Montag, 3. August 2026

Euro Moto Sportbike: Doppelsieg für Zuda

Was für ein Finale im zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike in Oschersleben. Nach seinem Sieg am Samstag schlug Stepan Zuda (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) auch am Sonntag erneut zu. Dieses Mal musste der Tscheche allerdings deutlich härter dafür kämpfen. Sasha de Vits brachte die Kawasaki des ERC Teams bis an die Spitze und lieferte sich mit Zuda in den letzten Runden einen packenden Kampf um den Sieg. Gerade einmal 0,153 Sekunden trennten die beiden am Ende. Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) komplettierte das Podium.

Zuda erwischte von der Pole Position erneut einen starken Start und behauptete die Führung vor Kitzbichler und de Vits. Auch Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) machte wie schon am Samstag direkt nach dem Start Plätze gut. Von Position zehn ging es für den Österreicher bereits in der ersten Runde bis auf Rang sechs nach vorne.

An der Spitze drückten Zuda , Kitzbichler und de Vits von Beginn an aufs Tempo. Die Rundenzeiten waren noch einmal schneller als im ersten Rennen am Samstag. Bereits in Runde sechs setzte de Vits zum ersten Mal Kitzbichler unter Druck und schob sich auf Rang zwei. Zwei Runden später war schließlich auch Zuda fällig: Der Belgier ging am Meisterschaftsführenden vorbei und übernahm die Spitze.

Triumph gegen Kawasaki im Showdown

Damit war für die letzten Runden alles angerichtet. De Vits führte vor Zuda und Kitzbichler, doch der Tscheche ließ nicht locker. Statt einen überhasteten Angriff zu starten, beobachtete er seinen Konkurrenten und wartete auf seine Gelegenheit.

„Das Rennen war noch einmal deutlich härter als gestern. Das Niveau noch höher, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe Sasha vor mir beobachtet und auf meine Chance gewartet, weil ich wusste, dass ich in den letzten Runden noch etwas herausholen kann“, erklärte Zuda.

In Runde elf war der Moment gekommen. Zuda fand die Gelegenheit, zog wieder an de Vits vorbei und übernahm die Führung. Der ERC Pilot heftete sich sofort an das Hinterrad des Tschechen und blieb bis zur Ziellinie dran. Eine noch letzte Lückefand er allerdings nicht mehr.

Nach 13 Runden rettete Zuda einen hauchdünnen Vorsprung von 0,153 Sekunden über die Ziellinie und machte damit den Doppelsieg in Oschersleben perfekt. „Es hat geklappt und ich bin sehr zufrieden“, fasste der Tscheche sein Rennen zusammen. Damit baut er seine Führung in der Meisterschaft auf insgesamt 154 Punkte aus.

De Vits musste sich zwar denkbar knapp geschlagen geben, konnte nach seinem technischen Problem und Rang 21 im ersten Rennen nun aber zeigen, welches Potenzial in der überarbeiteten Kawasaki steckt. Mit einer Zeit von 1:30,475 Minuten fuhr der Belgier sogar die schnellste Rennrunde. „Das Team hat einen unglaublichen Job gemacht, damit wir hier konkurrenzfähig sind“, lobte de Vits seine Mannschaft. Nach dem dritten Platz von Teamkollegen Jules Bercot am Samstag stand damit auch im zweiten Rennen eine ERC Kawasaki auf dem Podium.

Kitzbichler konnte das Tempo der beiden Führenden in den letzten Runden nicht mehr ganz mitgehen und kam 1,585 Sekunden hinter Zuda als Dritter ins Ziel. Nach Rang zwei am Samstag nimmt der Österreicher damit zwei Podiumsplätze aus Oschersleben mit. „Die Rundenzeiten waren heute sehr schnell, weshalb ich viele kleine Fehler gemacht habe, die mich Zeit gekostet haben. Aber ich bin mit den Podiumsplätzen und dem Wochenende sehr zufrieden“, resümierte Kitzbichler.

Rosenthaler sammelt wichtige Punkte

Jakob Rosenthaler machte nach seiner verletzungsbedingten Pause in Most das Beste aus einem schwierigen Wochenende. Nach seiner starken Anfangsphase setzte er sich im weiteren Rennverlauf auf Rang vier fest und brachte diesen sicher ins Ziel. Mit zwei soliden Ergebnissen auf den Plätzen fünf und vier sammelte der Österreicher wichtige Punkte, die im weiteren Kampf um die Meisterschaft noch eine Rolle spielen könnten.

Hinter Rosenthaler wurde es noch einmal hauchdünn. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing)  folgte als Fünfter mit lediglich 0,098 Sekunden Rückstand. Teamkollege Mika Siebdrath belegte Rang sechs. Tom Kuil  (RT Motosports) kam als Siebter ins Ziel, erhielt zum Ende des Rennens allerdings eine Zeitstrafe von drei Sekunden wegen zu häufigen Überschreitens der Streckenbegrenzung in der Schikane. An seiner Position änderte die Strafe nichts.

Jules Bercot wurde nach seinem Podium am Samstag Achter, gefolgt von Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) auf Rang neun.

Auch Felix Kauertz (ERC) legte bei seinem zweiten Rennen in der EURO MOTO erneut eine starke erste Runde hin. Von Startplatz 20 kämpfte sich der Deutsche direkt bis auf Position elf nach vorne. Im weiteren Rennverlauf arbeitete er sich zwischenzeitlich sogar bis auf Rang neun vor und beendete sein Debütwochenende schließlich als Zehnter.

Pech hatte dagegen Micky Winkler (WSC-Racing). Der Schleizer stand gar nicht erst in der Startaufstellung. Nur zehn Minuten vor dem Rennen streikte beim Warmlaufen seines Motorrads die Benzinpumpe. Damit war sein Rennen beendet, bevor es überhaupt begonnen hatte. Für Winkler war es der bittere Abschluss eines schwierigen Wochenendes, nachdem er bereits im ersten Lauf nicht sein volles Potenzial hatte zeigen können.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Sasha DE VITS (#19/BEL), Kawasaki Ninja ZX 6R
  3. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  4. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  5. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  7. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Jules BERCOT (#25/FRA), Kawasaki Ninja ZX 6R
  9. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  10. Felix KAUERTZ (#37/DEU), Kawasaki Ninja ZX 6R

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

Euro Moto Supersport: Lehmanns Traum platzt im letzten Sektor und Blin gewinnt

Aufregung in der EURO MOTO Supersport. Samstag-Sieger Dirk Geiger musste beim zweiten Lauf in der Motopark Arena Oschersleben aus der Boxengasse starten. Apreco-Yamaha-Teamkollege Lennox Lehmann führte das Rennen die meiste Zeit an. Gewonnen hat es aber Daniel Blin (Automarket AF Racing Team).

Geiger bestritt das Sonntagsrennen mit dem dritten Motor der Saison. Nach seinem Sieg am Samstag hatte der Tabellenführer über einen leichten Leistungsverlust und zusätzliche Vibrationen in den letzten Rennrunden berichtet. Die anschließende Datenanalyse bestätigte die Auffälligkeiten, lieferte jedoch keine eindeutige Ursache. Um den Fehler zu finden, hätte der versiegelte Motor geöffnet werden müssen. „Obwohl wir überzeugt sind, dass Dirk das zweite Rennen auch mit seinem zweiten Motor bestreiten könnte, möchten wir keinerlei Risiko eingehen“, erklärte die Teamleitung von Apreco Yamaha. „Vorsorglich haben wir entschieden, den dritten Motor einzusetzen.“

Laut Reglement bedeutete das den Start aus der Boxengasse. Geiger musste das Feld von hinten aufrollen und gleichzeitig darauf hoffen, dass sein Titelkonkurrent Daniel Blin Punkte liegen lässt. Geiger war als Tabellen-Erster nach Oschersleben gekommen und wollte es auch bleiben.

Blin führte das Feld nach dem Start in die erste Runde. Im dritten Umlauf musste er die Spitzenposition an Lehmann abgeben und kurz darauf auch den bestens aufgelegten Luca de Vleeschauwer (Team SWPN) vorbeilassen.

Der polnische Ducati-Fahrer fing sich aber wieder und trug bis zum Schluss einen Zweikampf mit Lehmann aus. De Vleeschauwer war in ein Duell mit Luca Göttlicher (LJ Racing/MC Augsburg) verwickelt. Yamaha gegen MV Agusta. Der Belgier stürzte nach einer minimalen Berührung mit Göttlichers Hinterrad aus dem Geschehen. Damit hatte Göttlicher auf der F3 800 RR nach vorne und hinten Luft und Geiger bei seiner Aufholjagd einen Platz geerbt.

Für Lehmann war der erste Sieg nach zwei Jahren in greifbarer Nähe. Blin schienen die Optionen zum Überholen auszugehen. Aber genau in dem Moment passierte es. Im letzten Sektor in der letzten Runde schlug er mit der Ducati Panigale V2 überraschend, kompromisslos und erfolgreich zu. Blin gewann das Rennen vor Lehmann mit 0,034 Sekunden Vorsprung – das ist keine halbe Ducati-Länge.

Geiger hatte sich auf der Yamaha YZF-R9 in den 15 Rennrunden von ganz hinten auf den vierten Platz nach vorn gekämpft. Trotz zahlreicher Überholmanöver war er teilweise schneller als Lehmann an der Spitze gewesen. Was ihm nicht in den Kram passte: Durch das Ergebnis hat sich das Blatt in der Meisterschaft erneut gewendet. Die Tabellenführung ging wieder in die Hände von Daniel Blin über. Der 24-jährige Ducati-Fahrer hat einen Punkt Vorsprung vor Geiger.

Lehmann stand die Enttäuschung über den Ausgang des Rennens ins Gesicht geschrieben und er beklagte die rabiate Vorgehensweise von Blin beim Überholen. Völlig aufgelöst war Luca Göttlicher. Er hat der MV Agusta-Truppe, die es kaum glauben konnte, bereits zum zweiten Mal einen Podestplatz geschenkt.

EURO MOTO Supersport, Rennen 2 (Top-Ten)

1. Daniel BLIN (POL/Ducati)

2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

3. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

4. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

5. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

6. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

7. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

8. Julius Caesar RÖRIG (DEU/Honda)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Marvin KREIMES (DEU/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Sonntag, 2. August 2026

Euro Moto Superbike: Schockmoment nach heftigem Massenunfall und halbe Punkte in Oschersleben

Hier war noch alles in Ordnung Tulovic vor Smits, Alt, Schrötter und Reiterberger,
kurze Zeit später wurde das Rennen abgebrochen
Foto: Jens Hawrda

Der erste Lauf der EURO MOTO Superbike in der Motorsport Arena Oschersleben endete mit dramatischen Szenen. Ein heftiger Motorschaden an der Yamaha von Twan Smits löste in der sechsten Runde eine Kettenreaktion aus. Vier weitere Fahrer stürzten. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen. Da die vorgeschriebene Distanz nicht erreicht wurde, gab es für die Wertung nur halbe Punkte.

Schon vor dem Start hatte Florian Alt (HRP Honda) die Marschroute für den Kampf gegen Polesetter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) beschrieben. „Wenn Tulo in der ersten Kurve vorne ist, dann ist er weg. Wenn nicht, dann können wir ihn auf dem Weg nach vorne stören.“

Das HRP Honda-Team hatte in den letzten Tagen ein Fahrwerks-Setup entwickelt, das es es vorher noch nie hatte. „Es schont den Reifen noch mehr als bisher“, stellte Alt zufrieden fest. Im abschließenden Qualifying war dem Meister von 2023 jedoch nach eigener Aussage ein Fehler unterlaufen. „Wir hätten sonst eine hohe 1:23er-Zeit fahren können und wären Zweite hinter Tulo gewesen. Unser Ziel, in die erste Startreihe zu kommen, haben wir aber auch so erreicht. Wir sind gut aufgestellt. Besser als wir dachten.“

Alle Hoffnungen liegen auf Twan Smits

Die größte Hoffnung, Tulovic schon auf den ersten Metern unter Druck zu setzen, ruhte zunächst auf Twan Smits. Die große Hoffnung lag zunächst aber auf Twan Smits. Mit dem Mega-Grip am Hinterrad der Apreco-Yamaha und dem zweiten Startplatz war der Niederländer am ehesten in der Lage, Tulo auf den ersten Metern auf Augenhöhe zu begegnen. Smits zögerte auch keinen Moment, die Mission umzusetzen und ging nach dem Start in Führung. Der 22-Jährige legte richtig starke eine starke erste Runde hin und verteidigte die Führung, ehe Tulovic das Kommando übernahm.

Smits battelte sich daraufhin mit Florian Alt. Marcel Schrötter (GERT56), der wegen seines verletzten Beines höher als sonst im Sitz saß, war mit Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig (beide GERT56) und Leon Orgis (ORM Racing) im Rücken beschäftigt.

Motorschaden löst Kettenreaktion aus

Dann der Schockmoment. In der sechsten Runde explodierte der Motor von Smits‘ Yamaha. Innerhalb von Sekunden verschwand die Strecke in einer gigantischen Rauchwolke. Florian Alt, Markus Reiterberger, Toni Finsterbusch und Kevin Orgis hatten keine Chance mehr auszuweichen und stürzten. Reiterbergers BMW stieg auf und wurde mit gewaltiger Wucht über den Reifenstapel in den angrenzenden Arena-Hügel geschleudert. Auch Alts Honda flog weit von der Strecke.

Bei allem Schreck überwog anschließend die Erleichterung darüber, dass kein Fahrer schwer verletzt wurde. Alle Beteiligten konnten die Unfallstelle aus eigener Kraft verlassen. Twan Smits wurde mit Schmerzen am Handgelenk ins Medical Center gebracht. Ein Bruch wurde nicht festgestellt.

Reicht das Zeitfenster für den Neuaufbau?

Im Fahrerlager begann unmittelbar danach ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Motorräder waren teils völlig zerstört. Die Yamaha von Smits muss bis zum zweiten Rennen komplett neu aufgebaut werden. Sechs Mechaniker arbeiteten ohne Unterbrechung daran. Auch Markus Reiterberger blickt auf einen Totalschaden. „Einen Neuaufbau kann ich mir in der kurzen Zeit nicht vorstellen, obwohl ich meinen Mechanikern viel zutraue“, sagte der vierfache Meister und hofft auf ein Wunder.

Kevin Orgis zittert wegen einer Federgabel um die Teilnahme am zweiten Rennen: „Alle BMW-Teams, die mir etwas geben könnten, sind selbst betroffen.“ Bei Toni Finsterbusch stand das Heck der BMW senkrecht nach oben. Auch hier wird repariert. Von Florian Alts Honda ist nicht viel übrig geblieben. Teamchef Jens Holzhauer gibt nicht auf: „Irgendwas werden wir bis zum zweiten Rennen hinkriegen.“

Neun Fahrer kamen ins Ziel. Tulovic, Schrötter und Jähnig holten die Pokale.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

3. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

4. Leon ORGIS (DEU/BMW)

5. Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

6. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

7. Jan MOHR (AUT/BMW)

8. Marco FETZ (DEU/BMW)

9. Christoph BEINLICH (DEU/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Supersport: Geiger mit Bestzeit und Sieg im ersten Rennen

Dirk Geiger sieg in Rennen 1 souverän
Foto: Jens Hawrda

Mit einem lupenreinen Sieg hat Dirk Geiger die Führung in der EURO MOTO Supersport in Oschersleben ausgebaut. Weil Teamkollege Lennox Lehmann Zweiter wurde, kannte der Jubel bei Apreco-Yamaha kaum Grenzen. Pechvogel war Daniel Blin (Automarket AF Racing Team). Er bekam die Tücken der Technik zu spüren.

Mit zwei Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung vor Daniel Blin nahm Dirk Geiger das erste Supersport-Rennen des Wochenendes in Angriff. Als Blin in der dritten Runde plötzlich über eine halbe Sekunde auf Geiger verlor, war die Entscheidung im Sieg und Niederlage schon gefallen. Während der 24-jährige Pole an der Ducati Probleme mit dem Quickshifter hatte, machte sich Geiger auf den Weg zu einer Solofahrt an der Spitze und brannte dabei mit 1:26.857 min die schnellste Runde in den Asphalt der Magdeburger Börde. „Ganz am Anfang habe ich das Motorrad von Daniel noch gehört, dann war Ruhe.“

Lennox Lehmann überstand ein paar heftige Wackler über die hohen Kanten der Kerbs und schaffte es, in den Windschatten von Blin zu fahren. Doch der Ducati-Fahrer gab seinen zweiten Platz nicht freiwillig her. Blin und Lehmann bewegten sich leicht versetzt, aber der Sachse fand lange keinen Weg vorbei. Als das Überholmanöver gelungen war, hatte Blin nur noch die Chance, auf der Gegengeraden zu kontern, aber in diesem Moment war Lehmann zu weit weg von ihm. Blin kam auf Platz drei mit einem blauen Auge davon. „Wir werden das Technikproblem heute noch auswerten.“

Lehmann wirkte nach dem Rennen ziemlich mitgenommen. Obwohl es nur der kleine Finger an der rechten Hand war, machte ihm der Bruch schwer zu schaffen. Vor drei Wochen wurde er operiert: „Dass er jetzt so weh tun würde, habe ich nicht erwartet. Die Bremsmanöver waren eine Katastrophe.“ Aber im Endeffekt hat sich der Einsatz gelohnt.

Ein Duell unter sich trugen während der 15 Runden Luca de Vleeschauwer (Team SWPN) und Luca Göttlicher (LJ Racing/MC Augsburg) aus. Selbst nach der Hälfte der Distanz war keine Entscheidung in Sicht. Göttlicher fuhr teilweise fast so schnell wie die Spitze. De Vleeschauwer verbremste sich zwischendurch, aber die Positionswechsel endeten dennoch zu Gunsten des Belgiers. Marvin Siebdrath (MCA Racing) brachte die erste von drei Hondas im Feld ins Ziel.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

3. Daniel BLIN (POL/Ducati)

4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

5. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

6. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

7. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

8. Filip FEIGL (CZE/Yamaha)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Samstag, 1. August 2026

Euro Moto Sportbike: Zuda dominiert, Bercot überrascht mit Podium

Zuda #23 vor Kitzbichler #38
Foto: Jens Hawrda

Stepan Zuda bleibt in der EURO MOTO Sportbike der Mann, den es zu schlagen gilt. Der Tscheche gewann das erste Rennen nach der vierwöchigen Sommerpause in Oschersleben souverän vor Tobias Kitzbichler. Dahinter sorgte Jules Bercot für das nächste Ausrufezeichen des ERC Teams und brachte die Kawasaki als Dritter erstmals in dieser Saison auf das Podium.

Zuda (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) erwischte von der Pole Position einen guten Start und behauptete die Führung vor Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb). Dahinter ging es deutlich turbulenter zu. Vor allem Jakob Rosenthaler (RT Motosports) machte bei seinem Comeback nach der verletzungsbedingten Pause in Most früh Boden gut. Von Startplatz zehn schob sich der Österreicher bereits in der ersten Runde auf Rang sieben und arbeitete sich anschließend Position um Position weiter nach vorne.

An der Spitze bestimmte dagegen Zuda das Tempo. Kitzbichler blieb zunächst hartnäckig am Hinterrad des Meisterschaftsführenden und ließ den Tschechen nicht davonziehen. „Ich habe bis zum Schluss gepusht, weil Tobias mir so dicht auf den Fersen war“, erklärte Zuda nach dem Rennen. Dabei hatte der Pole Setter durchaus noch Reserven: „Ich hatte noch etwas im Köcher, wenn es hart auf hart gekommen wäre.“

Die brauchte Zuda letztlich nicht. Im letzten Rennviertel bekam Kitzbichler zunehmend Probleme mit seinem Hinterreifen und konnte das Tempo nicht mehr mitgehen. Zuda setzte sich ab und überquerte nach 13 Runden mit 1,944 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Zudem ging mit 1:31,025 Minuten auch die schnellste Rennrunde an den Tschechen.

Kitzbichler wartet weiter auf den ersten Sieg

Für Kitzbichler blieb damit erneut nur Rang zwei. Der Österreicher hatte sich lange an Zuda festgebissen, war mit seinem Rennen aber nicht wirklich zufrieden. „Der Grip hinten war heute einfach nicht optimal. Dadurch war es für mich ein sehr schwieriges Rennen, vorne dranzubleiben. In den letzten Runden waren die Reifen einfach zu schwach, sodass ich keine Möglichkeiten mehr hatte“, erklärte Kitzbichler, der damit weiterhin auf seinen ersten Saisonsieg wartet.

Hinter dem Spitzenduo entwickelte sich dagegen ein enger Kampf um den letzten Platz auf dem Podium. Rosenthaler setzte seine Aufholjagd fort und hatte sich zur Rennmitte tatsächlich bis auf Rang drei nach vorne gearbeitet. Nach seiner Verletzungspause musste der 24 Jährige im weiteren Verlauf allerdings wieder etwas abreißen lassen und fiel zurück.

Davon profitierte unter anderem Jules Bercot. Der Franzose hatte zu Beginn noch Schwierigkeiten, fand im Laufe des Rennens aber immer besser zurecht. „Ich hatte am Anfang des Rennens ein paar Probleme, habe dann aber immer besser in meinen Rhythmus gefunden und konnte dadurch konstant fahren“, sagte der ERC Pilot.

Das zahlte sich aus. Bercot kämpfte sich von Startplatz acht immer weiter nach vorne und übernahm in Runde sieben erstmals Rang drei. Nach mehreren Positionswechseln brachte er die Kawasaki schließlich als Dritter ins Ziel und bescherte ERC damit das erste Podium der Saison.

Dabei hatte das Rennen für ERC zunächst sogar noch vielversprechender ausgesehen. Die drei Kawasakis von Sasha de Vits, Jules Bercot und Felix Kauertz fanden sich in der Anfangsphase weit vorne im Feld wieder. Vor allem de Vits hatte nach seinem dritten Startplatz beste Aussichten auf ein starkes Ergebnis. Doch in Runde drei konnte der Belgier einen Highsider gerade noch verhindern und steuerte anschließend mit einem offenbar technischen Problem die Box an. Zwar nahm er das Rennen später wieder auf, mit drei Runden Rückstand war die Chance auf ein Top Ergebnis jedoch dahin. Er wurde schließlich auf Rang 21 gewertet.

Enger Kampf hinter dem Podium

Hinter Bercot wurde es im Ziel denkbar knapp. Ruben Bijman (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) sicherte sich mit nur 0,373 Sekunden Rückstand auf den Franzosen Rang vier. Gerade einmal 0,069 Sekunden dahinter folgte Rosenthaler als Fünfter. Mika Siebdrath (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) komplettierte auf Rang sechs die eng umkämpfte Gruppe. Zwischen Platz drei und sechs lagen im Ziel gerade einmal 0,650 Sekunden.

Kiyano Veijer (Dutch Racing) wurde Siebter vor Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben Racing) und Alexander Weizel (AK Racing). Auch ERC Ersatzfahrer Felix Kauertz sorgte bei seinem kurzfristigen Debüt für eine starke Aufholjagd. Nachdem er am Vormittag die Qualifikationshürde zunächst verpasst hatte, erhielt er die Starterlaubnis für das Rennen. Von Position 19 schoss er bereits in der ersten Runde bis auf Rang zehn nach vorne und lag zwischenzeitlich sogar auf Platz acht. Am Ende brachte Kauertz Rang zehn und damit sechs Meisterschaftspunkte nach Hause.

EURO MOTO Sportbike, Race 1 (Top-Ten)

  1. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  2. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  3. Jules BERCOT (#25/FRA), Kawasaki Ninja ZX 6R
  4. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  5. Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
  6. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  7. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
  10. Felix KAUERTZ (#37/DEU), Kawasaki Ninja ZX 6R

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann