Dienstag, 11. August 2026

Euro Moto Superbike: Update zu Twan Smits und dem R1-Motorschaden

Beim ersten Superbike-Rennen der EURO MOTO in Oschersleben löste der Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits mehrere schwere Stürze aus. Wie durch ein Wunder konnten alle Beteiligten das Kiesbett selbstständig verlassen. Twan Smits verletzte sich an der rechten Hand.

Bis zum zweiten Rennen wurden die Motorräder neu aufgebaut. Theoretisch wäre auch Smits wieder einsatzbereit gewesen, doch der Niederländer fehlte am Grid. „Nach weiteren Untersuchungen mit Spezialisten haben wir schließlich Entscheidung getroffen, ihn vom zweiten Rennen zurückzuziehen“, erklärt Apreco-Yamaha-Teamchefin Corine Brandhorst.

Wie geht es jetzt weiter mit dem einzigen Yamaha-Fahrer in der EURO MOTO Superbike? „In den vergangenen Tagen wurden Röntgen- und MRT-Untersuchungen durchgeführt. Dabei wurden Verletzungen im sogenannten Tri-Scaphoid-Bereich der rechten Hand festgestellt“, gibt Brandhorst bekannt. „Twan wird die beiden Rennwochenenden in Assen und auf dem Nürburgring mit einer speziellen Schiene und unter Betreuung eines medizinischen Spezialisten bestreiten, der die Situation direkt an der Rennstrecke überwachen wird. Wir müssen abwarten, ob er am Sonntag jeweils die komplette Renndistanz absolvieren kann, sind aber zuversichtlich, dass Top-6-Ergebnisse möglich sein werden.“

Twan Smits macht sich nicht nur Gedanken um seine Hand, sondern auch die Konkurrenten. „Es tut mir leid für alle Fahrer, die in den Unfall verwickelt waren, besonders für Florian Alt und Markus Reiterberger. Wir hatten einen großartigen Kampf, der richtig Spaß gemacht hat, und ich hoffe, dass wir dieses Duell eines Tages noch einmal austragen können.“

Der 22-Jährige kündigt an: „Jetzt liegt mein Fokus auf meiner Genesung und darauf, in den kommenden beiden Rennwochenenden wichtige Meisterschaftspunkte zu sammeln, bevor ich in Hockenheim wieder vollständig fit sein möchte. Deshalb werde ich auch nicht beim 24-Stunden-Rennen der FIM Endurance World Championship, dem Bol d’Or, an den Start gehen. Ich konzentriere mich vollständig auf meine Regeneration für EURO MOTO.“

Wie es in Oschersleben zum Motorschaden kam, dazu gibt Marketing-Manager Wim Vermeulen ein Statement ab: „Die in der Superbike-Klasse eingesetzten R1-Motoren werden auf Wunsch von Yamaha durch Ten Kate geliefert und betreut. Der zweite Motor wurde beim dritten Rennwochenende in Most eingebaut und war ein komplett neuer Motor der neuesten technischen Spezifikation. Die bisherigen Analysen zeigen, dass unmittelbar nach einem Gangwechsel von Twan eine Pleuelstange versagt hat. Dies führte zunächst zu einem kurzen Leistungsverlust und anschließend zum vollständigen Motorausfall. Alle aufgezeichneten Parameter lagen innerhalb der vorgesehenen Betriebsgrenzen. Sowohl der Öldruck befand sich jederzeit im freigegebenen Bereich, als auch der Motor wurde während des gesamten Rennwochenendes nicht überdreht. In den kommenden Tagen werden weitere Untersuchungen durchgeführt.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

DTM-Titeljagd am Nürburgring: Engel unter Druck der Verfolger

  • Spitzenreiter Maro Engel reist mit 21 Punkten Vorsprung in die Eifel
  • DTM-Comeback von Christian Engelhart im Lamborghini
  • Volles Programm: Kart-Grand Prix, eSports-Finale, Truck-Go-and-Stop


Die DTM steuert auf die Zielgerade zu: Beim sechsten von acht Tourstopps geht der Meisterschaftskampf auf dem Nürburgring (14. bis 16. August) in die heiße Phase. Spitzenreiter Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) reist mit einem Vorsprung von 21 Punkten in die Eifel. Ein beruhigendes Polster ist das allerdings nicht, denn die Tabellenführung wechselte in der laufenden Saison bereits achtmal. Mit Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) und dem wiedererstarkten Thomas Preining (A/Manthey) lauern drei weitere Titelkandidaten in Schlagdistanz. Wie ausgeglichen der Kampf um die Krone ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Unter den ersten acht sind sieben verschiedene Hersteller vertreten – beste Voraussetzungen für ein spannendes Wochenende am Nürburgring.

Tickets gibt es ab 49 Euro auf dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. ProSieben zeigt die Rennen live im Free-TV. Sendebeginn ist am Samstag und Sonntag jeweils um 13 Uhr. Im kostenlosen Livestream sind die beiden Meisterschaftsläufe bei Joyn, ran.de, ServusTV On und auf dem YouTube-Kanal der DTM zu sehen. Am Sonntag wird zudem erstmals ein DTM-Rennen mit einer Live-Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Fans angeboten. Die Übertragung ist über tohr-blindenreportage.de abrufbar.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 11 und 12 von 16

  • Streckenlänge: 3.629 Meter
  • Layout: Elf Kurven (sieben Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2025, Rennen 1: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3)
  • Sieger 2025, Rennen 2: René Rast (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 Evo)
  • Engel im Höhenflug – Verfolger unter Zugzwang

Engel fährt in diesem Jahr auf der Überholspur und gehört in der DTM seit dem ersten Lauf zur Spitzengruppe. Der Routinier überzeugt mit beeindruckender Konstanz: Im Schnitt sammelte der Mercedes-AMG-Pilot bisher 29 Punkte pro Rennwochenende. In der Eifel jubelte Engel dieses Jahr zudem über den Sieg beim ADAC Ravenol 24h Nürburgring und geht mit guten Erinnerungen in den sechsten DTM-Stopp. „Es ist kein Geheimnis, dass der Nürburgring eine meiner Lieblingsstrecken ist. Ich habe dort tolle Erfolge gefeiert. Die vielen Fans machen jedes Rennen zu einem Spektakel. Die Tabellenführung ist eine Momentaufnahme. Wir denken von Rennen zu Rennen und wollen uns stetig verbessern. Denn die Konkurrenz schläft nicht“, sagt Engel.

Für den Gesamtzweiten Thiim lief es am Rennwochenende in Oschersleben nicht nach Wunsch. Der Däne verlor die Tabellenführung, will am „Ring“ mit seinem Aston Martin Vantage GT3 aber wieder um den Sieg kämpfen. Thiim: „Dass wir als Tabellenzweiter zum Nürburgring reisen und überhaupt über den Titel sprechen können, ist etwas, wovon wir vor der Saison geträumt haben. Für uns Fahrer ist die Sprintstrecke eine gute Mischung aus engen Kurven und schnellen Passagen. Genau das liebe ich an der DTM: Wir fahren häufig Streckenvarianten, die man aus anderen Rennserien so nicht kennt.“

Auer wartet nach einem starken Start mit drei Podestplätzen aus den ersten drei Läufen auf ein weiteres Erfolgserlebnis. Der Österreicher braucht in der Eifel wieder ein Top-Ergebnis, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren. Mit Rückenwind reist dagegen Mirko Bortolotti an den Nürburgring (TGI Team by GRT). Der Italiener schrieb in der DTM Geschichte, als er in Oschersleben den weltweit ersten Rennsieg des Lamborghini Temerario GT3 feierte. „Wenn wir eine Siegchance bekommen, nutzen wir sie“, kündigt Bortolotti an. „Auf dem Nürburgring habe ich 2023 mein erstes DTM-Rennen gewonnen. Mit dem Temerario stecken wir noch voll in der Entwicklung. Für uns wird es darum gehen, in den Trainings die richtige Abstimmung fürs Fahrzeug zu finden. Wichtig ist für mich, in eine Position zu kommen, in der ich um ein gutes Ergebnis kämpfen kann.“ Das TGI Team by GRT geht am Nürburgring mit einem neuen Fahrer ins Rennen: DTM-Rennsieger Christian Engelhart (Starnberg) feiert sein Comeback und ersetzt im Lamborghini-Team den verletzten Maximilian Paul.

Heimspiel für zwei Eifel-Teams

Manthey und HRT Ford Performance sind am Nürburgring zu Hause. Von den Firmensitzen beider Rennställe bis zur Traditionsstrecke sind es nur wenige Minuten. Auch für Ford-Fahrer Arjun Maini (IND) ist das Eifelrennen ein Heimspiel. Der Inder lebt im nur eine gute Autostunde entfernten Troisdorf. Porsche-Pilot Preining will im „Grello“ von Manthey nach der Galavorstellung in Oschersleben den nächsten starken Auftritt folgen lassen. Noch wartet der 28-Jährige allerdings auf seinen ersten DTM-Sieg auf dem Nürburgring. „Wir gehen hochmotiviert in unser Heimspiel und wollen vor unseren Fans an die Leistung des letzten Rennwochenendes anknüpfen. Mercedes ist diese Saison stark unterwegs. Aber das sind wir auch und es wird langsam Zeit, den ersten DTM-Sieg für Porsche am Nürburgring zu holen“, erklärt Preining.

Rennaction und Nostalgie am Nürburgring

Zusätzliche Rennaction versprechen auf dem Eifelkurs drei weitere Rennserien: Die ADAC GT4 Germany, der BMW M2 Cup und der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland sorgen für packenden Motorsport. Wer es nostalgisch mag, kommt bei den Showfahrten mit legendären Fahrzeugen aus vier DTM-Jahrzehnten auf seine Kosten. Auch abseits der Rennen wartet am Nürburgring ein volles Programm. Am Freitag ab 18.30 Uhr findet auf der Ring-Kartbahn der DTM Kart Grand Prix statt, unter anderem mit Ben Dörr, Tom Kalender und David Schumacher. Am Samstag ab 15 Uhr wird im RaceRoom SimRaceCafé im Ring-Boulevard das Finale der DTM eSports Championship ausgetragen, am Abend wartet dann der Wettbewerb „DTM-Trucks Go and Stop“ auf der Start-Ziel-Geraden.

Ikonen auf der Strecke, Legende am Steuer: Mustang und Kurt Thiim bei der DTM Classic am Nürburgring

  • DTM Champion Kurt Thiim zurück im Mercedes 190E Evo II
  • Original Ford Mustang von Gerd Ruch
  • Insgesamt fünf Showfahrten im Rahmenprogramm der DTM


Kaum eine Strecke ist so eng mit der Geschichte der DTM verbunden wie der Nürburgring, seit 1984 war die Serie in ausnahmslos jeder Saison zu Gast. Passend also, dass am DTM-Rennwochenende vom 13. bis 15. August auch eine Auswahl legendärer DTM-Klassiker, wie Audi V8, Mercedes 190E Evo II und BMW M3 E30 auf der Grand-Prix-Strecke ihre Runden drehen und die Anfänge der Serie erlebbar machen. Insgesamt fünf Mal lassen die Boliden der 80er und 90er Jahre die Eifel beben.

Auch am Steuer erwartet die Besucher eine Legende: DTM-Champion Kurt Thiim pilotiert einen Mercedes 190E EVO II. Zwei Mal konnte der Däne während seiner aktiven Zeit am Ring einen Sieg nach Hause fahren. 1986 krönte er seine Saison zusätzlich mit dem Gesamtsieg, damals auf einem Rover Vitesse. Vom Titel träumt auch Sohn Nicki, der in diesem Jahr im Aston Martin in der DTM mehrfach überzeugen konnte, bereits an der Tabellenspitze stand und mit Sicherheit auf die Unterstützung seines Vaters vor Ort zählt.

Schon seit letztem Jahr hat die DTM einen neuen Publikumsliebling: den Ford Mustang GT3. Mit Arjun Maini und Finn Wiebelhaus im Cockpit stand das Muscle Car in dieser Saison bereits mehrfach auf dem Podium. Der neue GT3-Renner von Ford ist jedoch nicht das erste Pony, das die DTM aufmischt. Bereits Ende der 80er und Anfang der 90er Jahren ging der Berliner Einzelkämpfer Gerd Ruch mit einem Mustang der dritten Generation, auch Foxbody genannt, an den Start und eroberte die Herzen der Zuschauer. Nach über 30 Jahren kehrt das Rennpferd aus Michigan an den Nürburgring zurück und liefert den Fans ein einmaliges V8-Sounderlebnis.

Für Ford-Fans nicht genug: Drei Ford Sierra Cosworth RS500, Meisterauto im Jahr 1988, lassen sich live und in Action bestaunen. Darüber hinaus ergänzt eine Rarität aus Japan die Auswahl an DTM-Klassikern: eine echte Toyota Supra Mk3 DTM von 1987. Schon 1989 war der Wagen, damals mit Philipp Müller als Fahrer, auf dem Nürburgring im Einsatz. Bis heute ist er im originalen Look und mit historischer Startnummer unterwegs.

Wer sich den von den DTM-Klassikern gebotenen Hochgenuss für die Augen und Ohren nicht entgehen lassen möchte, der sollte am Freitag von 13:20 bis 13:40 und 18:05 bis 18:25, am Samstag von 12:05 bis 12:25 und 17:20 bis 17:35 und am Sonntag von 09:40 bis 09:55 an die Strecke kommen. Für alle die es nicht in die Eifel schaffen: Auch im Fan TV bei Joyn werden die Motorsport-Ikonen zu sehen sein.



Freitag, 7. August 2026

ADAC GT Masters: Ein Blick hinters Visier: Kiano Blum und Niklas Kalus

Sie teilen sich das Cockpit und kämpfen gemeinsam um Tausendstelsekunden auf der Strecke – doch wie ticken sie abseits des Lenkrads. Die Fahrer-Duos des ADAC GT Masters beantworten persönliche Fragen über sich selbst und ihren Teamkollegen. Von Kochkünsten bis Temperament: Wie schätzen sich die Duos ein. Heute Kiano Blum und Niklas Kalus, die sich den Ford Mustang GT3 Evo des Haupt Racing Teams teilen.


Wer von euch ist der Frühaufsteher und wer der Langschläfer?

Niklas Kalus: Wir stehen beide gegen sieben oder acht Uhr auf, also sind wir uns ähnlich. Keine Ahnung, ob das jetzt Frühaufsteher oder Langschläfer ist.

Wer von euch ist der bessere Koch?

Kiano Blum: Ich koche sehr gerne, ich wasche aber leider nicht gerne ab (lacht). Wenn ich Lust habe, koche ich gerne mit Freunden zusammen. Das passiert so einmal im Monat.

Wer von euch ist ungeduldiger?

Niklas Kalus: Ich bin generell ein geduldiger Mensch, aber das ist immer davon abhängig, bei was und vor allem bei wem. 

Wer von euch beiden ist detailverliebter?

Kiano Blum: Ich würde mich als Perfektionist im normalen Leben bezeichnen. Ob das jetzt detailverliebt ist, weiß ich nicht. Bei meinem Auto muss schon alles passen.

Niklas Kalus: Ich mache sehr ungern sauber. Wenn ich es aber tue, dann sitze ich auch drei oder vier Stunden da, um jedes Detail ordentlich zu reinigen. 

Wer von euch ist spontan und wer ist der Planer?

Niklas Kalus: Ich bin schon sehr spontan.

Kiano Blum: Dann bin ich der Planer. Eigentlich zwar auch nicht wirklich, aber im Vergleich zu Niklas schon eher. Innerhalb meines Freundeskreises bin ich der Spontane.

Wer von euch ist ehrgeiziger?

Niklas Kalus: Da wird jeder immer sich selbst nennen.

Wer von euch ist ordentlicher?

Kiano Blum: Ich. Wenn man meinen Spint mit seinem vergleicht, gibt es da keinen Zweifel.

Niklas Kalus: Ich habe zuhause mein Schlafzimmer und das ist immer sauber, denn da bin ich nie. In meinem zweiten Zimmer halte ich mich meistens auf und darüber spreche ich jetzt nicht (lacht).

Kiano Blum: In dieser Beziehung kommt bei mir wieder der Perfektionist durch. Ich möchte alles geordnet und strukturiert haben.

Wer von euch beiden ist pünktlicher?

Niklas Kalus: Wir sind beide pünktlich. Wenn uns das Team sagt, seid zu dieser Uhrzeit da, sind wir das auch beide. Grundsätzlich hasse ich es, unpünktlich zu sein. Einen Termin machen und dann nicht rechtzeitig da zu sein, finde ich sehr unangenehm.

Kiano Blum: Ja, pünktlich sind wir beide. Wenn uns das Team aber einen Korridor vorgibt, wann wir da sein müssen, ist immer Niklas früher dran, weil er hier an der Strecke im Wohnwagen schläft.

Wer von euch ist extrovertierter?

Niklas Kalus: Vor drei Jahren hätte ich mit Sicherheit gesagt, dass Kiano extrovertierter ist. Durch das Rennfahren habe ich aber auf jeden Fall einen großen Sprung gemacht, weil ich auch oft Dinge machen musste, die ich vielleicht privat nicht gemacht hätte. Deshalb wohl unentschieden.

Wer von euch ist kompromissbereiter?

Kiano Blum: Bezogen auf unseren Ford sind wir uns ähnlich. Wir schauen immer, dass es für beide passt und versuchen die goldene Mitte zu finden. Einmal ist es für den einen etwas besser und einmal für den anderen. Wir sind beide keine Typen, die partout auf ihr Recht bestehen.

Wer von euch ist impulsiver?

Kiano Blum: Wenn es um Strafen oder derartige Dinge geht, dann ich. In solchen Situationen brauche ich Zeit für mich und verarbeite alles. Sobald es wieder auf die Strecke geht, ist dann alles vergessen.

Wer von euch ist kreativer?

Niklas Kalus: Ich bin sowas von unkreativ, dass ich in der Schule sogar eine 5 in Kunst hatte. Das grenzte an Arbeitsverweigerung. Ich habe Kunst auch abgewählt, sobald ich die Chance dazu hatte.

Kiano Blum: Ernsthaft (lacht)? Gut, der Punkt geht dann wohl an mich. Kunst war sogar eines meiner Lieblingsfächer, weil es easy going war und man sich nicht wirklich anstrengen musste (lacht). Ich würde mich jetzt nicht unbedingt als kreativ, was Zeichnen oder Schule angeht, bezeichnen, aber im Leben. Ich finde eigentlich immer eine Lösung.

Niklas Kalus: In dem Punkt gehe ich mit. Aber sich Sachen ausdenken oder zeichnen, darin bin ich echt nicht gut.

Wer von euch ist risikofreudiger?

Kiano Blum: Im normalen Leben gehe ich jetzt nicht übermäßige Risiken ein. Skifahren ist da so ein Thema. Oder auch im Sommer, wenn meine Freunde aus großen Höhen ins Wasser springen. Ich bin genau der Typ, der das auch machen würde, lasse es aus Vernunft und wegen des Verletzungsrisikos aber sein. Im Rennauto sieht das anders aus. Ich nehme das Risiko und wenn es mal nicht klappt, dann eben nicht.

Niklas Kalus: Im Alltag bin ich eher langweilig, was das Thema angeht. Tatsächlich denkt man auch aufgrund des Verletzungsrisikos über alles zweimal nach. Auf der Rennstrecke kommt man manchmal in einen Rausch. Im Nachhinein sieht man sich Videos an und merkt, oh, das war ja doch recht knapp.

Wer von euch ist reizbarer? 

Niklas Kalus: Das kommt ganz auf die Person an. Wenn es nicht die bestimmten Personen sind, dann fast gar nicht. Da müsste schon sehr viel passieren.

Kiano Blum: Nach außen überhaupt nicht. Wenn eher nach innen, da denke ich mir schon das ein oder andere Mal, ob das wirklich so sein muss. 

Wer von euch ist der Optimist und wer der Pessimist?

Kiano Blum: Ich bin schon eine sehr optimistische Person – generell im Leben. Ich denke mir immer, ach komm, es wird schon gutgehen. Irgendwie wird es auch immer.

Niklas Kalus: Ich bin auch eher der Glas-halbvoll-Typ. Gleichzeitig ist es besser, die Erwartungen in manchen Bereichen zu dämpfen, dass man am Ende nicht enttäuscht wird.

Quelle: adac-motorsport.de

Donnerstag, 6. August 2026

Euro Moto Supersport: Max Stauffer fährt ab Assen auf der Yamaha R9

Der Australier Max Stauffer hat das Fahrerangebot aus Europa für die EURO MOTO sofort angenommen.
 Foto: Dino Eisele

Der Job mit der „Pocket Rocket“ ist erledigt. Max Stauffer verabschiedet sich aus der EURO MOTO Sportbike-Klasse und startet ab dem Rennwochenende in Assen in der Supersport-Kategorie. Dort übernimmt der Australier im Team Apreco-Yamaha künftig die Yamaha R9.

Für den 22-Jährigen ist es der nächste Schritt in einem Jahr voller Veränderungen. Mit dem Umzug von Australien nach Europa begann für Stauffer ohnehin ein neues Kapitel. Inzwischen hat sich der Sohn des ehemaligen australischen Superbike-Champions Jamie Stauffer nicht nur an das Leben fernab der Heimat gewöhnt, sondern auch an kleinere Motorräder.

Nach Jahren auf der leistungsstarken Superbike-Yamaha R1 in Australien musste sich Stauffer in Europa auf die deutlich kleinere Yamaha YZF-R7 einstellen. Hohe Kurvengeschwindigkeiten, weniger Motorleistung und ein völlig anderer Fahrstil verlangten dem Australier einiges ab. Die Eingewöhnungszeit war kurz, dennoch sammelte er in fünf der bisherigen sieben Rennen Punkte und erfüllte seine Aufgabe im Entwicklungsprogramm.

Dieses ist nun abgeschlossen. Stauffer wechselt auf die R9. Rückblickend auf die letzten Monate sagt er: „Der Wechsel von der R1 in Australien auf die R7 in Europa war definitiv keine einfache Umstellung, aber ich habe jede Runde mit dieser kleinen ‚Pocket Rocket‘, wie ich die R7 gerne nenne, genossen. Jetzt freue ich mich riesig darauf, auf die R9 zu steigen. Dirk und Lennox haben bereits gezeigt, wie konkurrenzfähig dieses Motorrad ist.“

Auch Apreco-Teamchefin Corine Brandhorst zieht ein positives Fazit der gemeinsamen Testphase: „Wir konnten Yamaha ein wertvolles Feedback zum neuen Modelljahr der R7 (2026) liefern, das in die finale Entwicklung für die offizielle Markteinführung 2027 einfließen wird. Jetzt freue ich mich, Max die Möglichkeit zu geben, die Saison auf der R9 beenden zu können. Gleichzeitig möchte ich mich bei der EURO MOTO-Organisation für die Unterstützung während der Testphase und die unkomplizierte Umsetzung des Wechsels in die Supersport-Kategorie bedanken.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek