Sonntag, 28. Juni 2015

Wickens siegt vor Vietoris – erstes Podium der Saison für BMW

Robert Wickens: Zweiter am Samstag, Sieg am Sonntag
Foto: Mercedes-Motorsport
Mercedes-Benz hat auch im Sonntagsrennen seine Vormachtstellung am Norisring verteidigt. Robert Wickens und Christian Vietoris flogen ab der Hälfte des Rennens allen Konkurrenten davon und stellten den Doppelsieg für die Stuttgarter sicher. Für Wickens lief das Wochenende in Nürnberg wie am Schnürchen. Nach dem zweiten Platz am Samstag wiederholte der Kanadier am Sonntag seinen Erfolg aus dem Vorjahresrennen. „Das ist einfach fantastisch“, freute sich ein glücklicher Wickens nach der Champagnerdusche bei der Siegerehrung. Vietoris fuhr dahinter einen ungefährdeten zweiten Platz ein: „Das Rennen war für mich verhältnismäßig ruhig. Nach den Boxenstopps war es eigentlich mehr wie cruisen. Nach vorne ging nichts und von hinten drohte keine Gefahr.“ Hinter dem Mercedes-Duo lieferten sich BMW-Pilot Bruno Spengler und Mattias Ekström im Audi einen packenden Kampf um den dritten Podestrang. Ein Duell, das Spengler in der vorletzten Rennrunde für sich entschied und der Marke BMW den ersten Podestplatz in der Saison 2015 sicherte.
 
Das erste Drittel des Rennens lieferte den Fans am Stadtkurs erstklassige Motorsportaction mit harten, aber fair geführten Zweikämpfen. Von Beginn an musste sich der Pole-Sitter Bruno Spengler in seinem BMW den heftigen Attacken der Mercedes-Piloten widersetzen. Nach einem guten Start kam der Kanadier als Führender aus der ersten Kurve. Dahinter lauerte bereits sein Landsmann Wickens, der ähnlich schnell aus den Startlöchern gekommen war und sich vom dritten auf den zweiten Platz an Vietoris vorbeigeschoben hatte. Es folgte Lucas Auer, der nach dem Start Mattias Ekström kassiert hatte. In dieser Formation umrundete die Spitzengruppe den Kurs 13 Mal. Spengler fuhr bravourös und wehrte sich mit allen Mitteln, dann aber schlug die Stunde seiner Verfolger. Zunächst überholte Wickens den Führenden in der Grundig-Kehre. Spenglers Konterversuch misslang und die Übrigen witterten ihre Chance. Noch in derselben Runde gingen nacheinander Vietoris, Auer und Ekström am Kanadier vorbei. Als die Führungsgruppe auf die Zielgerade einbog, fand sich Spengler plötzlich nur noch auf der fünften Position wieder und sah sich den Angriffen vom sechstplatzierten Pascal Wehrlein im Mercedes-AMG C 63 DTM ausgesetzt, die er in der Folge aber erfolgreich parierte. „Die beiden Mercedes waren einfach viel zu schnell. Die konnte ich nicht halten“, erklärte Spengler.
 
Für den besten Audi-Piloten im Feld, Mattias Ekström, war nun endgültig die Zeit der harten Duelle angebrochen. Der Schwede setzte den DTM-Rookie Auer gehörig unter Druck und zog in der 18. Runde am Österreicher vorbei. Leicht machte der es ihm jedoch nicht. Auer war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass er im Kampf um die Podiumsplätze nicht mehr mitmischen kann. Da sein Auto beim Start nicht korrekt aufgestellt war, kassierte er eine Fünf-Sekunden-Strafe, die er bei seinem Boxenstopp antreten musste. Der Neffe von Ex-Formel 1-Fahrer Gerhard Berger kämpfte jedoch tapfer weiter und ergatterte letzten Endes die ersten Punkte seiner DTM-Karriere – Platz neun. Auer: „Ich freue mich unheimlich über die ersten Punkte. Jetzt bin ich in der DTM angekommen. Die Duelle haben mir sehr viel Spaß gemacht. Schade, dass ich die Strafe bekommen habe, sonst wäre noch mehr drin gewesen.“
 
Während Wickens und Vietoris ungefährdet ihre Runden drehten, entwickelte sich hinter den beiden das Duell der letzten Minuten: Meter um Meter machte Bruno Spengler im Kampf um den dritten Platz auf Ekström gut. Immer wieder versuchte der Kanadier am Schweden vorbeizugehen. „Er hat aber einfach keine Fehler gemacht“, kommentierte Spengler seine zunächst vergeblichen Versuche. In der vorletzten Runde setzte er dann aber zu seiner letzten und entscheidenden Attacke in der Grundig-Kehre an: Mit Mut zum Risiko und kleinem Rempler zog Spengler an Ekström vorbei und sicherte sich den dritten Rang.
 
Für Jamie Green, der nach verlorenen Zweikämpfen gegen Maxime Martin und Auer aus den Top-Ten rutschte, gab es diesmal keine Punkte. Dennoch bleibt der Audi-Pilot nach sechs Saisonrennen Gesamtführender mit 81 Punkten. Ekström verkürzte den Abstand, hat nun 70 Zähler auf dem Konto und ist der erste Verfolger. Neuer Dritter ist Pascal Wehrlein, der nach seinem Sieg am Samstag und seinem fünften Platz am Sonntag nun 67 Punkte gesammelt hat. Nach der fast schon beängstigenden Dominanz von Audi und Jamie Green in den ersten vier Rennen, ist der Titelkampf nach dem Wochenende in Nürnberg, das von 123.000 Zuschauern besucht wurde, wieder völlig offen. Das vierte Rennwochenende in Zandvoort (Niederlande) vom 10. bis 12 Juli darf von den Motorsport-Fans mit großer Spannung erwartet werden.


das Podium des Sonntagsrennens
Foto: Mercedes-Motorsport
Rennergebnis Rennen 2 (Top-Five):

1. Robert Wickens (Mercedes-AMG C 63 DTM),
2. Christian Vietoris (Mercedes-AMG C 63 DTM),
3. Bruno Spengler (BMW M4 DTM),
4. Mattias Ekström (Audi RS5 DTM),
5. Pascal Wehrlein (Mercedes-AMG C 63 DTM).



Meisterschaftsstand Fahrerwertung (Top-Five):

1. Jamie Green (Audi)         81 Pkt.
2. Mattias Ekström (Audi)     70 Pkt.
3. Pascal Wehrlein (Mercedes) 67 Pkt.
4. Edoardo Mortara (Audi)     58 Pkt.
5. Robert Wickens (Mercedes)  57 Pkt.

Qualifying 2 Norisring: Bruno Spengler sicher BMW erste Pole des Jahres

Bruno Spengler sichert BMW erste Pole des Jahres
Foto: Jens Hawrda
Das war schon eine Überraschung mit der so richtig  keiner gerechnet hatte, im Qualifying für das Rennen am Sonntag verwies Bruno Spengler (BMW) den Polesitter vom Vortag, Christian Vietoris (Mercedes) und dessen Markenkollegen Robert Wickens (Mercedes) auf die Plätze.

Bruno Spengler sichert sich damit die 17. Pole-Position seiner DTM-Karriere. Zuletzt stand der Kanadier in BMW-Diensten beim Finale auf dem Hockenheimring 2013 auf dem besten Startplatz.
Bester Audi-Pilot: Mattias Ekström auf Platz 4
Foto: Jens Hawrda
Als bester Audi-Pilot erreichte Mattias Ekström Platz vier vor Lucas Auer (Mercedes), dem damit ebenfalls eine große Überraschung gelang. Der Österreicher, Neffe von Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger, bendet das Sonntagsqualifying als fünfter. 
Lucas Auer überrascht mit Startplatz fünf
Foto: Jens Hawrda

Der Sieger vom Rennen am Samstag, Pascal Wehrlein (Mercedes) steht auf Startplatz sechs vor "Mr. Norisring" Jamie Green (Audi).

Samstag, 27. Juni 2015

Vierfacherfolg für Mercedes in Rennen 1 am Norisring

am Ende ging es unter den Markenkollegen knapp zu
Foto: Jens Hawrda 


Das Samstagsrennen am Norisring machte Mercedes unter sich aus, am Ende stand auf den ersten vier Plätzen ein Mercedespilot. Es siegte Pascal Wehrlein, vor Robert Wickens, Gary Paffett und Christian Vietoris (alle Mercedes) erst auf Platz fünf folgte mit Bruno Spengler (BMW) der erste Nichtmercedes.

Für Wehrlein war es sein zweiter Sieg in der international populären Tourenwagenserie. Im vergangenen Jahr wurde er durch seinen Debütsieg auf dem Lausitzring zum jüngsten Sieger in der DTM-Geschichte. Sein Erfolg in Nürnberg war der 13. Mercedes-Triumph auf dem Norisring seit 2003. Seitdem war in jedem Jahr ein Mercedes-Pilot der bestplatzierte Fahrer auf dem fränkischen Stadtkurs.

Der fünfte Saisonlauf 2015 begann nach einem Schauer kurz vor Rennbeginn auf nasser Fahrbahn. Wehrlein startete im Gegensatz zu Wickens, Paffett und Vietoris auf Slicks. Seine Markenkollegen wählten Regenreifen. Damit fuhren sie einen Vorsprung heraus, den sie zur Rennhälfte für einen Wechsel auf Trockenreifen nutzten.


Schließlich konnte sich der 20-Jährige Wehrlein dann  der Schützenhilfe seiner Markenkollegen gewiss sein. Robert Wickens, Gary Paffett und Christian Vietoris kämpften hinter ihm um die Plätze zwei und drei. In der 21. Runde zog zunächst Wickens am zweitplatzierten Vietoris vorbei, bevor Paffett es ihm zwei Umläufe später gleich tat und Platz drei übernahm. Dann aber hatten die vier Mercedes-Benz-Fahrer genug - die Reihenfolge hatte über die weiteren 23 Runden bis ins Ziel bestand.

Damit muss Audi weiter auf einen Heimsieg warten und Mercedes-Benz baut seine einzigartige DTM-Bilanz auf dem Norisring aus.

„Ich bin absolut nicht wütend darüber, dass wir uns am Start für die Regenreifen entschieden haben“, sagte Wickens. „Das war eine gute Strategie. Fast wäre sie aufgegangen, aber Pascal hat das auf den Slicks richtig gut gemacht.“ Zufrieden war auch der Dritte, Gary Paffett: „Es ist immer toll, wenn man um Siege und Podestplätze kämpfen kann. Unsere Reifenwahl war eine absolute Last-Minute-Entscheidung.“  


Der Meisterschaftsführende Audi-Pilot Jamie  Green hielt sich ,bis auf eine kurze Berührung mit Paul die Resta, die die Resta das Rennen kostete, aus allen Duellen auf der Strecke heraus, konnte am Samstag im Kampf um einen Podestplatz aber nicht mithalten.

„Vielleicht wäre ein wenig mehr möglich gewesen, aber ich wollte kein Risiko eingehen. Als Gesamtführender kommt es auf die Punkte an. Insofern bin ich zufrieden“, sagte Green, der den ersten Lauf als bester Audi-Fahrer auf dem siebten Platz beendete. Sein Audi RS 5 DTM hatte neben den vier Mercedes auch gegen zwei BMW das Nachsehen. Bruno Spengler schaffte den Sprung von Startplatz 13 auf fünf. 

Bruno Spengler bester BMW-Pilot auf Rang fünf
Foto: Jens Hawrda
„Hut ab vor dem Team. Die Entscheidung auf Slicks zu starten, war die richtige. Ich konnte sogar im Nassen Druck machen. Auch am Ende war meine Geschwindigkeit noch hoch. So konnte ich den Abstand nach Vorne sogar noch ein wenig verkürzen“, sagte der Kanadier. Auch Martin Tomczyk zog in der 40. Runde an Green vorbei und sicherte sich durch sein Manöver den sechsten Rang.

Nach fünf Rennen führt Jamie Green die Fahrerwertung nun mit 81 Punkten vor seinen Audi-Kollegen Mattias Ekström und Edoardo Mortara (beide 58 Punkte) an. Pascal Wehrlein hat durch seinen Sieg aber reichlich Boden gut gemacht. Als Viertplatzierter in dieser Statistik hat er nun 57 Punkte auf dem Konto.

Podium am Samstag Dreifacherfolg für Mercedes
Foto: DTM-Media
Ergebnis Samstagsrennen (Top-Five):

1. Pascal Wehrlein (gooix Mercedes AMG 63 DTM),
2. Robert Wickens (Silberpfeil Mercedes AMG 63 DTM),
3. Gary Paffett (EURONICS Mercedes AMG 63 DTM),
4. Christian Vietoris (Original-Teile Mercedes AMG 63 DTM), 
5. Bruno Spengler (BMW Bank M4 DTM).

Mercedes im 1.Qualifying stark

 
Schnellster im ersten Qualifying: Christian Vietoris (Mercedes)
Foto: Jens Hawrda

Mercedes hinterlis im Qualifying zum Rennen am Samstag einen starken Eindruck. Vier Mercedes Piloten platzierten sich unter den Top-Five. Nur dem Meisterschaftsführenden Jamie Green (Audi) gelang es auf Platz drei das Mecedes-Quartett aufzubrechen. Bester BMW-Pilot war Augusto Farfus auf Platz sechs.

Ergebniss Qualifying (Top-Five):

1. Christian Vietoris (Mercedes),
2. Gary Paffett (Mercedes),
3. Jamie Green (Audi),
4. Paul di Resta (Mercedes),
5. Pascal Wehrlein (Mercedes).

Zweites freies Training - ausgeglichens Kräfteverhältnis

 
Robert Wickens Schnellster im zweiten freien Training
Foto: Jens Hawrda


Im zweiten freien Training am Samstag Vormittag herrscht ein scheinbar ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen den Herstellern. Audi und BMW sind mit jeweils drei Fahreren in den Top 10, Mercedes hat vier Fahrer unter die besten zehn gebracht.

Schnellster war Robert Wickens (Mercedes) vor Mike Rockenfeller (Audi) und Timo Glock (BMW). Timo Scheider (Audi) und Jamie Green (Audi) kompettieren die Top-Five.