Donnerstag, 20. August 2026

EuroMoto Superbike: Wilde Fahrt und ein Pokal für Markus Reiterberger

Für den belgischen Teamchef Werner Daemen ging es mit seiner Mannschaft von Masteroil-alpha-Van Zon-BMW am vergangenen Wochenende zu den Nachbarn in die Niederlande. Auf dem TT Circuit Assen, wo sich sonst die MotoGP und die WorldSBK die Klinke in die Hand geben, fand der fünfte Lauf der Euro Moto Superbike statt. Am Start Markus Reiterberger/D, Jan Mohr/A und Milan Merckelbagh/NL. Hannes Soomer fehlte aufgrund einer Schulterverletzung erneut. 

Markus Reiterberger BWM #28
Foto: Jens Hawrda

Markus Reiterberger  #28

Markus Reiterberger war bester Laune nach Assen gereist. Einer Strecke, die der Euro Moto Superbike Pilot vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW mit guten Erinnerungen verbindet und denen er beim drittletzten Rennen der Euro Moto Saison gerne noch ein paar gute Erinnerungen hinzufügen wollte. In allen Trainings, sei es am brütend heißen Freitag oder am merklich kühleren und teilweise verregneten Samstag, hatte sich der Bayer stets in der Spitzengruppe rumgetrieben. Auch wenn ihn die verpasste erste Startreihe sicherlich wurmte und er mit Startplatz 4 die zweite Reihe eröffnete, waren die Abstände absolut überschaubar.

Vom Start des ersten Rennens kam Reiterberger gut weg und fand sich nach wenigen Runden allein mit Smits und Tulovic in der Spitzengruppe wieder. Vor allem mit Tulovic lieferte sich der BWM-Pilot ein ansehnliches Duell. Bei seiner Attacke kam Reiterberger zwar am Konkurrenten vorbei, doch der konterte umgehend. Nach einem heftigen Vorderrad-Rutscher in der letzten Schikane ließ Reiterberger die Vernunft die Oberhand gewinnen und entschied sich, als bester BMW-Pilot den dritten Platz nach Hause zu fahren. «Wir hatten uns zum Vortag nochmals verbessert», erklärte er Reiterberger, dessen Crew nach dem Warm-up noch rasch den Motor gegen das Oschersleben-Aggregat gewechselte hatte. «Es war das beste Wochenende überhaupt bisher. «Ich habe alles gegeben, um an Tulovic vorbeizukommen. Ich war ehrlich gesagt von Anfang bis Ende über dem Limit. Als ich fast das Vorderrad verloren hatte, habe ich mich darauf beschränkt, meinen Vorsprung zu verwalten. Aber ich war nah dran, es war ein schönes Rennen.»

Bis auf die Schlussphase war auch das zweite Rennen schön anzusehen. Reiterberger hielt den Druck auf den Führenden Twan Smits beständig hoch und hatte einen möglichen Sieg vor Augen. Bis ihm eine Verkettung von Fehlern und einer Bestrafung einen Strich durch die Pokal-Rechnung machte. «Das zweite Rennen war eigentlich noch besser als das erste», beschreibt der BMW-Pilot die wilde Schlussphase. «Ich hatte mir Smits zurechtgelegt, bin aber durch einen kleinen Fehler weitgegangen.» Reiterberger musste über die asphaltierte Auslauffläche, verzögerte wie es die Regeln vorschreiben und reihte sich mit Abstand wieder hinter Smits ein. Doch der Rennleitung war die Verzögerung nicht genug und sie brummten Reiterberger eine Long-Lap-Strafe auf. Der Bayer sah sich um den möglichen Sieg gebracht und kochte unter seinem Helm vor Wut. «Ich weiß, Regeln sind Regeln«, ist sich bewusst. «Aber ich habe ja was verloren und musste mich wieder rankämpfen.» In die Long Lap bog Reiterberger dann mit Überschuss ein und ratterte noch durchs Kiesbett. Platz 7 die magere Ausbeute. «Es ist wie es ist, ich muss da im Bruchteil einer Sekunde entscheiden. Für die Meisterschaft ist das natürlich schlecht. Aber als Team haben wir einen Super-Job gemacht und ich bin sehr stolz auf unser Team.»

Jan Mohr #5

Jan Mohr hatte mit knapp 900 Kilometern die längste Anreise. Doch nachdem er die Rennen auf dem von ihm ungeliebten Kurs von Oschersleben vor zwei Wochen einigermaßen hinter sich gebracht hatte, dürfte die Reiselaune in Richtung Assen um einiges besser gewesen sein. Im Pre Practice der Euro Moto Superbike gelang dem Piloten des Team Masteroil-alpha-Van Zon-BWM auch ohne größere Probleme der sofortige Sprung in die begehrte Superpole 2. Dort eroberte er sich den siebten Startplatz und durfte somit aus der dritten Startreihe los.

Sein erstes Rennen sah gut aus. Er hatte sich nach wenigen Runden auf dem neunten Platz eingenistet, doch die Fahrt Richtung Top-Ten-Platz endete im Kies. In der letzten Runde sah man den Österreicher plötzlich als Fußgänger über die Monitore marschieren. «Ich das Rennen durchgepusht», schildert er seinen Sonntag. «Auch wenn mir der Abstand zur Spitze nach wie vor zu groß war, lief es schon im Training super und wir hatten noch ein bisschen was gefunden. Im Rennen habe ich schon gemerkt, dass mein Vorderreifen abbaut. Gegen Ende wurde Kevin Orgis vor mir etwas langsamer, den wollte ich dann unbedingt noch schnappen.» Zuviel des Guten für den Vorderreifen. Mohr verlor ohne Feinkontakt oder Attacke auf Orgis die Kontrolle über das Vorderrad und landete auf dem Hosenboden.

Bis zum zweiten Rennen war die BWM wieder fit und Mohr lobte seine Mannschaft. «Ohne die könnte ich vielleicht in drei Wochen wieder fahren, wenn ich das selbst hätte richten müssen. Volle Attacke im zweiten Rennen.» Da hatte er aber nicht mit dem beim Start nach vorne preschenden Florian Alt gerechnet. «In der ersten Kurve habe ich alles verbockt», so Mohr. «Flo hatte einen Granaten-Start, ich wollte außen dagegenhalten. Er zog dann direkt rüber, ich wollte in seinen Windschatten und war wohl etwas spät und kam weit raus. Der Schwung war weg und nach dem Crash aus Rennen 1 musste ich erst meinen Rhythmus wieder aufbauen. Ab Rennmitte war ich ohne großes Risiko unterwegs und kam als Neunter im Ziel an.»

Milan Merckelbagh #55

Milan Merckelbagh ist zwar in den Niederlanden zuhause, lebt aber am mit Blick auf Assen am entgegengesetzten Ende seiner Heimat. Zur Vorbereitung auf sein Heimrennen war Merckelbagh bereits eine Woche vorher auf dem TT Circuit vor Ort. Bei seinem Start in der Internationalen Dutch Championship IDC durfte er sich über ein erfolgreiches Rennwochenende inklusive Pokal freuen. Im Rahmen der Euro Moto Superbike ging es dem Mann aus dem Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW nicht ganz so geschmeidig von der Hand. Nach einem heißen Freitag und einem verregneten Samstagvormittag landete er schlussendlich auf Startplatz 12. Im Warm-up am Sonntag konnte er sich nochmals um eine halbe Sekunde bei seinen Rundenzeiten steigern.

In Rennen 1 setzte Merckelbagh seine flotte Fahrt fort, hatte aber zu tun, die schnellen Rundenzeiten über die Distanz zu bringen. Auf den letzten Metern musste er sich noch dem Angriff des ehemaligen WM-Piloten Lorenzo Zanetti beugen und sah auf Platz 11 das Ziel. Auch Rennen 2 war ein mühsames Unterfangen für den Niederländer, der sein Können nicht recht auf den Asphalt bringen konnte. Erneut war es Platz 11 und der eh schon nicht so redselige Merckelbagh wurde nach dem für ihn wenig prickelnden Heimrennen noch schweigsamer. «Ein weiteres schwieriges Wochenende», fasst er zusammen. «Ich hatte viel mit dem Set-up zu kämpfen, bin gestürzt und konnte einfach nicht meine Pace finden. Das war alles nicht motivierend für mich.»


Auch wenn Teamchef Werner Daemen und ein Teil seines Teams mit einem Auge schon wieder Richtung Langstrecken-WM-Finale schauen, steht vorher noch der Besuch auf dem Nürburgring an, wo der vorletzte Lauf der Euro Moto 2026 vom 4. bis 6. September über die Bühne geht.


EuroMoto Superbike: 33 Punkte, aber Schrötter ist nicht zufrieden

Marcel Schrötter, BMW #23
Foto: Jens Hawrda

Seine Knieverletzung hat Marcel Schrötter besser weggesteckt als zunächst erwartet. In Assen hoffte er, in noch besserer Form als vor zwei Wochen in Oschersleben zu sein – und tatsächlich präsentierte sich der 33-jährige Bayer auf dem TT Circuit Assen in guter Verfassung. Der BMW-Fahrer von GERT56 by RS Speedbikes nahm 33 Punkte aus der „Cathedral of Speed“ mit nach Hause. Gleichzeitig festigte er seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung. Trotzdem hätte er sich den Verlauf des Wochenendes anders gewünscht.

Schrötter startete aus der ersten Reihe, bekam nach mehreren Temperaturwechseln an den Trainingstagen aber nicht das erhoffte Gefühl für die Reifen. Erst wenige Runden vor dem Ziel gelang es dem 33-jährigen Bayern das Tempo zu steigern. Für den BMW-Fahrer blieb damit ein Wochenende, an dem deutlich mehr möglich schien.

„Mit den Rennen bin ich nicht zufrieden, da ich unerwarteterweise nicht das nötige Tempo hatte, obwohl ich in den Trainings immer konkurrenzfähig war“, wunderte sich Schrötter über den Verlauf. „Die beiden Spitzenreiter hatten oft einen kleinen Vorsprung, aber ich hätte nie gedacht, dass ich als Vierter nicht mit der Führungsgruppe mithalten könnte. Es fühlte sich so an, als hätte ich keine Chance. Dabei war das Tempo in der Schlussphase beide Male gar nicht so schlecht.“

Der Anspruch, aus eigener Kraft um die Spitzenplätze kämpfen zu können, macht die Enttäuschung verständlich. „Das war frustrierend, denn ich möchte ganz vorne mitfahren und um die Spitzenplätze kämpfen“, sagt Schrötter. Gleichzeitig weiß er um die Bedeutung des Ergebnisses für die Meisterschaft: „Natürlich freue ich mich über den zweiten Platz im zweiten Rennen, denn die Meisterschaft geht bereits auf das vorletzte Rennwochenende zu, wo jeder Punkt zählt.“

Viel Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht. Am Donnerstag vor dem Nürburgring-Wochenende im September steht in der Eifel ein zusätzlicher Testtag auf dem Programm. Für Schrötter kommt dieser genau zum richtigen Zeitpunkt. „Aus sportlicher Sicht bin ich ein wenig enttäuscht von unserem Renn-Tempo in Assen. Auf dem Nürburgring können wir ein paar verschiedene Ansätze ausprobieren, damit wir wieder ganz vorne mitmischen können. Denn wie gesagt: Ich möchte aus eigener Kraft ganz vorne mithalten und gute Ergebnisse erzielen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT4 Germany: FK Performance: Shoot-out für Nachwuchsprogramm

Foto: Jens Hawrda

Mit dem Förderprogramm „The Next Step“ hat FK Performance Motorsport den motorsportlichen Nachwuchs im Blick. Am 1. Oktober geht es auf dem Hockenheimring los. Der Rennstall aus Bremen ist seit Jahren fest auf der ADAC Motorsport-Plattform verankert.

FK Performance Motorsport zählt seit 2023 zum Feld der ADAC GT4 Germany und setzt seitdem nicht nur auf Rennwagen von BMW, sondern insbesondere auch auf Nachwuchspiloten. Dieses Konzept soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Dafür hat der Rennstall aus Bremen ein neues Förderprogramm für die Saison 2027 ausgerufen, das unter der Bezeichnung „The Next Step“ läuft. Ziel ist es, Nachwuchsfahrer nicht nur an die Engagements des Teams im BMW M2 Cup und in der ADAC GT4 Germany heranzuführen, sondern auch die potenzielle Aufstiegsmöglichkeit ins ADAC GT Masters in den Fokus zu stellen.

Los geht es bereits am 1. Oktober mit einem Testtag auf dem Hockenheimring. Der Test dient als Shoot-out/Sichtung für die Saison 2027. Die teilnehmenden Fahrer (Alter ab 15 Jahre) haben auf der badischen Rennstrecke die Möglichkeit, ihr Können im BMW M2 Racing und im BMW M4 GT4 zu präsentieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist unter anderem das Vorhandensein mindestens einer nationalen Rennlizenz sowie auch nachweisbare Erfahrung im Kart- oder Automobilsport. Aktuelle Piloten von FK Performance Motorsport werden das Shoot-out begleiten. Die Datenanalyse erfolgt zusammen mit den Ingenieuren des Teams .

Seit dem Einsteig in die ADAC GT4 Germany konnte FK Performance Motorsport 13 Podiumsergebnisse erzielen. Highlight waren drei Laufsiege. In der Saison 2026 ist der Rennstall mit drei BMW M4 GT4 in der Serie unterwegs und liegt aktuell auf Platz zwei der Team-Wertung. 2025 wurde FK Performance Motorsport von BMW als weltbestes Kundenteam ausgezeichnet.

Quelle: adac-motorsport.de

Mittwoch, 19. August 2026

ADAC GT4 Germany: Fahrerlager-Radar vom Nürburgring

Die ADAC GT4 Germany startete auf dem Nürburgring fulminant in die zweite Saisonhälfte 2026. Das sind einige spannende Geschichten und Hintergründe direkt aus dem Paddock.

Foto: Jens Hawrda

Rückkehrer

Damon Surzyshyn (49/CAN) hat seit 2023 insgesamt schon 22 Rennen in der ADAC GT4 Germany absolviert. Die erste Saisonhälfte 2026 ließ er aber aus. Doch nun ist der Kanadier wieder da. „Ich liebe die ADAC GT4 Germany einfach. Es ist die beste Sprint-Rennserie der Welt und der Wettbewerb ist grandios. Das Level der Fahrer ist unglaublich hoch“, strahlte Surzyshyn, der extra aus Winnipeg anreiste. „Der Plan ist, nun auch auf dem Sachsenring und in Hockenheim anzutreten.“ Das Rennwochenende auf dem Nürburgring lief zudem sehr erfolgreich für den Porsche-Fahrer von Razoon - more than Racing. Er stand beide Mal auf dem Podium der PRO-AM-Wertung.

Heimspiele

Für viele Fahrer und Teams bedeutet das Rennwochenende auf dem Nürburgring stets Heimspiel. „Ich freue mich immer, hier zu fahren. Der Nürburgring ist ganz klar mein Saisonhighlight“, erklärte Hendrik Still (39/Kempenich, AVIA W&S Motorsport). „Ich wohne nur wenige Kilometer vom Fahrerlager entfernt und kann zuhause schlafen. Somit hatte ich auch viel Unterstützung aus der Familie und von Freunden mit dabei.“

Schnelle Rookies

In der Rookie-Wertung präsentieren sich Piloten, die ihr erstes Jahr im GT4-Motorsport absolvieren und unter 25 Jahre alt sind. Am Samstag siegte erstmals überhaupt Erik Bertilsson (25/SWE, KRT Racing), der in der Ginetta G56 GT4 das beste Rennwochenende der Saison erlebte. „Wir hatten eine wirklich gute Pace und konnten auch in die Top Fünf vorfahren. Die Rookie-Wertung ist richtig klasse. Ich hoffe, in dieser Saison noch weitere Siege erzielen zu können“, meinte der Schwede. Im Sonntagrennen sicherte sich Tabellenführer Marius Schmid (18/Tengen, BWT Mücke Motorsport) den Rookie-Sieg.

Debütant

In einem Porsche von Razoon - more than Racing war erstmals überhaupt Gregor Schneider (48/Nürnberg) in der ADAC GT4 Germany unterwegs. „Mir hat es super gefallen. Die ADAC GT4 Germany ist eine richtig große Bühne und eine der bekanntesten GT4-Serien der Welt. Hier zu fahren, ist eine riesengroße Ehre“, erläuterte Schneider. „Ich hatte den Spaß meines Lebens und würde mich freuen, hier wieder anzutreten.“

Beeindruckende Gentlemen

Auch in der PRO-AM-Wertung wurde auf dem Nürburgring wieder herausragender Sport geboten. Am Samstag triumphierten die Tabellenführer Hendrik Still und Tim Horrell (36/USA, beide AVIA W&S Motorsport) – am Sonntag jubelten die Porsche-Markenkollegen Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (20/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport). „Wir hatten nicht wirklich erwartet, den Klassensieg einzufahren. Das Rennen hat richtig Spaß gemacht“, strahlte Jensen vom Podium. Lobend fügte Teamkollege Rühl an: „Das gesamte Team war regelrecht an die Bildschirme gefesselt, als Jesper im Auto saß. Denn er bot einen grandiosen Speed.“ Passend dazu hat der Rennstall aus Österreich ein neues Hashtag für Social Media initiiert: #winnerwerk

Erfolgreiche Junioren

In der Junior-Wertung waren am Sonntag Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (22/AUS, beide AVIA W&S Motorsport) erfolgreich. Das Samstagrennen entschied Philipp Gogollok (20/Bad Homburg, COSY Racing by ESM) im Aston Martin Vantage AMR GT4 für sich. „Alleine schon die Tatsache, dass ich eine weitere Trophäe bekommen habe, macht die Junior-Wertung wichtig“, lachte Gogollok. „Der Fokus liegt dieses Jahr sicherlich mehr auf der Gesamtwertung, doch die Junior-Wertung ist ebenfalls hart umkämpft und hochspannend. Das Ziel in diesem Jahr sind beide Titel.“

Quelle: adac-motorsport.de

Dienstag, 18. August 2026

TGI Team by GRT dreht DTM-Wochenende auf dem Nürburgring mit starker Aufholjagd in die Top-5

  • Mirko Bortolotti fährt im Sonntagsrennen in der Eifel von Startposition 16 auf Platz 5
  • Ersatzfahrer Christian Engelhart überzeugt beim Debüt im Lamborghini Temerario GT3 mit Pace
  • Gottfried Grasser: “Wir haben das Rennen mindestens genauso gut ausgeführt wie in Oschersleben.”

Mirko Bortolotti mit starkem Sonntag am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Für das TGI Team by GRT setzte sich die Achterbahnfahrt in der DTM 2026 am sechsten Rennwochenende vom 14. bis 16. August auf dem Nürburgring unvermindert fort. Auf dem Traditionskurs in der Eifel war das von Lamborghini Squadra Corse unterstützte Team aus der Steiermark wieder mit zwei Lamborghini Temerario GT3 am Start. Neben Mirko Bortolotti griff mit Christian Engelhart ein alter Bekannter als Ersatz für Maximilian Paul ins Lenkrad. Das Rennglück ließ am Nürburgring bei sommerlichen Bedingungen vor 81.000 Zuschauern jedoch auf sich warten. Nach einem turbulenten ersten Lauf rettete Mirko Bortolotti das Wochenende am Sonntag mit einer phänomenalen Aufholjagd von Startposition 16 auf Platz 5.

In den Trainings auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Layout zeigte sich früh, dass ein Top-Resultat am Nürburgring schwierig zu erreichen sein wird. In den beiden Qualifyings schaffte es Lamborghini als einziger Hersteller im 21 GT3-Fahrzeuge starken DTM-Grid nicht in die Top-10. Für das Samstagsrennen stellten Bortolotti und Engelhart die Startplätze 13 und 15 sicher. Christian Engelharts Vorstellung war mit einem Rückstand von nur 0,071 Sekunden auf den bestplatzierten Lamborghini im Feld besonders beeindruckend. Für ihn war die Veranstaltung seine Premiere mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3. Seine Leistung sprach für eine gelungene und vor allem schnelle Umstellung auf das ihm zuvor unbekannte Fahrzeug.

Das erste Rennen über eine Distanz von 55 Minuten plus eine Runde gestaltete sich für das Fahrerduo vom TGI Team by GRT schwierig. Mirko Bortolotti wurde bereits in der Startrunde mehrfach von der Rennstrecke gedrängt. Daraufhin verstopften Debris die Kühleinlässe seines Lamborghini Temerario GT3. Um Folgeschäden zu verhindern, musste er nach Runde drei an der Box abstellen. Christian Engelhart hielt sich im Mittelfeld schadlos und kämpfte um den Einzug in die Top-10. In der letzten Runde unterlief dem 39-jährigen Bayer jedoch ein Fehler und er kollidierte mit einem Konkurrenten. Er wurde daraufhin zwar noch auf Platz 14 gewertet, konnte aufgrund der dabei erlittenen Beschädigungen an seinem Auto am zweiten Rennen aber nicht mehr teilnehmen.

Den Sonntag nahm Mirko Bortolotti demzufolge erneut als einziger Fahrer für das TGI Team by GRT in Angriff. Vom 16. Startplatz zeigte der Lamborghini Factory Driver in einem hart umkämpften Rennen erneut seine ganze Klasse. In der Startphase gewann er vier Positionen, wegen einer Penalty-Lap für die falsche Position im Startkorridor fiel er wieder auf P16 zurück. In einem ereignisreichen Rennverlauf mit zwei Safety-Car-Phasen arbeitete sich Bortolotti wieder bis auf Platz acht vor. Aufgrund seines frühen Ausfalls am Samstag, konnte der 36-jährige Italiener auf zwei frische Reifensätze zurückgreifen. Beim Overcut während des zweiten Boxenstopp-Fensters nutzte er diesen Vorteil und fuhr vor seinem zweiten Pitstop die schnellsten Rundenzeiten im Feld. In einer engen Schlussphase überholte er noch zwei weitere Kontrahenten und wurde nach 39 Runden als Fünfter gewertet. Im Ziel hatte er mit insgesamt elf Positionen mehr Plätze als jeder andere Fahrer gutgemacht.

In zwei Wochen ist das TGI Team by GRT erneut auf dem Nürburgring am Start. Vom 28. bis 30. August findet mit einem 3-Stunden-Rennen die vierte Station im GT World Challenge Europe Powered by AWS Endurance Cup statt. In der DTM geht es vom 11. bis 13. September mit dem siebten von acht Rennwochenenden auf dem Sachsenring weiter. Zuvor wird das Team bei Testfahrten mit Maximilian Paul eine mögliche Rückkehr des Stammfahrers ins Cockpit des Lamborghini Temerario GT3 mit der Startnummer 19 evaluieren.

Stimmen der Fahrer nach dem Rennwochenende am Nürburgring

Mirko Bortolotti: “Es war aus mehreren Gründen ein sehr anspruchsvolles Wochenende. Einen hart erkämpften und verdienten Sieg drei Wochen später und nur einen Tag vor dem Start eines weiteren Rennwochenendes zu verlieren, war eine bittere Pille. Hinzu kam, dass der Freitag für mich im Grunde genommen ein verlorener Tag war, da wir erst am Abend feststellten, dass es ein Problem mit dem Auto gab. Das bedeutete, dass wir etwas blind in den Renntag gingen. Angesichts all dieser Umstände bin ich froh, erneut einen Platz unter den Top-5 erreicht zu haben. Wir haben eine starke Leistung gezeigt und wieder einmal großartige Teamarbeit geleistet. Ich möchte mich auch bei allen Fans für die unglaubliche Unterstützung bedanken, die ich das ganze Wochenende über erhalten habe.”

Christian Engelhart: “Ich bin mit viel Freude und Motivation in dieses DTM-Wochenende gegangen. Die Voraussetzungen waren mit einem neuen Auto und ohne vorherige Testmöglichkeiten anspruchsvoll. Ich habe mich dieser Herausforderung mit vollem Einsatz gestellt. Wir hatten einen guten Start und konnten gemeinsam mit den Ingenieuren von Session zu Session unsere Performance steigern. Am Samstagmorgen haben wir nach nur zwei Trainings ein starkes Qualifying hingelegt – das war eine großartige Leistung für uns als Team. Auch das Rennen verlief bis zur letzten Runde solide. Eigentlich wollte ich nichts riskieren, aber als ich auf die letzte Schikane zufuhr, war ich sehr dicht hinter meinem Vordermann. Dann ging alles sehr schnell. Ich habe die Situation beim Anbremsen falsch eingeschätzt und es kam zur Kollision. Ich entschuldige mich beim gesamten Team von GRT und meinen Mechanikern, sowie bei Thierry und Emil Frey Racing. Abschließend möchte ich allen Beteiligten für ihren Einsatz danken.”


Quelle: grasser-racing.com