Mittwoch, 26. November 2014

Alessandro Zanardi im Interview: Rückblick auf eine aufregende Saison 2014

Für Alessandro Zanardi (IT) geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. 2014 bestritt er nach einer Pause von vier Jahren seine Comeback-Saison im Motorsport: Der BMW Werksfahrer startete mit seinem von ROAL Motorsport eingesetzten BMW Z4 GT3 in der Blancpain Sprint Series. Im Para-Cycling feierte der 48-jährige Italiener erneut große Erfolge, unter anderem sicherte er sich zwei weitere Weltmeistertitel. Im Oktober absolvierte er in einer herausragenden Zeit seinen ersten Langstrecken-Triathlon auf Hawaii (US). Zudem repräsentierte Zanardi BMW als BMW Markenbotschafter bei zahlreichen Auftritten rund um den Globus. Im Interview blickt Zanardi auf dieses ereignisreiche Jahr zurück.
 
Für Alessandro Zanardi geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende.
Foto: BMW-Motorsport
Alessandro, Anfang des Jahres sind Sie mit dem Rollout im italienischen Adria in ihre Comeback-Saison gestartet. Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie die ersten Meter mit dem BMW Z4 GT3 und Ihre ersten Meter zurück im Motorsport gefahren sind?
 
Alessandro Zanardi: „Ich war sehr aufgeregt, wie immer, wenn ich mit etwas Neuem beginne. Nach der langen Pause seit dem Ende der Saison 2009 war es ein neues Abenteuer mit einem neuen Auto. Ich war zurück in einem BMW, einer Marke, die mich in meiner Rennsportkarriere schon seit langem begleitet hat. Ich war zurück bei ROAL Motorsport, einem Team, in dem ich viele Freunde habe und mit dem ich bereits in der Vergangenheit viele großartige Momente geteilt hatte. All das zusammen hat dies zu einem ganz besonderen Moment für mich gemacht. Ich saß in einem BMW Z4 GT3, einem großartigen Auto, das neu für mich war und das wesentlich leistungsstärker war als das Auto, mit dem ich zuvor gefahren war. Es hat sich großartig angefühlt, diese ersten Runden zu fahren.“
 
Was hat es für Sie bedeutet, nicht nur in den Rennsport zurückzukehren, sondern als BMW Werksfahrer zurückzukehren?
 
Zanardi: „Es macht mich stolz, von all meinen Partnern bei BMW als Sportler und als Botschafter geschätzt zu werden. So viel Begeisterung zu erleben, in einer neuen Meisterschaft zu starten, ein neues Abenteuer zu erleben, mich selbst wieder in der Rolle des Rennfahrers zu sehen – das hat es so besonders gemacht. Ich bin schon sehr lange eng mit BMW verbunden, und als es die Runde machte, dass ich wieder in den Rennanzug schlüpfen könnte, wurde mir unheimlich viel Begeisterung und Unterstützung entgegengebracht. Das war ein ganz besonderes Gefühl. Es hat dazu geführt, dass ich mich wieder wie ein Rennfahrer gefühlt habe. Das war wunderbar.“
 
Mit der Blancpain Sprint Series sind Sie nach Brands Hatch zurückgekehrt, an den Ort, an dem Sie Ihre paralympischen Gold- und Silbermedaillen gewonnen haben. Im Rennen haben Sie mit einer sensationellen Aufholjagd geglänzt und einen starken fünften Rang geholt. War das eines der Highlights Ihrer Rennsportsaison?
 
Zanardi: „Ja. In Brands Hatch waren alle Parameter perfekt. Obwohl ich nach einem Unfall im Qualifikationsrennen vom letzten Startplatz aus in das Hauptrennen starten musste, konnte ich am Ende einen sehr viel versprechenden fünften Platz holen. Wäre ich von etwas weiter vorn in das Rennen gestartet, wäre sicher noch ein besseres Ergebnis herausgekommen. Auch am Slovakia Ring hätten wir ein großartiges Resultat holen können, da bin ich sicher. Dort hat ein BMW das Rennen gewonnen – das BMW Sports Trophy Team Schubert, das von Platz 18 aus gestartet war. Im freien Training und im Qualifying waren ich und meine Teamkollegen von ROAL Motorsport die schnellsten BMW. Doch leider wurden wir im Rennen in der ersten Kurve in einen Unfall verwickelt. Doch das ist Motorsport. Deine einzige Option ist zu sagen: ‚Ich werde es noch einmal versuchen müssen‘.“
 
Außerhalb des Rennsports haben Sie in diesem Jahr an verschiedenen anderen wichtigen Sportveranstaltungen teilgenommen. In Greenville haben Sie zwei weitere Weltmeistertitel im Para-Cycling gewonnen. Es scheint Ihnen so leicht zu fallen – Sie gehen dorthin und gewinnen. Ist es wirklich so einfach?
 
Zanardi: „Nein, ganz im Gegenteil. Es ist alles andere als einfach – und das ist genau der Grund, warum es mir so großen Spaß macht. Es ist ein purer sportlicher, harter aber fairer Wettbewerb, den wir uns in einer Gruppe von Handbike-Fahrern liefern. Einer Gruppe, die inzwischen eng miteinander befreundet ist. Mein Hauptrivale Ernst van Dyk ist ein guter Freund von mir. Er ist ein geradliniger und fairer Sportler, und ich genieße es sehr, ihn zu treffen und Zeit mit ihm zu verbringen. Aber wenn es in die Rennen geht, dann kämpfen wir gegeneinander um jeden Zentimeter Straße. Zum Glück habe ich trotz meines Alters noch das nötige Leistungsvermögen, um mit den anderen um Siege kämpfen zu können. Unter diesem Gesichtspunkt war es eine sehr erfolgreiche Saison. Aber es war keine perfekte Saison – denn dazu hätte ich auch noch die Goldmedaille im Straßenrennen gewinnen müssen. In diesem Rennen wurde ich Zweiter hinter Ernst van Dyk. Aber ich werde im nächsten Jahr die Gelegenheit haben, es wieder zu versuchen.“
 
Weltmeister im Para-Cycling 2014
Foto: BMW-Motorsport
Im Oktober haben Sie erfolgreich Ihren ersten Langstrecken-Triathlon auf Hawaii absolviert. Ist Triathlon eine neue Leidenschaft für Sie geworden?
 
Zanardi: „Ja, zweifellos. Ich wusste, dass es mir Spaß machen würde. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zu damals, als ich 1997 in Cleveland vom letzten Platz zum Sieg gefahren bin, oder als ich 1998 in Long Beach eine Runde Rückstand hatte und trotzdem gewonnen habe, oder zu Laguna Seca, wo ich auf Rang zwei lag und im Kampf um den Sieg alles riskiert und Brian Herta in der Corkscrew überholt habe. Es ist diese Leidenschaft, sich Herausforderungen zu stellen. Diese Leidenschaft, die ein Mann hat, der lieber einen Tag wie ein Löwe als hundert Tage wie ein Schaf lebt. Und so bin ich einfach: Ich wollte mich einem sportlichen Abenteuer wie dem Triathlon auf Hawaii stellen. Der beste Moment war, als ich aus dem Wasser kam, auf mein Handbike stieg und in Richtung Norden auf die Road 19 abgebogen bin. Ich wusste, dass 175 Kilometer mit dem Handbike und dann noch ein Marathon vor mir lagen. An diesem Punkt hätte ich angesichts dessen, was mich erwartet, verunsichert oder eingeschüchtert sein können. Aber ich habe einfach nur pures Glück in mir gespürt. Ich war an diesem Punkt so glücklich, weil ich wusste, dass es großen Spaß machen würde, alles noch vor mir und nicht hinter mir zu haben. Auch die letzten 300 Meter und der Zieleinlauf waren wunderbar. Ich hatte nicht erwartet, dass ich so angefeuert werde. Ich war überwältigt von der vielen Unterstützung, von den vielen Menschen, die meinen Namen gerufen haben. Einerseits war das fantastisch, doch andererseits war ich auch etwas traurig. Denn ich war im Ziel, es war vorbei. Nun muss ich im besten Fall ein Jahr warten, bis ich wieder ein solches Abenteuer erleben kann.“
 
Sie sind auch BMW Markenbotschafter und vertreten BMW bei vielen Gelegenheiten rund um den Globus. Dabei treffen Sie oft Ihre BMW „Kollegen“, zum Beispiel als Sie im August das BMW Werk in Spartanburg besucht haben. Fühlen Sie sich bei solchen Veranstaltungen wie ein Teil einer großen Familie?
 
Zanardi: „Es ist nicht nur das. Es ist viel mehr als das, und schwierig in Worten zu erklären. Niemand macht sich mehr große Gedanken darüber – und genau darum geht es. Es ist die Tatsache, dass die Leute mich als Alex sehen, als Alex Zanardi, BMW Markenbotschafter. Und sie sind alle sehr stolz darauf, mich als Markenbotschafter zu haben. Das ist das wirklich Fantastische daran. Denn es gab Zeiten, da war ich auch Alex Zanardi – aber ich hatte gerade meinen schweren Unfall hinter mir. Damals wussten die Leute nicht, wie sie auf mich zugehen und mit mir umgehen sollen. Für sie war das, was mir passiert ist, ein absolutes Desaster. Und so war es unvermeidlich, dass ich bei allen Menschen, die mich getroffen haben, eine gewisse Verlegenheit spüren konnte, weil sie nicht wussten, wie sie auf mich zugehen sollen. Das ist nun überhaupt nicht mehr der Fall. Die Leute gehen vollkommen normal mit mir um. Zudem hat es eine besondere Bedeutung für mich, BMW Markenbotschafter zu sein. Ein großartiges und weltweit anerkanntes Unternehmen wie BMW hat es doch eigentlich nicht unbedingt nötig, von jemandem repräsentiert zu werden – egal von wem. Aber sie haben Alex Zanardi ausgewählt, um ihre Marke zu vertreten. Und man kann es sehen wie man will, aber Alex Zanardi ist ein behinderter Mann. Halten Sie für einen Augenblick inne und denken Sie darüber nach: Ein großes Unternehmen wie BMW entscheidet sich dafür, sich von einem behinderten Mann repräsentieren zu lassen. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes. Jedes Mal, wenn ich BMW Mitarbeiter treffe, spüre ich, dass sie sehr glücklich sind, mich bei sich zu haben. Und das ist unbezahlbar. Das macht mich sehr stolz, und ich fühle mich in dieser Familie sehr wohl.“
 
Alessandro Zanardi und sein Team aus der Blancpain Sprint Series
Foto: BMW-Motorsport
Die Rennen der Blancpain Sprint Series, verschiedene Para-Cycling-Veranstaltungen, der Triathlon und Ihre Auftritte als BMW Markenbotschafter – es war ein arbeitsreiches Jahr. Wie schaffen Sie es, all dies miteinander zu vereinbaren?
 
Zanardi: „Indem ich eines nach dem anderen mache, ganz einfach.“
 
Nun neigt sich das Jahr seinem Ende entgegen. Wie würden Sie 2014 aus sportlicher Sicht zusammenfassen?
 
Zanardi: „Natürlich ließe sich alles noch verbessern, aber insgesamt bin ich mit den Ergebnissen zufrieden. Zusammen mit BMW Motorsport und ROAL Motorsport haben wir uns als durchaus konkurrenzfähig erwiesen. Hätten wir etwas weniger Pech gehabt, hätten wir sehr gute Ergebnisse und auch einen Rennsieg holen können. Doch so ist es nun einmal im Leben. Manchmal hat man etwas verdient, bekommt es aber nicht. Das einzige, was man da tun kann, ist, es erneut zu versuchen. Gleiches gilt auch ein bisschen für meine Bilanz im Para-Cycling. Es war eine großartige Saison, aber ich weiß, dass mehr drin gewesen wäre. Deshalb werde ich es im nächsten Jahr wieder versuchen. Ich weiß, dass die Uhr tickt. Ich bin 48 Jahre alt und kann nicht bis in alle Ewigkeit Leistungssport betreiben. Aber ich gehe voller Begeisterung ins nächste Jahr, denn ich bin absolut davon überzeugt, dass ich trotz meines Alters sowohl im Para-Cycling als auch im Motorsport auf demselben hohen Niveau weitermachen kann.“

Dienstag, 25. November 2014

Nachgefragt bei ... Tom Kristensen

Tom Kristensen
Foto: Audi-Motorsport
Sie haben auf einer Pressekonferenz am Mittwoch letzter Woche das Ende Ihrer Profi-Karriere verkündet und dabei sehr entspannt gewirkt. Wie leicht ist Ihnen dieser Schritt gefallen?

Ich hatte ein inneres Empfinden, das in den vergangenen Monaten immer stärker geworden ist. Es war das Gefühl, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um meine Karriere zu beenden. Ich bin sehr glücklich und stolz auf das, was ich erreicht habe. Und ich fühle mich sehr privilegiert, denn ich durfte für großartige Teams und mit tollen Teamkollegen arbeiten. Natürlich ist das jetzt ein großer Schritt, aber ich bin immer meinem Gefühl gefolgt und es wird mich auch jetzt nicht täuschen. Allan McNish und Dindo Capello haben mir bestätigt, wie schwierig eine solche Entscheidung ist, aber zugleich bin ich glücklich und werde sicher meine Freizeit genießen können.

Haben Sie es bereits verinnerlicht, dass Ihre Karriere nach dem Finale der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC bereits in einer Woche vorbei sein wird?

Natürlich ist es nicht einfach, das Ende meiner Karriere wirklich zu begreifen, und ich werde es sicher vermissen, nicht mehr regelmäßig im Rennwagen zu sitzen. Aber mir war es wichtig, die Entscheidung zu treffen, solange ich in einer starken Position bin. Auch in der nächsten Zukunft fahre ich noch das ein oder andere Rennen, zum Beispiel das Race of Champions oder historische Veranstaltungen. Ich freue mich auch sehr auf meine neue Rolle bei Audi und mehr Zeit für Familie und Freunde. Ich hatte 35 fast perfekte Jahre im Motorsport, aber ich bin mir sicher, dass es im Leben auch noch andere schöne Dinge gibt.

Was waren die emotionalsten Bekundungen, die Sie erreicht haben?

Es war unglaublich, die vielen positiven Rückmeldungen zu sehen, und alle waren sehr mitfühlend. Die Nachricht zum Rücktritt auf meiner Facebook-Seite hat mehr als 45.000 „Gefällt mir“-Klicks und 3.500 direkte Kommentare bewirkt. Ich schulde vielen Menschen großen Dank, allen voran den Fans. Ich habe eine Flut an Bekundungen erhalten, die mich sehr berührt haben – von der Schulklasse meines Sohnes Oswald über Jacky Ickx und aktuelle Rennfahrerkollegen bis hin zu Politikern und Mitgliedern des Königshauses.

Jahr für Jahr sind Tausende Ihrer Landsleute nach Le Mans gepilgert, um Sie fahren zu sehen. Es gab ein eigenes Dänen-Camp an der Strecke, das Sie jedes Jahr besucht haben. Was wird nun daraus?

Meine Landsleute haben wirklich einen riesigen Enthusiasmus gezeigt. Aber ich bin mir sicher, dass sie sich auch in Zukunft stark engagieren werden. Ich werde sie auch in den nächsten Jahren in Le Mans besuchen, jetzt habe ich sogar viel mehr Zeit für sie und für alle Audi-Fans. Und es gibt noch viele andere dänische Rennfahrer in Le Mans, die ihren Applaus und ihren Zuspruch verdient haben.

Biela/Molina stark am Drücker

Frank Biela (l.) und Miguel Molina Platz zwei bei 24h Slotcar-Rennen
Foto: Audi-Motorsport
Starker Auftritt in Hamburg: Bei einem 24-Stunden-Rennen für Slotcars fuhren die Audi-Piloten Frank Biela und Miguel Molina mit ihrem Audi R8 LMS im Maßstab 1:24 auf Gesamtrang zwei. Den Sieg verpassten die beiden in einer der knappsten Entscheidungen in der Geschichte des Rennens um umgerechnet weniger als 60 Sekunden. Molina gelang bei seinem ersten Start in Hamburg auf Anhieb der Sprung auf das Podium. Biela hatte den seit 1991 ausgetragenen Langstrecken-Klassiker für Slotcars zuletzt fünfmal in Folge gewonnen.

Montag, 24. November 2014

Formel-E in Malaysia: Sam Bird siegt

Sam Bird hat den Sieg in Malaysia seinem Freund Jules Bianchi, der sich nach seinem schweren Unfall beim Formel-1-Rennen in Japan immer noch in kritischen Zustand befindet, gewidmet.
Sam Bird siegt im zweiten Rennen in Malaysia
Foto: Formel-E-Media
Bird (Virgin Racing) begann das Rennen von Startplatz zwei und zog mit einem hervorragenden Überholmanöver am Trainigsschnellsten Oriol Servia (Dragon Racing) vorbei um die Führung zu übernehmen. Sehr schnell konnte er einen komfortablen Vorsprung herausfahren, den er bis zum Ende des Rennen kontrollierte.

"Im ersten Stint war ich in der Lage, eine relativ große Lücke herauszufahren, da war dann schon klar, das wir das Rennen gewinnen können, wenn wir keinen dummen Fehler machen." sagte Bird nach dem Rennen.

Foto: Formel-E-Media
Sam Bird, war, wie alle Fahrer, voll des Lobes für die Arbeit, die bei der Schaffung des Putrajaya Stadtkurs geleistet wurde. 

Der Zweitplazierte Lucas die Grassi startete von Startplatz 18 und konnte sich im Laufe des Rennens bis auf Platz zwei vorarbeiten. "Von ganz hinten noch vorzufahren, ist unglaublich - auch für die Meisterschaft", jubelt er. Ähnliches gelang Sebastien Buemi, der von 19 noch auf Rang drei raste: "Von der Startposition aus war das echt das Bestmögliche", sagt der Schweizer. "Das ist nicht so schlecht, würde ich sagen."

Nach dem Sieg ist Sam Bird nun Zweiter in der Meisterschaft, drei Punkte hinter dem Audi Sport Abt Piloten Lucas di Grassi, der das Rennen in Putrajaya als Zweiter beendete. Das Abt-Team führt nun die Teamwertung der Formel-E-Meisterschaft an.
Antonio Felix da Costa belegt in seinem ersten Formel-E-Rennen Platz acht
Foto: Formel-E-Media
Für Nick Heidfeld (Venturi) endete auch dieses Rennen unerfreulich. Er wurde wurde nach dem das Rennen beendet war offiziell aus dem Rennen ausgeschlossen, weil einen Boxenstopp außerhalb der erlaubten Zone vorgenommen wurde. Nach einem Unfall mit Franck Montagny stieg der Deutsche kurzerhand in sein Ersatzauto. Das bedeutet, dass sein 19. Platz im Rennen am Ende des Jahres nicht als Streichresultat gewertet werden kann.
Foto: Formel-E-Media
Rennergebnis Malaysia (Top-Five):

1. Sam Bird   (Virgin Racing)
2. Lucas di Grassi   (Audi Sport Abt)
3. Sèbastien Buemi   (e.dams Renault)
4. Nicolas Prost   (e.dams Renault)
5. Jerome d'Ambrosio   (Dragon Racing)

Meisterschaftsstand nach zwei Rennen (Top-Five):

1. Lucas di Grassi       (Audi Sport Abt)     43 Pkt.
2. Sam Bird                 (Virgin Racing)       40 Pkt.
3. Frank Montagny      (Andretti)                18 Pkt.
4. Nicolas Prost           (e.dams Renault)   18 Pkt. 
5. Jerome d'Ambrosio (Dragon Racing)    18 Pkt.

Samstag, 22. November 2014

Für Jan Bühn endet die Motorradsaison in Spanien durch einen Unfall vorzeitig

Für Motorradrennfahrer Jan Bühn aus dem badischen Kronau begann die Motorradrennsaison mit einem guten neunten Platz beim Saisonauftakt Anfang April auf der Rennstrecke in Jerez de la Frontera/Spanien.
 

Motorradrennfahrer Jan Bühn aus Kronau möchte mit seinem Team 
um Mentor Georg Räth (zweiter von links) und Teamkoordinator Dario Giuseppetti (ganz links)
 auch 2015 in Spanien starten
Der 23-Jährige war nach seinem fünften Endrang 2013 (Supersport-Kategorie) von der Internationalen Deutschen Motorrad-Strassenmeisterschaft in die spanische Motorradmeisterschaft gewechselt und ging für das spanische H43 Blumaq Team von Ex-Rennfahrer Manuel Hernandez in der Moto2-Klasse an den Start. Bei der zweiten Veranstaltung Anfang Juni in Aragon fand Jan Bühn kein richtiges Setup für seine AJR-Rennmaschine und belegte im Training nur den 25. Platz in der Moto2-Kategorie. Im ersten Lauf verfehlte der Badener mit dem 19. Platz die Punkteränge, doch beim zweiten Rennen in Aragon kämpfte er sich nach vorne und holte mit dem 12. Platz erneut Punkte. Mitte Juni ging es dann weiter auf die Rennstrecke in Barcelona, dort wurde Jan nach einem 12. Platz im Training im Rennen nach wenigen Runden von einem Kontrahenten abgeschossen und stürzte. Beim nächsten Renneinsatz auf der Strecke in Albacete konnte sich Jan Bühn vom 14. Startplatz im Training auf den neunten Rang wie in Jerez verbessern, damit gelang ihm die zweite Top Ten-Platzierung. Zwischen dem Rennen in Albacete und der nächsten Veranstaltung in Navarra Anfang September gab es eine achtwöchige Sommerpause. Dies nutzte Jan zu einem kurzfristigen Einsatz auf der Aprilia 1000 ccm im Rahmen der German Speedweek-Veranstaltung in Oschersleben in der Nähe von Magdeburg. „Ich bekam vom Motorradhändler Zweiradtechnik-Grebenstein aus Gera einen Anruf ob ich Interesse hätte zu fahren, da sich der dritte Fahrer beim freien Training verletzte. Ich bin dann gleich mit dem Wohnmobil nach Oschersleben gefahren und es hat sehr viel Spaß gemacht. Wir führten bis zur Hälfte des 8-Stundenrennens in der Open-Klasse,  bis uns zwei Defekte auf den dritten Rang zurück warfen. Es war ein tolles Erlebnis und gleich beim ersten Einsatz fuhren wir auf das Siegerpodest“, freute sich Jan Bühn. Nach Oschersleben standen Testfahrten für das nächste Rennen in Navarra/Spanien an, beim Training dort fuhr ihm der Tscheche Miroslav Popov in das Motorrad. Beim Sturz erlitt er einen vierfachen offenen Ellbogenbruch und damit war die Saison für den Kronauer vorzeitig beendet. Da der Ellenbogen langsam heilt konnte Jan Bühn erst Ende Oktober mit leichten Kraftübungen beginnen.

Beim Motorradfinale in Hockenheim schaute sich Jan Bühn mit einem Gipsverband um und führte Gespräche für die nächstjährige Rennsaison. „Ich würde gerne eine weitere Saison in Spanien fahren, mein Lehrjahr ist vorbei, ich kenne jetzt die Rennstrecken und möchte nun um Podestplätze kämpfen, aber dazu brauche ich eine Kalex oder Suter-Rennmaschine. Wir schauen uns auch in der IDM um, am liebsten würde ich dann in die Superstock-Klasse starten. Bei meinem Einsatz auf der 1000er Aprilia bin ich gleich gut zurechtgekommen. Ich möchte mich bei meinem ganzen Hernandez-Team und den Sponsoren bedanken, besonders bei meinem Mentor Georg Räth“, meinte der Badener. Obwohl Jan Bühn nur 5 von 10 Rennen bestreiten konnte belegte er als Zweitbester Deutscher Fahrer mit 18 Punkten den 20. Gesamtrang von 33 Piloten. Den Gesamtsieg in der Moto2-Klasse errang der Schweizer Jesko Raffin vor dem 18-Jährigen Deutschen Florian Alt aus Nümbrecht, die beide eine Kalex pilotieren. Über den Winter kann sich Jan Bühn wieder mehr seinem Studium zum Verkehrssystemmanagement an der Hochschule in Karlsruhe widmen. Wer Interesse an einer Verpflichtung von Jan Bühn hat, kann sich gerne über die Internetseite von Jan Bühn
www.jan-buehn.de mit ihm in Verbindung setzen.

Beitrag und Foto wurden zur Verfügung gestellt von Michael Sonnig