Mittwoch, 3. Juni 2015

DTM Lausitzring: Stimmen aus dem Audi - Lager

Traum-Wochenende für Audi bei der DTM auf dem Lausitzring: Vierfachsieg am Samstag, Fünffachsieg am Sonntag – die Stimmen der Audi-Mannschaft.


Dieter Gass (Leiter DTM bei Audi Sport):
„Einen Vierfachsieg erlebt man in der DTM nicht alle Tage. Dass wir am Sonntag sogar fünf unserer Autos vorne hatten, krönt ein perfektes DTM-Wochenende für Audi – und das auf einer Strecke, auf der wir uns in der Vergangenheit häufig etwas schwergetan haben. Das zeigt, wie stark der Audi RS 5 DTM ist. Bei Jamie Green scheint nach seinem Sieg in Hockenheim endgültig der Knoten geplatzt zu sein. Am Sonntag hat er die Pole-Position mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung geholt. Auch das hat in der DTM Seltenheitswert. Und in beiden Rennen musste er sich den Sieg gegen starke interne Konkurrenz erkämpfen. Nach diesem Wochenende gibt es wirklich Grund zum Feiern, wir wissen aber auch, wie schnell sich das Blatt in der DTM wieder wenden kann. Unser Heimspiel am Norisring in vier Wochen wird im wahrsten Sinne des Wortes sehr schwer für uns, denn wir bekommen nun noch mehr Gewicht in die Autos.“

Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Platz 1 / Platz 1
„Ein fantastisches Wochenende, das wohl beste meiner Karriere. Zwei Siege, eine souveräne Trainingsbestzeit mit einer halben Sekunde Vorsprung und in beiden Rennen die schnellste Runde – mehr kann man kaum erreichen. Ich war auf dem Lausitzring schon in der Vergangenheit schnell unterwegs, in diesem Jahr habe ich noch einmal eine Schippe draufgelegt. Das war ein Mega-Job von allen Beteiligten. Der Audi RS 5 DTM scheint mir in diesem Jahr wie auf den Leib geschnitten. Jetzt freue ich mich darauf, als Tabellenführer zum Norisring zu fahren. Das ist eine meiner Lieblingsstrecken.“
Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 3 / Platz 2
„Ich war in meiner Karriere – Testfahrten eingeschlossen – bestimmt schon 50 Mal am Lausitzring. Und oft bin ich mit hängendem Kopf nach Hause gefahren, weil irgendwas nicht gepasst hat oder wir nicht schnell genug waren. Dieses Mal ist das völlig anders, denn auch wenn ich natürlich lieber selbst gewonnen hätte, freue ich mich über unsere geschlossen starke Leistung. Besonders beeindrucken mich am Lausitzring immer wieder die Fans. Ich weiß nicht genau, ob ich irgendwann mal etwas Besonderes angestellt habe, aber die Menschen sind wahnsinnig freundlich und herzlich zu mir. Wenn ich einen Wunsch äußern darf, dann den, dass wir in Zukunft noch mehr Zeit für unsere Zuschauer haben.“
Edoardo Mortara
Foto: Jens Hawrda
Edoardo Mortara (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #48) Platz 2 / Platz 5
„Diese DTM-Saison macht einfach Spaß: vier Rennen, viermal in den Top Fünf und zweimal davon auf dem Podium. Viel wichtiger ist aber, dass Audi uns mit dem RS 5 DTM ein echtes Siegerauto gegeben hat. Jeder weiß, dass wir nicht an jedem Wochenende solche Erfolge wie am Lausitzring feiern werden. Aber jeder von uns hat die Möglichkeit, Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu kämpfen – und das noch 14 Mal in dieser Saison. In den kommenden Tagen steht bei mir die Eröffnung meines zweiten Restaurants in Genf auf dem Programm. Dazu eine Menge Training und natürlich die Vorfreude auf einen der Saisonhöhepunkte am Nürnberger Norisring.“
Miguel Molina
Foto: Jens Hawrda
Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM #17) Platz 4 / Platz 3
„Das war das erste Wochenende, an dem ich am Lausitzring richtig bei der Musik war. Pole-Position am Samstag und ein Podiumsplatz am Sonntag – nur ein Sieg hat zu meinem Glück gefehlt. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Jamie (Green) und Mattias (Ekström) sind noch eine Klasse für sich – aber sie einzuholen, ist mein nächstes Ziel. Vielleicht schon am Norisring. Die Zeit bis dahin wird nicht langweilig. Ich werde viel trainieren und außerdem findet der zweite Lauf in der spanischen Kart-Meisterschaft statt, in der ich mich um ein Team kümmere. Der Auftakt ist gut verlaufen, jetzt wollen wir den ersten Sieg holen.“

Timo Scheider (AUTO TEST Audi RS 5 DTM #10) Platz 8 / Platz 4
„Wir haben uns an diesem Wochenende den Erfolg erarbeitet. Am Samstag haben Abstimmung des Autos und mein Fahrstil noch nicht zusammengepasst. Für Sonntag haben wir umgebaut und uns mit Startplatz drei und Rang vier im Rennen belohnt. Für Audi war die Veranstaltung am Lausitzring jetzt schon das zweite perfekte Rennwochenende. Trotzdem bekommen wir nichts geschenkt: Im Qualifying lagen die Autos auf den Plätzen zwei bis Platz 24 innerhalb von lediglich fünf Zehntelsekunden – daran sieht man deutlich, wie eng es in der DTM zugeht. Zwei so überlegene Siege auf einer Strecke, die uns in der Vergangenheit nicht besonders gut gelegen hat, haben sicherlich viele verblüfft. Uns selbst ehrlich gesagt auch ein wenig. Jetzt kommt der Norisring, wo wir lange Zeit auch nicht wirklich gut ausgesehen haben. Dort wollen wir erneut überraschen.“
Nico Müller
Foto: Jens Hawrda
Nico Müller (Audi Financial Services Audi RS 5 DTM #51) Platz 20 / Platz 9
„Wenn man Positives und Negatives abwägt, dann ist mein Lausitz-Wochenende mit zwei Punkten am Sonntag gerade noch im positiven Bereich. Ich habe nicht viel Erfahrung auf dieser Strecke, weil mein erster Auftritt auf dem Lausitzring im Vorjahr nur zehn Runden gedauert hat. Im zweiten Lauf war mehr drin, aber in der DTM muss es eben perfekt passen, wenn man weiter vorn stehen will. Audi ist in diesem Jahr extrem stark, auch mein Team Rosberg hat mit Jamie schon drei von vier Siegen geholt. Das verspricht also ein aufregendes Jahr zu werden. Nach dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und der DTM freue ich mich jetzt darauf, einmal durchatmen zu können. Dann geht es zum Norisring – für mich ein Höhepunkt, denn ich bin ein großer Fan von Stadtkursen.“
Mike Rockenfeller
Foto: Jens Hawrda
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 9 / Platz 10
„Gratulation an Audi und meine Markenkollegen, die am Lausitzring ganz schön abgeräumt haben. Mit den Plätzen neun und zehn bin ich natürlich alles andere als zufrieden. Ich muss das abhaken und schauen, was ich daraus lernen kann. Unser Auto ist top und ich werde darum kämpfen, so schnell wie möglich wieder alle Faktoren zusammenzubringen. Es sind noch 14 Rennen zu fahren und mein Ziel sind auch weiter Siege. Der Norisring ist ein besonderes Ereignis, weil es das Heimrennen für Audi und auch für unseren Partner Schaeffler ist. Vorher bin ich als Reservefahrer mit der Mannschaft in Le Mans. Natürlich hoffe ich, dass ich nicht zum Einsatz komme, werde die Jungs aber trotzdem bestmöglich unterstützen.“

Adrien Tambay (Playboy Audi RS 5 DTM #27) Platz 16 / Platz 20
„Das war wohl das grausamste Wochenende meiner DTM-Karriere. Es hat denkbar schlecht angefangen, weil ich aufgrund der Motorreparatur von ganz hinten starten musste. Am Sonntag habe ich alles versucht, um wieder etwas gutzumachen. Es sah lange gut aus, denn ich hatte einige gute Überholmanöver und lag schon auf Platz neun, als ich von einem Konkurrenten umgedreht wurde. Meine persönliche DTM-Saison 2015 beginnt also erst am Norisring so richtig. Ich werde jetzt Zeit mit Freunden und vor allem meiner Familie verbringen. Das ist für mich der beste Weg, um den Kopf wieder frei zu bekommen.“

Dienstag, 2. Juni 2015

DTM Lausitzring: Highlights Rennen 1 im Video

In folgendem Kurzvideo sind die Höhepunkte des Rennens vom Sonnabend auf dem Lausitzring zusammengefasst. (zum starten des Videos in Bild klicken).
http://www.dtm.com/de/dtmtv/?pl=PLrjmhNF7Jz1zzwowW_KpkjDuar6FGISzN&v=QeGoTphPSfU
 

Nachgefragt bei ... Jamie Green

Der Lausitzring-Doppelsieger und DTM-Tabellenführer über sein perfektes Wochenende.
Foto: Jens Hawrda
Nach einem starken Saisonendspurt 2014 und einem Sieg beim Saisonauftakt 2015 haben Sie auf dem Lausitzring zwei weitere Siege nachgelegt. Im dritten Jahr scheinen Sie endgültig in der Audi-Familie angekommen zu sein?

„Wohlgefühlt habe ich mich schon lange bei den Vier Ringen, aber ich fahre jetzt das zweite Jahr beim Team Rosberg, kenne die Arbeitsweisen, meine Mechaniker und Ingenieure mittlerweile aus dem Effeff. Das hilft im Zusammenspiel mit Audi Sport, das Optimum aus dem Audi RS 5 DTM herauszukitzeln und perfekt auf meine Bedürfnisse abzustimmen. All das sind wichtige Bausteine des aktuellen Erfolgs.“

Ist Ihr nochmals intensiviertes Fitnessprogramm im Winter ein weiterer Erfolgsfaktor?


„Ich bin nicht nur körperlich fitter, sondern auch mental stärker aus dem Winter gekommen. Außerdem haben wir uns viel mit dem Auto beschäftigt, um es besser zu verstehen. So kommt eins zum anderen und plötzlich surft man auf der Welle des Erfolgs.“

... direkt Richtung Meisterschaft?


„In der vergangenen Saison hätte ich nach drei Siegen in vier Rennen vielleicht mit einem leicht zögerlichen ‚Ja‘ geantwortet. Aber jetzt haben wir nach vier Rennen nicht annähernd Saisonhalbzeit, sondern stehen noch am Anfang des Jahres. 14 Rennen sind noch offen, ein ganz langer Weg, auf dem noch sehr viel passieren kann. Ich schiele noch nicht nach dem Meisterpokal, sondern fokussiere mich auf das jeweils nächste Rennen.“

Und das ist in vier Wochen das Lieblingsrennen des „Königs vom Norisring“ ...

„Wie eigentlich jeder in der DTM freue ich mich auf den Saisonhöhepunkt, der zudem das Heimspiel von Audi darstellt. Wir reisen nach den Triumphen der vergangenen Wochen allerdings mit viel Erfolgsgewicht an Bord unserer Audi an. Das hält uns aber nicht davon ab, alles für einen weiteren Erfolg zu geben.“

DTM-Tests auf dem Lausitzring verschoben

Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Testfahrten auf dem Lausitzring wurden verschoben. Gemeinsam mit dem DMSB und der ITR einigten sich die in der DTM vertretenen Hersteller am Sonntagabend auf dieses Vorgehen. Der Hintergrund dafür ist, dass der derzeit eingesetzte Reifen in seinem Verhalten bei einer Vielzahl der Teams von bekannten Erfahrungswerten abweicht.
Foto: Jens Hawrda
Die ITR hat Reifenpartner Hankook um eine detaillierte Analyse und zeitnahe Klärung gebeten. Erst dann sind weitere Testfahrten sinnvoll.

Montag, 1. Juni 2015

Reiterberger siegt trotz Handicapgewicht am Sonntag

BMW-Pilot Markus Reiterberger gewinnt das zweite Superbike-Rennen vor Max Neukirchner (Yamaha) und Xavi Forés (Ducati). Die Klasse Superstock 1000 dominiert weiterhin Mathieu Gines (Yamaha). In der Klasse Supersport 600 siegen Christian Stange (Suzuki) und Christian von Gunten (Kawasaki). SuperNaked-Pilot Kjel Karthin holt fünften Sieg in Folge.
Reiterberger siegt am Sonntag und verteidigt Meisterschaftsführung
Foto: Jens Hawrda
Packende Rennen, Feuerwerke, Stuntshows und Renntaxifahrten – das Programm auf dem Lausitzring war prall gefüllt. Bei perfektem Wetter startete im Rahmen der DTM die SUPERBIKE*IDM mit den Klassen Superbike, Superstock 1000, Supersport 600 und SuperNaked – ein Saisonhöhepunkt für die Fahrer. Dabei stand die Show der Zweiradfahrer der der Vierradpiloten in nichts nach. 60.000 Zuschauer waren vor Ort.

Superbike: Markus Reiterberger baut Führung trotz Handicap weiter aus

Mit Startposition zwei und dem Sieg vom Vortag im Rücken hatte Max Neukirchner (Team Yamaha MGM) wohl die besten Voraussetzungen für das Superbike-Rennen am Sonntag. Polesetter Markus Reiterberger (Van Zon-Remeha-BMW) war etwas verunsichert. Während sein Motorrad in den vergangenen Rennen perfekt auf ihn eingestellt war, gab es dieses Wochenende noch Abstimmungsprobleme. Den besten Start in das Rennen legten die Ducati-Piloten Xavi Forés und Lorenzo Lanzi vom 3C-Racing Team hin. „Die sind davongeschossen wie V1 und V2“, sagte Neukirchner später beeindruckt. Champion Forés führte das Feld in die erste Kurve, gefolgt von Reiterberger, Neukirchner und Lanzi. Drei Runden behielt der Spanier die Führung, ehe Reiterberger nach mehrmaligem Attackieren an ihm vorbeizog. Als Forés sich in Runde sieben verbremste, ging auch Neukirchner vorbei. Dahinter lieferten sich Neukirchners Teamkollege Damian Cudlin und Lanzi einen Zweikampf. Neukirchner gab Gas und kam zeitweise dicht an Reiterberger ran. In Runde 16 ging Lanzi wieder an Cudlin vorbei, der konnte die Pace des Italieners nicht mitgehen. Reiterberger gab alles, fuhr den Sieg nach Hause und war danach sichtlich erleichtert. „Forés war in den ersten drei Runden eine harte Nuss. Ich bin froh, dass ich dann an ihm vorbeikam. Wir haben das ganze Wochenende über etwas am Motorrad verändert, heute hat es gepasst. Die vier Kilo Handicap machen sich doch mehr bemerkbar als erwartet. Aber ich hoffe, dass es noch mehr werden“, sagte Reiterberger, der nach der kommenden Veranstaltung am Nürburgring unter Umständen zwei weitere Kilo Handicap aufladen muss, falls er weiterhin vorneweg fährt. Im Gesamtranking führt Reiterberger mit 145 Punkten vor Neukirchner (101 Punkte) und Forés (100 Punkte).

Superstock 1000: Vierter Sieg in Folge für Mathieu Gines

Der Endurance-Champion ist auch in der SUPERBIKE*IDM auf Titelkurs: 140 Zähler hat Yamaha-Pilot Mathieu Gines (Langenscheidt Racing by Fast Bike Service) mittlerweile auf seinem
Punktekonto. Dabei zeigte sich die Übermacht in den Qualifyings nicht so deutlich. Auf dem besten Startplatz der Superstock 1000-Piloten stand Max Fritzsch, der nach einer gelungenen Unterarm-Operation wieder voll im Renngeschehen mitmischen wollte und sichtlich auch konnte. Im Rennen verlor der Kawasaki-Pilot vom Weber-Diener Racing Team gegen Gines aber doch recht schnell an Boden. Gines platzierte sich in der dritten Runde vor Fritzsch an der sechsten Position des Gesamtfeldes. Bald darauf rutschte Yamaha-Pilot Lukas Trautmann (Freudenberg Racing Team) das Vorderrad weg und er stürzte. Der Salzburger rappelte sich wieder auf und jagte dem Feld hinterher. Allerdings war beim Sturz die linke Fußraste abgebrochen, sodass Trautmann wenig Halt und Probleme beim Schalten hatte. Letztendlich war für ihn nach dem dritten Platz vom Vortag nun lediglich noch Rang 14 drin. In Lap 14 fuhr Max Fritzsch raus an die Box. Von hinten kamen Roman Stamm (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Lucy Glöckner (Wilbers-BMW-Racing Team) immer dichter an den Spitzenreiter Gines heran. Während dieser vorneweg sein eigenes Rennen fuhr, kämpften Stamm und Glöckner um Platz zwei. Die einzige Frau im Feld machte einen sehr guten Job, kam aber nicht an Stamm vorbei. Mit dem ersten Podiumsplatz der Saison war die 24-Jährige dennoch sehr zufrieden: „Ich bin happy ohne Ende. Ich habe richtig gekämpft, aber am Schluss ist mir dann die Puste ausgegangen.“ Mathieu Gines freute sich über den vierten Sieg in Folge. „Dieses Mal war es wirklich schwer, weil ich ganz allein fuhr und mich an niemandem orientieren konnte.“ Mit 140 Punkten führt Gines nach wie vor das Gesamtranking an; auf ihn folgen Stamm mit 110 und Trautmann mit 76 Punkten.