Dienstag, 24. Mai 2016

DTM: Stimmen der Audi-Piloten nach dem Rennen in Spielberg

Foto: Jens Hawrda
Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 16 / Platz 2
„Um mit den schlechten Dingen anzufangen: Im Qualifying zweimal um den zehnten Platz herum zu sein, ist einfach nicht gut genug, um in der DTM Rennen zu gewinnen. Am Samstag war der Startplatz verdient, denn ich war einfach das entscheidende Zehntel zu langsam. Aber am Sonntag war ich gut genug, um auf Platz drei bis fünf zu stehen – und dann fährt mir einer in den Weg. So langsam reicht es mir, einen Muskelkater davon zu bekommen, in der Startaufstellung den weiten Weg zur Toilette zu laufen! Gestern im Rennen macht es dann gleich in der ersten Kurve kamm-bams und ich bin wieder Letzter. Am Sonntag habe ich versucht, die ersten Runden zu überleben. Dass ich anschließend von Startplatz elf auf Platz zwei nach vorn gefahren bin, macht mich stolz und glücklich.“

Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Platz 14 / Platz 3
„Das Wochenende hatte Höhen und Tiefen. Am Samstag waren wir natürlich nicht zufrieden. Nach dem schlechten Ergebnis im Qualifying hatten wir im Rennen keine Chance mehr, weiter nach vorn zu fahren. Am Sonntag bin ich mit dem Auto wesentlich besser zurechtgekommen und konnte im Qualifying eine gute Zeit hinlegen. Dadurch wurde das zweite Rennen im Vergleich zum ersten um einiges einfacher. Nach drei enttäuschenden Läufen ohne Punkte war es ein sehr gutes Gefühl, wieder auf dem Podium zu stehen. Vielleicht wäre ohne Safety-Car-Phase und Slow Zones noch mehr drin gewesen. Aber ich freue mich sehr über die Punkte und werde am Lausitzring weiter angreifen.“

Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Platz 3 / Ausfall
„Das Wochenende hat einen etwas bitteren Nachgeschmack. Aber ich versuche, die guten Erinnerungen vom Samstag zu behalten und die tolle Pace, die wir gezeigt haben. Ich glaube, ich habe bis zum Unfall und dem technischen Problem im Rennen am Sonntag einen guten Job gemacht. Leider wurde das Auto schwer fahrbar. Es war nicht einfach, die anderen hinter mir zu halten. Ich hatte eine Berührung mit António Félix da Costa und wir sind beide im Kiesbett gelandet. Wer Schuld hat, ist nicht mehr wichtig, aber am Ende haben wir beide keine Punkte bekommen. Es wäre sicherlich möglich gewesen, das zu verhindern. Ich habe das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, aber wir konnten nicht die Punkte holen, die wir verdient gehabt hätten. Ich hoffe, dass es in den nächsten Rennen gut läuft und wir die gute Performance des Audi RS 5 DTM zeigen können.“

Adrien Tambay (Speedweek.com Audi RS 5 DTM #27) Platz 8 / Platz 11
„Im Großen und Ganzen war es ein ziemlich positives Wochenende für mich. Die Highlights waren der dritte Startplatz am Samstag und die ersten Punkte im ersten Rennen. Das zweite Rennen lief nicht ganz so wie erhofft und ich denke, ich hätte einen Punkt verdient gehabt. Aber es hat nicht sollen sein. Platz elf und ein heiles Auto zeigen, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben. Auch dass wir im Qualifying schnell sind, stimmt mich optimistisch. Ich habe jetzt schon mehr Punkte eingefahren als im kompletten Vorjahr und freue mich daher schon auf die nächsten Rennen.“

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 12 / Platz 8
„Nach Hockenheim war es wieder ein Wochenende, bei dem nicht das herausgekommen ist, was ich mir erhofft hatte. Beide Qualifyings waren nicht gut. Gestern Zwölfter zu werden war das Maximum. Im Rennen am Sonntag war die erste Runde nicht gut, die Strategie hat auch nicht gepasst, denn ich war immer im Verkehr. Als ich endlich an Timo und Bruno vorbei war, hat man gesehen, dass meine Pace sehr gut war. Etwas schade, dass dabei nur vier Punkte herumgekommen sind. Positiv war in Spielberg unsere Rennpace. Den Rest müssen wir im Qualifying zusammenbringen. Das ist unser großer Schwachpunkt.“

Timo Scheider (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM #10) Platz 17 / Platz 10
„Samstag und Sonntag waren wir im Freien Training mit den Position zwei und drei sehr gut, nur leider in den beiden Qualifyings nicht. Am Samstag stimmte die Rundenzeit einfach nicht, obwohl das Auto und die Runde gut waren. Am Sonntag waren wir in den ersten beiden Sektoren sehr schnell, haben aber im letzten Abschnitt zu viel Zeit wegen Untersteuerns verloren. In beiden Rennen hatte ich Probleme mit dem DRS. Samstags funktionierte es das ganze Rennen über nicht richtig, im zweiten Rennen fiel es schon nach fünf Runden ganz aus. Da war es natürlich schwierig, sich zu verteidigen. Ich hatte einige sehr harte Zweikämpfe, aber das gehört ein Stück weit zum Motorsport und es war alles im Rahmen. Am Ende steht auf der Habenseite ein Punkt. Das ist ein Anfang, aber natürlich nicht zufriedenstellend.“

Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM #51) Platz 10 / Platz Ausfall
„Leider war das Rennen am Samstag das einzig Positive des Wochenendes. Ich hatte Spaß, war schnell und habe einige Konkurrenten überholt. Am Ende habe ich einen Punkt gerettet. Das war wichtig, denn in dieser hart umkämpften Serie darf man sich über jede Top-Ten-Platzierung freuen. Leider haben wir am Sonntag die Abstimmung des Autos für das Qualifying nicht richtig hinbekommen. Ich bin daher aus dem Mittelfeld gestartet und dann kann passieren, was heute passiert ist. Robert Wickens ist für die Kollision zwar bestraft worden, aber mögliche Punkte waren weg. Doch ich lasse den Kopf nicht hängen: Wir konzentrieren uns jetzt auf den Lausitzring.“

Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Platz 19 / Platz 14
„Leider habe ich nicht die Ergebnisse eingefahren, die ich erhofft hatte. Wir tun uns derzeit im Qualifying schwer. Daher waren wir nicht in der Position, um in den Rennen um vordere Platzierungen zu kämpfen. In den Rennen habe ich mich viel wohler gefühlt, da das Auto viel besser als in den Zeittrainings war. Ich konnte – auch dank guter Strategie – einige Plätze gutmachen, obwohl das Überholen hier nicht einfach ist. Das ist das Positive, das ich aus diesem Wochenende mitnehme. Wir müssen im Zeittraining besser werden, dann klappt es auch wieder mit besseren Ergebnissen.“

Montag, 23. Mai 2016

DTM: Drei Fragen an ... Timo Glock.

Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Timo, was bedeutet dieser Sieg in Spielberg für Sie ?

Timo Glock: "Natürlich ist dieser Erfolg sehr zufrieden stellend. Ich bin einfach so glücklich. Es war ein sehr, sehr gutes Wochenende. Die Geschwindigkeit im Rennen war gestern gut, obwohl der Splitter leicht beschädigt wurde. Die Rennen waren Lehrbuchreif. Wenn Sie eine perfekte Strategie auf ein leeres Blatt Papier geschrieben hätten, dann wäre Sie so gewesen wie unser Rennen. Wir verbessern unser Auto Schritt für Schritt über das Wochenende und ich muss mich dafür vor allem bei meinem BMW Team RMG bedanken. Hinzu kommt, Jens Marquardt Geburtstag hatte und wir ihm jetzt das perfekte Geschenk mit zwei Siegen und viele Punkte geben konnten".
 
Kann man sagen, dass Sie das Gefühl haben, beim BMW Team RMG zu Hause zu sein ?

Timo Glock: "Ja, es läuft sehr harmonisch im Team. Ich kenne viele im Team, einschließlich des Teamchefs, seit einer langen Zeit. Stefan Reinhold macht einen tollen Job, und meine Ingenieure sind fantastisch. Sie geben mir immer ein Auto, das von Anfang an Top ist. Dann ist in der Regel nur noch die Feinabstimmung erforderlich, um die kleinen Details zu verbessern. Alles passt einfach - und ich fühle mich total zu Hause ".
 
Was sind Ihre Ziele für die nächsten Rennen ?

Timo Glock: "Wir müssen jedes Rennen nehmen, wie es kommt. Wir wollen die Rennen genießen, und wir wollen natürlich diese Dynamik der letzten Rennen fortsetzen.  Ohne Zweifel werden auch wieder schlechtere Resultate kommen, die uns nicht passen werden, das wichtigste aber ist, das Beste aus jeder Gelegenheit zu machen. Hier in Spielberg haben wir das auf alle Fälle geschafft."

DTM - Nachgefragt bei ... Mattias Ekström

Der DTM-Star über sein turbulentes Wochenende bei der DTM in Spielberg und seine Erfolge in der Rallycross-Weltmeisterschaft.
Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Von Startplatz elf auf Rang zwei – das sieht man in der DTM nicht alle Tage ...

Das stimmt! Manchmal fühlt sich ein zweiter Platz an wie ein Sieg. Heute war das der Fall. Das Rennen war toll und hat jede Menge Spaß gemacht. Ich habe einige Gegner auf der Strecke überholt, wir hatten die richtige Strategie und einen extrem schnellen Boxenstopp – ich glaube, nur 2,6 Sekunden! Und das, obwohl meine Jungs nach dem Schlamassel in der ersten Kurve gestern bis spät in die Nacht gearbeitet haben, um mir wieder ein perfektes Auto hinzustellen.

Neuer Streckenrekord am Samstag, eine tolle Aufholjagd am Sonntag – warum lief es dagegen in den beiden Zeittrainings nicht so gut?

Im Qualifying zweimal um den zehnten Platz herum zu sein, ist einfach nicht gut genug, um in der DTM Rennen zu gewinnen. Am Samstag war der Startplatz verdient, denn ich war einfach das entscheidende Zehntel zu langsam. Aber am Sonntag war ich gut genug, um auf Platz drei bis fünf zu stehen – und dann fährt mir einer in den Weg! Den Qualifying-Wurm würde ich gerne knacken. Am Lausitzring müssen wir versuchen, in den Top Fünf zu stehen. Das würde sich schon wie ein Sieg anfühlen, denn in der modernen DTM ist das Qualifying alles. Auf manchen Strecken kann man das im Rennen noch reparieren – abhängig davon, ob die Pappnasen weit genug weg sind ...

Sie haben am Wochenende einige Ihrer Fahrerkollegen heftig kritisiert. Warum?

Ich kann fast mit jedem im DTM-Starterfeld. Aber es gibt zwei, drei Kandidaten, die haben noch immer nicht gerafft, wie die DTM funktioniert. Meiner Meinung nach sorgen sie fast in jedem Rennen für Schrott und Unfälle – das tut mir leid für die anderen Fahrer, die Teams, die Fans. Ich bin nicht in einer Position zu sagen, die gehören nicht hierher. Aber ihre Leistung im Rennen gehört nicht hierher. Das ist nicht das, wofür die DTM steht. Ich habe es an diesem Wochenende auch oft gesagt: Die zwei, drei Kandidaten sind supernette Menschen. Aber wenn sie ins Rennauto steigen, erkennst du sie nicht wieder.

Am kommenden Wochenende starten Sie wieder in der Rallycross-Weltmeisterschaft. Mit zuletzt zwei Siegen in Folge läuft es dort perfekt für Sie, oder?

Das Verrückte ist, dass ich mich sowohl in meinem Red Bull Audi RS 5 DTM als auch in meinem Audi S1 EKS RX quattro total wohlfühle. Aber in der DTM kämpfe ich im Mittelfeld, in der Rallycross-WM um den Sieg. Man braucht im Motorsport auch ein wenig Glück. Vielleicht hatte ich an den ersten Wochenenden im Rallycross zu viel Glück und in der DTM zu wenig. Aber ich hoffe, dass sich harte Arbeit in beiden Serien auszahlt. Aufgeben kommt für mich sowieso nicht in Frage. Das weiß jeder, der mich kennt. Ich werde kämpfen, so lange es möglich ist.

Sonntag, 22. Mai 2016

DTM: Rennen 2 Spielberg - Sieg für Timo Glock

  • überlegener Sieg  für Timo Glock (BMW)
  • zweiter Platz für Mattias Ekström nach taktischer Meisterleistung
  • dummer Fehler von Edoardo Mortara kostet ihm die Meisterschaftsführung
Sieg für Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Bereits kurz nach dem Start geht Timo Glock an seinem vor im liegenden Teamkollegen Antonio Felix da Costa vorbei auf Platz zwei. Er und der auf Platz ein liegende Jamie Green (Audi) können sich in der Folge vom Rest des Feldes absetzen. Dahinter kämpft Edoardo Mortara mit da Costa um Platz drei, den Costa dann auch an Mortara abgeben muss.
 
Schon in Runde zwei konnte Glock dann auch am bis dahin führenden Green (Audi) vorbei gehen und in der Folge seine Führung auf runde zwei Sekunden ausbauen. Glock kommt früh an die Box, während seine Verfolger lange mit dem Boxenstopp warten. Aber auch danach kann Glock seine Führung souverän behaupten.
 
Mortara lag zu diesem Zeitpunkt klar auf Kurs, mit einem möglichen Podestplatz die Meisterschaftsführung zu übernehmen. Er lies sich aber von da Coste provozieren und verlor alles. Zunächst hatte da Costa  Edoardo Mortara unter Zuhilfenahme eines kleinen Heckstuppsers überholt. Wer Mortara kennt ahnt das dafür eine Revanche fällig war, die folgte auf dem Fuße. Ein paar Runden später schob Mortara   da Costa von der Strecke, verlor dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug und landete im Kiesbett, wo sein Rennen endete.
später Boxenstopp sicherte Mattias Ekström Podestplatz
Foto: DTM-Media
Eine taktische Meisterleistung gelang Mattias Ekström, der bis dahin im Mittelfeld auf Platz elf unterwegs war und seinen Stopp so weit wie möglich hinauszog. Nach dem Stopp kam Ekström als Dritter hinter Green wieder auf die Strecke und schloss schnell auf um kurz vor Endes des Rennens scheinbar mühelos an Green vorbei auf Platz zwei zu gehen.
 
Im Ziel siegte Timo Glock (BMW) vor Mattias Ekström und Jamie Green (beide Audi).
dritter DTM-Sieg und nun im engeren Kreis der Titelkandidaten 2016: Timo Glock
Foto: DTM-Media
 
 

DTM: Qualifying 2 Spielberg - Jamie Green holt die Pole für Audi

Jamie Green holt Pole für Rennen zwei am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda
Nachdem am Sonntagmorgen im dritten Freien Training Audi dominiert hatte, war es im Qualifying zum heutigen Rennen dann ein anderer Hersteller der dominierte. BMW stellte sieben Fahrzeuge in die Top-Ten, die Pole aber holte Jamie Gren für Audi. Danach sah es aber bis kurz vor Schluss gar nicht aus. Bereits nach sechs Minuten fuhr Fèlix Antonio da Costa  mit 1:22,734 die schnellste Zeit und diese hatte lange Bestand.

Erst eine Minute vor Ende des Qualifyings gelang es Green mit einer Zeit von 1:22,680 Minuten die Spitze zu übernehmen. Hinter ihm reiten sich am Ende Félix da Costa, Glock, Martin, Mortara, Farfus, Spengler, Blomqvist, Rockenfeller und Wittmann ein.

Für Mercedes lief das Training desaströs, bester Mercedes-Pilot war am Ende Robert Wickens auf Platz 15.

Ergebnis Qualifying 2 Spielberg:

Bild: DTM Live-TV