Dienstag, 20. Oktober 2015

DTM: Nachgefragt bei … Jamie Green

Nach Siegen ist Jamie Green mit vier Erfolgen der erfolgreichste Pilot im Fahrerfeld der DTM-Saison 2015. Der Vize-Champion im Interview.
Jamie Green gewinnt letztes Saisonrennen
Foto: Audi-Motorsport
Eine Frage können nur Sie beantworten: Wie fühlt es sich an, beim letzten Rennen der Saison als Sieger über die Ziellinie zu fahren, begleitet von einem großen Feuerwerk?

Jamie Green: Das Finale zu gewinnen ist etwas ganz Besonderes. So viele Zuschauer im Motodrom, Raketen und Böller, dann die karierte Flagge – das gibt es bei keinem anderen Rennen. Für diese Momente lebe ich als Rennfahrer. Das Foto wird auf jeden Fall in einen Rahmen kommen und einen schönen Platz bei mir finden.

2015 war Ihr erfolgreichstes Jahr, seit Sie in der DTM sind. Was war in dieser Saison anders oder besonders?

Jamie Green: Es ist kein einzelner Faktor. Audi, das Auto, das Team Rosberg – all diese Bausteine waren in diesem Jahr ein nahezu perfektes Paket. Einen speziellen Punkt zu nennen würde der Sache nicht gerecht werden. Also kein Zauber, sondern gute Leute und harte Arbeit.
Jamie Green vier Saisonsiege und Vizemeister 2015
Foto: Jens Hawrda
Sie haben vier Rennen gewonnen, so viele wie kein anderer Pilot im Feld. Wie hart ist es, am Ende trotzdem „nur“ Vizemeister zu sein?

Jamie Green: So denke ich nicht, auch wenn das bei zehn Siegen für Audi vielleicht naheliegt. Ich analysiere immer Rennen für Rennen und frage mich: Habe ich einen guten Job gemacht? War es mein Fehler, dass ich nicht mehr Punkte geholt habe? Was ist schiefgelaufen?

Und wie fällt die Analyse aus?

Jamie Green: Fast schon ein bisschen komisch, wenn es nicht so hart wäre: Die technischen Schwierigkeiten an meinem Auto kamen nur, wenn ich vorn dabei war. Mein Getriebe ging nicht kaputt, als ich im Regen irgendwo hinten herumgerutscht bin, sondern als ich im Trockenen geführt habe. Als ich im Mai beim zweiten Rennen in Hockenheim auf Platz 17 gestartet bin, hat meine Feststellbremse funktioniert – aber nicht, als ich am Nürburgring auf Platz drei stand.

Wie sehen die nächsten Wochen des Vizemeisters aus?

Jamie Green: Wir verbringen erst eine Woche nach England, weil mein Sohn noch eine Woche Ferien hat. Dann geht es zurück nach Monaco, wenn die Schule wieder startet. Natürlich werde ich ein bisschen zur Ruhe kommen, aber dann wird der Trainingsplan aufgestellt und es geht ab Mitte November auf dem Fahrrad durch die Berge. Ich möchte nächstes Jahr noch stärker zurückkommen.

DTM: Zanardi mit Spengler im BMW M4 DTM Renntaxi unterwegs

Ungewohnte Rolle für BMW DTM-Werksfahrer Bruno Spengler (CA): Zu Beginn des DTM-Rennwochenendes auf dem Hockenheimring (DE) nahm er nicht hinter dem Steuer, sondern auf dem Beifahrersitz Platz. Am Freitag war Spengler Passagier im BMW M4 DTM Renntaxi, pilotiert von BMW Werksfahrer Alessandro Zanardi (IT). Die beiden sind ein eingespieltes Team, seit sie in diesem Jahr gemeinsam mit Timo Glock (DE) bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps (BE) angetreten sind.
Bruno Spengler als Beifahrer bei Alessandro Zanardi
Foto: BMW-Motorsport
„Es hat riesigen Spaß gemacht. Zunächst war es komisch, nicht selbst zu fahren. In den ersten Kurven habe ich instinktiv mitgebremst. Aber ich hatte vollstes Vertrauen in Alex. Er hat richtig Gas gegeben, und als ich ausgestiegen bin, hatte ich ein breites Lächeln im Gesicht. Für mich als Rennfahrer war es mal etwas ganz anderes, aber ein wirklich tolles Erlebnis“, sagte Spengler.
Alessandro Zanardi fuhr in Hockenheim das BMW-Renntaxi
Foto: BMW-Motorsport
Auch Zanardi hatte bei den gemeinsamen Runden viel Spaß. „Ich kenne die Strecke zwar aus der Vergangenheit, doch ich musste mich erst wieder damit vertraut machen. Zudem waren die Reifen am Anfang noch kalt. Deshalb konnte ich nicht sofort voll attackieren und Bruno nicht so viel Angst einjagen, wie ich mir vorgenommen hatte“, meinte Zanardi. „Als wir das erste Mal auf die Spitzkehre zufuhren, konnte ich sehen, wie Bruno auf seiner Seite nach einem Bremspedal suchte. Ich kann mir vorstellen, dass es für einen Rennfahrer schwierig ist, einfach passiv daneben zu sitzen und die Dinge nicht selbst kontrollieren zu können. Doch dann wurde er zunehmend entspannter und wir hatten beide großen Spaß. Es war toll, mit dem Renntaxi auf die Strecke zu gehen. Ich habe in meiner Karriere schon viele Rennwagen gefahren, aber der BMW M4 DTM ist wirklich fantastisch und eines der Fahrzeuge, das im Cockpit am meisten Spaß macht. Es war großartig.“ Zanardi pilotierte im Verlauf des Wochenendes außerdem zahlreiche Gäste und Medienvertreter.

Montag, 19. Oktober 2015

DTM: Reaktionen von BMW auf das letzte Rennwochenende der Saison 2015

BMW holt im letzten Saisonrennen die nötigen Punkte
um sich die Herstellerwertung zu sichern
Foto: BMW-Motorsport
Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor):
„Es ist fantastisch, die DTM-Saison 2015 als Hersteller-Champion abzuschließen. Dieser Titel ist immer ein Beleg dafür, dass die Mannschaftsleistung in einer Saison herausragend gewesen ist. Er gehört jedem bei uns im Team – ganz gleich ob Fahrer, Ingenieur oder Mechaniker – und ist vor allem dem Kampfgeist jedes Einzelnen zu verdanken. Nach einem schwierigen Start haben wir uns im Saisonverlauf steigern können. Wenn sich uns eine Chance auf gute Ergebnisse geboten hat, haben wir diese genutzt, wie etwa bei unserem Siebenfachsieg in Zandvoort. Fünf verschiedene Rennsieger im BMW M4 DTM zeigen zudem, dass wir unser Ziel für 2015, in der Breite konkurrenzfähiger zu werden, erreicht haben. Darauf bin ich sehr stolz. Glückwunsch noch einmal an Pascal Wehrlein und Mercedes zum Fahrertitel. Das Sonntagsrennen war schon wie der Lauf gestern nichts für schwache Nerven. Maxime Martin hatte erneut einen super Start, fiel dann etwas zurück, konnte sich dann aber mit einem tollen Boxenstopp und großartigen Zweikämpfen wieder nach vorn kämpfen. Auch António Félix da Costa, Bruno Spengler und Martin Tomczyk konnten noch in die Punkteränge vorfahren und uns damit genügend Zähler für den Gewinn der Herstellerwertung sichern.“

Maxime Martin (BMW Team RMG, So.: 6. Platz, Sa.: 3. Platz):
„Wir wollten den Herstellertitel unbedingt gewinnen, das haben wir geschafft – fantastisch. Ich hatte einen hervorragenden Start ins Rennen und konnte mich direkt auf Patz drei nach vorn schieben. Leider habe ich die Pace der Audis nicht mitgehen können, aber das spielt nach diesem Mannschaftsergebnis für BMW keine Rolle mehr.“

António Félix da Costa (BMW Team Schnitzer, So.: 7. Platz, Sa.: 11. Platz):
„Heute gab es für uns nur ein Ziel, das war der Gewinn des Herstellertitels – und das haben wir erreicht. Darüber bin ich wirklich glücklich. Nach dem Qualifying wussten wir, dass es ein schwieriger Tag werden würde. Ich hatte einen großartigen Start und eine fantastische erste Runde. Dann fand ich einen guten Rhythmus. Das Auto war im Rennen sehr gut, wir konnten uns im Vergleich zu gestern verbessern. Dafür ein großes Dankeschön an das Team. Ich bin glücklich, dass wir diesen Titel nach München geholt haben. Nach einer schwierigen Saison ist das eine tolle Belohnung.“

Bruno Spengler (BMW Team MTEK, So.: 8. Platz, Sa.: 19. Platz):
„Es ist super für uns, diesen Titel gewonnen zu haben. Wir hatten kein leichtes Jahr, konnten aber das Maximum aus unseren Chancen herausholen. Der Herstellertitel ist eine großartige Belohnung für die Mechaniker und alle anderen im Team, die alles dafür gegeben haben, diese schwierige Saison zu einem guten Ende zu bringen. Leider war unsere Performance hier in Hockenheim nicht gut genug, um mir noch die Chance auf einen Podestplatz in der Fahrerwertung zu ermöglichen, aber das kann ich heute sehr gut verschmerzen.“

Martin Tomczyk (BMW Team Schnitzer, So.: 10. Platz, Sa.: 15. Platz):
„Obwohl die Ausgangslage für BMW in der Herstellerwertung nicht schlecht war, war es heute doch noch einmal sehr knapp, weil die Startaufstellung für sehr viel Spannung gesorgt hat. Auch das Rennen war aufregend. Deshalb freue ich mich sehr, mit BMW und mit meinen Teamkollegen den Herstellertitel errungen zu haben. Ich denke, das ist ein toller Abschluss für die doch schwierige Saison, die wir in diesem Jahr hatten. Mit uns hat am Anfang wohl keiner mehr gerechnet, doch jetzt haben wir mit Teamwork und dem Zusammengehörigkeitsgefühl, das man bei BMW einfach hat, die Herstellerkrone gewonnen. Das ist sensationell. Für mich persönlich war es schön, heute einen Punkt mitgenommen zu haben.“

Augusto Farfus (BMW Team RBM, So.: 14. Platz, Sa.: DNF): „Mein Auto wurde schon zu Beginn des Rennens beschädigt. Das hat letztlich meine Chancen auf ein gutes Ergebnis zunichte gemacht. Ich war direkt nach dem Start zwar gut dabei, konnte den Speed der anderen aber nicht mitgehen. Gut, dass wir den Herstellertitel gewonnen haben. Das ist eine schöne Belohnung für das gesamte Team.“

Tom Blomqvist (BMW Team RBM, So.: 17. Platz, Sa.: 7. Platz): „Glückwunsch an BMW zu diesem Titel. Wir haben das ganze Jahr über hart gekämpft und das Beste aus unseren Chancen gemacht. Ich hatte am Sonntag in der Startphase Pech und musste dann nach einer Kollision eine Durchfahrtsstrafe antreten. Aber zum Glück haben meine Kollegen die nötigen Punkte für den Titelgewinn geholt. Heute ist also ein sehr guter Tag für BMW.“

Timo Glock (BMW Team MTEK, So.: 21. Platz, Sa.: 18. Platz):
„Das Schöne am heutigen Tag ist, dass wir die Herstellermeisterschaft gewonnen haben. Damit können wir mehr als zufrieden sein. Doch mein Rennen war wie gestern schon von Anfang an nicht gut. Ich hatte am Start große Probleme mit durchdrehenden Rädern und kam nicht gut weg. Nach der ersten Runde war ich ganz hinten. Dann haben wir mit der Strategie gepokert und sind etwas früher hereingekommen. Allerdings war dann spätestens nach der Strafe, die gegen mich verhängt wurde, nichts mehr möglich.“

Marco Wittmann (BMW Team RMG, So.: DNF, Sa.: 6. Platz):
„Es ist natürlich schade, eine Saison mit einem Ausfall zu beenden. Doch ich denke, es spiegelt unsere Saison wider, die von vielen Höhen und Tiefen geprägt war. Wir haken das jetzt ab, bereiten uns im Winter gut vor und versuchen, im neuen Jahr stärker wiederzukommen. Doch was heute zählt, ist dass wir mit BMW den Herstellertitel gewonnen haben. Das ist großartig und für uns alle ein Grund zu feiern.“

DTM Finale: Stimmen Audi Sport

Audi feierte beim DTM-Finale auf dem Hockenheimring einen Doppelsieg am Samstag und einen Dreifachtriumph am Sonntag. Die Stimmen nach den letzten beiden DTM-Rennen des Jahres.
Audi beschließt Saison mit Dreifachsieg
Foto: Audi-Motorsport
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef)
„Dass trotz des ungemütlichen Herbstwetters so viele Zuschauer zum Finale nach Hockenheim gekommen sind, spricht für die DTM. Mit dem Doppelsieg am Samstag und dem Dreifacherfolg am Sonntag haben wir noch einmal gezeigt, wie stark der Audi RS 5 DTM in diesem Jahr war. Zehn Siege bei 18 Rennen sind eine stolze Bilanz. Und kein anderer Fahrer hat mehr Rennen gewonnen als Jamie Green. Umso enttäuschender ist es, dass wir keinen der drei Meistertitel mit nach Hause nehmen konnten. Ich möchte trotzdem unseren Fahrern, den drei Teams, allen Mitarbeitern von Audi Sport und unseren Partnern für den Einsatz in dieser nicht ganz einfachen DTM-Saison danken. Es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Glückwunsch an Pascal Wehrlein, an BMW und an das siegreiche Mercedes-Team.“

Dieter Gass (Leiter DTM bei Audi Sport)
„Das Finalwochenende war ein Spiegelbild der Saison: Wir waren extrem stark, haben viele Rennen gewonnen, aber auch immer wieder wertvolle Punkte liegen gelassen. Das war auch hier der Fall. Ich glaube, niemand bezweifelt, dass wir in diesem Jahr das beste Auto hatten. Wir haben erneut bestätigt, dass wir drei tolle Teams und einen extrem starken Fahrerkader haben. Sechs unserer acht Fahrer und alle drei Teams haben in diesem Jahr Rennen gewonnen. Das spricht für sich. Wir hatten vor dem Finalwochenende nur noch minimale Chancen, einen der drei Titel zu holen, deshalb waren die Erwartungen nicht mehr allzu hoch. Wir haben unser Versprechen gehalten, maximal attackiert und zwei tolle Ergebnisse geholt.“

Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Platz 2 / Platz 1
„Ich habe hier das erste Saisonrennen gewonnen und jetzt auch das letzte. Das ist schon was Besonderes. Ich konnte Gary (Paffett) am Sonntag schnell überholen und habe das Rennen danach kontrolliert nach Hause gefahren. Das war mein vierter Saisonsieg – eine Bilanz, auf die ich stolz sein kann. Glückwunsch an Audi zu dem Dreifachsieg und Danke an mein Team Rosberg.“

Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM #10) Platz 1 / Platz 5
„Nach einem sehr, sehr schwierigen Jahr waren wir an diesem Wochenende mit meinem Sieg am Samstag und dem fünften Platz am Sonntag endlich dort, wo ich unsere Performance die ganze Saison gern gesehen hätte und die wir unter normalen Umständen auch zeigen können. Nach dem langen Tief ist es natürlich eine Befreiung, mit einem so tollen Wochenende in die Winterpause zu gehen. Von daher bin ich mit dem Finale in Hockenheim mehr als zufrieden.“

Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Ausfall / Platz 3
„Ich habe 2015 bis zum letzten Wochenende um den Titel gekämpft – damit war es meine beste DTM-Saison, eine mit vielen schönen Momenten. Nach dem Ausfall am Samstag hat das Rennen am Sonntag viel Spaß gemacht: Meine Pace war sehr gut und das Team hat mit einer perfekten Strategie auch seinen Teil dazu beigetragen. Trotzdem überwiegt nach dem Finalwochenende zunächst die Enttäuschung, denn ich bin als Tabellenzweiter angereist und stehe in der Endtabelle nur auf Platz vier.“

Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 9 / Platz 2
„Wir haben unseren Fans versprochen, bis zur letzten Chance um den Titel zu kämpfen – dieses Versprechen haben wir gehalten. Leider ist es uns trotzdem nicht gelungen, den Kampf um die Meisterschaft bis zum letzten Rennen offenzuhalten – unter anderem, weil ich mir für den schlechtesten Start meiner DTM-Karriere den denkbar ungünstigsten Moment ausgesucht habe. Es bleibt dabei: Der Audi RS 5 DTM war das beste Auto im Feld. Wir haben nur zu wenig daraus gemacht.“

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 5 / Platz 15
„Das Finale in Hockenheim spiegelt meine Saison wider. Am Samstag lief es ganz gut mit Platz sechs im Qualifying und Rang fünf im Rennen. Der Sonntag war dann wieder sehr frustrierend. Ich habe 2015 einen Sieg und zwei Pole-Positions eingefahren. Das war’s an Highlights. Nach drei guten Jahren in der DTM war diesmal einfach der Wurm drin. Das hake ich jetzt ab und freue mich auf bessere Zeiten.“

Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Platz 17 / Platz 11
„Unsere Performance war die ganze Saison über extrem stark. Das hat auch das Wochenende in Hockenheim wieder gezeigt. Ich bin Samstag und Sonntag aus der zweiten Reihe ins Rennen gegangen, habe aber keine Punkte geholt. Das ist es auch, was ich mir fest für die Zukunft vorgenommen habe: die Konstanz und die Ergebnisse in den Rennen verbessern. Als Highlight der Saison wird mein Sieg am Nürburgring immer in Erinnerung bleiben. Aber ich werde mich nicht darauf ausruhen.“

Nico Müller (Audi Financial Services Audi RS 5 DTM #51) Platz 14 / Platz 16
„Am Sonntag hatte ich endlich mal wieder ein gutes Qualifying und konnte meine schnellen Zeiten aus den Trainingssitzungen bestätigen. Leider war mein erster Reifensatz nicht gut und ich konnte von Platz sieben keine Positionen gutmachen. Der zweite Reifensatz war viel besser und ich hatte schon zwei Gegner hinter mir gelassen, als ich wegen eines ‚Unsafe Release’ eine Durchfahrtsstrafe antreten musste, was ich überhaupt nicht verstanden habe. Das hat letztlich mein Rennen kaputtgemacht. Schade, denn ein Top-5-Platz zum Abschluss wäre drin gewesen. Jetzt heißt es für mich, über den Winter neue Kräfte zu sammeln und im nächsten Jahr wieder anzugreifen. Glückwunsch an mein Team Rosberg und an Jamie zum Sieg und zur Vizemeisterschaft.“

Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM #27) Ausfall / Ausfall
„Ich hatte so sehr auf einen versöhnlichen Saisonabschluss gehofft, aber leider stehen am Sonntagabend wieder zweimal null Punkte hinter meinem Namen in der Tabelle. Gerade am Sonntag war vom sechsten Startplatz viel mehr möglich, bevor ich unverschuldet nach einer Kollision aufgeben musste. Ich hätte gern meinen Teil dazu beigetragen, dass wir das Ruder in der Herstellerwertung noch herumreißen. Jetzt muss ich die Saison analysieren, abhaken und nach vorn schauen.“

Sonntag, 18. Oktober 2015

Dreifachsieg für Audi beim DTM-Finale

  • Audi gewinnt auch das Sonntagsrennen in Hockenheim
  • Jamie Green nach viertem Saisonsieg Vizemeister
  • Zehn Siege bei 18 Rennen für den Audi RS 5 DTM
Jamie Green holt seinen vierten Saisonsieg
Foto: Audi-Motorsport
Beim Finale in Hockenheim hat Audi vor 135.000 Zuschauern (am Wochenende) die beiden letzten DTM-Rennen der Saison gewonnen und am Sonntag den Dreifachsieg des Vorjahres wiederholt. Mit seinem vierten Saisonerfolg sicherte sich der Brite Jamie Green im Hoffmann Group Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Rosberg die Vizemeisterschaft.
18 Rennen, zehn Siege, 21 Podiums, zehn schnellste Rennrunden und achtmal der beste Startplatz: Der Audi RS 5 DTM war in der DTM-Saison 2015 das stärkste Auto. Trotzdem reichte es für die Marke mit den Vier Ringen am Ende nur für die Plätze zwei, drei und vier in der Fahrerwertung, Platz zwei bei den Herstellern und Rang drei in der Teamwertung. 19 Punkte fehlten Jamie Green zum Fahrertitel, der Titelkampf in der Herstellerwertung endete mit 602 zu 595 Punkten noch knapper.

„Das war ein bittersüßes Saisonende für uns“, sagte Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport. „Die Fans haben noch einmal eine eindrucksvolle Leistung des Audi RS 5 DTM und einen tollen Dreifachsieg gesehen. Wir hatten heute trotz schwieriger Ausgangsposition den Herstellertitel in Reichweite, haben ihn aber entgleiten lassen. Ärgerlich war, dass wir uns zwei Durchfahrtsstrafen eingehandelt haben.“

Die erste wurden gegen Nico Müller (Audi Financial Services Audi RS 5 DTM) wegen eines Vergehens beim Boxenstopp („Unsafe Release“) verhängt. In Runde 16 kam es dann zu einer Kollision zwischen Christian Vietoris (Mercedes) und den beiden Audi-Piloten Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM) und Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM), die für den in der Anfangsphase auf Platz vier liegenden Tambay das Aus bedeutete. „Dass ich dafür bestraft wurde, ist mir ein Rätsel“, wunderte sich Molina.
 
Jamie Green bekam von alldem nichts mit. Der Brite überholte schon in Runde vier den Trainingsschnellsten Gary Paffett und kontrollierte an der Spitze souverän das Tempo. „Schade, dass wir in diesem Jahr so viel Pech hatten“, sagte der neue Vizemeister der DTM, der vier Rennen gewann, aber auch neunmal ohne Punkte blieb. „Mein Audi RS 5 DTM war in diesem Jahr extrem stark. Es war ein wahres Vergnügen, ihn zu fahren.“

Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM) und Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM/beide Audi Sport Team Abt Sportsline) machten mit den Plätzen zwei und drei den Audi-Dreifachsieg beim Finale perfekt. Ekström fiel am Start auf Rang vier zurück, schnappte sich aber schon in den ersten Runden den BMW von Maxime Martin und den Mercedes von Gary Paffett. Mit Rang zwei sicherte sich der Schwede den dritten Platz in der Fahrerwertung.

Edoardo Mortara kämpfte sich von Startplatz 13 auf Rang drei nach vorn. Anders als die meisten anderen Piloten wechselte der Italiener erst spät die Reifen – für ihn genau die richtige Strategie.

Timo Scheider holte im AUTO TEST Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Phoenix nach seinem Sieg am Samstag mit Platz fünf erneut wertvolle Punkte. Sein Teamkollege Mike Rockenfeller beendete das letzte Saisonrennen im Schaeffler Audi RS 5 DTM auf Platz 15.
 
BMW seine Führung in der Herstellerwertung verteidigt und damit zum dritten Mal in vier Jahren den Titel gewonnen. Die Zähler für den sechsten Platz von Maxime Martin (BE, SAMSUNG BMW M4 DTM), Rang sieben von António Félix da Costa (PT, Red Bull BMW M4 DTM), Position acht von Bruno Spengler (CA, BMW Bank M4 DTM) und Platz zehn von Martin Tomczyk (DE, BMW M Performance Parts M4 DTM) reichten aus, um mit 602 Punkten Platz eins zu verteidigen.
Podium letztes Saisonrennen
Foto: Audi-Motorsport

Ergebnis Rennen 2 (Top-Five):

1. Jamie Green (Audi RS5 DTM),
2. Mattias Ekström (Audi RS5 DTM),
3. Edoardo Mortara (Audi RS5 DTM),
4. Paul Di Resta (Mercedes-AMG C63 DTM),
5. Timo Scheider (Audi RS5 DTM).

Meisterschaftsschlussstand Fahrerwertung (Top-Five):

1. Pascal Wehrlen  169 Pkt.
2. Jamie Green       150 Pkt.
3. Mattias Ekström  147 Pkt.
4. Edoardo Mortara 143 Pkt.
5. Bruno Spengler   123 Pkt.

Endstand Herstellerwertung:

1. BMW         602 Pkt,
2. Audi          595 Pkt,
3. Mercedes  534 Pkt.

Endstand Teamwertung (Top-Five):

1. gooix/Original-Teile Mercedes AMG 225 Pkt.
2. BMW Team RMG                              206 Pkt.
3. Audi Sport Team Abt Sportsline        201 Pkt.
4. BMW Team MTEK                            179 Pkt.
5. Audi Sport Team Rosberg                 176 Pkt.