Mittwoch, 15. Juli 2026

EuroMoto Supersport: Highspeed-Crash in Suzuka – Lehmann unterm Messer

Yamaha-Fahrer Lennox Lehmann muss sich einer Operation unterziehen und darf keine Zeit verlieren.
Foto: Dino Eisele

Der Traum vom legendären 8-Stunden-Rennen von Suzuka ist für Lennox Lehmann geplatzt. Nach einem heftigen Highsider im freien Training am Freitag muss der 20-jährige Dresdner den dritten Lauf der FIM Endurance World Championship (EWC) in Japan vorzeitig abhaken und die Heimreise antreten.

Nach dem zweiten Platz in der EURO MOTO Supersport in Most war es für Lehmann (Team Apreco Yamaha) direkt in den ersten Flieger in Richtung Suzuka gegangen. Gemeinsam mit Dirk Geiger und Twan Smits wollte Lehmann in Japan für Motobox Kremer Racing angreifen – doch dann folgte der Schock. Im Freitagstraining stürzte er mit der Yamaha YZF-R1 bei vollem Speed auf der Start-Ziel-Geraden per Highsider. Auf diesem Abschnitt ist ein solcher Sturz absolut ungewöhnlich. Vieles deutete darauf hin, dass sich Flüssigkeit auf der Strecke befand.

Lehmann überschlug sich mehrfach und schlitterte über den Asphalt. Wie heftig der Crash war, zeigen nicht nur die völlig zerstörte Lederkombi und der Helm, sondern auch die von der EWC veröffentlichten Videoaufnahmen.

Lehmann wurde bereits operiert

Glück im Unglück: Lehmann kam im Randbereich der Strecke zu Fall. Er wurde von keinem nachfolgenden Fahrer getroffen und konnte die Strecke aus eigener Kraft verlassen. Er hat sich den kleinen Finger der rechten Hand gebrochen. Nach Rücksprache mit seiner Ärztin und den Physiotherapeuten wurde klar, dass der Bruch komplizierter ist als zunächst angenommen und schnellstmöglich operiert werden muss – auch im Hinblick auf die EURO MOTO-Saison. Lehmann ist Dritter in der EURO MOTO Supersport-Gesamtwertung. Für den Sachsen war das Suzuka-Wochenende damit beendet. Das Rennen bestreiten Twan Smits und Dirk Geiger ohne ihn. Lehmann wurde bereits am Montag nach dem Rennwochenende im Krankenhaus zur Operation erwartet.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

ADAC GT Masters: Fahrerlager-Radar vom Nürburgring

Weltmeisterlicher Besuch, eine große Beförderung und ein historischer Sieg. Der Fahrerlager-Radar vom Nürburgring.

Start Rennen 2, ADAC GT Masters Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport

Weltmeister zu Besuch

Am Samstag kam ein besonderer Gast an den Nürburgring. Kevin Großkreutz, Fußball-Weltmeister von 2014, mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger, besuchte Max Reis während des ersten Rennens. In der Startaufstellung ließ sich der Fußballer den Ford Mustang GT3 des HRT-Piloten erklären, führte später im Pace Truck das Feld ins Rennen und beobachtete schließlich die Action aus der Box. „Es war sehr interessant und für mich absolutes Neuland“, erklärte Großkreutz. „Die Autos sind sehr beeindruckend, vor allen die Knöpfe am Lenkrad – da muss man erstmal durchblicken. Max hat mir ein paar Einblicke gegeben und erklärt, wie anstrengend es ist, solche Autos zu fahren.“ Großkreutz war so begeistert, dass er auf jeden Fall nochmals zu Besuch kommen möchte.

Aston Martin on Top

Für Comtoyou Racing und alle Aston Martin-Fans war es ein ganz besonderes Wochenende. Mit Jamie Day fuhr zum ersten Mal seit dem Sachsenring 2008 wieder ein Aston Martin auf die Pole-Position im ADAC GT Masters. Damals war es Frédéric Makowiecki, der den Aston Martin DBRS9 von Hexis Racing auf den ersten Startplatz stellte. Im Rennen wurde es nur Rang zwei – im Gegensatz zu Day und Baudouin Detout. Sie feierten souverän ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters und bescherten ihrem Team Comtoyou Racing den ersten Erfolg seit ihrem Einstieg in die Serie in dieser Saison. Für die britische Marke Aston Martin war es der erste Sieg seit 2012 in der GT3-Nachwuchsliga des ADAC. Damals gewannen Christoffer Nygaard und Kristian Poulsen im Aston Martin V12 Vantage GT3 von Young Driver AMR den zweiten Lauf am Sachsenring. 

Beförderung zum Junior-Piloten

Eine besondere Ehre wurde Tabellenführer Finn Zulauf zuteil. Kurz vor dem Nürburgring-Wochenende wurde der Pilot aus Königstein im Taunus zum offiziellen Lamborghini GT3 Junior ernannt. „Für mich ist es eine große Ehre und ein cooles Gefühl, diesen Schritt gemacht zu haben und nun die Marke Lamborghini auch offiziell repräsentieren zu dürfen“, erklärte Zulauf. „Natürlich soll diese Ernennung nur der erste Schritt sein und ich werde umso härter weiterarbeiten.“

Krankenbesuch im Fahrerlager

Rennen fahren konnte er am Wochenende nicht, einen Besuch am Nürburgring ließ er sich trotzdem nicht nehmen. Razoon-Pilot Colin Bönighausen brach sich bei einem Arbeitsunfall nach dem Lausitzring den rechten Oberschenkel und wurde für die beiden Rennen im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix von Alexander Tauscher ersetzt. „Es fällt mir schon schwer, hier selbst nicht fahren zu können, aber es hilft ja nichts. Am Salzburgring bin ich aber selbst wieder am Steuer“, sagte Bönighausen optimistisch. Der Bruch sei operativ gut versorgt und heile sehr gut. 

Von Sieger zu Sieger

Bei der Siegerehrung zum ersten Rennen auf dem Nürburgring bekamen Felix Hirsiger und Finn Zulauf ihre Pokale von keinem Geringeren als Nicki Thiim überreicht. Der DTM-Pilot ließ es sich nach seinem Doppelsieg am Norisring nicht nehmen, nur wenige Tage später beim ADAC GT Masters am Nürburgring vorbeizusehen, um sein Team Comtoyou Racing zu besuchen. Auch DTM-Teamchef Gottfried Grasser und Gerhard Tweraser erhielten ihre Pokale für den Pro-AM-Sieg von Thiim. 

Darts trifft ADAC GT Masters

Die Box von HRT entwickelte sich am Nürburgring zwischenzeitlich zur Darts Area. Max Hopp, der „Maximiser“, schaute auf einen Wurf vorbei. Er war lange die Deutsche Nummer 1 und nahm mehrfach an der PDC-WM teil. Max Reis hatte die Gelegenheit, im Rahmen des ADAC Truck-Grand-Prix ein wenig mit ihm zu spielen. „Ich kenne Max schon länger und bin persönlich sehr Darts-begeistert. Ich spiele auch selbst ab und zu. Es hat mich sehr gefreut, dass er mich hier am Nürburgring dank einem meiner Sponsoren besucht hat“, sagte Reis.

Neuer Zuschauer-Rekord

Wie in jedem Jahr war der ADAC Truck-Grand-Prix ein wahrer Zuschauermagnet. 2026 kamen 135.000 Zuschauer in die Eifel – nochmals 1000 mehr als im Vorjahr – und bewunderten im Rahmen der Trucks auch die spannenden Rennen des ADAC GT Masters.

Quelle: adac-motorsport.de

Dienstag, 14. Juli 2026

EuroMoto Supersport: Jonas Folger kommt mit langer To-do-Liste

Es steht noch viel Arbeit bevor:
Jonas Folger entwickelt in der EURO MOTO die KTM RC990 R für die Supersport-WM.
Fotos: Dino Eisele

Mit Ex-MotoGP-Star Jonas Folger hatte sich kurzfristig Prominenz angemeldet bei der letzten EURO MOTO-Veranstaltung in Most. Als Gast- und Testfahrer war es sein Job, die KTM RC 990R für die Supersport-Weltmeisterschaft weiterzuentwickeln. Wie geht es weiter?

Fest steht, das Folger auch bei der EURO MOTO-Runde vom 31. Juli bis zum 2. August am Start sein wird. An diesem Termin gastiert die Serie in Oschersleben. KTM treibt das Projekt mit dem Next Generation Bike gemeinsam mit dem deutschen Freudenberg-Team voran. Der WM-Einstieg ist für 2027 geplant.

„Wir benötigen möglichst viele freie Runden am Stück. Die EURO MOTO bietet uns genau diese Möglichkeit“, hatte Teamchef Carsten Freudenberg unlängst nach erschwerten Bedingungen bei diversen Trackdays auf stark frequentierten Strecken erklärt.

Die Zeit läuft. Bis zum Jahresende soll ein verkäuflicher Race-Kit für die straßenzugelassene KTM RC 990R erhältlich sein. Enthalten sind Chassis, Linksystem, Gabelbrücke, Elektronik, Nockenwellen, Auspuff und Ölkühler. Es ist der abschließende Schritt zur FIM-Homologation des Motorrads. Momentan werden für 2027 eine Leistungsreduzierung und neue Balanceregeln diskutiert. Die im Entwicklungsstadium stehende KTM RC 990R hat mit knapp 145 PS gegenüber jetzigen Supersportlern ein Defizit von knapp 10 PS. „Ziel ist die WM-Rückkehr von KTM im Rahmen des Kundensportprogramms“, sagt Projektmanager André Klipphahn. Für die KTM RC 990R gilt der FIM-Preisdeckel von 26.400 Euro. Einen Werksauftritt in der Supersportklasse wird es neben dem bereits bestehenden MotoGP-Einsatz nicht geben.

Der 32-jährige Folger konnte in Most kein Rennen beenden. Der Fokus lag ohnehin auf der Entwicklung und nicht auf einer Platzierung, „aber diese hätten uns weitere wichtige Erkenntnisse geliefert. Nun fehlen uns diese Daten, aus denen wir hätten lernen können“, sagt Folger. Allerdings hätte er sich insgesamt weiter vorne gesehen. Folger belegte in der kombinierten Zeitenliste der freien Trainings und der Qualifyings jeweils den siebten Platz und lag beide Male etwa 1,5 Sekunden hinter der Bestzeit zurück.

Die extreme Hitze habe dem Team sogar in die Karten gespielt. „Die Bedingungen waren eine brutale Ausdauerprüfung, mit Lufttemperaturen von bis zu 40 Grad und über 60 Grad auf dem Asphalt.» So haben wir ein gutes Gespür dafür bekommen, was beim Material verbessert werden muss. Abgesehen davon hatte ich riesigen Spass daran, wieder in der Meisterschaft dabei zu sein und auf der Strecke gegen so viele schnelle Fahrer in dieser Klasse anzutreten. Die meisten haben uns gezeigt, wo wir stehen, und die Bereiche aufgezeigt, in denen wir uns verbessern oder Änderungen vornehmen müssen.“

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek


Nächster DTM-Halt: Oschersleben

Motorsport-Action zu bester Ferienzeit: In Oschersleben startet die DTM vom 24. bis 26. Juli in die zweite Saisonhälfte. Die Fans dürfen sich auf ein Rennwochenende freuen, das es in sich hat. Die Motorsport Arena Oschersleben ist eng und verwinkelt – auf die Fahrer warten zwei intensive Rennen mit vielen Rad-an-Rad-Duellen. Beste Voraussetzungen für ein aufregendes Wochenende.

Foto: Jens Hawrda

An der Tabellenspitze der DTM geht es heiß her. Nach einem fulminanten Norisring-Wochenende mit zwei Siegen und zwei Pole-Positionen reist Nicki Thiim als Spitzenreiter in die Magdeburger Börde. Hinter dem Aston-Martin-Piloten aus Dänemark lauert mit Maro Engel und Lucas Auer gleich doppelte Mercedes-AMG-Power. Alle Augen sind zudem auf die beiden BMW M4 GT3 Evo gerichtet. Das BMW-Team Schubert Motorsport hat seinen Sitz direkt neben der Rennstrecke und greift beim Heimspiel mit dem zweifachen DTM-Champion Marco Wittmann sowie dem Südafrikaner Kelvin van der Linde an.

Für ordentlich Action auf der Strecke sorgen zusätzlich zur DTM die ADAC GT4 Germany und der ADAC Tourenwagen Junior Cup – in beiden Serien gehen die Stars von morgen an den Start. Einen Blick in den Rückspiegel erleben die Zuschauer bei Showrunden historischer DTM-Fahrzeuge. Die Kultautos drehen an allen drei Veranstaltungstagen in Oschersleben ihre Runden und sorgen für einen historischen Streifzug durch vier Jahrzehnte DTM. Ein absolutes Fan-Highlight wartet bereits am Freitag: Bei der Track Safari geht es in Bussen gemeinsam mit den rund 600 PS starken DTM-Fahrzeugen auf die Strecke.

Dank des Arena-Charakters haben die Fans von den Tribünen beste Sicht auf die Action und können die Tür-an-Tür-Duelle besonders gut verfolgen. Tickets für das DTM-Wochenende in Oschersleben gibt es ab 49 Euro unter dtm.com. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Einen spannenden Blick hinter die Kulissen der DTM erleben die Fans bei der Fan Tour powered by Pirelli - von der technischen Abnahme über den Reifenservice von DTM-Partner Pirelli bis zum DTM-Podium.

Wer das Wochenende besonders intensiv erleben möchte, kann direkt an der Rennstrecke übernachten. Der Campingplatz in Oschersleben öffnet bereits am Donnerstag (23. Juli) seine Tore. Auf dem mehr als 70.000 Quadratmeter großen Areal im Norden der Motorsport Arena finden sowohl Zelte als auch Wohnmobile ausreichend Platz. Duschen und Toiletten stehen vor Ort zur Verfügung, Strom kann bei Bedarf hinzugebucht werden. Dank der direkten Anbindung an die Rennstrecke sind Fahrerlager, Tribünen und die DTM Fan Zone bequem erreichbar.

Quelle: dtm.com

Montag, 13. Juli 2026

Superbike: Schrötter muss Pokal von Most zurückgeben – die Fakten

Marcel Schrötter hatte lange Zeit, sich auf dem 18-Stunden-Flug von Prag ins japanische Suzuka zu ärgern, wo er derzeit an der Langstrecken-WM teilnimmt. Sein dritter Platz im ersten EURO MOTO Superbike-Lauf in Most am vergangenen Sonntag wurde ihm aberkannt. Den Pokal muss er abgeben. Und auch im zweiten Rennen erhielt der 33-jährige BMW-Fahrer vom Team GERT56 by RS Speedbikes eine empfindliche Strafe. Hier sind die Fakten, wie es dazu kam.

Im ersten Rennen kam es in der zweiten Runde zu einem kontaktfreudigen Zwischenfall mit Lukas Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt). Schrötter hielt die Linie nicht, nahm den Notausgang, schnitt die Schikane ab und reihte sich wieder hinter Tulovic ein. Um durch das Abkürzen keinen Vorteil zu erlangen, muss der Fahrer laut Regelwerk im ersten Streckensektor eine Sekunde verlangsamt haben. Schrötter beendete das Rennen als Dritter. Das Team Apreco-Yamaha legte Protest ein. Schrötter soll die Regeln nicht befolgt haben. Um 12:58 Uhr wurde Schrötter über das Informationsportal Discord für eine Stellungnahme zu den Sportkommissaren gebeten. Als der BMW-Fahrer vier Stunden später noch nicht reagiert hatte, wurde die Protestentscheidung in seiner Abwesenheit getroffen. Schrötter erhielt eine 3-Sekunden-Strafe. Dadurch verlor er in der Wertung zwei Plätze. Das Team GERT56 by RS Speedbikes legte gegen die Entscheidung der Sportkommissare Berufung ein. Als Dritter wurde Twan Smits (Team Apreco-Yamaha) gewertet.

Im zweiten Rennen bekamen Schrötter und auch Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) gleich zu Beginn die erste Kurve nicht. Schrötter erhielt sofort eine 3-Sekunden-Strafe, weil er nachgewiesen zu schnell ins Feld zurückkehrte. Er schloss das Rennwochenende mit zwei fünften Plätzen ab. In der Gesamtwertung bleibt er Zweiter mit 96 Punkten. Es führt Lukas Tulovic (129).

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek