dort gewesen. Deshalb ist die Strecke für mich wieder zu etwas Besonderem geworden. Ich freue mich riesig und ich möchte meinen Freunden, meiner Familie und den Sponsoren natürlich eine gute Show bieten.“ Für die Fans hat Frankenhout noch einen Geheimtipp: „Auf einem Hügel bei der Slotemakerbocht hat man einen perfekten Überblick über die beiden Teile der Rennstrecke.“

Mittwoch, 10. August 2016

DTM: Esteban Ocon steigt in die Formel 1 auf – Felix Rosenqvist gibt DTM-Debüt in Moskau

Fahrerwechsel im Mercedes-AMG DTM Team: Felix Rosenqvist ersetzt Esteban Ocon in Moskau
  • Mercedes-Junior Esteban Ocon steigt aus der DTM in die Formel 1 auf
  • Test- und Ersatzfahrer Felix Rosenqvist kommt mit Rückenwind durch Platz zwei bei den 24 Stunden von Spa in die DTM
  • Felix Rosenqvist: „Es ist eine riesige Chance für mich, in der DTM Rennen fahren zu dürfen.“
  • Ulrich Fritz: „Es ist fantastisch, dass mit Esteban und Pascal zwei unserer Mercedes-Junioren den Sprung aus der DTM in die Formel 1 geschafft haben.“
Esteban Ocon wechselt zu Manor Racing in die Formel-1
Foto: Jens Hawrda
Neue Fahrerkonstellation nach der Sommerpause: Das Mercedes-AMG DTM Team startet mit einem neuen Einsatzpiloten in das nächste Rennwochenende in Moskau (19.-21. August). Mercedes-Junior Esteban Ocon steigt nach zehn Rennen in der DTM in die Formel 1 auf. Dort wird der Franzose Teamkollege des amtierenden DTM-Champions Pascal Wehrlein bei Manor Racing, der bereits im Winter aus der DTM in die Formel 1 gewechselt ist.

Ocons Cockpit im FREE MEN’S WORLD Mercedes-AMG C 63 DTM übernimmt am nächsten Rennwochenende auf dem Moscow Raceway der Test- und Ersatzfahrer des Teams Felix Rosenqvist. Der Schwede ist Mercedes-AMG bereits seit vielen Jahren verbunden. Gleich zweimal (2014 und 2015) gewann er den prestigeträchtigen Macau Formel 3 Grand Prix mit Mercedes-Power. In der vergangenen Saison krönte er sich zudem zum FIA Formel-3-Europameister.

In diesem Jahr war Rosenqvist bislang neben seinem Engagement als Test- und Ersatzfahrer in der DTM unter anderem auch in einem Mercedes-AMG GT3 im Einsatz. Vor eineinhalb Wochen fuhr er damit gemeinsam mit seinen Teamkollegen Renger van der Zande und Tristan Vautier beim 24-Stundenrennen in Spa-Francorchamps von Startposition 15 auf Platz zwei.

Felix Rosenqvist:
„Es ist eine riesige Chance für mich, in der DTM Rennen fahren zu dürfen. Ich bin schon seit vielen Jahren Teil der Mercedes-AMG Familie und dies war stets mein großes Ziel. Es wird eine echte Herausforderung für mich, während der Saison in eine so unglaublich starke Meisterschaft einzusteigen. Mir ist bewusst, dass ich innerhalb einer kurzen Zeit sehr viel lernen muss. Dass ich in dieser Saison bislang als Test- und Ersatzfahrer im Team gewesen bin, sollte mir dabei helfen. Ich bin Mercedes-AMG sehr dankbar dafür, dass sie mir diese Möglichkeit geben. Ich kann es kaum noch erwarten, in Moskau auf die Strecke zu gehen!“

Ulrich Fritz, Mercedes-AMG DTM-Teamchef:
„Die Motorsportwelt ist in ständiger Bewegung und bietet immer wieder neue Gelegenheiten. Es ist fantastisch, dass mit Esteban und Pascal zwei unserer Mercedes-Junioren den Sprung aus der DTM in die Formel 1 geschafft haben. Gleichzeitig eröffnet dies dem nächsten Talent in unserem Kader die Chance, sich in der DTM zu beweisen. Felix ist als unser Test- und Ersatzfahrer bestens auf einen Einsatz vorbereitet. Er hat die Mannschaft seit Saisonbeginn begleitet, war mit ihr im Fitnesscamp und kennt die Teammitglieder sowie das Auto. Seine starke Leistung beim 24-Stundenrennen in Spa spricht zudem für sich selbst. Deshalb ist es nur logisch, dass wir ihm in Moskau die Möglichkeit geben, ein DTM-Rennwochenende zu bestreiten. Ein besonderer Dank gilt natürlich Esteban für seine Leistungen in dieser Saison. Er hat sich in seinem Rookie-Jahr in der DTM gegen ein starkes Feld sehr gut behauptet. Jetzt drücken wir ihm alle die Daumen bei seinem Formel 1-Debüt in Spa. Viel Glück, Esteban!“