Sonntag, 30. November 2014

50.000 Zuschauer bei „Stars & Cars“ in Stuttgart

Nico Rosberg bei "Stars & Cars" in Stuttgart
Foto: Mercedes-Motorsport
Mercedes-Benz veranstaltete am Samstag, 29. November bei „Stars & Cars“ in Stuttgart einen spektakulären Abschluss für das Sportjahr 2014. 50.000 Besucher feierten Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton, seinen Teamkollegen und Vizeweltmeister Nico Rosberg sowie das Silberpfeil-Weltmeisterteam von MERCEDES AMG PETRONAS bei der Veranstaltung rund um das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.

Nico Rosberg will im nächsten Jahr wieder angreifen
Foto: Mercedes-Motorsport
„2014 war ein unglaubliches Jahr für mich. Ich bin stolz, Teil dieses fantastischen Teams sein zu dürfen“, sagte Nico Rosberg. „Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, in dieser Saison mit diesem Silberpfeil zu fahren. Das war für mich ein absolutes Erlebnis. Ganz besonders beflügelt hat mich die riesige Unterstützung meiner Fans in aller Welt. Das hat mir noch einmal zusätzlich Kraft gegeben. Im nächsten Jahr greife ich wieder an.“

Christian Vietoris bei "Stars & Cars" in Stuttgart
Foto: Mercedes-Motorsport
Insgesamt nahmen 64 Fahrzeuge an 20 Auto-Korsos teil. Das älteste Fahrzeug war der Grand-Prix-Rennwagen aus dem Jahr 1914, mit dem Mercedes einen legendären Dreifachsieg in Frankreich erzielte. Das modernste Auto war der Weltmeister-Silberpfeil von Hamilton. Mit dem Mercedes AMG F1 W05 Hybrid gewannen Hamilton und Rosberg in der zurückliegenden Formel 1-Saison insgesamt 16 Grands Prix – so viele wie noch nie ein Team zuvor innerhalb einer Saison. Elf davon waren Doppelsiege. Auch das ist eine neue Bestmarke.

auch ältere Motorsportfahrzeuge fuhren bei "Stars & Cars"
Foto: Mercedes-Motorsport
Der spektakulärste Korso stand ganz im Zeichen der drei Buchstaben SLR. Zusammen gerechnet bewegte sich mit den sechs SLR Fahrzeugen, darunter das „Uhlenhaut Coupé“, ein Wert von weit über 100 Millionen Euro auf der Strecke rund um das Mercedes-Benz Museum. Zu den prominenten Gästen der Veranstaltung zählten unter anderem Rennsportlegenden wie Hans Herrmann, Stirling Moss und Klaus Ludwig sowie Sportstars wie Profigolfer Martin Kaymer, Bundestrainer Joachim Löw und der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Oliver Bierhoff.

Freitag, 28. November 2014

DTM präsentiert sich auf der Essen Motor Show

die Essen Motor Show ist ein Zuschauermagnet
Foto: DTM-Media
Nach dem Ende der spannenden DTM-Saison 2014 können sich die Fans jetzt auf die „Nachspielzeit“ freuen: Auf der Essen Motor Show (29. November – 7. Dezember) präsentiert sich die Top-Liga des internationalen Tourenwagen-Sports vor Beginn der Winterpause noch einmal ganz groß. Auf 800 Quadratmetern gibt es in Halle 3 (Stand A160) Action, Infos und DTM-Feeling hautnah. Natürlich bilden die 460 PS starken Rennwagen den Blickfang des DTM-Auftritts: Besucher können Audi RS 5 DTM, BMW M4 DTM und DTM Mercedes AMG C-Coupé hier einmal ganz aus der Nähe betrachten. Und auch die Cockpit-Stars werden vor Ort sein. An den beiden Haupt-Aktionswochenenden der Messe werden immer wieder Piloten der drei deutschen Premium-Automobilhersteller Audi, BMW und Mercedes-Benz zu Talkrunden und Autogrammstunden auf dem Stand vorbeischauen.

Aber auch, wenn nicht gerade einer der Piloten vor Ort ist, lohnt der Weg in Halle 3. Denn hier gibt es ständig etwas zu erleben, zu entdecken und zu gewinnen. Die Spielkonsolen der DTM-Experience etwa laden zum Einzel- oder Gruppenbattle ein – den Gewinnern winkt an den beiden Messe-Wochenenden sogar der Fight gegen einen der DTM-Piloten. Die Carrera-Bahn am Messestand dürfte ebenfalls immer umlagert sein, denn auch hier gibt es Give-Aways, Tickets für die DTM-Saison 2015 und mehr zu gewinnen.

Zu sehen gibt es auf der Essen Motor Show auch die Highlights aus dem Umfeld der DTM. So sind die FIA-Formel-3-Europameisterschaft und der Porsche Carrera Cup Deutschland jeweils mit Fahrzeugen präsent. Vorfreude kommt bei Fans und Verantwortlichen beim Blick auf den Audi Sport TT Cup auf. Es handelt sich um einen von zwei Prototypen für den Neuzugang im Rahmenprogramm der DTM – ab 2015 wird der Audi Sport TT Cup das attraktive Rennformat für Tourenwagen-Einsteiger sein. Auch die Partner der DTM tragen dazu bei, dass es nie langweilig wird. So ist etwa Dekra mit einem Showtruck vertreten.

ADAC zeichnet Motorsportler aus, Marco Wittmann Motorsportler des Jahres

Christian Abt wurde vom ADAC ausgezeichnet
Foto: Audi-Motorsport
Auf der ADAC SportGala ehrte der Automobilclub am Samstagabend in München die Sieger der Saison. In festlichem Rahmen wurden die Audi-Piloten René Rast und Kelvin van der Linde ausgezeichnet, die im ADAC GT Masters die Fahrerwertung gewonnen haben. Als Sieger der GT-Masters-Mannschaftswertung bekam auch Christian Abt vom Audi-Kundenteam Prosperia C. Abt Racing einen Pokal überreicht.

DTM-Champion Marco Wittmann (DE) nahm aus den Händen von ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk die Trophäe, den großen Christophorus aus Nymphenburger Porzellan, entgegen. „Marco Wittmann hat in beeindruckender Weise gezeigt, dass er den Titel in der populärsten internationalen Tourenwagenserie zu Recht gewonnen hat”, sagte Tomczyk. Alljährlich wählt eine Fach-Jury aus Vertretern des ADAC und Journalisten die ADAC Motorsportler des Jahres. In der wichtigsten Kategorie setzte sich diesmal Wittmann durch. Die Laudatio für den BMW Team RMG Piloten hielt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt.

Donnerstag, 27. November 2014

ADAC GT Masters startet 2015 auf fünf Grand-Prix-Strecken

Rennen auf fünf klassischen Formel-1-Rennstrecken zählen zu den Highlights im Kalender für das ADAC GT Masters 2015. Im kommenden Jahr geht die „Liga der Supersportwagen“ wieder zu 16 Rennen an acht Rennwochenenden in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien an den Start. Neben den Formel-1-Strecken Hockenheimring Baden-Württemberg, Nürburgring und dem Red Bull Ring in Österreich kehrt das ADAC GT Masters nach Spa-Francorchamps in Belgien zurück und startet auch wieder in Zandvoort, dem ehemaligen Austragungsort des Grand Prix der Niederlande. Rennen in der etropolis Motorsport Arena Oschersleben, dem Lausitzring und dem Sachsenring, der Heimat des deutschen Motorrad-Grand-Prix, komplettieren den Kalender. Alle 16 Rennen werden 2015 vom neuen ADAC GT Masters Live-Fernsehpartner SPORT1 in voller Länge übertragen.
Foto: Jens Hawrda
 Der Saisonstart des ADAC GT Masters findet schon traditionell in der etropolis Motorsport Arena Oschersleben statt. Vom 24. bis 26. April startet das ADAC GT Masters in der Magdeburger Börde in die Saison 2015, bevor anschließend die ersten beiden von insgesamt drei Auslandsgastspielen im Kalender stehen. Vom 5. bis 7. Juni findet das Rennen auf dem Red Bull Ring in der Steiermark in Österreich statt, zwei Wochen später startet das ADAC GT Masters zum zweiten Mal auf der „Ardennen-Achterbahn“ in Spa-Francorchamps (19. bis 21. Juni) in Belgien. Das Rennwochenende auf dem Lausitzring (3. bis 5. Juli) beendet die erste Saisonhälfte.
 
Auf dem Nürburgring (14. bis 16. August) startet die „Liga der Supersportwagen“ in die zweite Saisonhälfte und die heiße Phase im Titelkampf, gefolgt vom Rennwochenende auf dem Sachsenring (28. bis 30. August). Vor dem Saisonfinale, das zum fünften Mal in Folge auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg (2. bis 4. Oktober) ausgetragen wird, tritt das ADAC GT Masters auf dem Circuit Park Zandvoort (18. bis 20. September) in den Niederlanden an.
 
„Der Kalender des ADAC GT Masters 2015 zeichnet sich durch die attraktivsten Rennstrecken in Deutschland und dem benachbarten Ausland aus“, sagt ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk. „Durch die gelungene Mischung aus abwechselungsreichen Rennstrecken haben wir die Grundlage für spannende Rennen im kommenden Jahr geschaffen.“
 
„Wir freuen uns, dass wir unseren Teilnehmern und Fans einen Kalender mit einer Vielzahl von hochklassigen Rennstrecken anbieten können, auf denen das Fahren ebenso viel Spaß macht, wie der Besuch vor Ort“, so Lars Soutschka, ADAC Leiter Motorsport und Klassik. „Unser Kalender umfasst im kommenden Jahr erstmals fünf klassische Grand-Prix-Strecken. Zusammen mit unserem Saisonhighlight Sachsenring und den Veranstaltungen in Oschersleben und auf dem Lausitzring, die beide fester Bestandteil des ADAC GT Masters sind, können wir unseren Teilnehmern wieder einen attraktiven Kalender bieten.“
 
Die Rennen des ADAC GT Masters werden ab 2015 vom neuen ADAC GT Masters Live-Fernsehpartner SPORT1 in voller Länge übertragen. Ab 2015 starten die Supersportwagen des ADAC GT Masters exklusiv auf Reifen des Premium-Reifenherstellers Pirelli. Das Interesse am ADAC GT Masters 2015 ist groß. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt haben sich zwölf Teams mit 21 Fahrzeugen für die neue Saison eingeschrieben. Damit verbleiben nur noch acht permanente Startplätze.
 
Termine und Veranstaltungsorte ADAC GT Masters 2015:
 
 24.04. – 26.04.2015 etropolis Motorsport Arena Oschersleben
 05.06. – 07.06.2015 Red Bull Ring (AUT)
 19.06. – 21.06.2015 Circuit Spa-Francorchamps (BEL)
 03.07. – 05.07.2015 Lausitzring
 14.08. – 16.08.2015 Nürburgring
 28.08. – 30.08.2015 Sachsenring
 18.09. – 20.09.2015 Circuit Park Zandvoort (NED)
 02.10. – 04.10.2015 Hockenheimring Baden-Württemberg
 
 

Mittwoch, 26. November 2014

Alessandro Zanardi im Interview: Rückblick auf eine aufregende Saison 2014

Für Alessandro Zanardi (IT) geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. 2014 bestritt er nach einer Pause von vier Jahren seine Comeback-Saison im Motorsport: Der BMW Werksfahrer startete mit seinem von ROAL Motorsport eingesetzten BMW Z4 GT3 in der Blancpain Sprint Series. Im Para-Cycling feierte der 48-jährige Italiener erneut große Erfolge, unter anderem sicherte er sich zwei weitere Weltmeistertitel. Im Oktober absolvierte er in einer herausragenden Zeit seinen ersten Langstrecken-Triathlon auf Hawaii (US). Zudem repräsentierte Zanardi BMW als BMW Markenbotschafter bei zahlreichen Auftritten rund um den Globus. Im Interview blickt Zanardi auf dieses ereignisreiche Jahr zurück.
 
Für Alessandro Zanardi geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende.
Foto: BMW-Motorsport
Alessandro, Anfang des Jahres sind Sie mit dem Rollout im italienischen Adria in ihre Comeback-Saison gestartet. Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie die ersten Meter mit dem BMW Z4 GT3 und Ihre ersten Meter zurück im Motorsport gefahren sind?
 
Alessandro Zanardi: „Ich war sehr aufgeregt, wie immer, wenn ich mit etwas Neuem beginne. Nach der langen Pause seit dem Ende der Saison 2009 war es ein neues Abenteuer mit einem neuen Auto. Ich war zurück in einem BMW, einer Marke, die mich in meiner Rennsportkarriere schon seit langem begleitet hat. Ich war zurück bei ROAL Motorsport, einem Team, in dem ich viele Freunde habe und mit dem ich bereits in der Vergangenheit viele großartige Momente geteilt hatte. All das zusammen hat dies zu einem ganz besonderen Moment für mich gemacht. Ich saß in einem BMW Z4 GT3, einem großartigen Auto, das neu für mich war und das wesentlich leistungsstärker war als das Auto, mit dem ich zuvor gefahren war. Es hat sich großartig angefühlt, diese ersten Runden zu fahren.“
 
Was hat es für Sie bedeutet, nicht nur in den Rennsport zurückzukehren, sondern als BMW Werksfahrer zurückzukehren?
 
Zanardi: „Es macht mich stolz, von all meinen Partnern bei BMW als Sportler und als Botschafter geschätzt zu werden. So viel Begeisterung zu erleben, in einer neuen Meisterschaft zu starten, ein neues Abenteuer zu erleben, mich selbst wieder in der Rolle des Rennfahrers zu sehen – das hat es so besonders gemacht. Ich bin schon sehr lange eng mit BMW verbunden, und als es die Runde machte, dass ich wieder in den Rennanzug schlüpfen könnte, wurde mir unheimlich viel Begeisterung und Unterstützung entgegengebracht. Das war ein ganz besonderes Gefühl. Es hat dazu geführt, dass ich mich wieder wie ein Rennfahrer gefühlt habe. Das war wunderbar.“
 
Mit der Blancpain Sprint Series sind Sie nach Brands Hatch zurückgekehrt, an den Ort, an dem Sie Ihre paralympischen Gold- und Silbermedaillen gewonnen haben. Im Rennen haben Sie mit einer sensationellen Aufholjagd geglänzt und einen starken fünften Rang geholt. War das eines der Highlights Ihrer Rennsportsaison?
 
Zanardi: „Ja. In Brands Hatch waren alle Parameter perfekt. Obwohl ich nach einem Unfall im Qualifikationsrennen vom letzten Startplatz aus in das Hauptrennen starten musste, konnte ich am Ende einen sehr viel versprechenden fünften Platz holen. Wäre ich von etwas weiter vorn in das Rennen gestartet, wäre sicher noch ein besseres Ergebnis herausgekommen. Auch am Slovakia Ring hätten wir ein großartiges Resultat holen können, da bin ich sicher. Dort hat ein BMW das Rennen gewonnen – das BMW Sports Trophy Team Schubert, das von Platz 18 aus gestartet war. Im freien Training und im Qualifying waren ich und meine Teamkollegen von ROAL Motorsport die schnellsten BMW. Doch leider wurden wir im Rennen in der ersten Kurve in einen Unfall verwickelt. Doch das ist Motorsport. Deine einzige Option ist zu sagen: ‚Ich werde es noch einmal versuchen müssen‘.“
 
Außerhalb des Rennsports haben Sie in diesem Jahr an verschiedenen anderen wichtigen Sportveranstaltungen teilgenommen. In Greenville haben Sie zwei weitere Weltmeistertitel im Para-Cycling gewonnen. Es scheint Ihnen so leicht zu fallen – Sie gehen dorthin und gewinnen. Ist es wirklich so einfach?
 
Zanardi: „Nein, ganz im Gegenteil. Es ist alles andere als einfach – und das ist genau der Grund, warum es mir so großen Spaß macht. Es ist ein purer sportlicher, harter aber fairer Wettbewerb, den wir uns in einer Gruppe von Handbike-Fahrern liefern. Einer Gruppe, die inzwischen eng miteinander befreundet ist. Mein Hauptrivale Ernst van Dyk ist ein guter Freund von mir. Er ist ein geradliniger und fairer Sportler, und ich genieße es sehr, ihn zu treffen und Zeit mit ihm zu verbringen. Aber wenn es in die Rennen geht, dann kämpfen wir gegeneinander um jeden Zentimeter Straße. Zum Glück habe ich trotz meines Alters noch das nötige Leistungsvermögen, um mit den anderen um Siege kämpfen zu können. Unter diesem Gesichtspunkt war es eine sehr erfolgreiche Saison. Aber es war keine perfekte Saison – denn dazu hätte ich auch noch die Goldmedaille im Straßenrennen gewinnen müssen. In diesem Rennen wurde ich Zweiter hinter Ernst van Dyk. Aber ich werde im nächsten Jahr die Gelegenheit haben, es wieder zu versuchen.“
 
Weltmeister im Para-Cycling 2014
Foto: BMW-Motorsport
Im Oktober haben Sie erfolgreich Ihren ersten Langstrecken-Triathlon auf Hawaii absolviert. Ist Triathlon eine neue Leidenschaft für Sie geworden?
 
Zanardi: „Ja, zweifellos. Ich wusste, dass es mir Spaß machen würde. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zu damals, als ich 1997 in Cleveland vom letzten Platz zum Sieg gefahren bin, oder als ich 1998 in Long Beach eine Runde Rückstand hatte und trotzdem gewonnen habe, oder zu Laguna Seca, wo ich auf Rang zwei lag und im Kampf um den Sieg alles riskiert und Brian Herta in der Corkscrew überholt habe. Es ist diese Leidenschaft, sich Herausforderungen zu stellen. Diese Leidenschaft, die ein Mann hat, der lieber einen Tag wie ein Löwe als hundert Tage wie ein Schaf lebt. Und so bin ich einfach: Ich wollte mich einem sportlichen Abenteuer wie dem Triathlon auf Hawaii stellen. Der beste Moment war, als ich aus dem Wasser kam, auf mein Handbike stieg und in Richtung Norden auf die Road 19 abgebogen bin. Ich wusste, dass 175 Kilometer mit dem Handbike und dann noch ein Marathon vor mir lagen. An diesem Punkt hätte ich angesichts dessen, was mich erwartet, verunsichert oder eingeschüchtert sein können. Aber ich habe einfach nur pures Glück in mir gespürt. Ich war an diesem Punkt so glücklich, weil ich wusste, dass es großen Spaß machen würde, alles noch vor mir und nicht hinter mir zu haben. Auch die letzten 300 Meter und der Zieleinlauf waren wunderbar. Ich hatte nicht erwartet, dass ich so angefeuert werde. Ich war überwältigt von der vielen Unterstützung, von den vielen Menschen, die meinen Namen gerufen haben. Einerseits war das fantastisch, doch andererseits war ich auch etwas traurig. Denn ich war im Ziel, es war vorbei. Nun muss ich im besten Fall ein Jahr warten, bis ich wieder ein solches Abenteuer erleben kann.“
 
Sie sind auch BMW Markenbotschafter und vertreten BMW bei vielen Gelegenheiten rund um den Globus. Dabei treffen Sie oft Ihre BMW „Kollegen“, zum Beispiel als Sie im August das BMW Werk in Spartanburg besucht haben. Fühlen Sie sich bei solchen Veranstaltungen wie ein Teil einer großen Familie?
 
Zanardi: „Es ist nicht nur das. Es ist viel mehr als das, und schwierig in Worten zu erklären. Niemand macht sich mehr große Gedanken darüber – und genau darum geht es. Es ist die Tatsache, dass die Leute mich als Alex sehen, als Alex Zanardi, BMW Markenbotschafter. Und sie sind alle sehr stolz darauf, mich als Markenbotschafter zu haben. Das ist das wirklich Fantastische daran. Denn es gab Zeiten, da war ich auch Alex Zanardi – aber ich hatte gerade meinen schweren Unfall hinter mir. Damals wussten die Leute nicht, wie sie auf mich zugehen und mit mir umgehen sollen. Für sie war das, was mir passiert ist, ein absolutes Desaster. Und so war es unvermeidlich, dass ich bei allen Menschen, die mich getroffen haben, eine gewisse Verlegenheit spüren konnte, weil sie nicht wussten, wie sie auf mich zugehen sollen. Das ist nun überhaupt nicht mehr der Fall. Die Leute gehen vollkommen normal mit mir um. Zudem hat es eine besondere Bedeutung für mich, BMW Markenbotschafter zu sein. Ein großartiges und weltweit anerkanntes Unternehmen wie BMW hat es doch eigentlich nicht unbedingt nötig, von jemandem repräsentiert zu werden – egal von wem. Aber sie haben Alex Zanardi ausgewählt, um ihre Marke zu vertreten. Und man kann es sehen wie man will, aber Alex Zanardi ist ein behinderter Mann. Halten Sie für einen Augenblick inne und denken Sie darüber nach: Ein großes Unternehmen wie BMW entscheidet sich dafür, sich von einem behinderten Mann repräsentieren zu lassen. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Jedes Mal, wenn ich BMW Mitarbeiter treffe, spüre ich, dass sie sehr glücklich sind, mich bei sich zu haben. Und das ist unbezahlbar. Das macht mich sehr stolz, und ich fühle mich in dieser Familie sehr wohl.“
 
Alessandro Zanardi und sein Team aus der Blancpain Sprint Series
Foto: BMW-Motorsport
Die Rennen der Blancpain Sprint Series, verschiedene Para-Cycling-Veranstaltungen, der Triathlon und Ihre Auftritte als BMW Markenbotschafter – es war ein arbeitsreiches Jahr. Wie schaffen Sie es, all dies miteinander zu vereinbaren?
 
Zanardi: „Indem ich eines nach dem anderen mache, ganz einfach.“
 
Nun neigt sich das Jahr seinem Ende entgegen. Wie würden Sie 2014 aus sportlicher Sicht zusammenfassen?
 
Zanardi: „Natürlich ließe sich alles noch verbessern, aber insgesamt bin ich mit den Ergebnissen zufrieden. Zusammen mit BMW Motorsport und ROAL Motorsport haben wir uns als durchaus konkurrenzfähig erwiesen. Hätten wir etwas weniger Pech gehabt, hätten wir sehr gute Ergebnisse und auch einen Rennsieg holen können. Doch so ist es nun einmal im Leben. Manchmal hat man etwas verdient, bekommt es aber nicht. Das einzige, was man da tun kann, ist, es erneut zu versuchen. Gleiches gilt auch ein bisschen für meine Bilanz im Para-Cycling. Es war eine großartige Saison, aber ich weiß, dass mehr drin gewesen wäre. Deshalb werde ich es im nächsten Jahr wieder versuchen. Ich weiß, dass die Uhr tickt. Ich bin 48 Jahre alt und kann nicht bis in alle Ewigkeit Leistungssport betreiben. Aber ich gehe voller Begeisterung ins nächste Jahr, denn ich bin absolut davon überzeugt, dass ich trotz meines Alters sowohl im Para-Cycling als auch im Motorsport auf demselben hohen Niveau weitermachen kann.“