Montag, 20. Juli 2026

Arena-Action in Oschersleben: Ring frei für die DTM

Startphase in Oschersleben 2025
Foto: ADAC-Motorsport

Zur Ferienzeit wird es in Oschersleben heiß: Die DTM schaltet in der Motorsport Arena einen Gang höher und startet vom 24. bis 26. Juli mit den Meisterschaftsläufen neun und zehn in die zweite Saisonhälfte. Ein Wikinger ist auf der nördlichsten Rennstrecke Deutschlands der Gejagte. Der Däne Nicki Thiim (Comtoyou Racing) hat nach seinem triumphalen Wochenende am Norisring die Tabellenführung übernommen. Mit Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol) und Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf) liegt jedoch ein starkes Mercedes-AMG-Duo in Schlagdistanz. Während auf dem Bördekurs um jede Zehntelsekunde gekämpft wird, genießen die Zuschauer dank des besonderen Arena-Charakters beste Sicht auf die Strecke. Tickets gibt es ab 49 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. ProSieben zeigt die Rennen live im Free-TV. Die Übertragung beginnt am Samstag und Sonntag jeweils um 13 Uhr. Im kostenlosen Livestream sind die beiden Meisterschaftsläufe bei Joyn, ran.de, ServusTV On und auf dem YouTube-Kanal der DTM zu sehen.

  • Keyfacts, Motorsport Arena Oschersleben, Saisonrennen 9 und 10 von 16
  • Streckenlänge: 3.667 Meter
  • Layout: 14 Kurven (sieben Rechts-, sieben Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
  • Sieger 2025, Rennen 1: Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3)
  • Sieger 2025, Rennen 2: Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R)

Setzt Thiim seinen Höhenflug fort?

Thiim geht als Fahrer der Stunde in das Oschersleben-Wochenende. Nach der maximalen Ausbeute von 56 Zählern auf dem Norisring führt der Aston-Martin-Pilot erstmals die DTM-Gesamtwertung an. „Ich bin immer noch ein wenig fassungslos, Tabellenführer der DTM zu sein. Mein Vater ist lange in dieser Serie gefahren, für mich war es immer ein Kindheitstraum, ihm nachzueifern. Die Motorsport Arena ist so etwas wie meine Heimstrecke. Sie ist nur rund vier Stunden von Dänemark entfernt, deshalb wird meine Familie mit dabei sein und mich unterstützen“, sagt Thiim.

Nur neun beziehungsweise elf Punkte hinter Thiim lauern mit Engel und Auer zwei Mercedes-AMG-Piloten. Der Zweitplatzierte Engel punktete in dieser Saison gewohnt zuverlässig und stand in Oschersleben 2024 und 2025 auf dem Treppchen.

Auer überzeugte bisher ebenfalls mit großer Konstanz und sammelte bereits vier Podiumsplätze – mehr als jeder andere Fahrer im Feld. Sein Erfolgsrezept: „Ich denke immer nur von Rennen zu Rennen. In der DTM liegt alles dicht zusammen, hier sind nur Top-Fahrer am Start. Es kann sich jederzeit alles ändern, deshalb liegt mein Fokus immer nur auf der nächsten Aufgabe. Sei es Freies Training, Qualifying oder Rennen. Die Motorsport Arena Oschersleben liegt uns und vor allem dem Mercedes AMG GT3 als sehr gutem Allrounder“, verrät der Österreicher, der im vergangenen Jahr in der Magdeburger Börde einen Sieg feierte.

Auch in der Verfolgergruppe hinter dem Top-Trio geht es heiß her: Den Tabellenvierten Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing) und Ford-Youngster Finn Wiebelhaus (Obertshausen/HRT Ford Racing) auf Rang zehn trennen nur 20 Punkte. Cairoli hat im Ferrari 296 GT3 Evo als einziger Fahrer neben Thiim zwei Saisonsiege auf dem Konto und könnte mit einem starken Auftritt in Oschersleben wieder zur Spitzengruppe aufschließen. Die Formkurve von Wiebelhaus zeigte zuletzt steil nach oben. Auf dem Norisring lieferte sich der „Road to DTM“-Sieger ein packendes Duell mit Thiim und beendete das Sonntagsrennen auf Rang zwei. „Oschersleben ist für mich eine echte Oldschool-Strecke“, erzählt Wiebelhaus. „Es gibt kaum Diskussionen über Tracklimits, weil neben der Strecke direkt Gras oder Kies wartet. Man fährt ans Limit heran und merkt sofort, wenn man es überschritten hat. Das gefällt mir. Die Strecke ist eng, technisch und hat einen schönen Rhythmus.“

Heimspiel für Schubert Motorsport beim Arena-Spektakel

Die Motorsport Arena Oschersleben zählt zu den technisch anspruchsvollsten Strecken im DTM-Kalender. Charakteristisch für den 3,667 Kilometer langen Kurs in der Nähe von Magdeburg sind die zahlreichen Kurven mit unterschiedlichsten Radien. Die höchste Geschwindigkeit wird am Ende der rund 700 Meter langen Start-Ziel-Geraden mit knapp 250 km/h erreicht. Vor der anschließenden engen Linkskurve bieten sich die besten Überholmöglichkeiten. Ein besonderes Merkmal ist der Arena-Charakter der Strecke – die Zuschauer können das Vollgas-Spektakel aus luftiger Höhe perfekt mitverfolgen. Im Fokus der Fans stehen die beiden BMW M4 GT3 Evo von Schubert Motorsport. Das Team hat seinen Sitz nur wenige Minuten von der Rennstrecke entfernt. Mit dem zweifachen Champion Marco Wittmann (Fürth) und Kelvin van der Linde aus Südafrika will Schubert Motorsport den Heimvorteil nutzen.

Stars von morgen und Kultautos

Im Rahmenprogramm der DTM gehen die Stars von morgen an den Start: Die ADAC GT4 Germany und der ADAC Tourenwagen Junior Cup bieten Nachwuchstalenten eine professionelle Plattform, um Erfahrungen zu sammeln und sich im Rennsport zu etablieren. Einen Kontrast dazu bilden die Showrunden historischer DTM-Fahrzeuge. Die legendären Autos mit dem unverwechselbaren Sound drehen an allen drei Veranstaltungstagen ihre Runden und nehmen die Zuschauer mit auf eine nostalgische Reise durch vier Jahrzehnte DTM.


Stand der DTM Fahrerwertung nach 8 von 16 Rennen

 


Freitag, 17. Juli 2026

Von Baby-Benz bis Class 1: DTM-Ikonen in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Auf die Besucher der DTM in Oschersleben wartet ein besonderes Highlight im Rahmenprogramm: Die DTM Classic bringt legendäre Rennfahrzeuge aus der mehr als 40-jährigen Geschichte der Serie zurück auf die Strecke. Bei Showfahrten an allen drei Veranstaltungstagen lassen Klassiker aus vier Dekaden die Herzen der Besucher höherschlagen. Vom Mercedes-Benz 190 E, BMW M3 und Ford Sierra der 1980er Jahre bis hin zu den spektakulären Class-1-Boliden der 2000er geht ein hochkarätiges Feld bekannter Fahrzeuge an den Start.

Das älteste Fahrzeug im Feld ist ein Mercedes 190 E 2.3-16V aus dem Jahr 1986. Ein echtes DTM-Original, das 1987 mit Ludwig Weber am Steuer an den Start ging und noch heute in der damaligen Optik unterwegs ist. Der frühe „Baby Benz“ steht exemplarisch für die seriennahen Anfangszeiten der DTM. Auch die Eskalationsstufe der Baureihe aus den frühen 1990er Jahren, der Evolution II, ist in Oschersleben vertreten. Gleiches gilt selbstverständlich für den großen Erzrivalen den BMW E30 M3, der gleich mehrfach auf der Starterliste steht.

Dass nicht nur die Schwaben und Bayern DTM können, bewies unter anderem Ford schon früh. Der Ford Sierra RS500 Cosworth fuhr 1988 mit Klaus Ludwig am Steuer den Gesamtsieg ein und setzte dabei dank leistungsstarker Turbo-Technik neue Maßstäbe. Der legendäre „Cossi“ darf deshalb auch in Oschersleben nicht fehlen. Auch Opel prägte die DTM über viele Jahre hinweg, insbesondere die 1990er Jahre waren spektakulär. Der Omega Evo 500 zählt bis heute zu den großen Fanlieblingen aus Rüsselsheim und ist in Oschersleben mit von der Partie.

Ein originaler ABT Audi TT-R aus dem Jahr 2000 steht stellvertretend für die Ära der damals neu geschaffenen Deutschen Tourenwagen Masters. In der Premierensaison wurde das Soundmonster in Oschersleben vom Briten James Thompson pilotiert. Für noch mehr Class-1-Spektakel in der Börde sorgt Stefan Mücke. Er pilotiert eine originale DTM AMG Mercedes C-Klasse von 2005, die er bereits zu seiner aktiven DTM-Zeit in Oschersleben bewegte.

Die historischen Fahrzeuge sind an allen drei Veranstaltungstagen fester Bestandteil des Programms. Insgesamt sechsmal sind die Klassiker in Oschersleben auf der Strecke und präsentieren die Entwicklung der DTM von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart. Die Auftritte finden am Freitag, 24. Juli, um 13:45 Uhr und 17:00 Uhr, am Samstag, 25. Juli, um 12:00 Uhr und 17:15 Uhr sowie am Sonntag, 26. Juli, um 11:25 Uhr und 16:30 Uhr statt

Quelle: dtm.com

Donnerstag, 16. Juli 2026

DTM trifft Kart: Maini und Schumacher starten bei der Deutschen Kart-Meisterschaft

DTM Ford-Pilot Arjun Maini startet in Ampfing bei der Deutschen Kart Meisterschaft
Foto: ADAC-Motorsport

DTM-Fahrer Arjun Maini und ProSieben-Experte David Schumacher wechseln für ein Rennwochenende ins Kart: Die beiden Ford-Werksfahrer treten am kommenden Wochenende (17. bis 19. Juli) bei der Deutschen Kart-Meisterschaft in Ampfing an und starten in der OK-N-Kategorie. Genau in dieser Klasse ist seit diesem Jahr das Nachwuchsförderprogramm „Road to DTM“ des ADAC vollständig verankert. Hintergrund der beiden Gaststarts von Maini und Schumacher ist die neue Partnerschaft zwischen dem Rennstall HRT und dem Arena E Sachsenring Junior Team.

Maini pilotiert in der DTM einen Ford Mustang GT3 von HRT Ford Racing. „Es ist schon lange her, dass ich zuletzt Kart gefahren bin. Entsprechend groß ist die Vorfreude. Aber natürlich wird auch mein Ehrgeiz geweckt und ich möchte ein gutes Ergebnis einfahren“, sagt Maini. Schumacher wurde 2017 Vizemeister der Deutschen Kart-Meisterschaft, startete später selbst in der DTM und ist den Fans heute als Experte beim TV-Partner ProSieben bekannt. „Wir gehen an den Start, um den Kartsport zu unterstützen und ihm mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Für Arjun und mich steht vor allem der Spaß im Vordergrund. Wir wollen schöne Rennen fahren und das Wochenende genießen“, verrät Schumacher. Beide Fahrer kennen den Weg vom Kart in den professionellen Automobilsport aus eigener Erfahrung. In Ampfing wollen Maini und Schumacher ihre Erfahrungen mit den Nachwuchsfahrern teilen und Einblicke in den Profimotorsport geben.

Die „Road to DTM“ ist das Nachwuchsförderprogramm des ADAC und bietet Talenten einen klaren Karriereweg vom Kartsport bis in die DTM. Mit der Neuausrichtung für 2026 ist die Förderung innerhalb der DKM vollständig in der OK-N-Kategorie angesiedelt. Für den Meister wird die Startgebühr für den BMW M2 Cup oder die ADAC GT4 Germany in der Folgesaison übernommen. Vom BMW M2 Cup beziehungsweise der ADAC GT4 Germany führt der Förderweg über das ADAC GT Masters bis in die DTM. Auch die Champions des BMW M2 Cup und der ADAC GT4 Germany erhalten Förderpakete für die darauffolgende Saison.

Wie der Aufstieg über die „Road to DTM“ gelingen kann, zeigt Mainis DTM-Teamkollege Finn Wiebelhaus (Obertshausen). Von seinen erfolgreichen Anfängen im ADAC Kart Masters und in der Deutschen Kart-Meisterschaft stieg er über das ADAC Formel 4 Junior Team in das ADAC GT Masters auf, gewann 2025 den Titel sowie die „Road to DTM“-Wertung und schaffte dieses Jahr den Sprung in die DTM. Am Norisring jubelte der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport bereits über sein zweites Podiumsergebnis.

Hinter den Gaststarts von Maini und Schumacher in Ampfing steht die neue Partnerschaft zwischen HRT und dem Arena E Sachsenring Junior Team. Gemeinsam wollen beide Partner Talente bereits im Kartsport begleiten und ihnen den Übergang in den Automobilsport erleichtern. HRT bringt dafür seine Erfahrung aus dem internationalen GT-Sport und der DTM ein, das Junior Team seine Kartsport-Infrastruktur in Mülsen.

Quelle: dtm.com

Superbike: Lukas Tulovic in Bestform im Rennen der Ducati-Superstars

Ducati hat ganz groß den 100. Geburtstag gefeiert und Lukas Tulovic sich in Bestform präsentiert.
Foto: Alex Farinelli (FARO)

Leidenschaft, Mut, Erfindergeist – das steht für Ducati. Am 4. Juli 1926 wurde das Unternehmen in Bologna gegründet und deshalb der 100. Geburtstag der Marke auf dem Misano World Circuit gefeiert. EURO MOTO-Superbiker Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) war als nationaler Meister ein Teilnehmer am exzellent besetzten „Race of Champions“ und sah nach zehn Runden als Neunter die Zielflagge.

Die World Ducati Week war eine gigantische Party auf dem World Circuit Marco Simoncelli. Zeitweise wurde sogar der Einlass der Fans gestoppt, denn im offenen Fahrerlager herrschte Ausnahmezustand. Das einzigartige Duell zwischen Ducatis MotoGP- und Superbike-Fahrern war der absolute Höhepunkt der Festivitäten – und Lukas Tulovic mittendrin.

Im „Race of Champions“ traf der einzige Deutsche am Start auf Ducati-Koryphäen wie Supersport-Weltmeister Nicolò Bulega, der das Rennen gewann. Und auf MotoGP-Weltmeister Francesco „Pecco“ Bagnaia, den zweifachen Superbike-Weltmeister Álvaro Bautista sowie auch auf den zu den erfolgreichsten Rennfahrern in der Motorradgeschichte gehörenden Marc Márquez. Der neunfache Weltmeister hielt sich im Show-Rennen jedoch zurück. „Der hat kein Gas gegeben“, merkte Tulo sofort. „Wir sind alle mit identischen Ducati V4S Tricolore gefahren, nur dass die Motorräder der WM-Fahrer ihr eigenes Design hatten.“

Was hat der Ausflug nach Italien für Tulovic gebracht? „Ich habe mit allen Größen in Kontakt gestanden. Ducati CEO Claudio Domenicali und MotoGP-Rennsportchef Gigi Dall’Igna waren schon vor dem Rennen bei mir. Es war ein Showrennen, aber alle Leute haben es gesehen und das war wichtig. Es war eine Kombination aus Präsentation und sportlichem Anspruch.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek