Dienstag, 14. Juli 2026

EuroMoto Supersport: Jonas Folger kommt mit langer To-do-Liste

Es steht noch viel Arbeit bevor:
Jonas Folger entwickelt in der EURO MOTO die KTM RC990 R für die Supersport-WM.
Fotos: Dino Eisele

Mit Ex-MotoGP-Star Jonas Folger hatte sich kurzfristig Prominenz angemeldet bei der letzten EURO MOTO-Veranstaltung in Most. Als Gast- und Testfahrer war es sein Job, die KTM RC 990R für die Supersport-Weltmeisterschaft weiterzuentwickeln. Wie geht es weiter?

Fest steht, das Folger auch bei der EURO MOTO-Runde vom 31. Juli bis zum 2. August am Start sein wird. An diesem Termin gastiert die Serie in Oschersleben. KTM treibt das Projekt mit dem Next Generation Bike gemeinsam mit dem deutschen Freudenberg-Team voran. Der WM-Einstieg ist für 2027 geplant.

„Wir benötigen möglichst viele freie Runden am Stück. Die EURO MOTO bietet uns genau diese Möglichkeit“, hatte Teamchef Carsten Freudenberg unlängst nach erschwerten Bedingungen bei diversen Trackdays auf stark frequentierten Strecken erklärt.

Die Zeit läuft. Bis zum Jahresende soll ein verkäuflicher Race-Kit für die straßenzugelassene KTM RC 990R erhältlich sein. Enthalten sind Chassis, Linksystem, Gabelbrücke, Elektronik, Nockenwellen, Auspuff und Ölkühler. Es ist der abschließende Schritt zur FIM-Homologation des Motorrads. Momentan werden für 2027 eine Leistungsreduzierung und neue Balanceregeln diskutiert. Die im Entwicklungsstadium stehende KTM RC 990R hat mit knapp 145 PS gegenüber jetzigen Supersportlern ein Defizit von knapp 10 PS. „Ziel ist die WM-Rückkehr von KTM im Rahmen des Kundensportprogramms“, sagt Projektmanager André Klipphahn. Für die KTM RC 990R gilt der FIM-Preisdeckel von 26.400 Euro. Einen Werksauftritt in der Supersportklasse wird es neben dem bereits bestehenden MotoGP-Einsatz nicht geben.

Der 32-jährige Folger konnte in Most kein Rennen beenden. Der Fokus lag ohnehin auf der Entwicklung und nicht auf einer Platzierung, „aber diese hätten uns weitere wichtige Erkenntnisse geliefert. Nun fehlen uns diese Daten, aus denen wir hätten lernen können“, sagt Folger. Allerdings hätte er sich insgesamt weiter vorne gesehen. Folger belegte in der kombinierten Zeitenliste der freien Trainings und der Qualifyings jeweils den siebten Platz und lag beide Male etwa 1,5 Sekunden hinter der Bestzeit zurück.

Die extreme Hitze habe dem Team sogar in die Karten gespielt. „Die Bedingungen waren eine brutale Ausdauerprüfung, mit Lufttemperaturen von bis zu 40 Grad und über 60 Grad auf dem Asphalt.» So haben wir ein gutes Gespür dafür bekommen, was beim Material verbessert werden muss. Abgesehen davon hatte ich riesigen Spass daran, wieder in der Meisterschaft dabei zu sein und auf der Strecke gegen so viele schnelle Fahrer in dieser Klasse anzutreten. Die meisten haben uns gezeigt, wo wir stehen, und die Bereiche aufgezeigt, in denen wir uns verbessern oder Änderungen vornehmen müssen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Nächster DTM-Halt: Oschersleben

Motorsport-Action zu bester Ferienzeit: In Oschersleben startet die DTM vom 24. bis 26. Juli in die zweite Saisonhälfte. Die Fans dürfen sich auf ein Rennwochenende freuen, das es in sich hat. Die Motorsport Arena Oschersleben ist eng und verwinkelt – auf die Fahrer warten zwei intensive Rennen mit vielen Rad-an-Rad-Duellen. Beste Voraussetzungen für ein aufregendes Wochenende.

Foto: Jens Hawrda

An der Tabellenspitze der DTM geht es heiß her. Nach einem fulminanten Norisring-Wochenende mit zwei Siegen und zwei Pole-Positionen reist Nicki Thiim als Spitzenreiter in die Magdeburger Börde. Hinter dem Aston-Martin-Piloten aus Dänemark lauert mit Maro Engel und Lucas Auer gleich doppelte Mercedes-AMG-Power. Alle Augen sind zudem auf die beiden BMW M4 GT3 Evo gerichtet. Das BMW-Team Schubert Motorsport hat seinen Sitz direkt neben der Rennstrecke und greift beim Heimspiel mit dem zweifachen DTM-Champion Marco Wittmann sowie dem Südafrikaner Kelvin van der Linde an.

Für ordentlich Action auf der Strecke sorgen zusätzlich zur DTM die ADAC GT4 Germany und der ADAC Tourenwagen Junior Cup – in beiden Serien gehen die Stars von morgen an den Start. Einen Blick in den Rückspiegel erleben die Zuschauer bei Showrunden historischer DTM-Fahrzeuge. Die Kultautos drehen an allen drei Veranstaltungstagen in Oschersleben ihre Runden und sorgen für einen historischen Streifzug durch vier Jahrzehnte DTM. Ein absolutes Fan-Highlight wartet bereits am Freitag: Bei der Track Safari geht es in Bussen gemeinsam mit den rund 600 PS starken DTM-Fahrzeugen auf die Strecke.

Dank des Arena-Charakters haben die Fans von den Tribünen beste Sicht auf die Action und können die Tür-an-Tür-Duelle besonders gut verfolgen. Tickets für das DTM-Wochenende in Oschersleben gibt es ab 49 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Einen spannenden Blick hinter die Kulissen der DTM erleben die Fans bei der Fan Tour powered by Pirelli - von der technischen Abnahme über den Reifenservice von DTM-Partner Pirelli bis zum DTM-Podium.

Wer das Wochenende besonders intensiv erleben möchte, kann direkt an der Rennstrecke übernachten. Der Campingplatz in Oschersleben öffnet bereits am Donnerstag (23. Juli) seine Tore. Auf dem mehr als 70.000 Quadratmeter großen Areal im Norden der Motorsport Arena finden sowohl Zelte als auch Wohnmobile ausreichend Platz. Duschen und Toiletten stehen vor Ort zur Verfügung, Strom kann bei Bedarf hinzugebucht werden. Dank der direkten Anbindung an die Rennstrecke sind Fahrerlager, Tribünen und die DTM Fan Zone bequem erreichbar.

Quelle: dtm.com

Montag, 13. Juli 2026

Superbike: Schrötter muss Pokal von Most zurückgeben – die Fakten

Marcel Schrötter hatte lange Zeit, sich auf dem 18-Stunden-Flug von Prag ins japanische Suzuka zu ärgern, wo er derzeit an der Langstrecken-WM teilnimmt. Sein dritter Platz im ersten EURO MOTO Superbike-Lauf in Most am vergangenen Sonntag wurde ihm aberkannt. Den Pokal muss er abgeben. Und auch im zweiten Rennen erhielt der 33-jährige BMW-Fahrer vom Team GERT56 by RS Speedbikes eine empfindliche Strafe. Hier sind die Fakten, wie es dazu kam.

Im ersten Rennen kam es in der zweiten Runde zu einem kontaktfreudigen Zwischenfall mit Lukas Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt). Schrötter hielt die Linie nicht, nahm den Notausgang, schnitt die Schikane ab und reihte sich wieder hinter Tulovic ein. Um durch das Abkürzen keinen Vorteil zu erlangen, muss der Fahrer laut Regelwerk im ersten Streckensektor eine Sekunde verlangsamt haben. Schrötter beendete das Rennen als Dritter. Das Team Apreco-Yamaha legte Protest ein. Schrötter soll die Regeln nicht befolgt haben. Um 12:58 Uhr wurde Schrötter über das Informationsportal Discord für eine Stellungnahme zu den Sportkommissaren gebeten. Als der BMW-Fahrer vier Stunden später noch nicht reagiert hatte, wurde die Protestentscheidung in seiner Abwesenheit getroffen. Schrötter erhielt eine 3-Sekunden-Strafe. Dadurch verlor er in der Wertung zwei Plätze. Das Team GERT56 by RS Speedbikes legte gegen die Entscheidung der Sportkommissare Berufung ein. Als Dritter wurde Twan Smits (Team Apreco-Yamaha) gewertet.

Im zweiten Rennen bekamen Schrötter und auch Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) gleich zu Beginn die erste Kurve nicht. Schrötter erhielt sofort eine 3-Sekunden-Strafe, weil er nachgewiesen zu schnell ins Feld zurückkehrte. Er schloss das Rennwochenende mit zwei fünften Plätzen ab. In der Gesamtwertung bleibt er Zweiter mit 96 Punkten. Es führt Lukas Tulovic (129).

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Supersport: Marcel Brenner wurde am Rückenwirbel operiert

Der verletzte Ducati-Fahrer Marcel Brenner aus der Schweiz erlitt bei einem Highsider schwere Verletzungen.
Foto: Bruno Brenner

Im zweiten Rennen der EURO MOTO Supersport war der Schweizer Marcel Brenner (Automarket AF Racing Team) im tschechischen Most schwer gestürzt. Nach einem heftigen Highsider mit der Ducati stürzte er aus knapp vier Metern Höhe auf den Boden. Das Rennen wurde sofort mit der roten Flagge abgebrochen und Brenner mit dem Rettungshelikopter ins Krankenhaus gebracht. Die positive Nachricht: Nach einer erfolgreichen Operation, die am Mittwoch, dem 1. Juli 2026, stattfand, gehen die Ärzte davon aus, dass der 28-Jährige vermutlich keine Folgeschäden haben wird.

„Seine enorm gute Kondition und auch eine riesengroße Portion Glück haben ihm beigestanden“, sagt sein Vater Bruno Brenner erleichtert. Er war bei dem Unfall in Most als Augenzeuge vor Ort und erzählt: „Auch die Ärzte haben nach den Videoauzeichnungen an ein Wunder geglaubt.“ Nach der ersten Untersuchung in Most wurde Marcel am Montag ins heimische Inselspital/Universitätsspital nach Bern transportiert. Jetzt zahlte sich die 26-jährige Mitgliedschaft von Bruno Brenner in der Schweizerischen Rettungsflugwacht aus. Marcel wurde von Prag mit einem privaten Ambulanz-Jet heimgeflogen.

Die Diagnose der Ärzte: Der zehnte Rückenwirbel ist gebrochen. Die Nervenkanäle sind intakt. In der Operation am Mittwoch werden die Verletzungen fixiert und verschraubt. Eine Rippe ist gebrochen und die Halsregion ist durch den Aufprall des Kopfes angegriffen.

Ohne körperliche Anstrengung soll die erste Rehabilitationsphase mindestens sechs Wochen betragen, bis er mit einer kleinen Belastung beginnen kann, aber in Marcel Brenner ist die Rennsport-DNA zu Hause. Er ist sich nicht sicher, ob er nicht vielleicht doch über ein Comeback in Hockenheim nachdenken sollte. Und er bedankt sich bei allen, die ihm in den letzten Tagen geholfen haben. „So viele Menschen haben auf mich aufgepasst, ich kann nicht genug danken für alles, was sie für mich getan haben.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


ADAC GT-Masters: Aston Martin-Team Comtoyou mit Debütsieg am Nürburgring

  • Jamie Day/Baudouin Detout feiern souveräne Sieg-Premiere im ADAC GT Masters
  • Kalus/Blum gewinnen die „Road-to-DTM“-Wertung am Nürburgring
  • Enger Titelkampf: Hirsiger/Zulauf und Zimmermann/Fourie trennt nur ein Punkt

Der erste Sieg für Comtoyou Racing im ADAC GT Masters
Foto: ADAC-Motorsport

Jubel bei Comtoyou Racing aus Belgien: Die ADAC GT Masters-Neueinsteiger haben den zweiten Lauf auf dem Nürburgring gewonnen. Jamie Day (20/GBR)/Baudouin Detout (25/FRA) zeigten im Aston Martin Vantage GT3 Evo eine souveräne Vorstellung und kamen mit 3,806 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Für die britische Automarke ist es der erste Sieg seit 2012 in der Serie. Rang zwei sicherten sich wie am Vortag Niklas Kalus (21/Duisburg)/Kiano Blum (19/AUT/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3 vor den Gaststartern Enrico Förderer (19/Leuterod)/Jay Mo Härtling (23/Sprockhövel/beide SR Motorsport by Schnitzelalm) mit dem Mercedes-AMG GT3. „Ich freue mich so sehr für das Team und danke ihnen und Aston Martin für diesen Sieg. Das Auto war wirklich super“, strahlte Detout über seinen ersten Sieg im ADAC GT Masters. „Die letzten Runden waren die längsten meines Lebens. Ich habe nur versucht, nicht zu viel Druck zu machen und die Emotionen nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.“ Teamkollege Day jubelte ebenfalls über seinen ersten Erfolg in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC: „Ich bin extrem glücklich. Das Team hat von Saisonbeginn an so hart gearbeitet und das hat sich in den Ergebnissen leider nicht immer widergespiegelt. Heute Pole-Position und Sieg einzufahren – besser hätte es nicht laufen können.“

Bei rund 30 Grad und strahlendem Sonnenschein ging Day von der Pole-Position aus sofort in Führung und baute seinen Vorsprung konstant aus. Comtoyou Racing entschied sich für einen späten Boxenstopp und kam erst kurz vor Ende des Fensters zum Fahrerwechsel. Detout schloss nahtlos an die Leistungen seines Teamkollegen an und hielt den Vorsprung auf Platz zwei konstant. Hinter dem Aston Martin Vantage GT3 Evo wirkte der Ford von Blum/Kalus nach einem guten Start wie der sichere Zweitplatzierte, bis er immer mehr mit den Reifen zu kämpfen hatte. Förderer im Mercedes und Leo Pichler (24/AUT/Razoon - More than Racing) im Porsche schoben sich immer näher an den Ford heran, verstrickten sich allerdings in einen Zweikampf um die dritte Position, was Kalus letztlich die nötige Luft gab, um Rang zwei ins Ziel zu bringen. „Ich bin sehr glücklich über den Ausgang des Rennens und das Wochenende generell“, freute sich Blum. „Startplatz zwei ist hier nicht unbedingt ein Vorteil, aber es ist mir gelungen, die Position am Start zu halten. Dass wir den Aston Martin heute nicht holen können, war uns recht schnell klar. Deshalb habe ich versucht, die Reifen zu managen und sie Niklas so gut wie möglich zu übergeben. Am Ende wurde es nochmal richtig knapp, aber zum Glück hat es für uns gereicht.“ Blum und Kalus feierten mit ihren beiden Podiumsplatzierungen auch den Sieg in der „Road-to-DTM“-Wertung am Nürburgring und schoben sich auf Rang drei der Gesamtwertung nach vorne.

Dahinter war die Freude bei den Gaststartern von SR Motorsport by Schnitzelalm über den dritten Rang riesig. Besonders Förderer, der am Nürburgring sein Debüt im GT3-Auto bestritten hatte, freute sich über das Podium an seinem ersten ADAC GT Masters-Wochenende. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das mir direkt das Podium gelungen ist. Das Team hat super Arbeit geleistet, denn das Auto fühlte sich sehr gut an und ich habe mich sehr wohlgefühlt“, freute sich der amtierende ADAC GT4 Germany-Champion. „Mein Ziel war sogar, noch einen Platz nach vorne zu kommen, dadurch wurde es nach hinten eng. Der Porsche hat ordentlich gedrückt, aber ich konnte die Position zum Glück halten.“ Pichler/Alexander Tauscher (23/Mitterfels/beide Razoon - more than Racing) wurden Vierte.

Meisterschaftskampf eng wie selten

Auf der fünften Position kamen Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo ins Ziel. Sie reisen mit lediglich einem Punkt Rückstand auf Felix Hirsiger (28/CHE)/Finn Zulauf (21/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) aus der Eifel ab. Die Tabellenführer erlebten ein schwieriges Rennen in ihrem Lamborghini und kamen nicht über Platz neun hinaus.

Sensationelle Sechste und Sieger in der Pro-AM-Wertung wurden Gerhard Tweraser (37/AUT)/Gottfried Grasser (47/AUT/beide GRT Grasser Racing Team). Durch den reglementbedingt kürzeren Stopp der Pro-AM-Mannschaft kam Grasser als Vierter zurück auf die Strecke. Zwei Konkurrenten musste der DTM-Teamchef passieren lassen, hielt aber für den Rest des Rennens die Position gegen den herannahenden Ford Mustang GT3 von Max Reis (19/Ramstein)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team). Rang acht ging an Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg/beide FK Performance Motorsport) in einem weiteren BMW. Hinter dem Lamborghini der Tabellenführer komplettierten Robin Rogalski (25/POL)/Simon Connor Primm (21/Großschirma/beide HGL Racing) im Audi die Top-10.

Das ADAC GT Masters verabschiedet sich nun in eine knapp achtwöchige Sommerpause. Vom 4. bis 6. September geht es schließlich mit der vorletzten Saisonrunde auf dem Salzburgring weiter. Es wird das zweite Gastspiel vor den Toren der Mozartstadt und die Vorfreude auf die 4,255 km lange Strecke ist groß.