Donnerstag, 15. Januar 2026

IDM Superbike: „Die EURO MOTO ist eine geile Serie mit Kämpfen“

Markus Reiterberger ist vierfacher IDM Superbike-Champion. Er ist in die Weltmeisterschaft aufgestiegen, hat die Konkurrenz in Asien in Grund und Boden gefahren und kehrt jetzt doch wieder zu den Wurzeln zurück. Der 31-jährige Bayer aus Obing, den alle „Reiti“ nennen, startet im BMW-Team von Werner Daemen in der Klasse EURO MOTO Superbike, dem europaweit aufgewerteten IDM-Nachfolger. Im Interview erklärt er seine Motivation und was ihn neben der Strecke noch antreibt.

Sie haben vier Superbike-Titel in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft gewonnen. Was treibt Sie noch an? Müssen Sie etwas beweisen?

Neben meinen Langstrecken-Einsätzen in der EWC war ich letztes Jahr auch Superbike-WM-Testfahrer bei BMW für Toprak Razgatlioglu und Michael van der Mark. Das war ein sehr spannender, anspruchsvoller Job. Aber ich muss ehrlich sagen, dass auch ich selbst auch noch Rennen fahren kann und will. Bezüglich der EURO MOTO ist Teamchef Werner Daemen auf mich zugekommen. Ich hatte die Serie verfolgt und gesehen, wie überlegen Lukas Tulovic auf der Ducati war und die BMW´s etwas ins Straucheln geraten waren. Da habe ich mir gedacht, es ist eine Aufgabe für mich, das wieder in Ordnung zu bringen.

Reiti und BMW sind wie Topf und Deckel. Warum haben Sie nie einen Markenwechsel in Erwägung gezogen, um sich neu beweisen zu können?

Die Frage bekomme ich öfter. Die Antwort ist relativ einfach. Ich hatte mehrmals die Möglichkeit zu wechseln und war auch mehrmals kurz davor. Aber was mich immer wieder bei BMW gehalten hat, war das Werk selber, aber auch das Drumherum. Mein ganzes Umfeld, mein ganzer Rennsport hat sich immer um BMW, um Alpha Racing und um die Zusammenarbeit mit Werner Daemen gedreht. Das hätte ich bei einem Markenwechsel alles verloren. Mir ist bewusst, dass ich nur so stark bin, weil ich diese Leute um mich habe. Es hat mir immer Spaß mit ihnen gemacht und meiner Meinung nach ist das Rennfahren ein Teamsport. Zweimal habe ich das Team gewechselt. Das war in der Superbike-WM und ich habe richtig schlechte Erfahrungen gemacht. Da habe ich mir geschworen, dass ich aus Werners Team nicht mehr woandershin wechsle, wenn ich mich nicht wirklich schlecht fühle. Ich stand erst kürzlich wieder vor der Entscheidung, denn ich hatte ein recht gutes Angebot als Superbike-Testfahrer von einem anderen Hersteller. Doch dann haben BMW, Werner Daemen und ich ein Paket für die Langstrecken-WM wie auch für die EURO MOTO geschnürt.

Lukas Tulovic wird den Superbike-Titel in der EURO MOTO auf Ducati verteidigen wollen. Haben Sie beobachtet, an welchen Stellen Sie ihn schlagen können?

Boah, das ist schwer zu sagen. Ich war nie vor Ort, ich hab das nur online verfolgt. Mir ist aufgefallen, dass er saustark war und ich kenne auch die Aussagen von Konkurrenten. Das Paket war sehr gut und das Reglement kam der Ducati ein bisschen mehr entgegen als für die anderen Hersteller.

Was halten Sie von der Entwicklung der Serie in den letzten Jahren?

Die IDM und jetzige EURO MOTO ist auf einem richtig ansteigenden Level. Wenn wir schauen, wer dabei ist, dann sind da absolute Hochkaräter auf der Liste. Das ist nicht wie 2017 oder 2022, als ich ein oder zwei Gegner hatte. Das ist jetzt wieder vergleichbar mit 2014, 2015, wo wir gegen das Team von 3C-Carbon mit Xavier Forés, Lorenzo Lanzi und Max Neukirchner auf WM-Niveau gefahren sind. Das ist jetzt wieder eine richtig geile Meisterschaft, wo man sich richtig bekämpfen kann. Viele Leute denken zwar, ich mache einen Rückschritt, wenn ich in EURO MOTO antrete, aber das sehe ich nicht so. Es handelt sich um eine Europameisterschaft in extrem guter Verfassung.

In der Superbike-WM waren Sie mäßig erfolgreich unterwegs. Haben Sie die Ergebnisse abgehakt?

Es kommt immer mal wieder hoch. 2016 war die Blütezeit in meiner Karriere, nachdem ich 2015 so stark und schnell und fit wie noch nie war. Aber ich hatte keine Chancen in der WM. 2017 habe ich das mit einer größeren Besatzung wiederholt und bin mental in eine Sackgasse geraten. Das Fahren hat keinen Spaß mehr gemacht. Nach drei Rennen habe ich hingeschmissen und bin zurück in die IDM gegangen. Ehrlich: Da versuchst Du Dein ganzes Leben lang in die WM zu kommen und dann ist alles gar nicht so, wie Du dachtest. Du bist eine Nummer und musst mit dem zurechtkommen, was Du vorfindest. Es war nicht wie in der IDM oder in den früheren Teams, dass an jedem Detail gearbeitet wurde oder das Motorrad exakt an Dich angepasst wurde. Da gab es nur: Friss oder stirb. Das waren damals die Gegebenheiten. Es war auch nur ein klein gehaltenes Team mit wenig Werksunterstützung. Das hat dann halt einfach nicht gereicht.

In der Asia Road Racing Championship haben Sie die Gegner in Grund und Boden gefahren und wurden erfolgsbezogen entlohnt. Wie haben Sie das Geld angelegt?

Ich habe bis heute kein Geld erhalten. Was ich bis heute noch niemandem gesagt habe: Das Ganze ist zum Rechtsstreit eskaliert, den wir gewonnen haben. Ich bin damals dort gefahren, weil Alpha Racing in dem asiatischen Team involviert war. Ein starker und am besten deutschsprachiger Fahrer wurde gesucht. Ich bekam einen guten Vertrag. Preisgeldbasiert, also stark erfolgsabhängig, und mit wenig Grundgehalt. Mit der Unterstützung von BMW und Alpha Racing hat es immer gepasst, aber der Teamchef hat mich mit dem Preisgeld versetzt. Zeitweise war er verschollen, wurde aber aufgefunden und soll jetzt zahlen. Trotzdem wiege ich mich noch nicht in der sicheren Hoffnung, dass das was wird.

Wann Sind sie ihr letztes Superbike-Rennen gefahren?

Im September 2024 im ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team als Ersatz für den verletzten Toprak Razgatlioglu. Ich bin in Cremona auf den Plätzen 14 und 15 ins Ziel gekommen.

Ist es richtig, dass Sie das Tuning-Geschäft von Ralf Waldmann übernommen haben?

Als Nachbarn haben wir bei ihm und bei uns daheim zusammen viel an Kreidler-Motorrädern geschraubt. Als er gestorben ist, habe ich sein Sortiment zu meinem dazugenommen und mir damit ein zweites Standbein neben dem Rennsport aufgebaut. Für mich stand fest, das Ganze muss weiterleben. Seitdem mache ich Moped-Tuning, Restaurationen, Abstimmungen hauptsächlich von Zweitaktern, Kreidler und alles, was es so gibt. Oder Rennauspuffe, die auf dem Prüfstand abgenommen werden und TÜV- konform offiziell auf der Straße gefahren werden dürfen. Mit meinem Vater habe ich unseren alten Bauernhof renoviert und eine Werkstatt gebaut. Mein drittes Standbein ist das CNC-Fräsen. Die Maschine dafür habe ich mir vor ein paar Jahren gekauft. So sieht mein Aufgabengebiet neben dem Rennsport aus.

Könnten Sie davon Ihren Lebensunterhalt bestreiten?

Damit bin ich so ausgelastet, dass ich das alleine kaum bewältigen kann. Ja, ich könnte davon leben. Diese Zukunftssicherheit war mir auch wichtig. Ich bin nicht abhängig vom Rennsport. Weil meine Eltern immer gesagt haben, du machst einen Schulabschluss. Du machst eine Lehre. Das habe ich alles absolviert und bin Motorradmechaniker geworden. Ich wollte nicht der Rennfahrer sein, der da irgendwann mal im Arsch ist und ohne alles dasteht.

Sie haben seit zwei Jahren eine kleine Familie gegründet. Wie hat sich Ihr Leben nach der Geburt von Valentina verändert?

Ich musste mich zeitlich neu aufstellen. Weil ich mit zwei oder besser gesagt drei Berufen schon relativ eingespannt war. Dann kamen noch der Hofumbau und der Hausbau dazu. Ich versuche den Tag so einzuteilen, dass ich entweder Früh- oder Spätschicht mache oder beides. Weil ich selbstständig bin, lässt sich das ganz gut einteilen. Aber ich kann mich schwer von meinen zwei Mädels zu Hause trennen kann und setze alles daran, jeden Tag ein paar Stunden Zeit mit ihnen zu verbringen. Zum Abendessen will ich daheim sein und der Sonntag ist ein reiner Familientag geworden.

Hat Valentina ein Schaukelpferd oder ein Schaukelmotorrad?

Beides. Ich habe auch noch ein kleines Fahrerlagermoped. Auf den Tank habe ich ein Tankpad gebaut und drunter eine Fußrastenanlage. So fahren wir mit der 50er zu den Eseln und den Schafen bei uns am See, von denen sie so begeistert ist, kaufen uns ein Schoko-Eis und fahren wieder heim.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Moto3-WM: „Ich konnte es gar nicht richtig glauben“

Es war wie ein Wunder für ihn selbst und eine Sensation für alle deutschsprachigen Fans der Motorrad-Weltmeisterschaft: Der Österreicher Leo Rammerstorfer steht vor seiner ersten Grand-Prix-Saison in der Moto3-Klasse. Damit wird es 2026 zumindest wieder einen Fahrer mit deutscher Muttersprache im Paddock geben – und sein Sprungbrett war die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) aus der jetzt die neue EURO MOTO hervorgegangen ist.

Leo Rammerstorfer ist der Sprung in die Grand-Prix-Szene gelungen. Drei IDM-Jahre formten ihn.
Foto: Dino Eisele

In den letzten Tagen hat das Telefon bei den Rammerstorfers in Feldkirchen ständig geklingelt. Die Sponsoren haben angerufen, die Presse wollte Genaueres wissen, Termine mussten abgestimmt werden. Das italienische Team SIC58 Squadra Corse hatte zuvor die Verpflichtung von Leo Rammerstorfer für die Moto3-Saison 2026 verkündet. Der 21-jährige Österreicher erhielt den zuerst für den Schweizer Noah Dettwiler reservierten Platz. Dieser hatte seine Ansprüche darauf trotz seiner schnell fortschreitenden Genesung nach dem desaströsen Unfall in Sepang abgegeben. Für Dettwiler kommt die neue Saison zu früh.

Leo Rammerstorfer gehörte drei Jahre lang zum Kader des sächsischen Freudenberg-Teams. Als er mit seinem Vater 2020 spontan zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf den Lausitzring fuhr, glich der Ausflug fast einem Himmelfahrtskommando. Das in der Supersport 300 Freudenberg-Team gewährte den Beiden Unterschlupf und kümmerte sich auch um die mitgebrachte Yamaha. Am Saisonende wechselte er das Fabrikat und fuhr wie seine Teamkollegen Lennox Lehmann und Dirk Geiger eine KTM RC 390 R. Ein Jahr später errang Rammerstorfer auf dem Red Bull Ring seinen ersten Podiumsplatz und 2020 verabschiedete er sich mit drei Siegen und drei weiteren Podiumsplatzierungen vom Freudenberg-Team und der IDM Supersport 300. Der Grundstein für die WM-Karriere wurde auf deutschem Boden gelegt. Seine nachfolgenden Leistungen im Red Bull Rookies Cup und im FIM Junior-GP brachten den gelernten Installateur dorthin, wo er jetzt ist.

„Ich konnte es gar nicht glauben, was da passiert ist“, ist Leo Rammerstorfer immer noch von den Ereignissen überwältigt. „Seit dem Sturz von Noah Dettwiler war ich mit dem Team SIC58 Squadra Corse in Kontakt. In Valencia wurde alles konkreter und ein italienischer Manager hat sich eingebracht. Mit den Details kennt sich mein Papa aus.“

Während der 21-jährige Leo in Zukunft an der Seite seinen irischen Teamkollegen Casey James O’Gorman in der Moto3-WM antritt, führt sein Bruder Luis Rammerstorfer die Tradition fort und erfreut sich 2026 der Sportbike-Nachwuchsförderung im Team Freudenberg-RORA Paligo Racing im IDM-Nachfolger EURO MOTO.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Dienstag, 13. Januar 2026

ADAC GT-Masters: Formel 1-Legende unterstützt Nachwuchstalent

Nach einem lehrreichen Jahr 2025 wird der Österreicher Tim Hütter 2026 erstmals die komplette ADAC GT Masters Saison für das Liqui Moly Team Engstler bestreiten. Der langjährige Formel 1-Teamchef Franz Tost wird ihn dabei unterstützen.


Nachdem Hütter 2025 vier Rennwochenenden im ADAC GT Masters bestritt, wird der 18-jährige Österreicher 2026 eine komplette Saison fahren. Der Nachwuchspilot aus dem oberösterreichischen Gallneukirchen wird dabei weiterhin in einem Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 für das Liqui Moly Team Engstler antreten. Zur Saisonvorbereitung wird Hütter zwischen Januar und März ausgewählte Rennen bestreiten. 

Unterstützung erhält Tim Hütter dabei zukünftig von der österreichischen Motorsport-Legende Franz Tost. Der Tiroler war zwischen 2006 und 2023 Teamchef vom Toro Rosso-Rennstall (ab 2020 AlphaTauri) in der Formel 1. Zuvor war er für BMW in der Formel 1 tätig. In seiner Zeit im Juniorteam von Red Bull arbeitete er mit den beiden viermaligen Weltmeistern Sebastian Vettel und Max Verstappen. Mit seiner langjährigen Erfahrung wird er Hütter menschlich und sportlich in seiner Entwicklung unterstützen.

„Meine Ziele sind klar: weiterhin Fortschritte und Verbesserungen zu erzielen. Ich werde auf jeden Fall alles dafür tun, meinem Ziel einen großen Schritt näher zu kommen“, so Hütter. „Von Franz Tost kann ich aufgrund seiner Erfahrung sehr viel lernen! Die Ehre zu haben, von ihm Tipps zu bekommen, ist sehr groß.“ Derzeit trainiert er fast täglich im Fitnessstudio, auf der Kartbahn und im Simulator, um sich perfekt vorzubereiten. Zudem darf Hütter – dank eines Sponsors – im Olympiastützpunkt Linz mit Mentaltrainern zusammenarbeiten.

Lamborghini-Werksfahrer und DTM Pilot Luca Engstler wird Hütter auch weiterhin als Mentor zur Seite stehen. Die Vorfreude auf die 2026er Saison im Liqui Moly Team Engstler ist auf der Seite von Hütter groß. Mit Tourenwagen-Legende Franz Engstler, seiner Frau Ulrike und Sohn Luca hat Hütter seine Motorsportfamilie gefunden. Auch auf die Zusammenarbeit mit seinem Renningenieur Bernd Ordemann freut sich Hütter bereits sehr. 

Quelle: www.adac-motorsport.de

Montag, 12. Januar 2026

IDM Superbike: Interview mit Marcel Schrötter

Nach 15 WM-Jahren kehrt Marcel Schrötter in die deutsche Rennszene zurück. Der 33-jährige Bayer wird auf BMW im Team von GERT56 um den Titel in der EURO MOTO Superbike-Klasse kämpfen. Seinen wohl größten Triumph hat Schrötter wohl schon am 3. Januar gefeiert. Einen Tag nach seinem eigenen Geburtstag sind er und seine Freundin stolze Eltern einer Tochter, die Maja heißt, geworden. Wir haben exklusiv mit ihm gesprochen.

Er ist wieder da und nimmt ein große Projekt in Angriff:
Marcel Schrötter bestreitet 2026die EORO
 Moto in der Superbike-Klasse
Foto: PR_Bild Marcel Schrötter


Nach 15 Jahren hast Du keinen WM-Startplatz mehr erhalten. Was war der Grund?

Keinen Startplatz mehr erhalten, so würde ich das gar nicht sagen. Ich hätte noch mehrere Möglichkeiten gehabt. Aber unter den gegebenen Bedingungen sehe ich es einfach nicht ein weiterzumachen. Ich bin an einem Punkt in meiner Karriere und in einem Alter, wo es auch finanziell weitergehen muss. Ich hätte alles in der Hand gehabt, um eine gute Saison zu machen. Aber das Niveau der Supersport-WM hat in den letzten drei Jahren extrem angezogen. Es gibt mehr Fahrer auf extrem hohem sportlichen Level. Nicht so wie in den vergangenen Jahren, dass ein, zwei gute dabei waren und der Rest war einfach normal. Ich sage jetzt einfach mal so, ohne das abwertend zu meinen. Mittlerweile sind halt echt viele Ex-Moto2-Fahrer am Start. Mindestens 10 bis 15 Jungs sind verdammt schnell. Das Niveau der Fahrer hat enorm angezogen, das der Teams aber nicht. Motorradfahren ist meine größte Leidenschaft, aber ich muss damit auch mein Geld verdienen. Und da ist auch die Supersport-WM ein sehr, sehr, sehr schwieriges Pflaster.

Auch wenn man wie Du im Jahr 2019 drei Podiumsplätze und drei Pole Position in der Moto2 zu bieten hatte?

Wenn man aus der Moto2 kommt, ist das immer ein großer Pluspunkt. Ich habe jetzt drei Jahre lang Geld verdient. Aber dann kommt eben so eine Saison wie im letzten Jahr und das in meinem Alter, da musste ich umso mehr abliefern. Und das war nicht der Fall.

Wo lag das Problem?

mit. Es gibt es extreme Schwankungen zwischen guten Teams und schlechten Teams. Ich war teilweise schockiert zu sehen, dass es auf WM-Niveau Teams gibt, in denen irgendein Kumpel oder „Spezi“ was macht, der ein bisschen Bock auf das Ganze hat, ein bisschen Kohle hat oder wie auch immer. Und das funktioniert einfach nicht.

Wie war es 2025 in Deinem Jahr auf der Ducati Panigale V2 bei Wepol?

Wir hatten alle Voraussetzungen erfolgreich zu sein, aber sie wurden nicht genutzt aus Gründen, die ich nicht näher beschreiben will. Und deswegen hat es leider nicht für mehr gereicht.

Was war deine aufregendste Zeit in deiner ganzen WM-Laufbahn?

Ich glaube, es waren die ersten WM-Jahre, wenn man als junger Mensch mit 16, 17, 18, 19 Jahren um die Welt reisen darf und alles zum ersten Mal sieht. Das weiß ich sehr zu schätzen. Aber auch die Rennen auf dem Sachsenring, vor allem 2019 mein Podiumsplatz in der Moto2. Es gab ja mehrere Rennen, in denen ich ums Podium gekämpft habe. 2022 habe ich es wegen eines Schaltfehlers in der letzten Kurve verpasst. Ich habe immer vor den Fans abgeliefert, was ging. Manchmal war ich der einzige deutsche Fahrer überhaupt, dem sie anfeuern konnten. So ein Gefühl bekommt man nirgendwo anders. Das ist schon was ganz Besonderes und wir wissen, wofür wir das alles machen. Für mich war aber auch ein Highlight, sechs Jahre im Intact GP-Team fahren zu dürfen. Das war wie in einer Familie zu sein. Über die Jahre ist eine tiefe Freundschaft entstanden. Ich fühle mich bis heute als ein Teil des Teams.

Kannst Du Dich noch an die Anfänge Deiner Karriere erinnern, wie Dich Toni Mang, Sepp Schlögl und Adi Stadler angeschoben haben? Haben Dir solche Hintermänner später manchmal gefehlt?

Daran kann ich mich sogar sehr gut erinnern. Sie konnten aus wenig viel machen. Die Leute hinter mir waren mit den super Kontakten das Beste, was man zusammen mit Honda haben konnte. Wir hatten wenig, was Manpower anbelangt, das Budget war auch nicht das größte, aber wir hatten den gewissen Support. Was mir fehlt, sind Leute, die einfach gut sind. Gerade in der Supersport-WM war das jetzt sehr, sehr schade. Es sind alles gute Leute, nette Leute, aber so wie damals und jetzt im Grand Prix gearbeitet wurde und wird, wie auf Details geachtet wird, die Performance, auf viele Kleinigkeiten, das ist anders. Klar, der Sepp kommt aus einer anderen Zeit. Wir sind die ganze IDM-Zeit und sogar das komplette erste WM-Jahr ohne Datarecording gefahren. Ich war ein Rookie in der WM und ohne Datarecording war es schon extrem schwierig, wenn man in Malaysia auf einen über sechs Kilometer langen Kurs kommt, der sauschwierig zu fahren ist, und hat dann null Daten, die man sich anschauen kann von anderen Fahrern. Aber auf der anderen Seite zeigt es halt auch, dass man erfolgreiche zusammenarbeiten kann, wenn die Leute einfach gut sind. Sowas fehlt mir heute.

Jetzt bist du wieder da. Wie sehr bist du eigentlich noch in der Szene drin?

Ehrlicherweise gar nicht so sehr. Nach dem WM-Einstieg war ich vielleicht noch drei Mal auf einer IDM-Veranstaltung, sogar mit einem Gaststart. Über YouTube habe ich die Serie verfolgt, aber hundertprozentig drin im Thema bin ich nicht.

Wie ist der Kontakt zu Team GERT56 entstanden?

Wir haben die gleiche Physiotherapeutin und GERT56 stand zuerst gar nicht auf dem Zettel. Es gab Gespräche mit Herstellern und auch über eine BSB-Saison. Aber das hätte alles nicht wirklich richtig funktioniert. Und dann tauchte über die Physio-Alex die GERT56-Telefonnummer auf. Ich wusste, dass das Team bei den vorderen mit dabei ist und habe Teamchef Karsten Wolf angerufen. Weil ich ja auch gerne BMW fahren wollte. Weil ich ja auch in der Langstrecken-WM für ERC Endurance auf BMW fahre. Diese Station war zuerst fix. Weil sie mir die finanzielle Sicherheit in diesem Jahr gibt. Ich bin froh, vom EWC-Team die Freigabe bekommen zu haben, auch in der EURO MOTO zu starten. Das war mir wichtig. Vier EWC-Rennen in einem Jahr sind sehr wenig und ich mag nach wie vor Rennen zu fahren. Und ich habe auch richtig Bock, in der neuen EURO MOTO Superbike dabei zu sein.

Wie groß sind deine Ambitionen, in der EURO MOTO Superbike jetzt was zu reißen? Letztes Jahr ist Lukas Tulovic als Ex-Moto2-Fahrer in die höchste Klasse gekommen und hat auf Anhieb den Titel geholt.

Mir ist völlig klar, dass die Erwartungshaltung sehr hoch ist. Ich war lange genug WM-Fahrer, da muss es einfach das Ziel sein, um den nationalen Titel zu kämpfen. Das heißt nicht, dass es einfach wird. Klar, Tulo kam und hat gewonnen, vielleicht mit einem kleinen Materialvorteil. Aber egal. Definitiv ist die Erwartung an mich da, von außen, von mir natürlich auch. Aber ich will nicht mit Sprüchen klopfen, sondern mir ist bewusst, was ich zu tun habe. Und ja, ich muss es einfach mit Leistung zeigen und überzeugen. Wichtig ist Spaß zu haben und in einem bekannten Umfeld zu fahren. Und vor vielen deutschen Fans, die mich seit Jahren unterstützen. Mein Crew Chief Ronny Schlieder hat mir zudem gesagt, dass wir vom neuen Partner Öhlins wir über topaktuelles Material bekommen werden und das Motorrad durch die BMW-Kit-Elektronik MRCK bestens aufgestellt sein soll.

Du warst mal zweifacher Meister im Ski Freestyle und Eishockey-Spieler. Was ist daraus geworden?

Ich spiele zumindest noch Eishockey. Wir haben eine eigene Hobby-Mannschaft, die „Lechroaner“. Es gibt auch eine Meisterschaft mit Punkterunde, Playoffs, Halbfinale, Finale. Das ist immer richtig cool. Da spiele ich eigentlich schon immer mit. Als ich in die Motorrad-WM aufgestiegen bin, habe ich im zweiten Jahr aufgehört, so intensiv zu spielen. Das ist ja auch eine Verpflichtung. Es war zuviel, das ganze Jahr unterwegs zu sein, ohne eine einzige Pause. Eishockey mit die Tagen Training pro Woche und dann zwei Spiele. Das Ganze bis Ostern. Dann hat die WM-Saison angefangen. Irgendwann habe ich kapiert, dass ich mich auf eins konzentrieren muss und den Winter für die Vorbereitung brauche – und zum Runterkommen.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Samstag, 10. Januar 2026

Link/Moser 2026 im BMW von FK Performance

In der Saison 2026 werden Luca Link und Luis Moser für FK Performance Motorsport in der ADAC GT4 Germany starten. Beide Piloten kennen die Serie gut.

Bei FK Performance Motorsport steht die ADAC GT4 Germany auch 2026 wieder im Fokus. Dann will der Rennstall aus Bremen erneut um vordere Platzierungen mitkämpfen und hat dafür mit Luis Moser (17/AUT) und Luca Link (21/Günzburg) ein neues Fahrer-Duo verpflichtet. Sie teilen sich einen BMW M4 GT4 Evo. Beide waren bereits in der Saison 2025 Teamkollegen, traten aber für ein anderes Team an.

Link ist im ADAC Motorsport fest verankert. Nach Einsätzen im Prototype Cup Germany gab er 2024 sein Debüt in der ADAC GT4 Germany. 2025 bestritt er die komplette GT4-Saison. „Ich freue ich mich riesig, den Weg mit FK Performance Motorsport zu gehen und bin richtig heiß auf ein paar Podiumskämpfe. Ich weiß, dass das Auto und die Fahrerpaarung von Luis und mir richtig schnell sein kann“, erklärt Link. „Das Ziel liegt ganz klar auf einer langfristigen Partnerschaft mit dem Endziel GT3, weswegen wir auch nächstes Jahr schon GT3-Tests absolvieren werden und uns darauf vorbereiten.“

Der Österreicher Moser ist seit 2025 in der ADAC GT4 Germany unterwegs und beendete die Saison auf Platz vier der Rookie-Wertung. „Ich freue mich extrem auf die kommende ADAC GT4 Germany-Saison. Mein klares Ziel ist es, konstant vorne mitzufahren und um Podestplätze zu kämpfen. Gemeinsam mit dem Team möchte ich mich weiterentwickeln, das Maximum aus jedem Rennwochenende herausholen und am Ende der Saison dort stehen, wo das Team hingehört - ganz vorne“, ist er hoch motiviert.

FK Performance Motorsport geht 2026 in die vierte ADAC GT4 Germany-Saison. 2025 konnte die Mannschaft von Fabian Finck und Martin Kaemena die dritte Position in der Team-Wertung erzielen. Auf dem Nürburgring und dem Sachsenring wurde jeweils ein Laufsieg geholt. An diese Erfolge soll 2026 angeknüpft werden.

Quelle: www.adac-motorsport.de