Freitag, 21. August 2026

Mercedes-AMG Junior-Fahrer Tom Kalender holt sein erstes DTM-Podium am Nürburgring

DTM Nürburgring, Mercedes-AMG Junior-Fahrer Tom Kalender
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Die sechste DTM-Station der Saison fand in der Eifel statt: Der erst 18-jährige Tom Kalender (GER) holte gemeinsam mit dem Mercedes-AMG Team Landgraf am Sonntag sein erstes DTM-Podium. Von Startplatz elf aus fuhr der Mercedes-AMG Junior-Fahrer in einem fehlerfreien Rennen auf den zweiten Rang. „Mein erstes DTM-Podium – das fühlt sich einfach super an”, freute sich der jüngste DTM-Fahrer aller Zeiten.

Neben der Freude über das Podium war der Sonntag aus Sicht von Mercedes-AMG Motorsport enttäuschend: Lucas Auer (AUT), der von Position sieben gestartet war, hatte einen sehr guten Start und machte mehrere Positionen gut. In der ersten Runde kam es jedoch zu einer Kollision mit Maro Engel (GER), die für beide AMG-Piloten das vorzeitige Renn-Aus bedeutete.

Auch Jules Gounon (FRA) hatte kein Rennglück. Im Qualifying am Morgen sicherte er sich bei Temperaturen um 20 Grad mit einer Zeit von 1:25,062 Minuten die Pole-Position und stellte gleichzeitig einen neuen Rundenrekord auf. Für den Franzosen, der unter andorranischer Lizenz startet, war es die zweite Pole-Position in seinem 30. DTM-Rennen. Aufgrund zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse musste Gounon im Rennen eine Penalty-Lap absolvieren und kam auf Rang 14 ins Ziel.

Der Samstag verlief hinsichtlich der Punkteausbeute erfolgreicher: Im Qualifying sicherten sich alle vier Mercedes-AMG Fahrer gute Ausgangspositionen. Lucas Auer qualifizierte sich auf Rang drei, Maro Engel auf Rang sechs, Jules Gounon auf Rang sieben und Tom Kalender auf Rang neun.

Tom Kalender musste das Samstagsrennen in der siebten Runde nach einem unverschuldeten Kontakt vorzeitig beenden. Sein Mercedes-AMG GT3 #84 verlor infolge der Kollision erheblich an Leistung.

Lucas Auer verlor beim Start auf der Außenbahn in Kurve eins zwei Positionen und brachte Rang fünf ins Ziel. Maro Engel und Jules Gounon behaupteten ihre jeweiligen Positionen.

Maro Engel konnte trotz seines Ausfalls die Führung in der Fahrerwertung behaupten und liegt mit 160 Punkten weiterhin knapp an der Spitze. Auch das Mercedes-AMG Team Winward Racing führt mit 231 Punkten die Teamwertung an. Mit 328 Punkten liegt Mercedes-AMG zudem an der Spitze der Herstellerwertung

Nachtrag zum Sonntagsrennen in Oschersleben am 26. Juli: Durch die Disqualifikation des ursprünglichen Siegers wurde Maro Engel als neuer Rennsieger gewertet und erhielt fünf zusätzliche Meisterschaftspunkte. Dadurch musste er das Samstagsrennen am Nürburgring mit dem Erfolgsballast für einen ersten Platz bestreiten – 20 statt 10 Kilogramm. Auch Lucas Auer, Jules Gounon und Tom Kalender rückten jeweils um eine Position auf.

Das vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison 2026 findet in vier Wochen vom 11. bis 13. September am Sachsenring statt.

Stimmen der Mercedes Piloten zum Rennwochenende am Nürburgring

Lucas Auer, Mercedes-AMG Team Landgraf #22

„Der Samstag war mit dem Qualifying und dem Rennergebnis gut. Heute hatte ich einen richtig guten Start ins Rennen, habe dann aber leider einen Treffer von Maro bekommen, der für mich das vorzeitige Aus bedeutete. Das ist natürlich bitter. Deshalb verlasse ich den Nürburgring diesmal mit gemischten Gefühlen, freue mich aber für meinen Teamkollegen Tom Kalender, der heute definitiv der Mann des Tages ist.”

Jules Gounon, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER #48

„Zunächst einmal möchte ich mich bei meinem Mercedes-AMG Team MANN-FILTER bedanken. Die Mannschaft hat alles gegeben und mir damit die Pole-Position ermöglicht. Wir hatten ein fantastisches Auto – der Mercedes-AMG GT3 hat sich richtig gut angefühlt. Umso enttäuschender ist es natürlich, dass wir diese starke Ausgangslage nicht in einen Sieg umwandeln konnten.“

Maro Engel, Mercedes-AMG Team RAVENOL #80

„Der Ausfall heute ist extrem ärgerlich. Der Unfall war definitiv mein Fehler. Entschuldigung an Lucas Auer und Kelvin van der Linde, deren Rennen dadurch ebenfalls vorzeitig zu Ende waren, und an die ganze Mannschaft des Mercedes-AMG Team RAVENOL. Jetzt ist es wichtig, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern nach vorne zu schauen und am Sachsenring zurückzukommen.“

Tom Kalender, Mercedes-AMG Team Landgraf #84

„Das war ein mega Tag heute. Mein erstes DTM-Podium – das fühlt sich einfach super an. Ich hatte in dieser Saison nicht immer Glück, musste viele Rückschläge und Ausfälle hinnehmen, einige davon unverschuldet. Umso schöner ist es, heute auf Platz zwei zu stehen. Dafür möchte ich mich bei meinem gesamten Team Landgraf und bei Mercedes-AMG bedanken.“


DTM: Sieg und Podium! Marco Wittmann meldet sich auf dem Nürburgring im Titelrennen zurück

  • Marco Wittmann feiert im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring den 20. DTM-Sieg seiner Karriere 
  • Bereits am Samstag jubelt Wittmann als Dritter auf dem Podium 
  • Starke Punkteausbeute bringt Wittmann zurück ins Titelrennen – Platz fünf mit 25 Punkten Rückstand 

Marco Wittmann, Schaeffler BMW M4 GT3 EVO #11
Foto: Jens Hawrda

Das drittletzte DTM-Rennwochenende der Saison auf dem Nürburgring (GER) wurde zur Triumphfahrt für Marco Wittmann (GER). Der zweimalige Champion feierte am Sonntag im #11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO seinen ersten Saisonsieg und den 20. seiner Karriere. Bereits am Samstag sammelte er als Dritter auf dem Podium viele wertvolle Punkte. Im Kampf um seinen dritten Fahrertitel meldet er sich als Fünfter mit nun 135 Punkten und 25 Zählern Rückstand auf die Spitze zurück. Kelvin van der Linde (RSA) erlebte ein frustrierendes Wochenende.

Mit den Plätzen vier und sechs in den beiden Qualifyings erarbeitete sich Wittmann für die Rennen gute Ausgangspositionen. Diese setzte er bereits am Samstag gut um, am Sonntag gelang ihm das dank fahrerischer Klasse und hervorragender Leistung des Teams Schubert Motorsport noch besser. Am Ende eines strategisch perfekten Rennens mit starken Boxenstopps stand der erste DTM-Sieg seit Zandvoort 2024 zu Buche. In der Fahrerwertung ist Wittmann wieder in Reichweite zu seinem dritten Titel, in der Teamwertung liegt Schubert Motorsport mit 201 Punkten und 30 Zählern Rückstand auf die Spitze auf Rang drei. Kelvin van der Linde erlebte ein Wochenende zum Vergessen. Am Samstag schied er in Folge eines technischen Defekts aus, am Sonntag wurde er unverschuldet in einen Startunfall verwickelt.

Stimmen nach den Rennen

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO, Rennen 1: 3. Platz, Rennen 2: 1. Platz): „Ich bin extrem glücklich über dieses Wochenende! Nach einigen schwierigen Events in dieser Saison hat diesmal endlich von Freitag an alles gepasst. Der Sieg am Sonntag war am Ende hart erkämpft. Thomas Preining und Tom Kalender haben richtig viel Druck gemacht. Zum Glück für mich war Thomas in den letzten Runden ein guter Puffer zu Tom, der mit neuen Reifen deutlich schneller war. Vielen Dank an mein Team, das mit der Strategie goldrichtig lag und perfekte Boxenstopps hingelegt hat. Ich bin stolz auf euch!“

Kelvin van der Linde (#3 Shell BMW M4 GT3 EVO, Rennen 1: Ausfall, Rennen 2: Ausfall): „Das Wochenende war gelinde gesagt eine Katastrophe. Zwei Ausfälle in zwei Rennen, das ist natürlich nicht das, weswegen wir in der DTM antreten. Mir bleiben noch vier Rennen, um die Saison anständig zu Ende zu bringen. Vielen Dank an Schubert Motorsport für die gute Arbeit. Hoffentlich kann ich im Kampf um den Teamtitel noch wichtige Punkte holen.“ 

EuroMoto Superbike: Jan Mohr und die Frage nach der Zukunft

Jan Mohr, BMW M 1000 RR #5
Foto: Jens Hawrda

Jan Mohr hatte mit knapp 900 Kilometern die weiteste Anreise nach Assen. Ob er sich die lange Fahrt zum TT Circuit im kommenden Jahr noch einmal antut, weiß der Österreicher selbst noch nicht. Die Frage ist grundsätzlicher: Wo ist sein Platz in der EURO MOTO Superbike-Klasse, in der die Rundenzeiten immer schneller und die Abstände immer kleiner werden?

Seit neun Jahren fährt Jan Mohr jetzt in der Superbike-Klasse. Highlight ist bis heute sein zweiter Platz auf dem Lausitzring im Jahr 2022. Es war dieselbe Saison, in der er im Juli auf dem Schleizer Dreieck bei Tempo 250 schwer verunglückte. Damals war sogar fraglich, ob der heute 28-Jährige überhaupt noch einmal Rennen fahren würde. Er kämpfte sich zurück. Sein Bruder Ken hielt diesen harten Weg zurück an die Rennstrecke sogar in einem emotionalen Dokumentarfilm fest.

Jetzt denkt Mohr über die Zeit nach 2026 nach. „Der Level in der Klasse liegt extrem hoch und es besteht kaum eine Chance, weiter nach vorne zu kommen. Ich bin schneller geworden, aber es reicht nicht.“ Sieben Top-Ten-Plätze in zehn Rennen, aber keiner davon in Podiumsnähe, stellen ihn nicht zufrieden. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder diese Highlights, die Mohr am Rennsport so liebt. Im Pre-Practice der Euro Moto Superbike in Assen gelang dem Fahrer vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BWM der sofortige Sprung in die begehrte Superpole 2. Dort eroberte er den siebten Startplatz und durfte somit aus der dritten Startreihe losfahren.

Im ersten Rennen hatte er sich nach wenigen Runden auf dem neunten Platz eingenistet, doch die Fahrt Richtung Top-Ten-Platz endete im Kies. In der letzten Runde sah man den Österreicher plötzlich als Fußgänger über die Überwachungsmonitore marschieren. „Ich habe das Rennen durchgepusht“, schildert er seinen Sonntag. „Auch wenn mir der Abstand zur Spitze nach wie vor zu groß war, lief es schon im Training super für uns. Im Rennen habe ich gemerkt, dass mein Vorderreifen abbaut. Gegen Ende wurde Kevin Orgis vor mir etwas langsamer. Ihn wollte ich unbedingt noch schnappen.“ Der Ehrgeiz war größer als der Grip. Ohne Feindkontakt und ohne Attacke von Orgis verlor Mohr das Vorderrad und landete auf dem Hosenboden.

Ganz so einfach wurde es allerdings nicht. Denn Florian Alt schoss beim Start nach vorne. „In der ersten Kurve habe ich alles verbockt“, gab Mohr zu. „Flo hatte einen Granaten-Start, ich wollte außen dagegenhalten. Er zog dann direkt rüber, ich wollte in seinen Windschatten und war wohl etwas spät und kam weit raus.“ Der Schwung war weg. Dazu musste Mohr nach dem Ausrutscher aus Rennen eins erst wieder seinen Rhythmus finden. „Ab Rennmitte war ich ohne großes Risiko unterwegs“, sagte er. Platz neun sprang am Ende heraus.

Ein weiteres Top-Ten-Ergebnis also. Für Jan Mohr bleibt nach Assen nicht nur die Frage, wie lang der Weg nach vorne noch dauert – sondern auch, ob er ihn auch weitergehen will. Der Österreicher sitzt zwischen den Stühlen.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Donnerstag, 20. August 2026

EuroMoto Superbike: Wilde Fahrt und ein Pokal für Markus Reiterberger

Für den belgischen Teamchef Werner Daemen ging es mit seiner Mannschaft von Masteroil-alpha-Van Zon-BMW am vergangenen Wochenende zu den Nachbarn in die Niederlande. Auf dem TT Circuit Assen, wo sich sonst die MotoGP und die WorldSBK die Klinke in die Hand geben, fand der fünfte Lauf der Euro Moto Superbike statt. Am Start Markus Reiterberger/D, Jan Mohr/A und Milan Merckelbagh/NL. Hannes Soomer fehlte aufgrund einer Schulterverletzung erneut. 

Markus Reiterberger BWM #28
Foto: Jens Hawrda

Markus Reiterberger  #28

Markus Reiterberger war bester Laune nach Assen gereist. Einer Strecke, die der Euro Moto Superbike Pilot vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW mit guten Erinnerungen verbindet und denen er beim drittletzten Rennen der Euro Moto Saison gerne noch ein paar gute Erinnerungen hinzufügen wollte. In allen Trainings, sei es am brütend heißen Freitag oder am merklich kühleren und teilweise verregneten Samstag, hatte sich der Bayer stets in der Spitzengruppe rumgetrieben. Auch wenn ihn die verpasste erste Startreihe sicherlich wurmte und er mit Startplatz 4 die zweite Reihe eröffnete, waren die Abstände absolut überschaubar.

Vom Start des ersten Rennens kam Reiterberger gut weg und fand sich nach wenigen Runden allein mit Smits und Tulovic in der Spitzengruppe wieder. Vor allem mit Tulovic lieferte sich der BWM-Pilot ein ansehnliches Duell. Bei seiner Attacke kam Reiterberger zwar am Konkurrenten vorbei, doch der konterte umgehend. Nach einem heftigen Vorderrad-Rutscher in der letzten Schikane ließ Reiterberger die Vernunft die Oberhand gewinnen und entschied sich, als bester BMW-Pilot den dritten Platz nach Hause zu fahren. «Wir hatten uns zum Vortag nochmals verbessert», erklärte er Reiterberger, dessen Crew nach dem Warm-up noch rasch den Motor gegen das Oschersleben-Aggregat gewechselte hatte. «Es war das beste Wochenende überhaupt bisher. «Ich habe alles gegeben, um an Tulovic vorbeizukommen. Ich war ehrlich gesagt von Anfang bis Ende über dem Limit. Als ich fast das Vorderrad verloren hatte, habe ich mich darauf beschränkt, meinen Vorsprung zu verwalten. Aber ich war nah dran, es war ein schönes Rennen.»

Bis auf die Schlussphase war auch das zweite Rennen schön anzusehen. Reiterberger hielt den Druck auf den Führenden Twan Smits beständig hoch und hatte einen möglichen Sieg vor Augen. Bis ihm eine Verkettung von Fehlern und einer Bestrafung einen Strich durch die Pokal-Rechnung machte. «Das zweite Rennen war eigentlich noch besser als das erste», beschreibt der BMW-Pilot die wilde Schlussphase. «Ich hatte mir Smits zurechtgelegt, bin aber durch einen kleinen Fehler weitgegangen.» Reiterberger musste über die asphaltierte Auslauffläche, verzögerte wie es die Regeln vorschreiben und reihte sich mit Abstand wieder hinter Smits ein. Doch der Rennleitung war die Verzögerung nicht genug und sie brummten Reiterberger eine Long-Lap-Strafe auf. Der Bayer sah sich um den möglichen Sieg gebracht und kochte unter seinem Helm vor Wut. «Ich weiß, Regeln sind Regeln«, ist sich bewusst. «Aber ich habe ja was verloren und musste mich wieder rankämpfen.» In die Long Lap bog Reiterberger dann mit Überschuss ein und ratterte noch durchs Kiesbett. Platz 7 die magere Ausbeute. «Es ist wie es ist, ich muss da im Bruchteil einer Sekunde entscheiden. Für die Meisterschaft ist das natürlich schlecht. Aber als Team haben wir einen Super-Job gemacht und ich bin sehr stolz auf unser Team.»

Jan Mohr #5

Jan Mohr hatte mit knapp 900 Kilometern die längste Anreise. Doch nachdem er die Rennen auf dem von ihm ungeliebten Kurs von Oschersleben vor zwei Wochen einigermaßen hinter sich gebracht hatte, dürfte die Reiselaune in Richtung Assen um einiges besser gewesen sein. Im Pre Practice der Euro Moto Superbike gelang dem Piloten des Team Masteroil-alpha-Van Zon-BWM auch ohne größere Probleme der sofortige Sprung in die begehrte Superpole 2. Dort eroberte er sich den siebten Startplatz und durfte somit aus der dritten Startreihe los.

Sein erstes Rennen sah gut aus. Er hatte sich nach wenigen Runden auf dem neunten Platz eingenistet, doch die Fahrt Richtung Top-Ten-Platz endete im Kies. In der letzten Runde sah man den Österreicher plötzlich als Fußgänger über die Monitore marschieren. «Ich das Rennen durchgepusht», schildert er seinen Sonntag. «Auch wenn mir der Abstand zur Spitze nach wie vor zu groß war, lief es schon im Training super und wir hatten noch ein bisschen was gefunden. Im Rennen habe ich schon gemerkt, dass mein Vorderreifen abbaut. Gegen Ende wurde Kevin Orgis vor mir etwas langsamer, den wollte ich dann unbedingt noch schnappen.» Zuviel des Guten für den Vorderreifen. Mohr verlor ohne Feinkontakt oder Attacke auf Orgis die Kontrolle über das Vorderrad und landete auf dem Hosenboden.

Bis zum zweiten Rennen war die BWM wieder fit und Mohr lobte seine Mannschaft. «Ohne die könnte ich vielleicht in drei Wochen wieder fahren, wenn ich das selbst hätte richten müssen. Volle Attacke im zweiten Rennen.» Da hatte er aber nicht mit dem beim Start nach vorne preschenden Florian Alt gerechnet. «In der ersten Kurve habe ich alles verbockt», so Mohr. «Flo hatte einen Granaten-Start, ich wollte außen dagegenhalten. Er zog dann direkt rüber, ich wollte in seinen Windschatten und war wohl etwas spät und kam weit raus. Der Schwung war weg und nach dem Crash aus Rennen 1 musste ich erst meinen Rhythmus wieder aufbauen. Ab Rennmitte war ich ohne großes Risiko unterwegs und kam als Neunter im Ziel an.»

Milan Merckelbagh #55

Milan Merckelbagh ist zwar in den Niederlanden zuhause, lebt aber am mit Blick auf Assen am entgegengesetzten Ende seiner Heimat. Zur Vorbereitung auf sein Heimrennen war Merckelbagh bereits eine Woche vorher auf dem TT Circuit vor Ort. Bei seinem Start in der Internationalen Dutch Championship IDC durfte er sich über ein erfolgreiches Rennwochenende inklusive Pokal freuen. Im Rahmen der Euro Moto Superbike ging es dem Mann aus dem Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW nicht ganz so geschmeidig von der Hand. Nach einem heißen Freitag und einem verregneten Samstagvormittag landete er schlussendlich auf Startplatz 12. Im Warm-up am Sonntag konnte er sich nochmals um eine halbe Sekunde bei seinen Rundenzeiten steigern.

In Rennen 1 setzte Merckelbagh seine flotte Fahrt fort, hatte aber zu tun, die schnellen Rundenzeiten über die Distanz zu bringen. Auf den letzten Metern musste er sich noch dem Angriff des ehemaligen WM-Piloten Lorenzo Zanetti beugen und sah auf Platz 11 das Ziel. Auch Rennen 2 war ein mühsames Unterfangen für den Niederländer, der sein Können nicht recht auf den Asphalt bringen konnte. Erneut war es Platz 11 und der eh schon nicht so redselige Merckelbagh wurde nach dem für ihn wenig prickelnden Heimrennen noch schweigsamer. «Ein weiteres schwieriges Wochenende», fasst er zusammen. «Ich hatte viel mit dem Set-up zu kämpfen, bin gestürzt und konnte einfach nicht meine Pace finden. Das war alles nicht motivierend für mich.»


Auch wenn Teamchef Werner Daemen und ein Teil seines Teams mit einem Auge schon wieder Richtung Langstrecken-WM-Finale schauen, steht vorher noch der Besuch auf dem Nürburgring an, wo der vorletzte Lauf der Euro Moto 2026 vom 4. bis 6. September über die Bühne geht.


EuroMoto Superbike: 33 Punkte, aber Schrötter ist nicht zufrieden

Marcel Schrötter, BMW #23
Foto: Jens Hawrda

Seine Knieverletzung hat Marcel Schrötter besser weggesteckt als zunächst erwartet. In Assen hoffte er, in noch besserer Form als vor zwei Wochen in Oschersleben zu sein – und tatsächlich präsentierte sich der 33-jährige Bayer auf dem TT Circuit Assen in guter Verfassung. Der BMW-Fahrer von GERT56 by RS Speedbikes nahm 33 Punkte aus der „Cathedral of Speed“ mit nach Hause. Gleichzeitig festigte er seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung. Trotzdem hätte er sich den Verlauf des Wochenendes anders gewünscht.

Schrötter startete aus der ersten Reihe, bekam nach mehreren Temperaturwechseln an den Trainingstagen aber nicht das erhoffte Gefühl für die Reifen. Erst wenige Runden vor dem Ziel gelang es dem 33-jährigen Bayern das Tempo zu steigern. Für den BMW-Fahrer blieb damit ein Wochenende, an dem deutlich mehr möglich schien.

„Mit den Rennen bin ich nicht zufrieden, da ich unerwarteterweise nicht das nötige Tempo hatte, obwohl ich in den Trainings immer konkurrenzfähig war“, wunderte sich Schrötter über den Verlauf. „Die beiden Spitzenreiter hatten oft einen kleinen Vorsprung, aber ich hätte nie gedacht, dass ich als Vierter nicht mit der Führungsgruppe mithalten könnte. Es fühlte sich so an, als hätte ich keine Chance. Dabei war das Tempo in der Schlussphase beide Male gar nicht so schlecht.“

Der Anspruch, aus eigener Kraft um die Spitzenplätze kämpfen zu können, macht die Enttäuschung verständlich. „Das war frustrierend, denn ich möchte ganz vorne mitfahren und um die Spitzenplätze kämpfen“, sagt Schrötter. Gleichzeitig weiß er um die Bedeutung des Ergebnisses für die Meisterschaft: „Natürlich freue ich mich über den zweiten Platz im zweiten Rennen, denn die Meisterschaft geht bereits auf das vorletzte Rennwochenende zu, wo jeder Punkt zählt.“

Viel Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht. Am Donnerstag vor dem Nürburgring-Wochenende im September steht in der Eifel ein zusätzlicher Testtag auf dem Programm. Für Schrötter kommt dieser genau zum richtigen Zeitpunkt. „Aus sportlicher Sicht bin ich ein wenig enttäuscht von unserem Renn-Tempo in Assen. Auf dem Nürburgring können wir ein paar verschiedene Ansätze ausprobieren, damit wir wieder ganz vorne mitmischen können. Denn wie gesagt: Ich möchte aus eigener Kraft ganz vorne mithalten und gute Ergebnisse erzielen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek