Sonntag, 16. August 2026

DTM: Wittmann gewinnt fesselnden Eifel-Krimi und feiert 20. DTM-Sieg

  • Nervenstarker BMW-Pilot verteidigt knappen Vorsprung vor Tom Kalender
  • Preining verkürzt als Dritter Abstand zur Tabellenspitze auf einen Punkt
  • Fulminantes Nürburgring-Wochenende der DTM begeistert 81.000 Fans

Jubel bei Marco Wittmann: Der Fürther entschied das Sonntagsrennen der DTM für sich
Foto: ADAC-Motorsport

Nervenstark und taktisch clever: Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) machte am Sonntag auf dem Nürburgring seinen 20. DTM-Erfolg perfekt. Der 36-Jährige überzeugte mit frühen und schnellen Boxenstopps sowie sauberen Überholmanövern. Im letzten Drittel eines wilden Rennens übernahm der BMW-Pilot die Führung und sicherte sich seinen ersten DTM-Erfolg seit zwei Jahren. „Der 20. Sieg bedeutet mir enorm viel! In all meinen Jahren in der DTM habe ich viele Höhen und Tiefen erlebt. Es fühlt sich großartig an, aus eigener Kraft ganz vorne mitzufahren. Das Rennen verlief zeitweise chaotisch, aber ich habe einen kühlen Kopf bewahrt, auch wenn es hinten raus richtig eng wurde“, erklärte Wittmann. Tom Kalender (Hamm/Mercedes-AMG Team Landgraf) zeigte eine sensationelle Leistung: Der Youngster machte neun Plätze gut und feierte als Zweiter den ersten Podiumsplatz in seiner DTM-Karriere. Mit Rang drei verpasste Thomas Preining (A/Manthey) ganz knapp den Sprung an die Tabellenspitze und liegt nur noch einen Punkt hinter dem Führenden Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Ravenol). Der 40-Jährige schied nach einer Kollision in der ersten Runde aus und blieb damit erstmals seit 18 DTM-Rennen ohne Punkt. 81.000 Besucher erlebten ein heißes Rennwochenende auf dem Nürburgring – mit vielen Überholmanövern und harten Duellen.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 12 von 16

  • Streckenlänge: 3.629 Meter
  • Wetter: 27 Grad, sonnig
  • Pole-Position: Jules Gounon (Mercedes-AMG Team Mann-Filter, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:25,062 Minuten
  • Sieger: Marco Wittmann (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 R #11)
  • Schnellste Runde: Finn Wiebelhaus (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #64), 1:25,988 Minuten

Finn Wiebelhaus (HRT Ford Racing, Ford Mustang GT3 #64), 1:25,988 MinutenKurz nach dem Start zum zwölften DTM-Meisterschaftslauf kam es auf dem Nürburgring in der ersten Kurve zu einer Kollision – das Safety-Car musste ausrücken. Spitzenreiter Engel musste seinen Mercedes-AMG GT3 ebenso abstellen wie der Markenkollege Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), der damit in der Tabelle auf Rang vier zurückfiel. Auch für Kelvin van der Linde (ZA/Schubert Motorsport) war das Rennen beendet. Nach dem Re-Start führte Pole-Setter Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter) vor Ben Dörr (Butzbach/Dörr Motorsport) und Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing). Wittmann hatte sich um eine Position auf Rang vier verbessert und übernahm nach einem frühen Boxenstopp Platz zwei hinter Gounon. Dörr schied mit einem falsch montierten Hinterreifen aus, Cairoli fiel nach einem schwachen Pflichtstopp weit zurück. Davon profitierte auch Preining, der auf Platz drei vorrückte. Kurz darauf übernahm Wittmann im BMW M4 GT3 Evo die Führung, da Gounon wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse eine Penalty-Lap absolvieren musste und viele Plätze verlor.

Nach dem zweiten Reifenwechsel verteidigten Wittmann und Preining ihre Positionen. Kalender setzte dagegen auf einen späten Stopp und kam mit frischen Pirelli-Slicks als Fünfter zurück auf die Strecke. Mit gekonnten Überholmanövern kämpfte sich der 18-Jährige auf Rang drei vor. Schließlich attackierte der Mercedes-AMG-Pilot Preining und zog eine Runde vor Schluss am Österreicher vorbei. Kalender schloss sogar noch zu dem führenden Wittmann auf – doch der überquerte nach 39 turbulenten Runden als Erster die Ziellinie.

Hinter Wittmann, Kalender und Preining folgten Arjun Maini (IND/HRT Ford Racing) und Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT) im Lamborghini Temerario GT3 auf den Rängen vier und fünf. Luca Engstler (Kempten/Red Bull Team Abt) belegte in einem weiteren Lamborghini Platz sechs. Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing) schob sich als Siebter auf Rang drei in der Gesamtwertung vor. Timo Glock (Kreuzlingen) positionierte den zweiten McLaren 720S GT3 Evo von Dörr Motorsport auf Platz acht. Marco Mapelli (I/Red Bull Team Abt) folgte als Neunter vor Porsche-Pilot Bastian Buus (DK/Land-Motorsport).

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Tom Kalender: „Als ich nach der Siegerehrung zu meinem Team gelaufen bin, habe ich so viele glückliche Gesichter gesehen wie noch nie. In nur vier Jahren habe ich es vom Kartsport bis aufs Podium in der DTM geschafft. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Nach meinem Ausfall am Samstag hatte ich noch einen frischen Satz Reifen in der Hinterhand. Das hat mir im Duell mit Thomas Preining natürlich geholfen.“

Thomas Preining: „Ein super Heimrennen fürs Team! Beim Start hatte ich riesiges Glück, dass ich der Kollision der Fahrzeuge neben mir gerade noch ausweichen konnte. Ich hätte den zweiten Platz gern ins Ziel gebracht und habe alles gegeben, aber Tom Kalender war einfach nicht zu halten. In der Meisterschaft sind wir jetzt voll im Titelkampf angekommen und das haben wir uns hart erarbeitet.“

Ergebnis, 12. Meisterschaftslauf, Nürburgring (Top-Five)

 1. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport)

2. Tom Kalender (D/Mercedes-AMG Team Landgraf), +0,517 Sekunden

3. Thomas Preining (A/Manthey), +0,918 Sekunden

4. Arjun Maini (IND/HRT Ford Performance), +2,571 Sekunden

5. Mirko Bortolotti (I/TGI Team by GRT), +3,112 Sekunden


EuroMoto Superbike: Erster Superbike-Sieg für Smits beim Heimspiel

Der Held des Tages heißt Twan Smits. Der 22-jährige Niederländer aus dem Apreco-Yamaha-Team hat auf seiner Heimstrecke den ersten Superbike-Lauf seiner Karriere gewonnen. Lukas Tulovic wurde auf dem TT Circuit Assen mit angezogener Bremse Zweiter. Markus Reiterberger komplettierte das Podium.

Twan Smits, Yamaha R1 #85
Foto: Jens Hawrda

Dabei hatte Smits am Vormittag noch reichlich Puls. Im Warm-up legte eine defekte ECU-Sicherung bereits in der ersten Runde seine Yamaha R1 lahm. Zum Rennen war das Problem behoben – und Smits bereit.

Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) erwischte auf der Ducati den besten Start und übernahm die Führung. Wegen der auf 15.600/min begrenzten Drehzahl musste er seine Panigale V4R allerdings mit der rechten Hand einbremsen. Die nach Oschersleben und vier Siegen in Reihe geforderten Maßnahmen konnten bei Ducati in Italien bislang nicht wie geplant umgesetzt werden. Also wurde Tulovics Handgelenk zum Drehzahlbegrenzer.

Aus der ersten Runde kam der Titelverteidiger in Führung liegend zurück. Ihm folgten Smits, der von der Pole Position gestartet war, Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), Marcel Schrötter, Jan-Ole Jähnig, Toni Finsterbusch (alle GERT56 by RS Speedbikes) und Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion). Der Honda-Fahrer hatte damit bereits drei Plätze gutgemacht. Seine Mechaniker hatten die Honda nach mehreren kleinen technischen Problemen noch einmal komplett zerlegt und neu aufgebaut.

Der zehnte Startplatz war alles andere als der Geschmack des Meister von 2023 gewesen. Er meinte: „Ich kann die Ampel kaum sehen. Soweit hinten standen wir noch nie.“ Abgesehen davon war Alt noch nie in inniger Liebe mit dem TT Circuit vereint. Hier hatte er früher schon Titelambitionen begraben.

Bis zur Rennmitte blieb das Feld stabil. Reiti hatte optimistisch seine Siegchancen angekündigt, wollte sein Pulver aber offensichtlich nicht zu früh verschießen. Alle wussten: die Reifen würden ein zentrales Thema auf der 15-Runden-Distanz werden.

In Runde sieben schlug Smits zu. Er nahm Tulovic die Führung ab. Die Yamaha R1 lief wie eine Rakete. Drei Runden später zog Reiterberger am Ducati-Fahrer vorbei. Der Konter erfolgte umgehend. Reiterberger ging übers Limit, verlor fast das Vorderrad und fiel zurück.

Zwei Wochen nach seinem spektakulären Sturz in Oschersleben und mit einer Handgelenkschiene fuhr Twan Smits seinem ersten Superbike-Sieg auf Yamaha entgegen. Den letzten Yamaha-Sieg in der Klasse hatte Dominique Aegerter vor einem Jahr als Gastfahrer für SWPN gefeiert. Tulovic machte zum Schluss keine Anstalten mehr, seinem Konkurrenten den ersten Platz streitig zu machen. Reiterberger meinte als Dritter im Ziel: „Das war besser als jedes andere Rennen. Wir wussten, dass Ducati und Yamaha hier stark sind. Ich war über dem Limit unterwegs, aber dann bin ich auf Nummer Sicher gegangen.“

Hinter dem Podium folgte mit Schrötter und Jähnig ein Teil der GERT56-Formation. Alt sorgte dafür, dass mit Finsterbusch nicht das komplette Trio vor ihm war. Pech für Jan Mohr: Sturz in der letzten Runde.

EURO MOTO Superbike, Lauf 1 (Top-Ten)

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

4. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Florian ALT (GER/Honda)

7. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

8. Kevin ORGIS (GER/BMW)

9. Leon ORGIS (GER/BMW)

10.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


EuroMoto Sportbike: Kitzbichler reagiert smart und erbt ersten Sieg

Tobias Kitzbichler, Aprilia RS 600 #38
Foto: Jens Hawrda

Das zweite Rennen der EURO MOTO Sportbike in Assen hatte es bis zum Schluss in sich. Eigentlich sah zunächst alles nach dem perfekten Heimwochenende für Ruben Bijman aus. Doch nach einem wilden Finale und einer nachträglichen Entscheidung der Rennleitung durfte am Ende ein anderer jubeln: Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) feierte seinen ersten Saisonsieg vor Ruben Bijman (Freudenberg RORA PALIGO Racing) und dessen Teamkollegen Stepan Zuda (Freudenberg RORA PALIGO Racing). Gerade einmal 0,141 Sekunden trennten die drei im Ziel.

Zuda erwischte von der Pole Position einen guten Start und setzte sich vor Bijman und Kitzbichler an die Spitze. Für Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) war das Rennen dagegen schon in der ersten Runde vorbei. Der Österreicher stürzte auf Rang vier und sein Motorrad rutschte über die Strecke. Jeffrey Buis (Track & Trades Wixx Racing) konnte nicht mehr ausweichen, fuhr über die Triumph und kam ebenfalls zu Fall. Beide sind glimpflich davon gekommen, das Rennen war für sie danach jedoch beendet

Vorne entwickelte sich schnell ein Dreikampf zwischen Zuda, Bijman und Kitzbichler. Alle drei waren vom Sturz Rosenthalers unberührt geblieben und konnten dadurch direkt eine Lücke zu den Verfolgern aufreißen. Kitzbichler fand sich damit zwischen den beiden Freudenberg Fahrern wieder, hielt dem Druck aber selbstbewusst stand. Immer wieder schloss er die kleine Lücke zu Zuda, während Bijman direkt dahinter ebenfalls auf seine Chance lauerte.

Das Tempo an der Spitze war entsprechend hoch. Zuda setzte in Runde acht mit 1:45,049 Minuten die schnellste Rennrunde.

Entscheidung fällt erst nach der Zielflagge

So ging es mit Zuda vor Kitzbichler und Bijman in die letzte Runde. Im letzten Streckenabschnitt überschlugen sich dann die Ereignisse. Kitzbichler zog an Zuda vorbei, doch Bijman nutzte die Situation und schlüpfte ebenfalls durch. Nur eine Kurve später setzte der Niederländer auch gegen Kitzbichler nach und übernahm die Führung. Zuda nutzte anschließend den verlorenen Schwung des Österreichers und ging ebenfalls vorbei.

Bijman kam als Erster über die Ziellinie und schien nach seinem Sieg am Samstag den Doppelsieg auf seiner Heimstrecke perfekt gemacht zu haben.

„Die letzte Runde lief eigentlich richtig gut und in der vorletzten Kurve wurde es noch einmal ziemlich wild. Dabei bin ich wohl über die Track Limits gekommen und die Entscheidung muss ich akzeptieren. Trotzdem war es für mich ein super Wochenende. In beiden Rennen auf dem Podium zu stehen und am Samstag meinen ersten Sieg zu feiern, kann mir keiner mehr nehmen“, sagte Bijman.

Denn nach der Zieldurchfahrt war das Rennen noch nicht entschieden. Die Rennleitung schaute sich die letzte Runde noch einmal genauer an. Sowohl Bijman als auch Zuda hatten im Bereich der Kurven 17 und 18 die Track Limits überschritten und wurden jeweils um eine Position zurückversetzt. Kitzbichler war als einziger der drei innerhalb der Streckenbegrenzung geblieben und rückte damit nachträglich auf Platz eins vor.

Für Kitzbichler war es der lang ersehnte erste Sieg der Saison. Schon mehrfach war der Österreicher in diesem Jahr ganz nah dran gewesen. In Assen sah es zunächst wieder so aus, als würde ihm der Sieg auf den letzten Metern durch die Finger rutschen. Dieses Mal zahlte sich aber genau das aus, was ihm am Samstag noch zum Verhängnis geworden war: In der letzten Kurve hielt er sich dieses mal bewusst etwas zurück und blieb innerhalb der Streckenbegrenzung. „Ich bin gerade wirklich sprachlos. Wir hatten vor dem Rennen einen Plan und eine richtig gute Pace, aber ich hätte nicht gedacht, dass es bis zum Schluss so spannend bleibt. Eigentlich hatte ich mich schon mit Platz drei abgefunden. Nach meinem Fehler gestern in der letzten Kurve wollte ich heute dort nicht wieder zu viel riskieren und war deshalb etwas zurückhaltender. Umso cooler ist es, dass sich genau das am Ende ausgezahlt hat und daraus sogar der Sieg geworden ist“, freute sich Kitzbichler über seinen ersten Saisonerfolg.

Damit wird es auch hinter Meisterschaftsführer Zuda richtig eng. Kitzbichler und Bijman liefern sich nach dem Wochenende in Assen ein Kopf an Kopf Rennen um Rang zwei. Beide stehen nun bei jeweils 140 Punkten und sind damit punktgleich in der Meisterschaft.

Zuda musste sich dagegen mit Rang drei zufriedengeben. „Ich habe in der letzten Runde leider ein paar Fehler gemacht, die mich vielleicht den Sieg gekostet haben. Aber so ist Racing. Ansonsten war ich mit dem Rennen sehr zufrieden und bin meiner Mannschaft dankbar, dass sie mir so ein starkes Bike vorbereitet hat“, fasste der Meisterschaftsführer sein Rennen zusammen.

Hinter dem Spitzentrio fuhr Mika Siebdrath (Freudenberg RORA PALIGO Racing) mit knapp 15 Sekunden Rückstand  von Rand zehn bis auf Rang vier vor. Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) wurde Fünfter vor Maksymilian Palmowski (SP Race Project). Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben), Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben), Tom Kuil (RT Motorsports) und Jay Jay den Hoed (Team SWPN) komplettierten die Top Ten.

Luis Rammerstorfer (Freudenberg RORA PALIGO Racing) musste im zweiten Rennen seine zwei Long Lap Penalties aus dem Zwischenfall vom Samstag absolvieren und kam auf Rang 13 ins Ziel.

EURO MOTO Sportbike, Race 2 (Top-Ten)

  1. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  2. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  3. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  4. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  5. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  6. Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
  9. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  10. Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann

DTM: Jules Gounon holt Pole mit neuem Qualifyingrekord

Kaum einer hatte Jules Gounon auf der Rechnung, doch am Sonntagmorgen schlug der Franzose beim zweiten DTM-Qualifying auf dem Nürburgring zu. Mit einer Blitzrunde von 1:25,062 Minuten fuhr der Mercedes-AMG-Pilot nicht nur Bestzeit, sondern stellte auch einen neuen Qualifyingrekord auf. Für den 31-Jährigen ist es die zweite Pole-Position in der DTM.

Jules Gounon, Mercedes-AMG #48
Foto: Jens Hawrda

"Nach dem Rennen am Samstag war ich wirklich frustriert. Meine Mechaniker und mein Ingenieur haben dann ein kleines Problem am Differential gefunden und vor dem Qualifying behoben. Danach hat sich das Auto unglaublich gut angefühlt. Ich habe sogar über Funk gesagt: Wenn das jetzt nicht für ganz vorne reicht, verstehe ich den Motorsport nicht mehr. Diese Pole fühlt sich wie eine riesige Erleichterung an", sagte Gounon, der sich zudem über die drei Punkte als Sieger des Pirelli Pole Position Awards freute.

Ben Dörr belegte im McLaren 720S Evo mit einem Rückstand von 0,113 Sekunden Platz zwei. "Am Samstag waren wir schon stark und haben das Podium nur knapp verpasst. Die Ausgangslage fürs zweite Rennen ist nochmal besser, mit den zwei Boxenstopps wird es aber eine große Herausforderung für uns. Denn einige Konkurrenten haben nach ihren Ausfällen am Samstag noch einen frischen Reifensatz in der Hinterhand." Der Gewinner des Samstagsrennens, Matteo Cairoli, wurde im Ferrari 296 GT3 Evo Dritter. Platz vier ging an den Aston-Martin-Werksfahrer Nicki Thiim. Spitzenreiter Maro Engel vom Mercedes-AMG Team Ravenol sicherte sich Position fünf.

Das Zeittraining wurde am Sonntagmorgen bei 20 Grad Celsius gestartet. Zunächst brachten die Fahrer ihre Pirelli-Slicks auf die ideale Arbeitstemperatur, ehe sie am Ende der 20-minütigen Session auf Zeitenjagd gingen. Dabei wechselte die Führung annähernd im Sekundentakt. Erst lag Thiim an die Spitze, eine halbe Minute vor Schluss übernahm Gounon mit der Bestzeit die Führung. Kurz danach schoben sich Dörr und Cairoli an Thiim vorbei und sicherten sich die Plätze zwei und drei. Auf dem Eifelkurs lag das Feld erneut dicht zusammen: Den ersten und den letzten Fahrer trennten nur 0,822 Sekunden.

Ergebnis Qualifikation, 12. Saisonlauf, Nürburgring (Top-Five)

1. Jules Gounon (F/Mercedes-AMG Team Mann-Filter), 1:25.062 Minuten

2. Ben Dörr (D/Dörr Motorsport), +0.113 Sekunden

3. Matteo Cairoli (I/Emil Frey Racing), +0.140 Sekunden

4. Nicki Thiim (DK/Comtoyou Racing), +0.158 Sekunden

5. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Ravenol), +0.187 Sekunden

Quelle: dtm.com

Samstag, 15. August 2026

EuroMoto Superbike: Twan Smits schreibt seine eigene Assen-Story

Twan Smits, Yamaha R1 #85 holt sich die Pole beim Heinrennen
Foto: Jens Hawrda

Nach dem Superpole Pre-Practice am Freitag standen die ersten sechs Fahrer für die finale SP2-Qualifikation bereits fest. Drei weitere Plätze wurden am Samstagmittag in der SP1 vergeben. Bei der Jagd auf die Positionen in der Startaufstellung für die beiden EURO MOTO Superbike-Rennen am Sonntag gab es jede Menge Überraschungen.

„Beim Heimrennen auf der Pole Position zu stehen, ist schon etwas ganz Besonderes“, schwärmte Twan Smits (Apreco-Yamaha) als Sieger in der Zeitenliste. „Vor einem Jahr war das noch ein Traum.“ Der 22-jährige Niederländer hat die einzige Yamaha im ganzen Feld.

Eine offene Frage bleibt allerdings: Wie wird seine verletzte Hand die Belastung über 15 Rennrunden auf dem TT Circuit verkraften? Vor zwei Wochen war der Niederländer in den Massencrash von Oschersleben verwickelt gewesen. Sein Motorrad wurde dabei spektakulär zerstört. Die Yamaha ist wieder gerichtet, doch die Hand ist noch nicht wieder in Ordnung. Für die medizinische Betreuung von Smits ist in Assen entsprechendes Personal vor Ort. Er wird die Zähne zusammenbeißen, um zwei Rennen durchzustehen.

Lukas Tulovic (Triple M Ducati Frankfurt) hatte sich in der SP2 an das Hinterrad der Yamaha geklemmt, doch Smits stach den Titelverteidiger aus und war am Ende sieben Hundertstelsekunden schneller als der Ducati-Fahrer aus Baden-Württemberg.

Auch der Weg von Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) führte in die erste Startreihe. Der Deutsche kennt den TT Circuit Assen noch aus seiner Zeit in der Supersport-Weltmeisterschaft. „Die erste Startreihe war das Ziel. Twan hat auf dem Kurs einen Bonus“, meint der schnellste BMW-Fahrer und fügt hinzu: „Nach dem schwierigen Samstag mit den verschiedenen Wetterverhältnissen ist der dritte Startplatz okay. Ich denke, dass morgen das Reifenthema eine große Rolle spielt. Welche Mischung genommen wird und wie lange sie auf der Distanz hält.“

Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW), der mit klaren Siegesambitionen in die Niederlande gereist war, steht dagegen vor einer kniffligen Ausgangslage. Für den vierfachen Meister reichte es nur zum vierten Startplatz. Noch größer fiel die Überraschung bei Florian Alt aus. Der Honda-Pilot verpasste in der SP1 den Sprung in die finale Qualifikationsrunde und startet am Sonntag lediglich von Position zehn. Alt nahm das Ergebnis gelassen. „Wir straucheln mit dem Grip. Assen war noch nie wirklich unsere Strecke. Der Temperatursturz von 15 Grad hat es nicht besser gemacht. Das ist jetzt eben so.“

EURO MOTO Superbike, Qualifying (Top-Ten)

1. Twan SMITS (NED/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

4. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

7. Jan MOHR (AUT/BMW)

8. Leon ORGIS (GER/BMW)

9. Kevin ORGIS (GER/BMW)

10.Florian ALT (GER/Honda

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek