Mittwoch, 28. Oktober 2026

DTM- Champion Thomas Preining im Interview

"Die Mission DTM ist für mich noch nicht abgeschlossen"

Zwei DTM-Titel in vier Jahren: Thomas Preining (A/Manthey) hat sich beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring zum zweiten Mal nach 2023 die DTM-Krone aufgesetzt. Nach einem nervenaufreibenden Wochenende mit zahlreichen Positionskämpfen und dramatischen Momenten machte der Porsche-Werksfahrer im letzten Saisonrennen mit Platz drei die Meisterschaft perfekt. Im Interview spricht der 28-Jährige über die Emotionen nach seinem Triumph, seine Entwicklung als Rennfahrer und einen überraschenden Anruf von Dr. Wolfgang Porsche.

2026 holt Thomas Preining seinen zweiten DTM-Titel
Foto: ADAC-Motorsport

Du hattest dir vorgenommen, deinen zweiten DTM-Titel bewusster zu genießen. Wie gut ist das gelungen?

Vor allem die Szenen im Motodrom nach dem Rennen mit Maro Engel und Marco Wittmann werde ich nicht vergessen. Von Zehntausenden Menschen bejubelt zu werden, ist eine Erfahrung, die nur ganz wenige Menschen machen dürfen. Das Verhältnis zwischen Maro, Marco und mir wird in den Medien oft schwieriger dargestellt, als es tatsächlich ist. Wir würden wahrscheinlich nicht alle drei gemeinsam in den Urlaub fahren, aber wir verstehen uns gut und haben großen Respekt voreinander. Mir war natürlich klar, dass die beiden in diesem Moment lieber selbst ganz oben gestanden hätten. Umso mehr respektiere ich, dass sie trotzdem Sportsgeist bewiesen und mir gratuliert haben. Ich glaube, solche Momente sind auch ein gutes Vorbild für die nächste Rennfahrer-Generation.

Wie kam es nach dem Titelgewinn zum Helmtausch mit Marco Wittmann?

Das Sammeln von Helmen ist eine Leidenschaft von mir. Das ist natürlich etwas teurer als bei Fußballern, die ihre Trikots tauschen. Aber solche Erinnerungsstücke sind zeitlos. Wenn du in vielen Jahren auf deine Sammlung schaust, erinnerst du dich an die guten und schlechten Momente mit deinen Rivalen. Als Marco Wittmann 2014 seinen ersten DTM-Titel gewonnen hat, bin ich selbst noch Kart gefahren. Zwölf Jahre später gegen ihn als einen meiner größten Konkurrenten Meister zu werden, anschließend mit ihm den Helm zu tauschen und seinen Respekt zu bekommen, ist unglaublich. Fahrer wie Marco Wittmann oder René Rast waren für mich früher große Vorbilder. Sie haben genau das erreicht, wovon ich damals geträumt habe.

Welche Glückwünsche zum Titel haben dich besonders gefreut?

Ich habe Hunderte Nachrichten bekommen. Dr. Wolfgang Porsche hat mich direkt nach dem Titelgewinn angerufen, noch vor der Pressekonferenz in Hockenheim. Nicht, weil ich Schulden wegen eines Autos habe, sondern um mir zu gratulieren (lacht). Er ist ein großer DTM-Fan und es ist natürlich etwas Besonderes, wenn er sich persönlich meldet. Wir stehen immer wieder in Kontakt, auch nach schwierigen Momenten. Beispielsweise hat er nach unserem vorzeitigen Aus beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring tolle Worte gefunden. Besonders gefreut haben mich auch die Nachrichten ehemaliger DTM-Champions wie Mattias Ekström, Timo Scheider oder René Rast.

Das Samstagsrennen in Hockenheim verlief besonders turbulent. Nach dem Start warst du kurzzeitig neben der Strecke und hast viele Plätze verloren hast. Was geht einem in solchen Situationen durch den Kopf?

Eigentlich war der Plan, mich aus möglichst allen Zweikämpfen herauszuhalten und genügend Abstand zu den anderen Autos zu lassen. Trotzdem hatte ich in den ersten beiden Runden mehrere Berührungen. Einerseits wollte ich möglichst wenig Risiko eingehen, andererseits war mir klar, dass ich vorne landen muss und nicht auf Platz 13 ins Ziel kommen darf. Das war eine schwierige Situation. Dazu kam, dass beim Finale jeder die Saison mit einem guten Ergebnis beenden wollte und deshalb alle etwas aggressiver unterwegs waren. Die rote Flagge hat mir geholfen, im Kopf einmal den Reset-Knopf zu drücken. Grundsätzlich gehört es aber zu meinem Job als Rennfahrer, solche Situationen schnell abzuhaken und unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Mit welchem Gefühl bist du nach diesen Erlebnissen ins entscheidende Rennen am Sonntag gegangen?

Das gesamte Wochenende war unglaublich intensiv. Am Samstag wurde mir noch einmal bewusst, dass dein Rennen wegen einer einzigen Unaufmerksamkeit innerhalb einer Sekunde vorbei sein kann. Am Sonntag bin ich von Startplatz sieben ins Rennen gegangen. Da kann um dich herum unglaublich viel passieren, auf das du selbst keinen Einfluss hast. Du spielst im Kopf unzählige Szenarien durch, was alles schiefgehen und wo es gefährlich werden könnte. Das ist mental viel anstrengender, als wenn du einfach voll auf Angriff fährst und gewinnen möchtest. Umso glücklicher bin ich, dass wir es am Ende geschafft haben.

Wie hat sich der Rennfahrer Thomas Preining zwischen dem ersten Titel 2023 und der zweiten Meisterschaft weiterentwickelt?

Ich denke, ich bin als Fahrer kompletter geworden. Besonders bei Regen und Mischbedingungen bin ich deutlich besser geworden. Mein Team und ich haben sehr viel Zeit investiert, um uns weiterzuentwickeln. Auch in den Startphasen der Rennen habe ich mich verbessert. Natürlich hilft mir inzwischen auch die Erfahrung, gerade im Titelkampf oder bei schwierigen Entscheidungen. Ein gutes Beispiel war das chaotische Sonntagsrennen auf dem Sachsenring. In solchen Situationen geht es darum, keine Fehler zu machen, Strafen zu vermeiden und trotzdem möglichst viele Punkte mitzunehmen. Das sieht von außen oft einfacher aus, als es tatsächlich ist. Es ist schön zu sehen, dass sich die ganze Arbeit und Vorbereitung ausgezahlt haben.

Du hast alle deine fünf DTM-Saisons in den Top Fünf der Meisterschaft beendet. Warum passt die DTM so gut zu dir?

Das Format liegt mir einfach. Ich würde sagen, dass ich ein starker Qualifying-Fahrer bin. Eine gute Startposition ist bei den Sprintrennen in der DTM ein großer Vorteil. Dazu kommen die vielen engen Positionskämpfe und direkten Duelle, die mir besonders liegen. Bei den Starts geht es oft turbulent zu. Da musst du dich richtig positionieren und genau einschätzen, wann du welches Risiko eingehen kannst. Das ist mittlerweile definitiv eine meiner Stärken. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Zusammenarbeit mit Manthey. Wir arbeiten seit vier Jahren zusammen, entwickeln uns ständig weiter und sind immer besser aufeinander abgestimmt. In der Kommunikation reicht inzwischen häufig schon ein Blick, weil wir uns so gut kennen. Das macht vieles einfacher.

Neben dir haben nur sieben weitere Fahrer mindestens zweimal den DTM-Titel gewonnen. Wie fühlt sich das an?

Das ist ein unglaubliches Privileg. Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal DTM-Champion werde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Damals stand meine Karriere kurz vor dem Aus. Heute gehöre ich zu den mehrfachen DTM-Meistern. Aber ich bin erst 28 Jahre alt und meine Mission DTM ist noch nicht abgeschlossen. Eines Tages einen dritten Titel zu gewinnen, wäre natürlich großartig. Ich hoffe sehr, dass Porsche, Manthey und ich gemeinsam einen Weg finden, damit ich auch in Zukunft in der DTM fahren kann.

Der ADAC hat seine Nachwuchsförderung mit der "Road to DTM" neu ausgerichtet. Wie wichtig ist die Förderung junger Talente im Motorsport?

Nachwuchsförderung ist immens wichtig, nicht nur im Motorsport. Aber gerade in einer so teuren Sportart ist sie das A und O. Ab einem gewissen Punkt schafft man den nächsten Karriereschritt oft nicht mehr aus eigener finanzieller Kraft. Dadurch gehen leider viele Talente verloren. Bei mir wäre es fast genauso gelaufen. Durch die Unterstützung der Familie Lechner und das Porsche-Junior-Programm hat meine Karriere eine zweite Chance bekommen. Deshalb finde ich die "Road to DTM" eine super Idee, mit der der ADAC noch viel stärker für seine Nachwuchsförderung werben kann.


Donnerstag, 22. Oktober 2026

Junger Stern, große Ziele: Tom Kalender ist DTM-Rookie des Jahres

Gerade einmal 18 Jahre alt, bereits zwei DTM-Saisons absolviert und in diesem Jahr eine besondere Auszeichnung gewonnen: Tom Kalender ist "Rookie of the Year" 2026. Der Youngster vom Mercedes-AMG Team Landgraf setzte sich in der Sonderwertung gegen Finn Wiebelhaus und Nicolas Baert durch. Seinen sportlichen Höhepunkt erlebte Kalender auf dem Nürburgring, als er im Sonntagsrennen mit einer beeindruckenden Aufholjagd seinen ersten Podiumsplatz in der DTM feierte.

#84 Tom Kalender (DEU / Mercedes-AMG GT3 / Mercedes-AMG Team Landgraf)
Foto: ADAC-Motorsport

"Ich habe in meinem Kopf noch einmal alle Höhen und Tiefen der Saison durchgespielt und bin zu dem Resultat gekommen, dass es eine gute, aber auch herausfordernde Saison war", bilanziert Kalender. "Die Zusammenarbeit im Team hat auch in dieser Saison sehr gut funktioniert. Grundsätzlich haben wir in allen Bereichen einen Schritt nach vorne gemacht."

Der Mercedes-AMG Junior-Fahrer war 2025 mit der Empfehlung des Meistertitels im ADAC GT Masters 2024 in die DTM aufgestiegen. Bereits als 17-Jähriger stellte er sich der starken Konkurrenz und sammelte in seiner Debütsaison erste Erfahrungen. Auch 2026 ging Kalender für das Mercedes-AMG Team Landgraf an den Start. Dass er bereits seine zweite DTM-Saison als Rookie bestritt, war dank einer Ausnahmeregelung kein Hindernis: Die DTM kann auf schriftlichen Antrag auch Fahrer in ihrem zweiten Jahr zur Rookie-Wertung zulassen. Gleich beim Saisonauftakt in Spielberg ließ Kalender mit zwei Top-Fünf-Platzierungen aufhorchen. Insgesamt steigerte er seine Punkteausbeute im Vergleich zum Vorjahr von 25 auf 49 Zähler.

Seinen bislang größten DTM-Erfolg feierte Kalender auf dem Nürburgring. Im Sonntagsrennen machte der Mercedes-AMG-Fahrer neun Positionen gut und kämpfte sich bis auf den zweiten Platz nach vorne. Für den 18-Jährigen war es ein besonderer Moment, schließlich erlebten auch zahlreiche Familienmitglieder und Freunde den Erfolg bei seinem Heimrennen mit.

­"Das war ganz klar der schönste Moment der Saison. Zum einen ist das erste Podium immer etwas Besonderes, zum anderen habe ich damit als jüngster DTM-Fahrer auf dem Podium einen neuen Rekord aufgestellt", blickt Kalender aus Hamm (Sieg) in Rheinland-Pfalz zurück.

Neben seiner Motorsportkarriere drückt der Nachwuchspilot weiterhin die Schulbank. Im kommenden Jahr steht für ihn das Abitur an. Die Vorbereitung auf die Prüfungen muss Kalender mit seinem Trainings- und Rennprogramm unter einen Hut bringen. An seinen sportlichen Ambitionen ändert das nichts. Kalender möchte auch in Zukunft in der DTM antreten und langfristig um den Meistertitel kämpfen. "Mein Ziel ist es, mich Schritt für Schritt zu verbessern. Langfristig möchte ich natürlich auch Meisterschaften gewinnen – darunter auch die DTM. Die DTM ist eine einzigartige Serie. Das Prinzip 'Ein Auto, ein Fahrer' gibt es im GT Sport nicht häufig. Du bist ganz allein dafür verantwortlich, welche Ergebnisse du erzielst", sagt Kalender.

Quelle: dtm.com ­

Montag, 19. Oktober 2026

Zwei Millionen Flaschen eingespart: DTM und BWT erreichen Meilenstein

  • BWT Race Lap Award bringt 70.000 Euro für Trinkwasserprojekte in Afrika ein
  • Gemeinsame Initiative „Driving Change“ stärkt Nachhaltigkeitsengagement

Anna Grubeck (Head of Sportsponsoring bei BWT) überreichte
DTM-Champion Thomas Preining einen symbolischen Check
Foto: ADAC-Motorsport

Mehr als zwei Millionen eingesparte Einwegflaschen und 70.000 Euro für den guten Zweck: Die DTM und BWT (Best Water Technology) ziehen nach der Saison 2026 eine erfolgreiche Bilanz. Mit dem BWT Race Lap Award unterstützen die beiden Partner die b.waterMISSION, die sich für den Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser in Afrika einsetzt. Gleichzeitig wurde bei der Vermeidung von Einwegflaschen ein neuer Meilenstein erreicht. Seit Beginn der Zusammenarbeit zwischen dem ADAC und dem Marktführer für Wassertechnologie im Jahr 2021 konnten bei Motorsportveranstaltungen insgesamt 2.012.502 Plastik- und Glasflaschen eingespart werden.

Beim BWT Race Lap Award wird jede Rennrunde zum Beitrag für den guten Zweck. Für jeden Umlauf der DTM-Fahrer spenden BWT und der ADAC gemeinsam vier Euro an die b.waterMISSION. In den 16 Saisonrennen 2026 absolvierten die Piloten insgesamt 12.114 Runden und sammelten damit 48.456 Euro. Die beiden Partner stockten diesen Betrag auf 70.000 Euro auf. Die Spende unterstützt Brunnenbauprojekte vor allem in ländlichen Regionen Afrikas. Bei der Siegerehrung des Saisonfinales auf dem Hockenheimring erhielt der neue DTM-Champion Thomas Preining einen symbolischen Scheck.

„Motorsport begeistert Millionen – wir nutzen diese Kraft, um nachhaltig etwas voranzutreiben. Mit Driving Change haben wir gemeinsam mit dem ADAC in dieser DTM-Saison gezeigt, was starke Partnerschaften bewirken können: Unsere BWT Wasserspender ermöglichen den Zugang zu lokal mineralisiertem BWT Wasser und haben dazu beigetragen, alleine in der Saison 2026 über eine halbe Million Einwegplastikflaschen einzusparen – ein starkes Zeichen für gelebte Ressourcenschonung. Gleichzeitig fördern wir mit b.waterMISSION den Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser. Zwei konkrete Beiträge zu unserer Mission von BWT und Windhager – For You and Planet Blue. Denn echter Erfolg endet nicht an der Ziellinie – er zeigt sich in dem, was wir für Mensch und Planet bewirken“, sagt Anna Grubeck, Head of Sportsponsoring bei BWT.

Ein zentrales Element der Partnerschaft ist die umfassende Infrastruktur für bestes mineralisiertes Trinkwasser bei allen DTM-Rennwochenenden. Allein in der Saison 2026 konnten durch den Einsatz der BWT-Wasserspender 548.304 Flaschen eingespart werden, seit Beginn des Projektes. An den DTM-Rennwochenenden versorgen bis zu 70 Wasserspender auf dem Veranstaltungsgelände und im Fahrerlager die Besucher, Teams, Fahrer, Medien und Offiziellen kostenlos mit lokal aufbereitetem und mineralisiertem Trinkwasser. Das reduziert den Verbrauch von Einwegflaschen aus Plastik und Glas und vermeidet unnötige Transportwege.

„Die DTM steht für Motorsport auf höchstem Niveau. Gleichzeitig haben wir den Anspruch, unsere Veranstaltungen nachhaltiger zu gestalten. Mit unserer gemeinsamen Kampagne ‚Driving Change‘ haben wir in dieser Saison wichtige Impulse gesetzt und Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema generiert, daran werden wir im kommenden Jahr anknüpfen“, sagt DTM-Geschäftsführerin Claudia Wagner.

Zur Saison 2026 haben BWT und die DTM ihre Zusammenarbeit mit der Initiative „Driving Change“ intensiviert. An allen acht Rennwochenenden machten verschiedene Aktionen auf Themen wie Abfallvermeidung und den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen aufmerksam.


Samstag, 17. Oktober 2026

ADAC GT Masters: Fahrerlagerradar vom Hockenheimring

Weltmeisterliche Ehren, Feiermeile und ein wahrer Kraftakt. Der Fahrerlager-Radar vom Finale auf dem Hockenheimring.

Foto: Jens Hawrda

Boxengasse wird zur Feiermeile

Am Ende des Sonntagsrennens verwandelte sich die Boxeneinfahrt zu einem spektakulären Podium. Vor einer riesigen LED-Wand durften die neuen Champions Felix Hirsiger und Finn Zulauf ihren Erfolg mit ihrem gesamten Liqui Moly Team Engstler Motorsport gebührend feiern. Nach der Pokalübergabe durfte selbstverständlich auch der Champagner nicht fehlen, von dem diesmal alle Teammitglieder etwas abbekamen.

Mammutaufgabe für Razoon

Eine wirkliche Herausforderung wartete am Finalwochenende auf die Truppe von Razoon – more than Racing. Im Samstagslauf verlor Colin Bönighausen in Kurve eins den Porsche 911 GT3 R und schied aus. Die bittere Nachricht: Ein neues Chassis wurde gebraucht. Kurz entschlossen wurde bei Porsche in Weissach eingekauft. „Das neue Chassis kam am Abend gegen 22 Uhr“, erklärte der technische Leiter Stefan Ramseder. „Keiner hat hier geschlafen, sondern wir haben die ganze Nacht gearbeitet. Vielen Dank an die Jungs und Mädels.“ Ins Sonntagsrennen konnten Bönighausen und Pichler zwar nicht starten, doch 15 Minuten vor dem Ende war der Porsche ready to go und wurde für ein Roll-Out auf die Strecke geschickt – unter tobendem Applaus der Tribünen. Eine meisterliche Reparaturleistung.

Fulinracing Academy schnuppert ADAC GT Masters-Luft

Zum finale war ein weiterer Audi R8 LMS GT3 Evo 2 im Starterfeld der GT3-Nachwuchsliga des ADAC zu finden. Das tschechische Team Fulinracing Academy rund um Petr Fulin wollte sich einen Eindruck von der Rennserie verschaffen. Mit Erfolg: Das Duo Fulin/Gerhard Tweraser gewann in beiden Läufen die Pro-AM-Wertung und bewegte sich mit den Rängen sieben und acht im vorderen Mittelfeld.

Weltmeisterliche Pokalübergabe

Im Samstagslauf duften die Sieger des ADAC GT Masters weltmeisterliche Ehren empfangen. Kein geringerer als der neunfache Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier übergab die Pokale an die Zweitplatzierten Finn Zulauf und Felix Hirsiger. Ogier schnupperte selbst bereits ADAC GT Masters-Luft. Der Franzose startete 2014 zusammen mit Markus Winkelhock für Prosperia C. Abt Racing als Gaststarter am Lausitzring. Gemeinsam erzielten sie Position acht im zweiten Lauf.

Danke an alle Fans

2026 lockten die Meisterschaftsentscheidungen auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg erneut unzählige Fans zum Finale. Insgesamt 112.000 Begeisterte reisten an und staunten auch über die engen Duelle und spannenden Rennen des ADAC GT Masters.

Knoten endlich geplatzt

Im ersten Lauf in Hockenheim durften Niklas Kalus und Kiano Blum endlich auf das oberste Treppchen bei der Siegerehrung steigen. Über die Saison hatte das Duo insgesamt 72 Führungsrunden bei fünf unterschiedlichen Rennen gesammelt und am Ende trotzdem nie gewonnen. „Dieser Sieg ist eine unglaubliche Erleichterung“, strahlte Kalus. „Es war so schön, dass wir uns in diesem Rennen endlich nur aufs Fahren konzentrieren und Vollgas geben konnten, ohne dass uns irgendetwas eingebremst hat.“

Quelle: adac-motorsport.de

Emil Frey Racing kämpft beim DTM-Saisonfinale in Hockenheimbis zur letzten Runde

Emil Frey Racing konnte beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim nicht das erhoffte Ergebnis einfahren, doch der Blick auf die Gesamtsaison zeigt ein anderes Bild: Zum zweiten Mal in Folge gewann das Team drei Rennen in einer DTM-Saison und mischte bis zum letzten Rennwochenende im Meisterschaftskampf mit. Dass Matteo Cairoli all das in seiner ersten DTM-Saison erreichte, macht es noch bemerkenswerter: Der Italiener zeigte von Beginn an, dass er zu den Schnellsten im Feld gehört, und bewies mit drei Siegen und der Gesamtwertung im Blick, welches Potenzial in ihm und dem Schweizer Team steckt.

Thierry Vermeulen, Ferrari 269 GT3 EVO #69
Foto: Jens Hawrda

Rennen 1 – Samstag, 10. Oktober 2026

Thierry Vermeulen sicherte sich mit dem #69 Ferrari 296 GT3 Evo im Qualifying am Samstag einen starken vierten Startplatz, während Teamkollege Matteo Cairoli mit dem #14 Ferrari von Position 13 aus ins Rennen ging.

Der Start verlief für beide Piloten zunächst vielversprechend. Vermeulen startete stark und konnte die dritte Position übernehmen. Nach der Spitzkehre wurde er jedoch beim rausbeschleunigen von Ricardo Feller im #90 Porsche angeschoben, was zu einem Dreher führte. Aus einer aussichtsreichen dritten Position fiel der Niederländer damit ans Ende des Feldes zurück. Matteo Cairoli lag nach der ersten Runde auf Rang 14.

Ein schwerer Unfall des #130 Lamborghini von Luca Engstler vor der Osttribüne brachte zunächst das Safety Car auf die Strecke, doch das Rennen wurde schliesslich mit der roten Flagge gestoppt. Mit knapp 50 Minuten noch auf der Uhr wurde das Rennen nach kurzer Unterbrechung wieder gestartet und die Emil Frey Racing Piloten gingen von den Plätzen 14 (#14) und 20 (#69) ins Rennen. Beide zeigten sogleich eine beeindruckende Aufholjagd und auch die Boxenstoppmannschaft zeigte mit Stoppzeiten von 6,0 und 5,9 Sekunden eine starke Leistung. Nach den obligatorischen Stopps lagen Matteo Cairoli auf Rang 8 und Thierry Vermeulen auf Platz 13. Der Niederländer konnte sich bis zum Rennende auf den 10. Platz vorarbeiten während Matteo Cairoli weiter Boden gutmachte und kurz vor Schluss Kurs auf den neunten Rang nahm.

Doch in der allerletzten Runde folgte ein herber Rückschlag: Eine Berührung mit dem #36 Ford von Arjun Maini hatte den linken Vorderreifen des #14 Ferrari beschädigt. Matteo Cairoli kämpfte danach mit einem schleichenden Platten noch mehrere Runden, bevor er das Fahrzeug in der letzten Rennrunde am Streckenrand abstellen musste. Somit waren alle Meisterschaftsträume endgültig geplatzt. Thierry Vermeulen brachte den #69 Ferrari als Zwölfter ins Ziel und rettete dem Team zumindest noch Punkte in der Teamwertung.

Rennen 2 – Sonntag, 11. Oktober 2026  

Bei kühlen elf Grad Celsius ging es am Sonntagmorgen in Hockenheim in das letzte Qualifying der DTM-Saison 2026. Matteo Cairoli sicherte sich den fünften Startplatz, Thierry Vermeulen folgte direkt dahinter auf Position sechs – beide Ferrari 296 GT3 Evo von Emil Frey Racing damit in Schlagdistanz zur Spitze.

Das Rennen wurde trotz trockener Strecke als Wet Race deklariert. Der Start verlief nicht wie erhofft: Thierry Vermeulen verbremste sich bei der Spitzkehre, schob den #48 Mercedes an, der wiederum Cairoli berührte. Cairoli verlohr dadurch einige Positionen. Thierry Vermeulen wurde mit einer Strafe belegt und reihte sich nach seiner Penalty Lap hinter seinem Teamkollegen ein – Matteo Cairoli auf Rang 8, Thierry Vermeulen auf Rang 9.

Als das Boxenstoppfenster nach zehn Minuten öffnete, kam Thierry Vermeulen als Erster Emil Frey Racing Pilot an die Box und verliess sie nach 6,5 Sekunden auf frischen Slicks wieder. Matteo Cairoli folgte kurz darauf mit einem Stopp von 6,8 Sekunden. Die Boxenarbeit lief diesmal nicht ganz auf dem gewohnten Niveau des Teams, dennoch lagen Matteo Cairoli auf Rang 9 und Thierry Vermeulen auf Rang 11, der sich anschliessend noch eine Position erkämpfte.

In den letzten Runden arbeitete sich Matteo Cairoli noch auf Platz 6 vor, Thierry Vermeulen überquerte die Ziellinie als Zwölfter. Es war nicht der Abschluss, den sich das Team erhofft hatte, doch die Erfahrungen dieser Saison werden den Grundstein legen, um 2027 erneut um die Meisterschaft mitzukämpfen.

Fahrerstimmen - Emil Frey Racing

Matteo Cairoli (Italien)

„Meine erste Saison in der DTM verlief für mich durchaus positiv. Sicherlich hätten wir auch mehr erreichen können, aber in den Top-5 in der Fahrerwertung zu landen und drei Rennen zu gewinnen, ist ziemlich gut, zudem mit einem neuen Auto, das wir noch nicht kannten. Heute hätte das Rennen besser laufen können, nachdem ich auf der ersten Runde doch viele Positionen verloren habe. Am Ende bin ich zufrieden und ich danke dem Team, das niemals aufgehört haben, zu kämpfen.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Ein hartes Wochenende. Ich hatte das Gefühl, dass wir die ganze Zeit über ein starkes Auto hatten, verlassen Hockenheim aber mit nur sehr wenigen Punkten. In beiden Qualifyings hat sich das Auto fantastisch angefühlt und ich bin stolz auf die Leistung, die wir gezeigt haben. Im ersten Rennen wurden wir leider unverschuldet aus dem Rennen gestossen und mussten von ganz hinten neu starten, haben uns aber immerhin noch auf Platz 12 vorgekämpft. Im zweiten Qualifying war das Auto eine Freude zu fahren und ich glaube, wir hätten das Potenzial für die erste Startreihe gehabt. Im zweiten Rennen hingegen habe ich in der ersten Runde einen grossen Fehler gemacht, der vollständig auf meine Kappe geht. Dafür möchte ich mich bei meinem Team entschuldigen. Ich danke allen Mechanikern und allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz – wir haben alles gegeben und ich bin stolz auf das, was wir in dieser Saison zusammen erreicht haben. Jetzt ist es Zeit, sich zu erholen, neu auszurichten und den Blick nach vorne zu richten.”