Mittwoch, 8. Juli 2026

GT-Masters: Eifel-Spektakel beim ADAC Truck-Grand-Prix am Nürburgring

  • Zahlreiche Gaststarter erweitern das Feld, auch DTM-Teamchef Gottfried Grasser dabei
  • Heimspiel für das Haupt Racing Team, die Holzem-Zwillinge und Schnitzelalm Racing
  • Meisterschaftskampf zwischen BMW und Lamborghini spitzt sich zu

Die Zwillinge Sandro und Juliano Holzem feiern im BMW M4 GT3 Evo
von Schubert Motorsport ihr Heimspiel am Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport

Ein Highlight der Saison wartet auf das ADAC GT Masters. Auf dem Nürburgring tritt die GT3-Nachwuchsliga des ADAC im Rahmen des Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix an, zu dem im vergangenen Jahr mehr als 134.000 Zuschauer am Wochenende reisten. Es werden zwei Sprint-Rennen von 60 Minuten Renndauer (Samstag 13:45 Uhr und Sonntag 14:15 Uhr) ausgetragen. Am Sonntag überträgt Sport1 das zweite Rennen live im Free-TV sowie Highlights des Samstagslaufs. Alle Rennen sind zudem live auf Joyn, ServusTV ON und youtube.com/adacmotorsports zu sehen.

DTM-Teamchef Grasser und siebte Marke als Gaststarter

Einer der namhaftesten Gaststarter am Nürburgring wird Gottfried Grasser (47/AUT) sein. Der DTM-Teamchef tauscht die Rollen und setzt sich nach 13 Jahren Rennpause wieder hinters Steuer eines Lamborghini Huracán GT3 Evo 2. Das Cockpit teilt er sich mit seinem guten Freund Gerhard Tweraser (37/AUT), der bereits 36 Rennen im ADAC GT Masters absolvierte – viele für das GRT Grasser Racing Team. Das Duo wird in der Pro-Am-Klasse antreten. „Das Ziel im ersten Rennen ist, ins Ziel zu kommen. Im Zweiten schauen wir, welche Position es wird“, erklärt Grasser, der bereits zwölf Rennen im ADAC GT Masters bestritten hat. Obwohl die Ambitionen hoch sind, dämpft er gleichermaßen die Erwartungen. „Wir haben bisher noch nicht einmal einen Boxenstopp mit Anschnallen und allem Drum und Dran geübt. Daher schauen wir erstmal, dass wir sicher ins Ziel kommen. Aber natürlich ist sofort auch wieder der Biss da und ich werde die Zehntel und Platzierungen genau im Blick haben.“

Als Rückkehrer begrüßt die GT3-Nachwuchsliga des ADAC Prosport Racing mit dem Mercedes-AMG GT3. Somit werden am Nürburgring wieder sieben verschiedene Marken an den Start gehen. Als Fahrer an Bord sind Debütant Felice Jelmini (31/ITA) und mit Nico Hantke (22/Hürth) ein bekanntes Gesicht. Er fuhr in den vergangenen beiden Jahren in der Serie und erzielte eine Pole-Position, zwei Siege sowie Tabellenrang vier. Am Nürburgring feiert der Hürther zudem sein Heimspiel und hat sich viel vorgenommen: „Ich freue mich, zum ersten Mal mit dem Mercedes-AMG GT3 an den Start zu gehen. Es ist eine neue Herausforderung, aber ich fühle mich sehr gut vorbereitet. Das Ziel für das Wochenende ist ganz klar: Wir wollen vorne mitfahren und um den Sieg kämpfen.“

Der dritte Gaststarter ist SR Motorsport by Schnitzelalm. Das Team bestritt die vergangene Saison komplett und ist seit 2024 immer wieder als Gaststarter dabei. Den Mercedes-AMG GT3 der Mannschaft aus Niederzissen pilotieren beim Heimspiel die amtierenden ADAC GT4 Champions, Enrico Förderer (19/Leuterod) und Jay Mo Härtling (23/Sprockhövel). Förderer feiert sein Debüt im GT3-Auto, Härtling hat sogar schon ein Podium im ADAC GT Masters vorzuweisen. „Wir kennen uns als Fahrerduo sehr gut und wollen die Chance nutzen, uns im Mercedes-AMG GT3 weiterzuentwickeln“, so Härtling.

Meisterschaftskampf geht in die nächste Runde

In der Tabelle liegen Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport) in ihrem BMW M4 GT3 Evo mit fünf Punkten Vorsprung an der Spitze. Die Vizechampions des Vorjahres haben aktuell einen Lauf. Sie haben zwei der vergangenen vier Rennen gewonnen und wurden zweimal Zweite. „Wir versuchen, auf dieses Momentum aufzubauen und genauso weiterzumachen“, erklärt Fourie. „Wir wissen, dass das am Nürburgring vielleicht nicht so gut funktionieren könnte wie bisher, aber wir nehmen jedes Rennen wie es kommt und holen das Maximum heraus.“ Teamkollege Zimmermann hat zudem ein riesiges Event mit rund 300 Gästen geplant, die in einer eigenen Lounge ihm und seiner Mannschaft die Daumen drücken werden.

Felix Hirsiger (28/CHE)/Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 sind die ersten Verfolger. Sie haben ebenfalls zwei Saisonsiege auf dem Konto und möchten am Nürburgring die Tabellenführung zurückerobern. „Ich gehe positiv in das Wochenende. Die Strecke sollte für uns nicht schlecht sein. Natürlich gibt es immer äußere Faktoren, auf die wir keinen Einfluss haben. Ich denke, dass wir nach wie vor alle Voraussetzungen mitbringen, um die Meisterschaft zu gewinnen“, erklärt Zulauf, der im Vorjahr bereits am Nürburgring auf dem Podium stand.

Heimspiel für Sandro und Juliano Holzem und das Haupt Racing Team

Nach ihrem Debüt-Sieg am Lausitzring fahren die Zwillinge Juliano und Sandro Holzem (22) aus Polch mit einer Extraportion Selbstbewusstsein zu ihrem Heimspiel. „Die Motivation ist extrem hoch. Viele Sponsoren und unsere Familie kommen zum Rennen. Es werden auch wieder viele Zuschauer vor Ort sein, die Vorfreude ist wirklich riesig. Wir wissen, dass wir mit unserem Paket am Nürburgring extrem stark sind und dort auf jeden Fall gewinnen können. Aktuell sind wir Meisterschaftsdritte und wollen am Nürburgring den nächsten Schritt machen, um ganz oben ein Wörtchen mitzureden“, erklärt Sandro Holzem, der viele schöne Momente mit dem Nürburgring verbindet. „Wir waren schon als Kinder immer mit meinem Vater an der Strecke und ich habe dort mein Debüt in der DTM gefeiert.“

Ein Heimspiel feiert auch das Haupt Racing Team. Die Mannschaft aus Drees wird drei Ford Mustang GT3 ins Rennen schicken und hat aus der Vergangenheit eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorzuweisen: drei der letzten vier Rennen in der Eifel gewonnen und zudem vier Podiumsplatzierungen und drei Pole-Positions erzielt. Auch in der aktuellen Saison ist HRT mit fünf Podien gut unterwegs und nimmt beim Heimspiel Kurs auf den ersten Saisonsieg.


Schubert Motorsport startet beim ADAC GT Masters am Nürburgring

#56 Sandro Holzem / Juliano Holzem / BMW M4 GT3 Evo / Schubert Motorsport
Foto: ADAC-Motorsport

Schubert Motorsport ist zurück im ADAC GT Masters. Vom 10. bis 12. Juli geht das Team beim ADAC Truck Grand Prix auf dem Nürburgring an den Start. Am Steuer des BMW M4 GT3 stehen erneut Sandro und Giuliano Holzem, die nach ihrem starken Auftritt beim vergangenen Rennwochenende mit viel Rückenwind in die nächste Runde der Saison gehen.

Zuletzt feierten die beiden ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters und setzten damit ein klares Ausrufezeichen. An diese Leistung möchte Schubert Motorsport nun anknüpfen. Die Ausgangslage ist vielversprechend: Sandro und Giuliano Holzem liegen in der Fahrerwertung aktuell auf Rang drei und haben mit 79 Punkten weiterhin eine starke Position im Kampf um die vorderen Plätze. In der Teamwertung rangiert Schubert Motorsport derzeit auf Platz fünf.

Der Nürburgring ist für Schubert Motorsport keine unbekannte Strecke. Das Team verfügt über viel Erfahrung auf dem traditionsreichen Kurs und kennt die besonderen Anforderungen der Strecke sehr gut. Dennoch bleibt das Wochenende offen: Wetter, Verkehr und die starke Konkurrenz im ADAC GT Masters können jederzeit eine entscheidende Rolle spielen.

Das Rennwochenende beginnt am Freitag mit zwei Freien Trainings. Am Samstag folgen das erste Qualifying und Rennen 1, bevor am Sonntag mit Qualifying 2 und Rennen 2 die nächsten wichtigen Punkte vergeben werden.

Sandro Holzem:„Der Nürburgring ist für uns natürlich ein ganz besonderes Wochenende. Es ist unser Heimrennen, viele Freunde, Partner und Unterstützer werden vor Ort sein, und genau darauf freuen wir uns sehr. Wir kennen die Strecke gut und fühlen uns dort zuhause. Nach unserem ersten Sieg im ADAC GT Masters auf dem Lausitzring gehen wir mit großer Motivation in das Wochenende. Wir wollen von Beginn an Vollgas geben, weiter angreifen und versuchen, an die starke Leistung anzuknüpfen.“

Quelle:schubert-motorsport.com

Dienstag, 7. Juli 2026

DTM-Teamchef Gottfried Grasser kehrt ins ADAC GT Masters zurück

  • Gottfried Grasser und Gerhard Tweraser treten im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 an
  • GRT Grasser Racing Team absolviert Gaststarts am Nürburgring und am Salzburgring
  • Gottfried Grasser: „Sobald ich einen Helm aufhabe, bin ich der Rennfahrer. Der Teamchef, der an Teile oder Kosten denkt, hat Pause.“

Gottfried Grasser und Gerhard Tweraser vor ihrem Lamborghini Huracán GT3 Evo 2
(Copy: GRT Grasser Racing Team)

Vom Kommandostand ins Cockpit: DTM-Teamchef Gottfried Grasser (47/AUT) kehrt nach 13 Jahren ins ADAC GT Masters zurück – als Pilot. Der 47-Jährige wird mit seinem GRT Grasser Racing Team einen Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 einsetzen. An seiner Seite greift Gerhard Tweraser (37/AUT) ins Lenkrad. Das Duo absolviert zwei Gaststarts im Rahmen des Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring (10. bis 12. Juli) und auf dem Salzburgring (4. bis 6. September).

Das GRT Grasser Racing Team war zuletzt 2024 im ADAC GT Masters am Start und absolvierte insgesamt 13 Jahre in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC. Gottfried Grasser fuhr zuletzt 2013 am Red Bull Ring und kehrt nun ins Cockpit zurück. Die Idee entstand 2025 mit seinem guten Freund und Teamkollegen Tweraser zusammen. „Nach zehn Jahren ging der Huracán in den Ruhestand und ich habe eines der Autos privat behalten. Jetzt stand es zuhause und der Keller war voll mit Ersatzteilen“, lachte Grasser. „Wir haben also beschlossen, über das Jahr ein paar lockere Tests zu fahren. Es hat immer mehr Spaß gemacht und der nächste Schritt war, den Kalender zücken und sehen, wann das ADAC GT Masters nicht mit der DTM zusammen unterwegs ist. Damit war die Entscheidung schon getroffen, vor allem mit dem Heimrennen am Salzburgring.“

Teamkollege Gerhard Tweraser ist ebenfalls seit 2012 im ADAC GT Masters aktiv. Der Österreicher hat insgesamt 36 Rennen bestritten und war immer wieder für das GRT Grasser Racing Team am Start. Zuletzt trat er 2025 auf dem Red Bull Ring als Gaststarter in einem Lamborghini Huracán GT3 Evo 1 an. Im Vorfeld des Nürburgring-Wochenendes im Rahmen des ADAC Truck Grand Prix besteht am Donnerstag eine Testmöglichkeit, die Grasser und Tweraser nutzen werden. An gleicher Stelle trat Grasser 2011 erstmals mit einer mächtigen Dodge Viper im ADAC GT Masters an. Nach einem technischen Defekt im Training war das Wochenende vor 15 Jahren allerdings frühzeitig beendet, bei seinem Comeback hofft er nun auf mehr Glück. „Ich habe ein Racer-Herz, das habe ich schon an den Testtagen gemerkt. Ich habe an den Zehnteln herumgeknabbert und versucht immer wieder besser zu werden“, gibt der 47-Jährige ehrlich zu. „Wir haben auch mit dem Huracán ein sehr ausgereiftes Auto, das sehr viele Erfolge gefeiert hat und vorne mitfahren kann, das ist eine super Basis. Das hatten wir 2013 nicht, damals war es eher sehr mühsam.“

Der Österreicher tritt seit 2022 mit seinem GRT Grasser Racing Team in der DTM an und setzt seit dieser Saison den Lamborghini Temerario GT3 ein. Während er dort als Teamchef die Fäden zieht und seine Piloten zur Umsicht ermahnt, gelingt ihm das im Cockpit nur bedingt. „Es ist immer das Gleiche: Sobald ich einen Helm aufhabe, bin ich der Rennfahrer. Der Teamchef, der an Teile oder Kosten denkt, hat Pause“, lacht Grasser. „Es ist eine wahnsinnige Herausforderung, macht aber irrsinnig Spaß. Das Rennfahren ist eine eigene Welt und bringt dich in allen Belangen an die Grenzen. Der Sport übt eine brutale Faszination aus. Das mal wieder von der anderen Seite zu sehen, tut als Teamchef sehr gut.“

Die Rückkehr ins Cockpit nach 13 Jahren ist für Grasser aber nicht nur Spaß, sondern auch eine ernstzunehmende Aufgabe, der er mit Respekt begegnet. „Für mich wird die größte Herausforderung die Zweikämpfe mit den anderen Autos. Da habe ich noch ein bisschen Bammel, denn das habe ich schon lange nicht mehr gemacht“, verrät der 47-Jährige, der gemeinsam mit Tweraser in der Pro-AM-Klasse an den Start gehen wird.

Für die Zukunft schließt er auch nicht aus, wieder als Teamchef ins ADAC GT Masters zurückzukehren, allerdings nur mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3. „Wir haben mit diesem Auto aktuell noch ein paar Baustellen und es ist ein langer Weg, aber für die Zukunft kann ich mir eine Rückkehr auf jeden Fall vorstellen“, so Grasser. „Ich mag die Serie und ihr Format irrsinnig gerne. Die Mischung aus Nachwuchspiloten und alten Hasen wie mir bringt viel Würze und Spannung. Und das Umfeld stimmt.“


Schnitzelalm Racing feiert ADAC GT Masters-Comeback mit Meisterduo

  • Gaststart am Nürburgring mit Förderer/Härtling im Mercedes-AMG GT3
  • ADAC GT4 Germany-Champions geben erstmals gemeinsam im ADAC GT Masters Gas

Der Mercedes-AMG GT3 von Schnitzelalm Racing
Foto: ADAC-Motorsport

Schnitzelalm Racing kehrt mit dem Mercedes-AMG GT3 ins ADAC GT Masters zurück. Das Team aus Niederzissen bestreitet im Rahmen des Int. Shell ADAC Truck-Grand-Prix vom 10. bis 12. Juli einen Gaststart auf dem Nürburgring. Pilotiert wird der Mercedes der Mannschaft von bekannten Gesichtern: Enrico Förderer (19/Leuterod) und Jay Mo Härtling (23/Sprockhövel), die amtierenden Champions der ADAC GT4 Germany, werden gemeinsam an den Start gehen.

Für Härtling wird es der dritte Einsatz in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC. Der 23-Jährige startete bereits 2024 gemeinsam mit Schnitzelalm Racing am Nürburgring sowie in Hockenheim und stand einmal auf dem Podium. „Ich freue mich, wieder im ADAC GT Masters zu starten“, erklärt Härtling. „Wir kennen uns als Fahrerduo sehr gut und wollen die Chance nutzen, uns im Mercedes-AMG GT3 weiterzuentwickeln. Wenn wir das Potenzial des Autos ausschöpfen und um gute Platzierungen kämpfen können, wäre das ein gelungenes Wochenende.“

Sein Teamkollege Förderer, mit dem er sich bereits vergangene Saison beim Titelgewinn in der ADAC GT4 Germany das Auto von Schnitzelalm Racing teilte, feiert hingegen sein Debüt – im ADAC GT Masters und in der GT3-Klasse. „Der Schritt ins GT3-Auto ist für mich etwas Besonderes. Das ADAC GT Masters ist dafür eine ideale Plattform, um Erfahrung auf hohem Niveau zu sammeln“, freut sich Förderer auf seinen ersten Einsatz.

Schnitzelalm Racing ist seit 2024 immer wieder als Gaststarter aktiv, 2025 bestritt die Mannschaft erstmals eine komplette Saison im ADAC GT Masters. Zwei Pole-Positions sowie vier Podiumsplatzierungen stehen für das Team aus Niederzissen, das nur rund 30 Kilometer vom Nürburgring entfernt beheimatet ist, zu Buche. „Der Gaststart im ADAC GT Masters ist für uns die ideale Gelegenheit, unsere beiden Nachwuchsfahrer bei unserem Heimrennen weiterzuentwickeln. Enrico bekommt die Chance, sein GT3-Debüt auf diesem Niveau zu feiern, während Jay Mo bereits Erfahrung aus der Serie mitbringt“, sagt Teamchef Thomas Angerer. „Dass wir das vor der großartigen Kulisse des Truck-Grand-Prix tun können, macht das Wochenende noch besonderer. Wir bedanken uns zudem bei unserem neuen Partner Logosocke, der dieses Projekt unterstützt.“


Die Halbzeitchampions Fourie und Zimmermann über Erwartungsdruck, Teamgeist und hohe Ambitionen

  • Das BMW-Duo von FK Performance Motorsport gibt Einblicke in seine Zusammenarbeit
  • Fourie liegt in der „Road-to-DTM“-Wertung an der Spitze und denkt an den Titel
  • Die Tabellenführer verraten, wer sie abseits der Rennstrecke sind


Leyton Fourie (20/ZAF) und Tim Zimmermann (29/Langenargen) sind Halbzeitmeister des ADAC GT Masters. Im letzten Rennen vor Saisonmitte haben die beiden Piloten von FK Performance Motorsport die Tabellenführung übernommen. Im Interview schildert das BMW-Duo seine Erwartungen, gibt Einblicke in die persönliche Zusammenarbeit als Teamkollegen und verrät, warum es auch manchmal ehrliche Worte braucht.

Als Vizechampions des Vorjahres wart ihr von Saisonbeginn an unter den Top-Favoriten auf den Titel. Wäre es eine Enttäuschung gewesen, jetzt nicht ganz oben in der Tabelle zu stehen?

Leyton Fourie: „Wir waren nur eines von zwei Fahrerduos, die aus dem Vorjahr schon bestanden. Entsprechend wussten wir um das Potenzial unseres Paketes und was wir tun müssen, um es auszuschöpfen. Der Saisonauftakt war allerdings steinig, weil ein paar Variablen nicht in unsere Karten gespielt haben. Zandvoort war hingegen ein Traumwochenende mit einem Sieg und einem zweiten Platz. Als wir schließlich an den Lausitzring kamen, wussten wir nicht, wo wir wirklich stehen, obwohl ich von Beginn an ein recht gutes Gefühl hatte. Hätte mich am Red Bull Ring jemand gefragt, ob wir Halbzeitmeister werden, hätte ich vermutlich nein gesagt. Jetzt bin ich einfach glücklich, dass wir oben stehen, über die Fortschritte und was wir aus dem Paket herausgeholt haben.“

Tim Zimmermann: „Das lustige ist, dass mir vor meinem Wechsel zu BMW jeder erzählt hat, dass der Red Bull Ring einfach die perfekte Strecke für das Auto ist und es dort superschnell ist. Letztlich hatten wir sowohl dieses als auch letztes Jahr nicht nur Pech, sondern auch keine Pace. Wir wussten, dass es auch dieses Jahr nicht unsere favorisierte Strecke sein würde, sind aber immer positiv geblieben. Das war auch der Grund, warum wir in Zandvoort so abgeliefert haben. Nun sind wir mitten im Titelkampf, wenngleich die Saison noch lang ist und viel passieren kann. Trotzdem bin ich jetzt sehr positiv.“

Wie groß war die Erleichterung nach dem Traumwochenende in Zandvoort?

Leyton Fourie: „Die war gar nicht so groß, weil wir schon vor dem Wochenende zuversichtlich waren, was unser Paket dort anging. Als wir gewonnen haben, fühlte es sich eher wie eine Art Revanche für das an, was am Red Bull Ring passiert war. Ich glaube, wir haben das gebraucht – emotional und für unser Gefühl. Es war gut für das Team und es hat uns auch unser Selbstvertrauen zurückgegeben.“

Wann war klar, dass ihr wieder als Teamkollegen für FK Performance Motorsport antreten werdet?

Tim Zimmermann: „Ich war mir immer sicher, dass ich beim Team bleiben wollte, deshalb habe ich mich ziemlich früh entschieden. Ich glaube, bereits in Hockenheim lag uns ein Vertrag vor. Aber niemand wusste damals, wer mein Teamkollege werden würde. Natürlich habe ich auf Leyton gehofft, weil wir zusammen ein starkes Duo sind.“

Leyton Fourie: „Für mich gab es im Vorfeld noch ein paar Dinge anderer Natur zu klären. Als diese ausgeräumt waren, stand meine Entscheidung. Ich bin mit FK Performance Motorsport schon in der ADAC GT4 Germany gefahren und habe mit ihnen den Aufstieg ins ADAC GT Masters geschafft. Außerdem konnten wir sehen, dass wir mit unserem Paket die Meisterschaft gewinnen können.“

Was macht FK Performance Motorsport als Team aus?

Tim Zimmermann: „Für mich gab es bisher eigentlich in jedem Team etwas, das nicht gepasst hat. Damit meine ich nicht nur die Arbeit auf der Strecke. Ich bringe zu jedem Event viele Gäste mit und da muss alles reibungslos funktionieren. Bei FK Performance Motorsport würde ich zum ersten Mal sagen, dass einfach alles reibungslos läuft. Alle arbeiten gut zusammen und ich bin wirklich sehr zufrieden. Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre hierbleiben kann.“

Leyton Fourie: „Das Team fühlt sich schon seit meinen GT4-Zeiten wie Familie an. Auch wenn sich im Laufe der Jahre natürlich die Ingenieure geändert haben, ist das Umfeld gleichgeblieben. Wenn ich aus Südafrika anreise, kommt es mir jedes Mal so vor, als würde ich zu einer zweiten Familie kommen, weit weg von meiner eigentlichen Familie zu Hause. Es herrscht immer eine gute, positive Atmosphäre und es gibt nichts, über das ich mich beschweren müsste.“

Es ist das zweite Jahr als Teamkollegen. Wie hat sich die Zusammenarbeit verändert? Redet oder kritisiert ihr euch mittlerweile anders?

Tim Zimmermann: „Wenn ich ehrlich bin, hatten wir zu Beginn der Saison unsere schwierigen Momente. Die Erwartungen an dieses Jahr waren einfach unglaublich hoch. Und natürlich: Wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt haben, kochen die Emotionen deutlich höher. Wir haben aber direkt darüber gesprochen, dass wir ruhig bleiben müssen, auch wenn Dinge nicht nach Plan laufen und trotzdem unser Bestes geben. Jetzt sind wir wieder auf Kurs. Das gilt auch für unser Gesamtpaket.“

Leyton Fourie: „Das Team ist letztlich wie eine Familie. Und in einer Familie kommt es manchmal vor, dass man aneinandergerät, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sollten. Das Schöne ist aber zu sehen, wie das Umfeld und die Beziehungen innerhalb des Teams funktionieren. Selbst nach so einer Situation schaffen wir es, alles sofort wieder in die richtige Bahn zu lenken. Wir können uns gegenseitig beruhigen, einen klaren Kopf bewahren und uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Im zweiten Jahr der Zusammenarbeit verstehen wir uns viel besser und gleichzeitig sind wir schlicht immer ehrlich zueinander. Das ist unsere Arbeitsweise.“

Tim Zimmermann: „Das ist auch gut so!“

Wer sind Leyton Fourie und Tim Zimmermann, wenn sie nicht hinter dem Steuer sitzen?

Leyton Fourie: „Ich bin zuhause ziemlich mit meinem Studium beschäftigt. Das ist zwar manchmal etwas nervig, aber es läuft recht gut. Ich engagiere mich auch in meiner Kirchengemeinde. Mein Glaube hat für mich persönlich einen hohen Stellenwert. Außerdem spiele ich gelegentlich Golf, unter anderem mit Joe [Joseph Ellerine]. Er wohnt nur etwa 20 Minuten von mir entfernt. Darüber hinaus engagiere ich mich ein wenig als Coach für junge Fahrer dort, wo ich früher selbst gefahren bin und auch Kelvin und Sheldon van der Linde ihre Karriere begonnen haben. Die Förderung des Nachwuchses liegt mir sehr am Herzen. Training gehört natürlich auch dazu, wobei ich eher spaßige Aktivitäten bevorzuge. Ich radle gerne, aber eher im Fitnessstudio.“

Tim Zimmermann: „Ich organisiere an den Rennwochenenden ziemlich große Veranstaltungen für meine Partner und Sponsoren. Deshalb fließt viel Zeit in die Planung. Aber ich bin auch ein sehr guter Hundepapa. Ich wohne direkt am See, deshalb verbringe ich gerne Zeit auf oder neben dem Wasser – zum Beispiel indem ich ein Boot miete, Wakeboard oder Rad fahre. Ich gehe auch gerne wandern und klettern. Generell bin ich neben dem Rennsport sehr aktiv.“

Leyton, du führst auch die „Road-to-DTM“-Wertung an. Wie wichtig ist dir diese Meisterschaft?

Leyton Fourie: „Vergangenes Jahr bin ich knapp gescheitert, deshalb wäre es eine kleine Genugtuung, sie jetzt zu gewinnen. Es wird wohl auf ein Duell zwischen mir und Finn [Zulauf] hinauslaufen. Er ist ebenfalls ein starker Fahrer, deshalb wird der Konkurrenzkampf die ganze Saison hoch bleiben. Mein Fokus bleibt der Gewinn der Fahrer-Meisterschaft und damit würde die „Road-to-DTM“ einhergehen.“

Wie sehen die langfristigen Ziele im Motorsport aus?

Leyton Fourie: „Meine Zusammenarbeit mit BMW reicht mittlerweile lange Zeit zurück – bis zum M2 Cup. Ich habe praktisch das ganze Förderprogramm durchlaufen und träume natürlich davon, Werksfahrer zu werden. Es wäre auch schön, den Weg in die DTM zu schaffen und selbstverständlich reizen mich die Klassiker – z.B. das 24-Stunden-Rennen von Le Mans in einem Hypercar.“

Tim Zimmermann: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, noch einige Jahre im ADAC GT Masters zu fahren – gerne mit FK Performance Motorsport. Vieles hängt natürlich von meinen Partnern und Sponsoren ab. Letztlich entscheiden sie mit darüber, welchen Weg ich einschlage. Die DTM ist auch eine Option, allerdings bewegt sie sich preislich auf einem anderen Niveau. Es bleibt spannend.“

In der zweiten Saisonhälfte warten noch der Nürburgring, der Salzburgring und das Finale in Hockenheim. Wie optimistisch geht ihr in diese Rennen?

Tim Zimmermann: „Solange es nicht regnet, bin ich zufrieden (lacht).“

Leyton Fourie: „Ich denke, dass der Nürburgring unsere größte Herausforderung werden wird. Aber wir wissen auf jeden Fall, dass wir das richtige Gesamtpaket haben. Wie bereits erwähnt: Wir sind zuversichtlich und haben Vertrauen in unsere Möglichkeiten. Jetzt müssen wir einfach alles optimal ausschöpfen und das Maximum aus jeder Situation herausholen.“