Montag, 29. Juni 2026

Superbike: Tulovic mit alter Stärke zum Doppelsieg

Mit Sombrero, Nackenschutz und Kaltgetränk beobachteten die Fans in Most, wie Lukas Tulovic in der EURO MOTO Superbike in Most zum Doppelsieg fuhr. So wie beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring.

Das war hart an der Grenze. Das Asphaltthermometer im tschechischen Most zeigte mittlerweile 70,1 Grad an. Die 16 Rennrunden im zweiten Superbike-Lauf strapazierten Mensch und Maschine aufs Äußerste.

Marcel Schrötter (GERT56) und Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) kriegten gleich zu Beginn die erste Kurve nicht und mussten geradeaus fahren. Um durch das Abkürzen der Schikane keinen Vorteil zu erlangen, verlangen die Regeln, dass eine Sekunden verloren gehen muss, bevor sie sich wieder einreihen dürfen. Für Schrötter sah es danach mit dem Vorhaben, nach jedem Rennen auf dem Podium zu stehen, schlecht aus.

In der zweiten Runde schob sich Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) mit einem ordentlichen Honda-Überschuss am bis dahin führenden Titelverteidiger Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) vorbei. Alt hatte nach dem ersten Rennen am Vormittag bereits angekündigt, Tulo ein wenig Gesellschaft leisten zu wollen. Twan Smits (Apreco Yamaha) konnte das Tempo auf Dauer nicht halten, blieb aber mit Abstand nach vorne und hinten immer auf dem dritten Platz.

Kevin Orgis, der ältere Bruder von Leon aus dem privaten ORM-Team, schaffte auf seiner BMW innerhalb von drei Runden den Sprung vom zehnten Startplatz auf den vierten Rang im Rennen. Es war beachtlich, was der Sachse leistete und vor allem wie lange er Namen wie Marcel Schrötter, Toni Finsterbusch, Hannes Soomer, Markus Reiterberger und Jan-Ole Jähnig hinter sich halten konnte. Reiterberger, der vor vier Wochen mit dem ersten Saisonsieg triumphiert hatte, war zwischenzeitlich sogar auf den neunten Platz durchgereicht worden.

Orgis Erfolgsstory hielt bis zur siebten Runde. In der sechsten biss sich Schrötter noch die Zähne am 26-jährigen BMW-Fahrer aus. Im siebten Umlauf leitete er eine Überholserie ein.

Alt beschäftigte Tulovic ganz vorne weiterhin immens. Länger als es der Titelverteidiger vermutet hatte. In der neunten Runde schlug Tulo zu und übernahm die Führung. Waren in Brünn Tulo und Alt nicht ganz auf der Höhe, sondern Schrötter und Reiterberger, dann war es jetzt wieder umgekehrt.

Nach gut 25 Minuten war alles vorbei. Tulo erreichte das Ziel 0,940 Sekunden vor Alt. Smits hatte als Dritter 4,093 Sekunden Abstand und auch nach hinten ordentlich Luft. Aufs Podium kamen die Fahrer von Ducati, Honda und Yamaha. Trotz der BMW-Armada im Feld war keine von ihnen in Richtung Podest gerollt. Bester Mann auf der M 1000 RR wurde Toni Finsterbusch (GERT56) als Vierter.

Ausnahmslos alle Fahrer waren trotz körperlich erstklassiger Fitness ausgepowert bis zum Anschlag. Was bei Tulovic noch dazu kam: „Die zweite Rennhälfte bestand nur aus Schmerzen“, schilderte er den Tribut der Hitze, „der V4-Motor an der Ducati befindet sich genau an meiner Wade. Er war kochend heiß und es tat einfach nur noch weh.“

EURO MOTO Superbike, Lauf 2 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

4. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

5. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

6. Hannes SOOMER (EST/BMW)

7. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

9. Kevin ORGIS (DEU/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Supersport: Kein Ergebnis im zweiten Rennen nach Abbrüchen

Das zweite Rennen der EURO MOTO Supersport in Most endete vorzeitig und ohne Wertung. Nach zwei Rennabbrüchen entschieden die Verantwortlichen, keinen weiteren Neustart mehr anzusetzen. Damit wurden weder Punkte vergeben noch die bereits absolvierten Runden gewertet.

Für Dirk Geiger (Apreco-Yamaha) war das besonders ärgerlich. Nach seinem Sieg am Samstag hatte der Mannheimer die Gesamtführung von Ducati-Fahrer Daniel Blin (Automarket AF Racing Team) übernommen und wollte seinen Vorsprung im zweiten Lauf weiter ausbauen. Alles sah zunächst danach aus: Geiger setzte sich sofort an die Spitze und verschaffte sich einen Vorsprung. Dann der Schock in Runde fünf. Der Schweizer Marcel Brenner (Automarket AF Racing Team) stürzte nach einem heftigen Highsider am Ausgang der letzten Kurve schwer. Das Rennen wurde mit der roten Flagge abgebrochen und Brenner ins Krankenhaus gebracht.

Für den Neustart wurde die Startaufstellung anhand des letzten vollständigen Rennumlaufs festgelegt. Geiger stand erneut auf der Pole Position. MV Agusta-Senkrechtstarter Luca Göttlicher fuhr neben ihm an die Linie und freute sich schon auf den nächsten greifbaren Podiumsplatz, nachdem er MV Agusta am Samstag aus der Starre erlöst hatte. Komplettiert wurde die erste Startreihe durch Luca de Vleeschauwer (SWPN). Dahinter lauerten Filip Feigl (Eder Racing) und Daniel Blin, der sich im ersten Rennabschnitt in nur vier Runden eindrucksvoll von Startplatz 16 bis auf Rang fünf nach vorne gearbeitet hatte.

Der Lauf wurde auf acht Runden verkürzt. Geiger und Göttlicher erwischten einen guten Start. Auch Blin war weiter hinten gut weggekommen und tauchte direkt neben de Vleeschauwers Yamaha YZF-R9 auf. Doch bevor sich das Rennen richtig entwickeln konnte, wurde erneut die rote Flagge geschwenkt: Rennabbruch. Mit Jindřich Škopek war einer der vier tschechischen Teilnehmer gestürzt und der Rettungswagen fuhr auf die Strecke. Das Rennen wurde kein weiteres Mal gestartet.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Sportbike: Zuda feiert Heimsieg, Siebdrath erstes Podium

Im zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike-Klasse in Most gab es diesmal tatsächlich einen Sieger und ein offizielles Ergebnis. Anders als am Samstag, als das erste Rennen nach zwei Startversuchen aus Sicherheitsgründen abgebrochen und nicht gewertet worden war, ging es am Rennsonntag bei erneut großer Hitze diesmal bis ins Ziel. Den Sieg sicherte sich Stepan Zuda auf seiner Heimstrecke und das denkbar knapp.

Showdown an der Spitze bis zur letzten Kurve

Schon der Start verlief im zweiten Rennen deutlich ruhiger als noch am Vortag. Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing), von der Pole Position ins Rennen gegangen, setzte sich zunächst an die Spitze. Dahinter reihten sich Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) und Bruno Ieraci (RT Motosports) ein, der als kurzfristiger Ersatzfahrer für den verletzten Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) erneut eine starke Rolle spielte. Ruben Bijman und Mika Siebdrath (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing) komplettierten zunächst die Top fünf.

An der Spitze entwickelte sich schnell ein enger Dreikampf. Zwischen Zuda, Kitzbichler und Ieraci ging es immer wieder hin und her, die Positionen wechselten mehrfach. Die Entscheidung fiel schließlich erst in der letzten Runde. Im direkten Duell mit Ieraci musste Zuda zunächst geduldig bleiben, weil sich keine Lücke auftat. Erst nach der letzten Kurve bot sich ihm die entscheidende Chance. Zuda nahm mehr Schwung mit, profitierte von einem Schaltfehler des Italieners und zog im Windschatten noch vorbei.

Mit gerade einmal einer knappen Motorradlänge Vorsprung rettete er sich als Sieger ins Ziel. „Unglaublich, dass ich das Rennen doch noch gewonnen habe. Nach meinem schweren Sturz bei meinem Wildcard-Einsatz in der Weltmeisterschaft hier in Most habe ich fast einen Finger verloren. Die Verletzung hat mich auch in Brünn noch stark behindert. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir ausgerechnet hier in Most wieder ganz oben auf dem Podium stehen“, sagte Zuda bei der Siegerehrung.

Mit dem Heimsieg übernimmt der Tscheche auch wieder die Führung in der Meisterschaft. Jakob Rosenthaler, der wegen seiner Beinverletzung nicht antreten konnte, musste damit zusehen, wie ihm die Tabellenführung wieder entgleitet.

Für Bruno Ieraci endete das Wochenende trotz des knapp verpassten Sieges ebenfalls stark. Der WM-Fahrer wurde mit nur 0,068 Sekunden Rückstand Zweiter. Nach seiner Schulterverletzung konnte er den Einsatz in Most damit sportlich sehr gut für sich nutzen.

Siebdrath jubelt nach schwerem Samstag

Eine besondere Geschichte schrieb auch Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Nachdem sein Rennsamstag mit dem Sturz in der ersten Schikane und dem Feuer am Motorrad von Jay-Jay Den Hoed  (SWPN) denkbar unglücklich verlaufen war, endete das Wochenende für den 17-Jährigen nun doch noch mit einem Highlight. Lange sah es im zweiten Rennen nicht nach einem Podiumsplatz aus, denn Siebdrath lag auf Rang fünf und hatte keinen Anschluss mehr an die Spitzengruppe. Doch dann rutschte Tobias Kitzbichler über das Vorderrad weg und riss dabei auch Ruben Bijman mit aus dem Rennen. Siebdrath erbte dadurch Rang drei und feierte seinen ersten Podiumsplatz in der EURO MOTO. „Ich bin sprachlos und überglücklich. Nach dem Desaster von gestern jetzt auf dem Podium zu stehen, ist einfach unglaublich. Meine Kondition hat am Ende nachgelassen, aber ich habe bis zum Schluss gekämpft“, sagte der Wildenfelser.

Weil Tobias Kitzbichler an diesem Wochenende keine Punkte mitnehmen konnte, rückte Siebdrath in der Gesamtwertung zugleich auf Rang drei vor. Für Ruben Bijman lief es dagegen erneut bitter. Der Triumph-Pilot hatte sich in Most viel vorgenommen und wollte endlich seinen ersten Sieg in der Sportbike-Klasse holen. Nach dem Zwischenfall mit Kitzbichler blieb er nun jedoch ebenfalls ohne Punkte.

Auf Rang vier kam mit Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) ein weiterer Niederländer ins Ziel. Für ihn war es zugleich das beste Ergebnis bislang in der Serie. Alexander Weizel  (AK Racing) belegte Platz fünf nach einem spannenden Duell mit Maksymilian Palmowski (SP Race Project), der am Ende Sechster wurde. Dahinter komplettierten Julian van Kalkeren, Rick Kooistra, (beide SRTD Pearle Gebben Racing) Jay-Jay Den Hoed und Tom Kuil (RT Motorsports) die Top 10.

Bemerkenswert war auch das Comeback von Jay-Jay Den Hoed. Sein Team SWPN um Frank Brouwer hatte nach dem Feuer am Samstag eine Nachtschicht eingelegt, um das Motorrad rechtzeitig wieder fahrbereit zu machen. Dabei musste das Feuerlöscherpulver sorgfältig aus allen Bereichen entfernt werden, wofür das Bike bis auf den Rahmen zerlegt werden musste. Auch Tom Kuil konnte nach seinem Sturz vom Samstag wieder antreten, nachdem er gründlich durchgecheckt worden war.

Weiter geht es für die EURO MOTO Sportbike-Klasse mit Runde vier. Nach einer kurzen Sommerpause steht das nächste Rennwochenende vom 31. Juli bis 2. August in der Motorsport Arena Oschersleben an.


Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Superbike: Tulovic gewinnt die Hitzeschlacht über 16 Runden

Nach dem Doppelschlag vom Sachsenring hat Ducati-Spitzenreiter Lukas Tulovic auch das erste EURO MOTO Superbike-Rennen in Most gewonnen. Drei Motorradmarken waren auf dem Podium vertreten. Florian Alt war für Honda erfolgreich und Marcel Schrötter für BMW.

Die Hitze war fast unerträglich. Die Asphalttemperatur wurde mit 51 Grad Celsius angegeben. „Wenn Du im Pulk fährst, dann entsteht sofort ein brachialer Wärmestau am Motor“, hieß es in der GERT56-Box. Doch das war nicht das einzige Problem. Wie schon im letzten Jahr wurden in Most wegen der heißen Temperaturen andere Pirelli-Reifen ausgegeben. Die Erfahrungswerte mit dem Einheitsreifen D0922 halten sich in Grenzen, die Abstimmungsarbeiten an den Motorrädern gestalteten sich schwierig.

Um die Fahrer nicht zu lange der Hitze auszuliefern, kam vor dem Rennen das Quick-Start-Prozedere zur Anwendung. Sieben Minuten vor dem Start wurde die Boxengasse eine Minute lang geöffnet. Am Grid stand ein einziges Teammitglied. Keine Überprüfung mehr am Motorrad, kein Austausch – alles passierte ganz schnell. Superbike-Fahrersprecher Toni Finsterbusch hatte nach Rücksprache für die Quick-Start-Variante plädiert, aber nicht für eine Kürzung der Renndistanz. Es ging also über die kompletten 16 Runden.

Twan Smits (Team Apreco), der mit der Yamaha erstmal aus der ersten Reihe gestartet war, hielt in der ersten Runde Marcel Schrötter, Polesetter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) in Schach. Tulo, der in Brünn an der Technik der Panigale V4R gescheitert war und im ersten Lauf nur Siebter wurde, stand jetzt wieder vor einer neuen Aufgabe und musste sich sputen. Er war lediglich mit einem 5-Punkte-Polster auf Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) nach Most gereist. Genau mit diesem legte er sich nun kontaktfreudig an und brachte ihn aus dem Rhythmus. Schrötter musste sogar die Schikane auslassen, achtete aber darauf, dass er mindestens eine Sekunde vertrödelte, um auf die Strecke zurückzukehren und sich keinen Vorteil verschafft zu haben. So verlangen es die Regeln.

In der vierten Runde ging Tulo aufs Ganze, presste sich Smits vorbei übernahm die Führung. Der Niederländer verlor prompt den Schwung. Das nutzte Schrötter sofort aus und übernahm den zweiten Platz. Und dann kam Flo Alt ins Spiel, der zum Schluss noch dazwischen grätschte. Mit einem lupenreinen Manöver unter dem Orlen-Bogen zog der Honda-Fahrer in der vorletzten Runde an der Schrötter-BMW vorbei. Das war „Alt-Land“, und das ließ sich der Nordrhein-Westfale nicht nehmen.

„Wenn man man durchgereicht wird, ist das schon schwierig“, haderte der ehemalige Supersport-WM-Fahrer Schrötter mit dem Ergebnis.“ Aber heute war durch die Hitze alles anders und bekam völlig neue Dimensionen. Alt, der vom fünften Startplatz aufs Treppchen gefahren war, erzählte im Nachhinein, die Honda halbwegs komfortabel abgestimmt zu haben. „Und es war eines der heißesten Rennen, die ich in meiner Karriere bestritten habe.“ Bei der Langstrecken-WM in Suzuka seien die Temperaturen zwar ähnlich, aber es herrsche eine andere Luftfeuchtigkeit.

Tulo führte die Ducati Panigale V4R mit einem Vorsprung von 1,235 Sekunden zum dritten Saisonsieg. „Mein Start war eine Schwäche, die ich schon im letzten Jahr hatte. Aber ich wusste, dass im Anfang des Rennens die Pace habe, um nach vorn zu kommen. Nach den Rennen in Brünn vor vier Wochen waren wir ganz unten. Jetzt ist alles wieder gut.“

Toni Finsterbusch (GERT56) präsentierte sich stark auf der Bremse, arbeitete sich vom siebten auf den vierten Platz nach vorn, musste Twan Smits auf der letzten Rille aber doch noch vorbei lassen. Bei Masteroil Alpha Van Zon BMW schaute der erfolgsverwöhnte Teamchef Werner Daemen wenig amüsiert aufs Ergebnis. Seine Truppe hatte im heutigen ersten Lauf rein gar nichts mit dem Podium zu tun: Hannes Soomer auf P6, Markus Reiterberger auf P7, Milan Merckelbagh P9, Jan Mohr P10, Soma Görbe gestürzt.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1 (Top-Ten)

1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)

2. Florian ALT (DEU/Honda)

3. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)

4. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

5. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)

6. Hannes SOOMER (EST/BMW)

7. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

8. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/BMW)

9. Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

10.Jan MOHR (AUT/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Samstag, 27. Juni 2026

Supersport: Geiger-Sieg, Führungswechsel und Premieren

Dirk Geiger hat in Most sein erstes Supersport-Rennen nach dem Wechsel zu Yamaha gewonnen. Gleichzeitig übernahm er die Tabellenführung in der mittleren EURO MOTO-Klasse. Mindestens genauso spektakulär war die Podiumsfahrt von Luca Göttlicher auf der MV Agusta, auch wenn sich das Feld am Ende weit auseinander gezogen hatte.

Nach vier Siegen von Daniel Blin (Automarket AF Racing) war die Zeit für Dirk Geiger (Team Apreco) gekommen. Von der Pole Position aus gelang ihm im tschechischen Autodrom sein erster Sieg auf der Apreco-Yamaha. Es war nicht irgendein Sieg, sondern auch der erste für das neue Motorradmodell YZF-R9 in der EURO MOTO. Geiger führte das Rennen über 14 Runden souverän an. Am Ende hatte er 5,81 Sekunden Vorsprung vor dem Verfolgerfeld und ließ sich feiern. Dass Teamkollege Lennox Lehmann als Zweiter abgewunken wurde, löste doppelte Freude in der ganzen Crew aus: „Obwohl ich den Beginn mit ein paar Fehlern vermasselt habe“, warf der Dresdner ein. Und er fügte hinzu: „Besser hätte es nicht laufen können, denn unser Teamkollege Twan Smits startet morgen bei den Superbikes auch noch aus der ersten Startreihe.“ Yamaha hatte allen Grund zum Jubeln.

Luca Göttlicher (LJ Racing) setzte einen Meilenstein in der Geschichte von MV Agusta. Er holte in der Hitzeschlacht den ersten Podiumsplatz für die italienische Marke in der EURO MOTO und vormals der IDM. In den letzten drei Jahren war Till Belczykowski verpflichtetet gewesen. Göttlicher war im Winter verletzt und erst bei der zweiten EURO MOTO-Veranstaltung am Start. Offensichtlich hat „Lucky Luc“ aber schon jetzt den roten Faden gefunden. Wie er sagt, liegt ihm das Motorrad, nur die Hitze habe ihn in Most überrannt. Als die Rundenzeiten im Rennen immer langsamer wurden, blieb Göttlicher trotzdem hartnäckig auf Podiumskurs.

Luca de Vleeschauwer (SWPN) machte auf Yamaha zwei Plätze gut. Filip Feigl (Eder Racing) empfahl sich auf der Marke als Bester von vier gestarteten Tschechen. Marvin Siebdrath war der beste Honda-Fahrer von MCA Racing. Der Sachse wurde Siebter, nachdem er in der ersten Runde auf den 12. Platz zurückgefallen war.

Für Marcel Brenner ging es aus der ersten Startreihe nach hinten. Zur Mitte des Rennens verlor er 2,2 Sekunden auf die Spitze. Der Ducati-Fahrer aus der Schweiz rettete sich auf den siebten Platz. Für seinen Teamkollegen Daniel Blin endete das erste Supersport-Wochenende dramatisch: Er wurde auf P16 mit 54,512 Sekunden Rückstand auf Sieger Geiger gewertet. Das Ergebnis warf ihn nach dem Sturz im Qualifying nochmals zurück. Gleichzeitig verlor der 24-jährige Pole die Führung in der Supersport-Gesamtwertung. Die Ursachenforschung läuft. Gast-Fahrer Jonas Folger (Freudenberg KTM RORA PALIGO) schlug während des Rennens den Weg an die Box für Abstimmungsarbeiten ein.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1 (Top-Ten)

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)

2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)

3. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)

4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)

5. Filip FEIGL (CHE/Yamaha)

6. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)

7. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)

8. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)

9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)

10.Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek